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Find your heart

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
21.01.2019
25.02.2019
6
20.020
 
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Dieses Kapitel
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11.02.2019 1.585
 
Am nächsten Tag gingen sie am Strand spazieren. Ein paar Wolken bedeckten den Himmel über ihnen und versteckten von Zeit zu Zeit die Sonne, eine kühle Brise erinnerte sie daran, dass der Sommer zwar schon auf dem Weg, aber noch immer Wochen entfernt war.
Kate zog ihre Schuhe aus, grub ihre Zehen in den feuchten Sand und ließ das Wasser über sie schwappen, wenn es ans Ufer kam.

Castle lief neben ihr, konnte sich nicht davon abhalten sie bewundernd anzusehen. Das Wasser musste kalt sein, es war nicht lange genug warm genug gewesen, als dass das Wasser nicht kalt sein könnte. Aber Kate schien das egal zu sein. Ihr Gesicht strahlte geradezu vor Freude, als sie kurz anhielt, ihre Augen schloss, sich zur Sonne wandte und tief Luft holte, während der Wind durch ihre Haare fuhr.

Es traf ihn unvorbereitet – wie so viele andere Dinge in den zwei Tagen, die sie hier verbracht hatten – und fühlte sich gleichzeitig angenehm an. Zu wissen, dass sie sich hier sicher genug fühlte, um sich offener zu geben und sich nicht mehr um all die Dinge zu sorgen, um die sich zu sorgen schien, wenn sie in der Stadt waren.


Ein paar Augenblicke später trat sie ein paar Schritte vom Wasser weg, trocknete ihre Füße im Sand und zog ihre Schuhe wieder an, bevor sie sich zu ihm drehte.

„Was dauert denn bei dir so lange?“, fragte sie und deute auf den Abstand, der zwischen ihnen entstanden war, als er einfach stehen geblieben war, um sie zu beobachten.

„Ich … genieße nur die Aussicht“, erwiderte er und beeilte sich zu ihr aufzuschließen.


„Du warst noch nie am Ozean?“, fragte Rick als er neben ihr stand.

„Wie kommst du darauf?“, erwiderte sie beinahe verteidigend.

Er zuckte mit den Schultern. „Du hast mich an Alexis erinnert, als wir das erste Mal hier waren.“

„Oh.“ Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Naja ich war schon am Ozean, nur nicht an diesem. Und nicht annähernd so oft, wie ich es gern gewesen wäre“, antwortete sie. „Wir sind immer in die Hütte gefahren. Und, naja, nachdem Mom gestorben ist …“, ihre Stimme verlor sich, das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand, während ihr Blick trüber wurde.

Castle schaute zu ihr, wartete darauf, dass sie fortfuhr, aber er konnte sich vorstellen, was sie sagen würde. Sie fuhr nicht oft in Urlaub, das wusste er. Er wusste auch, dass er nicht wollte, dass sie sich noch länger an diesem Gedanken aufhielt.

„Tja, das heißt dann wohl, dass du öfter herkommen musst“, erwiderte er, als er sicher war, dass Kate nichts mehr sagen würde.

Sie lächelte ihn an, die Traurigkeit, die noch vor einer Sekunde ihr Gesicht überschattet hatte, verschwand, ihre Augen glitzerten in der Sonne.

„Ich denke, dass muss ich wohl“, stimmte sie zu und wandte sich ab, um weiterzulaufen.


Sie liefen weiter den Strand entlang, der Sand verlangsamte ihre Schritte, verhinderte es irgendwie, dass der Abstand zwischen ihnen zu groß wurde.

Seine Hand berührte ihre bei fast jedem Schritt und er könnte einfach ihrer Hand nehmen. Sein Verstand schrie geradezu danach. Er musste nicht viel dafür tun. Nur seine Hand ein paar Millimeter weiterbewegen und er könnte nach ihrer Hand greifen.

