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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.11.2020 4.136
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
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Eddy erlebt viele interessante Dinge, ob zu Hause, in seinem Job oder unterwegs… Mal sind die Ereignisse unvorhersehbarer als zu anderen Gelegenheiten… Heute hat er eine Geschichte für uns im Gepäck, die er als eine derjenigen bezeichnet, die sich auf ganz besondere Art entwickelt haben – was immer das bedeuten mag. Habt Teil an seinem neuen Kapitel:

Jenseits aller Erwartungen

Wenn man etwas unvorhergesehenes erleben will, dann muß man mit dem Doktor in der TARDIS reisen! Und am besten noch mit der zweiten Inkarnation. Das kann ich nach meinem letzten Erlebnis aus eigener Erfahrung bestätigen! Ich dachte immer, ich wäre gut darin, Chaos zu produzieren. Aber im Doktor habe ich darin einen guten Gleichgesinnten gefunden. Wahrscheinlich sollte man sich nun Sorgen machen, wenn es ausgerechnet uns zusammenführt. Gott sei Dank waren wir nicht allein unterwegs!
      Von unserer skurrilen, abenteuerlichen Reise erzähle ich euch jetzt. Laßt euch überraschen!

Es begann damit, daß die TARDIS in Raum und Zeit ins trudeln geriet. Wir waren eigentlich auf dem Weg nach Hause, nachdem uns der Doktor mit zu den Schlangenkopfnebeln genommen hatte, wo wir eine interessante Zeit gehabt hatten. Er wollte uns beim Ghostkommando absetzen, von wo aus wir, nach einem gemütlichen Tee, jeweils wieder in unsere Heimatgefilde zurückkehren würden. Irgend etwas warf uns aber aus der Bahn, und das war der Moment, in dem die Hektik begann!
      Der Doktor versuchte gleichzeitig, die TARDIS zu stabilisieren und die Koordinaten abzulesen. Anscheinend waren wir ein gutes Stück vom Kurs abgekommen. Aufgeregt drückte er mir eine Stellarkarte in die Hand und trug mir auf, die Route nach Hause zu finden, während er dafür sorgte, daß die TARDIS erst einmal wieder stabil lag.
      Ich nahm die Karte entgegen, die wie eine galaktische Landkarte war, und sah mit Zino zusammen ratlos darauf. Wir hatten beide in unserem Leben noch keine Stellarkarte gelesen! Entsprechend hingen Zinos Ohren verunsichert bis auf Anschlag herunter.
      John Benton stützte sich auf der TARDIS-Konsole ab und sah den Doktor an. Seine Stimme wirkte irgend etwas zwischen angespannt und genervt, als er sagte: „Doktor, bei allem nötigen Respekt! Sind Sie sicher, daß Sie wissen, was Sie da tun?“
      Der Doktor sah auf, und dessen Antwort werde ich auch nie vergessen, als er erwiderte: „Mein lieber Sergeant, man weiß in den seltensten Fällen, was man tut!“ Er drehte sich fließend zu mir um und fragte mich, ob ich die Route schon gefunden hätte.
      Ich hatte ein ganz ungutes Gefühl in der Magengegend und konzentrierte mich wieder auf die Karte. Ich war mir nicht sicher, gab aber nach bestem Wissen und Gewissen Koordinaten an, die der Doktor in die Konsole eingab.
      John lief ziellos durch den Kontrollraum. Das veranlaßte mich zu der Idee, daß er vielleicht geeigneter wäre, die Karte zu lesen, da er ja schon weit vor mir und Zino mit dem Doktor zu tun gehabt hatte. Der Gesichtsausdruck war göttlich, als ich ihm die Karte in die Hand drückte.
      Zino schien sichtlich erleichtert, als wir die Verantwortung in fähige U.N.I.T.-Hände abgaben.
      Wir ignorierten die hilflose Miene unseres Freundes, als er nun versuchte, die Karte zu studieren. Immerhin hatte er jetzt etwas sinnvolles zu tun. Wir schauten dafür dem Doktor über die Schulter.
