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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
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57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.04.2020 2.789
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgabe für Kalenderwoche 14 war (von -Leela- mit Ergänzungen von Sira-la):
      Auf dem Weg ins Geschichts-Museum bemerkst du plötzlich den Pterodactylus über dem Gebäude kreisen…
      Baue mindestens drei weitere Dinosaurier in deine Geschichte ein (z.B. T-Rex, Triceratops, Stegosaurus, Parasaurolophus, Ankylosaurus,...)

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Eddy hat schon einige skurrile Dinge in seinem Leben erlebt. Manche Themen wiederholen sich, und dennoch auf so unterschiedliche Weise, daß eine Lösung dafür erst erarbeitet werden muß. Eine dieser Geschichten ist noch gar nicht so lange her…

Wenn Geschichte lebendig wird

Es ist nicht so, daß wir noch nie mit Dinosauriern zu tun gehabt hätten. Prime Evil hat in seinem Repertoire der Kreativität auch diese Möglichkeit durchaus schon aufgegriffen, und uns damit in Atem gehalten, die Urzeitviecher in unsere Zeit zu transferieren. Ich dachte eigentlich, mit dem Thema wäre er durch. Um so erstaunter war ich, als mir passierte, was mir am vergangenen Freitag passierte…

Ich war auf dem Weg zum Geschichtsmuseum. Dort sollte heute eine neue Ausstellung beginnen, die mich interessierte: Das alte Ägypten.
      Doch bereits einige Meter davor sollte etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Über dem Gebäude flog etwas großes! Zuerst dachte ich an einen Raubvogel, was schon beeindruckend genug gewesen wäre. Aber die Form paßte irgendwie nicht dazu, und auch bei der Größe war ich mir unsicher. Als ich näher kam und leicht die Augen zusammenkniff, wußte ich auch, warum. Über dem Museum kreiste ein Pterodaktylus!
      Okay. Es gibt jetzt nicht so wahnsinnig viele sinnvolle Möglichkeiten, warum das passieren kann. Deswegen dachte ich in erster Instanz auch an einen gut gemachten Werbegag. Einen wirklich gut gemachten Werbegag! Denn das Vieh war schon beeindruckend. Ich beeilte mich, in das Gebäude zu kommen. Nur vorsichtshalber. Man weiß ja nie. Dort wurde mir zum ersten Mal richtig klar, daß es sich doch um etwas größeres handeln mußte, bei dem, was hier passierte. Denn statt mein Ticket an der Kasse lösen zu können, geriet ich auf einen Aufruhr zu, der sich um den Pterodaktyl drehte – was genau besprochen wurde, konnte ich aber nicht verstehen, da alle Leute durcheinander redeten.
      Ich beschloß zu warten, und zu beobachten, ob ich heute doch noch eine Chance hatte, an mein Ticket für die Ägypten-Ausstellung zu kommen. Auf einer Seite der Eingangshalle gab es einen kleinen Bereich, in dem Kinder sich beschäftigen konnten. Das war vorerst mein neues Ziel. Dort konnte man viel lernen.
      Ich sah mich also in der Spielecke um. Es gab ein Puzzle mit der chinesischen Mauer, ein Drehspiel, wo man Klamotten aus verschiedenen Epochen zusammenstellen konnte, eine Automobilbahn mit Fahrzeugen von Pferdefuhrwerken bis zu modernen Sportwagen, die man darauf fahren lassen konnte… Auf einmal fiel mein Augenmerk auf ein Buch, das aufgeschlagen achtlos auf der Erde liegen gelassen worden war. So etwas mochte ich nicht. Ich wollte es zumindest ordentlich an seinen Platz zurücklegen, bei der Gelegenheit konnte ich es mir gleich mal ansehen. Und so nahm ich das Buch und setzte mich auf die Bank, die eigentlich für wartende Eltern gedacht war.
