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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.04.2020 1.306
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgabe für Kalenderwoche 16 war:
      Als du am Ostersonntag in den Garten gehst, bemerkst du einen Hasen. Doch nicht irgendein Hase. Ausgerechnet der Osterhase sitzt dort auf der Wiese und weint sich die Augen aus. Sein großer Korb mit unzähligen bunten Eiern steht prall gefüllt neben ihm. Ganz gleich, was passiert ist (denk dir was aus ;)), der Osterhase braucht dringend Hilfe.
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Manchmal hat Eddy das Gefühl, kein Feiertag geht ohne irgendeine ungewöhnliche Begebenheit vonstatten. Auch dieses Ostern bildet da keine Ausnahme. Von diesem Erlebnis berichtet er für euch in seinem nächsten Kapitel.

Fröhliche Ostern für jedermann!

Die skurrilsten Ostern erlebte ich in diesem Jahr. Und ich bin mir sicher, ihr werdet mir beipflichten, wenn ich euch die Geschichte erzähle.

Es begann auf dem Ostersonntag. Ich war noch einmal in den Garten gegangen, um ein paar Mohrrüben für unsere Osterdeko zu besorgen, als ich auf der Wiese einen Hasen bemerkte. Im ersten Moment blieb ich nur fasziniert stehen, dann bemerkte ich den bis oben mit bunten Eiern gefüllten Osterkorb, der neben dem Hasen stand, und im gleichen Moment wurde mir bewußt, daß sich der Osterhase - um keinen anderen konnte es sich handeln - die Augen aus dem Kopf weinte.
      Die Mohrrüben waren für den Augenblick vergessen. Statt dessen ging ich zu dem Hasen herüber, um zu erfahren, was ihn so untröstlich machte.
      Kaum hatte ich mich seiner angenommen, klagte mir der Hase sein Leid. Und was ich dort erfuhr, war so absonderlich, daß es im ersten Moment wie ein grotesker Scherz auf mich wirkte. Aber es war kein Scherz: Der Osterhase hatte gerade den Posten von seinem Vorgänger übernommen, war jetzt zum ersten Mal unterwegs, und wußte nicht, wie er nach Hauntquarters kommen sollte!
      Bei mir kollidierte schon etwas im Gehirn, als ich im Geiste den Osterhasen bei Prime Evils Kathedrale des Schreckens Ostereier verstecken zu sehen. Aber gut, logisch betrachtet hatten die Geister wohl auch ein Anrecht darauf. Fakt war, daß der Osterhase seine Aufgabe erfüllen mußte, damit er im Amt bleiben konnte, und daß er es anscheinend nicht konnte, weil er einen seiner Bestimmungsorte nicht fand.
      Ich atmete einmal tief durch. Es war nicht so, daß ich ihm in seiner Not nicht helfen konnte

Ich hatte mich dazu entschlossen, Jake und Tracy nicht einzuweihen. Das hätte nur Reaktionen heraufbeschworen, die ich mir ersparen wollte. Aber einen mußte ich einweihen: GB!
      Mit unserem Ghostbuggy konnte ich die Dimensionsbarriere durchbrechen und den Hasen nach Hauntquarters bringen. Und GB erklärte sich auch sofort bereit, zu helfen, als ich ihm erklärte, daß der Osterhase Hilfe brauchte, einen seiner Zielorte zu erreichen.
      Es gelang uns, das Ghostkommando unbemerkt zu verlassen, und nur ein Stück die Straße hinunter schaltete ich GB in den Flugmodus. Der Osterhase saß schon deutlich fröhlicher gestimmt neben mir auf dem Beifahrersitz, den Korb vor sich auf der Fußmatte abgestellt.
      Wir starteten durch in den Himmel, und alles ging gut, bis ich den Dimensionssprung einleiten wollte. Unser Buggy ging mitten in der Luft in die Eisen, so daß wir fast einen Überschlag gemacht hätten, und fragte mich entsetzt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte. Ich hatte bei meiner Erläuterung in der Garage nicht erwähnt, daß es Hauntquarters war, wo wir hinwollten…

Versucht mal, ein stures Buggy dazu zu bewegen, zu kooperieren! Ich versuchte es mit Geduld und guten Worten, mit Flehen, Bitten, Betteln, mit Bestechung, Erpressung und Drohung, GB weigerte sich aber strikt, den Weg anzutreten.
      So standen wir auf der Wiese im Central Park, die GB alternativ angesteuert hatte, und der arme Osterhase verzweifelte immer mehr. Ich hatte GB schon die Verschrottung angedroht, was das Buggy hitzig damit konterte, daß Tracy da noch ein Wörtchen mitzureden hatte. Das stimmte leider.
      Mir fiel nichts mehr ein, und ich sah unsere Mission schon den Bach runtergehen, gescheitert an der Moral und den Befindlichkeiten unseres Einsatzfahrzeugs!
      Der Osterhase sah indes seine Karriere dem Niedergang geweiht. Und jetzt kam das erstaunliche! Als der Hase in purer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in Tränen ausbrach, erweichte sich der Motor unseres geliebten Ghostbuggys, und unter nur noch halben Protest sagte es zu, uns bis an den äußersten Rand vom Hauntquarters-Territorium zu bringen.
      Na bitte, es geht doch!

