Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
29.06.2020 1.012
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
__________________________________________________________________________________________




Eddy weiß, daß er nicht immer ganz up-to-date ist. Trotzdem gibt es Situationen, die ihn in erster Instanz hilflos zurücklassen. Und wenn dann noch zwei skurrile Ereignisse zusammenfallen, kann man sich schon die Frage stellen, was es da für einen Zusammenhang geben mag. Die folgende Geschichte hat ihn jedenfalls ein wenig aus dem Ruder geworfen, als sie vor nicht allzu langer Zeit passierte…

Die wahren Hintergründe…

„Oooh, Papier, Papier, Papier…!“
      Es ist schon grotesk, wenn man an nichts anderes mehr denken kann. Ich mußte unbedingt eine wichtige Notiz aufschreiben; seit Tracy das neue Computersystem im GhostCommand installiert hatte, hatte er aber konsequent jegliche Form von Notizzetteln, Blöcken und anderen herkömmlichen, altbewährten, händischen Schreibmitteln aus dem Haus verbannt, damit wir das Computersystem auch nutzten. Was unser guter Gorilla dabei nicht bedacht hatte war, daß man so einen Computer nicht mal eben so irgendwohin mitnehmen konnte!
      Tracy war gründlich gewesen! Er hatte sogar in unseren Zimmern aufgeräumt, damit wir nicht schummelten. Das würde noch ein Nachspiel haben, das schwor ich! In meiner Not fuhr ich in die Stadt, um mir einen neuen Notizblock zu besorgen. Ich ließ mich doch hier nicht veralbern!
      In dem großen Kaufhaus angekommen, war mein ursprünglicher Grund für meinen Besuch hier für einen Augenblick fast vergessen. Zwischen den Kunden tummelten sich diverse Echsenmenschen, und das Bild war so harmonisch, als gehörten sie hier her. Ich konnte nicht anders, als fasziniert zu lächeln. Ich mußte die Ankündigung der Veranstaltung verpaßt haben, zu der die Cosplayer gehörten, die im übrigen, so dachte ich zu dem Zeitpunkt, eine hervorragende Arbeit an ihren Kostümen geleistet hatten.
      Halb in meiner Faszination gefangen, halb in Gedanken bei meinem eigentlichen Ansinnen, huschte ich die Treppen hinauf zur Schreibwarenabteilung. Den Weg kannte ich bald im Schlaf, und ich würde dem Gorilla jetzt zeigen, was eine Papierharke war! Als ich in dem Bereich mit den Bastel- und Schreibwaren ankam, stockte ich jedoch entsetzt im Schritt. Die Regale waren leer! Es gab kein Papier mehr! Nicht einmal ein kleines Notizblöckchen!
      Ich brauchte einige Minuten, um für mich die Gegebenheiten zu realisieren. Hatte sich die ganze Welt gegen mich verschworen? Ich beschloß, an der Kasse zu fragen, was hier vor sich ging.
      Natürlich wartete bereits eine elendig lange Schlange an der Kasse. Wahrscheinlich wollten die Leute vor mir genau das gleiche fragen wie ich. Vor mir stand einer der Cosplayer. Ich nutzte die Chance, als ich warten mußte, und sprach ihn neugierig an, fragte, wo die Convention wäre, zu der er gehörte. Als er sich umdrehte, sah ich eines der Kostüme zum ersten Mal von nahem. Ich erstarrte unwillkürlich. Entweder, diese Masken waren äußerst realistisch gelungen, oder…
      Als er mich ansprach, entging mir der Sinn dessen, was er sagte, völlig. Zwar sprach er unsere Sprache, aber, diese Stimme… War das ein Stimmverzerrer oder etwas in der Art? Ich entschuldigte mich und fragte noch mal. Das Echsenwesen rollte die Augen und wiederholte, daß es nicht wisse wovon ich spreche, und daß er und sein Volk lediglich auf Abstecher an unserem Planeten vorbeigekommen war. Aha. Das erklärte natürlich einiges!
      Ich kannte die Späße von Cosplayern. Wenn die Maske richtig gut gelungen war, machte es besonders viel Spaß. Ich hatte mich schon mit Snape über Hogwarts unterhalten, mit Galadriel über Hobbits philosophiert, und mit Darth Vader über seine Familienverhältnisse geplauscht. Hier war mir gerade unheimlich! Die Präsenz der Rolle war mir zu… echt! Ich schien aber der einzige zu sein, den das beunruhigte, als ich mich in dem Laden umsah.
      Als ich endlich an der Reihe war und mich an der Kasse nach Papier erkundigte, bekam ich die kurze wie alles erklärende Auskunft: „Tut mir leid, Papier ist aus!“ Na, prima! Dieser Tag war ja von Erfolg gekrönt!

Als ich nach Hause kam, beschloß ich, meine Kollegen gleich einmal auf das Thema anzusprechen – vielleicht hatten sie auch schon bemerkt, was in der Stadt los war und wußten mehr.
      Ich traf prompt im Büro auf Jake, als er am Schreibtisch saß und irgend etwas las. Die Gelegenheit nutzte ich sofort. Als ich Jake darauf ansprach, ob er eine Ahnung hatte, was da gerade vor unserer Haustür vor sich ging, fragte er mich, ob ich keine Zeitung lesen würde. Das Gespräch begann ja phantastisch! Ich muß zugeben, daß ich der Tageszeitung bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit schenkte wie er. In den letzten Tagen hatte ich aber tatsächlich nicht so wahnsinnig viel von der Welt mitbekommen, da ich in meinem Atelier beim malen gewesen war. Leinwände gab es immerhin noch!
      Jake gab mir kommentarlos die Zeitung vom Vortag. Da prangte der Artikel gleich auf der ersten Seite, mit Bild: Exo-Terraner auf Zwischenstop, und die Bevölkerung war aufgerufen worden, ihnen besonders gastfreundlich zu begegnen, da sie sich sonst provoziert fühlen könnten. Ich schauderte noch nachträglich und reflektierte mich selbst. Ich hatte den Exo-Terraner vor mir ganz freundlich angesprochen, da war ich mir sicher!
      Jetzt erklärte sich allerdings auch der Mangel an Papier in der Stadt. Denn die Exo-Terraner kauften alles auf, was sie zu fassen bekamen, aufgrund eines akuten Papiernotstandes auf ihrer Heimatwelt. Das stimmte mich nachdenklich. Konnte das eventuell sogar einen Sachzusammenhang zu dem plötzlichen Papiermangel im GhostCommand haben? Wie hatte Tracy überhaupt das neue Computersystem finanziert…?


__________________________________________________________________________________________

Die Vorgabe für Kalenderwoche 27 war (von -Leela- mit Ergänzungen von Sira-la):
      Du mußt dir eine wichtige Notiz aufschreiben, die du nicht vergessen darfst. Doch im ganzen Haus ist kein Notizblock zu finden. In deiner Verzweiflung fährst du zum Kaufhaus, doch in der ganzen Stadt scheint es kein Papier mehr zu geben…
      Und was haben eigentlich diese Echsenmenschen damit zu tun, deren Anblick für jeden normal zu sein scheint außer für dich?
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast