Find your heart

GeschichteRomanze, Freundschaft / P6
Kate Beckett Richard Castle
21.01.2019
25.02.2019
6
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„Nach dir“, bot Castle an und deutete auf die Tür des Pausenraums. Die Gesichter ihrer Freunde unübersehbar hinter der Fensterscheibe.

„Oder wir gehen einfach jetzt“, schlug Kate schulterzuckend vor.

„Und die Pizza verpassen, die die Jungs für mich geholt haben? Auf keinen Fall.“

Kate verdrehte ihre Augen, aber konnte das Lächeln auf ihrem Gesicht nicht verbergen, bevor sie den Raum betrat und versuchte die erwartungsvollen Blicke ihrer Freunde zu ignorieren.



„Also worüber habt ihr zwei geredet?“, fragte Espo.

„Nichts, was dich was angeht“, erwiderte Kate und setzte sich auf den Stuhl, der ihr am nächsten Stand.

„Dass ich nach dem Sommer wieder hier bin“, warf Castle ein, bevor er sich ebenfalls hinsetzte. „Kate hat gesagt, dass ihr euch deswegen Sorgen gemacht habt“, fügte er hinzu und nahm sich ein Stück Pizza.

„Also fährst du mit ihm in die Hamptons, oder was?“, fragte Lanie und Kate hustete in ihr Bier. Sie wollte darüber nicht reden; nicht jetzt, nicht vor Publikum. Alle waren hier und sie würden mit Sicherheit Fragen stellen. Ja, wahrscheinlich würden sie die Wahrheit sowieso rausfinden – am wahrscheinlichsten, wenn sie und Castle sich auf den Weg machten – aber sie hätte es vorgezogen, wenn Lanie ihr noch etwas Zeit hätte geben können.

„Ja tu ich“, sagte sie, als sie wieder normal atmen konnte.

„Gut für dich“, sagte Lanie grinsend. „Auch gut für mich, dann kann ich nämlich zu Hause bleiben.“

„Warte was?“, fragte Ryan und schaute von Lanie zu Kate und dann zu Castle. „Castle hat dich“, er zeigte auf Lanie, „zu sich in die Hamptons eingeladen?“

„Ja, das hat er“, bestätigte Lanie mit einem Nicken. „Aber jetzt hat Kate gesagt, sie fährt, also kann ich zu Hause bleiben“, fügte die hinzu und nahm einen Schluck von ihrem Bier.

„Danke Lanie“, sagten Kate und Rick zur gleichen Zeit.

Ryan sah etwas enttäuscht aus, schien sich zu fragen, was er tun musste, um von Castle in die Hamptons eingeladen zu werden.

„Also die Hamptons, ja“, sagte Espo mit vielsagendem Blick. „Und was habt ihr vor dazu tun?“

Kate zuckte mit den Schultern, sie hatte keine Pläne und wenn sie Castles Kopfschütteln richtig deutete, dann hatte er nicht weiter darüber nachgedacht, als mit ihr Zeit verbringen zu wollen.

„Oh, also ist es ein Geheimnis“, fuhr Espo fort. „Interessant. Wirklich interessant.“

„Wisst ihr was“, sagte Kate, um Espos Gedankengang zu stoppen. „Wir müssen gehen. Ich muss noch packen und es dauert ‘ne Weile dahinzufahren also sollten wir gehen.“

„Danke für die Party, Jungs“, beeilte Castle sich zu sagen, während er sich von seinem Stuhl erhob, „es war wirklich schön. Und ich verspreche, ich bin im Herbst wieder da, dann müsst ihr mich nicht so lange vermissen.“

                                                                                                                                                                                                                             


„Soll ich dich einfach anrufen, wenn ich fertig bin mit packen?“ Kate parkte ihr Auto vor Castles Wohnung und wandte ihren Kopf um ihn anzusehen. Sie hatte angeboten ihn nach Hause zu fahren, damit er holen konnte, was er in den Hamptons brauchte, bevor sie zu sich fuhr, um ihre eigene Tasche zu packen, und Castle hatte dankend angenommen.

„Du kannst mich auch einfach abholen, wenn du fertig bist“, antwortete er.

