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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
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57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.06.2020 1.918
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
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Nicht alle Geschichten, die Eddy aus den Socken hauen, passieren bei ihm zu Hause, manche erlebt er auch unterwegs, wenn er bei Freunden ist, und eigentlich, erst einmal, gar nichts damit zu tun hat. Manchmal ist es aber auch Fügung des Schicksals, und so einen Zufallsschlag erzählt er uns heute:

Geistertrouble in Gaya

Die heutige Geschichte, die ich für euch habe, betrifft in erster Instanz nicht einmal mich selber, und dennoch sollten Jake, Tracy und ich involvierter sein, als wir zu Beginn vermutet hatten.
      Wir hatten Boo und Zino in Gaya besucht. Das war ein wirklich schöner Tag; wir waren in der herrlichen Landschaft von Gaya unterwegs, und für Tracy war es natürlich wie jedes Mal ein Highlight, mit Boo zusammen über Erfindungen zu philosophieren. Zum Kaffee am Nachmittag tauschten Jake und ich mit Zino also Heldentaten und Ghostbustingeinsätze aus, während unsere beiden Erfinder euphorisch an der Werkbank Boos neuesten Erfindungen begutachteten.
      So waren wir gerade jeder in unseren Themen verstrickt, als es an das Tor der Werkstatt klopfte. Etwas verwundert ging Boo öffnen, immerhin erwartete er eigentlich keine Besucher mehr. Als er das Tor aufschob, stand ein kleinerer Gayaner davor. Im ersten Moment hielten wir alle verblüfft inne. Der Gayaner, den unsere beiden Freunde augenscheinlich nicht kannten, hatte eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Boo. Das war aber nicht das einzige, was uns sofort an dem Besucher auffiel. Etwas, was ebenso offensichtlich war, das war, daß er verzweifelt wirkte. Diesen Eindruck bestätigte er auch umgehend, als er erklärte, daß er dringend Hilfe brauchte.
      Zu allererst ließ Boo seinen unverhofften Gast, der sich als Fabion vorstellte, hinein und bat ihn, uns die ganze Geschichte zu erzählen. Es stellte sich heraus, daß Fabion aus Boos Zukunft kam, ein Nachfahre von ihm war, der die Werkstatt übernommen hatte, und durch eine neue Erfindung, die er eigens zu dem Zweck erfunden hatte, ihn jetzt zu besuchen, in die Verlegenheit zurückgekehrt war. Tracy begutachtete bereits neugierig das Device an seinem Arm, das wie eine Uhr aussah. Es waren die nächsten Worte, die uns in Aufruhr versetzten. Der Grund für den Besuch von Fabion in seinem früheren Gaya war, daß es in seiner Zeit ein massives Geisterproblem gab. Das war der Moment, als wir uns entschieden, über Nacht zu bleiben…

Fabion hatte uns alle Einzelheiten erzählt. Es hatte vor ein paar Tagen angefangen, als in der Schlucht direkt vor der Werkstatt die ersten Wolken aufgetaucht waren. Bald schon stellte sich heraus, daß es keine Wolken waren, sondern Geistererscheinungen, die nun das Land heimsuchten, und es kamen immer mehr nach. Er hatte versucht, das Problem zu analysieren und zu bekämpfen, doch er bekam die Ursache nicht zu fassen, und der einzige Hinweis, den er hatte ermitteln können, führte ihn zu uns. Es war ein altes Device, das er auf dem Dachboden gefunden hatte, und von dem er zurückrecherchiert hatte, daß dies von einem Vorfahren von ihm hatte erfunden sein müssen. Und da er als einzigen Erfinder in seiner Linie Boo hatte ermitteln können, lag die Vermutung nahe, daß er dieses Device erfunden hatte. Leider hatte er es nicht mitbringen können, da die Energie seines Zeitsprung-Armbandes dafür nicht ausreichte. Dabei waren wir gleich beim nächsten Knackpunkt, er konnte nämlich nur allein in seine Zeit zurückkehren. Aber es war offensichtlich, daß er dringend Hilfe brauchte.
      Ironischerweise war das ein prädestinierter Auftrag für uns. Es gab ein Geisterproblem zu bekämpfen, und Zeitreisen gehörten zu unserem täglichen Geschäft. Welche Fügung des Schicksals uns hier zusammengeführt hatte, blieb wohl für alle Zeit unbestimmt, aber es spielte uns allen in die Hände. Wir erklärten also schnell, daß wir mit unserem Ghostbuggy in die Zukunft reisen konnten, und daß wir einen Ghostbusterservice betrieben, und wir uns das Problem einmal ansehen wollten, natürlich mit Boo zusammen, da er beurteilen mußte, ob seine Erfindung, die die Jahre überdauert hatte, etwas damit zu tun hatte.
      Die Erleichterung war Fabion jetzt bereits anzusehen. Er warnte uns allerdings auch, daß wir uns nur bei der Werkstatt aufhalten sollten, da wir eigentlich keine Kenntnisse über die Zukunft erhalten durften. Nun, mit ein bißchen Glück konnten wir das versprechen.

