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Find your heart

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
21.01.2019
25.02.2019
6
20.020
 
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25.02.2019 4.071
 
Er war ein Idiot. Natürlich wollte sie ihn nicht küssen. Das war Kate Beckett. Sie hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, wie wenig sie ihn mochte.

Auch wenn sie zugestimmt hatte, das Wochenende mit ihm in den Hamptons zu verbringen und es sich richtig angefühlt hatte und er hätte schwören können, dass sich irgendetwas zwischen ihnen aufgebaut hatte. Nun, wenn dem der Fall war, dann hatte er es gerade wieder zerstört.


Ihr Auto war schon lange fort, um die Kurve am Ende des Grundstücks verschwunden, als er sich endlich von seinem Platz bewegte und ins Haus ging. Er schloss die Tür und lehnte sich dagegen, ließ seinen Kopf dagegen fallen während er seine Augen schloss.


Er blieb dort für ein paar Minuten stehen, versuchte herauszufinden, was genau schiefgelaufen war. Ihr Wochenende spielte sich hinter seinen geschlossenen Augen ab, die Blicke, die er von ihr aufgefangen hatte, die Lächeln auf ihrem Gesicht, als sie das Feuerwerk betrachtet haben und wie einfach es alles war.

Er verstand ihre Reaktion nicht.

Mit einem Seufzen drückte er sich von der Tür. Er musste immerhin ein Buch beenden.

Für eine Sekunde wünschte er, er hätte sie davon abhalten können ihm mit dem Geschirr zu helfen, dann hätte er jetzt etwas anderes, was er tun könnte. Bei dem Gedanken ans Schreiben wurde ihm schlecht. Wie sollte er in diesem Geisteszustand Nikki gerecht werden?

Anstatt in sein Arbeitszimmer zu gehen, ging er ins Wohnzimmer um sich auf die Couch zu legen und sich elend zu fühlen. Er würde sich den Tag nehmen, um sich elend zu fühlen, morgen konnte er sich wieder ans Schreiben machen. Und wenn er mit dem Buch fertig war … Er hatte keine Ahnung, was er dann tun sollte. Er könnte den ganzen Sommer in diesem Haus verbringen, seine Mutter würde irgendwann dazu kommen und Alexis‘ Collegeprogramm ging auch nicht über den ganzen Sommer. Er musste nicht zurück aufs Revier gehen, die Informationen, die er bisher gesammelt hatte, waren genug um die 3 Bücher zu beenden, die sein Vertrag von ihm verlangte.

Nur, er wollte wieder aufs Revier, er wollte Kate wieder sehen, egal wie sehr es im Moment wehtat. Er wollte die Jungs und den Captain sehen. Und ja, er sollte dabei helfen Fälle zu lösen.

Vielleicht war er in ein paar Wochen dazu bereit wieder nur mit Kate befreundet zu sein. Wenn er das tun musste, dann würde er das tun.



Ein Klopfen an der Haustür riss ihn aus seinen Gedanken und er setzte sich stirnrunzelnd auf. Er erwartete heute niemanden. Und wenn er ehrlich war, dann wollte er gerade auch niemanden sehen. Er wollte nur für den Tag alleingelassen werden. Sich in Selbstmitleid suhlen und alle Verantwortung, die er hatte, ignorieren.

Wer auch immer an der Tür war, klopfte erneut, diesmal mit mehr Selbstvertrauen und er stieß einen großen Seufzer aus, bevor er sich von der Couch erhob. Offenbar war es ihm nicht erlaubt sich heute in Selbstmitleid zu suhlen.



Castle hatte keine Ahnung, wer an der Tür war, als er sie öffnete und Kate auf der anderen Seite zu sehen, war das letzte was er erwartete. Aber da war sie, kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum, und sah sowohl entschlossen aus als auch, als wäre sie kurz davor davonzulaufen.

Bevor er seine Gedanken ordnen und sie fragen konnte, was sie hier tat – immerhin war sie vor einer halben Stunde davongefahren – schaute sie hoch und ihre Blicke trafen sich.

„Ich habe was vergessen“, sagte sie und er nickte, bevor er zur Seite trat, um sie reinzulassen, ärgerte sich über den Funken Hoffnung, den er gespürt hatte, als ob sie einen anderen Grund hätte zurückzukommen.



