The sun will shine on us again

GeschichteDrama, Familie / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character)
20.01.2019
26.04.2019
24
53081
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Eigentlich sage ich immer, ich schreibe Geschichten auch weiter wenn nur eine einzige Person mitliest, aber ich sehe doch an den Aufrufen und den Favoriten, dass ich ganz viele Schwarzleser habe. Das nächste Kapitel gibt es also erst, wenn ich mindestens drei Reviews zu diesem Kapitel habe :-) Als Belohnung wird das nächste Kapitel dann auch wieder länger.
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Wir sitzen am Tisch, werden langsam fertig mit Essen und noch immer habe ich Fury keine Antwort gegeben. Natasha wollte mich ein paar Mal darauf ansprechen, aber Clint hat jedes Mal beschwichtigend abgewunken, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Ich brauche Zeit, um meine Gedanken zu ordnen und mich zu fragen, was genau ich mit meinem Leben anstellen will, nun, da ich dank Loki eine Zukunft habe. Apropos... „Wer ist bei Loki, wenn ihr beide hier seid?“, frage ich neugierig. „Maria Hill“, antwortet Natasha und zwinkert mir zu. Ach ja, der will sie mich ja noch vorstellen.
„Sie ist Furys rechte Hand“, fügt Clint erklärend hinzu. Tony und Pepper mischen sich nicht ins Gespräch ein, der Milliardär ist für seine Verhältnisse das gesamte Essen über ziemlich ruhig gewesen. „Darf ich überhaupt bei euch mitmachen, ich bin noch gar nicht volljährig?“, wende ich mich nach weiteren schweigsamen Minuten an Fury persönlich. Er ist mir immer noch ein bisschen unheimlich, aber wenn Natasha sagt er ist in Ordnung, dann wird das auch so sein. Von allen Personen hier vertraue ich ihr am meisten. „Ein Erziehungsberechtigter muss deinen Vertrag für dich unterschreiben.“ Fragend sieht er mich an als diesmal ich diejenige bin, die flucht.
„Meine Großeltern hassen mich! Könnt ihr ihnen das Ganze nicht als Erziehungscamp verkaufen oder so? Sonst unterschreiben die nie!“ Sofort setzt sich Natasha gerade und und fragt aufmerksam: „Dann hast du dich entschieden? Du nimmst das Angebot an?“ Ich zucke mit den Schultern und merke, dass mich auf einmal alle anstarren. „Na ja, meine Mitschüler haben im letzten Jahr angefangen, zu überlegen was sie später beruflich machen wollen, aber für mich gab es dieses später nie. Ich wusste, ich sterbe bevor ich irgendeine Ausbildung beenden kann. Ich hatte ohnehin nie einen ´Traumjob´, aber da draußen mit euch zu kämpfen, das hat mir gut getan. Ich weiß zwar nicht, ob ich als Geheimagentin was tauge, aber mein persönliches Ziel ist es, genau so gut wie Clint im Bogenschießen zu werden und.... irgendwo muss ich ja trainieren.“
Meine etwas längere Rede überrascht selbst mich. Verlegen schaue ich auf meinen Teller. „Gibt es einen Einstellungstest?“, frage ich dann, um die peinliche Pause zu überbrücken. „So was in der Art. Sie machen diesen Test zu Beginn Ihrer Ausbildung und währenddessen immer wieder. So können wir und Sie Ihre Fortschritte sehen und mit jedem Jahr wird der Test schwieriger. Schnelligkeit, Intelligenz, Arbeiten unter Druck, sowohl im Büro als auch auf dem Feld, Schusswaffengebrauch...“ „Schusswaffen?“ Entsetzt hebe ich den Kopf wieder. „Ehm... Es ist doch ziemlich egal, ob du Leute mit Pfeil und Bogen oder mit einer Pistole erschießt... Das Ergebnis ist das gleiche!“ Clint ist sichtbar verwirrt. „Keine Sorge, dir werden nur die Grundlagen beigebracht. Danach kannst du dich spezialisieren. Aber eine gute Agentin beherrscht nun mal sowohl ihren Körper als auch verschiedene Waffenarten.“ Das muss sie mir nicht sagen, ich habe sie auf der Straße kämpfen sehen und was Selbstverteidigung und Nahkampf angeht kann sie mir bestimmt richtig gute Tipps geben.