Ich hatte noch nie einen Gayaner so enttäuscht gesehen wie Zino, als wir ihm sagten, daß er nicht mitkommen konnte. Er hatte sich schon so darauf gefreut, die Zukunft kennenzulernen, aber in diesem Fall konnte er uns voraussichtlich nur wenig unterstützen, und die Gefahr, die damit einherging, daß Gayaner einen Blick in ihre eigene Zukunft warfen, war einfach zu hoch. Es war schon ein Zugeständnis, daß wir überhaupt Boo mitnahmen, aber ohne ihn würden wir tatsächlich nicht weiter kommen, wenn wir die Sachlage richtig analysieren wollten.
      Wir verabredeten uns mit Fabion direkt vor dem Werkstatttor, Tracy ließ sich die Zeitkoordinaten geben, und schon starteten wir durch. Tracy drehte eine große Schleife über die gewaltige Schlucht, welche direkt vor Boos Werkstatt lag, damit er genug Raum für den Zeitsprung hatte. Das verlief reibungslos, auch wenn mein Magen einmal mehr rebellierte. Ich fragte mich, ob Fabions Art, durch die Zeit zu reisen, angenehmer war.
      Als wir in der Zukunft ankamen, sahen wir das Problem sofort. Es war gar nicht zu übersehen. Fabion hatte nicht übertrieben. Man konnte den Boden der Schlucht nicht mehr erkennen. Alles war voll mit Geistererscheinungen, die tatsächlich im ersten Moment mit Wolken hätten verwechselt werden können, und diese strömten in alle Richtungen des Landes aus. Tracy, der eine Messung hatte vornehmen wollen, steckte das Meßgerät wieder weg. Es war unnötig. Und ebenso sinnlos, das begriff sogar Jake sofort, war es, versuchen zu wollen, die Geister mit dem Dematerialisator zu eliminieren. Wir mußten die Ursache bekämpfen, nicht die Wirkung!
      Fabion führte uns in die Werkstatt, die uns so vertraut und so fremd zugleich vorkam. Boo beäugte fasziniert die Erfindungen, die auf den Werkbänken lagen, und damit fingen die Probleme auch schon an. Fabion hatte einige Mühe, seinem Vorfahren begreiflich zu machen, daß er nichts über zukünftige Erfindungen wissen durfte, weil sonst die komplette gayanische Zukunft über Kopf ging. Das war für einen leidenschaftlichen Erfinder natürlich hart zu akzeptieren. Tracy konnte es ihm erst recht gut nachempfinden.
      Fabion bemühte sich rasch, alles mit weißen Tüchern abzudecken und führte uns dann zum Dachboden hoch. Hier stand nichts, was Boo nicht kannte, daher war es hier recht ungefährlich. Und für Boo natürlich langweilig.
      Fabion zeigte uns das Konstrukt, auf das er aufmerksam geworden war, als er nach einer Lösung für das Geisterproblem gesucht hatte. Die alte, seltsam anmutende Maschine wirkte auf mich, als hätte sie ihr Leben schon vor langer Zeit ausgehaucht. Fabion bestätigte uns auch, daß sie nicht mehr funktionstüchtig sei, dennoch hatte er eine Art Energie festgestellt, die sich in dem Korpus der Maschine gesammelt hatte und die er nicht zuordnen konnte; und der Trichter an der Maschine führte direkt aus einem Fenster und zeigte zur Schlucht hinunter. Er hatte versucht herauszufinden, wofür die Maschine gedacht gewesen war, und war zu dem Schluß gekommen, daß es etwas mit Energie sammeln und abgeben zu tun gehabt haben mußte, eine Art Energiegenerator. Das hatte ihn darauf gebracht, daß da ein Zusammenhang bestehen könnte, da die Maschine selbst aber eigentlich schon lange nicht mehr arbeitete, war er hier schnell mit seinem Latein am Ende gewesen.
      Boo erinnerte sich ebenfalls an die Maschine – er hatte sie zu dem Zeitpunkt, als Fabion bei uns aufgetaucht war, also tatsächlich schon erfunden. Er bestätigte, daß es sich dabei um einen Energiewandler handelte, der jede Art von Energie aufnehmen können, und in jede beliebige Art von Energie umwandeln können sollte. Leider hatte das Gerät nicht so funktioniert, wie er es sich vorgestellt hatte, und so hatte er es außer Betrieb genommen und, wie schon andere Dinge, die er nicht mehr brauchte, auf dem Dachboden verstaut. Dort hatte es anscheinend die Zeit überdauert.
      Tracy nahm, während wir darüber sprachen, bereits eine Messung vor und schaute sich das Gerät aufmerksam an. Tatsächlich stellte er fest, daß die Energiespirale im Inneren der Auslöser für das Geisterproblem sein mußte. Zwar wurde das Gerät nicht mehr genutzt, aber irgendwie arbeitete das Element doch noch, oder wieder, und konvertierte Energie in die spirituelle Geistermasse, die sich jetzt im Abgrund vor dem Haus sammelte. Wie gut Fabion daran getan hatte, sich an seinen Vorfahren zu wenden, um das Phänomen aufzuklären, bestätigte Tracy ebenfalls gleich, wenn auch nicht wegen Boo, sondern wegen uns – denn mit herkömmlichen Mitteln konnte dem Problem nicht mehr beigekommen werden; es nützte nichts, ein passives Element zu zerstören, das noch arbeitete. Es mußte regelrecht neutralisiert werden. Und das konnten wir, mit unserem Equipment.
      Tracy hatte die Dose mit dem Geisterneutralisationsspray schon in der Hand. Boo und Fabion bauten die Spirale aus, anschließend bearbeitete unser Gorilla die Spirale mit dem Spray. Eine darauf folgende Messung ergab, daß das Zeug seinen Effekt tat. Die Skala blieb auf dem Nullpunkt, und schoß nicht mehr über das Limit hinaus.
      Nun kam der Teil, der Jake besonderen Spaß machte, und der garantiert auch Zino eine Menge Spaß gemacht hätte: Die ganzen konvertierten Geister mußten gebustet werden. GB startete in den Flug über den Abgrund, und wir gaben alles, was wir hatten. Das meiste fing GB mit dem Dematerialisatornetz schon weg, aber wir legten mit den Dematerialisatoren auch ordentlich los und nutzten alle Waffen, die wir zur Verfügung hatten, bis wir die Schlucht geisterfrei hatten; zumindest dem Anschein nach.
      Es war später Abend, als wir zur Werkstatt zurückkehrten, und wir wußten, daß wir nicht alles geschafft hatten – denn die Geister, die bereits über das Land verschwunden waren, konnten wir nicht mehr ohne weiteres erreichen. Tracy gab Fabion den Tip, die nächste Zeit zu beobachten, wie sich die Lage entwickelte. Seine Hoffnung war, daß sich die spirituelle Energie von allein verflüchtigte, jetzt, wo es die Quelle nicht mehr gab; sollte es noch weiteren Geisterärger geben, sollte er sich noch einmal melden.
      In diesem Sinne verblieben wir, und wir verabschiedeten uns auch recht schnell voneinander, denn uns war bewußt, daß Boos Aufenthalt in der Zukunft gefährlich war.