Kate zögerte für den Bruchteil einer Sekunde, schien, als müsste sie tief Luft holen, bevor sie in den Flur trat. Castle schloss die Tür hinter ihr und drehte sich um, verwirrter als zuvor.

Kate war nur ein paar Schritte von ihm entfernt stehen geblieben, schien nicht sicher, was sie tun sollte, jetzt da sie hier war. Ihre Hände waren ineinander geknotet und sie öffnete den Mund, aber kein Ton kam heraus.

„Wenn du mir sagst, was du vergessen hast, kann ich dir helfen es zu suchen“, bot Castle an, versuchte ungezwungen zu klingen aber schaffte es nicht. An dieser Situation war nichts ungezwungen. Er hatte die ganze Situation falsch interpretiert und sie geküsst und sie war ohne ein Wort gegangen, nur um dann festzustellen, dass sie etwas vergessen hatte.

„Es ist“, begann sie und er hob seine Augenbrauen, war kurz davor ihr anzubieten es zu ihr zu schicken, anstatt diesen Moment zu verlängern, aber bevor er ein Wort sagen konnte hatte sie erneut tief Luft geholt. „Das“, sagte sie, trat einen Schritt vor und drückte ihre Lippen auf seine.



Für einen Moment erstarrte er, die Überraschung hinderte ihn daran sich zu bewegen. Sie küsste ihn. Kate Beckett küsste ihn. Ihre Hände hielten seine Wangen und sie küsste ihn und als sie sich zurückziehen wollte, begann er endlich sich zu bewegen. Seine Hände legten sich über ihre Hüften, zogen sie näher, während er den Kuss erwiderte.



Nach einer Weile zog er sich zurück, lehnte seine Stirn gegen ihre und öffnete langsam seine Augen.

„Ich hab vergessen das zu tun“, sagte sie, ließ ihre Finger durch sein Haar gleiten, und er gluckste.


Sie verbrachten ein paar Augenblicke in angenehmes Schweigen gehüllt, bis Kate ihren Kopf hob und ihn ansah, ihr Blick traf seinen, und sie fuhr mit ihrer Hand über seine Wange. „Es tut mir leid.“

Für einen Moment erstarrte er. Entschuldigte sie sich dafür, ihn geküsst zu haben? „Was tut dir leid?“, fragte er, versuchte nicht besorgt zu klingen. Versuchte sich selbst zu erklären, dass es keinen Sinn ergab, dass sie sich für den Kuss entschuldigte, wenn sie nur dafür zurückgekommen war.

„Dass ich einfach so gegangen bin.“ Und oh, ja das ergab mehr Sinn.

„Hm, es sei dir verziehen“, sagt er und küsste sie erneut.


„Warum genau bist du gegangen?“

Sie standen in der Küche. Castle hatte ihr einen Kaffee angeboten, versuchte hinauszuzögern, dass sie wieder fahren würde. Ja, sie hatte gerade erst zum Frühstück einen Kaffee, bevor sie gefahren war. Und, ja, das war noch nicht so lange her. Aber sie hatte zugestimmt und keine andere Wahl, als ihm zu folgen, da er ihre Hand in seinen nahm und losging.

„Ich weiß nicht“, antwortete sie, fuhr mit ihrem Finger über den Rand ihrer Kaffeetasse. „Ich glaube, ich habe die Nerven verloren, weil ich darauf gewartet habe, dass es passiert, und mir dann zu viele Sorgen gemacht.“

„Worüber?“

„Darüber, was das für uns bedeutet.“

„Was bedeutet das für uns?“

Kate holte Luft und schaute endlich von ihrem Kaffee hoch zu ihm. „Es bedeutet, dass ich es wirklich mochte dich zu küssen, und dass ich es gern weiterhin tun würde.“

„Hmm ich denke, das lässt sich einrichten“, lächelte er und neigte seinen Kopf um sie zu küssen.


„Du hast darauf gewartet, dass das passiert?“, fragte Castle ein paar Minuten später und Kate runzelte ihre Stirn. Sie hatte nicht erwartet, dass es ihn überraschte. Ja, sie hatte versucht es geheim zu halten, hatte es die meiste Zeit sogar geleugnet. Aber irgendwie hatte sie trotzdem erwartet, dass Castle es wusste. Castle wusste immer Dinge über sie, die er eigentlich nicht wissen sollte.