      John versuchte, sich auf der Karte zu orientieren und gab die nächsten Koordinaten an. So richtig sicher wirkte er dabei nicht. Ich vermute, er hatte bis dahin auch noch nie eine Stellarkarte gelesen.
      Den Doktor schien das nicht zu interessieren. Er gab fröhlich alle Daten ein, die wir ihm ansagten. Schließlich löste er die Koordinaten aus – und wenn wir geglaubt hatten, es sei bis dahin turbulent gewesen, wurden wir jetzt eines besseren belehrt. Ich glaube, John und ich hatten gemeinschaftlich das System zerlegt. Wenn es uns aber wirklich nach Hause brachte, war es die Sache wert.
      Als die TARDIS nach einer gefühlten Ewigkeit den Landevorgang auslöste, warf es uns fast durcheinander. Ich hatte noch nie eine so unsanfte Landung erlebt.
      Der Doktor sammelte sich vom Boden auf und checkte die Daten. Ich vermute, ihr werdet es erraten können: Wir waren weit von zu Hause entfernt. Das gute aber war, daß der Doktor wußte, wo wir waren. Gewissermaßen war es zumindest gut – besser das Übel, das man kennt, als ein eventuelles Übel, das man nicht kennt.
      Den Blick von John werde ich nie vergessen, als er sich in völlig verunsicherter Erwartung umsah, obwohl innerhalb der TARDIS ja alles vertraut war. Zino machte gerade eine Bestandsaufnahme seiner Innereien. Und der Doktor kommentierte: „Hm, interessant…“, was auch immer das heißen mochte. Ich war derjenige, der vorsichtig nachfragte, was so interessant war. Und er erklärte: „Wir sind hier auf den Halloweeninseln gelandet…“

Die Halloweeninseln. Wenn ihr glaubt, daß wir überhaupt auf dem Planeten waren, wo wir hin wollten, irrt ihr euch. Die Welt, auf der wir gelandet waren, war jenseits unseres Einzugsbereiches. Und die Ecke, in die es uns verschlagen hatte, die Inselgruppe, hatte ihren Namen nicht von ungefähr. Denn wie uns der Doktor erklärte, war hier immer Halloween!
      Als wir die TARDIS verließen, schlug uns die typische Atmosphäre gleich entgegen. Dunkle Wälder, orange Kürbisse, schwarze Katzen, Hexen, Skelette und Geister, unheimliches Leuchten und der Geruch von Feuer und irgendwelchen seltsamen Tränken…
      Zino, der Halloween von zu Hause nicht kannte, hatte glücklicherweise schon einmal Halloween mit uns gefeiert. Ich war mir noch etwas unschlüssig, was ich von der Situation halten sollte. John, als pragmatischer, bodenständiger U.N.I.T.-Soldat, schlug gleich vor, es noch einmal zu probieren, nach Hause zu kommen. Gleichzeitig schlug sich der Doktor freudig in die Hände und freute sich auf eine interessante Zeit, wenn wir schon einmal hier waren. So viel dazu!
      Nun gut, ohne den Doktor kamen wir ohnehin nirgendwo hin. Also blieb uns nichts anderes, als uns ihm anzuschließen. Zumindest Zino war ganz fasziniert, als wir durch die Wälder streiften. John und ich waren eher skeptisch.
      Der Doktor erklärte uns indes unterwegs ein Geheimnis. Man konnte ein spezielles Geschenk der Halloweeninseln erwerben, dafür gab es aber ein paar Aufgaben zu bewältigen. Die erste Aufgabe war, eine schwarze Katze einzufangen und bei einer Hexe gegen ihren Besen einzutauschen.
      Zino fragte, ob wir die Aufgaben auch als Gruppe zusammen angehen konnten, damit wir alle sicher nach Hause kamen. Zu unser aller Freude bejahte der Doktor. Wichtig dabei war nur, daß wir auch wirklich alle unseren Beitrag dazusteuerten, um die Aufgaben zu lösen.
      John fackelte auch nicht lange und schnappte sich die erste schwarze Katze, die ihm über den Weg lief. Nun galt es also, eine Hexe zu finden.
      Hier half Zino aus. Ein gutes Stück weiter entfernt hatte er eine auf einer Lichtung entdeckt, wo sie an einem riesigen Kessel stand, in dem etwas undefinierbares brodelte.