      Das rechte Blatt der aufgeschlagenen Seite zeigte eine schöne urzeitliche Landschaft. Links gab es eine Beschreibung, und sie erklärte dem Leser alles, was es wissenswertes über Pterodaktyle zu wissen gab. Ich fragte mich, warum auf dem Bild kein Pterodaktyl abgebildet war. Aber letztendlich war das ja kein Muß. … Die Informationen verknüpften sich in meinem Gehirn mit Zeitverzögerung. Automatisch schaute ich auf den Titel des Buches. Es war ein Buch aus der Reihe »Lebendige Geschichte«, zu dem Thema »Dinosaurier«. Ich hätte an dieser Stelle stutzig werden können
      Wer mich kennt, weiß, daß ich jeden Fettnapf mitnehme, den ich kriegen kann. Ich mußte also schauen, was das Buch noch so hergab. Ich öffnete eine willkürliche Seite und landete bei dem Eintrag über den Apatosaurus. So ungefähr hatte ich es mir vorgestellt, ein schönes, urzeitliches Bild mit dem passenden Dinosaurier zum Eintrag. Wer ahnt, daß ich an dieser Stelle das Geheimnis über den fehlenden Pterodaktyl herausfand…?

Was nun geschah, spottet fast jeder Beschreibung, und Jake hätte es vermutlich einmal mehr mit einem »typisch Eddy« belegt. Das Buch begann unter meinen Händen zu vibrieren, als der Apatosaurus sich aus den Seiten zu befreien versuchte. Lebendige Geschichte! Ich muß zugeben, ein bißchen übertrieben fand ich das jetzt schon. Jedenfalls hatte ich Mühe, das Buch festzuhalten, und bin vor Schreck natürlich auch nicht auf die Idee gekommen, das Buch einfach wieder zuzuschlagen. Ich ließ es also fallen, wodurch die Seiten automatisch umschlugen.
      Zumindest hatte ich noch so viel Grips im Kopf, um mich in Sicherheit zu bringen. Ich verschanzte mich also hinter der Napoleon-Rutsche und spähte vorsichtig in den Raum. Mir stockte der Atem. Dank meiner tatkräftigen Mithilfe hatten wir es neben dem bereits gesichteten Pterodaktylus also nicht nur mit einem Apatosaurus zu tun, sondern auch noch mit einem Triceratops, einem Stegosaurus und einem Ankylosaurus! Herzlichen Glückwunsch! Ich dankte dem Schicksal, daß die Seite mit dem T-Rex offensichtlich überblättert worden war!
      Ich beobachtete das Geschehen aus meinem Hinterhalt mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination. Die Dinosaurier waren noch nicht zu ihrer vollen Größe ausgewachsen. Andernfalls hätten sie die Kapazitäten des Foyers gesprengt. Aber sie wurden stetig größer!
      Die vier beeindruckenden Neuankömmlinge aus der Urzeitwelt sahen sich bereits neugierig in ihrem neuen Areal um. Es war ein Erlebnis, mit anzusehen, wie eine Gruppe von Menschen vor Ehrfurcht an die Wand gepreßt wird, als die Saurier an ihnen vorbei aus der Eingangstür ins Freie strömten.
      Jetzt wagte ich mich auch wieder aus meinem Versteck, schnappte mir das Buch, drückte es zugeklappt fest an mich, und rannte den Sauriern nach, aus dem Gebäude heraus. Draußen war mittlerweile Panik ausgebrochen. Es mag etwas damit zu tun gehabt haben, daß die Saurier inzwischen ihre volle natürliche Größe erreicht hatten…

Okay, fassen wir einmal zusammen: Wir hatten nun insgesamt fünf Dinosaurier auf freiem Fuß, ein Buch mit fünf fehlenden Dinosaurier-Bildern, und ich hatte keine Ahnung, wie ich die Dinos in das Buch zurückbekam, während sie die Stadt in Angst und Schrecken versetzten. Habe ich schon erwähnt, wie glücklich ich darüber war, daß kein T-Rex dabei war?

Ich war hilflos und verzweifelt. In gebührendem Abstand folgte ich den Sauriern, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Obwohl… wenn ich rückwirkend so darüber nachdenke, war es unmöglich, sie aus den Augen zu verlieren. Wie auch immer. Ich mußte nah an ihnen dran bleiben, denn ich mußte sie zurück in das Buch bekommen!
