The Phoenix Revolution

von Luna-Lu
GeschichteRomanze, Thriller / P18 Slash
21.01.2019
27.03.2019
10
22412
7
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Haii!
Ich bin froh, das Hochladen heute noch geschafft zu haben. xD

Ich möchte nur kurz erwähnen, dass nächste Woche kein Kapitel erscheint, weil ich auf der Leipziger Buchmesse sein werde. Wer dazu näheres erfahren möchte, klickt bitte hier. Das ist mein Instagram Profil, worauf ich alles wesentliche bezüglich der LBM festhalte. Würde mich irrsinnig freuen ein paar von euch dort in echt kennenzulernen! <3
Das 8. Kapitel würde dann erst am Mittwoch, den 27. März online gehen.

Viel Spaß beim Lesen! ^^

LG Cawi

~*~*~*~*~*~*~



Der Dozent beendet seine Vorlesung und die nun noch unaufmerksameren Studenten packen zügig zusammen. Das war Ace‘ letzte Vorlesung für heute. Im Laufe des Tages hatte Marco sich bei ihm auf dem gefundenen Handy gemeldet und nun steht ihr Treffen kurz bevor.
Die Studenten verlassen in Strömen hektisch den Saal und Ace lässt sich mittreiben. Einerseits ist er froh endlich erlöst zu sein. Andererseits hat er reichlich wenig Lust Marco zu treffen. Der Schwarzhaarige verlässt das Hauptgebäude und begibt sich zu ihrem Treffpunkt, als ihm plötzlich ein anderer vertrauter Blondschopf über den Weg läuft: Sanji. Ace könnte jetzt schnell die Gelegenheit nutzen, um mit ihm ein ruhiges Gespräch zu vereinbaren. Wenn er sich jetzt überwindet, kann er sich später nur noch unter Schwierigkeiten aus der Affäre ziehen. Doch will er das auch? Falls Ace nach der Prozedur wieder klar denken kann – ja. Fest überzeugt und in der Annahme die richtige Entscheidung zu treffen, stampf er auf Sanji zu, doch nur nach wenigen Schritten wird er wieder unsicherer. Trotzdem behält er sein Tempo bei und ruft dem Blonden eine nette Begrüßung zu, um dessen Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Sanji reagiert sofort und bleibt stehen.
„Hey.“
„Hey, hast du kurz Zeit?“
„Klar doch, was gibt’s?“
„Ich, ähm… ich würde mich gerne mit dir treffen.“
„Wegen Chemie?“
„Nein! Ähm… Ich möchte mit dir über… na ja… Schwule reden. Ist das okay?“
Endlich erklärt sich für den Blonden die seltsame Zurückhaltung des anderen. Was genau ihm wohl auf der Seele brennt?
„Ja, ist es. Und wann magst du reden?“
„Morgen in der ersten Mittagspause?“
Sanji nickt sanft lächelnd und verabschiedet sich mit einer kurzen Handbewegung. Er scheint es recht eilig zu haben. Ace dreht sich um und will gerade zu seinem Treffpunkt mit Marco, als dieser direkt vor ihm steht.
„Du bist also schwul?“
Er stellt seine Frage äußerst nüchtern, doch umso aufgeregter reagiert Ace.
„Nein!“
„Warum dann das Gespräch mit dem Typen?“
Wie viel hat er bitte mitgehört?!
„Das geht dich überhaupt nichts an!“
Marco zuckt resigniert mit den Schultern, während Ace versucht die aufsteigende Röte in seinem Gesicht zu unterdrücken. Er sucht hektisch das Handy des anderen heraus und will es ihm so schnell wie möglich zurückgeben, um aus dieser Situation flüchten zu können. Dabei rutscht es dem Schwarzhaarigen jedoch aus der Hand und zerschellt auf dem Boden. Ace fällt alles aus dem Gesicht. Das beschreibt sein Glück perfekt. Während er noch bedeppert herumsteht, hockt sich Marco hin, sammelt die Einzelteile ein und versucht zu retten, was noch zu retten ist.
„Das ist wohl nicht mehr zu gebrauchen… Ob ich meine Dateien noch runterziehen kann?“, spricht der Blonde mehr zu sich selbst, als zu dem anderen.
Damit weckt er trotzdem Ace aus seiner Trance.
„Oh man, das tut mir so leid! Ich bezahle dir natürlich den Schaden! Das wollte ich echt nicht…“
Marco steht langsam auf, bemüht kein Teil seines Smartphones fallen zu lassen. Er sieht dem Schwarzhaarigen seine ehrlichen Schuldgefühle an, weswegen er auch vollkommen ruhig bleibt.
„Ganz ruhig, das ist kein Weltuntergang.“
Der Blonde spricht mit betont sanfter Stimme. Er ist gedanklich auf der Suche nach einem Ersatz für seinen Verlust. In Marcos Position ist es leider unbedingt von Nöten ständig erreichbar zu sein.
„Okay, okay, warte, wenn ich mich nicht irre, besitze ich noch mein altes Handy. Wenn du willst, kannst du es gerne erstmal nutzen, bis deines repariert ist… oder du, besser gesagt, ein Neues hast.“
„Wirklich? Das könnte ich haben?“
„Natürlich! Das ist doch das Mindeste.“
„Danke, das ist perfekt.“, Marco lächelt den anderen zufrieden an.
Ace ist davon in der ersten Sekunde ziemlich verwirrt. Immerhin hat er gerade noch das Smartphone des Blonden zerstört.
„Okay, wann soll ich es dir geben? Es ist zu Hause…“
„So schnell wie möglich. Am besten fahre ich direkt mit zu dir und nehme es mit?“
„Jetzt sofort?“
„Ja?“
„Okay…“
Ace setzt sich nur zögerlich in Bewegung, da ihm bei dem Gedanken Marco bei sich zu Hause zu haben ziemlich unwohl wird. Der Blonde folgt ihm jedoch umso zügiger, weil er das Smartphone wirklich dringend braucht. Selbst der Schwarzhaarige versteht das und verkündet so keine Einwände.

