Odaliske

von Oscar
GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Pansy Parkinson Ronald "Ron" Weasley
20.01.2019
04.07.2020
22
119.630
16
Alle Kapitel
56 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
30.06.2020 4.931
 
19 - 38 Minuten

Er hatte keine Erklärung bekommen, warum ausgerechnet er in dieser Situation der Arsch gewesen sein sollte. Es war ihm auch einerlei gewesen in dieser Situation, er war wütend in den Schlafsaal gestapft und hatte den Vorhang hinter sich zugezogen, nachdem er sich aufs Bett gesetzt hatte. Es war die erste Nacht seit langem gewesen, die er allein verbrachte.

Am nächsten Morgen war Draco bereits vor ihm aufgestanden, er war ihm auch nicht in der großen Halle begegnet. Erst wieder im Verwandlungsunterricht, wo er neben Ron saß, neben dem allerdings Blaise saß, dass – selbst, wenn er gewollt hätte – Harry keinen Platz gehabt hätte. Gereizt setzte er sich neben Hermione, die ihn mitleidig ansah und vorsichtig über den Rücken streichelte. Schulleiterin McGonagall trat in den Raum, bat um Ruhe und stellte sich vorne im Klassenzimmer an ihren Lehrerpult.
„Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende. Wir haben nur noch wenig Zeit miteinander. Bitte vergessen Sie nicht den Sommerball in wenigen Wochen. Ab morgen können Sie sich in Tanzkurse eintragen, wenn Sie daran Interesse haben“, sagte McGonagall in einer sehr sanften, ruhigen Stimme, ging aber danach über zum Unterricht. Harry hatte Verwandlung nur belegt, da er um als Auror zu arbeiten einen UTZ haben sollte in dem Fach. Zwar hieß es, dass man ihn auch so nehmen würde, aber nachdem Hermione ihn überredet hatte, doch dieses Jahr zu besuchen, empfand er es als das Mindeste, zumindest die nötigen Kurse zu belegen. Von Draco wusste er allerdings, dass dieser auch Alchemie und Arithmantik belegt hatte. Zwei Fächer, in denen er ihn nicht sah. Aber er versuchte nicht an Draco zu denken, sondern daran, den vor ihm sitzenden Frosch in einen Spiegel zu verwandeln. Das gelang ihm überraschend gut.

Draco wich ihm den restlichen Tag über aus, in sämtlichen gemeinsamen Fächern setzte er sich neben jemand anderes, in der Mittagspause hatte er ihn gar nicht zu Gesicht bekommen und selbst am Nachmittag nach dem Unterricht hatte er ihn nirgendwo auffinden können. Als er mit Ron und Blaise durch die Korridore des Schlosses lief, da sie über das Schulgelände spazieren wollte, fiel ihm ein bekannter schwarzer Bob ins Auge.

