The sun will shine on us again

GeschichteDrama, Familie / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character)
20.01.2019
26.04.2019
24
53081
30
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Der Titel des Kapitels bezieht sich nicht nur auf Loki, Frigga und Co, wie hoffentlich mit dem letzten Satz deutlich wird.
Hat jemand eine Ahnung, wie alt Dr. Strange in seinem Film ist? Also der Charakter, nicht der Schauspieler :-)
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Ich schwöre hoch und heilig, beim Grab meiner Mutter, wenn Loki sich noch ein einziges Mal über seine Familie beschwert, schleppe ich ihn persönlich zurück nach Asgard und werfe ihn Odin vor die Füße. Wir stehen mittlerweile beide der Frau gegenüber, die so unvermutet in der Gefängniszelle aufgetaucht ist. Sie ist ziemlich eindrucksvoll und sieht eigentlich genau so aus wie ich mir eine Göttin immer vorgestellt habe. Doch auch wenn sie eine gewisse Macht und Autorität ausstrahlt, schaut sie Loki mit einem so liebevollen Blick an, dass ich fast anfange vor Rührung und Herzschmerz zu weinen. Doch da ich keine Heulsuse bin und es zudem den Effekt meiner Moralpredigt ruiniert hätte, verkneife ich mir die Tränen und tippe Loki auf die Schulter. „Willst du uns nicht vorstellen?“
Die Frau lacht und stellt sich kurzerhand selbst vor. „Ich bin Frigga, die Mutter Lokis und Thors und Frau Odins.“ Bei jeder anderen Person hätte der Name Frigga einfach nur blöd geklungen, doch zu dieser Göttin passt er. „Ich bin Lorena, die... äh, die Tochter Lokis.“ Sie sieht nicht sonderlich überrascht aus und das scheint Loki endlich aus seiner Schockstarre zu reißen. „Was machst du hier?“ Nicht besonders höflich, finde ich, aber eigentlich genau die Frage, die ich mir auch stelle. Frigga lächelt und deutet auf seine Handschellen. „Ich spürte deinen Ruf, doch er war ungewöhnlich schwach. Heimdall berichtete uns vom Kampf, jedoch erfuhr nur Odin von deinem weiteren Schicksal.“
Langsam wurde mir dieser Heimdall echt unheimlich. Konnte der echt alles und jeden beobachten? Mythologisch gesehen war das nämlich seine Fähigkeit, abgesehen von der Sache mit dem Bifröst. Und ja, ich bin ziemlich stolz auf mich, dass ich mir dieses Wort merken kann. So wie ich auch weiß, dass Thors Hammer Mjöllnir heißt. Nur ordentlich aussprechen kann ich das nicht.
„Geht es dir deshalb so mies? Weil du versucht hast, trotz der Handschellen Magie anzuwenden?“, wende ich mich an Loki und dieser nickt, ohne seinen Blick ein einziges Mal von Frigga abzuwenden. Mit einem Mal fällt mir ein, dass Odin ja ein König ist, was Frigga zu einer Königin macht. Ich verbeuge mich unbeholfen und mache zur Sicherheit noch einen wackeligen Knicks. „Ich bitte dich, du bist meines Sohnes Tochter und musst dich nicht vor mir verneigen.“ Erleichtert stelle ich mich wieder gerade hin. Während Frigga beginnt, Loki zu schelten... Himmel, jetzt rede ich auch schon so... Betrachte ich sie verstohlen. Meine menschlichen Großeltern sind Ende fünfzig, haben beide schon weiße Haare und immer einen verkniffenen Zug um den Mund. Frigga jedoch verdient den Begriff Großmutter nicht wirklich. Sie sieht alterslos aus, was vermutlich daran liegt, dass sie nach menschlicher Zeitrechnung schon längst zu Staub zerfallen sein müsste.
Außerdem bin ich immer noch fasziniert von dieser Aura von Wärme und Zuneigung, die fortwährend von ihr ausgeht. Jetzt legt sie Loki zärtlich eine Hand auf die Wange oder eher in die Luft kurz vor seiner Wange. „Sie sind nicht richtig hier, oder?“, fragte ich neugierig und kann mich gerade noch so beherrschen, einfach nach ihrer Hand zu greifen und zu schauen, ob ich durch sie hindurch gleite. Aber dafür habe ich zu viel Respekt vor ihr.
