Find your heart

GeschichteRomanze, Freundschaft / P6
Kate Beckett Richard Castle
21.01.2019
25.02.2019
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Wie er bei der Rechtsmedizin angekommen war, konnte er nicht sagen. Alles was er wusste, war, dass er das Revier verlassen musste. Beckett und die Erinnerung daran, dass sie jemanden gefunden hatte, mit dem sie ihre Freizeit verbrachte, verlassen musste. Jemand der nicht er war. Noch vor wenigen Wochen hätte ihn das nicht so sehr gestört, da war er sicher.

Aber dann hatte sie in seinem Loft gewohnt und er hatte gelernt, wie angenehm es war, sie den ganzen Tag um sich zu haben und nicht nur während der Stunden, die sie auf dem Revier verbrachten. Detective Beckett war wunderbar und außergewöhnlich und das hatte er schon lange vorher gewusst. Aber in der kurzen Zeit, die sie in seinem Gästezimmer gewohnt hatte, hatte er Kate Beckett kennengelernt, die Version von ihr, die sie auf dem Revier nicht zeigte. Die Version von ihr, die sanft und manchmal schüchtern war, die lächelte und mit ihm scherzte, mit ihm und seiner Familie zu Abend aß. Alles was er wollte, war diese Version von ihr besser kennenzulernen.Aber jetzt hatte sie Tom Demming gefunden. Und sie wirkte glücklich, also was konnte er wirklich tun? Ihr Kummer bereiten, nur weil er eifersüchtig war?


Also hatte er das Revier verlassen, hatte geplant nach Hause zu gehen und Trübsal zu blasen. Vielleicht hätte er versucht zu schreiben, da Ginas Anrufe ihn immer wieder daran erinnerten, dass er ein Buch zu Ende schreiben musste. Nicht, dass er die Anrufe in letzter Zeit tatsächlich annahm, denn er war nicht bereit zu hören, wie enttäuscht sie von ihm war, vielen Dank.


Aber stattdessen war er bei der Rechtsmedizin gelandet, ohne zu wissen warum. Er runzelte die Stirn und war dabei sich abzuwenden, als er Lanie das Gebäude verlassen sah. Und auf einmal wusste er, was er tun konnte.


„Hey Lanie“, rief er, rannte auf sie zu und sie blieb stehen und drehte sich zum Klang seiner Stimme.

„Castle? Was tust du hier?“, fragte sie, die Verwirrung offensichtlich in ihrer Stimme, während sie über seine Schulter schaute und sich wahrscheinlich fragte, wo Kate war.

„Oh ich, äh … hole was zum Mittagessen.“

Sie runzelte die Stirn und wandte ihren Blick wieder zu ihm. „Seit wann liegt die Rechtsmedizin auf deinem Weg, wenn du was zum Mittag holst?“

„Seit ich dir eine Frage stellen wollte.“

Lanie hob eine Augenbraue. „Ich meine, du hättest anrufen können, aber okay. Was willst du wissen?“

„Musst du am Memorial Day Wochenende arbeiten?“

Lanie blinzelte, was auch immer sie für eine Frage erwartet hatte, diese war es nicht. „Nein“, antwortete sie langsam und runzelte die Stirn. „Warum fragst du?“

„Hast du was vor?“

„Ich dachte ich schlaf aus. Vielleicht lese ich ein Buch oder schau Fernsehen, du weißt schon, so Dinge, zu denen ich sonst nicht komme.“

„Würdest du mit in die Hamptons kommen?“, beeilte er sich zu fragen, schaute sie mit hoffnungsvollem Blick an, während er auf ihre Antwort wartete.

Lanie schüttelte ihren Kopf, die Falten auf ihrer Stirn vertieften sich. „Die Hamptons?“, wiederholte sie mit der gleichen Verwirrung, wie am Anfang der Unterhaltung. Hatte er sie wirklich in die Hamptons eingeladen?

„Ja, ich habe da ein Haus und Alexis und Mutter haben andere Pläne und ich –“

„Warum fragst du mich?“, unterbrach sie ihn, bevor er weiter ins Detail gehen konnte, über das Haus, das er besaß und warum er ausgerechnet sie einlud. Nicht, dass sie sich nicht geschmeichelt fühlte, dass er an sie dachte. Aber sie kannte ihn auch, hatte genug Zeit mit ihm und Kate gearbeitet, um zu wissen, was auch immer der Grund war, weswegen er sie einlud, sie war nicht die Person, die er eigentlich dahaben wollte.