„Pansy!“, rief er und eilte zu ihr. Es war ungewöhnlich für sie vollkommen allein rumzuziehen. Normalerweise war sie an Blaises, Theos oder zumindest Dracos Seite anzutreffen.
„Harold“, grüßte sie ihn nüchtern, ihre Hände in ihre Rocktaschen geschoben.
„Alles okay?“, fragte Harry vorsichtig, woraufhin sie nickte.
„Ja, ich bin nur müde. Alte Runen war anstrengend. Ich wollte bisschen frische Luft schnappen, bevor ich mich an die Hausaufgaben mache“, erklärte sie und gähnte dann.
„Ich … will dich eigentlich ungern fragen, aber … ich finde Draco einfach nicht, weißt du wo er ist?“
Sie seufzte.
„Ich kann doch nicht immer eure Konflikte für euch lösen“, sagte sie, wobei sie fast weinerlich klang, „ich hab‘ euch beide wirklich lieb, aber ich kann mich nicht immer um alles kümmern, verstehst du das?“
Auch wenn er es nicht zugegeben hätte, aber die Aussage traf ihn etwas. Schließlich war er immer der Meinung gewesen, dass sie ihm gerne geholfen hatte. Aber vielleicht hatte er sie auch für selbstverständlich gehalten. Darüber hatte er nie sonderlich nachgedacht.
„Tut mir leid, Pansy“, meinte er ehrlich und hoffte, dass das auch bei ihr so ankam.
„Nein, mir tut es leid. Ich weiß nicht, wo er ist. Vielleicht wandert er rum, vielleicht ist er mit Theo oder so unterwegs, ich weiß es nicht. Aber ich muss mich heute wirklich auf meine Hausaufgaben konzentrieren. Die UTZ stehen doch auch schon vor der Tür.“
Er nickte, nahm sie kurz liebevoll in den Arm, bevor er wieder zurück zu Blaise und Ron lief. Die beiden hatten den ruhigen Moment genutzt, um wieder Zärtlichkeiten auszutauschen. Harry rollte kurz mit den Augen, kommentierte allerdings nichts. Dennoch war er sehr erleichtert, als sie ihren Kuss schließlich lösten. Worüber er auch dankbar war, war, dass sie ihn nicht dazu bringen wollten, über sich und Draco zu sprechen. Es war tatsächlich sogar ziemlich angenehm, mit den beiden Zeit zu verbringen (auch wenn sie seiner Meinung nach gerne weniger Köperflüssigkeiten in seiner Nähe austauschen konnten). Doch er gönnte ihnen ihr Glück – er gönnte es ihnen von Herzen.

Bei ihrem Spaziergang fielen ihnen drei bekannte Personen auf, die am See saßen. Luna Lovegood saß mit angezogenen Beinen auf dem grünen Gras und sah auf das spiegelglatte Wasser, während ein Rotschopf – der bei näherer Betrachtung Ginny sein musste – neben einem braunhaarigen Schüler aus Hufflepuff saß. Als die beiden sich küssten und der Junge eindeutig seine Hand auf ihrer Brust hatte, schrie Ron kurz auf.
Ginevra Molly Weasley!“, kreischte er. Harry hob amüsiert seine Augenbrauen und lehnte sich zu Blaise.
„Er wird seiner Mutter immer ähnlicher, es ist erschreckend.“
Den Kommentar ignorierend hetzte Ron den Hügel hinunter zum See, um Ginny gewaltsam von dem Schüler zu trennen, der wohl Justin Finch-Fletchley sein musste. Blaise und Harry blieben an Ort und Stelle stehen und beobachteten Ron und Ginny, wie sie sich gegenseitig anschrien.
„Was soll ich machen? Mit einem Keuschheitsgürtel rumlaufen?! Soll ich mich vielleicht noch zunähen? Würde dich das glücklich machen?!“
„Ginny, sprich nicht so!“
„Du weißt genau; dass ich mache was ich will! Ich fusche dir auch nicht dazwischen, wenn du Analnavigator bei Zabini spielst, Ronald!“

„Analnavigator“, wiederholte Harry prustend.
„Das ist was ganz anderes! Blaise und ich sind zusammen!“
„Du kannst mich mal kreuzweise Ron, du weißt ja wie’s geht!“
„GINNY!“


Beleidigt kam Ron zurück zu seinem Partner und seinem besten Freund. Er war zornesrot geworden.
„Habt ihr das gehört?“
„War nicht zu überhören, Ronny.“
Harry hatte jedes Mal das Bedürfnis, sich zu übergeben, wenn die beiden sich mit Kosenamen ansprachen. Aber nicht nur so bisschen, sondern im Strahl, bis eventuell auch die Organe mitkamen. Er wäre nie auf die Idee gekommen, Draco mit sowas wie Dracoleinchen anzusprechen. Allein die Vorstellung, dass Draco ihm ernst ins Gesicht sehen würde, während er ihn Harrypupsischatzi nannte, ließ ihn angewidert sein Gesicht verziehen. Ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, wenn er nur daran dachte. Wobei Ron bei Hermione ähnlich widerlich war. Die beiden hatten sich gegenseitig Ron-Schatzi und Mionny genannt.
„Was mach ich nur mit ihr, Blaise-Schatz?“
Er wollte sich übergeben, ihm war regelrecht schlecht. Er machte demonstrativ Würgegeräusche und musste sich wegdrehen.
„Eh, Harry! Halt die Backen!“, rief Ron beleidigt, bis zu den Ohren rot, woraufhin Blaise auflachte.