Sie gelangen schnell zu Ace‘ Wohnung, nachdem beide ihre Fahrzeuge geholt haben. Ace ist zerstreuter, als je zuvor. Seine Gedanken schwirren so sehr umher, dass ihm schon fast schwindlig wird. Marco hingegen betrachtet die Situation äußerst nüchtern. Ein fehlendes Handy hätte sich ziemlich schlecht für ihn auswirken können, doch dieses Problem scheint fürs erste überwindbar. So erlaubt ihm sein Kopf mit den Gedanken etwas abzuschweifen zu dem eben mitgehörten Gespräch. Er geht natürlich nicht davon aus, dass Ace schwul ist. Das ist allein aufgrund der vorliegenden Informationen zu weit hergeholt. Es lässt sich aber mit hoher Sicherheit sagen, dass der Schwarzhaarige zumindest Interesse an der Thematik hegt. Warum ist das nun aber ausgerechnet für Marco von Bedeutung?

Einige Jahre zuvor, Marco war gerade einmal 17 Jahre alt, wohnte er erst für ein gutes Jahr bei Whitebeard. Dieses Leben war ihm nicht mehr vollkommen fremd, doch er hatte sich noch in keiner Weise eingewöhnt. Jeden Morgen wachte er erneut mit der Erwartung auf, alles sei ein langer, schöner Traum gewesen. Sie stellte sich nie als wahr heraus.
Marco besuchte gerade die elfte Klasse, ein außerordentliches Privileg in seinen Augen. Gleichzeitig so unendlich verwirrend. Auf seiner vorherigen Schule waren beinahe ausschließlich Jugendliche aus dem Waisenhaus. Eine graue Masse verlorener Kinder. Für die meisten war alles bereits zu spät, sie hatten ihre Seele in ihrem harten Kampf verloren. Doch nun, vom einen auf den anderen Tag, fand sich Marco inmitten triebgesteuerter, strahlend bunter Halbstarker wieder. Ihm wurde einst beigebracht, dass es die lieben Proles und die durchgedrehten Bourges gibt. Dies war nie von Bedeutung für ihn, doch plötzlich zeichneten sich größere Unterschiede ab, denn je. Es ging gar so weit, dass die entschlossensten Piraten in ihren schwarzen Mänteln in die Schule kamen. Die meisten Lehrer, also die, die von der Weltregierung ihre Berufung auferlegt bekommen hatten, verwiesen die so genannten Black-Cloaks aus ihrem Unterricht. Umso mehr begann Marco diese entschlossenen Geister zu bewundern.
Eine andere Seite der Jugendlichen blieb ihm jedoch eher unerklärlich: sobald das Thema Sex aufkam, waren alle aufmerksam. Selbst die größten Außenseiter prahlten plötzlich mit ihren Erfahrungen. Marco als jemand, der sich mit seiner Pubertät, Spaß und auch Sex wenig in seinem bisherigen Leben auseinandergesetzt hatte, lauschte und lernte intensiv von den anderen. Zuvor war es für ihn wichtig gewesen, schnell erwachsen zu werden und irgendwie zurecht zu kommen, doch das verlor plötzlich an Sinn. Und so beschäftigte er sich mit den nun offensichtlich wichtigeren Themen.
Marco suchte sich in der Folgezeit eine Freundin, erfuhr Zuneigung, hatte Sex, ging auf Partys, knüpfte oberflächliche Freundschaften und lernte die Gleichaltrigen zu verstehen. Er gewann an Menschlichkeit. Nie in vergleichbarem Maße zu den anderen Schülern, doch genug, um einen Platz für sich zu finden. Das Ergebnis ist ein normaler Mann mit einem vollkommen anderen Verstand.