„Weil du eine Freundin bist?“, erwiderte er mit einem nervösen Lächeln. „Und du kannst all die Dinge tun, die tun willst, also schlafen und ein Buch lesen, oder fernsehen. Nut mit dem Vorteil von einem Strand in der Nähe und so. Es gibt -“

„Nein“, unterbrach sie ihn erneut. „Ich meinte, warum fragst du mich? Warum fragst du nicht Kate?“

„Warum sollte ich Ka-Beckett fragen?“, konterte er. Sie konnte ein Funken Enttäuschung in seinen Augen sehen, bevor er es in einem Versuch verwirrt zu schauen versteckte. „Außerdem hat sie an dem Wochenende Pläne mit Demming“, fügte er hinzu ohne zu versuchen seine Enttäuschung zu verbergen, wie er es noch vor wenigen Sekunden hatte.

„Hat sie?“

„Ja“, sagte er, schob seine Hände in seine Jackentaschen und zuckte mit den Schultern, „und ich meine es ergibt Sinn, sie sind immerhin zusammen. Ich weiß nicht mal warum ich sie überhaupt eingeladen habe.“

„Du hast Kate in die Hamptons eingeladen?“


Lanie war sich bewusst, dass sie das meiste was Castle gerade gesagt hatte, wiederholte, aber sie konnte sich nicht davon abhalten. Es war jetzt ein Jahr und sie wusste, zwischen diesen zwei Idioten baute sich etwas auf. Aber jetzt da Kate mit dem Detective aus dem Raubdezernat zusammen war und wie Castle sich seitdem verhielt, hatte sie ehrlich nicht erwartet, dass er sowas tun würde. Er musste gewusst haben, dass sie ablehnen würde, oder?

„Ja. Nur als Freunde natürlich“, fügte er hinzu, als würde er versuchen sich selbst davon zu überzeugen, dass es keinen anderen Grund für ihn gab sie zu fragen, und Lanie hob erneut ihre Augenbraue. „Was?“

„Du magst sie wirklich, oder?“

„Ich … was? Nein tu ich nicht. Ich mag sie absolut nicht. Warum sollte ich sie mögen?“

Lanie schloss ihre Augen und holte tief Luft, versuchte ruhig zu bleiben, während sie wünschte, sie könnte ihn einfach schütteln, bis er zu Verstand kam.

„Okay, vielleicht tu ich das“, gab er nach. „Aber was ändert das? Sie hat Demming und sie will offensichtlich nur mit mir befreundet sein und wenn sie mit ihm glücklich ist, dann freue ich mich für sie, okay.“

„Okay, okay beruhige dich.“ Lanie hob abwehrend ihre Hände.

„Also, kommst du mit in die Hamptons? Nur als Freunde. Damit ich nicht allein sein muss?“

„Warum fährst du überhaupt hin, wenn sonst niemand Zeit hat?“

„Weil es Tradition ist, Lanie“, jammerte er. „Seit Alexis klein war, sind wir hingefahren. Und haben uns das Feuerwerk angeschaut und Spaß gehabt“, fuhr er mit seiner Erklärung fort. „Und okay, dann will sie dieses Jahr nicht hin, weil sie ihre Zeit lieber bei einer College-Erfahrungs-Sache verbringt, aber ich habe alles geplant und ich -“, er machte eine kurze Pause. „Ich würde eh hinfahren, weil es mir beim Schreiben hilft, und Gina mich ständig anruft, weil ich mein Buch beenden muss. Und ich will nur dieses eine Wochenende nicht allein sein.“

Der hoffnungsvolle Blick war zurück auf seinem Gesicht und Lanie zuckte innerlich mit den Schultern.

„Okay, ich komme mit.“

„Wirklich?“ Ein überraschtes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und Lanie konnte nicht anders, als es zu erwidern.

„Ja, wirklich“, sagte sie.

