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Asylum

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Beyond Birthday L Light Yagami Mello OC (Own Character) Watari
20.01.2019
14.02.2019
87
111.034
4
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.01.2019 1.786
 
Hallo lieber Leser! Ja, dich meine ich! Vielen Dank, dass du dich für meine Geschichte entschieden hast, ich hoffe, ich kann deinen Ansprüchen gerecht werden und hoffe ebenso, dass du viel Spaß beim Lesen hast!
Lange Zeit habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Mein letztes Projekt (wie man auf meiner Seite unschwer erkennen kann) wurde abgebrochen, da es mir keinen Spaß mehr gebracht hat, daran weiter zu schreiben.
Ich denke, manchmal muss man einfach etwas Neues anfangen, um die alten Lebensgeister wieder zu wecken.
Es hat lange Zeit gedauert, bis ich mich dazu entschlossen habe, diese Geschichte zu veröffentlichen, da ich sehr selbstkritisch geworden bin.
Ich freue mich selbstverständlich über jede Kritik, Anmerkung, Kommentar und Review.
Ich hoffe, du kannst über einige Rechtschreibfehler hinweg sehen, freue mich aber dennoch über konstruktive Kritik und Anmerkungen zu meiner Geschichte, wenn sie im Verlauf vielleicht Fragen aufwirft.
So, nun genug von mir..
Vielen Dank für's Reinlesen und viel Spaß beim ersten Kapitel!
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1. Asylum

Es war ein Tag wie jeder andere, die Zeit verging schleichend. Es schien als würde der nervig tickende Sekundenzeiger das junge Mädchen verhöhnen wollen. Tick tick tick.
Ein leises Seufzen durchbrach die alles verschlingende Stille um sie herum, während sie den Blick von der Uhr, an der ansonsten kahlen Wand, abwand und sich aufrichtete. Ihre nackten Füße stellte sie auf dem kalten Betonboden ab und stützte sich mit den Händen auf dem Bett ab, auf dem sie saß. Sie ließ ihren Blick durch die Zelle schweifen, welches ihr Zimmer darstellen sollte. Angrenzend hatte sie ihr eigenes kleines Badezimmer.
Nicht alle hatten dieses Privileg, einige hatte es hier deutlich schlimmer erwischt. Sie saßen in winzig kleinen Zimmern eingepfercht wie Tiere, wurden meist mit Fesseln und Knebeln ruhig gehalten. Ihr Geschrei konnte man an sehr stillen Nächten durch die dünnen Wände hören und jedes Mal versuchte sich das Mädchen das Kissen stärker auf die Ohren zu pressen, um diese seelenzerfressenden Rufe nicht mehr hören zu müssen.
Viele von den Insassen durften sich frei in der Anstalt bewegen. Es gab einen großen Aufenthaltsraum in dem einige Sofas und Tische standen. Besuch gab es nicht, es schien als hätte niemand der hier war noch Familie, Freunde oder wenigstens Bekannte, die sich um ihr Wohlergehen sorgten. Nicht einmal sie selbst. Sie stand auf, bewegte sich träge auf ihren Schreibtisch zu und nahm das kleine schwarze Notizbuch, welches sich darauf befand, vorsichtig in die Hand. Kurz blätterte sie darin herum; auf allen Seiten waren Striche hinein gemalt worden. Einige von ihnen waren sanft auf das Papier geschrieben worden, wiederum einige waren so fest aufgemalt, sodass sie das dünne Papier zerfetzt hatten und der Strich bereits auf der nächsten Seite zu sehen war. Ihre Hand begann zu zittern bevor sie mit einem lauten hasserfüllten Schrei das Notizbuch durch den Raum schleuderte, welches hart an der gegenüberliegenden Wand des Raumes abprallte und auf dem Boden landete. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, während sie wütend schnaufend auf das schwarze Büchlein hinabsah.
Tausend Tage waren vergangen. Jeden einzelnen hatte sie mit einem Strich vermerkt, sobald sie im Bett lag. Tausend Tage hatte sie sich geschworen zu warten, abzuwarten, dass sie jemand aus ihrem Elend erlöst. Aber genauso hatte sie sich auch geschworen nach dem tausendsten Tag keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden, dass sie überhaupt jemand sucht, dass sie jemand vermisst. Ihre blanke Wut wandelte sich in bodenlose Traurigkeit. Eine einzelne Träne bahnte sich ihren Weg über ihre gerötete Wange. Sie würde hier niemals wieder herauskommen, nie wieder das Tageslicht sehen, es blieben nur noch die Neonröhren an den Decken. Nie wieder würde sie die Sterne beobachten können in einer klaren Nacht, nie wieder die warme Sommerluft spüren oder den Blättern im Herbst dabei zusehen, wie sie von den Bäumen fielen und in einem Windwirbel über den Boden tanzten.
