Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Zeit entgegen gehen

von Meyrin
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
20.01.2019
01.09.2019
15
9.277
3
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.02.2019 536
 
Als die Kutsche den Hof verlässt hört er schon das Jubeln der Leute. Nervös aber freundlich lächelnd winkt er dem Volk zu. “Nervös ?” fragt ihn sein Freund, welcher neben ihm sitzt und als Rudolf die Vorhänge schließt in seine Arme.

“Ja, doch es geht.” antwortet er und lässt sich in die Umarmung sinken. Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm und er beschließt es zu genießen.

Auf einmal hört Rudolf unter dem Jubeln auch Geschrei und er kann sich denken was es ist. Als er versucht sich aufzurichten und sicherzugehen halten die Arme des Todes ihn zurück.
“Später. Wenn du jetzt etwas unternehmen würdest würden deine Gegner es gegen dich verwenden. Hab noch ein bisschen Geduld, mein Prinz.” erklärt er ihm sanft auf seinen fragendem Blick hin. Sanft küsst er seinen Scheitel bevor er den Kopf auf den des noch Kronprinzen ablegt, damit er nicht seinen besorgten Gesichtsausdruck sehen kann.

>Aus dem kleinen Jungen von damals ist nun ein richtiger man geworden. Obwohl ich das schon lange weiß ist es doch erstaunlich, dass er sich kaum verändert hat und ich hätte auch nicht erwartet, dass sich solche Gefühle entwickeln. Er wird ein guter Kaiser, jedoch fürchte ich mich um ihn. Seit dem Abend wo ich ihn am Leben ließ ist die Zukunft so verschwommen.< überlegt er während sie weiter fahren und die Nähe des anderen genießen.

Als er an der Kirche ankommt steigt er aus und stellt sich neben seine Frau Stephanie. Bald darauf beginnt schon die Prozession in die Kirche. Elszri ist bei ihrer Großmutter in der Kirche und strahlt ihn am als sie ihn sieht. Er lächelt sie leicht an, bevor er sich auf den Weg vor ihn konzentriert.
Er ist nervös.
‘Du glaubst du könntest ein Land Regieren und retten? Du bist viel zu weich`
‘Österreich wird wegen deiner Politik untergehen.`
‘Du hast nicht das Recht Kaiser zu sein.`
'Dein Cousin wär viel besser geeignet.`
‘Du bist nichts Wert !’
Erklingen Stimmen in seinem Kopf, die sehr nach denen seiner Eltern und Großmutter klingen und er schließt kurz die Augen. Als er sie öffnet blickt er in ein Paar silberner Augen, welche ihn sanft, aber auch erhaben beobachten. Auch seine Körperhaltung strahlt Erhabenheit, Dominanz und Macht aus.

>Herr des Jenseits und Herrscher über leben und Tod. Wie oft ich das wegen seiner Art doch vergesse.< geht es ihn bei dem Anblick durch den Kopf.

Der Priester hatte währenddessen schon mit der Krönung begonnen, doch Rudolf blickt, obwohl er ihm zuhört, in die Augen des Herrn des Jenseits, welcher von allen unbemerkt vor dem Thron steht.
Als der Priester fertig ist und ihn bittet sich zu erheben breitet der Tod leicht die Arme aus.
“Kaiser Rudolf wird der Zeit entgegen gehen.”

Elisabeth würdigt ihm, als er mit Elszri an seiner Seite und Stephanie einige Schritte hinter sich, an ihm vorbei geht keinen Blick. Ein Stich fährt ihm durchs Herz, doch er ignoriert ihn. Hatte er nichts anderes erwartet.

Draußen wird er mit tosendem Applaus und Jubeln begrüßt. Langsam schreitet er den Weg hinunter, lächelt und winkt höflich. Elszri an seiner Seite, vor Freude bei ihrem Vater zu sein, an seiner Seite.

Dann ertönt ein Schuss.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast