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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.05.2020 1.702
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben findet ihr am Ende des Kapitels.
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Eddy wird in allen Lebenslagen mit den ungewöhnlichsten Ereignissen konfrontiert. Ein ganz besonderes Ereignis hat er sich für dieses Kapitel seines Buches ausgesucht. Viel Spaß bei:

Ausgeburt der Hölle

Ich bin nicht unbedingt der Campingfreak. Ich will nicht von mir behaupten, daß ich einen großen Komfort brauche, und manchmal ist Lagerfeuerromantik auch ganz schön, alles in allem ist übernachten in einem Zelt in der Wildnis aber nicht mein Favorit. Seit dem letzten Campingausflug weiß ich, warum!

Jake steht total auf so etwas. Und Tracy macht es auch nichts aus – hey, er ist ein Gorilla, wenn er nicht mit der Wildnis umgehen kann, wer dann? Jedenfalls war es genau das, was Jake sich zum Geburtstag gewünscht hatte: Camping mit seinen besten Freunden. Hätte ich es ihm verwehren können?
      Wie gesagt, ist es ja auch nicht das große Problem für mich, wenn es mal ist, und es ist ja auch recht kurzweilig mit Freunden zusammen. Wäre auf diesem Ausflug nicht passiert, was passiert ist!
      Wir hatten die erste von zwei Nächten gut hinter uns gebracht. Das Würstchen und Marshmallowrösten über dem Lagerfeuer hatte mir jedenfalls gefallen. Wir begannen mit einem gemeinsamen Frühstück, und teilten dann erst einmal wichtige Aufgaben auf, bevor wir uns in Ruhe in der Umgebung umsehen und die Natur genießen wollten. Meine Aufgabe war es, nach Feuerholz Ausschau zu halten.
      Ich nahm also einen Stoffbeutel, in dem ich das Holz hoffentlich gut transportieren konnte, und machte mich auf in den Wald. Kennt ihr das Märchen von Hänsel und Gretel? Ich hatte nicht vorgehabt, es nachzustellen, aber ich kam ganz nahe dran, auch wenn es keine Hexe war, der ich begegnete.
      Es begann damit, daß ich mich hoffnungslos in dem Wald verirrte. Richtige Wege gab es nicht, und ich verlor die Orientierung schneller als mir lieb war. Eine ganze Zeitlang schon schaute ich nicht mehr nach Feuerholz, sondern nur noch danach, wie ich zum Lager zurück kam. Als würde mich das allein nicht schon in Panik versetzen, mußte ich dann aber auch noch jemanden im Wald begegnen, der weder Jake noch Tracy war. Im Gegenteil, es war ein Dämon…

