The sun will shine on us again

GeschichteDrama, Familie / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
20.01.2019
26.04.2019
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53.660
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27.01.2019 2.250
 
Ihr seid super! Danke für die lieben Reviews, hoffe, die Geschichte gefällt euch auch weiterhin! In diesem Kapitel wird noch nicht aufgelöst, wer Lorenas Vater ist, aber sie trifft auf die Avengers :-)
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Als ich am nächsten Morgen aus dem Haus gehe, diesmal aus der Vordertüre, denn meine Großeltern haben das Haus schon früh verlassen, schaue ich zuerst auf das Beet neben dem Eingang. Wie jeden Morgen. Mittlerweile erschrecke ich nicht mehr, wenn mich von dort eine grüne Schlange anzischt, die man wirklich nur sieht, wenn man von ihr weiß. Manchmal folgt sie mir, dann lege ich sie mir meistens um die Schultern (in New York schaut dich dafür keiner komisch an), damit sie nicht überfahren wird. Manchmal nehme ich sie mit in mein Zimmer und ja, ich habe auch schon mit ihr geredet. Eigentlich ist sie der einzige Freund, den ich auch nach der Nachricht von meiner Krankheit noch habe.
Mein Gefühl hat mir irgendwann gesagt, dass es eine männliche Schlange ist und ich habe ihr den Namen Odin gegeben, nachdem wir in der Schule nordische Mythologie durchgenommen haben. Ein ziemlich spannendes Thema und die ersten Aufsätze, für die ich Bestnoten bekommen habe. Auf jeden Fall ist Odin von Kindesbeinen an mein Begleiter und Beschützer gewesen. Jungs, die mich blöd angemacht, Köter, die mich angeknurrt haben oder einfach nur die Langeweile... Odin hat sie alle vertrieben.
Heute jedoch lasse ich ihn im Beet, denn er sieht total unmotiviert aus und irgendwie ganz weit weg. Einen unaufmerksamen Begleiter kann ich nicht gebrauchen. Okay, ja, es ist seltsam, dass ich mit einer Schlange rede und befreundet bin, aber er ist einfach immer bei mir gewesen und ich vermute, dass Odin keine normale Schlange ist. Was wirklich mit ihm los ist, kann ich allerdings auch nicht sagen. Trotz meiner Begeisterung für nordische Mythen und Sagen glaube ich weder an Gott noch an Übernatürliches. Tony Stark hat mich darin bestätigt und mir gezeigt, dass man auch ohne Superkräfte, nur mit Wissenschaft und Köpfchen, die Welt retten kann.
Ich schlendere durch die Straßen, bis auf den Waffenladen habe ich kein bestimmtes Ziel. Ich hole mir einen Blaubeermuffin bei StarBucks, ziehe mir eine Cola rein und merke schnell, dass mein Körper nicht gut auf den Zucker reagiert. Also ab zur nächsten Mülltonne und wieder raus damit. Auch nichts, wofür dich in New York jemand komisch anschauen würde. Jedenfalls kein Einheimischer. Dann bleibe ich stehen, um einem Straßenmusiker zuzuhören und mich zu erholen. Keine zwei Stunden später ist der Schwächeanfall vergessen und ich befinde mich nur eine Querstraße entfernt von meinem Lieblingsladen, da ertönt Geschrei und ein Krachen als würden Schüsse abgefeuert und Gebäude zerstört werden. Ich schaue hoch und frage mich, wie ich dieses riesige Wurmloch im Himmel übersehen konnte.
Menschenmassen rennen auf mich zu, aber ich halte mich an einem Laternenpfahl fest, um nicht mitgezogen oder umgerannt zu werden. Warum nicht noch etwas Aufregendes erleben, bevor ich sterbe? Aus diesem Wurmloch kommt jetzt ein gigantisches Etwas, das wie ein lebendiges, walförmiges Raumschiff aussieht. Von meiner Position aus kann ich den Stark-Tower sehen und bemerke, dass Iron Man gerade dort gelandet ist. Doch was immer gerade passiert, er kann das niemals alleine aufhalten. Von dem Raumschiff springen jetzt kleinere Gestalten ab, landen auf dem Boden, auf Gebäuden und auf Autos. Ich höre weitere Schüsse, Schreie und dann sehe ich eine große Staubwolke. Anscheinend ist wirklich ein Gebäude eingestürzt.