„Es ist nur ein Trugbild, eine Illusion, die ich für eine kurze Zeit erschaffen kann“, erklärt sie mir. „Guck mal, man kann mit Magie auch Gutes anstellen“, weise ich Loki auf das Offensichtliche hin. Frigga gluckst. „Eure Wege hätten sich viel früher kreuzen müssen. Meine Liebe, niemand hat bisher gewagt, so mit Loki zu sprechen.“ Vielleicht liegt es daran, dass er mir das Leben gerettet und den Angriff auf New York zwar gestartet, aber auch wieder beendet hat. Vielleicht schreckt mich nach den Gedanken an meinen frühzeitigen Tod, der sich ja Gott sei Dank jetzt erledigt hat, auch einfach nichts mehr. Oder es liegt daran, dass Loki zwar verschlagen, aber nicht böse aussieht.
„Jemand nähert sich. Mein Sohn, ich werde bei deinem Vater für dich sprechen, doch einer Bestrafung kannst du nicht entgehen.“ Ihr Bild flackert und zum ersten Mal sehe ich wahrhaftige Gefühle in Lokis Augen. Voller Sehnsucht schaut er seine Mutter an und mir wird bewusst, auch wenn er sich noch so abfällig über seine Familie äußert... Eigentlich möchte er nur von ihnen geliebt und anerkannt werden. Warum er nicht merkt, dass Frigga ihn ohnehin über alles liebt, ist mir schleierhaft. Bevor sie komplett verschwindet, frage ich schnell: „Kann ich euch mal in Asgard besuchen?“ Sie lächelt gütig. „Heimdall wird ein Auge auf dich haben!“
Ist das jetzt ein Ja oder ein Nein? Ich schüttle den Kopf und murmle: „Götter.“ Dann öffnet sich die Türe und Clint steckt den Kopf herein. „Alles in Ordnung?“ Loki dreht sich wieder zum Fenster und ignoriert den Bogenschützen, deshalb antworte ich: „Alles okay. Gib mir bitte noch fünf Minuten.“ Er sieht definitiv erleichtert aus als er die Türe wieder schließt. „So, nachdem das fröhliche Familientreffen beendet ist... Warum habe ich dich siebzehn Jahre lang nicht gesehen? Warum hatte ich nur ein Foto und nicht einmal einen Namen von dir?“ Er dreht sich wieder herum. „Du magst mich nicht gesehen haben, doch ich sah dich.“ Ich tippe auf Heimdall. Loki scheint allerdings meine Gedanken gelesen zu haben, vielleicht kann er das ja auch wirklich, denn er führt seine Aussage weiter aus. „Die Schlange, welche du Odin nanntest. Sie war eine Botin. Durch ihre Augen sah ich dich, durch sie eilte ich dir zu Hilfe.“ Damit habe ich nicht gerechnet. Ich will weiterhin wütend auf ihn sein, doch es funktioniert nicht. Denn wenn er wirklich irgendwie bei mir war, mein ganzes Leben lang, dann... Nein, ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass er mich liebt, aber wie hat er am Anfang unseres Gesprächs gesagt? ´Du sorgst dich´. Ja, das trifft es ganz gut. Ich kann nicht übersehen, was er in der letzten Woche auf der Erde angestellt hat, doch er ist nun einmal mein Vater und vielleicht kann ich ihm noch eine Chance geben. Denn anscheinend bin ich ihm nicht egal, was mich stärker berührt als erwartet.
„Wenn du wieder in Asgard bist... Vielleicht kann Frigga dir ja erzählen, was Heimdall so sieht. Also... Was ich mache.“ Unsicher sehe ich ihn an. Er nickt knapp, dann ist das Gespräch für ihn offenbar beendet. Ich trete an die Türe und drücke auf den Alarmknopf, damit Clint mich herauslässt. „Lorena?“ Überrascht drehe ich mich ein letztes Mal zu Loki um. „Achte auf dich!“ Die Andeutung eines Lächelns huscht über sein Gesicht und ich erwidere diese Geste. Dann öffnet Clint die Türe.