      John hatte sich mittlerweile mit dem Kätzchen angefreundet, das in seinen Armen schnurrte. Ich hatte den Eindruck, er wollte sie gar nicht so gerne wieder hergeben.
      Wir gingen also, der Doktor voran, zu der alten Hexe mit dem dunklen Gewand, dem spitzen Hut und dem schrillen Lachen herüber, und der Doktor fragte höflich an, ob es möglich sei, die Katze gegen den Besen zu tauschen.
      Das „Aber sicher!“ fraß sich unangenehm in mein Nervenkostüm. Immerhin hatten wir aber die erste Aufgabe bewältigt. Schweren Herzens gab John die Katze her, und der Doktor nahm den Besen entgegen. Kaum wandten wir uns zum Gehen, bekamen wir gerade noch mit, wie die Hexe die Katze in den Kessel warf. Ich hatte John noch nie in solcher Schockstarre erlebt. Das Entsetzen in seinem Gesicht entbehrte jeder Halloweenmaske. Ich fürchte er wird jetzt ein lebenslanges Trauma aus der Sache davontragen…

Die zweite Aufgabe bestand darin, den Hof des Gruselschlosses zu fegen. Ich Idiot erklärte mich freiwillig dazu bereit, nachdem sich die anderen zierten; John war ja ohnehin erst einmal freigestellt, er hatte seinen Teil ja schon erfüllt, außerdem mußte der Doktor sein Trauma behandeln, nachdem er den weiteren Weg über völlig apathisch und nicht mehr ansprechbar gewesen war.
      Ich jedenfalls hatte mir gedacht, ich nehme mir lieber gleich eine wenn auch aufwendige aber trotzdem komfortable Aufgabe, die recht gut zu machen war und von der ich wußte, was ich dabei zu tun hatte, bevor ich nachher etwas ganz blödes abbekam. Und draußen vor dem Schloß zu fegen stellte ich mir relativ unkompliziert vor. Ich wußte nicht, daß ich Kürbisse fegen mußte…
      Während der Doktor sich also mit John etwas abseits hinsetzte und versuchte, sein Trauma einzusortieren, sah Zino mir mit drehenden Ohren dabei zu, wie ich versuchte, die verschieden großen Kürbisse am Rand des Platzes auf einen Haufen zu fegen. Ich sah ihm an, daß er überlegte. Einerseits war er froh, sich nicht für diese Aufgabe gemeldet zu haben, andererseits fragte er sich, was jetzt noch übrig blieb, und ob das die bessere Wahl würde.
      Ich hingegen wollte meine Aufgabe so schnell wie möglich hinter mich bringen, und das gestaltete sich schwieriger, als zuerst erwartet; nicht nur weil der Auftrag klar war – ich mußte fegen und durfte die Kürbisse nicht tragen, zum anderen wurde ich aber auch noch durch die Schloßgeister gestört, die versuchten, mir die Arbeit zu erschweren. Nun war ich Geisterpräsenz glücklicherweise gewohnt; es war trotzdem nervig. Ständig mußte ich die Geister beiseite scheuchen, damit ich einigermaßen gut arbeiten konnte. Der Doktor bekam viel Zeit, um Johnnys Trauma aufzulösen…

Endlich hatte ich es geschafft, alle Kürbisse auf einen Haufen zu fegen. Noch mit dem Besen in der Hand ging es weiter. John war recht ruhig, wirkte aber nicht mehr ganz so apathisch. Der Doktor sagte, sein Gehirn müsse jetzt erst mal die Impulse verarbeiten, die er ihm zur Verarbeitung der Situation gegeben hatte, und bat uns, für den Rest des Weges weder schwarze Katzen noch Hexen zu erwähnen. Nun, das bekamen wir bestimmt hin – solange uns weder das eine, noch das andere über den Weg lief…
      Zino hatte die Ohren leicht gesenkt. Er wußte, daß er als nächster dran war, mit den Aufgaben. Zumindest, wenn man den Doktor nicht mitzählte, und da der alles koordinierte, brachte er sich automatisch schon in das Verfahren ein. Ich wartete gespannt, was die nächste Aufgabe sein würde.