Als sie sich auf den Weg zurück in den Turm machten, sah Harry, der sich mittlerweile beruhigt hatte, zu Ron.
„Lass Ginny doch einfach machen“, sagte er schließlich. Harry bevorzugte es eigentlich, sich aus solchen Sachen rauszuhalten – schließlich ging es sie nichts an. Auch wenn die beiden sehr oft das perfekte Comedy-Duo abgaben, musste doch Ron irgendwann einsehen, dass seine Schwester nun mal auch erwachsen wurde. Und dementsprechend Sachen ausprobieren würde.
„Soll ich ihr erlauben, hier rumzuhuren?“, fragte er entsetzt. Harry fragte sich, ob das aufgesetzt war oder wirklich sein Ernst.
„Wer spricht denn hier von rumhuren? Sie probiert sich aus. Das hast du doch auch. Lavender, Hermione, jetzt Blaise. Was spricht dagegen?“
Er zuckte mit den Schulter.
„Sie ist meine kleine Schwester“, sagte Ron, als wäre das die Antwort auf alles.
„Das wird sie auch noch sein, wenn du 90 bist. Lass sie doch einfach. Selbst wenn es dich stört, musst du dich ja nicht so reinprügeln in alles. Sie wird schon wissen, was sie tut – und wenn ihr jemand wehtut, dann verprügeln wir den einfach, okay?“
„Soll ich dich jetzt verprügeln?“, fragte Ron, der ein kleines Schmunzeln nicht unterdrücken konnte.
„Okay, überspringen wir mich und verprügeln die nächsten Leute, die ihr wehtun sollten. Ich halte fest, du schlägst zu. Klingt das gut?“
Ron lachte auf und nickte einfach.
„Außerdem hatte sie doch auch was mit Pansy und da bist du auch nicht ausgerastet“, merkte Harry an. Wenn er so darüber nachdachte, fragte er sich, weswegen Ron bei Pansy so ruhig geblieben war, während er bei Justin fast noch mehr ausgerastet war als Molly Weasley, wenn Ron wieder seine Socken liegen gelassen hatte.
„Pansy ist ein Mädchen – guck mich nicht so an! Ich meine das absolut nicht so wie es klingt … es ist eher so … Pansy kann ihr nicht wehtun, wie ein Kerl es könnte, verstehst du?“
Harry verstand nicht. Das zeigte er auch sehr deutlich mit seiner Mimik.
„Ja … körperlich gesehen! Mann – muss ich es aussprechen?!“
„Wäre ganz hilfreich, ja“, bestätigte Harry. Ron sah hilfesuchend zu Blaise, der schmunzelte. Die beiden hielten einander an der Hand, die Finger miteinander verhakt.
„Weil Pansy keinen Penis hat und Ginny nicht hätte schwängern können, selbst wenn sie gewollt hätte“, erklärte Blaise. Harry blinzelte wenige Male. Aber er verstand.
„Achso! Weil sie nur so im Kinderbecken geplantscht haben sozusagen?“, fasste Harry auf seine Art zusammen.
„Genau“, erwiderte Ron.


Auch im Gemeinschaftsraum war Draco nicht aufzufinden. Langsam war Harry genervt. Draco konnte ihm doch nicht ewig aus dem Weg gehen. Zwar liebte er ihn aus tiefsten Herzen, aber er hasste es, wenn er so stur wurde, statt Konflikte direkt mit ihm zu klären. Dadurch, dass sie nach Konflikten so selten miteinander sprachen, staute sich das meist auf, dass sie das Mal darauf dann über das alte und neue Thema stritten. Er wollte sich nicht mit Draco streiten. Es war zwar bisher nur ein Tag gewesen, aber jede Minute ohne ihn kam ihm quälend lang vor. Einfach mit ihm vertragen wollte er sich, war das denn zu viel verlangt? Gereizt setzte er sich zu Hermione, um mit ihr über den Hausaufgaben zu brüten und etwas zu lernen. Pansy hatte schließlich recht gehabt – bald würden die UTZ anstehen. Überall Troll zu schreiben wäre jetzt nicht unbedingt seine liebste Erfahrung gewesen. Es fiel ihm zwar schwer, sich auf alles zu konzentrieren, da er mit seinen Gedanken hauptsächlich bei Draco war, doch Hermione schien dennoch zufrieden gewesen zu sein.