Kate runzelte die Stirn. „Warum soll ich dich abholen?“

„Oh, ich dachte wir nehmen dein Auto.“

„Mein Auto?“

„Ja.“

„Aber warum sollte ich fahren, wenn du derjenige bist, der da wohnt und den Weg kennt?“

„Naja, du bleibst nur das Wochenende, oder?“

„Du kommst nicht wieder in die Stadt?“, fragte Kate nach ein paar Sekunden Stille zwischen ihnen.

„Naja schon, aber später. Ich habe gestern endlich mit Gina geredet und ich muss mein Buch beenden.“ Castle zuckte mit den Schultern. „Also dachte ich mir, ich bleib einfach den Sommer da. Oder bis ich das Buch fertig habe.“

„Also … würde ich dich da allein lassen, ohne eine Möglichkeit zurückzukommen“, fasste Kate zusammen um sicherzugehen, dass sie ihn richtig verstanden hatte. Irgendwie gefiel ihr diese Option nicht. Natürlich wusste sie, dass er andere Optionen hatte in die Stadt zu kommen, aber sie konnte das unangenehme Gefühl nicht abschütteln. Vielleicht hatte sie angenommen, dass er mit ihr zurück in die Stadt kommen würde, jetzt wo sie das Wochenende mit ihm verbrachte. Vielleicht sollte sie aufhören, Dinge anzunehmen, wen es um Castle ging, da sie sich in letzter Zeit alle als falsch erwiesen.



„Du kannst jederzeit länger bleiben oder wiederkommen, wenn du mich vermisst.“

Seine Worte unterbrachen ihre Gedanken und sie lachte trocken. „Ja sicher.“

„Okay, aber im Ernst, Mutter kann mich abholen, sie kommt Ende des Sommers eh vorbei. Oder ich rufe meinen Fahrer an, um mich abzuholen. Es ist keine große Sache, Kate“, versicherte er ihr. „Aber wenn du nicht willst, dann können wir auch mein Auto nehmen und ich komme mit dir zurück in die Stadt“, sagte er schulterzuckend, bevor sein Gesichtsausdruck zu einem schelmischen Schmunzeln wurde. „Eventuell musst du dann den daraus resultierenden Mordfall lösen, wenn ich mein Buch nicht rechtzeitig beende.“

„Aber ich weiß doch schon, dass Gina der Täter wäre.“

„Oh, aber denk an all den Papierkram, den du dann erledigen müsstest. Außerdem würdest du dich schuldig fühlen, weil du mich dazu gebracht hast zurückzukommen und mich von der Stadt ablenken zu lassen.“

Sie verdrehte ihre Augen. „Schön. Aber glaub nicht, ich weiß nicht, dass du nur zu faul bist, selbst zu fahren, Castle.“

„Ja ja, bis gleich.“

Er öffnete die Tür und stieg aus dem Auto, winkte ihr durchs Fenster zu, bevor er in seinen Wohnkomplex eilte.

                                                                                                                                                                                                                             


Nachdem sie viel zu viel Zeit damit verbrachte hatte, darüber nachzudenken, was sie für ein Wochenende mit Castle in den Hamptons einpacken sollte, und dann wahrscheinlich zu viel mitgenommen hatte, hatte Kate ihn endlich wieder abgeholt. Er hatte ungeduldig gewartet, als sie ankam, seine Tasche über seine Schulter geschwungen, glücklicher als Kate ihn in den letzten Wochen gesehen hatte. Es gab einen kurzen Moment, in dem Kate Erleichterung auf seinem Gesicht sehen konnte, als hätte er erwartet, dass sie doch nicht auftauchte, aber er hatte sie angelächelt und sie hatte beschlossen nicht weiter darüber nachzudenken.



Während Kate fuhr, spielte das Radio im Hintergrund. Castle begann zu reden, erzählte ihr von alles über das Städtchen und wie er sich beinahe sofort verliebt hatte, als er das Haus gefunden hatte. Davon wie sehr er es liebte die Sommer dort zu verbringen; den Klang des Ozeans immer in der Nähe, beruhigend und aufregend gleichzeitig. Kate hörte mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen zu. Hier und da summte sie, um ihm mitzuteilen, dass sie zuhörte, aber unterbrach ihn nicht.