      Der Doktor erklärte es uns auf dem Weg. Ich war nicht mehr so ganz undankbar um das Kürbis-Fegen. Die dritte Aufgabe war, man sollte mit einem Skelett tanzen.
      Dem Gayaner war anzusehen, daß er nicht so recht wußte, was er davon halten sollte. Zu ihm paßte es aber immerhin besser als zum Rest von uns, nahm man den Doktor mal aus, dem ich es von allen am ehesten zugetraut hätte.
      Unser Weg führte uns auf einen Friedhof. Zwischen den Grabsteinen war ein Platz aus festgetretener Erde. Eine unheimliche, silbergraue Dämmerung umgab den Ort. Die blattlosen Bäume bildeten mit ihren Ästen und Zweigen eine schwarze Silhouette wie einen Scherenschnitt davor.
      Zinos Ohren waren abgekippt, als er sich umsah und fragte, wie es weiter ging. Der Doktor nahm mir den Besen aus der Hand und gab ihn an Zino weiter. Nüchtern erklärte er dem Gayaner, daß er zuerst die Knochen zusammenfegen mußte, die über den Platz verteilt waren. Was für den Doktor normal erschien, war für uns doch eher etwas… sonderbar. Mit leicht hängenden Ohren machte sich Zino ans Werk. Das Zusammenfegen hätte ich auch noch für ihn übernommen. Die Knochen zusammenzufegen war sicher einfacher, als die Kürbisse auf dem Schloßplatz.
      Ich vermute auch eher, daß es nicht das fegen war, sondern das, was im Anschluß auf ihn wartete, was Zinos Ohren hängen ließ. Sorgfältig fegte er alle Knochen auf einen Haufen und stellte den Besen gegen einen Grabstein. Als er sich ratlos zum Doktor umdrehte, stand der grinsend mit einem Schädel in den Händen da, den er nun dem erschrockenen Gayaner reichte. Ich will nicht behaupten, daß Zino gleich das nächste Trauma weghatte, aber es war deutlich, daß er damit nicht gerechnet hatte.
      Der Doktor bedeutete Zino, den Schädel auf den Knochenhaufen zu legen. Ich fragte mich in der Zwischenzeit noch, wo er den Kopf herhatte. Er mußte hier irgendwo herumgelegen haben.
      Zinos Ohren drehten sich leicht nervös, als er den Schädel mit spitzen Fingern auf den Knochenhaufen setzte. Er trat rasch zwei Schritte davon weg. Unmittelbar darauf konnten wir beobachten, wie die Knochen in einem Neonschimmer zu glühen begannen, und sich das Skelett wieder zu einem ganzen zusammensetzte. Von irgendwo im Hintergrund setzte eine spooky Musik ein. Und wir wußten alle, was jetzt dran war!
      Zino grinste etwas verlegen. Einerseits hatte ich bei ihm nicht gedacht, daß gerade er sich beim Tanzen so zieren würde, andererseits… konnte ich es verstehen. Wie tanzte man mit einem Skelett zu dieser seltsamen Musik?
      Das in bleichem neongrün leuchtende Gerippe machte es vor und klapperte lustig zu den gruselig-schaurigen Klängen. „Mach das doch einfach nach!“ schlug ich Zino vor. Ihm sackten ad hoc die Ohren ab. Man sah ihm an, wie lächerlich er sich allein bei dem Gedanken vorkam. Er wußte allerdings auch, daß er aus der Nummer nicht mehr herauskam. John und ich hatten unseren Beitrag bereits geleistet, und seinen brauchten wir, damit wir ihn später in die TARDIS auch wieder mit zurücknehmen konnten. Und so schluckte er und fügte sich in das unvermeidliche.
      Er versuchte, cool zu wirken, als er zu seinem Tanzpartner herüber ging und sich zu der Musik bewegte. Das Skelett grinste ihn an. Was hätte es auch sonst tun sollen?
      Zino grinste bald automatisch zurück. Das mutete dann erst recht skurril an. Was aber das wichtigste war: Die beiden tanzten miteinander! Es war ein bißchen discolike, aber das war ja egal!