Ich merkte es unterbewußt bereits daran, daß der Boden extrem warm war. Dann hörte ich ein brüllendes Geräusch, das mir das Blut in den Adern gerinnen ließ. Zuerst dachte ich an ein verletztes Tier, aber dieses Geräusch klang außerweltlich! Ich weiß nicht, woher ich die Courage nahm, aber ich ging dem Geräusch nach. Wahrscheinlich lag es daran, daß ich wußte, daß ich Jake und Tracy nicht zu Hilfe holen konnte. Ich bedauerte es nie mehr als in diesem Moment.
      Ich brauchte nur dem steigenden Hitzegrad zu folgen, und sah schon bald in einem Haufen aus verbrannten Blättern das Desaster. Rotschwarze Haut, diabolisches Glühen in den Augen, Dreizackschwanz, spitze Hörner… Auch wenn dies nur eine kleine Variante davon war, es stand außer Frage: Es handelte sich um einen Dämon!
      In meinen Gedanken begann es zu arbeiten. Mit diesem Babydämon mußte etwas passieren, das wußte ich, sonst würde Unheil über die Welt kommen! Ich hatte früher in meiner Ausbildung nicht begriffen, warum wir als Geisterjäger auch Unterricht in Dämonologie bekommen hatten. Jetzt war ich unendlich dankbar dafür und versuchte, alles an Wissen abzuspulen, was Tracy uns damals beigebracht hatte.
      Dämonenbabys lebten bis zu einem gewissen Alter direkt im Höllenfeuer. Sie durften die Hölle nicht verlassen - wußte Luzifer persönlich, wie dieses hier hier hergekommen war - und die Welt war dem Untergang geweiht, sollte in der Hölle festgestellt werden, daß eins der Jungdämonen fehlte – und ausgerechnet hier gefunden werden. Zwei Sachen wurden mir dabei passenderweise siedendheiß bewußt: Dieses Baby mußte umgehend in die Hölle zurück, und bis ich einen Weg dazu gefunden hatte, mußte es warm - nein, heiß! - gehalten werden, denn wenn es auskühlte, war es vorbei mit dem neuen Dämon, und damit auch mit uns und der guten alten Erde!
      Ich brauchte nicht lange zum überlegen! Das Feuerholz, das ich gesammelt hatte, stapelte ich an einer sicheren Stelle auf. Hier in der Gegend lagen viele Steine herum, die türmte ich zu einem Kreis auf, in dem ich das Lagerfeuer anzündete. Ihr wißt, ich habe schon einige skurrile Dinge erlebt! Daß mal dabei sein würde, daß ich ein Baby in ein Feuer werfe, hätte ich mir nie träumen lassen!
      Dieser Teil meiner Mission war einfacher als gedacht, denn obwohl das Baby Temperaturen unnatürlicher Höhe ausstrahlte, konnte ich es anfassen. Das zeigte mir aber auch, wie brisant die Lage bereits war. Es war höchste Zeit! Ich griff also das Dämonenkind und beförderte es so sachte wie möglich in das Lagerfeuer. Augenblicklich verstummte das Gekreische und gab Raum für vergnügtes Gequieke. Großartig! Das gab nicht nur meinen Ohren Gelegenheit, sich zu erholen, sondern mir auch das sichere Gefühl, das richtige getan zu haben.
      Jetzt kam Teil zwei meiner Mission: Das Baby mußte nach Hause zurück, in die Hölle. Wie aber sollte ich das anstellen? Meine Theorie war dabei folgende: Irgendwie mußte das Baby auch auf die Oberfläche gelangt sein! Ich beschloß, systematisch vorzugehen und schritt aufmerksam den Platz um den Ort, an dem ich das Baby gefunden hatte, herum ab, um nach hilfreichen Hinweisen Ausschau zu halten. Dabei fand ich den Ursprung der Steine!
      Diese gehörten zu einer alten Ruine. Ein Bauwerk, das einmal… was gewesen sein mochte? Ich konnte es nicht sagen. Es war nicht sehr groß, die steinernen Mauern hatten schon vor langem das zeitliche gesegnet und waren der Natur anheim gefallen. Auch hier fühlte ich eine unnatürliche Wärme. Vor meinem inneren Auge entstand ein Szenario: Was war, wenn dieses Gebäude deswegen nicht überlebt hatte, weil es auf einem Zugang zur Hölle stand? Konnte ich so viel Glück haben?
      Mein Herz schlug Marathon, als ich mich mit diesen Gedanken in der Ruine umsah. Tatsächlich fand ich in der Mitte des Steinbodens Stufen nach unten. Ich zögerte, schluckte hart, doch ich wußte, ich hatte keine andere Wahl. Und so ging ich mit zitternden Knien nach unten, um nachzuprüfen, ob ich mit meiner Theorie Recht hatte.
      Hier spielte mir unser Campingaufenthalt in die Hände: Ich hatte eine Taschenlampe dabei! Die kam jetzt zum Einsatz, denn wie man sich denken kann erwartete mich Finsternis. Es war aber nicht irgendeine Finsternis, die mich erwartete, es war die personifizierte Finsternis aus der Hölle! Das Licht meiner Lampe wurde fast verschluckt. Ich konnte aber genug erkennen, um mir ein Bild zu machen.
      Der Raum unter der Erde war nicht sehr groß, vielleicht so, wie ein gewöhnlicher Kellerraum. Die Wände waren aus Stein und allesamt glatt. Es gab keine Türen oder andere Zugänge, und eine kleine Probe zeigte mir, daß ich auch keine Hohlräume dahinter fand. Auch der Boden gab nichts her, keine Falltür, keine versteckten Zwischenräume oder ähnliches. Und leer war der Raum obendrein. Hier endete also meine Analyse in einer wortwörtlichen Sackgasse. Dachte ich!
      Und dann fiel mein vager Lichtschein auf die Malerei auf dem Boden. Sie wäre mir fast entgangen, so dunkel waren die Farben gehalten, und so absorbiert, wie das Licht hier zu werden schien, daß es kaum die Wände erreichte. Interessiert untersuchte ich das Muster auf dem Boden näher. Es sah aus wie ein Symbol, eine Art… Zugang? Konnte es sein daß…? Zuerst weigerte ich mich, daran zu glauben. Im nächsten Moment beglückwünschte ich mich unter einer erneuten siedendheißen Welle, die durch meinen Körper strömte, daß ich instinktiv, geistesgegenwärtig oder warum auch immer nicht in die Mitte dieses Symbols getreten war. Wenn das hier tatsächlich ein Zugang zu der Hölle war, hätte nicht viel gefehlt, und die Dämonen hätten statt des Babys einen chaotischen Ghostbuster zurück bekommen!
      Als mir das bewußt wurde, reagierte ich vollautomatisiert! Ich stürzte förmlich aus dem Kellerraum nach oben. Draußen hatte das Geschrei wieder eingesetzt. Das Baby hatte das Feuer aus dem Lagerfeuer vollständig absorbiert und begann bereits wieder auszukühlen. Unangenehm für das Baby, gut für mich! Ich schnappte mir das Dämonenkind und nahm es mit nach unten zu dem diabolischen Symbol, von dem ich hoffte, daß es die Eingangstür zur Hölle war. Mit zitternden Händen und darauf bedacht, nicht selber in das Zentrum der Malerei zu treten, schob ich das Baby in die Mitte des Symbols und stolperte automatisch ein paar Schritte zurück. Dann beobachtete ich unter hämmerndem Herzen, was als nächstes passieren würde. Würde sich der Boden unter dem Baby auftun? Kam ein großer Dämon hier her, um es abzuholen?
      Ich war noch in Gedanken dabei, die Möglichkeiten durchzuspielen, als plötzlich aus dem Nichts ein Feuer aufloderte, welches alles im Zentrum des Symbols meinen Blicken entzog. Als es erlosch, war das Dämonenbaby verschwunden. Ich hätte darauf kommen können!