„Ich habe nicht erwartet, dass es so eine Überraschung für dich ist“, gab sie zu.

„Naja, lass uns einfach sagen, dass sie letzten paar Wochen ein bisschen verwirrend waren.“

„Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts“, lachte Kate.


„Was ich nicht verstehe ist, du sagt du hast darauf gewartet, und dann bist du trotzdem mit Demming ausgegangen.“

„Oh“, Kate atmete aus und verließ die Küche, um sich auf die Couch zu setzen. Sie stellte ihre Ellbogen auf ihre Knie und ließ ihren Kopf in ihre Hände fallen, bevor sie durch ihr Haar fuhr und wieder aufschaute. Castle war ihr zur Couch gefolgt, hatte ihre Tasse auf den Tisch vor ihnen abgestellt und sich neben sie gesetzt, ein Bein auf der Couch gegen die Lehne gelehnt.

„Tom war kein Risiko“, sagte er, erwartete eine Reaktion von Castle, aber er bleib stumm, wartete darauf, dass sie weiterredete.

„Als ich im Loft gewohnt habe, haben wir viel Zeit miteinander verbracht“, fuhr sie fort, schaute auf ihre Kaffeetasse vor sich, wagte er nicht Castle anzusehen, zu besorgt, dass sie wieder die Nerven verlieren würde. „Und es war viel. Ich meine, ich bin sicher, du hast das auch bemerkt. Und es hat mir Angst gemacht, also bin ich, sobald ich konnte, wieder ausgezogen, um etwas Raum zu haben und rauszufinden, was passiert. Und bevor ich das tun konnte, warst du mit Ellie Monroe zusammen.“

„Okay, das würde ich nicht zusammen sein nennen“, unterbrach er sie. „Das war nur ich als Idiot. Aber es ist gut zu wissen, dass ich recht hatte und du doch Eifersüchtig warst.“

Kate drehte ihren Kopf langsam zu ihm, eine Mischung aus Belustigung und Genervtheit auf ihrem Gesicht.

„Du warst mit Ellie Monroe zusammen“, wiederholte sie. „Und ja, okay, dann war ich eifersüchtig. Und dann ist Tom aufgetaucht. Und er war nett und hat mich nach einem Date gefragt. Und da war kein Risiko. Ich musste keine Angst haben, meinen besten Freund zu verlieren, wenn es nicht funktioniert, also habe ich zugesagt.“


Castle nickte. Das ergab Sinn, und so sehr er auch hasste, dass es auf diese Weise passiert war, konnte er ihr nicht vorhalten, dass sie so reagiert hatte.

„Was hat sich geändert?“

„Lanie hat mir gesagt, dass ich mich dämlich aufführe“, erwiderte Kate, erinnerte sich an das Telefonat, das sie mit ihrer Freundin geführt hatte, nachdem Castle sie in die Hamptons eingeladen hatte. „Naja eigentlich Lanie und Espo.“

„Ich werde ihnen eine Dankeskarte schicken“, sagte Castle und Kate prustete.


„Weißt du, was ich nicht verstehe?“, fragte Kate, änderte ihre Position auf der Couch, und spiegelte damit seine, streckte ihre Hand aus und schob ihre Finger zwischen seine. „Du wusstest, dass ich mit Tom zusammen war, aber hast mich trotzdem eingeladen, das Wochenende mit dir zu verbringen.“

„Naja“, er drückte ihre Hand, suchte nach Worten um diese Aktion zu erklären, aber er war schon an dem Tag nicht in der Lage gewesen, es sich selbst zu erklären, also zuckte er nur mit den Schultern. „Ich habe keine Ahnung. Ich denke, ich hasse es einfach zu verlieren.“

„Ich bin froh, dass du mich eingeladen hast“, lächelte sie.

„Ich auch“, antwortet er und zog sie zu sich.


Sie wurden von Kates Handy unterbrochen, als es anfing zu klingeln.

„Ich muss immer noch gehen“, sagte sie mit einem bedauernden Blick, nachdem sie es ausgestellt hatte.

„Was?“

„Ich muss morgen arbeiten.“

„Oh, richtig.“

„Und du musst dein Buch beenden“, fügte sie hinzu, erinnerte ihn daran, weshalb er beschlossen hatte, den Sommer hier zu verbringen.