„Großartig. Ich kann dich morgen nach der Arbeit abholen, wenn du willst?“

„Ja klar.“

„Großartig, also sehen wir uns dann“, sagte Castle, winkte und drehte sich um, um zurück zum Revier zu gehen und auf dem Weg, was zum Mittag zu holen.


Lanie schaute ihm einen Moment hinterher, bevor sie sich abwandte und sich fragte, ob es eine gute Idee gewesen war diese Einladung anzunehmen. Ja, er freute sich und sie wäre dumm gewesen, einer Einladung in die Hamptons abzusagen, aber ein Teil von ihr fühlte sich schlecht. Sie seufzte. Es war offensichtlich gewesen, dass Castle nicht vorgehabt hatte sie einzuladen, auch bevor er zugegeben hatte, Kate bereits gefragt zu haben. Es schien, als müsste sie eine ernste Unterhaltung mit Kate führen. Wenigstens um sicherzugehen, dass sie nicht aus den falschen Gründen abgesagt hatte. Aber jetzt war nicht der richtige Moment, sie waren dabei einen Fall zu lösen, und sie musste vorsichtig sein, ansonsten würde Kate sich sofort angegriffen fühlen, was die ganze Sache obsolet machen würde.

Sie drehte sich um, schob ihre Hände in die Taschen ihrer Jacke und überquerte die Straße um sich selbst etwas zum Essen zu besorgen.

                                                                                                                                                                                                                             


Kate war auf dem Weg zu ihrem Auto, Espos Worte noch im Ohr. „Was auch immer der Grund ist, ich bin ziemlich sicher, er enthält nicht, dich mit einem anderen Kerl zu sehen.“

Wenn sie ehrlich mit sich selbst war, wusste sie das schon seit einer Weile, hatte beschlossen die nagenden Gedanken zu ignorieren, sicher, dass sie nur verletzt werden würde, wenn sie darauf hörte. Sie hatte keine Zeit für sowas. Oder sie Stärke.

Aber vielleicht lag sie falsch? Hatte sie nicht mittlerweile gelernt, dass Castle nicht der Typ war, den die Klatschpresse darstellte? Dass der Großteil eine Schau war, die er der Öffentlichkeit vorspielte.


Vielleicht würde er nur über den Sommer gehen, aber was, wenn Espo recht hatte und er nicht zurückkam?

Sie wusste, dass sie ihm gegenüber nicht fair war. Sie wusste auch, dass sie Tom gegenüber nicht fair war. Mit ihm zusammen zu sein, wenn ihr Herz jemand anderem gehörte.


Sie schloss ihr Auto auf, öffnete die Tür und setzte sich mit einem Seufzen auf den Fahrersitz.

Aber es gab nichts, was sie in diesem Moment tun konnte. Jetzt würde sie nach Hause fahren, etwas essen, und darüber nachdenken, was sie tun sollte.


Mit dieser Entscheidung steckte sie den Schlüssel ins Zündschloss, bereit den Parkplatz zu verlassen und nach Hause zu fahren.

Aber bevor sie das in die Tat umsetzen konnte, klingelte ihr Handy. Ein kurzer Blick auf das Display sagte ihr, dass es Lanie war und sie nahm den Anruf entgegen.


„Hey Lanie“, grüßte sie, hoffte, dass ihre Stimme nicht verriet, wie gedankenversunken sie gerade noch war. Lanie hatte ihre Wege sie zum Reden zu bringen, wenn sie es nicht wollte, was manchmal gut war, aber jetzt wollte sie nur nach Hause und allein mit ihren Gedanken sein.

„Wir müssen reden“, sagte Lanie ohne ein Wort des Grußes.

Kate seufzte und fuhr sich mit ihren Fingern über ihre Stirn. "Was habe ich getan?“

„Nichts.“

„Ich-“ Kate runzelte die Stirn. Was sollte das heißen? „-verstehe nicht“, beendete sie den Satz.

„Du hast nichts getan und das ist das Problem.“

„Okaay“, sagte Kate und schaute zur Decke ihres Wagens. Sie war wirklich nicht in der Stimmung zu raten, wovon Lanie redete. „Willst du näher darauf eingehen oder ist das alles, was du mir sagst, denn eigentlich bin ich gerade beschäftigt.“

„Solltest du nicht auf deinem Heimweg sein?“

„Das bin ich.“

„Warum bist du dann beschäftigt?“

„Lanie“, jammerte sie. „Ich bin nicht in der Stimmung.“

Es gab eine Pause am anderen Ende der Leitung, bevor Lanie wieder sprach.