Aber nachdem der Geschichte von Alexis‘ erstem Mal im Ozean, nachdem sie Schwimmen gelernt hatte, wurde er still. Kate schaute zu ihm rüber, aber er schaute aus dem Fenster auf seiner Seite und sie wandte sich wieder der Straße zu, überlegte, ob sie irgendetwas sagen oder tun sollte, oder ob sie still bleiben sollte. Allerdings hatte sie keine Ahnung was sie sagen sollte.



„Hey, Kate“, sagte Castle nach einer Weile und wandte sich wieder zu ihr, „darf ich dich was fragen?“

„Das hast du gerade.“

Castle warf ihr einen ‚ist-das-dein-Ernst‘-Blick zu und Kate lachte. „Natürlich darfst du mich was fragen, Castle. Aber seit wann fragst du um Erlaubnis?“

Er dachte eine Sekunde über ihre Frage nach, bevor er mit den Schultern zuckte und die Frage stellte, die ihn plagte, seit sie ihn an seinem Loft abgesetzt hatte und zu sich gefahren war, um ihre Tasche zu packen. „Du hast gesagt, du hattest Pläne mit Demming. Ich mein, ich freue mich, dass du hier bist, aber was ist passiert?“

Sobald die Frage seine Lippen verlassen hatte, schien die Stimmung im Auto signifikant zu sinken.  Endlich zuckte sie mit den Schultern, aber antwortete nicht, ihre Augen war auf die Straße vor ihnen gerichtet und innerlich verpasste er sich selbst eine Ohrfeige. Wie hatte er es geschafft diese Reise zu ruinieren, bevor sie wirklich begonnen hatte? Als ginge es ihn überhaupt irgendwas an.

„Du musst es mir nicht sagen, wenn du nicht willst, das ist okay. Ich habe mich nur gefragt“, beeilte er sich zu sagen.

„Die Pläne haben sich geändert“, sagte sie, ihre Stimme zeigte ihm, dass dies alles war, was sie dazu sagen würde.

Aber er hatte immer noch Fragen, wollte immer noch das Warum, Wann und Wie wissen. War es ihre Idee gewesen oder Toms? War er jetzt nur der Lückenbüßer?

Nein, sagte er sich selbst. Er hatte sie als Freundin eingeladen. Sie hatte die Einladung als Freundin akzeptiert. Es gab keinen tieferen Grund und er musste aufhören, es als etwas anderes zu interpretieren.



„Es tut mir leid, wenn ich zu weit gegangen bin.“

„Es ist okay“, sagte sie, warf ihm ein kleines, halbherziges Lächeln zu, bevor sie sich wieder der Straße zuwandte. „Ich bin gerade nur nicht in der Stimmung darüber zu reden.“

Aber das Schweigen nahm zu, wurde zäh und schwer, und schien jedes andere Geräusch in dem Auto zu erdrücken. Kate schaute weiter auf die Straße vor ihnen, weigerte sich auf seinen Blick zu reagieren, der ihr Profil studierte, und er seufzte, bevor er sich endlich abwandte und die Landschaft beobachtete, die an seinem Fenster vorbeiflog. Sie mochte gesagt haben, dass es okay war, dass er mit seinen Fragen keine Grenzen überschritten hatte, aber er wusste, dass es nicht wahr war.



Er hätte einfach weiter von den Hamptons reden sollen, auch wenn ihn das daran denken ließ, dass Alexis ihm und ihren Traditionen abgesagt hatte. Es hatte ihn traurig gemacht zu erkennen, dass sein kleines Mädchen erwachsen wurde, und es nichts gab, was er dagegen tun konnte. Aber natürlich hatte daran zu denken, dazu geführt, dass er sich erinnerte, dass Kate seine Einladung ursprünglich abgelehnt hatte, und er nicht wusste, was sich geändert hatte. Und sein doofes, nerviges, Schriftstellergehirn hatte sich geweigert loszulassen, brauchte die ganze Geschichte, egal es für Konsequenzen das hatte. Castle seufzte, zwang seinen Verstand dazu, über etwas anderes nachzudenken, etwas worüber sie den Rest der Fahrt reden konnten, irgendetwas um dieses unangenehme Schweigen zu verdrängen, das mit jeder Sekunde schlimmer wurde.



