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Scheue Rehschnüffler [OTP]

von Sira-la
Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Freundschaft / P12 / Het
Luna Lovegood Neville Longbottom
20.01.2019
20.01.2019
2
1.575
10
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20.01.2019 592
 
Und wo ich grad dabei war, hab ich das Gespräch am See auch noch aus Nevilles Sicht beleuchtet. Viel Spaß :)


Nevilles Sicht:

Unbehaglich rutschte Neville auf seinem Platz hin und her. Er fühlte sich beobachtet, seit das Abendessen begonnen hatte und inzwischen hatte er auch den Grund dafür gefunden: Luna. Sie starrte ihn an und irgendwie machte es ihn nervös. Ob sie gemerkt hatte, dass er sie gestern nach einer Verabredung hatte fragen wollen? Er hatte sich die Worte schon so schön zurechtgelegt gehabt, aber als sie dann vor ihm stand, mit diesem wunderschönen verträumten Lächeln, hatte er sich doch nicht mehr getraut und angefangen, irgendeinen Blödsinn über Kräuterkunde zu faseln. „Ich geh ein wenig frische Luft schnappen“, sagte er zu niemand bestimmten, aber er war sich sicher, dass Dean, der neben ihm saß, es mitbekommen hatte, obwohl er sich hauptsächlich mit Seamus beschäftigte. Bei den beiden sah das alles irgendwie so einfach aus.

Er schlenderte hinunter zum Seeufer, seinem Lieblingsplatz auf den Ländereien. Ein einsamer Stern leuchtete am Himmel, die Venus, wenn er sich nicht irrte. Die alte römische Göttin der Liebe. Vielleicht könnte sie ihm ja helfen, wenn er nur fragte.
„Hi Neville“, hörte er in diesem Moment eine Stimme hinter sich und erstarrte. Luna. Sie trat neben ihn, aber er wagte es nicht, sie anzusehen, aus Angst, dann wieder die Nerven zu verlieren.
„Es ist so ruhig und friedlich hier draußen, nicht wahr?“, sagte er das Erste, was ihm in den Sinn kam.
„Ja“, antwortete sie ruhig, „es tut gut, ein wenig allein zu sein. Weg von dem ganzen Lärm in der Halle.“
Er musste lächeln, sie war so wunderbar ehrlich in allem, was sie sagte. „Seit dem Ministerium komme ich oft hier her“, erklärte er leise, er wollte ebenfalls ehrlich sein. „Manchmal muss ich einfach sehen, dass es größeres gibt als uns.“
„Die Sterne sind so weit weg“, erwiderte sie flüsternd. „Sie haben schon so viel gesehen und können nie eingreifen. Denn wenn sie hier ankommen, wäre alles schon vorbei. Sie sind dazu verdammt, nur zuzusehen.“ Es klang traurig.
„Aber sie werden auch noch da sein, wenn wir schon lange fort sind. Im Vergleich zu ihnen lebt so jemand wie Voldemort“, er zwang sich, den Namen zu sagen, heute wollte er mutig sein, „nur einen Augenblick.“
„Nur leider den gleichen Augenblick wie wir“, entgegnete sie. Er verzog das Gesicht, hätte gerne widersprochen, aber das ging natürlich nicht. „Ich bin froh, dass Harry uns letztes Jahr gezeigt hat, wie wir kämpfen können.“ Aus den Augenwinkeln sah er, dass sie fröstelte und ihre Arme um sich schlang.
Neville nahm all seinen Mut zusammen, legte ihr einen Arm um die Schultern und zog sie ein Stück an sich. „Ich möchte nur eigentlich nicht kämpfen“, flüsterte er. Ehrlichkeit war ihr wichtiger als Mut, das wusste er.
„Ich auch nicht“, stimmte sie mit ruhiger Stimme zu. „Ich möchte nur mein Leben führen.“ Sie schwieg einen Moment. „Möchtest du am Samstag ein Picknick mit mir machen? Ich kenne da eine schöne Stelle am Waldrand.“
Neville festigte seinen Griff noch ein wenig mehr. „Ich würde mich sehr freuen“, sagte er sofort und wagte es endlich, sie mit einem breiten Lächeln anzusehen. Das war gar nicht so schwer gewesen, fand er, so im Nachhinein betrachtet.
Sie strahlte und kuschelte sich an ihn. „Vielleicht sehen wir ja sogar ein paar scheue Rehschnüffler“, murmelte sie und er musste sehr mit sich kämpfen, nicht in Lachen auszubrechen. Das war typisch Luna und er war sich ziemlich sicher, dass er sich genau wegen dieser Art in sie verliebt hatte.
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