„Castle hat mich in die Hamptons eingeladen.“

Kate ließ beinahe ihr Handy fallen. Er hatte was getan?

Naja gut, sie hatte nein gesagt, weil sie Pläne mit Demming hatte. Und sie würde eh nicht das Wochenende mit Castle verbringen wollen. Er war zu – spaßig, meldete sich eine Stimme in ihrem Kopf zu Wort – kindisch für sie.

Aber warum tat es dann weh, zu hören, dass er stattdessen Lanie eingeladen hatte? Es war sein recht einzuladen, wen auch immer er wollte. Wer war sie, ihm vorzuschreiben, wen und wen er nicht in sein Strandhaus in den Hamptons einladen konnte?

„Bist du noch da?“

Lanies Stimme durch die Lautsprecher ihres Handys zu hören, ließ ihre Gedanken verstummen.

„Ich … ja. Ja ich bin noch da“, antwortet Kate. Ihre Finger spielten mit ihren Autoschlüsseln. „Also … was hast du gesagt?“, schaffte sie endlich mit fester Stimme zu fragen.

„Ich habe ja gesagt.“

Oh wow, das traf noch härter. Aber nochmals, warum kümmerte es sie? Sie hatte Tom und sie war glücklich. Oder nicht?

Kate schloss ihre Augen, wünschte, sie wäre nicht ans Telefon gegangen, sondern einfach nach Hause gefahren.

„Warum erzählst du mir das?“, fragte sie nach einer weiteren Pause.

„Mädchen, dieser Mann liebt dich.“ Lanie versuchte gar nicht ihre Verzweiflung zu verbergen.

„Ja sicher“, spöttelte Kate.

Aber war das nicht im Grund was Espo erst vor wenigen Minuten gesagt hatte?

„Und ich habe nur ja gesagt, weil er so niedergeschlagen wirkte. Ich habe ihn noch nie so gesehen. Und ich konnte ihn nicht allein hinfahren lassen. Auch wenn es nur das Wochenende ist und er den ganzen Sommer dableibt“, erklärte Lanie, aber bevor Kate antworten konnte fuhr sie fort, „Ich meine eigentlich solltest du diejenige sein, die ihm da Gesellschaft leistet, aber du hast abgelehnt. Und ich sage ja nicht, dass du wegwerfen sollst was auch immer du mit Demming hast, um stattdessen mit Castle zusammen zu sein. Aber … Was genau hast du mit Demming?“

„Tom ist freundlich. Und spaßig. Und …“ alles was Castle nicht war. Es gab kein Risiko, wenn sie mit ihm zusammen war. Mit Castle verband sie eine Freundschaft, Castle konnte mit Leichtigkeit ihr Herz brechen. Es war einfach mit Tom zusammen zu sein und sich keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Aber Castle war … Castle. Niemals liebte er sie. Lanie musste zu viel Autopsieflüssigkeit eingeatmet haben.


Es gab eine Pause am anderen Ende der Leitung, als würde Lanie darauf warten, dass sie fortfuhr. Aber sie konnte ihr das nicht sagen. Nicht jetzt. Das war zu viel.

„Ich sage nur, du solltest darüber nachdenken, warum er die all die Zeit hinterhergelaufen ist.“ Lanie sprach endlich weiter, schien erkannt zu haben, dass Kate im Moment nicht mehr sagen würde.

„Für sein Buch.“

„Oh bitte.“ Lanie lachte fast. „Er könnte 50 Bücher schreiben, mit der Information, die er bisher gesammelt hat.“

Kate verengte ihre Augen. „Hast du mit Espo geredet?“

„Was?“, fragte Lanie, ihre Stimme eine Mischung aus Verwirrung und Verteidigung. „Nein habe ich nicht. Warum wechselst du einfach das Thema?“

„Weil er vorhin fast das Gleiche gesagt hat.“

„Oh naja, zwei Dumme ein Gedanke und so.“

Kates Lippen zuckten und sie schloss für eine Sekunde ihre Augen, schüttelte ihren Kopf.