Es stellt sich heraus, dass nicht nur der ominöse Besuch meine Anwesenheit beim Abendessen erfordert sondern auch das Fehlen eines Koches, was dazu führt, dass ich in der Küche stehe und von Jarvis versuche zu erfahren, wie viele Leute zum Essen da sein werden. „Notfalls bestellen wir Pizza“, ertönt Peppers Stimme. Sie lehnt in der Küchentüre und schnuppert kurz, dann fragt sie: „Nudeln mit Tomatensoße?“ Ich nicke. „Ist schnell und in größeren Mengen herstellbar.“ Sie spricht mich nicht auf meinen Besuch bei Loki an sondern ahnt anscheinend, dass ich erst einmal alleine über alles nachdenken muss. Während unseres Gespräches über das Essen ist sie neben mich getreten und nickt anerkennend als sie die Auswahl an Gewürzen sieht, die ich in die Tomatensoße hineingeworfen habe.
In diesem Moment geht das Licht aus. „Nicht schon wieder Stromausfall“, stöhnt Pepper genervt. Ich bleibe einfach stehen und bewege mich nicht, denn irgendwo vor mir in der Dunkelheit stehen heiße Töpfe mit heißem Wasser auf heißen Herdplatten. Nichts, womit meine Hände gerne Bekanntschaft machen möchten, vor allem da ich jetzt nicht mehr blau und kalt werden kann. Das Licht geht wieder an und ich stoße einen Schrei aus. Blitzschnell schnappe ich mir ein großes Küchenmesser, schiebe Pepper hinter mich und rufe so laut ich kann: „Keinen Schritt weiter!“ Irgendjemand muss mich gehört haben und jetzt zu Hilfe eilen. Denn in der Türe steht ein großer, dunkelhäutiger Mann mit schwarzem Mantel und schwarzer Augenklappe, der wie aus dem Nichts aufgetaucht zu sein scheint.
Die Augenklappe lässt mich kurz stutzen und für einen Moment frage ich mich, ob das Odin sein könnte und ich gerade meinen Großvater mit einem Messer bedrohe. Dann spricht der Mann und ich bin mir ziemlich sicher, dass Odin solche Wörter nicht in den Mund nehmen würde. „Verfluchte Scheiße, Kind, nimm das Messer runter! Romanoff, wo steckst du?“ Okay, der Mann kennt Natasha, aber das heißt nichts. Wild entschlossen, Pepper zu beschützen, festige ich meinen Griff und stelle mich in den sicheren Stand, so wie in den Selbstverteidigungskursen gelernt. „Lorena...“ Pepper tippt mir auf die Schulter. „Das ist Nick Fury.“ Der Name sagt mir gar nichts, weshalb ich meine Position samt Messer beibehalte. Endlich schiebt sich Natasha an diesem Fury vorbei in den Raum und erklärt: „Er ist mein Boss. Und er liebt dramatische Auftritte!“
Dann dreht sie sich zu dem Dunkelhäutigen um. „Nick, das ist Lorena Prince. Ich hatte dir über sie berichtet.“ Wir starren uns noch einen Moment misstrauisch an, dann demonstriere ich meinen guten Willen zur Versöhnung und lege das Messer auf die Arbeitsfläche. In diesem Moment platzt Tony in die Küche und rennt Fury beinahe von hinten über den Haufen. „Was ist los? Wer hat geschrien? Potts, geht es dir gut?“ Pepper stellt sich neben mich und sagt beruhigend: „Alles in Ordnung, nur ein Missverständnis. Außerdem hat Lorena mich sehr gut beschützt.“
Da nun geklärt ist, dass es uns allen gut geht und keine Gefahr droht, wende ich mich an Natasha. „Was hast du ihm über mich erzählt? Und warum?“ Natasha tauscht einen kurzen Blick mit ihrem Boss, dann erzählt sie: „Nick Fury ist der Chef von SHIELD, einer Geheimorganisation. Clint und ich arbeiten da als Agenten. Nick war es auch, der die Idee mit den Avengers hatte. Er ist hier, um dir eine Ausbildung bei SHIELD anzubieten.“
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