Schließlich – endlich! – stieg Draco durch das Portraitloch. Allerdings lief er ohne Umwege ins Badezimmer der Jungen, als er Harry neben Hermione sitzen sah. Harry verdrehte die Augen und vergrub sein Gesicht in seinen Händen, während Hermione ihm fürsorglich durch die Haare strich. Doch sie sagte dazu nichts und dafür war Harry sehr dankbar. Kurze Zeit saß er dort, ließ sich von seiner besten Freundin streicheln, bis er schließlich aufstand, als er merkte, wie Draco das Badezimmer wieder verließ. Nachdem er sich bei Hermione bedankt hatte, dass sie ihm beim Lernen geholfen hatte, lief er durch den Raum, über den Gang zu dem Schlafsaal der Jungen.


Draco stand nur mit einem rosafarbenen Handtuch um die Hüfte gewickelt an seinem Bett, er wollte es gerade fallen lassen, als er Harry erblickte. Er wirkte gereizt, sagte aber nichts. Harry fiel auf, dass sie die einzigen im Raum waren. Das traf sich gut, so konnte er – wenn dieser es denn zuließ – in Ruhe mit ihm sprechen.
„Können wir bitte reden, Draco?“, fragte Harry vorsichtig, als er auf Draco zutrat.
„Ich würde mich jetzt ehrlich gesagt gerne anziehen.“
„… Natürlich. Wenn du danach nicht wieder wegläufst.“  
Draco, der seinen Blick desinteressiert abwandte, ließ das Handtuch zu Boden fallen. Harry schluckte, als er Dracos schmale Statur nackt vor sich stehen sah. Die weiße Haut, von der er wusste, wie weich sie war, wenn er mit seinen Fingern über sie strich. Von seinen noch feuchten Haaren tropften einzelne Wassertropfen auf seine Schultern, die ihren Weg über die Alabasterhaut fanden. Sein Rücken war noch nass, etwas, das Draco oft beim Abtrocknen vergaß. Harry hatte das Bedürfnis, zu ihm zu gehen, das Handtuch aufzuheben und seinen schmalen Rücken abzutupfen. Doch er widerstand diesem Impuls. Er wollte nicht, dass Draco das eventuell falsch las und erneut wütend auf ihn wurde. Draco, der zu merken schien, dass er angestarrt wurde, blickte erneut zu Harry.