„Aber Lanie, wir reden hier von Richard Castle.“

„Ja, und wir wissen beide, dass es nicht so ist, wie die Klatschpresse ihn darstellt.“

Kate seufzte, aber sagte nichts.

„Er hat 100.000 $ für die Chance den Mörder deiner Mutter zu finden bezahlt. Wer tut das?“

„Menschen mit Geld.“

Am anderen Ende der Leitung atmete Lanie langsam aus, ein offensichtlicher Versuch ruhig zu bleiben. Und Kate wusste, dass sie sich lächerlich verhielt, aber sie konnte nicht aufhören. Der Gedanke, dass Castle einen anderen Grund hatte, einen bedeutenderen Grund, war in diesem Moment zu viel.

„Er hat dir sein Heim angeboten, du hast eine Woche in seinem Gästezimmer gewohnt.“

„Ja, weil er sich schuldig gefühlt hat, dass der Kerl mich überhaupt als Ziel hatte.“

„Du willst mir also sagen, dass in dieser Zeit nichts passiert ist, was dich dazu gebracht hat die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass ihr mehr sein könntet als nur Freunde?“

„Ja, das sage ich dir damit.“

„Wow. Du bist … wow. Glaubst du das wirklich oder willst du mich nur in den Wahnsinn treiben?"

„Okay vielleicht habe ich für einen kurzen Augenblick über die Möglichkeit nachgedacht, dass er mich mehr mag als eine Freundin.“

„Hah“, rief Lanie aus. „Aber was hat sich geändert, Kate?“, fragte sie in einem ernsteren Ton.

Kate seufzte und rieb ihre Augen. „Er hat mit Ellie Monroe geschlafen. Ich meine, wer tut das, wenn er jemand anderen mag?“


Die Stille am anderen Ende war fast betäubend. Kate konnte sich vorstellen, wie Lanie anklagend ihre Augenbraue hob.

Und sie wusste, dass sie sich lächerlich verhielt, wusste, dass sie gerade das Gleiche tat. Naja, nicht genau. Sie hatte nicht mit Tom geschlafen. Nicht, dass das einen Unterschied machte, wie die nagende Stimme in ihrem Kopf sie immer wieder erinnerte.

Aber sie konnte sich nicht davon abhalten sich zu fragen, ob es nicht doch falsch war Castle zu vertrauen. Vielleicht war er doch genau so, wie die Klatschpresse ihn darstellte.

„Es ist hoffnungslos“, murmelte Lanie in sich hinein.

„Was war das?“

„Kate. Du bist ein Idiot“, sagte Lanie mit einer Endgültigkeit, die Kates Mund verschlossen ließ. „Aber du bist auch meine beste Freundin, also werde ich dich nicht zu etwas zwingen, was du nicht willst-“

„Das würdest du tun, wenn ich nicht deine beste Freundin wäre?“, unterbrach Kate sie.

„Kate“, warnte Lanie.

„Sorry.“

„Ich meine, wenn du mit Tom wirklich glücklich bist, dann habe ich nie was gesagt, aber du solltest dir sicher sein, was du wirklich willst, okay“, sagte Lanie. „Und wenn das Demming ist, dann ist das okay. Nur … sei dir sicher.“

Kate schloss ihre Augen, ließ ihren Kopf gegen die Kopfstütze fallen und seufzte. Sie wusste Lanie hatte recht. Und sie wusste auch, was sie tun musste, hatte das schon vor der Unterhaltung gewusst. Sie wünschte nur, es wäre nicht so beängstigend.

„Aber was, wenn alles schiefgeht?“, fragte Kate endlich leise.

„Dann darfst du mir für alles die Schuld geben.“

Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, klein und zögernd aber dennoch da.

„Daran werde ich dich erinnern.“

„Ich weiß.“

„Okay, ich muss nach Hause, also … Tschüs.“

„Okay, fahr vorsichtig.“

„Oh und Lanie?“

Lanie summte.

„Danke.“

                                                                                                                                                                                                                             


Am Ende des Tages, nachdem sie den Fall abgeschlossen hatten, hatte Kate immer noch nicht mit Castle geredet. Offen gesagt hatte sie gerade erst die Zeit gefunden mit Tom zu reden und die Unterhaltung mit Castle vor der Unterhaltung mit Tom zu führen war keine Option gewesen. Aber jetzt gab es keine Ausreden mehr.

