The sun will shine on us again

GeschichteDrama, Familie / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
20.01.2019
26.04.2019
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59 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
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Lieben Dank an Frau Hase für das erste Review zu dieser Geschichte :-)
Das nächste Kapitel kommt erst, wenn ich zu diesem Kapitel mindestens zwei Reviews habe... wenn ihr also wissen wollt, wie diese Geschichte mit dem Kampf um NY zusammenhängt, dann reviewt ;-)
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Ich klettere am Regenrohr hinauf, hieve mich auf den Balkon und öffne die, nur angelehnte, Glastüre. In meinem Zimmer angekommen stütze ich die Hände auf die Knie und warte bis ich wieder zu Atem gekommen bin. Nein, hinter mir liegen kein Drei-Kilometer-Lauf oder eine wilde Verfolgungsjagd sondern einfach nur das unbemerkte Hineinschleichen in mein Zimmer. Trotzdem brauche ich fast eine halbe Stunde, um den Schwindel und die Atemnot zu vertreiben.
Warum das so ist? Einfache und doch hochkomplexe Antwort: Ich bin krank. Die besten Ärzte und Spezialisten haben festgestellt, dass die Zellen in meinem Körper sich auflösten und keine neuen gebildet wurden, zudem ist auch noch irgendetwas mit meinem Gehirn. Was genau? Das konnte mir keiner sagen. Jedenfalls habe ich nur noch ein paar Monate zu leben und keiner weiß, warum, was als Siebzehnjährige ziemlich frustrierend ist. Die Verzweiflung und Heulanfälle habe ich seit einem halben Jahr hinter mir, seitdem versuche ich, das Beste aus meiner Situation zu machen. Was bleibt mir auch anderes übrig, nachdem meine Großeltern glücklich gelächelt haben bei dem Gedanken, bald kein Geld mehr für mich ausgeben zu müssen und die wenigen Freunde, die ich hatte, mich alle wie ein rohes, ansteckendes Ei behandelten?!
Warum ich bei meinen Großeltern lebe und mich wie ein Dieb in mein Zimmer schleichen muss? Das ist wesentlich einfacher zu erklären. Meine Mum ist bei meiner Geburt gestorben, aus den Krankenakten die meine Großeltern aufbewahren weiß ich, dass sie mit jedem Tag der Schwangerschaft immer schwächer geworden ist während ich in ihrem Bauch immer stärker wurde. Bei meiner Geburt bin ich schlicht und ergreifend zu groß und stark gewesen, sodass meine Mum nach dem Notkaiserschnitt in ein Koma gefallen ist, aus dem meine Großeltern sie nach drei Monaten mit dem Abschalten der Maschinen erlösten. Einer der Gründe, warum die beiden mich nicht leiden können... In ihren Augen hatte ich ihre Tochter umgebracht.
Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich wäre drei Meter groß und dementsprechend stark. Weit gefehlt. Ich bin ein normaler Teenager mit langen, schwarzen Haaren, eisblauen Augen und einem recht schlanken Körperbau. Manchmal geschehen tatsächlich seltsame Dinge und ich hebe Steine hoch, die ich gar nicht bewegen können sollte oder weiche blitzschnell einem Radiergummi aus, der aus Versehen in meine Richtung fliegt, doch ansonsten bin ich normal. Bis auf meine Krankheit.
Das ist das andere Problem, was meine Großeltern mit mir haben. Ich bin ihnen zu normal. Meine Mum Melinda ist in Harvard gewesen, hat mit Bestnoten abgeschnitten und ist nicht nur überdurchschnittlich intelligent sondern auch noch überdurchschnittlich hübsch gewesen. Ich dagegen bin zwar ganz ansehnlich, in der Schule aber eher Mittelmaß und habe absolut nicht vor, meine Zukunft in einer Elite-Uni zu verschlafen. Gut, dass mit meiner Zukunft hatte sich jetzt eh erledigt, aber gerade das bringt mich dazu, noch mehr gegen meine lieben Großeltern zu rebellieren. Und gegen die Ärzte, die mich am liebsten im Krankenhaus an ein Bett gefesselt hätten.
Wie ich das anstelle? Ich besuche einen Selbstverteidigungskurs, übe seit einem Jahr wie bekloppt jeden Tag mehrere Stunden Bogenschießen, mache nur so viel für die Schule wie nötig, um kein Nachsitzen zu bekommen, was mich meiner Freizeit beraubt hätte und vor allem schleiche ich mich jeden Tag aus meinem Zimmer, damit ich nicht stundenlang mit meinen Großeltern diskutieren muss, ob ich aus dem Haus darf.
Das also ist mein Leben. ´Ich´ bin übrigens Lorena Prince, wohnhaft in Amerika, New York. Der Stadt, die niemals schläft, der Stadt Iron Mans und King Kongs. Wobei Iron Man wirklich existiert und unter dem bürgerlichen Namen Tony Stark lebt während King Kong eine Erfindung ist. Da ich bereits so viel über meine Familie erzählt habe wird es Zeit, zum wichtigsten Punkt zu kommen: Meinem Vater. Meine Großeltern haben ihn wohl nur ein Mal gesehen und behaupten, er wäre unheimlich und kalt gewesen. Meine Mum jedoch hat mir ein Foto hinterlassen, auf dem die beiden zusammen auf der Brooklyn Bridge stehen und er einen Arm um sie gelegt hat. Während sie total verliebt strahlt sieht er eher so aus als würde er eine Schatztruhe betrachten, aber so lange meine Mum dieser Schatz ist, macht mir das nichts aus. Er trägt einen Anzug und meine schlanke Gestalt habe ich eindeutig von ihm. Mum hatte viel mehr Kurven und Rundungen als ich, jedoch genau an den richtigen Stellen. Auf der Rückseite steht: „Für meine Tochter. Ich habe deinen Vater aufrichtig geliebt und ich hoffe, dass auch du ihm einmal begegnest.“ Ja, das ist alles. Mehr habe ich nicht von meinen Eltern. Als ich von meinem baldigen Tod erfuhr war ich so verzweifelt, dass ich einen Freund dafür bezahlt habe, sich in die Gesichtserkennungssoftware der CIA einzuhacken und meinen Dad mit den Datenbanken zu vergleichen. Nichts. Meine Großeltern wissen nicht einmal seinen Namen oder behaupten es zumindest. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Stattdessen treibe ich jeden Tag Sport bis ich vor Erschöpfung ohnmächtig werde und das meine ich nicht im übertragenen Sinne. Während des Trainings ist alles in Ordnung, doch sobald die Anstrengung nachlässt bin ich erledigter als ein Laie nach einem Marathon. Trotzdem höre ich nicht auf. Denn wenn ich mich nicht beschäftige, dann fange ich an zu denken und dann stelle ich vielleicht fest, dass ich mich doch noch nicht mit meinem Tod abgefunden habe.
Was ich vielleicht noch erwähnen sollte bevor ich einschlafe, um am nächsten Tag, der Gott sei Dank ein Samstag und damit schulfrei ist, in Manhattan herumzulaufen und mir wieder einmal die Schaufensterauslage meines Lieblingswaffenshops anzusehen, ist mein Armband. Es ist dunkelgrün, aus keinem Material das ich kennen würde und darauf eingestickt ist der Satz „Die Sonne wird wieder für dich scheinen“. Dann ist da auch noch diese Schlange...
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