„Kannst du dich nie zusammenreißen?“, fragte er, wirkte dabei eher äußerst genervt. Er bewegte sich nicht, behielt Harry im Auge. Es war fast so, als hätte er Angst gehabt, angesprungen zu werden, sobald er einen Fuß vor den anderen setzte. Kurz behielt er Harry im Auge, der sich keinen Millimeter rührte. Draco ließ ein kurzen „Mh“, aus der Kehle, bevor er an das Fußende seines Bettes trat und die Truhe öffnete. Harry musste bei dem Anblick wieder schlucken. Draco stieg langsam, Bein für Bein, in eine Boxershorts, die an ihm haftete wie eine zweite Haut.
„Das letzte Mal als wir gestritten haben, hast du über eine Woche nicht mit mir gesprochen, Draco. Ich halte das nicht aus“, sagte Harry ruhig und ehrlich, während er Draco betrachtete.
„Das ist sehr ungünstig für dich“, erwiderte Draco nüchtern, in eine bequeme Hose steigend.
„Warum musst du jetzt so sein?“
„Wie bin ich denn?“, fragte Draco, wobei er nicht wirkte, als würde ihn die Antwort ansatzweise interessieren. Er zog sich ein Shirt über den Kopf, bevor er sich auf sein Bett setzte. Harry trat vor Draco, sah zu ihm herab, der es mied, Blickkontakt aufzubauen.
„Was ist los mit dir, Draco?“
„Was soll mit mir sein? Du hast gesagt, du willst nicht mehr mit mir zusammen sein“, meinte der Weißblonde gereizt.
„Ich habe im Konjunktiv gesprochen, du Idiot!“
Doch Draco reagierte darauf nicht, auch wenn er seinen Kopf wieder drehte und Harry direkt ansah.
„Du warst unsensibel. Es ist nicht meine Aufgabe, dich zu erziehen – du kannst auch fünf Sekunden über etwas nachdenken, bevor du es aussprichst.“ Nun wirkte er mehr verletzt oder niedergeschlagen als wütend. Harry setzte sich neben ihn und legte vorsichtig eine Hand auf Dracos.
„Es tut mir leid“, sagte er und meinte jede Silbe davon.
„Das ist mir gerade egal. Du warst bereit, weil du wütend warst, unsere Beziehung zu beenden.“
Seine hellen Augenbrauen zogen sich zusammen, während seine Augen glasig wirkten. Schließlich riss er seine Hand, die Harry zuvor in seiner gehalten hatte, weg.
„Jetzt komm, Draco …“, jammerte Harry, aber Draco schüttelte erneut den Kopf.
„Was ist, wenn wir wirklich mal eine Krise haben? Trennst du dich dann direkt von mir? Bin ich dir das nicht wert?“
Draco sah auf seine eigenen Hände, spielte nervös mit seinen Fingern.
„Ich würde mich niemals von dir trennen, Draco. Ich liebe dich.“
Draco sah ihn an, starrte ihn mit seinen grauen Augen regelrecht an. So fest, als hätte er versucht, seine Gedanken zu lesen oder vielleicht, durch ihn hindurch zu gucken.
„Tust du das?“, fragte er leise. Harry traf das.
„Du hast gestern noch gemeint, dass wir uns trennen sollten und, dass du sowieso nicht mit mir zusammenleben wollen würdest, weil ich dir zu dramatisch sei“, sagte Draco ruhig, auch wenn sein Blick leer wirkte.
Harry seufzte, legte seine Hand erneut auf Dracos und zog ihn zu sich. Draco, der beinahe auf Harrys Schoß fiel, blinzelte irritiert. Er wurde von dem Schwarzhaarigen wieder etwas hochgezogen, bevor Harrys Hand seinen Nacken fand und sich seinem Gesicht näherte. Er küsste ihn, doch Draco presste seine Lippen aufeinander. Als Draco nicht erwiderte, sah der Ex-Gryffindor auf.

„Draco, ich liebe dich. Ich liebe dich mehr als irgendwen oder irgendetwas anderes.“
„Wie kannst du das wissen? Du wolltest dich gestern noch trennen.“
„Ich wollte gar nichts. Ich war wütend, ich habe nicht nachgedacht. Draco, bitte, es tut mir wirklich aufrichtig leid. Ich hätte das nicht sagen sollen, verzeih mir bitte“, sagte Harry ruhig, legte seine Arme um den zierlichen Körper seines Partners. Er roch noch etwas nach dem Duschgel, das er zuvor benutzt hatte. Aber auch eben nach Draco. Harry, der seine Arme um Draco geschlungen hatte, ließ sich mit ihm auf die Matratze fallen und zog ihn auf sich. Er richtete sich etwas, dass seine Beine nicht mehr vom Bett hingen, sondern auf diesem lagen. Fest drückte er Draco an seinen Körper. Als dieser sich nicht mehr wehrte, atmete er erleichtert auf.
„Es tut mir wirklich leid, du bist mir alles wert, alles, okay?“
Er merkte, wie Draco seinen Kopf bewegte und tippte auf ein Nicken. Erleichtert seufzte Harry und lächelte zufrieden.
„Kann ich dann jetzt bitte einen Kuss haben? Ich hab schon Entzugserscheinungen.“
Draco richtete sich etwas auf und als Harry ihn lächeln sah, fühlte er sich, als würde sein Herz schmelzen. Diese weichen Lippen legten sich auf seine. Erst etwas zögerlich und ganz sanft küsste Draco ihn, doch Harry drückte seine Lippen hart und leidenschaftlich auf seinen Mund. Ihre Münder bewegten sich spielerisch, während Harrys Hand Dracos Hinterkopf fand und ihn näher an sich drückte. Obwohl es nur ein Tag gewesen war, fühlte es sich an, als hätten sie sich bereits Ewigkeiten lang nicht in den Armen gelegen, nicht geküsst. Der Kuss wurde von Moment zu Moment intensiver, leidenschaftlicher und auch ihre Zungen massierten einander. Draco allerdings löste den Kuss nach kurzem atemlos, knabberte vorsichtig an Harrys Unterlippe. Harry hatte Blut geleckt, er wollte und konnte jetzt nicht aufhören. Sie hatten gefühlt ewig keinen solch leidenschaftlichen Moment miteinander geteilt. Miteinander geschlafen hatten sie vielleicht das letzte Mal vor Wochen. Harry merkte, wie der Kuss allein ihn erregt hatte, dass seine wachsende Erektion gegen Draco drückte. Dieser schien das gemerkt zu haben, da er etwas irritiert blinzelte.