„Ich könnte es in der Stadt zu Ende schreiben“, dachte er laut, begann schon seine Abfahrt mit Kate zu planen.

„Ich bevorzuge dich aber schon mit Herzschlag.“

Kates Bemerkung holte ihn aus seinen Gedanken und er warf ihr einen verwirrten Blick zu.

„Du hast gesagt, wenn du mit mir zurück in die Stadt kommst, bringt Gina dich um“, erinnerte Kate ihn an seine Worte von Freitag, den Grund weshalb sie zugestimmt hatte, mit ihrem Auto zu fahren anstatt seinem.

„Stimmt, das habe ich gesagt, und es ist wahrscheinlich wahr“, stimmte er enttäuscht zu. Er wusste, er würde sein Buch nicht beenden können, wenn er jetzt zurück in die Stadt fuhr. Vor allem, wenn Katte ihn vom schreiben ablenken konnte. „Aber ich will nicht, dass du nicht bei mir bist.“

„Ich auch nicht“, seufzte sie. „Aber ich kann wiederkommen, wenn ich das nächste Mal frei habe. Montgomery sagt mir immer wieder, dass ich zu viel arbeite.“

„Da hat er wahrscheinlich recht.“

Kate verdrehte ihre Augen. „Ich sag Bescheid, wenn ich wieder hier sein kann, okay?“

„Okay“, stimmte Castle seufzend zu. „Aber kannst du morgen wieder hier sein?“

Sie lächelte und küsste ihn. „Nein. Aber bald.“

Er schmollte, aber es gab nichts, was er tun konnte. Sie musste morgen arbeiten und er musste sein Buch beenden, also würde er sie in der Stadt auch nicht wirklich sehen. Und es war eine Tatsache, dass er sich in der Stadt besser ablenken ließ. Also wenn er Kate schnell wiedersehen wollte, musste er sein Schicksal akzeptieren und hier bleiben.



Er begleitete sie zu ihrem Auto, bemerkte sie Ähnlichkeit zu dem Moment vor zwei Stunden, nur dass er jetzt nicht ihre Tasche trug, und sie seine Hand hielt.

„Nur aus Neugier“, fing er an, als sie ihr Auto erreichten. „Wie weit bist du gefahren, bevor du zurückkamst.“

Kate räusperte sich. „Zum Ende der Straße.“

Castle warf ihr einen scherzhaft beeindruckten Blick zu. „Das dauert ungefähr 5 Minuten. Zu Fuß.“

„Oh, ich weiß“, sagte Kate. „Ich bin ein bisschen durchgedreht wegen meiner Reaktion und dann wusste ich nicht, ob es eine gute Idee war zurückzukommen, oder ob du schon beschlossen hast, mich nie wieder sehen zu wollen.“

„Ja, das war nie eine Möglichkeit“, erwiderte er und schob eine Strähne ihres Haars hinter ihr Ohr.

„Aber ich wusste, wenn ich das ignoriere, bereue ich es, also bin ich zurückgekommen.“

„Ich bin sehr froh, dass du zurückgekommen bist“, sagt er, neigte seinen Kopf und küsste sie ein letztes Mal, bevor er sie mit einem Versprechen ihn anzurufen, sobald sie zu Hause war, davonfahren ließ.
                                                                                                                                                                                                                             

Kate kam zu Hause an, ließ ihre Tasche auf den Boden fallen und setzte sich auf die Couch, um Castle wie versprochen zu schreiben, bevor sie es sich erlaubte zu entspannen. Das Lächeln, das ihr Gesicht kaum verlassen hatte, seit sie mutig genug gewesen war, sich ihren Gefühlen zu stellen, wurde wieder breiter und ein taumeliges Gefühl breitete sich in ihrer Brust aus, zwang sie dazu tief Luft zu holen.

Zehn Minuten später beschloss sie ihre Tasche auszupacken. Castle musste mit Schreiben beschäftigt sein, da er noch nicht auf ihre Nachricht reagiert hatte, und Schreiben war das einzige, was ihn davon abhielt ihr sofort zu antworten. Naja, das und wenn er mit Alexis Zeit verbrachte.

Der Gedanke an Alexis ließ sie innehalten. Was, wenn Alexis mit dieser Beziehung zwischen ihr und Castle nicht einverstanden war? Ja, als sie im Loft gewohnt hatte, schien Alexis sie zu mögen, aber das bedeutete nicht, dass sie es guthieß, wenn Kate mit ihrem Vater zusammen war. Und sie würde sich nicht zwischen Castle und seiner Tochter stellen.


