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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.04.2020 985
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgabe für Kalenderwoche 17 war (von -Leela- mit Ergänzungen von Sira-la):
      Als das Navigationsgerät deines Autos plötzlich anfängt, dich mit Namen anzusprechen und sich mit dir persönlich zu unterhalten, fragst du dich, ob es an der Zeit ist, den Verstand zu verlieren. Und dennoch…
      Das Navi entwickelt hierbei im Laufe des Gesprächs eine Persönlichkeit, die ziemlich das Gegenteil eures Hauptcharakters ist.

      Eddys Geschichte an sich ist übrigens durch puren Zufall genau ein Oktadrabble (800 Worte) geworden. ^^
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Eddy ist jemand, der ein unbändiges Vertrauen in Tracy und seine technischen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Es gibt aber Situationen, in denen auch in diesem Bereich etwas nicht so läuft wie erwartet. Eine solche Geschichte hat er heute für uns im Gepäck. Viel Spaß bei:

Technik, die nicht unbedingt begeistert

Was man erleben kann, nur weil die städtische Bücherei umgezogen ist, das habe ich am eigenen Leib erlebt. Man sollte meinen, es ist keine große Sache. Man suchte sich die neue Adresse heraus, orientiert sich, wo man jetzt hin mußte und fuhr los. Gut, zugegebenermaßen war es für mich ein bißchen ungünstig – bislang hatte ich die Bücherei direkt in der Nähe gehabt, jetzt mußte ich bis an das andere Ende der Stadt fahren. Aber immerhin, vielleicht war es nur gerecht, und es waren andere Leute mal mit diesem Luxus dran. Damit konnte ich leben.
      Bis dahin war meine Welt auch noch in Ordnung. Insbesondere, weil Tracy investiert hatte und für GB ein Navigationsgerät angeschafft und installiert hatte. Das konnte ich bei der Gelegenheit gleich mal ausprobieren.
      Ich begab mich also zu GB in die Garage, riß das Ghostbuggy bei der Gelegenheit aus dem Schlaf, und setzte mich circa zehn Minuten alleine damit auseinander, wie man das Navi überhaupt programmierte. Glücklicherweise war das Menü praktisch selbsterklärend, so daß ich schon bald einen Erfolg verbuchen konnte. Eine leichte Euphorie stellte sich ein, als die Route zur Bücherei angezeigt wurde.
      Ungeachtet des nun längeren Fahrtweges machte ich mich mit GB auf den Weg in den New Yorker Stadtverkehr. Während der „Halten Sie sich links“ und „Hier halb rechts abbiegen“-Kommandos des Navis unterhielt ich mich mit GB. Das ist der Vorteil, wenn man ein Auto mit eigener Persönlichkeit hat, man ist nie allein unterwegs. Trotz des dichten Verkehrs ließen wir uns nicht aus der Ruhe bringen – es nützte uns ja doch nichts, uns darüber aufzuregen, und Zeit genug hatten wir ja. Wie gesagt, wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen!
      Wir waren gerade an einer der ersten Kreuzungen angekommen, als es losging. „Jetzt drück mal auf die Tube, Eddy, die Ampel schaffen wir noch!“ motzte mich das Navi an. Was waren denn das für Umgangsformen? Das war ernsthaft mein erster Gedanke, bevor ich darüber nachdachte, daß ich gerade vom Navigationsgerät angeblafft worden war, und zwar namentlich! Naja, GB und ich hatten ein paar Mal in unserem Dialog die Namen gebraucht – war das Navi etwa so lernfähig?
      Ich ließ mich nicht beirren und fuhr sinnig auf die Kreuzung zu, wie es sich gehörte. Dafür durfte ich mich vom Navi als Vollidioten abstempeln lassen. Herzlichen Dank! Wenn ich bloß nicht auf das Ding angewiesen gewesen wäre. Ich verbat mir diesen Umgangston und wartete geduldig auf meine Grünphase. Halb links ordnete ich mich ein und fuhr in die Straße, die auf dem Display jetzt mit einem blauen Streifen angezeigt wurde. Wir kamen einen Augenblick später auf die Querstraße zu, an der ich rechts abbiegen mußte, aber keine Vorfahrt hatte. Das hatte das Navi nicht verstanden. „Jetzt rausch schon rauf, du Langweiler, das schaffen wir locker vor dem anderen Hirni da!“
      Der »andere Hirni« war das Auto, das Vorfahrt hatte, und das ich selbstverständlich erst vorbei ließ. Aus dem Vollidioten wurde ein Kraftausdruck, den ich hier nicht wiederhole.
      Als ich freie Fahrt hatte, bog ich ab und kam bald schon an eine neue große Kreuzung, an der ich gut aufpassen mußte, um mich zwischen den anderen Autos richtig einzufädeln. Ich muß gestehen, es machte mich etwas nervös, als die Stimme des Navis proklamierte, ich solle gefälligst zusehen, in einem Slalom nach vorne zu kommen, schließlich hätte es die Zeit nicht so gepachtet, so wie wir Einfaltspinsel. Mit letztem waren GB und ich gemeint, was zur Folge hatte, daß nun GB und das Navi sich anzickten.
      Ganz schlimm aber wurde es, als wir rechts neben unserem Nebenmann auf die zweispurige Straße auffuhren, die uns weiter zu unserem Ziel führen würde. „Hey, du Sonntagsfahrer, sieh zu, daß du dich und deine Schrottkarre von der Straße bewegst! Hier kommt Eddy, und Eddy hat immer Vorfahrt!“ Das war laut genug gewesen, damit der Adressat im Nebenwagen es auch auf jeden Fall mitbekam! Der Blick, den wir aus der Richtung zugeworfen bekamen, könnt ihr euch sicher vorstellen. Und was der Fahrer in dem Moment gedacht haben wird, brauchte man kaum zu spekulieren, immerhin sah er nur mich in dem Fahrzeug. Ich konnte gar nicht so tief in den Sitz sinken, wie ich es gewollt hätte, schon gar nicht ohne den Blick auf die Straße zu verlieren. Ich mußte so rot sein wie mein Anzug, als ich mich verbissen bemühte, diese Situation zu ignorieren und so zu tun, als gehöre ich nicht dazu.
      Glücklicherweise waren wir wenig später bei der Bücherei angekommen. Ich gab meine ausgeliehenen Bücher ab, suchte mir schnell etwas neues aus und verpaßte es auch nicht, mir einen Stadtplan auszuleihen. Dieses Navi würde ich kein zweites Mal konsultieren!
      GB war mir sehr dankbar dafür, als wir uns auf den Rückweg machten. Und als erste Amtshandlung zu Hause gab ich alles, um Tracy davon zu überzeugen, daß Ding wieder zu deinstallieren!
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