Um diese depressiven Gedanken schnell wieder aus ihrem Kopf zu verbannen schüttelte sie diesen stark, ihre wirren braunen Haare wirbelten dabei um sie herum. Kurz darauf sammelte sie sich wieder, atmete tief durch, richtete sich auf und strich sich mit den Händen die zerzausten Haare wieder nach hinten.
Ein Klopfen an ihrer Tür ließ sie aufschrecken, kurz darauf lugte ein ihr bekanntes Gesicht vorsichtig in ihr Zimmer. „May? Alles in Ordnung bei dir? Ich glaube ich habe dich Schreien gehört, oder war das einer von den Zombies?“ fragte die junge Blondine an der Tür. Zombies nannten sie hier diejenigen, deren Schreie man beinahe täglich hörte. Da sie kaum sprachen, und wenn dann nur wirre Sätze, und sich auch sonst benahmen und behandelt wurden wie Zombies, schien der Name passend. „Alles in Ordnung, Mel. Ja, ich habe geschrien... aber ist schon wieder gut, vergiss es, war kurz wütend.“ Die Brünette zwang sich ein Lächeln auf und wollte dieses Thema so schnell es ging wieder beenden. Da ihre Freundin sie schon länger kannte, wusste sie zu gut, dass ihr etwas in ihrem Kopf keine Ruhe ließ, doch genauso gut wusste sie auch, dass wenn sie Hilfe oder eine Schulter zum Ausheulen brauchte, sie selbst auf sie zugehen würde. Sie mochte es nicht auf ihre Schwächen hingewiesen zu werden. ‚Schwach ist nur der, der es zulässt sich so zu zeigen!‘ war ihre Devise. Es war der Blondine lieber das zu respektieren, als sich Ärger mit ihrer Freundin einzufangen. „Okay, ganz wie du meinst. Hast du vielleicht Zeit mit mir in den Aufenthaltsraum zu kommen? Ich bräuchte kurz deine Hilfe.“ „Klar, um was geht’s?“ „Komm einfach mit.“ Die Blondine setzte ihr freundlichstes Lächeln auf und zog ihre Freundin an der Hand hinter sich her.
Die langen kargen Flure wurden ebenso mit Neonröhren erleuchtet, einige von ihnen flackerten unheimlich und hüllten den meterlangen Flur in ein schummriges Licht. An beinahe jeder Ecke waren Sicherheitskameras installiert, zeigten jeden noch so versteckten Winkel der Einrichtung. Hier war Privatsphäre ein Fremdwort.
Am Ende des Flures öffnete die Blondine die große Tür zum Aufenthaltsraum und lotste ihre Begleiterin in den Raum. Dort angekommen stand auf einem der Tische ein kleiner Muffin mit einer Kerze darauf. Die Blondine stellte sich neben einen Jungen in ihrem Alter vor den Tisch und grinste ihre Freundin an, welche noch immer verdutzt auf die kleine Süßigkeit vor sich herabsah. „Happy Birthday, Amaya!“ riefen ihre beiden Freunde im Chor. „Melanie… Light… Das... Das ist für mich? Wie habt ihr...“ „Wie wir an den Muffin herangekommen sind? Lustige Geschichte... Da man hier sowieso nichts Besseres zu tun hat, als die selben alten Bücher wieder und wieder durchzulesen, tat ich genau das, als ich ein Buch fand, welches explizit erklärte, was in dieser Anstalt erlaubt und was verboten ist.“ fing Melanie an zu erklären. „Ja und weiter? Ich kenne dieses Buch, es ist doch bloß deprimierend sich das auch noch durchzulesen, meinst du nicht?“ „Warte noch, der beste Teil kommt erst noch.“ Mit einer wegwerfenden Handbewegung fuhr die Blondine unbeirrt fort. „Jedenfalls las ich in diesem Buch, als ich eine Passage mit „Geburtstag“ entdeckte. Und da ich wusste, dass deiner bald ansteht, wurde ich aufmerksam. Dort stand geschrieben, dass jedem Geburtstagskind ein besonderes kleines Gebäck zusteht, welches sich diese Person im Vorfeld wünschen darf. Und da ich wusste, dass du total auf Muffins stehst… Tadaa!“ „Mel, du bist die Beste!“ Fröhlich warf sich Amaya in die Arme ihrer besten Freundin. „Moment, du musst aber auch Light danken, schließlich hat er geholfen die Leiter dazu zu überzeugen, dass wenn es in den Regeln steht, es auch durchgesetzt werden darf.“ „Light, ich danke dir. Ihr zwei habt diesen elenden Tag zu einem schönen werden lassen.“ Der junge Mann kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Ach, ist doch nichts dabei.“ Ließ sich von der Brünetten ebenso in eine Umarmung ziehen, bevor sie sich gierig über den Muffin beugte. „Wünsch dir was.“ sagte Melanie sanft. Auch wenn sie es lieb meinte, wusste Amaya innerlich, dass ihr Wunsch sich wohl niemals erfüllen würde und doch gab es einen kleinen Funken Hoffnung, mit dem sie ihren einzigen Wunsch leise in sich hineinflüsterte, bevor sie ihre Geburtstagskerze ausblies.