      Der Doktor klatschte freudig in die Hände und begann einen Kasatschok im Takt. John und ich beobachteten es fasziniert, lächelten, in der Erleichterung, daß wir nur zuzusehen brauchten. Doch dann kamen auf einmal noch mehr Skelette hinter den Grabreihen hervor, vier weitere neongrün leuchtende Gestalten, bildeten eine Reihe, und nahmen uns alle in ihre Mitte. Ehe wir es uns versahen, hatte jeder von uns zwei Skelette im Arm, und wir tanzten CanCan zusammen. Ich muß zugeben, es machte Spaß…

Als die Musik stoppte, zerfielen die Skelette wieder in ihre einzelnen Knochen, und das unheimliche Glühen verschwand, so daß die auch so schon genug schaurig weißen Gebeine bleich im Mondlicht lagen. Nur das allererste Skelett hielt sich noch einen Moment länger beieinander, um uns einen Schlüssel zu offerieren. Der Doktor nahm ihn an und verneigte sich vor dem Skelett. Dann fiel auch das zum Dank auseinander.
      Der Schlüssel glänzte mal silber, mal golden im Licht des Vollmonds. Ich fragte mich, wozu der Schlüssel gut sein sollte, und ich wette, die anderen auch. Nur der Doktor schmunzelte wissend und zufrieden. Er sagte diesmal aber nichts. Dies war sein Part in diesem Abenteuer.
      Wir folgten ihm weiter, bis wir an einen See kamen. Das Wasser glänzte im Mondlicht. Man konnte eine Spiegelung in dem ruhigen dunklen Wasser erkennen, von der ich nicht wußte, wo sie herkam – es war die Spiegelung eines Vorhängeschlosses, mit einem deutlich sichtbaren Schlüsselloch.
      Und nun kommt das sonderbarste unseres ganzen Aufenthaltes auf den Halloweeninseln: Der Doktor schloß mit dem Schlüssel das Schloß in der Reflektion auf. Es schnappte auf, und eine Fontäne aus glitzernden Sternen ergoß sich über uns.
      Der Doktor erklärte uns, die Sterne würden unsere innersten Wünsche automatisch erkennen, und erfüllen, wenn alle Aufgaben erfolgreich erledigt waren – und das waren sie, denn sonst hätten wir von dem Skelett den Schlüssel nicht bekommen. Unserem sicheren Heimweg stand also nichts mehr im Wege.
      Wie genau es funktionierte – ob die Koordinaten schon richtig einprogrammiert waren, wenn wir zurück kehrten, oder ob einer von uns plötzlich Stellarkarten lesen konnte, ich wußte es nicht. Das hinderte uns nicht daran, uns guter Dinge auf den Rückweg zu machen. Denn irgendwie, das war ja klar, würde es schon funktionieren!
      Auf dem Pfad zurück durch den Wald zog der Doktor plötzlich seine Blockflöte aus der Tasche seines Jacketts heraus und spielte für uns »Spiel mir das Lied vom Tod«. Ich muß mich korrigieren; es war eine Blockflöte – als ich genauer hinsah, bemerkte ich, daß ich diese hier noch nie gesehen hatte.
      Als wir bei der TARDIS ankamen, erwartete uns eine Überraschung. Davor stand ein geschnitzter Kürbis, aus dessen Inneren es durch eine Kerze unheimlich durch das eingeschnitzte Gesicht leuchtete. Zino hob entzückt die Ohren, und als der Doktor verkündete, daß er den Kürbis mitnehmen konnte, wenn es sein innerer Wunsch gewesen war, strahlte der Gayaner erst recht.
      Wir waren alle ein wenig geplättet. Insbesondere ich, denn auch wenn ich nicht richtig darüber nachgedacht hatte, hatte ich mir insgeheim doch gewünscht, daß Jake und Tracy dieses Abenteuer hätten sehen können – und neben dem Kürbis lag eine Skelevision-Kassette mit dem Titel »Abenteuer auf den Halloweeninseln, eine Kooperation der BBC, Filmation und Ambient Entertainment«. Ich konnte es kaum fassen. Bekamen wir alle etwa zwei Geschenke?
      Als Zino und ich unsere Geschenke eingesammelt hatten, stellten wir fest, daß für Johnny gar nichts dabei gewesen war. Der Doktor hatte sich die neue Flöte gewünscht, Zino und ich hatten etwas bekommen, aber unser Freund von U.N.I.T. schien leer ausgegangen zu sein.
      John konnte nicht ganz verbergen, daß er ein wenig geknickt war, räumte aber ein, daß er wahrscheinlich gar keinen insgeheimen Wunsch gehabt hatte. Ich versuchte ihn damit aufzumuntern, daß er dann wahrscheinlich jetzt die Nach-Hause-Koordinaten kannte. So richtig durchschlagend war der Erfolg der Aufmunterung aber nicht. Ich gestehe, daß ich das nachvollziehen konnte. Es war auch nicht mehr als ein Versuch gewesen.
      John atmete durch und versuchte, es gelassen zu nehmen. Der bodenständige U.N.I.T.-Sergeant, so viele Wünsche hatte er auch gar nicht, dafür gönnte er uns die Erfüllung unserer. Ich stand kurz davor, ihm die Videokassette zu schenken, und ich sah Zino an, daß es ihm mit dem Kürbis ähnlich ging. Dem Gayaner merkte man an Ohrenstellung, Blick und den niedergezogenen Mundwinkeln an, wie betroffen er war. Ich konnte es nicht ganz verstehen. Hatte nicht jeder insgeheime Wünsche? Oder hatte es vielleicht deswegen nicht geklappt, weil die Wünsche etwas mit den Halloweeninseln zu tun haben mußten, und Johns Unterbewußtsein dazu nichts eingefallen war…? Es änderte nichts daran. Weder Zino noch ich konnten uns jetzt noch so richtig über unsere Geschenke freuen, wenn Johnny gar nichts bekam.
      Nur der Doktor ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erfreute sich an seiner neuen Flöte. Ich hätte bis dahin nie vermutet, daß er so gemein sein konnte. Aber ändern konnten wir sowieso nichts, und so schloß er die Tür der TARDIS auf, damit wir bald den Inseln Lebewohl sagen konnten.
      Für mich hatte es einen bitteren Beigeschmack, als ich die TARDIS betrat. Ich beschloß, mich später mit Zino zu beraten, um zu Hause etwas schönes für John als Entschädigung zu machen. Er ließ es sich nicht anmerken, aber wir merkten trotzdem, daß er ein bißchen traurig war, daß er als einziger leer ausgegangen war. Er wußte nicht mal die Koordinaten nach Hause…
      Der Doktor war bereits in die Anzeigen der Konsole vertieft, als wir uns im Kontrollraum sammelten. Plötzlich machten wir eine Bewegung aus einer Ecke des Raumes aus und wandten uns synchron verwundert in die Richtung. Auf einmal hielten wir alle kollektiv den Atem an – einer von uns aber besonders! Das, was dort aus der Ecke direkt auf Sergeant John Benton zukam, war die Katze, die er ganz zu Beginn für die Hexe eingesammelt hatte! Sie hatte jetzt violettes Fell – wir konnten nur spekulieren, ob es immer schon so war, und wir es in der Dunkelheit nur nicht gesehen hatten, oder ob der Zaubertrank daran schuld war, in den die Hexe die Katze geschmissen hatte.
      Ich hatte noch nie so eine große Wiedersehensfreude erlebt! Die Katze hielt direkt mit erhobenem Schwanz auf den U.N.I.T.-Soldaten zu, und John strahlte, weit mehr als ich über mein Video und Zino über seinen Kürbis, als er in die Hocke ging und dem hübschen Tier die Hand entgegen streckte. Dafür freuten wir uns umso mehr mit ihm, als er die Katze in die Arme schloß, und sie sich schnurrend an ihn schmiegte. Der Doktor sah auf und schmunzelte. Da wurde mir klar: Er hatte es die ganze Zeit gewußt!