Kate spielte am Radio herum, wechselte den Kanal mehrere Male, bis sie wieder dort ankam, wo sie angefangen hatte und legte ihre Hand zurück aufs Lenkrad. Ihre Finger klopften leicht im Takt des Liedes, das im Radio gespielt wurde, und unterbewusst fing Castle an zu summen.

Die Anspannung, die sich im Auto aufgebaut hatte, schien mit jeder Sekunde zu verschwinden, als würde die Musik sie aufsaugen, und als der Refrain startete, warfen sie sich einen kurzen Blick zu, bevor sie mitsangen.

                                                                                                                                                                                                                             


Den Anweisungen von Castle folgend, bog Kate in die Einfahrt zu seinem Strandhaus und hielt vor seiner Haustür an.

Während Castle aus dem Auto stieg, sich streckte und zum Kofferraum lief um ihre Taschen herauszuholen, erlaubte Kate sich endlich das gesamte Haus zu betrachten und kurz fragte sie sich, wofür eine dreiköpfige Familie so ein großes Haus brauchte. Sie hatte erwartet, dass es so aussehen würde, hatte die Bilder gesehen, die Castle ihr gezeigt hatte, und dennoch war sie von der Größe überrascht. Es erfüllte sie mit Ehrfurcht, als ihr bewusst wurde, wie viel Geld Castle haben musste. Und er hatte ausgerechnet sie dazu eingeladen das Wochenende in diesem Haus zu verbringen.



In ihre Gedanken versunken, bemerkte sie nicht, dass er das Auto verlassen hatte, hörte nicht, wie der Kofferraum aufging und die Taschen herausgeholt wurden. Ein Klopfen an ihr Fenster war das erste Geräusch, das sie wahrnahm und sie drehte ihren Kopf, sah, wie Castle sie durch das Fenster anlächelte und sie schüttelte ihren Kopf, bevor sie ihre eigene Tür öffnete und aus dem Auto stieg.



„Alles, in Ordnung?“, fragte er und klang ein wenig besorgt.

„Ich … ja, alles in Ordnung.“

Sie konnte sehen, dass er ihr nicht glaubte. Er schaute sie einen Moment an, als ob er versuchte herauszufinden, was er tun sollte, aber er sagte nichts. Und sie war dankbar. Sie verstand es selbst nicht wirklich. Sie wusste er war reich, hatte es immer gewusst, und die Größe seines Lofts hatte sie nie so aus der Bahn geworfen. Aber irgendwie war es etwas anderes, dieses Haus zu sehen. Sie schüttelte ihren Kopf. Es gab keinen Grund deswegen durchzudrehen und sie wollte wirklich reingehen, also lächelte sie Castle an und griff nach ihrer Tasche, die er auf dem Boden abgestellt hatte, bereit ihm in sein Haus zu folgen.



„Dein Zimmer ist oben“, sagte er ihr, als sie das Haus betraten, die Sonne schien durch die Glastür auf der anderen Seite, erleuchtete den Flur, während Kate sich umschaute, versuchte alles aufzunehmen. „Willst du die komplette Tour oder willst du erst deine Sachen ablegen?“

„Äh … komplette Tour klingt gut“, antwortete Kate, „aber kann ich erst meine Sachen ablegen gehen?“

„Gute Idee. Ja. Ich mag deine Art zu denken.“Kate verdrehte ihre Augen, aber grinste, als sie ihm die Treppen hinauf folgte.

„Das ist Alexis‘ Zimmer“, er deutet auf die Tür zur rechten Seite der Treppe, „dort ist Mutters“, sie folgte seinem Arm zur Tür auf der gegenüberliegenden Seite. „Und eines von den beiden wär deins“, er deutet auf das Ende des Flurs, wo sei zwei weitere Türen auf jeder Seite sehen konnte. „Ich entschuldige mich für die Aussicht auf die Auffahrt“, sagte er, als Kate eines der Zimmer betrat. „Aber, naja, Mutter und Alexis wollten die anderen Zimmer haben.“

„Oh, das ist kein Problem“, versicherte Kate ihm.