Als wir wieder in unsere Zeitlinie zurück kamen, paßten wir genau den Punkt ab, an dem wir gestartet waren. Das war für Zino besonders verstörend; gerade noch hatte er sich aufgeregt, daß er nicht mitdurfte, jetzt waren wir schon wieder da und wurden mit den Worten begrüßt, ob etwas schief gelaufen wäre, oder wir ein schlechtes Gewissen hätten, und ihn doch mitnehmen wollten. Wie sollten wir ihm begreiflich machen, daß schon alles gelaufen war – wenn er es schon nicht selbst an unserem erschöpften Zustand bemerkte…?


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 26 war:
      Als es heute an deiner Tür klopft, traust du deinen Augen kaum. Vor dir steht jemand, der dir erstaunlich ähnlich sieht. Es stellt sich heraus, dass dies dein Nachkomme ist und dieser (durch einen unglücklichen Zufall oder beabsichtigt) in deiner Zeit gelandet ist. Jedenfalls braucht besagter Nachkomme dringend deine Hilfe.
      Dummerweise lautet eine der obersten Zeitreiseregeln: "Verrate nichts über die Zukunft." Das macht die Sache natürlich etwas kompliziert.
      PS: Ich bin wirklich wahnsinnig schlecht im gendern. Der Nachkomme ist im Prompt als geschlechtsneutral zu sehen, so dass ihr ihn anpassen könnt, wie ihr wollt :)
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