      Als John sich mit der Katze in den Armen aus der Hocke aufrichtete, hatte er Tränen in den Augen, ich hatte ihn aber noch nie so lächeln gesehen. Das war der Unterschied zwischen uns anderen und John; der Doktor, Zino und ich freuten uns über unsere Geschenke. John war glücklich! Er hatte von uns allen das größte Geschenk bekommen.
      Blieb nur noch eine Frage offen: Denn eigentlich hatten wir ja den Weg nach Hause haben wollen!
      Der Doktor hatte bereits Koordinaten programmiert, bereit diese auszulösen. Das geschah so zielstrebig, daß es mich irritierte. Hatte der Doktor etwa doch das Wissen bekommen, das wir uns zu Anfang gewünscht hatten? Zusätzlich zu der Blockflöte, um uns alle sicher nach Hause zu bringen? – Ich konnte nicht anders als zu fragen, wie es kam, daß wir zwei Geschenke bekamen – das, über welches wir gesprochen hatten, und unsere geheimen Wünsche, die sich hier auf der Insel entwickelt hatten.
      Der Doktor grinste, als er sagte, daß wir den ersten Wunsch nicht gebraucht hatten. Er war schon das eine oder andere Mal hier gewesen, von hier fand er sich alleine zurecht. Die Insel hatte also nur auf unsere geheimen, inneren Wünsche gehört, über die wir selbst gar nicht richtig nachgedacht hatten…

John war den Rückflug über nicht ansprechbar. Er tüddelte mit seiner Katze herum und war ganz versunken in seine neue Freundschaft – oder sollte ich besser sagen, neue Liebe?
      Mir ging in der Zwischenzeit noch immer nicht der Moment aus dem Kopf, der uns hergebracht hatte. Die ganze Aktion, die uns aus der Flugbahn geworfen hatte, die Stellarkarte, das ganze dramatische hin und her… War das alles Zufall gewesen, oder hatte der Doktor vielleicht doch seine Finger da mit im Spiel, und die ganze Sache für uns inszeniert? Ich sah zu dem Timelord herüber, der konzentriert an der Konsole stand. Ich wußte es nicht!
      Auf jeden Fall aber kamen wir gut und sicher zu Hause an! Das war ja das, was uns - die wir keine Timelords waren - am meisten Sorge gemacht hatte.
      Da wir nun deutlich länger als geplant unterwegs gewesen, und von dem Abenteuer einigermaßen erschöpft waren, verschoben wir aber den gemeinsamen Tee zum Abschluß und verabschiedeten uns an diesem Tag gleich voneinander. Ich war mir allerdings auch sicher, daß John ohnehin nicht aufnahmefähig gewesen wäre. Seine Aufmerksamkeit war nur noch bei dem kleinen Katzenwesen in seinen Armen. Bei der Gelegenheit erwähnte ich, daß die Katz ja noch einen Namen brauchte. Die Bemerkung ließ ihn etwas verlegen zurück, so weit hatte er anscheinend noch gar nicht gedacht. Ich betrachtete die außergewöhnliche Fellfarbe, schmunzelte, und konnte nicht anders als vorzuschlagen: „Nenn sie doch »Leela«!“
      John dachte einen Moment darüber nach; er wußte, wie ich darauf gekommen war. Der Gedanke schien ihm zu gefallen.
      Wir verabschiedeten uns noch von dem Doktor, der sich leidenschaftlich mit seiner neuen Blockflöte beschäftigte, und von Zino, der zu Hause gleich seinem Kumpel Boo seinen tollen Halloweenkürbis zeigen wollte. So gingen wir auseinander, jeder kehrte nach Hause zurück, und ich ging die Stufen zum Ghostkommando hoch, um mit Jake und Tracy zusammen ein spannendes Video zu gucken…


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 45 war (von -Leela- mit Ergänzungen von Sira-la):
      Wer einen Stadtplan/Landkarte lesen kann, ist klar im Vorteil. Wo landen deine Charaktere anstelle ihres eigentlichen Zielortes, wann und warum? Und wie geht die Situation weiter?
      Halloween soll ein wichtiges Thema in diesem OS sein, er muss aber nicht unbedingt an Halloween stattfinden.


Anm. d. Aut.: Doctor Who / Back to Gaya / Ghostbuster-CrossOver
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