„Ich meine, du könntest wahrscheinlich auch in Mutters Zimmer schlafen, wenn du willst, ich-“

„Rick, es ist okay“, unterbrach sie ihn mit einem Lächeln. „Mich stört die Aussicht nicht. So lange ich ein Bett zum Schlafen habe, reicht mir das.“



Kate ging an Rick vorbei in das Zimmer neben Alexis‘, um ihre Tasche neben das Bett zu stellen und drehte sich dann zurück zu ihm, bereit den Rest des Hauses zu sehen.

Während sie die Treppe hinuntergingen, fing Castle an ihr zu erzählen, wie er das Haus gekauft hatte, vergaß nicht dabei zu erwähnen, dass Kate unbewusst das Zimmer bezogen hat, in dem er geschlafen hatte, als Alexis noch klein war und er sich besser damit gefühlt hat neben ihr zu schlagen als eine Etage unter ihr.



Die Anekdote zu seinem Zimmer wurde zu einer Erklärung wie genau er das Haus über die Jahre verändert hatte. Wie er die Wand zwischen Küche und Wohnzimmer entfernt hatte, weil es ihm nicht gefiel, wie abgeschlossen es wirkte. Und Kate dachte an die Zeit, die sie im Loft verbracht hatte, als sie nach der Arbeit nach Hause kam und Castle in der Küche Abendessen zubereitete, während er sich mit seiner Familie unterhielt. Sie konnte verstehen, warum er in diesem Haus auch keine Wand haben wollte.



Sie durchquerten den Wohnraum und erreichten eine weitere Tür, die zu einer Bibliothek führte. Kate konnte nicht anders, als ihren Mund aufklappen zu lassen, auch wenn sie keine Erklärung dafür hatte, wie sie davon überrascht war. Dass Castle eine Bibliothek hatte, fühlte sich normal an. Aber trotzdem hatte sie es nicht erwartet.

Staunend betrat die den Raum, ging an Rick vorbei, der neben der Tür stand, die er für sie geöffnet hatte, ein belustigter Ausdruck auf seinem Gesicht, den sie nicht bemerkte, weil sie zu bezaubert von den Büchern war, die die gesamten Wände einnahmen.

Die Sessel, die in der Mitte des Raumes standen, wirkten einladend und sie war kurz davor in einen davon zu sinken, sich ein Buch aus einem der Regale zu nehmen – es war nicht mal wichtig welches Buch – und anzufangen zu lesen.

Aber dann fiel ihr Blick auf das Fenster am anderen Ende des Raums. Und die Sessel wirkten uninteressant.

„Alexis hat irgendwann um einen Fenstersitz gebeten und naja, ich habe ihn ihr gegeben“, sprach Castle hinter ihr, überraschte sie unvorbereitet. Sie hatte fast vergessen, dass er auch hier war, dass dies seine Bibliothek war und nicht irgendein Ort in einem Märchen.

„Es ist unglaublich.“

Sie konnte sich vorstellen Stunden dort zu sitzen, sich langsam durch Castles Büchersammlung zu lesen, während Regen gegen das Fenster trommelte.

Oder vielleicht konnte sie sich auf einfach auf einen der Sessel zusammenrollen, wenn Alexis auch hier war. Sie würde dem Mädchen nicht, ihren Platz wegnehmen.



Nachdem sie den Raum für einige weitere Minuten betrachtet hatte, drehte Kate sich um, um Castle anzusehen. Er betrachteten sie, ein sanftes Lächeln auf seinen Lippen und seine Augen leuchteten mit etwas, von dem sie beschloss, dass sie es nicht benennen konnte, und sie musste wegschauen.



Sie verließen die Bibliothek und wanderten zurück durch den Wohnraum in den Flur, drehten sich zu der Glastür, die zum Garten führte.

Sie gingen an einer geschlossenen Tür vorbei, die wie Kate vermutete, zu seinem Schlafzimmer führte, da sie in dem Zimmer daneben einen Schreibtisch und ein paar weitere Bücherregale sehen konnte. Ein Hinweis darauf, dass es sich vermutlich um sein Arbeitszimmer handelte, in dem er schrieb, wenn er hier war.