      Der Weg führte uns in den Stadtpark. Ich hätte drauf kommen können. Das mußte der Ort sein, an dem sich die Tiere hier noch am ehesten wohlfühlen konnten. Allerdings war auch das eine gewagte Aussage, denn soo groß war der Stadtpark nun auch nicht, und mit fünf Dinosauriern war er schon gut ausgefüllt. Da von einem Wohlfühleffekt zu sprechen war bestimmt sehr sportlich, wobei wir uns ja schon freuen konnten, daß der Pterodaktyl fliegen konnte. Der saß übrigens gerade auf dem Brunnen im Zentrum des Parks und sah sehr eindrucksvoll aus.
      Ich ließ mich auf einer Bank nieder, noch immer mit dem zusammengepreßten Buch in meinen Händen, und überlegte, ob ich verzagen sollte. Ich sah mir das Bild auf dem Cover an. In der weiten urzeitlichen Welt waren viele verschiedene Dinosaurier zu sehen. Wie war es den Sauriern überhaupt gelungen, aus dem Buch zu entkommen? Und warum führte das Bild auf dem Einband nicht schon zum Dinosaurierchaos in der Stadt? Ich hatte mehr Fragen als Antworten.
      Glücklicherweise verhielten sich meine Saurierfreunde im Park relativ ruhig. Ich glaube, sie mochten die Stadt nicht. Kann man es Ihnen verdenken? In meinem Kopf überschlugen sich derweil die Gedanken. Gerne hätte ich mir noch einmal so eine Seite aus dem Buch angesehen, möglichst mit einem fehlenden Dinosaurier, um zu sehen, ob mir das irgendwie Aufschluß über irgend etwas geben konnte. Aber wie groß war die Chance, daß ich bei dem Versuch eine Seite mit einem Saurier aufschlug der das Buch noch nicht verlassen hatte, und damit das Chaos nur noch größer wurde? Vom T-Rex wollte ich gar nicht noch mal anfangen!
      Als ich darüber nachdachte, ploppte der verheißungsvolle Begriff in meinem Geist auf, der mir die Rettung versprach: Inhaltsverzeichnis! Ich mußte doch nur im Inhaltsverzeichnis einen meiner Dinosaurier hier vor Ort heraussuchen, und die Seite dann ganz vorsichtig aufschlagen!
      Den Gedanken gefaßt, machte ich mich gleich ans Werk. Ich suchte den Pterodaktyl heraus, blätterte die Seiten unten so knapp an, daß ich nur die Seitenzahlen sehen konnte und schlug die entsprechende Seite auf.
      Ich las den Eintrag über den Flugsaurier mit immer größer werdender Begeisterung. Es war unglaublich interessant. Der Name »Pterodactylus« setzte sich aus zwei griechischen Teilen zusammen, nämlich pterón für Flügel und dáktylos für Finger, was also in etwa mit »Flügelfinger« übersetzt werden konnte. Hm. Naja, irgendeinen Namen mußte das Vieh ja haben, und zumindest auf griechisch hörte es sich eindrucksvoll an. Man nimmt an, daß sich so ein Pterodactylus vorwiegend an See- und Flußufern aufhielt, wo er sich von kleinen Fischen ernähren konnte. Okay, damit konnten wir hier im Park nicht dienen, vielleicht erklärte es aber seine Faszination für den Brunnen. Da er sich aber generell wohl von kleinen Tieren ernährte, sollte er wohl hier nicht verhungern. Unwillkürlich hielt ich nach Katzen in der Umgebung Ausschau… Auch ganz interessant fand ich, wo man überall Fossilien von Pterodaktylen (ist das die Mehrzahlform?) gefunden hat, so gab es wohl welche in England bei Weymouth, in Bayern in den Steinbrüchen von Solnhofen und Mörnsheim und in Tendaguru in Tansania. Was für eine Mischung! Ich hoffe, es gab damals noch mehr Pterydaktyle!
