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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.06.2020 3.153
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern wie immer am Ende des Kapitels.
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Eddy ist mit surrealen Elementen aufgewachsen. Es gibt also kaum etwas, was ihn erschüttern kann, worüber so mancher in unserer Welt nur staunen kann. Und doch gibt es auch bei ihm eine feine Grenze, wo er anfängt, an seinem Verstand zu zweifeln. Diese Grenze erreichte er in der Geschichte, die er uns heute erzählen wird.

Ein Hauch von Nostalgie…

Die Party der Redaktion Phantom News war schrill, bunt und lebhaft. Es handelte sich dabei um eine Promotion-Veranstaltung für das neue Magazin »Movie Time«, in welchem es um die Geschichte des Films gehen sollte. Zu diesem Zweck war die große Veranstaltung im Gemeindehaus mit viel Pomp und Gloria aufgezogen worden. Jeder, der an dem Thema interessiert war, konnte die Veranstaltung besuchen, sich informieren, mit den Redakteuren unterhalten, in dem ersten Magazin blättern… und darüber hinaus konnte man sich gut bei Getränken, Snacks und Musik die Zeit vertreiben.
      Auch Jake, Tracy und ich waren auf der Veranstaltung dabei. Na klar, Jessica war maßgeblich an dem Magazin beteiligt, und wir waren neugierig, womit sich unsere Freundin aktuell beschäftigte. In der großen Halle war einiges los. Gäste vergnügten sich, Musik lief, alles war laut und aufgedreht, wie man sich eine typische High-Society-Party vorstellte. Ich ging durch die bunten Kleider, zu denen ich in meinem Anzug gut paßte, und das Stimmengewirr durch den Saal und sah mich um. An den Wänden hingen überall die Werbeplakate für das neue Magazin. Ein Schwarz-/Weiß-Cover mit Mickey Mouse, ein Bild aus seinem ersten Film »Plane Crazy«, einem Stummfilm. Die Anfänge der Filmgeschichte, und Disneys Kultfigur stand dafür Pate – die sich an den Wänden immer wieder wiederholenden Plakate standen in einem deutlichen Kontrast zu der bunten Feier, die hier stattfand, und verbreiteten einen Hauch von Nostalgie.
      Ich schaute mich nach meinen Kameraden um. Jake war weiter hinten mit Jessica im Gespräch. Tracy hatte ich seit längerem nicht mehr gesehen. Vielleicht, sollte ich die Zeit nutzen, und mir auch etwas zu trinken holen. Das war noch mein Gedanke gewesen, als ich die Halle durchschritt – und sich plötzlich alles änderte. Mit einem Mal schien die Farbe aus der Welt zu weichen. Wie Wasserfarben im Regen schienen sie sich aus der Welt zu waschen. Während ich noch versuchte zu realisieren, was gerade passierte, wurde die Welt um mich herum schwarz/weiß.
      Ich weiß nicht, warum ich mich gerade in dem Moment Richtung Eingang wandte, es war jedoch rechtzeitig, um ein paar sehr exklusive Gäste eintreten zu sehen: Major Cliff Allister McLane, Kommandant des Schnellen Raumkreuzers Orion, mit seiner Crew, Mario de Monti, Hasso Sigbjörnsen, Atan Shubashi, Helga Legrelle und Tamara Jagellovsk, und sogar General Lydia van Dyke war mit dabei. Deswegen war es auch schwarz/weiß um uns herum geworden, weil es die Crew der Orion zu ihrer Zeit noch nicht in Farbe gegeben hatte! Daß sich der Effekt aber auf die ganze Umgebung auswirken würde, das hätte ich nicht gedacht.
      Um mich herum bemerkten nach und nach auch die anderen Gäste, was vor sich ging und sahen sich erstaunt um. Ich sah alles in den Mienen der Leute: Verwirrung, Faszination, Unbehagen, Begeisterung, Mißfallen, Angst… Es war alles vertreten. Ich selber gehörte zu der Gruppe, die in Faszination gefangen war. So ganz schlecht gefiel es mir in schwarz/weiß gar nicht, auch wenn mein farbenfroher Anzug nun ganz anders zur Geltung kam als vorher.