Aber er zögerte. Wieder. Was, wenn sie das nicht wollte? Ja, sie hatte ihre Hand nicht weggezogen, auch wenn sie die merkwürdige Elektrizität zwischen ihn bemerkt haben musste, wann immer ihre Hände einander streiften. Oder vielleicht bildete er sich das nur ein und da war gar nichts. Vielleicht wollte er nur, dass da etwas zwischen ihnen war und deswegen sah er etwas, was gar nicht da war.

Wie konnte er sicher sein, dass sie zugestimmt hatte, das Wochenende mit ihm zu verbringen, weil sie doch nicht mit Demming zusammen sein wollte. Wer sagte, dass Demming nicht derjenige war, der die Sache beendet hatte und Kate hatte nur die Gelegenheit genutzt um aus der Stadt rauszukommen?Es klang nicht nach etwas, das Kate tun würde, aber-


„Ich habe die Sache mit Demming beendet“, sagte sie auf einmal, brachte seine Gedanken zum Verstummen und ihn verwirrt dastehen. Hatte sie gerade seine Gedanken gelesen? „Deswegen wurden die Pläne geändert“, fügte sie beim Anblick seines Gesichtsausdrucks hinzu.

„Oh“, schaffte er zu sagen, versuchte zu verstehen, was sie ihm gerade erzählte. „Ja. Also um ehrlich zu sein, habe ich mir das schon gedacht.“

„Oh …“

„Nur weil er dich zu sehr mochte, um derjenige zu sein, der es beendet“, erklärte er. Das hatte er sehen können, auch wenn er es vor wenigen Sekunden in Frage gestellt hatte. Und er konnte zugeben, dass Demming vielleicht nicht sein Lieblingsmensch war, aber er war kein Idiot. Und er wäre ein Idiot, wenn er mit Kate Schluss gemacht hätte.

Ein schüchternes Lächeln breitete sich auf Kates Gesicht aus und sie wandte ihren Kopf zum Wasser.

„Ich mochte ihn auch“, flüsterte sie. „Ich dachte wir könnten es schaffen, aber es war von Anfang an sinnlos und ich hätte das akzeptieren sollen.“


„Also“, begann er nach mehreren Augenblicken Stille, konnte nicht länger darauf warten, dass sie von sich aus fortfuhr. Er musste wissen, was sie noch zu sagen hatte. „Was … hat sich geändert?“

„Ich habe endlich erkannt, dass ich ihm gegenüber nicht fair war.“ Oder dir gegenüber, fügte sie in Gedanken hinzu. Sie öffnete ihren Mund, um diese Worte auszusprechen, aber es kam kein Ton heraus.

Ein Feigling. Sie war ein Feigling. Hier war er. Die perfekte Gelegenheit es ihm zu sagen. Alles loszuwerden, aber sie fand die Worte nicht.

Sie konnte schwören ein Hauch von Hoffnung in seinen Augen zu sehen. Es machte sie fast mutig genug, aber die nervige Stimme in ihrem Kopf meldete sich wieder zu Wort. Erinnerte sie daran, mit wem sie eigentlich sprach. Wie unmöglich es war, dass sie sich das nicht nur einbildete. Egal was Lanie oder Espo sagten. Warum wollte Richard Castle mit ihr zusammen sein wollen? Sie sollte die Freundschaft, die sie im letzten Jahr aufgebaut hatten, nicht riskieren, würde nicht riskieren, dieses Wochenende zu ruinieren, und sie war sicher, wenn sie weiterredete, würde genau das passieren. Die Geborgenheit, die sie gerade fühlte, würde verfliegen, und sie würden sich beide in der Gegenwart des anderen unbehaglich fühlen, nicht wissen, was sie sich sagen sollten. Und sie müsste früher wieder fahren, als sie wollte. Was eine Schande wäre, da er ihr ein Feuerwerk versprochen hatte.