      Mißmutige Dinosaurierlaute brachten mich abrupt wieder zum wesentlichen zurück. Ich sah mir das Bild mit der Landschaft und dem fehlenden Dinosaurier genauer an. Je länger ich auf das Bild starrte, desto mehr hatte ich den Eindruck, es würde sich bewegen. Wind setzte Gras und die Äste der Bäume in Bewegung. Aber das war sicher nur Einbildung. Wenn ich mit den Fingern über die Seite strich, fühlte es sich jedenfalls nicht anders als jede andere Buchseite an. Dennoch, wenn die Saurier aus dem Buch herausgekommen waren, mußte es für sie auch einen Weg zurück geben.
      Ich beobachtete die für New York eher untypische Szene vor mir mit wachsender Sorge. Gerade zickten sich der Triceratops und der Ankylosaurus an, weil sie sich förmlich auf den Füßen standen. Ich hatte das brennende Verlangen, die armen Saurier aus ihrer mißlichen Lage zu befreien – mehr, als die New Yorker von den Sauriern zu befreien. Nur, wie?
      Ich schob den Gedanken etwas auf, da gerade der Stegosaurus auf mich zukam, und ich beschloß, einen respektvollen Abstand einzunehmen. Ich rettete mich also in einen Pavillon, von dem ich genau wußte, daß er mir, wenn es darauf ankam, keinen Schutz versprach. Von dort beobachtete ich die Lage. Die Saurier wirkten nicht glücklich in ihrer neuen Umgebung, auch wenn es schon sehr beeindruckend ist, einen riesigen Apatosaurus vor der Silhouette der Stadt zu sehen. Trotzdem hatte ich den Eindruck, die Urzeitviecher waren nicht nur deswegen hier fehl am Platz, weil sie hier nicht hingehörten, sondern auch, weil sie sich wohl, als ihre Neugierde sie hier hergeführt hatte, etwas anderes darunter vorgestellt hatten, als sich auf einer vergleichsweise kleinen Grünfläche zusammenzupferchen.
      Der letzte Aspekt brachte mich auf einen Gedanken. Vielleicht wollten die Saurier ja auch in das Buch und ihre gewohnte Umgebung zurück?! Ich wußte noch nicht genau, wie ich das anstellen sollte, aber einen Versuch war es wert.
      Ich suchte in dem Buch, das ich auf meiner Flucht vorsichtshalber und aus Reflex wieder zugeschlagen hatte, noch einmal nach meinem bereits erforschten und erfolgreichen Sicherheitsprinzip einen der Einträge heraus, den ich brauchte. Meine Finger zitterten. Sie waren wohl die ersten, die realisierten, daß ich gleich den Sauriern ganz nahe kommen mußte, um meine Theorie zu testen.
      Ich preßte die Blätter zu beiden Seiten des Buches fest zu, hielt das Buch so, daß das Bild mit der Urzeitlandschaft nach vorne zeigte, und arbeitete mich langsam auf die Saurier zu. Dabei überlegte ich, daß es effektiver war, wenn ich mich von vorne auf den Saurier zubewegte, wenn auch nicht sicherer, aber zumindest mußten sie ja sehen, was ich ihnen anbot. Und ich hoffte, daß sie es auch verstanden!
      Der erste Saurier, der auf mich aufmerksam wurde, war der Triceratops. Ich durfte nicht wählerisch sein! Ich versuche, das Zittern meines Körpers in den Griff zu kriegen und nicht zu hastig zu atmen, als ich ihm die Seite mit der Landschaft zeigte. Ein Gedanke drängte sich in meinem Geist immer wieder in den Vordergrund: Was war, wenn das nicht funktionierte?