      Ich hatte mich gerade an den Gedanken gewöhnt - lassen wir es eine Handvoll Sekunden gewesen sein - als etwas neues passierte. Und das erschreckte mich dann schon eher! Auf einmal geschah etwas mit den Plakaten! Von allen Seiten sprangen plötzlich die Mickey Mäuse aus den Bildern in die Szenerie hinein. Ich weiß nicht, wie viele Plakate in dem Raum aufgehängt waren; es gab sie in verschiedenen Größen, und sie waren überall! An allen Wänden, an den beiden Säulen in der Mitte des Raumes, an der Theke… Sogar auf den Stehtischen lagen Flugblätter mit dem Cover aus. Und von allen Seiten sprangen lustige, wildgewordene, fröhliche Mickey Mäuse in die Gesellschaft – ihr ahnt, was jetzt kommt? Die ersten Frauen standen kreischend auf Tischen und Stühlen! Ich sah Jessica im Hintergrund verständnislos den Kopf schütteln und mußte grinsen. Nicht gerade die würdigsten Vertreter ihres Geschlechts…
      Nichtsdestotrotz, ein Problem war es trotzdem mit den aufgedrehten, fröhlichen Mickey Mäusen, die gerade das Buffet plünderten, die Bar stürmten und auch sonst eine Menge Aufruhr verursachten. So wie mir ging es der gesamten Gesellschaft, wir mußten uns alle erst einmal auf die neue Situation einstellen. Die Geräusche traten in den Hintergrund; es herrschte atemlose Stille. Damit war das Ende der Überraschungen aber noch nicht erreicht! Ich wollte einen der Veranstalter gerade fragen, ob wir vielleicht helfen könnten, als ich merkte, daß ich keinen Ton heraus bekam. Ich stockte geschockt. Ich versuchte es noch einmal, aber meine Stimme war weg! Als ich schon in Panik verfallen wollte, bemerkte ich Jessica, die gerade Blickkontakt zu mir suchte und nach unten deutete. Das irritierte mich noch mehr. Mit den Füßen konnte ich nicht sprechen! Als ich ihrem Blick folgte, bemerkte ich zu meiner Überraschung, daß das, was ich gesagt hatte, in einem nostalgischen Rahmen in meiner Bauchgegend zu lesen war.
      Ich konnte meine Verblüffung kaum beschreiben. Als ich mich umsah, registrierte ich, daß niemand mehr richtig sprechen konnte. Jeder der etwas sagte, schien dies stumm zu tun, dafür konnte man die Worte auf den kleinen Balken vor ihnen lesen. Aber warum? Ich hatte Raumpatrouille Orion nicht als Stummfilm in Erinnerung!
      Meine Gedanken formulierte ich in Worte, die in einem dieser Schilder direkt vor mir visualisiert wurden, und zu meiner Befremdung mit einer dramatischen Musik unterlegt wurden. Was, in Prime Evils Namen, geschah hier nur…?
      In just dem Augenblick bemerkte ich Tracy zur Tür hereinkommen; er trug ein Propellerkäppchen und eine Flipchart. Einen Augenblick lang schaltete sich mein Gehirn auf Leerlauf. Daß die Crew der Orion augenscheinlich das Schwarz/Weiß-Flair ausgelöst hatte, war mir schlüssig. Konnte es vielleicht sein, daß Tracy den Stummfilm zu verantworten hatte? Zu der Zeit, als er mit unseren Vätern zusammen in Piru gearbeitet und die Ghostbusting-Firma aufgebaut hatte, konnte er noch nicht sprechen und hat über Gesten, Mimik und eben die Flipchart kommuniziert. Damals, bevor der Fedora modern wurde, hatte er üblicherweise ein Propellerkäppchen getragen, das kannte ich von Bildern. Warum aber heute? Und dann mit diesem Ergebnis?
      Mir fröstelte. Die ganze Atmosphäre war seltsam. Ich traute mich schon gar nicht mehr, etwas zu sagen. Überall sah ich Leute sich tonlos unterhalten, und die Konversation in den kleinen Sprachboxen lesen. Konnte es wirklich sein, daß sich außer mir alle schnell an den Effekt gewöhnten? Ich las einige Konversationen mit. Gerade wurde eine von einem Gast und einem Redakteur von Phantom News mit dramatischer Musik untermalt. Nein, ich war nicht alleine. Überall wurde über den seltsamen Effekt diskutiert.
      Ich suchte Blickkontakt mit Jake und traf mich mit ihm in der Mitte des Raumes, um mich mit ihm zu besprechen. Wobei »besprechen« wohl nicht so ganz das richtige Wort war für das, was wir taten. Wir tauschten uns verwirrt aus und lasen das, was wir sagten, in den Textfeldern, die vor uns auftauchten.
      Als wir bemerkten, wie Tracy die Flipchart aufbaute, gesellten wir uns rasch zu der kleinen Gruppe dazu, die sich bereits wißbegierig um ihn geschart hatte. Der Gorilla kratzte sich nachdenklich am Kopf. Dann begann er zu malen. Offenbar war er gerade dabei, das Problem zu analysieren.
      Zuerst malte er ein Raumschiff, das genau so aussah wie die Orion, daneben ein Viereck, das er in drei nebeneinanderstehende Rechtecke einteilte, in die er »RGB« schrieb, und welches er gleich wieder durchstrich. Was unsere Konkurrenzfirma mit dem Szenario zu tun haben sollte und warum die uns nicht helfen durften, war mir nicht ganz klar; als Jake meine Frage in dem Nostalgiekästchen unter mir las, konnte ich während er sprach lesen, daß er mir erklärte, daß das »Rot-Grün-Blau« hieß, und Tracy uns klarmachen wollte, daß durch das Eintreffen der Orion-Crew die Farbe aus dem Saal gewichen war. Gut. Soweit war ich gedanklich auch schon gewesen!
      Tracy ließ einen aufmerksamen Blick durch den Raum schweifen, in dem die Mickey Mäuse kreuz und quer durcheinanderhüpften. Sein Blick ruhte einen Moment auf den Plakaten, die nun ohne Mickey Mäuse auskommen mußten. Dann begann er wieder zu malen. Er malte eine neue Orion, dann zwei nebeneinanderliegende Rechtecke, die er mit S/W beschriftete - das konnte sogar ich deuten - und daneben eine akkurate Mickey Mouse. Dazwischen zeigten Pfeile vom Raumkreuzer zu den Kästchen in der Mitte, und von den Kästchen zur Mickey Mouse.
      Ich mutmaßte, daß er uns folgendes sagen wollte: Durch das Eintreffen der Orion-Crew war in der Welt schwarz/weiß ausgelöst worden. Durch das schwarz/weiß waren die Mickey Mäuse ausgelöst worden, weil diese ebenfalls in dem Film in schwarz/weiß unterwegs gewesen waren. Ich faßte meine Überlegungen in Worte, die Tracy aufmerksam in dem Schild unter mir mitlas. Er grinste und zeigte einen Daumen hoch.
      Dann kam der dritte Schritt. Er malte in die nächste Zeile wieder eine Mickey Mouse, daneben ein Lautsprechersymbol, welches er durchstrich, danach folgte eine Karikatur von Jake, vor die er eines der kleinen Hinweisschilder plazierte, über die wir gerade kommunizierten – wieder beides mit Pfeilen miteinander verbunden. Jake kam diesmal sofort darauf: Der Film, der hier auf den Plakaten als Cover diente, war ja ein Stummfilm. Als die Mickey Mäuse durch den Schwarz-/Weiß-Effekt lebendig wurden, hatten sie damit gleichzeitig den Stummfilmeffekt bei uns ausgelöst! Es hatte also gar nichts mit Tracy zu tun gehabt – er hatte nur reagiert, um vernünftig kommunizieren können, und auf eine Art die er noch von früher kannte!
      Gut! Jetzt hatten wir die Ursache des Problems schon mal aufgeschlüsselt! Aber, wie lösten wir es jetzt?
      Und das war die Stelle, an der auch unser guter Gorilla ratlos war. Nachdenklich kratzte Tracy sich am Kopf und hob die hilflos die Schultern.
      Als ich mich umsah, bemerkte ich, wie sich mehrere Grüppchen zu einem Brainstorming zusammentaten, um zu überlegen, was es jetzt zu tun galt. Auch mein Team und ich beschlossen, uns zu beraten, wobei keiner von uns eine vernünftige Idee hatte.
      Plötzlich war im Hintergrund ein Geräusch zu hören, das mir vage bekannt vorkam. Als ich mich in die Richtung umwandte, konnte ich es sehen: Dort, in einer Ecke der Halle materialisierte die TARDIS! Als die üblicherweise blaue Polizeibox endgültig in unserer Dimension angekommen war, war auch sie schwarz/weiß – nichts anderes hatte ich erwartet. Ich war noch in meiner Überraschung gefangen, als sich die Türen der TARDIS öffneten, und ich ein Schmunzeln nicht ganz vermeiden konnte. Es war die zweite Inkarnation des Doktors, die uns besuchte. Wie praktisch! Zumindest das schwarz/weiß war für ihn nicht neu.