Sie atmete tief durch, bevor sie den Pausenraum betrat, indem sie alle vor Pizza und Bier saßen und Castles Geschichte zuhörten, wie er sich von Alexis verabschiedet hatte.


„Castle, hast du 'ne Sekunde?“, fragte sie, nachdem sie sich ein Bier genommen hatte.

„Natürlich. Ja“, sagte er, stand auf und folgte ihr aus dem Pausenraum.


„Worum geht's?“, fragte er, als sie stehenblieben.

„Hör zu“, begann sie. „Ich weiß es ist nicht unbedingt einfach mich kennenzulernen und ich verrate nicht immer, was in meinem Kopf vor sich geht. Aber in diesem letzten Jahr, in dem wir zusammengearbeitet haben, hatte ich eine gute Zeit.“

„Ja, ich auch.“

„Also werde ich das jetzt einfach sagen und ich hoffe es ist nicht zu spät, aber ich würde verstehen, wenn es das wäre. Ich meine du hast mehr als einmal gefragt und ich habe immer wieder nein gesagt, also hast du wahrscheinlich-“

„Kate.“

„Ja?“

„Du schweifst ab.“

„Oh ja … okay nur … steht die Einladung noch?“

„Ich … in die Hamptons?“

„Ich mein, ich weiß, du hast Lanie gefragt, aber-“

„Warte, du hast mit Lanie geredet?“

„Sie ist meine beste Freundin.“

„Oh ja, sorry.“

„Ja, also wie ich sagte, ich verstehe, wenn ich zu spät bin, aber wenn ich es nicht bin, dann würde ich gern mit dir in die Hamptons fahren.“


Castle blinzelte, öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, aber konnte keine Worte finden. Das hatte er heute nicht erwartet. Was war aus ihren Plänen mit Demming geworden?

Die Stille hielt an und Kate nickte sich selbst zu. Natürlich hatte sie zu lange gewartet, um mit ihm zu reden. Auch wenn er Lanie nur eingeladen hatte, weil sie abgelehnt hatte, was er dämlich zu glauben, dass er immer noch sie dabeihaben wollte.

Aber das war genau der Grund, weswegen sie gezögert hatte. Und wenn Lanie sich nicht eingemischt hätte, könnte sie jetzt ihr Wochenende mit Tom verbringen, der sie dahaben wollte.

Aber nein. Nein, sie hatte das richtige getan mit Tom Schluss zu machen, auch wenn Castle nicht mehr wollte, dass sie mitkam. Er würde im Herbst wiederkommen, bis dahin konnte sie sich bessere Worte überlegen, um alles zu erklären. Vielleicht schaffte sie es sogar über den Sommer mit ihm zu reden.

Es war nicht alles verloren, auch wenn es sich gerade so anfühlte.

„Okay“, sagte sie endlich leise, bereit sich umzudrehen und ihre Wunden zu lecken.

„Nein, nicht zu spät“, beeilte Castle sich zu sagen, als er endlich seine Überraschung überwunden hatte. „Ich bin nur überrascht. Aber ja, die Einladung steht noch, wenn du kommen willst, und mich würde es freuen, wenn du mitkommst.“

Bei diesen Worten entspannte sie sich sichtbar, ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

„Wunderbar“, sagte sie. „Denn ich will mitkommen.“

Diese Worte ließen ein strahlendes Lächeln auf Castles Gesicht treten, bei dessen Anblick Kate errötete und ihren Kopf für einen Moment senken musste

                                                                                                                                                                                                                             

A/N: dieses Kapitel wurde von diesem tweet inspiriert : "What if, instead of Gina, Castle invited Lanie as his substitute to the Hamptons  (platonically)?"
Der Rest war schon vorher da, er brauchte nur einen Anfang yay.
Falls interesse besteht gibt es diese Geschichte auch auf englisch, aber weil ich beim Schreiben zwischendurch einzelne Szenen auf deutsch geschrieben habe dachte ich mir so: hey übersetz doch einfach alles.
Also könnte ihr sie Hier oder Hier (für mehr gebrabbel am Ende der Kapitel) lesen
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