      Man sagt den großen Tieren nach, daß sie nicht sehr intelligent waren. Mein Triceratops war allerdings sehr verständig. Oder er wollte einfach nur nach Hause. Als er das Bild jedenfalls im Visier hatte, steuerte er direkt auf mich zu. Und für mich hieß es in dem Moment, Nerven zu behalten, nicht wegzulaufen, und schon gar nicht das Buch fallenzulassen, womöglich noch mit der Option, doch noch einen T-Rex in die illustre Runde einzuladen. Ihr könnt mir glauben, es ist nicht einfach, Haltung zu bewahren, wenn ein Dinosaurier um ein vielfaches größer als man selbst direkt auf einen zugestapft kam. Innerlich machte ich schon mal mein Testament. Der Vorteil war, es konnten sich dann andere um das Saurierproblem kümmern.
      Während mir all diese skurrilen Gedanken durch den Kopf gingen, war der Triceratops so nah an mich herangekommen, daß ich ihn hätte anfassen können. Das hätte aber vorausgesetzt, daß ich die Hände frei gehabt hätte. Jetzt mußte ich aber das Buch mehr denn je festhalten, denn als mein gerade bevorzugter Dinosaurier die Nase in selbiges steckte, geschah etwas. Ich kann den Effekt nur so beschreiben, als würde der Saurier in seine gewohnte Umgebung zurückgezogen. Ich hatte Mühe, unter der enormen Kraft das Buch ruhig zu halten. Die Farben verschwammen vor meinen Augen und schienen in das Bild hineinzufließen, um sich wieder damit zu vereinigen.
      Der Vorgang kam mir länger vor, als er tatsächlich dauerte. Als ich es wagte, die Augen wieder zu öffnen, zeigte das Bild einen zufriedenen Triceratops in seiner natürlichen Umgebung. Ich kniff etwas die Augen zusammen. Ich konnte auch keine Bewegungen mehr in dem Bild ausmachen. Anscheinend hatte ich die richtige Lösung gefunden! Jetzt konnte ich nur hoffen, daß die anderen Saurier auch so kooperativ waren.
      Nachdem ich mir einige Minuten Zeit genommen hatte, um mein rasendes Herz zu beruhigen, versuchte ich mein Glück erneut auf die gleiche Weise. Ich schaffte es, den Apatosaurus auf mich aufmerksam zu machen. Ich glaube, die Saurier hatten einen Instinkt dafür, wo es nach Hause ging. Jedenfalls klappte alles besser, als ich es mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt hätte.
      Mit jedem Saurier bekam ich mehr Übung. Wenn ich hier fertig war, war ich bestimmt Profi – und brauchte es hoffentlich nicht noch einmal in meinem Leben! Der letzte, den ich wieder einfing, war der Pterodaktyl.
      Ich war von meiner Arbeit als Ghostbuster einiges gewohnt. Als ich hier fertig war, sank ich auf die Knie. Ich hatte noch gar nicht richtig realisiert, daß es wirklich vorbei war, und die Lösung denkbar einfach. Das Buch hatte ich zusammengeschlagen an meine Brust gepreßt.
      Langsam wurde ich mir der friedlichen Stille um mich herum bewußt. Das einzige, was einen Anhaltspunkt für den Besuch der Dinosaurier lieferte, war die ramponierte Grünbepflanzung, die den Tieren als Snack gedient hatte. Aber darum konnten sich nun wirklich andere Leute kümmern! Ich war auf meine Leistung schon mehr als stolz.
      Ich sah auf das Buch in meinen Händen und wagte es, vorsichtig die Seiten aufzuschlagen. Das Ergebnis kam einer Erlösung gleich. Die Bilder waren statisch und ruhig, sowohl die »alten«, wie auch die »neuen« Bilder – wobei ich mich beharrlich weigerte, die Seite mit dem T-Rex aufzuschlagen! Alles war wieder so, wie es sein sollte. Nur eine Sache erinnerte an das Dinosaurier-Abenteuer: Wenn man sich das Buch ansah, so fand man das Bild vom Triceratops bei dem Eintrag vom Ankylosaurus, das Bild vom Ankylosaurus bei dem Eintrag vom Apatosaurus, das Bild vom Apatosaurus beim Eintrag vom Triceratops, das Bild vom Stegosaurus bei dem Eintrag vom Pterodaktyl, und das Bild vom Pterodaktyl bei dem Eintrag vom Stegosaurus…
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