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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
31.12.2019 1.653
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgabe für Kalenderwoche 01 im Jahr 2020 war:
      "Lag es an ihr/ihm oder waren da wirklich versteckte Botschaften in dem Feuerwerk?"
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Das alte Jahr geht zu Ende, das neue Beginnt. Doch unter welchen Vorzeichen? Eddy hat hier eine Geschichte für sein neues Kapitel, die sich genau mit dieser Thematik beschäftigt, und diese Geschichte ist wirklich wahr!

Neujahrsgrüße

Es fing alles ganz harmlos an.
      Neujahr 2020. Daß es ganz nah war, merkte man daran, daß man sich zunehmend wie auf einem Truppenübungsplatz fühlte. Überall um uns herum knallte es wie aus hunderten von Gewehren, und so wie jedes Jahr war Tracy in Aufruhr und lief bei den ersten Knallern im Kreis.
      Okay, um Mißverständnissen eben vorzubeugen möchte ich erwähnen, daß ich das natürlich nicht als harmlos empfinde. Das ist aber auch nicht das, worauf ich hinaus möchte, zumal sich das Procedere jedes Jahr wiederholt, und wir es somit schon gewohnt waren. Wir wußten, wie wir damit umzugehen hatten und kümmerten uns um Tracy, bis er verinnerlicht hatte, daß Silvester war, und diese blöde Knallerei dazu gehörte.
      Das, was ich meine ist das, was passierte, nachdem sich unser Gorilla an die diesjährigen Idioten gewöhnt hatte, die Mitternacht nicht abwarten konnten, und sich vom Hyperventilieren erholt hatte. Und davon berichte ich euch jetzt!

Zu Mitternacht hin waren wir ein Stück rausgefahren, dorthin, wo jedes Jahr ein wirklich schönes Feuerwerk inszeniert wurde. Das war mehr etwas für uns alle, als die sinnlose Rumballerei. Wir trafen uns auf dem Platz mit den Speise- und Getränkebuden mit Jessica, Andrew und unseren Vätern. Die Atmosphäre war einfach harmonisch hier, auf dem etwas abgelegenen, grasbewachsenen Hügel, der für rumböllernde Jugendliche auch gesperrt war, die nur ihr eigenes Ding drehen wollten. Hier herrschte wirklich eine schöne, ausgelassene Feierstimmung, in die wir alle gerne eintauchten.
      Wir stießen mit New Yorker Bier an, ließen uns die Steakbrötchen vom Grill schmecken und unterhielten uns über alles, was wir im vergangenen Jahr erlebt, und für das neue geplant hatten. So konnten wir optimal bis zum professionellen Feuerwerk überbrücken, bei dem wir nichts anderes zu tun hatten, als zuzuschauen, zu staunen und uns daran zu erfreuen.
      Ich war schon sehr gespannt. Jedes Jahr hatten die Pyrotechniker irgend etwas neues in ihrem Repertoire anzubieten. Immer wenn man dachte, jetzt konnte es nichts neues mehr geben, wurde man überrascht.
      Je näher es auf Mitternacht zuging, desto mehr war die Aufregung auf dem Platz spürbar, und auch wir sicherten uns rechtzeitig die besten Plätze. Vor einer Baumgruppe, dort, wo es sanft den Hügel hinunter ging, machten wir es uns bequem. Von dort hatte man eine wunderbare Aussicht auf das Feuerwerk. Das wußten wir schon, aus den letzten Jahren.
      Als es endlich auf Mitternacht zuging, wurde es ganz still auf dem Hügel; fast andächtig. Wir zählten die Sekunden herunter, und endlich begann es! Funkelnde Sterne in allen Farben glitzerten über den Nachthimmel und bildeten die verschiedensten Formen, erschienen nacheinander, und ineinander, verschmolzen miteinander und verzauberten die Zuschauer. Das war ein wirklich richtig schönes Feuerwerk, so, wie ich es mir vorstellte, und es reichte mir völlig, nur zuzuschauen. Ich mußte nicht mitmischen, und mich dabei womöglich noch in Gefahr bringen.
      Wie erwartet sahen wir alte und neue Formen. Blumen – die Klassiker des Feuerwerks, Goldregen – den kannten wir schon aus den letzten Jahren, und der gehört zu meinen Favoriten, grüne Kleeblätter – die waren neu, rote Herzen – die gab es letztes Jahr schon… Ob alt oder neu, es war wie jedes Jahr hübsch anzusehen, und keiner von uns hätte es selber so hinbekommen! Ich hörte die Ooohs und Aaahs von meinen Freunden und meiner Familie neben mir, während ich selber die funkelnden Sterne am Himmel bewunderte. Apropos Sterne, die goldenen Sterne waren auch neu! Und die Buchstaben! Die Idee fand ich besonders faszinierend. Ob wohl alle dabei waren, damit jeder etwas davon hatte?
      Warum ich auf den Trichter kam, weiß ich nicht, aber ohne den Blick vom Himmel zu nehmen, kramte ich in meiner Jackett-Tasche nach meinem Notizblock und meinem Stift, und schrieb die Buchstaben schnell mit, damit ich nachher nachprüfen konnte, ob alle dabei gewesen waren. Leise sprach ich mir alle Buchstaben vor, die ich schon gesehen hatte, um sie nicht zu vergessen; bis ich zum aktuellen aufgeschlossen hatte.
      Ich merkte schnell, daß die Buchstaben willkürlich kamen. Das fiel mir auf, als das »S« sich wiederholte. Kurz überlegte ich, ob ich den Schwachsinn mit dem mitschreiben sein lassen sollte. Doch so ganz wollte ich von meiner Idee nicht ab zu prüfen, ob zumindest alle Buchstaben dabei waren, und so schrieb ich alle Buchstaben rasch mit. Die Idee, sie gleich zu sortieren, hatte ich von Anfang an wieder verworfen. Dafür hatte ich jetzt nicht die Zeit, das mußte ich im Anschluß machen.
      Als das Feuerwerk zu Ende ging, wußte ich, daß meine Mühe umsonst gewesen war. Es waren nicht alle Buchstaben dabei gewesen. Das hatte ich gleich bemerkt, da der eine oder andere markante Buchstabe wie das Q oder das X fehlte. Ich hätte mich lieber darauf konzentrieren sollen, das Feuerwerk zu genießen, so wie die anderen, statt mich von meiner kindischen Idee ablenken zu lassen. Als ich auf meinen Block schaute, stand dort: „SERVUSWELTKONTAKTBALD“.
      …
      Es dauerte ein wenig, bis mein Geist dazu in der Lage war, die Informationen zu verarbeiten. Automatisch trennte ich die Zeile zu sinnvollen Wörtern. Das Ergebnis war: „SERVUS WELT KONTAKT BALD“. Dann malte ich noch ein Komma zwischen die ersten und die letzten beiden Wörter und schloß den Satz mit einem Punkt ab. Anschließend merkte ich, wie mir die Kinnlade heruntergefallen war. War das ein Witz? Bis zum ersten Teil der Botschaft war ich noch geneigt dazu gewesen zu glauben, das wäre eine Spielerei der Veranstalter als Gruß an die Zuschauer. Aber wie paßte der zweite Teil dazu? Und wieso ‚Servus‘, hier bei uns in der Gegend? Verstohlen sah ich mich zu den anderen aus unserer Gruppe um, die schon wieder ausgelassen miteinander scherzten und lachten. Keiner von ihnen machte einen besorgten oder auch nur nachdenklichen Eindruck. Das wiederum stimmte mich nachdenklich. Lag es an mir oder waren da wirklich versteckte Botschaften in dem Feuerwerk?