Sie wusste, was sie erwartete, als er die Tür für sie öffnete, immerhin hatte ihr von dem Pool und dem Strand erzählt, der gleich da war. Und dennoch, als sie es sah, hielt sie für eine Sekunde ihren Atem an.

Sie konnte das Wasser des Ozeans sehen, in dem sich die Sonne spiegelte und plötzlich fühlte Kate sich fehl am Platz. Sie dachte an die anderen Menschen – Frauen – die er hierher mitgenommen hatte. Frauen, die nicht wie sie waren, Frauen, die eher sein Typ waren. Und sie wusste, er hätte sie nicht eingeladen, wenn er ihre Anwesenheit nicht hätte hier haben wollen. Aber andererseits, vielleicht hatte er sie nur eingeladen, weil er nicht allein sein wollte, nachdem Alexis ihm abgesagt hatte, und sie war die einzige Person, die Zeit hatte. Wenn sie die Tatsache ignorierte, dass er kein Problem damit gehabt zu haben schien, Lanie zu fragen, als sie anfangs abgesagt hatte.

Aber das Lächeln auf seinem Gesicht, als sie ihm endlich gesagt hatte, dass sie mitkommen wollte, war Beweis genug, dass er sie wirklich hier haben wollte. Und hatte Lanie sie nicht daran erinnert, dass sie sehr gut wusste, dass seine Aktionen, die in der Klatschpresse erschienen, nur Schau waren, ein Werkzeug um mehr Bücher zu verkaufen.



Castle stand neben ihr, redete darüber, was sie in seinem Garten tun konnten, deutete auf den Pfad, der zum Ozean führte und sie versuchte zuzuhören, aber ihre Gedanken unterbrachen sie immer wieder.

Warum sollte dieser reiche Autor – und auch noch ihr Lieblingsautor – sie, einen einfach Detective, in seinem Strandhaus haben wollen, wenn er jeden anderen haben könnte? Das konnte sie sich einfach nicht erklären.

                                                                                                                                                                                                                             


Castle schaute zu Kate, wartete darauf, dass sie seine Frage, ob sie vor dem Abendessen zum Strand wollten, beantwortete, aber sie reagierte nicht. Ihr Gesicht war auf den Ozean gerichtet, als würde sie die Reflexion der Sonne betrachten. Er hatte das die ersten paar Male, die er hier war, nachdem er das Haus gekauft hatte, auch getan. Als Alexis noch klein war und die Sommer mit ihm verbringen wollte. Aber Kate betrachtete das Wasser nicht wirklich, ihr Blick war auf nichts fokussiert und sie musste tief in Gedanken versunken sein.

Er könnte sie fragen, was los war, aber vielleicht dachte sie an Demming. Vielleicht bereute sie ihre Entscheidung, vielleicht war das alles zu viel für sie.

Aber er musste sicher sein. Wenn sie ihn wieder ausschloss, wie sie es im Auto getan hatte, gar beschloss wieder zu fahren, dann würde er schon einen Weg finden sich zu entschuldigen.



„Was ist los?“, fragte er, versuchte locker zu klingen, aber versagte kläglich.

Sie blinzelte und wandte ihren Kopf um ihn anzusehen. „Ich … es ist dämlich?“

„Nichts, was du denkst oder tust, kann in irgendeiner Weise dämlich sein.“

„Oh glaub mir, das schon.“

Er hob ungläubig eine Augenbraue. „Beweis es.“„Ach es ist nur-“ Kate seufzte, fuhr mit einer Hand durch ihr Haar und wandte sich wieder zum Wasser, wich seinem Blick aus, „meine Erkenntnis, dass du reich bist.“

Castle runzelte die Stirn. „Das wusstest du vorher nicht?“

„Natürlich wusste ich das vorher, Castle. Aber es zu wissen und es zu erleben sind zwei verschiedene Dinge. Ich meine, ich weiß, du hast das Loft und deinen Chauffeurservice und all die anderen Dinge, die ich mir nie leisten könnte. Aber daran bin ich gewöhnt. Und das ist … einfach neu.“

„Oh … tut mir leid.“
„Dafür musst du dich nicht entschuldigen“, winkte sie mit einem entschuldigenden Lächeln ab.