Ihr Handy vibrierte, signalisierte eine eingehende Nachricht. Es riss sie aus ihren Gedanken und sie schüttelte ihren Kopf. Das war lächerlich. Alexis hatte kein Problem mit ihrem Dad zusammen war, tatsächlich hatte Kate gesagt, dass sie es gut fände – eine Tatsache, die Kate absichtlich vergessen hatte.


Sie zog ihr Handy aus ihrer Tasche, erwartete eine Antwort von Castle aber sah stattdessen eine Nachricht von Lanie, die sie fragte, ob sie schon wieder zu Hause war. Wissend, dass es zu mehr Fragen von Lanie führen würde, antwortete sie wahrheitsgemäß und fuhr dann fort ihre Tasche auszuräumen.

Erst als Lanie nicht antwortete, begann sie sich Sorgen zu machen. Lanie hatte ihr über das Wochenende nicht eine Nachricht geschickt, was an sich kein Problem und auch kein Grund zur Sorge war, aber Kate wusste, dass es Fragen geben würde. Und wenn Lanie fragte, ob sie schon zu Hause war, aber nicht weiter darauf einging, war das ungewöhnlich.


Ohne es zu bemerken, hatte Kate begonnen in ihrer Wohnung auf und ab zu gehen, bis es an der Tür klopfte und sie anhielt, sich beinahe gegen die Stirn klatschte. Natürlich würde Lanie ihr keine Fragen am Telefon stellen und ihr die Option geben nicht zu antworten. Kate holte tief Luft, um sich vorzubereiten, bevor sie die Tür öffnete, und sie fast sofort wieder zuschlug. Lanie allein war gut genug darin, sie zum Reden zu bringen, Lanie mit einer Flasche Wein, war eine Macht, die Kate kaum bezwingen konnte.

„Hey Lanie. Was bringt dich hierher?“, fragte sie, sich schmerzlich bewusst, dass sie mit dieser Frage niemanden täuschen konnte. Schon gar nicht ihre beste Freundin, die nur eine Augenbraue hob.

„Tu nicht so, als wüsstest du das nicht, Kate“, erwiderte Lanie und ging an ihr vorbei. Kate schloss die Tür und holte erneut tief Luft, bevor sie sich umdrehte, sich für die Fragen, die mit Sicherheit kamen, wappnete.


Lanie war direkt in die Küche gegangen, hatte einen Schrank geöffnet und zwei Weingläser herausgeholt, bevor Kate auch nur ein Wort hatte sagen können.

„Oh, Lanie, ich muss morgen arbeiten“, versuchte sie sie zu beschwichtigen, aber Lanie hatte bereits die Flasche geöffnet.

„Javi sagt, du wirst erst gegen Mittag auf dem Revier erwartet, also gibt es keinen Grund ein Glas Wein auszuschlagen.“

„Javi hat das gesagt?“, versuchte Kate die Unterhaltung von sich abzulenken.

„Wir reden heute nicht über mich“, brachte Lanie sie zum Schweigen, ging aus der Küche, drückte Kate eines der Weingläser in die Hand, und schob sie zu ihrer Couch, wo sie sich setzten.


„Also, wie war dein Wochenende?“, fragte Lanie nach einem Schluck aus ihrem Weinglas.

„Oh, es war okay.“

„Es war okay?“, wiederholte Lanie. „Du hast drei Tage mit Castle verbracht und es war nur okay?“

Nun es war mehr als okay, aber sie war noch nicht bereit ihrer Freundin das zu sagen. Vor allem da es erst vor ein paar Stunden passiert war. Sie musste sich anstrengen, das Lächeln zu unterdrücken. Das würde sie mit Sicherheit verraten.

„Ja“, sagte Kate, obwohl sie wusste, dass sie es nur schlimmer machte.

„Du willst mir ernsthaft erzählen, dass ihr drei Tage zusammen in einem Haus verbracht habt, zusammen gefrühstückt und Abendbrot gegessen und was sonst noch getan habt. Und nichts ist passiert?“

„Ja, das erzähle ich dir“, antwortete Kate und versteckte ihr Grinsen hinter dem Weinglas, das sie an ihre Lippen führte.

