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Wundersame Erlebnisse aus dem Leben des Eddy Spenser

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer / P12 / Gen
Eddie Jake Jessica OC (Own Character) Prime Evil Tracy
20.01.2019
01.01.2021
100
261.220
9
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.12.2019 1.517
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgabe für Kalenderwoche 49 war: "Baut mindestens zehn verschiedene Farben in euren Text ein. Allerdings weder in der Beschreibung eines Regenbogens noch in der eines Menschen (wie für Augen, Haare, Kleidung, ...). Außerdem darf keine Objektbeschreibung mehr als zwei Farben beinhalten. (Das blaue Auto mit den roten Türen ist ok, das, das zusätzlich noch schwarze Reifen hat, nicht.)"
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Nicht jede Geschichte aus Eddys Buch ist rasant und abenteuerlich. Manche sind auch einfach besinnlich und schön. So eine hat Eddy heute für euch, und das nicht ohne Anlaß. Deswegen hat er sie auch gleich noch am selben Abend für euch aufgeschrieben. Begleitet ihn also heute, an seinem Geburtstag, in der Geschichte:

Ein ganz besonderes Geschenk

Am ersten Advent Geburtstag zu haben, ist schon etwas ganz besonderes.
      Ich feierte den Tag heute zusammen mit meinen Freunden und meiner Familie. Im Wohnzimmer des Ghostkommandos hatte ich alles mit Jakes und Tracys Hilfe hergerichtet. Kalte und warme Getränke, Gebäck und Schnittchen standen bereit. Tracy hatte sogar alles schön dekoriert. Und auf unserem Adventskranz brannte bereits eine der dicken roten Kerzen.
      Nach und nach trudelten die Gäste ein. Ich freute mich auf einen Nachmittag mit all den Leuten, die mir wichtig sind. Na klar, das Beisammensein ist das wichtigste, aber, ehrlich gesagt, Geschenke auspacken ist trotzdem eine Beschäftigung, die nie an Stellenwert verliert. Und genau damit war ich auch einige Zeit beschäftigt, während alle bei uns eintrafen.
      Jake hatte wirklich mitgedacht. Von ihm hatte ich ein Glas Türkis bekommen. Ja, richtig, gemeint ist die Farbe – die war mir nämlich gerade beim Malen ausgegangen, und gerade für meine Meeresbilder war die nun doch schon sehr wichtig. Dazu gab es passend ein Buch: »Meeresmalerei«, mit vielen Bildern und praktischen Tips. Das war wirklich ein tolles Geschenk. Naja, mein bester Freund kennt mich aber eben auch richtig gut.
      Als ich Tracys Geschenk öffnete, stand ich zunächst kurz vor einer Krise. Ich sah nur etwas Gelbes durch das Papier schimmern — und hatte sofort Bananen im Kopf! Glücklicherweise handelte es sich aber um ein Paar gelbe Handschuhe von der Sorte, wie ich sie mir gewünscht habe. Ich hatte mir zwar explizit keine Farbe gewünscht, aber ich bin immer noch ziemlich überzeugt davon, daß Tracy extra die gelben genommen hatte, um sie so zu verpacken, daß sie zuerst wie ein Bündel Bananen aussehen.
      Mein Vater überraschte mich, wie so oft in meinem Leben. Wer ihn kennt, der weiß, daß er immer wieder mit Dingen ums Eck kommt, mit denen keiner gerechnet hätte. So auch heute. Das Geschenk war groß, und auf der Packung stand deutlich der Hinweis: »Zerbrechlich, nicht fallen lassen!« Als wenn ich meine Geschenke auf den Boden werfen würde! Als ich es öffnete, kam ein großes, bauchiges Glas zum Vorschein, eine große Tüte mit einem blauen Pulver und eine Papierrolle mit einer Anleitung. Die Anleitung sagte, daß das Pulver ein alter Voodoo-Zauber sei. Nur eine winzige Menge in diesem Glas in Wasser aufgelöst und mit der Kerze, die in einer Vorrichtung darunter stand erhitzt, und man konnte wie in einer Vision fremde Welten in seinem Zimmer entstehen lassen. Dazu waren einige Beispiele aufgeführt, und mit welcher Beschwörungsformel sie sich entfalteten. Eine tropische Insel war dabei, eine versunkene Stadt unter Wasser, ein Piratenschiff… Und die Liste war erweiterbar, wenn man lernte, wie die Formeln funktionierten. Klingt phantastisch? Ist es auch! Da ich meinen Vater kenne, habe ich aber keinen Zweifel daran, daß es funktioniert!
      Das Geschenk war natürlich kaum noch zu toppen. Den Anspruch hatten wahrscheinlich aber auch die wenigsten. Jakes Vater hatte jedenfalls sehr pragmatisch gedacht, und mir die grüne Kuscheldecke geschenkt, die ich mir gewünscht hatte. Den Tip hatte er bestimmt von Jake gehabt.
      Geschenke aus der Zukunft sind auch immer etwas besonderes. Ich glaube, Futura ist die einzige, die meinem Vater Konkurrenz machen kann. Und das tat sie auch, ein weiteres Mal mit Bravour. Der braune Karton schien erstmal einmal sehr unscheinbar. Als ich ihn aber öffnete, schoß sofort ein silbernes Raumschiff in Form einer fliegenden Untertasse daraus hervor und schwebte kreuz und quer durch das ganze Zimmer. Futura erklärte mir, daß es auf Kommandos reagieren würde, und ich es rufen müsse – denn eigentlich wäre es ja nur die Verpackung für das eigentliche Geschenk! Aha. Ich rief also nach dem Ufo wie nach einem Hund, und es kam tatsächlich zu mir heruntergeschwebt. Die Kuppel konnte man öffnen, und dort lagen ein Programmheft und Gutscheinkarten für das »Space Theater« drin. Toll! Wir waren einmal mit Futura dort gewesen zu einem futuristischen Theaterstück, und offensichtlich hatte sie sich gemerkt, wie gut es mir gefallen hatte.