Freiheit. Ich wünsche mir meine Freiheit.  
„Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!“ lachte Melanie fröhlich, bevor sie verstummte, als sie in Lights düsteres Gesicht blickte. „Ja, aber sie stirbt…“ gab dieser genervt von sich, bevor er sich von der Gruppe abwand und sich zum Gehen bewegte. „Ach Light, warte doch! Geh nicht weg, du weißt doch wie ich das…“ versuchte die Blondine auf ihn einzureden, um ihn am Weitergehen zu hindern. Der Angesprochene jedoch wischte ihre Worte mit einer Handbewegung beiseite, bevor er weitersprach. „Ich weiß schon, vergiss es. Amaya, ich wünsche dir noch einen schönen Geburtstag. Nimm es mir nicht übel, aber ich wäre jetzt gerne für mich allein.“ „Schon in Ordnung, Light. Wenn was ist…“ Das Geburtstagskind beendete mit Absicht nicht ihren Satz, denn obwohl Light nickte, wusste sie, dass er der Letzte wäre, der bei einem Problem um Rat bitten würde. Eher würde er versuchen es auf verdrehte Art und Weise selbst zu lösen, oder er würde es in sich hineinfressen, bis es ihm erneut ein Stück seiner Seele zerreißen würde.
Light bat nie um Hilfe, dafür war wohl sein Stolz zu groß. Egal ob deprimiert oder manisch, man sah ihn nie mit tiefhängenden Schultern durch die Flure schleichen. Stets betrat er jeden Raum mit hoch erhobenem Haupt. Wenn man ihn nicht kannte, könnte man glatt von seiner fast schon arroganten Art eingeschüchtert werden.
Jedoch kannte Amaya den ehemaligen Studenten zu gut und konnte daher sofort erkennen, wenn es diesem nicht gut ging, so wie eben jetzt.
Genauso gut wusste sie aber auch, dass sie ihm in solchen Momenten lieber nicht zu sehr auf die Pelle rücken sollte, da sein Zustand sich sonst nur verschlechtern würde.
Leider ist es durchaus schon einmal vorgekommen, dass Light die Hand ausgerutscht war und er Amaya für ihre aufdringliche Art geschlagen hatte. Selbstverständlich hatte sich Light sofort danach aufrichtig entschuldigt, jedoch wusste Amaya nun, dass sie ihn besser in Ruhe lassen sollte, wenn er mal wieder seine schwachen Momente hatte. Denn schwach ist nur der, der es zulässt sich so zu zeigen. Diesen Spruch hatte die junge Frau von ihrem mittlerweile besten Freund zum ersten Mal gehört und ihn sich seitdem ebenfalls zu Eigen gemacht.
Auch als Amaya ihre schwachen Momente erlebte, Nächte lang nur geweint, gebrüllt und gegen ihr Bett geschlagen hatte, hatte Light ihr diesen Satz immer und immer wieder aufs Neue eingeredet wie ein Stoßgebet. Er war der Einzige, der sie wieder auf den Boden bringen konnte, der Einzige, der sie wirklich verstand. Derjenige, der wusste wie es in ihrem Inneren aussah, da es bei ihm selbst nicht besser war.
Nachdem Light gegangen war, war die Stimmung betrübt. Keiner wagte es mehr ein Wort zu sagen, sahen lediglich stumm ihrem davon stolzierendem Freund hinterher.
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