Eine Erkenntnis während dieser Selbstfindungsphase ließ sich jedoch selbst für Marco besonders schwer erringen: Er ist schwul. Es fiel ihm damals nicht schwer diesen Fakt zu akzeptieren. Das Problem war viel mehr, seine Sexualität überhaupt erst herauszufinden. Das körperliche Empfinden, sexuelle Erfahrungen oder allein Körper aus Fleisch und Blut interessierten ihn nie in großem Maße. Die Ansätze von sich angezogen fühlen, zeigten sich bei ihm in Begeisterung für bestimmte Menschen. Er hörte ihnen gerne zu, wollte ihre Aufmerksamkeit gewinnen und sich einen Platz in ihrem Leben erkämpfen, doch blieb erfolglos. Lag das vielleicht daran, dass er sich so ausschließlich in Bezug auf Kerle fühlte?
Zäh wie Teer tropfte die Erkenntnis in seinen Geist, blieb für ihn jedoch bis heute ohne Bedeutung.


Ace ist ziemlich erleichtert, als er die Tür öffnet und Ruffy noch nicht zu Hause ist. Er hätte sich nur ungern vor dem Jüngeren schon wieder erklären müssen. Marco schaut sich recht neugierig, aber nicht auffällig oder gar aufdringlich, um. Ihm fällt dabei schnell die äußerst minimalistische Einrichtung auf. Der Schwarzhaarige scheint nicht viel Geld zur Verfügung zu haben… Sollte Marco wirklich noch zusätzlich Geld von ihm verlangen? Oder doch lieber eine andere Lösung mit Ace anstreben? Ob der Blonde wohl so weit gehen kann-
„Hier, das ist es.“
Der Schwarzhaarige unterbricht die Gedankengänge des anderen, als er ihm sein Handy entgegenhält. Marco ist ziemlich überrascht, dass es ein eher neues Modell in auffallend gutem Zustand ist.
„Das ist dein altes Handy?“
„Ja, wieso?“
„Es sieht so neu aus.“
„Mh? Ich hatte es nicht lange benutzt, bis ich mein Jetziges bekam. Eine ziemliche Verschwendung, nicht wahr? Aber jetzt hat es ja doch noch Nutzen.“
Marco nimmt das Handy an sich und steckt es fürs erste ein.
„Danke, ohne dich wäre ich verloren.“
„Ohne mich wäre das gar nicht erst passiert!“
„Stimmt auch wieder.“, der Blonde lacht leise, so dass auch Ace grinsen muss.
Etwas unbeholfen stehen sich beide gegenüber. Ace ist zu höflich, um Marco zu bitten, dass er geht und der andere ist schon wieder in Gedanken.
„Möchtest du… vielleicht etwas trinken? Aber nichts Heißes.“, erinnert Ace an ihr allererstes Treffen.
Der Schwarzhaarige grinst schief und ist sich vollkommen bewusst, dass es ein lächerlicher Versuch ist, um die Situation aufzulockern. Er ringt Marco damit trotzdem ein amüsiertes Lächeln ab.
„Du kannst mich doch eigentlich gar nicht leiden?“
„Gute Einwände, unhöflich will ich aber trotzdem nicht sein.“
„Sehr löblich von dir.“
Beide Männer behalten nur kurz noch ihre ernste Miene auf, bevor sie anfangen zu kichern. Plötzlich erscheint ihre Situation um Längen angenehmer.
„Was möchtest du haben?“
Ace geht in die Stube und winkt Marco hinter sich her.
„Irgendeine Limo wäre perfekt.“
Marco setzt sich und lässt sich von dem anderen bedienen. Es dauert nicht lange, bis beide gemeinsam dasitzen. Ace ist erleichtert, als er ein Thema findet, um das Gespräch am Laufen zu halten.