Keiner der beiden hatte bemerkt, wie sich ihre Umgebung verändert hatte. Die Wolken, die sich über ihnen zusammenzogen, die Sonne verdeckten und den Himmel verdunkelten, die verstärkte Brise.

Sie beide waren zu sehr von ihren eigenen Gedanken eingenommen, zu sehr damit beschäftigt herauszufinden, was sie sagen sollten, und wie.

Als der erste Regentropfen traf, schauten sie in den hoch und bevor sie verstehen konnte, was passiert war, schien der Himmel sich zu öffnen und über sie zu ergießen.

Sie tauschten einen Blick, eine stumme Absprache zwischen ihnen, und rannten zurück zum Haus.

                                                                                                                                                                                                                             

Sie waren eine Weile gelaufen, hatten eine beträchtliche Distanz vom Haus zurückgelegt, als der Regen begann, und obwohl sie rannten, waren sie vollkommen durchnässt, als sie durch die Tür stolperten.

Nach Atem ringend, bliebe sie im Flur stehen, ihre nasse Kleidung klebte an ihrer Haut und für eine Sekunde dachte Kate daran, wie froh sie war nichts Weißes angezogen zu haben. Dann traf ihr Blick den von Castle und alle Gedanken waren wie fortgewischt.

Seine Augen wirkten dunkler als gewöhnlich – nicht, dass jemals Zeit damit verbracht hatte über seine Augenfarbe nachzudenken. Das hatte sie definitiv noch nicht getan – und er sah aus, als hätte er etwas sagen wollen, aber den Gedanken nicht zu Ende führen können, als er sich umdrehte und sie sah.

Er stand näher bei ihr als sonst, seine Brust bewegte sich im Rhythmus seines Atems unter seinem nassen Shirt

„Ich sollte-“, sie räusperte sich, „mich umziehen gehen“, beendete sie den Satz und ging an ihm vorbei zur Treppe um ins Gästezimmer zu kommen, ließ Castle im Flur stehen, Wasser auf den Boden tropfend.



Als Kate eine halbe Stunde später wieder runterkam, wartete Castle bereits auf sie, nahm einen Schluck aus der Tasse in seiner Hand. Eine weitere stand auf der Arbeitsplatte neben ihm.

„Ich dachte mir, eine heiße Schokolade wäre gut“, erklärte er, bevor er einen weiteren Schluck trank und auf einmal fühlte sie sich schuldig. Sie hatte ihn einfach im Flur stehen lassen, sie schuldete ihm immer noch irgendwie eine Erklärung dafür, wie sie ihre Meinung geändert hatte. Dafür, was sie am Strand gemeint hatte, bevor der Regen die Unterhaltung beendet hatte. Und hier stand her, eine heiße Schokolade für sie neben sich und machte keinerlei Anstalten sie zum Reden bringen zu wollen.

Sie wollte ihre Dankbarkeit in Worte fassen. Ihm wenigstens dafür danken, ihr den Raum zu geben, den sie brauchte, aber es kamen keine Worte. Sie versteckten sich vor ihr und so langsam fing sie an es zu hassen.


„Lust auf ein Videospiel?“, fragte er, unterbrach ihre Versuche Worte zu finden und sie hob ihren Kopf.

Sie hatte erwartet, dass er darüber reden wollte was passiert war, aber sie konnte nichts in seinem Gesicht finden, das darauf schließen lassen könnte, dass dies sein Wunsch war. Er schaute sie nur mit einem Lächeln an, das sie an ein aufgeregtes Kind erinnerte und sie fühlte, wie ihre Lippen sich zu einem Lächeln kräuselten.

„Okay“, sagte sie und folgte ihm von der Kücheninsel zur Couch vor dem Fernseher. „Aber du solltest wissen, dass ich hundsmiserabel bin, wenn es um Videospiele geht.“

„Oh das ist okay, ich hätte dich so oder so fertig gemacht“, erwiderte er gelassen und reichte ihr einen Controller.
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