„Denkst du schon wieder an Sex? Da verträgt man sich gerade wieder und du willst direkt wieder vögeln? Was bist du? Eine räudige Stute?“
Harry hauchte ihm einen weiteren, kurzen Kuss auf die Lippen.
„Du heißes Ding liegst auf mir drauf und wunderst dich dann, dass ich einen Ständer hab?“, hauchte Harry lasziv gegen seine Lippen. Draco wurde etwas rot im Gesicht, seine Wangen, selbst seine Ohren nahmen einen leichten Rosaton an. Er räusperte sich und setzte sich auf, stieg von Harry ab. Dieser war erst etwas verwirrt, verstand aber dann, warum er aufgestanden war. Er lief zu Harrys Bett, nahm etwas aus der obersten Schublade des Nachttischs, lief zurück, zog den Vorhang zu und griff seinen Zauberstab. Nachdem der Muffliato gesprochen wurde, legte Draco Kondome und Gleitgel neben Harry.
„Wusstest du, dass unsere Tüte fast leer ist?“, erkundigte sich Draco ruhig, wobei man Belustigung in seiner Stimme hören konnte. Er lächelte. Ein Lächeln, das Harry Herz höher schlagen ließ. Erst dann kamen die Informationen auch bei ihm an.
„Echt? War das nicht eine riesige Tüte? 100 Stück oder so?“
Harrys leicht rötlichen Lippen kräuselten sich, seine grünen Augen weiteten sich erstaunt.
„Ja, 100 Stück“, bestätigte Draco, während er sein zuvor frisch angezogenes Shirt über seinen Kopf zog.
Mehrmals musste Harry irritiert blinzeln.
„Die treiben es ja wie Kaninchen.“
Draco schmunzelte.
„Naja, wir sind drei Paare auf diesem Zimmer, nicht wahr? Theo und Longbottom haben aber auch entweder Beziehungen oder etwas am Laufen.“
Wieder setzte er sich auf Harrys Unterkörper, beugte sich zu ihm vor, dass seine Wange Harrys berührte und flüsterte ihm ins Ohr: „Wir könnten aber dieses Mal auch ohne.“
Nun merkte Harry, wie ihm Wärme und Röte ins Gesicht schoss. Sie hatten in ihrer Beziehung einmal ohne Kondom Sex gehabt – wobei dieses Mal ein kompletter Reinfall war.
„Bist du dir sicher?“, fragte Harry eine Spur zu euphorisch, dass Draco kichern musste.
„Ja, ich bin mir sicher.“