Auf dem Weg nach Hauntquarters gab ich dem Osterhasen noch einmal alle Informationen, die er brauchte, vor allem darüber, wie gefährlich das Gebiet war, da der Schreckenspalast Prime Evil, dem Dämonenfürsten höchstpersönlich, und seinen Geistern gehörte. Der Osterhase meinte, ich solle mir darum keine Gedanken machen, da er eh im Verborgenen arbeiten würde. Aha. Auf dem Gelände der Schreckenskathedrale herumzulaufen war kein Problem, aber den Weg dorthin nicht zu finden war eine Katastrophe! Aus dieser Perspektive hatte ich das ganze noch nie gesehen!
      GB parkte wie versprochen am äußersten Zipfel der Geisterlandschaft und verbarg sich zwischen den skurrilen Felsen. Ich konnte spüren, wie seine Karosserie zitterte.
      Ich überlegte, ob ich dem Osterhasen zur Hand gehen sollte. Die Vorstellung erfüllt mich zwar selbst mit Grauen, da mir nichts ferner lag, als auch nur einen Fuß auf Prime Evils Grundstück zu setzen; ganz zu schweigen davon, überall auf dem Gelände herumzulaufen, aber vielleicht ging es dann schneller. Unser kleiner Gast riet mir aber davon ab und bat uns nur, hier auf ihn zu warten. Kurz darauf hoppelte er davon, und nur wenig später verstand ich, wovon er gesprochen hatte. Ich hatte ihn aus den Augen verloren, da hatte er gerade mal drei Hüpfer getan.
      Jetzt hieß es für GB und mich warten. Es gibt nichts ätzenderes, als in einem Krisengebiet zu warten, wenn man nicht wußte, was vor sich ging. Der Hase war verschwunden wie auf Nimmerwiedersehen, und wir machten keine Aktivitäten mehr auf dem Gelände aus. GB äußerte sogar die Vermutung, daß es sich um einen Geisterhasen von Prime Evil gehandelt haben könnte, der uns hier in eine Falle hatte locken sollen. Das konnte ich mir nicht vorstellen! Wenn es eine Falle gewesen wäre, dann wäre Jake jetzt dabei. Damit konnte ich auch GB überzeugen, und das bewahrte uns davor, Hals über Kopf das Feld zu räumen und den Osterhasen in dieser uneleganten Gegend zurückzulassen.
      Trotzdem schauderte es uns immer mehr. Von unserem Hasen sahen wir keine Spur. Ob er den Geistern wohl schon zum Opfer gefallen war? Einmal ließ sich Prime Evil höchstselbst auf dem Gelände sehen. Obwohl er weit von uns entfernt war, war er uns definitiv zu nah, da waren GB und ich uns einig. Das Buggy zog sich etwas weiter in den Hinterhalt zurück, und wir beobachteten. Anscheinend brachte der Dämonenfürst gerade den Müll raus; eine Tatsache, die uns um so befremdlicher erschien, weil es in den Tüten quiekte.
      Wir waren beide erleichtert, als sich die Kathedralentüren wieder hinter ihm schlossen, und wagten es auch wieder, zu atmen. Dennoch wuchs unsere Sorge um den Osterhasen. Er war schon so lange weg.
      Gerade, als ich mich dazu entschloß, nach ihm Ausschau halten zu gehen, kam er uns entgegengehoppelt, zufrieden, und mit einem leeren Korb. Ich muß sagen, ich war beeindruckt. Er hatte wirklich ganze Arbeit geleistet!

GB ließ sich nicht lange bitten und startete schneller als der Schall durch nach Hause. Dort, in unserem Garten, setzten wir unseren Passagier ab und verabschiedeten uns von ihm, nicht ohne einen Haufen von Dankesbekundungen seitens des Osterhasen.
      Von diesem Abenteuer haben GB und ich Jake und Tracy nie erzählt. Aber wir überlegen heute noch nach einer plausiblen Begründung, warum wir an diesem Ostern beide einen besonders großen Osterkorb vom Osterhasen bekommen haben…
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