Fury räuspert sich. „Dann sind Sie dabei, Miss Prince?“ Bevor ich antworten kann, hebt Tony eine Hand, tauscht einen kurzen Blick mit Pepper und räuspert sich. „Darf ich etwas einwerfen?“ Fury nickt und Tony spricht weiter. „Loki wird morgen nach Asgard gebracht. Thor nimmt ihn mit und sie nutzen den Tesseract, welcher danach sicher in die Schatzkammer eingeschlossen wird. Du solltest dabei sein, wenn die beiden Götter nach Hause reisen.“ Ich bin durchaus dankbar für die Info und will Loki sowieso noch eine Nachricht für Frigga mitgeben, aber warum genau bringt er das ausgerechnet jetzt zur Sprache? „Sie sollte dabei sein?“ Natasha klingt misstrauisch. Pepper, die neben mir sitzt, greift nach meiner Hand.
„Deine Großeltern... Sie sind bei dem Angriff der Chitauri ums Leben gekommen. Die Einzelheiten würden wir dir gerne ersparen, es hat auf jeden Fall bis heute Vormittag gedauert, um sie zu identifizieren. Du bist übrigens auch offiziell tot. Euer Haus ist abgebrannt und keiner der Nachbarn hat gesehen wie du das Haus verlassen hast, deshalb geht die Polizei davon aus, dass du... Wir haben diesen Umstand erst einmal nicht korrigiert, da wir von Furys Angebot wussten und vielleicht ist es als Agentin sogar besser, sich vor den Behörden nicht mehr rechtfertigen zu müssen.“ Ich begreife erst gar nicht, was Pepper erzählt. Traurigerweise schockiert mich mein eigener, angeblicher Tod mehr als der meiner Großeltern. Verwandt waren wir ohnehin nur auf dem Papier.
„Damit wäre die Familie Prince dann ausgelöscht“, murmle ich. Dann stehe ich auf. „Ich brauche frische Luft.“
Es kommt mir vor wie Stunden, in denen ich alleine auf der Terrasse stehe, da öffnet sich die Glastüre hinter mir mit einem Zischen. „Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich nicht um sie weine?“ Natashas Stimme ertönt neben mir, doch ich schaue weiter stur geradeaus. „Wir haben alle so unsere Familienprobleme. Nein, du bist kein schlechter Mensch! Stell dir vor, es wäre umgekehrt... Du tot und sie am Leben. Würden sie trauern?“ Ich schüttle den Kopf. Nein, sie würden eine Beerdigung ausrichten und alles tun, um den Anstand in der Öffentlichkeit zu wahren, aber in Wahrheit wären sie nicht traurig um meine Abwesenheit. „Meinst du, ich schaffe das? SHIELD ist nicht die Dorfpolizei. Was, wenn ich versage?“ Natasha legt mir eine Hand auf die Schulter.
„Für einfühlsame Aufmunterungsgespräche bin ich eigentlich die Falsche“, seufzte sie. Lachend drehe ich mich jetzt doch zu ihr herum. „Schon gut, ich habe durchaus gemerkt, dass du eher praktisch veranlagt bist“, versichere ich ihr. Im Prinzip kann ich mir meine Frage auch selbst beantworten: Natürlich kann es passieren, dass ich versage, aber ich muss es zumindest versuchen, sonst werde ich mich mein Leben lang fragen ´Was wäre wenn...´. Außerdem bin ich offiziell tot, muss also nicht mehr zur Schule gehen oder mich bei irgendjemandem melden.
„Du bist nicht alleine. Clint und ich kehren zu SHIELD zurück so lange die Avengers uns nicht brauchen und Maria ist ja auch noch da. Du wirst sie mögen!“ Dankbar lächle ich Natasha an. „Du versuchst ja doch, mich aufzumuntern.“ Sie grinst. „Gewöhn dich nicht dran!“ Dann wird sie wieder ernst. „Willst du hier in New York bleiben oder wäre Washington D.C. auch was für dich?“ Ich lasse meinen Blick über die Stadt schweifen. Der Stark-Tower, der nach den Renovierungsarbeiten in Avengers-Tower umbenannt wird, ist hoch genug, um einen guten Ausblick zu bieten. New York war immer meine Stadt, meine Heimat, aber vielleicht ist der Tod meiner Großeltern ein Zeichen. Vielleicht tut mir ein Neuanfang ganz gut. „Was ist in Washington?“, frage ich neugierig. „Unser Hauptquartier. Steve kommt wahrscheinlich auch mit und ich könnte mir überlegen, ebenfalls zur Basis zurückzukehren.“ Sie zwinkert mir zu und ich verstehe, dass sie mir anbietet mich zu begleiten und auf mich aufzupassen. Ich wende mich schnell ab, denn ich bin es nicht gewöhnt, dass sich Erwachsene um mich kümmern und sich für mich interessieren. Bisher hat mir das nicht gefehlt, aber Natashas Geste berührt mich mehr als ich zugeben möchte. „Washington D.C.... klingt gut!“