Dracos weiche Lippen legten sich auf Harrys Hals, küssten die warme Haut zärtlich. Hier und da knabberte er an der Haut, saugte an dieser, bis ein kleiner roter Fleck zurück blieb. Harry keuchte leise auf. Er liebte es, an diesen Stellen geliebkost zu werden und dem war Draco Malfoy sich zu gut bewusst. Die Küsse zogen sich über den Hals, bis zu seinem Kinn, die Kieferpartie und seinen Ohransatz, bis er zärtlich an seinem zarten Ohrläppchen knabberte. Kühle Finger fanden ihren Weg unter Harrys Oberteil, glitten über die Konturen seiner Bauchmuskeln, kniffen kurz in seine Brustwarzen. Aber das tat Draco eher, um Harry zu ärgern, da er an diesen Stellen nicht sonderlich erregbar war. Er ließ mit dem Mund von Harry ab, half ihm, das Oberteil auszuziehen, das anschließend achtlos auf den Boden geworfen wurde. Schließlich machte er sich an seinem eigenen Oberteil und Hose zu schaffen und ließ diese und seine Boxershorts sich zu Harrys Oberteil gesellen. Harry betrachtete Dracos zierlichen Körper. Manchmal wirkte er zu zierlich, dass es Harry ängstigte, er würde jeden Moment zerbrechen. Doch er wusste, dass dem nicht so war.

Er wusste, dass man diesen jungen Mann packen, greifen und hart ficken konnte, ohne ihm wehzutun. Ohne, dass er zerbrechen würde. Sondern, dass dieser zierliche, fast elfenhafte Körper es sogar manchmal brauchte, richtig fest gepackt und gefickt zu werden, bis die grauen Augen sich vor Lust verdrehten und er es zuließ, dass Lust jede Zelle seines Körpers übernahm.

Harry schluckte und zog sich selbst aus, warf Hose und Boxershorts zu Boden. So nackt legten sie erneut ihre hungrigen Lippen aufeinander, während ihre Hände einander erkundeten. Kühle Finger legten sich um Harrys wachsende Erektion, glitten mit einem festen Griff über den dicken Schaft. Dies erntete ein zufriedenes, raues Seufzen tief aus Harry Kehle. Draco zog mit gekonnten Bewegungen die Vorhaut zurück, ließ seine Hand über die komplette Länge bis zum Penisansatz gleiten, zog sie wieder hoch und verengte den Griff an der Eichel. Dies wiederholte er mehrere Male. Harry war ziemlich empfindlich an diesem Tag. Was wahrscheinlich daran lag, dass er und Draco seit mehreren Wochen keinen Sex miteinander gehabt hatten und er auch nicht auf die Idee gekommen war, selbst Hand anzulegen. Am liebsten wäre er bereits in diesem Moment durch Dracos gekonnte Bewegungen gekommen – doch die Sorge war zu groß, dass er im schlimmsten Fall nicht hätte weiter machen können. Deswegen legte er seine warmen Finger auf Dracos stets kühlen und löste sanft den verstärkten Griff. Ihre Münder fanden sich wieder, während Harry seine Hände auf Dracos Schultern legte und ihn auf das Bett drückte. Er liebte diesen jungen Mann, der ihn schlichtweg einfach verrückt machte, mit allem, was er tat. Damit wie seine weichen, mauvefarbenen Lippen sich formten, wenn er sprach, sein Duft, sein ganzes Sein.

Ohne seinem bereits leicht erigierten Penis irgendeine Art der Aufmerksamkeit zu schenken, legte er seine Hände auf die zwei runden Backen und spreizte sie, drückte Draco etwas hoch. Draco war es sichtlich unangenehm, so mit den Beinen in der Luft auf seinem Rücken zu balancieren, doch Harry genoss den Anblick. Er teilte die Backen, befeuchtete seine Lippen mit seiner Zunge und legte anschließend seinen Mund auf die leicht zuckende, rosa Öffnung. Draco ließ einen überraschten Schrei los, zitterte, doch Harry drückte ihn weiterhin in diese Position, ließ nicht zu, dass er sich absenkte. Erneut schrie er auf, als die warme Zunge über seinen Eingang kreiste. Als er vorsichtig mit dieser eindrang, quietschte Draco, wobei Harry es sich nicht verkneifen konnte leise zwischen seine Backen zu lachen. Er liebkoste ihn kurze Zeit, wobei Draco mehrmals versuchte, sich wieder abzusetzen, was erfolglos blieb. Schließlich gab er auf, zitterte allerdings weiterhin bei den Liebkosungen mit Mund und Zunge.