      Tracy nutzte die Chance sofort, klemmte sich die Flipchart unter den Arm und ging zu dem neuen Besucher herüber. Er kam schnell mit dem Doktor ins Gespräch. Der Timelord erkundigte sich, was passiert sei – schwarz/weiß kannte er, aber er war noch nie so sprachlos gewesen. Tracy las seine Worte auf dem Schild unter ihm mit und malte etwas auf die Flipchart, um ihn rasch auf den neuesten Stand zu bringen. Zum Teil nutzte er auch die Zeichnungen, die er schon gefertigt hatte, um die Situation zu erklären. Am Ende malte er ein Fragezeichen auf das Papier um anzuzeigen, daß wir keine Ahnung hatten, was wir nun tun sollten.
      Der Doktor schaute einen Moment ebenfalls ratlos drein und sah sich das Geschehen um uns herum mit abschätzenden Blick an. Die Mickey Mäuse inspizierten mittlerweile seine TARDIS, was ihn augenscheinlich etwas in Aufruhr versetzte. Ich schmunzelte und ging zu den beiden herüber, um den Doktor ebenfalls zu begrüßen. Dabei konnte ich nicht anders als zu erwähnen, daß ich mich gerade an die Geschichte vom Rattenfänger erinnert fühlte. Wenn wir doch nur jemanden mit einer Flöte hätten…
      Ich hatte kaum ausgesprochen, als sich die Miene des Doktors erhellte. Schnell erkundigte er sich nach dem Inhalt der Geschichte. Tracy und ich erzählten sie ihm, teils über die Flipchart, teils über meine Informationskästchen, so schnell und ausführlich wie möglich. Der Doktor lauschte aufmerksam und fasziniert. Als er sprach, las ich auf dem Schildchen vor ihm mit, daß wir uns keine Sorgen zu machen bräuchten, er hätte die Lösung. Eventuell, fügte er an, wenn die Geschichte auch hier funktionierte.
      Verwundert beobachteten wir, wie er wieder in der TARDIS verschwand. Nur kurz darauf kam er mit einer Blockflöte wieder heraus. Ich grinste. Das war perfekt! Auch wenn ich noch ein bißchen Bedenken hatte, ob es wirklich funktionierte, wenn wir gerade keinen vernünftigen Ton hatten…
      Der Doktor spielte die Flöte testweise an – und ob man es glaubte oder nicht, eine kleine Melodie erfüllte die Welt, die das nostalgische Szenario durchbrach. Und, was noch viel wichtiger war, alle Mickey Mäuse wurden sofort darauf aufmerksam! Sie winkten sich sogar zu, gaben einander Bescheid und lauschten fasziniert dem Flötenspiel des Doktors. Mit großen Augen und freudigem Lächeln scharten sie sich um den Timelord, der sofort den Schwung ausnutzte und einmal durch den ganzen Raum lief, von seiner aufgeregten Anhängerschaft gefolgt. Es funktionierte tatsächlich, als er an den Plakaten vorbeiging, sprangen die Mickey Mäuse wieder in ihre Bilder zurück, eine Maus pro Bild, bis der Doktor alle Ecken in dem Raum erreicht hatte, und keine mehr übrig war.
      Ich sah mich aufgeregt um und konnte nicht anders, als sofort auszuprobieren, ob es wieder möglich war, normal zu sprechen. „Hat es funktioniert?“ Kein epischer Satz. Aber er zeigte uns, daß der Stummfilmbann gebrochen war.
      Jetzt redeten erst recht alle Leute durcheinander. Alle wollten ihre Meinung über die aktuelle Situation loswerden, freuten sich, daß man ihre Stimmen wieder hören konnte, und diskutierten das noch bestehende Phänomen mit dem Schwarz-/Weiß-Effekt. Ich hörte Stimmen, die sich nicht daran störten, einige fanden sogar, man könne es so lassen; im allgemeinen wollte man aber auch dieses Problem lösen. Und auch dafür hatte der Doktor eine Idee. Immerhin gab es ihn später auch in Farbe, wenn auch nur für wenige, spezielle Folgen nach seiner eigentlichen Ära. Vielleicht aber reichte das aus, um den Effekt irgendwie umzukehren.
      Ich hörte ihn leise mit Tracy diskutieren und philosophieren, ich konnte aber nicht hören, was besprochen wurde. An dieser Stelle hätte ich mir die kleinen Textkästchen gewünscht!
      „Worüber reden die beiden?“
      Dieser Satz, ebenso episch wie mein Testsatz, ließ mich fast an die Decke der Halle springen, so hatte ich mich erschrocken, als Jake mich plötzlich von hinten angesprochen hatte. Ich versuchte mein rasendes Herz zu beruhigen. Ich war seit einer gefühlten Ewigkeit kein gesprochenes Wort mehr gewohnt! Schließlich sagte ich ihm, daß ich ebenso wenig Ahnung hatte wie er. Wir konnten nur abwarten.