Am nächsten Morgen fahre ich mit Natasha zum vereinbarten Treffpunkt. Clint und Steve holen Loki aus dem Gefängnis ab, Tony und Thor kümmern sich um den Tesseract, Bruce sieht nervös aus und zuckt immer wieder zusammen, sobald ihn jemand anspricht. „Wieso kann man den Schalter eigentlich nur in eine Richtung kippen?“, murmle ich leise, doch Bruce und Natasha hören mich trotzdem. Mittlerweile haben mir übrigens alle Avengers das Du angeboten. „Wie meinst du das?“ Ich sortiere meine Gedanken und erkläre leise: „Nun, wenn Bruce so richtig wütend wird, wird er grün, schaltet den Hulk also praktisch an. Ihn wieder auszuschalten dauert erheblich länger und es gibt bis jetzt keine wirklich sichere Methode dafür, oder?“ Beide schütteln den Kopf. Dann erhellt sich Natashas Gesicht. „Du meinst also, Bruce soll mal herausfinden, wer oder was ihn so zügig beruhigen kann, dass wir...“ „Den Hulk ausschalten können, ja“, ergänzt Bruce belustigt. „Ich habe bisher einfach versucht, erst gar nicht grün zu werden, aber eine gezielte Methode zur Rückverwandlung wäre natürlich eine viel bessere Idee!“
Bevor wir weiter darüber reden können, fährt Clint mit dem Auto vor. Er zerrt Loki ziemlich unsanft vom Rücksitz und erschrocken bemerke ich, dass er zusätzlich zu den Handschellen nun auch einen Knebel trägt. „Was soll das denn?“, fahre ich den armen Steve an, der vermutlich überhaupt nichts dafür kann. „Die Leute in Asgard nennen ihn Silberzunge... Wir gehen lieber kein Risiko ein.“ Clint sieht mich warnend an und ich gebe mich geschlagen. Natasha neben mir nickt zufrieden. „Als Agentin musst du lernen, Befehle zu befolgen und sie nicht in Frage zu stellen. Außer es sind wirklich total unsinnige Befehle. Aber wenn sie von Fury kommen, ist immer ein tieferer Sinn dahinter versteckt.“
Aha, ich habe den Test also bestanden. „Darf ich ihm etwas geben?“, wende ich mich wieder an Clint. Als er nickt trete ich einige Schritte auf Loki zu, welcher mich neugierig beobachtet. Da ich ja für tot erklärt wurde, habe ich mir die Kapuze von Natashas geliehener Jacke tief ins Gesicht gezogen, doch um besser mit meinem Vater sprechen zu können streife ich sie ein Stück zurück. „Dieser Brief hier ist für Frigga.“ Ich stecke ihm den Brief in eine Tasche seines komischen Umhangs, dann schaue ich Thor an. „Weiß Odin von mir?“ Der Donnergott zuckt mit den Schultern. „Er ist der Allvater. Vielleicht hat Heimdall es ihm auch erzählt. Vielleicht interessiert es ihn nicht.“ Vielleicht, vielleicht... Weiß der Kerl überhaupt etwas, außer wie man andere Leute mit einem Hammer schlägt und diesen wieder zu sich zurückruft?
„Da du die letzten siebzehn Jahre ziemlich wenig Verantwortung für mich übernommen hast, kannst du jetzt endlich damit anfangen!“ Ich winke Natasha, welche mir den Ausbildungsvertrag gibt und Loki einen Stift in die Hand drückt. „Unterschreiben!“, knurre ich ihn an. „Es geht um meine Zukunft.“ Thor scheint völlig verstört von meiner Umgangsart mit seinem Adoptivbruder, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es Loki gefällt wenn jemand mal keine Angst vor ihm hat aber auch nicht respektlos ist.
Nachdem er den Vertrag unterschrieben hat trete ich zurück und Tony drückt Thor den Tesseract in einer Box in die Hand. „Wenn eine ruhmreiche Schlacht ansteht... Ruft mich!“, erklärt der Donnergott, dann drehen er und Loki am Aufbewahrungsgefäß. Mit einem hellen Lichtstrahl verschwinden sie.
„Ich bin mir sicher, ihr seht euch wieder!“ Überrascht sehe ich Steve an. „Wir kennen ihn nur als unseren Feind, doch auch Thor versicherte uns, es wäre Gutes in Loki. Vielleicht bist du dieses Gute. Er hat dir ohne zu zögern das Leben gerettet und ich bin mir sicher, selbst wenn wir nicht zum Schein auf seine Forderungen eingegangen wären, hätte er dir geholfen! Er ist dein Vater und es ist richtig, dass du ihm eine Chance gibst!“ Ich habe nicht wirklich erwartet, dass irgendjemand versteht, warum ich mich im Moment ein bisschen verloren fühle und Loki... nicht vermisse, aber... Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihm gehabt. Trotz seiner Schandtaten.
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