„Aber das ist nicht alles, oder?“, fragte er nach ein paar Sekunden Stille.

Sie seufzte. Natürlich hatte er es bemerkt. „Vielleicht denke ich auch an die anderen Menschen, die du hierher mitgenommen hast, und frage mich, wie ich da reinpasse.“



Er folgte ihrem Blick zum Wasser, überlegte, wie er darauf antworten konnte. Das hatte er nicht erwartet. Um ehrlich zu sein hatte er nicht mal erwartet, dass sie zugeben würde, dass da mehr war als die Erkenntnis, dass er reich war. Aber hier war sie, öffnete sich ihm auf eine Art, die ihn überraschte, traf ihn unvorbereitet.

„Ja, ich habe andere Menschen – andere Frauen – hierher mitgenommen“, fing er endlich an, wandte sich wieder zu ihr, musste sie sehen, „aber du, Kate Beckett, bist die erstaunlichste Person, die ich kenne.“

Sie senkte ihren Kopf, ließ ihr Haar in ihr Gesicht fallen, aber er sah trotzdem das Lächeln auf ihrem Gesicht. „Mach dir nicht zu viele Sorgen darüber, was ich sonst für Menschen kenne, wenn du besser bist, als alle zusammen. Du bist hier, weil du eine Freundin bist, nicht weil ich Geld habe und berühmt bin.“



Sie hob ihren Kopf wieder, schüttelte ihn, um ihre Haare aus ihrem Gesicht zu bekommen und wandte sich zu ihm, ließ ihn ihr Lächeln sehen. „Ja … ich bin komisch.“

„Ich denke, du bist einfach Beckett“, erwiderte er schulterzuckend.

„Soll das heißen ich bin immer komisch?“

„Was?!“, antwortete er, seine Stimme eine Lage höher und alarmiert. So hatte er das nicht gemeint. Das konnte sie nicht denken. „Nein, soll es nicht – was ich – du bist immer – ich-“

Er suchte nach den richtigen Worten. Sie musste wissen, dass er das absolut nicht damit gemeint hatte. Und ihr Lächeln wurde breiter, verwandelte sich in ein Lachen.

„Das war zu einfach, Castle“, keuchte sie und hielt ihre Seiten.

Er verschränkte seine Arme vor seiner Brust und schmollte. „Weißt du, nur dafür mach ich dir heute nichts zum Abendessen.“

„Oh nein, werde ich das überleben?“

                                                                                                                                                                                                                             


Sie blieben für eine Weile auf der Terrasse, Castle erzählte Geschichten über die Stadt, aber größtenteils genossen sie die Aussicht, die sanfte Brise in ihrem Haar, und die Sonne, die langsam über dem Ozean unterging.

Dann erklärte Castle, dass er hungrig war und was zum Essen vertragen konnte und Kate erkannte, dass sie seit ihrem Frühstück nichts gegessen hatte, also begaben sie sich in die Küche.

Zum Essen gab es etwas Leichtes, schnell gemachtes und so sehr Kate ihm helfen wollte, sich nicht wohl dabei fühlte rumzusitzen und ihn alles machen zu lassen, hatte sie zugeben müssen, dass es nichts gab, bei dem sie helfen könnte.



Aber als sie fertig waren und aufstand, die Teller zusammenräumte und zum Abwasch brachte, ließ sie sich nicht von Castle abhalten, auch wenn er es versuchte.

Also zuckte er mit den Schultern und nahm sich ein Geschirrtuch um das Geschirr abzutrocknen und wegzuräumen, nachdem Kate es gesäubert hatte.



Seine Gedanken wanderten zurück zu ihrer Unterhaltung im Auto, erinnerten ihn daran, dass er immer noch wissen wollte, was genau mit Demming passiert war. Aber er wusste, er sollte sie jetzt nicht noch mal fragen. Es würde den Abend verderben, sie würde vielleicht sogar zurück in die Stadt fahren.

Also schluckte er seine Fragen hinunter und folgte Kate mit seinem Glas Wein ins Wohnzimmer, wo sie auf der Couch saßen und redeten, bis Kate gähnte und beschloss ins Bett zu gehen.
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