      Als nächste war Jessica an der Reihe. Und sie hatte, so wie Jack Kong, ebenfalls pragmatisch gedacht. Von ihr bekam ich einen Gutschein für eines meiner Lieblingsrestaurants. Auch wenn es eines der einfacheren Geschenke war, dadurch verliert es nicht an Stellenwert gegenüber den anderen. Immerhin beweist es, daß Jessica eine gute Beobachterin ist, und sie darauf achtet, etwas auszusuchen, womit sie jemandem wirklich eine Freude machen kann.
      Das Geschenk, welches ich von Madame Why bekam, sollte mich ebenfalls überraschen. Als ich am Papier herumfühlte, mutmaßte ich zuerst, daß es sich um Christbaumkugeln handeln könnte. Die Vermutung stellte sich allerdings nicht als richtig heraus, wie ich beim Öffnen feststellte. Durch den Zwischenraum im Papier bemerkte ich bereits, daß es sich offenbar um ein Tablett mit orangen Bällen handelte. Das lag daran, daß es tatsächlich Orangen waren, die auf dem Tablett lagen. Erst als ich verwundert das ganze Papier entfernt hatte, erkannte ich, daß die Orangen einmal aufgeschnitten worden waren, ausgehöhlt und mit einer Creme gefüllt worden waren, und anschließend wieder mit dem Deckel verschlossen, so daß man auf den ersten Blick meinen konnte, es handelte sich um ganz normale Orangen. Rebecka erklärte mir, dies sei ein altes traditionelles Zigeunerrezept aus ihrem Clan, und es wäre nicht nur lecker, sondern hätte auch eine bestimmte magische Kraft, mit der man gut durch kalte Winter kam. Okay, ich muß ergänzen: Rebecka Vai ist ebenfalls in der Lage, meinem Vater und Futura Konkurrenz zu machen, wenn es um Geburtstagsgeschenke ging. Eigentlich hätte ich das erwarten können.
      Nicht zuletzt, und darüber freute ich mich besonders, war auch Leela zu meinem Geburtstag vorbeigekommen – und darüber freute ich mich nicht nur deswegen, weil sie mich so tatkräftig bei der Veröffentlichung meines Buches unterstützt. (Ehrlich, ich weiß nicht, was ich ohne sie tun würde. Sie ist immerhin eine erfahrene Autorin und dazu eine super Managerin; gerade in den letzten Wochen hatte sie mich sehr unterstützt bei dem Wechsel vom Mufterling-Verlag, der leider vor kurzem aufhörte und seinen Verlag geschlossen hatte, zum Sira-la-Verlag, welcher der Nachfolger werden sollte. Die Übernahme hatte reibungslos geklappt; ich weiß aber nicht, ob ich das alles alleine so gut hinbekommen hätte. Aber ich schweife ab!)
      Leela jedenfalls hatte auch ein Geschenk für mich, obwohl wir vereinbart hatten, daß wir uns gegenseitig nichts schenken, weil wir mit unseren Geburtstagen nur einen Tag auseinander liegen, und ich ihr vereinbarungsgemäß gestern auch nichts geschenkt hatte! Eigentlich hatten wir das vereinbart, weil wir es albern fanden, uns im Zweifel die gleichen Sachen kurz hintereinander hin- und herzuschenken. So viel zu der Absprache! Grumpf! Aber gut, ich muß gestehen, daß sie sich hier ein paar gute Gedanken gemacht hatte, die nicht nur für meinen Geburtstag interessant waren. In dem Umschlag waren nämlich einige Vorschläge für Buchcover, für mein Buch. Auf der Vorderseite hatte sie aus dem Titel und Fotos ein paar schöne Kompositionen erstellt, der Buchrücken war in schlichtem Violett gehalten und wiederholte den Titel, und auf der Rückseite, die ebenfalls in dem markanten Violett gehalten war, welches lautmalerisch für »Leela« stand, fand sich der kleine Text wieder, den wir als Zusammenfassung für meine Geschichtensammlung ausgearbeitet hatten. Okay. Das war in Ordnung. Und ich freute mich schon darauf, mir die Konzepte noch einmal in Ruhe anzusehen, und meinen Favoriten für die nächste Auflage auszuwählen.
      Das war ein aufregender Geburtstag, wie ihr seht. Aber er war noch nicht zu Ende!
      Nach der ganzen Aufregung kehrte endlich etwas Ruhe ein. Es wurde Kaffee und Tee ausgeschenkt und Kuchen verteilt, und wir setzten uns gemütlich zusammen – als ich plötzlich auf etwas aufmerksam wurde, was sich vor dem Fenster abspielte. Aufgeregt - fast noch mehr als beim Öffnen der Geschenke - ließ ich die Gruppe allein und sah hinaus. In dem Augenblick war - fast - alles um mich herum vergessen. Tatsächlich! Während wir uns drinnen beschäftigt hatten, hatte es draußen angefangen zu schneien! Die Welt lag bereits unter einer dicken weißen Schneedecke begraben. Ich konnte nicht anders als frenetisch zu grinsen. Damit hatte ich heute nicht gerechnet. Und das war in der Tat eines der schönsten Geburtstagsgeschenke von allen.

*+.*+.* Sonntag, 1. Dezember 2019 *.+*.+*
*+.*+.* Happy Birthday, Eddy! *.+*.+*
*+.*+.* Und einen schönen 1. Advent euch allen da draußen! *.+*.+*
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