„Warum könnt ihr nicht einfach mit einander reden?“

„Wie meinst du das?“

„Was ich meine, ist, dass ihr beide offensichtlich ineinander verliebt seid, und du hattest die Chance endlich was dafür zu tun, und du hast dich dagegen entschieden.“

„Du sagst das, als wäre es das einfachste auf der Welt.“

„Es ist das einfachste auf der Welt. Du musst nur-“

„Es ist nicht das einfachste auf der Welt, Lanie“, unterbrach Kate sie mit leicht frustrierter Stimme. „Vielleicht ist es leicht für dich. Aber andere Menschen sind nicht so offen. Außerdem habe ich die Sache mit Tom erst Stunden vorher beendet, wäre das nicht beiden gegenüber unfair gewesen?“

„Aber du hast die Sache mit Tom beendet, weil du mit Castle zusammen sein willst. Ich meine, das hättest du ihm doch sagen können. Ich bin sicher, er wäre froh darüber, das zu wissen.“


Kate öffnete ihren Mund, um sich zu verteidigen, aber konnte die Worte nicht finden. Es überraschte sie nicht im Geringsten, immerhin hatte sie Castle das gesagt und Castle war froh es zu wissen. Aber sie hatte angefangen es Lanie gegenüber zu leugnen und damit konnte sie nicht so einfach wieder aufhören.


Ihr Versuch Worte zu finden, wurde von ihrem Handy unterbrochen. Sie hatte es auf den Tisch gelegt, als Lanie sie auf die Couch gedrückt hatte, und jetzt leuchtete das Display auf und zeigte an, dass Castle sie anrief. Sie wollte rangehen, diese Unterhaltung verlassen und stattdessen mit Rick reden, ihn vielleicht fragen, was sie Lanie sagen sollte, aber sie konnte nicht einfach so ihre beste Freundin unterbrechen.

Was sie nicht erwartet hatte, war, dass Lanie nach ihrem Handy griff und den Anruf annahm, und sie konnte nur schockiert dabei zusehen.


„Hey Castle“, sagte Lanie und Kate wünschte, sie würde den Lautsprecher anstellen, damit sie hören konnte, was Castle am anderen Ende der Leitung sagte.

„Nein, das bin ich nicht, das ist korrekt“, sagte Lanie. „Aber ich habe eine Frage an dich.“

Es gab eine weitere kurze Pause, bevor Lanie wieder sprach.

„Wie kommt es, dass du drei Tage mit Kate verbringst, und ihr es nicht schafft über die wichtigen Dinge zu reden?“

Kate schloss ihre Augen, holte tief Luft und nahm einen großen Schluck von ihrem Wein. Castle tat ihr Leid, das hatte er nicht verdient. Er war Lanies Fragen nicht gewohnt und jetzt musste er sie unvorbereitet über sich ergehen lassen. Aber vielleicht war das eine gute Sache. Sie hätte Lanie wahrscheinlich einfach die Wahrheit zu dem Wochenende in den Hamptons sagen sollen.



Die Bewegung mit der Lanie ihr das Handy reichte, riss Kate aus ihren Gedanken.

„Rede mit ihm“, sagte Lanie und Kate nahm ihr Handy.

„Hey Rick“, sagte sie zögerlich, versucht lässig zu klingen, als wäre es vollkommen normal und passierte ständig, dass Lanie an ihr Handy ging und Castle mit Fragen bombardierte.

„Was war das?“

„Ja … sorry, wegen Lanie. Warte“, sagte sie und stand von der Couch auf, um in ihr Schlafzimmer zu gehen, wo sie ihre Tür schließen konnte, und Lanie nicht jedes Wort der Unterhaltung hören.

Als sie einen kurzen Blick zurück zur Couch warf, konnte sie sehen, wie Lanie sich zurücklehnte, ihr Weinglas in der Hand und einen selbstgefälligen Ausdruck auf dem Gesicht.



„Warum ist Lanie an dein Handy gegangen, Kate?“ Rick klang gequält.

„Weil ich dachte, ranzugehen wäre unhöflich, solange sie hier ist. Und sie war genervt, weil ich gesagt habe, das Wochenende war nur okay“, erklärte sei und setzte sich auf ihr Bett.

