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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.07.2020 940
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
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Die sonderlichsten Geschehnisse ereignen sich meistens im eigenen Haushalt. Dies stellt Eddy in seinem nachfolgenden Kapitel auch einmal wieder fest. Für euch hat er diesmal ein Erlebnis, das vor nicht allzu langer Zeit passiert ist, und ihn mit einer gewissen Faszination behaftet hat.

Happy Reunion

Es gibt nichts schöneres, als gute Freunde nach langer Zeit endlich wiederzusehen.
      Diesen Satz lasse ich jetzt mal einen Moment so im Raum stehen.
      Und dann erzähle ich euch, was für skurrile Erfahrungen man mit dieser Aussage machen kann.

Es war ein Samstag wie jeder andere. Zumindest begann er so. Tracy bastelte in seiner Werkstatt, Jake beschäftigte sich im Büro mit der Zeitung, und ich schaute ein wenig Skelevision – ich hatte mich von Jake auf »Fosters Haus für Phantasiefreunde« bringen lassen.
      Alles in allem war der Morgen friedlich und ruhig – bis es an der Tür klingelte. Ich stand auf um nachzusehen. Ich erwartete nichts außergewöhnliches; entsprechend könnt ihr euch meine Überraschung vielleicht vorstellen, als ich mich vor unserer Haustür einem Gorilla gegenüber sah. Er hatte dunkleres Fell als Tracy und grinste mich an.
      Ich wußte im ersten Moment gar nicht, was ich sagen sollte; da war Tracy allerdings auch schon aus der Werkstatt ins Büro hoch gekommen, um vorsichtshalber ebenfalls nach der Tür zu sehen. Als die beiden Gorillas sich sahen, war die Wiedersehensfreude so groß, daß ich mich mit einem beherzten Sprung zur Seite aus ihrer Reichweite retten mußte. Es hatte etwas gewaltiges, als die beiden großen haarigen Körper aufeinander zuliefen. Ich mußte noch meinen Schock bewältigen, als ich an der Seite des Zimmers stand und fasziniert beobachtete, was nun geschah. Es gibt wohl kaum etwas beeindruckenderes, als zu beobachten, wie sich zwei Gorillas in die Arme fielen.
      Es stellte sich also heraus, daß Tracy und der andere Gorilla alte Freunde waren. Das leiteten Jake und ich an der Körpersprache ab. Da die beiden Freunde gerade die Sitzecke mit dem Skelevision belegten, hatte ich mich bei Jake an den Schreibtisch gelehnt, und wir beobachteten. Im Gegensatz zu Tracy hatte sein Kamerad nie unsere Sprache gelernt, so daß sie sich auf gorillisch unterhielten. Das war interessant anzuhören. Tracy öffnete eine Dose Bananenplätzchen, und schon waren die beiden in eine angeregte Unterhaltung - vermutlich über alte Zeiten - verstrickt.
      Jake und ich beschlossen gerade, uns anderweitig zu orientieren, um die zwei Freunde nicht zu stören, und wollten uns in unsere Zimmer zurückziehen, als es erneut klingelte. Dieses Mal ging Jake öffnen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern ich es bereits geahnt hatte; etwas sparsam schauten wir aber doch, als zwei weitere Gorillas vor der Tür standen.
      Die beiden wurden mit großem Hallo von Tracy und seinem ersten Gast begrüßt. Das mußte früher, im Urwald, eine ganze Clique gewesen sein! Ich fragte mich ernsthaft, woher die anderen Gorillas Tracys Adresse hatten!
      Der Lautstärkepegel sprang Augenblick in die Höhe. Aufgeregt sortierten sich die vier Menschenaffen in die Sitzecke und redeten durcheinander. Wahrscheinlich fragten sie einander, wie es ihnen jeweils in der Zwischenzeit ergangen war.
      Jake und ich waren viel zu fasziniert, um unseren Posten jetzt aufzugeben. Wir wurden sowieso nicht beachtet, da konnten wir auch getrost eine Weile zuschauen.
      Tracy verschwand kurz in der Küche, um Bananentee zu machen. Auch ein selbstgebackenes Bananenbrot kam auf den Tisch. Tassen wurden hin- und hergereicht, Tracy gab Teller mit dem Brot aus, und ich konnte kaum noch die Gorillaarme auseinanderhalten.
      Als es noch einmal klingelte, zuckte ich unwillkürlich zusammen. Konnte es etwa sein…? Ich ging vorsichtig nachsehen und wurde schon argwöhnisch, als ich die Umrisse durch die matte Glasscheibe sah. Und tatsächlich, vor der Tür standen drei weitere Gorillas! Ich muß ein äußerst seltsames Bild abgegeben haben, als ich dastand und in meinen Gedanken aufrechnete: Ein Gorilla, zwei Gorillas, drei Gorillas… Wie viele mochten da noch kommen?
      Die drei Neuankömmlinge hatten mittlerweile die vier bereits anwesenden Gorillas entdeckt, und die beiden Gruppen stürmten aufeinander zu, um sich zu begrüßen. Ich hatte noch nie so viele Gorillaarme in einem heillosen Durcheinander gesehen wie jetzt, als jeder den anderen umarmen wollte!
      Ab jetzt wurde es richtig laut in unserem Heim, aber die sieben Gorillas hatten Spaß, das sah man der Gruppe an. Nun kam auch der gute Bananenlikör auf den Tisch. Das war der Moment, in dem Jake und ich uns mit einem Schmunzeln aus der Szenerie verabschiedeten, und mit dem Ghostbuggy hinausfuhren. Wir hatten uns kurzfristig entschieden, in unser Einkaufszentrum zu fahren. Dort konnte man sich gut einen ganzen Tag aufhalten, vor allem weil es dort die Bowlingbahn gab.

Als wir spät am Abend nach Hause kamen, fanden wir nur noch einen Gorilla in unserem Domizil vor. Daß es eine illustre Runde gewesen sein mußte, zeigte sich am Zustand der Wohnung und daran, daß Tracy völlig desolat auf dem Sofa hing und vor sich hinschnarchte. Vom Eingangsbereich aus sahen wir mindestens fünf Flaschen Bananenlikör, die das zeitliche gesegnet hatten.
      Wir gingen davon aus, daß Tracy das Chaos schon wieder aufräumen würde, das durch das Affentheater entstanden war, und gingen leise zu unseren Zimmern hoch. Hauptsache, Tracy hatte seinen Spaß gehabt. Es gibt nichts schöneres, als gute Freunde nach langer Zeit endlich wiederzusehen.


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 28 war:
      Es gibt nichts schöneres, als gute Freunde nach langer Zeit endlich wiederzusehen.
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