Etwas Großes, Grünes fliegt durch die Luft auf das Raumschiff. Irgendwo dort muss auch der Kampfherd sein. Ich stehe immer noch neben dem Laternenpfahl und habe keine Ahnung, was ich tun soll. Dann rennen auf einmal drei Gestalten die Straße entlang, die aus dem Wurmloch gekommen sein müssen. Es sind unverkennbar Aliens, auch wenn ich nie an Aliens geglaubt habe. Aber von der Erde kommen diese Dinger nicht!
Mitten auf der Straße steht ein Kinderwagen. Mit Baby! Ich habe keine Zeit, mich suchend nach der Mutter umzusehen. Diese Aliens werden ein kleines Baby nicht verschonen! Ohne nachzudenken renne ich auf die Straße, hebe das Baby aus dem Kinderwagen, drehe mich um und... stehe den Aliens genau gegenüber.
Sie grunzen, heben ihre Waffen und drehen ab. Einer von ihnen erschießt einen alten Mann an der Straßenecke, was mich entsetzt aufschreien lässt, was wiederum das Baby zum Brüllen bringt. Als die Aliens an uns vorbeilaufen, schaue ich ihnen starr vor Schreck hinterher und erkenne, dass sie gezielt an Kindern vorbeischießen. Ansonsten ballern sie einfach wie wild in die Gegend und treffen sowohl Autos und Gebäude als auch Menschen, aber wenn ein Mensch eindeutig als Kind zu identifizieren ist, schießen sie vorbei.
Was mich zu der Frage führt, wer der Boss dieser komischen Gestalten ist. Dieses Raumschiff kommt doch nicht von irgendwoher, jemand muss den Angriff auf die Erde befehligt haben. Ich betrachte das Wurmloch, immer noch das schreiende Baby im Arm. Im Moment ist es meine Lebensversicherung, denn durch die Krankheit sehe ich einige Jahre älter aus als ich bin und damit würden mich die Aliens nicht mehr als Kind erkennen. Erstaunt sehe ich, dass dieses Wurmloch irgendwie mit dem Stark-Tower zusammenhängt.
Dann schaue ich mich zum ersten Mal richtig um. Es herrscht totales Chaos. Polizisten versuchen, die Aliens zu erschießen, Zivilisten rennen um ihr Leben, überall schreien Menschen und es knallt andauernd. Manhattan wird in Schutt und Asche gelegt und langsam werde ich wütend. Das hier ist meine Stadt! Hier bin ich geboren worden, hier werde ich sterben. Hier hat meine Mum gelebt und meinen Dad kennengelernt. Irgendwo sind meine Großeltern unterwegs und auch wenn wir uns nicht leiden können, will ich nicht, dass sie von rücksichtlosen Eindringlingen erschossen werden.
Ich drücke einer auf mich zu laufenden Passantin das Baby in die Arme und dem Geheule der Frau nach zu urteilen ist sie sogar die Mutter. Erleichtert renne ich die Straße hinunter, biege um die Ecke und werfe mich flach auf den Boden. Ein Pfeil fliegt über meinen Kopf hinweg und trifft anscheinend eines dieser Aliens, das mir hinterhergelaufen sein muss, denn es grunzt jemand hinter mir und dann fällt etwas zu Boden.
Ich richte mich vorsichtig auf und werde von einer rothaarigen Frau in den nächsten Hauseingang geschoben. „Bleib da! Duck dich!“, ruft sie mir zu, dann stürzt sie sich, nur mit zwei Pistolen bewaffnet, wieder in den Kampf. Der relativ geschützte Hauseingang gibt mir die Gelegenheit, mich umzusehen und den Herd des Kampfes auszumachen. Ich bin versucht, mein Handy zu zücken als ich sehe, dass Captain America persönlich dort steht und mit seinem Schild die Aliens vermöbelt. Diese Mütze ist ja wirklich lächerlich, aber ansonsten ist er echt heiß. Nicht, dass das in diesem Moment wichtig wäre, aber manchmal kommt dann doch das typische Mädchen in mir durch.
