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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.11.2020 933
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
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Manchmal sind es die Missionen, die es wert sind erzählt zu werden. Manchmal ist es aber auch etwas, das mit der Mission gar nichts mehr zu tun hat. Heute hat Eddy eine Geschichte für uns, die erst spektakulär wurde, als die Mission längst vorbei war.

Leidensgenossen

Es gibt Aufträge, die ziehen nicht spurlos an einem vorbei. Die müssen nicht zwingend superabenteuerlich und -interessant sein, aber sie fordern einem alles ab, und wenn man wieder zu Hause ist, dann ist man erst mal fix und fertig mit der Welt.
      So einen Auftrag hatten wir heute gehabt. Ich zitterte noch, als wir ins Ghostkommando zurück kamen. Selbst Tracy war das reinste Nervenbündel, und das will was heißen! Jake schien erschöpft, aber wenn er so erschüttert war wie wir, dann ließ er es sich nicht anmerken.
      Ich folgte meiner Routine für solche Fälle. Erst mal meine Ruhe haben, eine belebende Dusche und dann sich neu sortieren. Tracy folgte einer ähnlichen Routine, die für ihn funktionierte. Normalerweise. Heute war es extremer! Ich merkte, daß mein Nervenkostüm noch arg angeschlagen war. Und so griff ich auf mein Notfallsystem zurück. Ich wußte, ich hatte noch eine Notfallschokolade!
      Und so ging ich an das Bücherregal. Zwischen Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und der Biographie von Amelia Earhart steckte die letzte Tafel, die ich noch für alle Fälle vorrätig hatte. Erleichtert über diesen kleinen Seelenschatz griff ich zwischen die beiden Bände… und fand nichts.
      Das machte mich nervös! Ich schaute noch einmal genau nach. Vielleicht war sie einfach nur zu weit nach hinten gerutscht. Ich zog die Bücher ganz heraus. Nichts. Ich versuchte, mich zu erinnern. Vielleicht hatte ich sie doch schon aufgebraucht, und die, die ich meinte, war zwischen den Nebeln von Avalon und Band eins des Geisterlexikons…
      Ich konnte es mir zwar nicht vorstellen, aber ich schaute trotzdem nach. Natürlich war dort auch keine Schokolade. Das führte dazu, daß ich die Nerven verlor! Wenn ich eines wußte, dann, daß ich noch eine Tafel in Reserve hatte! Und die brauchte ich jetzt! Dringend!
      Ich ging akribisch jeden einzelnen Platz durch, der in Frage kam, von Jack the Ripper über die ??? bis hin zu der Schatzinsel, Don Quichote, der Artus-Saga und die einzelnen Bände des Lexikons der Mythologie. Ich wollte nicht wahrhaben, daß ich die Tafel nicht fand, denn dann hätte ich unterstellen müssen, daß sie geklaut worden war!
      Das ganze artete so aus, daß der Inhalt unserer Bücherwand sich ins ganze Zimmer verlagerte. Immerhin bin ich bei so etwas sorgfältig. Dem aber nicht genug, hüpfte auf einmal Tracy aufgeregt zwischen den Büchern umher und regte sich darüber auf, daß seine Notfallbananen verschwunden wären. Als wenn mich in dem Moment die Bananen interessiert hätten!
      …
      Moment mal. Tracy hatte Notfallbananen? Die er jetzt brauchte, und jetzt waren sie weg? Dann war also doch ein Dieb am Werk! Ich fragte Tracy, wo er seine Bananen zuletzt gesehen hatte. Er erklärte mir, daß er immer welche für alle Fälle im Schuhschrank aufbewahrte. Doch jetzt waren sie nicht mehr da.
      Mein Geist reflektierte, daß er während des Bücher ausräumens ein rumoren wahrgenommen hatte. Ich hatte nicht darauf geachtet, weil ich ja selbst viel rumort hatte. Jetzt warf ich einen Blick auf den Flur und sah, daß überall kreuz und quer Schuhe standen. Mir war nie bewußt gewesen, daß Tracy und ich uns so ähnlich waren…
      Mein Kamerad und ich wechselten einen Blick. Dieser mysteriöse Diebstahl mußte aufgeklärt werden! Ich hatte unsere Hausgeister in Verdacht. Tracy war sich nicht sicher, ob jemand in unserer Abwesenheit hier eingedrungen sein könnte, um uns zu beklauen. Wir beschlossen, Jake zu fragen, ob er sachdienliche Hinweise hätte. Vielleicht vermißte er auch etwas?
      Wir hörten Jake in der Küche arbeiten und stürmten das Zimmer. Ich wollte gerade loslegen zu fragen, als sich unser Teamführer strahlend zu uns umdrehte, uns beteuerte, wie gelegen wir gerade kamen und uns fragte, ob wir eine Schokobanane haben wollten.
      Als er uns den Teller mit den fertigen Schokobananen hinreichte, starrten Tracy und ich einen Moment sprachlos darauf. Ich brachte schließlich die Frage auf, wie er auf die Idee gekommen war, und er erklärte uns freudestrahlend, daß er durch Zufall ein paar Bananen im Schuhschrank, und eine Tafel Schokolade im Bücherregal gefunden hatte. Das hatte ihn auf die Idee mit den Schokobananen gebracht.
      Eine Sekunde wußten Tracy und ich gar nicht, was wir sagen sollten. Dann brachen wir gemeinschaftlich in Lachen aus. Wir waren beide erleichtert, daß sich der Fall so leicht hatte aufklären lassen – und nun konnten wir alle zusammen ein kombiniertes Seelenfutter genießen.
      Tracy und ich nahmen uns jeweils eine Schokobanane, und genossen diese zusammen mit Jake in der Küche. Anschließend ging Tracy Schuhe aufräumen, und ich stellte die Bücher ins Regal zurück.
      Was war das für eine Aufregung am Nachmittag gewesen! Aber ein positives hatte es, wie Tracy und ich feststellten: Die Anspannung vom Auftrag, die war weg!


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 48 war (von - Leela - mit Zusatz von Sira-la):
      Gerade jetzt brauchst du deine letzte Tafel Notfallschokolade – und sie ist nicht mehr da! Wer hat sie genommen und welche Katastrophe resultiert daraus?
      Zusatz für Leela: Tracys Notfallbananen sind auch verschwunden.
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