      Ich beschloß, ganz unauffällig die anderen zu fragen, ob ihnen ebenfalls die Buchstaben aufgefallen waren. Und das tat ich auch. Die Reaktionen waren irgendwie wie erwartet. Jessica sagte gleich, daß ihr nichts aufgefallen wäre. Zuerst stimmten zwei, drei aus unserer Runde zu. Mein Vater dachte nach und sinnierte, daß einige Formen schon wie Buchstaben ausgesehen hätten. Tracy pflichtete als erster bei, daß er sich an ein E, ein S und ein K erinnern könnte, Andrew meinte, ein R und ein A erkannt zu haben, und schließlich stimmte auch Jake zu, daß ihm ein W und ein B aufgefallen sei.
      Ich schaute verstohlen auf meine Notizen. Das alles paßte genau mit meinen Beobachtungen überein. Ich rang einen Augenblick mit mir, ob ich die Katze endgültig aus dem Sack lassen sollte oder nicht; da die meisten aber selbst den einen oder anderen Buchstaben gesehen hatten, verkündete ich doch, daß ich alle Buchstaben mitgeschrieben hatte, und legte das Ergebnis auf den Tresen des Steakhouse-Grills.
      Ihr könnt euch denken, was jetzt geschah?
      Jessica lachte herzlich und nannte mich einen Spinner. Das war ja schon mal ein toller Start ins neue Jahr!
      Jack Kong, Jakes Vater, runzelte die Stirn und meinte, das könne nicht mehr als ein Zufall gewesen sein. Ein Zufall? Vier vollständige Worte, die zusammen sogar irgend einen Sinn ergeben – Zufall? Ernsthaft?
      Jake, Tracy und Andrew hingegen waren sich einig, daß ich mir das gerade ausgedacht hatte, um die Gruppe zu erheitern, und lachten ebenfalls.
      Ich hätte es lassen sollen. Ich hätte von Anfang an das tun sollen, was ich jetzt tat, als ich meinen Dad fragte, ob wir eben zusammen etwas zu trinken holen wollten. Er verstand mich, mit ihm konnte ich über so etwas reden. Und er verstand auch sofort, worauf meine unverfängliche Frage begründet lag, und begleitete mich sofort.
      Unter vier Augen erklärte ich ihm, daß ich mir das nicht ausgedacht hatte, daß das kein Zufall sein konnte, und daß ich nicht sponn. Ganz ehrlich, wäre ich auf so eine abstruse Idee gekommen, meine Freunde mit so etwas auf den Leim gehen zu lassen, hätte ich andere Worte verwendet. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie jemanden mit Servus begrüßt, ich wußte mal knapp, daß das in einem bestimmten Teil der Welt so viel wie ‚Hallo‘ bedeutete!
      Mein Vater glaubte mir, und auch ihn verwunderte die Wortwahl sehr. Daß das zum Programm gehörte, wie ich anfänglich vermutet hatte, – nein, das glaubte er auch nicht. Aber was hatte es dann mit den Worten auf sich? ‚Servus Welt‘ hörte sich erst mal ganz nett an. Und ‚Kontakt bald‘ – wollte eine außerirdische Spezies etwa Kontakt mit uns aufnehmen? Eine außerirdische Spezies, die ‚Servus‘ sagte? Und kam sie mit guten oder schlechten Absichten? Bei der netten Begrüßung, vielleicht wollten sie einfach nur ein bißchen plaudern…?
      Dad schlug zunächst vor, mit der Firma zu reden, welche das Feuerwerk ausgerichtet hatte. Vielleicht saß da ja doch ein Witzbold, der mal hatte sehen wollen, ob seine Botschaft ankam, und der in mir sein bestes Medium gefunden hatte.
      Die Idee klang in meinen Ohren vernünftig. Das jedoch würden wir erst am nächsten Tag angehen können, – bevor wir dann entschieden, ob wir weitere Nachforschungen einleiten mußten.
      Für heute würde die geheimnisvolle Botschaft noch ihr Geheimnis wahren.

HAPPY NEW YEAR 2020!
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