„Sie hat nach dem Wochenende gefragt?“

„Hast du was anderes erwartet?“

„Auch wahr. Aber du hast gesagt, es war nur okay?“

„Natürlich war es sehr viel besser als okay“, beeilte sie sich zu sagen. „Aber … ich wusste nicht, ob es okay für dich ist, wenn sie es weiß, weil wir darüber nicht geredet haben.“

„Naja, wenn man bedenkt, dass sie irgendwie verantwortlich dafür ist, dass du überhaupt mitgekommen bist, denke ich, hat sie es verdient, es zu wissen.“

„Okay.“

„Außerdem befürchte ich, wenn du sie weiterhin denken lässt, dass wir uns nicht über wichtige Dinge unterhalten haben, kommt sie her und schleift mich zu dir, um das passieren zu lassen“, fügte er hinzu und klang wein wenig verängstigt über diese Möglichkeit.

„Ja, ich glaube, das würde sie tatsächlich tun“, stimmte Kate zu.

„Okay, dann reden wir morgen?“

„Oh. Ich kann dich anrufen, wenn sie weg ist.“

„Nein, du musst morgen arbeiten. Du brauchst Schlaf. Ruf mich einfach an, wenn ihr einen interessanten Fall habt. Oder ruf mich an, wenn ihr keinen interessanten Fall habt.“

„Mach ich“, versprach sie. „Aber es tut mir leid, dass wir nur kurz reden konnten.“

„Mach dir keine Sorgen. Stell nur sicher, dass Lanie nicht wütend vor meiner Tür steht.“

Kate lachte. „Okay. Dann reden wir morgen.“



Nachdem sie aufgelegt hatte, ließ sie sich rückwärts auf ihr Bett fallen, drückte ihr Handy gegen ihre Brust. Wenn sie früher den Mut gefunden hätte auf ihre Gefühle zu hören, als heute, hätte sie mehr Zeit mit Rick verbringen können. Dann wäre sie jetzt vielleicht nicht so enttäuscht, dass diese Unterhaltung so kurz war.

Sie seufzte und stand wieder auf, verließ ihr Schlafzimmer und ging zu Lanie, die in einem Buch blätterte.


„Das war eine kurze Unterhaltung“, sagte Lanie und legte das Buch weg.

„Nun, wir haben über die wichtigen Dinge geredet.“

„In“, Lanie schaute auf ihre Uhr, „weniger als fünf Minuten? Mädchen, das ist unmöglich.“

„Und er hat gesagt, es ist okay, wenn du es weißt, aber wenn du es jemandem anderen erzählst, rede ich nie wieder mit dir“, fuhr Kate fort, Lanies Kommentar ignorierend.

„Mir was sagen?“

„Dass das Wochenende um einiges besser als okay war.“

Es dauerte ungefähr eine Sekunde, bis Lanie verstand, was sie mit dieser Aussage meinte, und Kate konnte geradezu dabei zusehen, wie der Groschen fiel, bevor Lanie nach Luft schnappte. „Oh mein Gott, ich wusste es. Ich wusste es. Wann ist es passiert? Und wie? Ich brauche Details.“

„Vor ungefähr 6 Stunden“, erwiderte Kate mit einem Blick auf die Uhr.

„Und du bist nach Hause gekommen?!“, rief Lanie ungläubig.

„Ich muss morgen Arbeiten.“

„Und er ist nicht mitgekommen?“

„Ja, wir fanden beide, dass es besser wäre Gina keinen Grund zu liefern, ihn umzubringen. Spart mir eine Menge Papierkram.“

Lanie warf Kate einen verwirrten Blick zu, der sie fast zum Lachen brachte.

„Er muss sein Buch zu Ende schreiben und Gina hat eventuell gedroht ihn zu töten, wenn er die Deadline nicht einhält. Also ist der dageblieben, um zu schreiben.“

„Das klingt grausam“, sagte Lanie mitfühlend. „Aber ich freu mich wirklich für dich“, fügte sie mit einem breiten Lächeln hinzu, das Kate erwiderte.

„Ja, ich auch.“

„Aber jetzt musst du mir alles erzählen, was am Wochenende passiert ist.“

„Das ganze Wochenende?“

„Ja.“

„Okay.“ Kate nahm einen letzten Schluck von ihrem Wein, leerte damit das Glas, lehnte sich in ihre Couch zurück und begann zu erzählen.
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