      Schließlich nickten Gorilla und Timelord. Der Doktor verschwand wieder in der TARDIS. Kurz darauf hörte ich das Startgeräusch. Wollte der Doktor uns etwa verlassen? Ich hatte gedacht, er und Tracy hätten eine Lösung ausgearbeitet, um den Schwarz-/weiß-Effekt aufzulösen!
      Kaum daß die TARDIS verschwunden war und ich meinen Gedanken entsetzt zu Ende brachte, hörte ich auch schon das Landegeräusch der TARDIS. Sie materialisierte sich wieder, und zu meiner Freude tat sie es in Blau! Anscheinend funktionierte, was sich der Doktor und Tracy ausgedacht hatten. Als der Timelord diesmal die nun blaue Polizeinotrufbox verließ, war auch er nicht mehr schwarz/weiß, sondern bunt, so wie man ihn aus den späteren Folgen kannte. Und als er in die Halle trat, nahm er den Effekt mit sich. Von der TARDIS aus breitete sich die Farbe über die Gesellschaft aus bis in den letzten Winkel!
      Ich konnte nur staunen, und so ging es den anderen Anwesenden ebenfalls. Die Farben… Sie brannten sich förmlich in die Netzhaut ein, so schrill waren sie jetzt erst recht, nachdem wir eine ganze Weile ohne Farbe hatten auskommen müssen! Wir mußten uns erst einmal wieder daran gewöhnen. Selbst mein Anzug wirkte bunter als sonst, etwas, was schon einen Grad der Unmöglichkeit erreichte, wie Jake unbedingt betonen mußte.
      Man konnte die Erleichterung förmlich spüren, als sich die Welt normalisierte. Jessica gesellte sich zu uns und lächelte in die Runde. Der Doktor konnte sich vor Dankesbekundungen und Einladungen zum Drink kaum retten. Und ich stellte fasziniert fest, daß selbst die Crew der Orion von dem Farbeffekt profitiert hatte und fasziniert an sich herabsah. Vermutlich ging es ihnen jetzt so wie uns, als die Farbe von uns gewichen war.
      Schnell stellte sich wieder die anfängliche Routine ein, es wurde sich unterhalten, gelacht, getanzt, sich an der Bar getummelt. Es war enorm, wie schnell alles wieder zur Normalität zurückkehrte, als wäre nichts gewesen. Ich war noch immer viel zu fasziniert von alldem, was passiert war, um einfach wieder da weiterzumachen, wo die normale Funktionsweise der Welt unterbrochen worden war.
      Ich unterhielt mich noch leise mit Jake, Jessica und Tracy über die jüngsten Erfahrungen, als ich zur Eingangstür sah, und merklich stutzte. Gerade kam John Benton zur Tür herein; der smarte U.N.I.T.-Soldat trug heute für den Anlaß hier einen Anzug und verschaffte sich gerade einen Überblick über die Veranstaltung. Das war es nicht, was mich verwunderte – aber erstaunt stellte ich fest, daß nicht nur sein Anzug, nein, er selbst schwarz/weiß war. Ich hielt kurz den Atem an. In dieser nun wieder bunten Welt war er jetzt der einzige, der in schwarz/weiß unterwegs war… Ich weiß, daß er noch ganz knapp die Schwarz-/Weiß-Ära mitgemacht hat; die eine Folge mit unserem zweiten Doktor zusammen, die erste, in der er mit dabei gewesen war, war in schwarz/weiß gewesen. Warum aber ausgerechnet jetzt? Ich musterte den jungen Mann, als er sich fröhlich mit ein paar anderen Gästen unterhielt. Hatte er nicht mitbekommen, daß wir das Farbproblem inzwischen gelöst hatten…?


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 23 war (von -Leela- mit Ergänzungen von Sira-la):
      Deine Hauptcharaktere befinden sich gerade auf einer bunten Karnevalsfeier / Party / Whatever, als die Welt plötzlich schwarz/weiß wird…
      Und sprechen kann auch niemand mehr.
      (Ich dachte hier an einen der typischen alten Stummfilme, wer also noch die Musik einbauen möchte, die alles untermalt, darf dies gerne tun. Es ist aber keine zwingende Vorgabe.)

      CrossOver: Raumpatrouille Orion, Walt Disney, Doctor Who
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