Mir zitterten noch immer die Knie, als ich die Ruine verließ. Wer rechnete aber auch mit so einem Abenteuer, wenn er im Wald campen ging?
      Als ich mich noch etwas out of order auf den Rückweg in irgendeine Richtung machte, hörte ich plötzlich Stimmen. Jemand rief meinen Namen! Das war Jake! Ich hielt auf die Stimmen zu und lief schon bald erleichtert meinen Freunden entgegen.
      Jake und Tracy begrüßten mich vorwurfsvoll mit den Worten, daß sie sich Sorgen um mich gemacht hätten, als ich nicht zum Lager zurückgekehrt war, und warum ich noch immer kein Feuerholz gesammelt hätte, wie wir es abgemacht hatten.
      Glaubt ihr wohl, daß ich keine Lust mehr auf Camping habe…?


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 19 war (von - Leela - mit Ergänzungen von Sira-la):
      Sich im Wald verirrt zu haben ist großer Mist. Sich im Wald verirrt zu haben und einem waschechten Dämon zu begegnen, ist dagegen noch größerer Mist… oder nicht?
      Der Dämon, den ihr entdeckt, stellt sich als Baby heraus, das dringend Hilfe braucht, zurück in die Hölle zu kommen. Es braucht außerdem unbedingt Wärme, damit es nicht erfriert, schließlich leben Dämonenbabys in dem Alter eigentlich noch direkt im Höllenfeuer.
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