Die Frau schießt, Captain America schlägt und neben ihnen steht ein Bogenschütze, der wohl auch den Pfeil abgeschossen hat, der mich gerettet hat. Irgendwo brüllt jemand ganz laut und ich habe das Grüne Ding im Verdacht, das anscheinend das riesige Raumschiff erledigt hat. Sie verteilen sich langsam, immer weiter kämpfend. Ein Typ mit rotem Umhang landet neben ihnen und ich könnte schwören, dass er aussieht wie in meinem Geschichtsbuch. Aber das kann nicht Thor sein, oder?
Jetzt kommt Iron Man dazu, der Grüne stellt sich neben ihn und für einen Moment kämpfen sie als Einheit, als perfektes Team und ich sehe den Sieg schon nahen, da erscheint ein zweites Raumschiff im Wurmloch. Jetzt wieder wütend überlege ich, ob ich irgendetwas tun kann außer im Weg herumzustehen. Keine Frage, sollte ich mich wirklich in den Kampf stürzen, kann die Anstrengung mich hinterher tagelang außer Gefecht setzen, aber diese Dinger können nicht einfach herkommen und New York zerstören! Dazu haben sie kein Recht! Diese Superhelden versuchen zwar, sie aufzuhalten, aber auch Superhelden brauchen Hilfe.
Ich zupfe unbewusst an meinem Armband herum und mit einem Mal weiß ich, was ich tue. Egal, ob das hier mein letzter Tag wird oder ich doch noch ein paar Monate habe, wenn es Aliens gibt, dann existiert vielleicht auch ein Himmel. Oder ein Leben nach dem Tod. Wenn ich Mum wiedertreffe, soll sie stolz auf mich sein. Ich habe zwar meinen Dad nicht gefunden, aber ich kann helfen, meine Heimat zu beschützen.
Während sich die Superhelden verteilen und nur Cap und die Rothaarige auf dem Boden zurückbleiben, renne ich so schnell ich kann zu dem Waffengeschäft. Wer jetzt denkt, da hängen lauter Pistolen und Gewehre im Schaufenster, der liegt falsch! Stattdessen hängen dort Äxte, Schwerter und, am wichtigsten, Bögen und Köcher voller Pfeile. Da der Besitzer vor den Aliens geflohen und das Schaufenster eh beschädigt ist, wird keiner etwas dagegen haben, wenn ich mir einen Bogen ausleihe. Ich hänge mir zwei Köcher um und beginne damit, die herannahenden Aliens zu beschießen. Schnell merke ich, dass sie am Hals besonders verwundbar sind und jeder Treffer dort schaltet einen von ihnen aus.
„Bist du wahnsinnig, Kleine?“, ruft mir die Rothaarige zu. „Nein, ich bin Lorena“, stelle ich mich zwischen zwei Schüssen vor und sie lacht. „Natasha. Cap hast du sicher schon erkannt.“ Ich nicke beiden zu, lege den nächsten Pfeil auf die Sehne und schieße. Nicht alle Pfeile treffen ihr Ziel, aber meine Trefferquote ist mehr als annehmbar. Das jahrelange Training hat sich gelohnt. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, dass ich Seite an Seite mit Captain America kämpfe. Gegen Aliens kämpfe, die New York zerstören. Aliens, die durch ein Wurmloch aus dem Weltraum kommen. Eigentlich dürfte mein Verstand nicht in der Lage sein, das ordentlich zu verarbeiten und dabei weiter zu zielen und zu treffen, aber irgendwie funktioniert es.
„Sie schießen nicht auf Kinder“, informiere ich Natasha, die diese Info über ihren Ohrhörer mit den anderen teilt. „Du bist gut!“, lobt mich Captain America und lacht als er auf etwas reagiert, das anscheinend durch ihr Kommunikationssystem gekommen ist. „Ja, Clint, du bist immer noch der beste Bogenschütze im Team!“ Verwundert sehe ich ihn an. „Wer ist Clint?“ Er deutet zum Dach hoch. „Clint Barton. Hawkeye. Oder auch Legolas, wenn es nach Tony geht. Keine Ahnung, wer das ist.“ Ich erschieße ein Alien und lache leise während ich mich wundere, warum ich kein bisschen außer Atem bin. Klar, ich merke, dass ich nicht jeden Tag mit Superhelden gegen Aliens kämpfe, aber eine Normalsterbliche wie ich dürfte nicht so lange durchhalten. Ich schiebe es auf das Adrenalin und rufe: „Dann bin ich Haldir.“ Natasha lacht, schiebt neue Patronen in ihre Pistole und erwidert: „Du weißt schon, dass der im Film stirbt?“ „Deswegen ja!“ Die beiden sind beschäftigt genug, um nicht nachzufragen.