„Was war das eigentlich für eine Aktion mit der Rede gewesen? Und warum hattest du mich gerade in der Pause zu dir bestellt?“
„Ach so, um das kurz zu erklären… weißt du eigentlich, wer ich bin?“
„Nicht wirklich…“
Marco schmunzelt über das verwirrte Gesicht des Schwarzhaarigen. Es ist wirklich süß, dass es noch Leute gibt, die ihn nicht kennen. Süß ist dafür vielleicht nicht das richtige Wort… Trotzdem erscheint es dem Blonden angemessen.
„Ich bin Marco, erster Kommandant der Studentendivision der Piraten. Man nennt mich auch Marco der Phönix.“, er lässt eine kurze Kunstpause, damit Ace die Information verarbeiten kann, „Und die Rede gehörte zu der Arbeit, die ich in meiner Position verfolge. Der Moment, in dem du mich angerufen hattest, war äußerst ungünstig. Ich stand im Stress. Ich wollte dich aber auch nicht einfach abweisen, weil mich wirklich ein schlechtes Gewissen für die heiße Dusche geplagt hatte. Also bestellte ich dich zu meiner Rede dazu, heimlich denkend, ich hätte nun wenigstens einen Zuhörer. Bestellen passt wohl ziemlich gut, mh?“
Ace nickt leicht. So war das also… Der Blonde wollte ihm gar nichts Böses.
„Ist nicht schlimm, ich war nur wirklich verwirrt darüber.“
„Tut mir leid.“
Ace nimmt lächelnd die Entschuldigung an. Ein wunderschönes Lächeln. Es strahlt die gleiche Wärme aus, wie ein gemütliches Lagerfeuer an einem kühlen Abend. Marco schluckt. Jetzt oder nie.
„Okay folgendes, um ehrlich zu sein, plane ich nicht dir Geld wegen dem kaputten Handy abzuverlangen. Ja, ich weiß, du willst für den Schaden aufkommen, aber das wollte ich auch, als ich dir den Kaffee übergeschüttet habe. Bitte lass uns eine andere Lösung suchen.“
Ace stockt und schaut ihn mit gemischten Gefühlen an.
Er will gerade vieles erwidern, doch nur wenige Worte wollen über seine Lippen kommen: „Und welche Lösung soll das sein?“
„Ich weiß selbst nicht recht… Aber einen Wunsch möchte ich an dich richten. Es ist viel verlangt, wahrscheinlich auch unverschämt von mir, deswegen würde ich auch ein Nein vollkommen akzeptieren, aber… Würdest du mit mir auf ein Date gehen?“
Marco ist unglaublich erleichtert, als er die Worte endlich herausgebracht hat. Es brannte ihm auf der Seele. Sein Kopf schreit, er soll die Frage bereuen, doch sein Bauch behauptet, er habe das Richtige getan. Hätte er jetzt nicht gefragt, so würde sein Kopf die nächsten Tage noch über das Mitgehörte aus dem Gespräch von Ace mit dem blondhaarigen Mann nachdenken. Marco kann diese nun gewonnene Denkkapazität gut anderweitig nutzen, redet er sich zumindest ein.
Ace hat in keiner Weise damit gerechnet. Es fühlt sich an, als würde er stundenlang nicht antworten, dabei handelt es sich nur um Sekunden. Macht sich der Blonde darüber lustig, was er heute mitgehört haben will? Oder meint er es gar ernst? Die Gedanken des Schwarzhaarigen kreisen ausschließlich um die Bedeutung von Marcos Worten, nicht aber um das Date an sich. Trotz und Neugier verbünden sich und plötzlich hat Ace keine Chance mehr seinen Mund aufzuhalten.
„Ja.“
Review schreiben