Ich zucke zusammen als eines der Raumschiffe lautstark krachend und Staub aufwirbelnd auf dem Dach eines nahestehenden Gebäudes landet. „Wer ist das und was macht er?“ Ich zeige auf den Umhang-Typen, der auf dem Empire State Building steht und Blitze Richtung Wurmloch schießt. „Thor. Der Grüne ist Bruce Banner und Tony kennst du ja.“ Da Tony Stark es liebt, sich vor den Medien in Szene zu setzen, gibt es vermutlich niemanden, der ihn nicht kennt. Aber hat er wirklich Thor gesagt?
„Wer befehligt diese Dinger?“ Mittlerweile haben Natasha und ich hinter einem umgekippten Auto Schutz gesucht, Captain America ist auf dem Weg zu einem Haus, in dem noch Menschen eingesperrt sind. „Loki. Er hat ein Zepter, mit dem er Menschen seinem Willen unterwerfen kann und durch einen blauen Energiewürfel hält er dieses Wurmloch offen. Er will die Weltherrschaft und ist Thors Adoptivbruder.“ War er nicht Odins Blutsbruder gewesen? Na egal, wer sagt, dass die Mythen mit der Realität übereinstimmen? Wobei es schon verrückt ist, nordische Götter als Realität zu bezeichnen.
Obwohl dieser Loki den Befehl gegeben haben musste, keine Kinder zu erschießen, ist er mir auf Anhieb unsympathisch. Über was will er denn noch herrschen, wenn seine Handlanger die ganze Welt zerstört haben? Oder will er nur New York kaputtmachen, als abschreckendes Beispiel? Natasha neben mir flucht leise. „Clint hat keine Pfeile mehr. Er versucht, zu uns zu kommen, aber Loki fliegt anscheinend gerade selber mit und hält ihn auf.“ Wir verlassen unsere Deckung und sehen Clint, der auf dem Dach festsitzt und immer wieder Deckung sucht. Soweit ich es auf die Entfernung beurteilen kann, hält er einen einzelnen Pfeil in der Hand. Vermutlich seine Rückfahrkarte.
Über uns fliegen drei Minischiffe durch die Luft, jeder mit zwei Aliens besetzt. Auf dem einen steht ein Mann, mit einem komischen goldenen Helm mit Hörnern, der abwechselnd höhnisch lacht und auf Clint schießt. „Ist das dieses Zepter?“ Natasha nickt abwesend und zielt mit ihrer Pistole, doch Loki fliegt zu hoch als das eine Kugel ernsthaften Schaden anrichten könnte. „Tony sagt gerade, dass man vielleicht mit dem Zepter die Schutzbarriere durchbrechen und das Loch schließen könnte“, erklärt Natasha mir und ich bin überrascht, aber auch dankbar, dass sie mich ins Vertrauen zieht.
„Ich lenke ihn ab!“ Was auch immer ich tue und warum, ich hoffe einfach, dass es funktioniert. Natasha gibt mir Deckung als ich mich gut zehn Meter von ihr entferne und dann einen Pfeil auf das Alien schieße, das Lokis Schiffchen fliegt. Ich treffe. Dummerweise stürzt das Gefährt ab und nur mit einem Hechtsprung kann ich mich davor retten, zerquetscht zu werden. Im Kampf erschossen zu werden, okay, aber durch eigene Dummheit zum Pfannkuchen zu werden... Nein danke! Benommen liege ich auf dem Boden, rapple mich langsam auf und drehe mich gerade in dem Moment herum, in dem ich Natasha laut schreien höre. Bevor ich verstehe, dass sie nicht verletzt ist sondern mich warnen möchte, stehe ich Loki gegenüber. ´Dieser Helm ist furchtbar hässlich´ denke ich noch, dann tippt er mich mit der Spitze seines Zepters an.
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