Vorsichtig legte er einen Finger an den befeuchteten Eingang, drang ein, was Draco mit einem süßen Stöhnen belohnte. Harry liebte es, Draco stöhnen zu hören. Das war etwas, was ihm jedes Mal noch zusätzlich erregte. Er war sehr dankbar dafür, dass sein Partner zuvor den Muffliato gesprochen hatte, denn er hatte vor, ihn dieses Mal zum Schreien zu bringen. Als er einen weiteren Finger dazu nahm, tastete er Dracos Innenwände ab, bis er eine glatte Wölbung fand, auf die er sanft Druck ausübte. Draco zuckte dabei zusammen, wobei seine Zehen sich niedlich krümmten und stöhnte laut auf, dass Harry sich sicher war, gefunden zu haben, was er gesucht hatte. Immer schneller werdend, massierte er die Stelle, zog seine Finger aus Draco, schob sie direkt wieder in ihn, um erneut seine Prostata zu stimulieren. Draco, dem diese Position mittlerweile wirklich schwer fallen musste, stöhnte laut auf, krallte seine Finger in das Laken unter ihm.
„Hör – ah! – Hör auf!“, keuchte Draco. Harry ließ kurz ab.
„Gefällt es dir etwa nicht?“, sprach er seinen heißen Atem gegen Draco.
„D-doch, es gefällt mir. Aber …“
„Du musst mir schon sagen, was du willst, sonst mache ich einfach so weiter.“ Das tat er auch, mit einem glitschig lauten Geräusch fuhren seine Finger in und aus seinem Partner, dessen Beine noch mehr zitterten als noch zuvor.
„Steck – aah! – Steck ihn mir rein, ich werd‘ gleich – mhhh! – wahnsinnig!“
„Was soll ich wo reinstecken?“, fragte Harry und führte seine Finger erneut in ihn ein.
„Hör auf mich zu ärgern!“

Harry konnte es sich nicht verkneifen zu kichern. Schließlich zog er seine Finger aus Draco und ließ ihn sich absenken. Draco, dessen Penis mittlerweile steinhart stand, atmete erschöpft, als sein kompletter Körper endlich wieder die Matratze berührte. Harry derweil griff sich die Tube Gleitgel.
„Spreiz die Beine“, forderte er Draco auf, der das auch augenblicklich machte und ihn mit großen Augen erwartungsvoll ansah. Erst verteilte Harry das kalte Gel an Dracos empfindlicher, zuckenden Öffnung und anschließend auf seinem eigenen harten Penis. Er drückte seine Eichel an Dracos Eingang, der bereits so gut vorbereitet war, dass er sich langsam unter dem Druck öffnete. Es brauchte nicht viel, bis Harry zur Hälfte in ihm eingedrungen war. Es war fantastisch. Dieses Gefühl, komplett ohne Barriere, Haut an Haut, mit ihm verbunden zu sein. Er fühlte sich ihm näher, als er es jemals gewesen war. Zufrieden leckte er sich über die Lippen, legte seine Hände auf Dracos Knie und stieß vorsichtig in ihn, bis die gesamte Länge in ihm versunken war. Draco stöhnte kurz auf, sah Harry mit halbgeöffneten Augen an, als dieser allmählich begann, sich in ihm zu bewegen. Mit rhythmisch fließenden Bewegungen stieß er in Draco, der sich unter ihm wandte und allmählich immer lauter wurde. Er konnte genau die engen Wände um seinen Penis spüren, die ihn zu verschlingen schienen, sich an ihn schmiegten, als wollten sie ihn nie wieder gehen lassen. Es war schwierig für Harry, nicht jetzt sofort zu kommen. Doch er wollte dieses Gefühl so lang es ihm möglich war auskosten, außerdem hatte Draco noch nicht geschrien. Er griff Dracos Hand, zog seinen Penis kurz aus ihm, um ihn auf den Bauch zu drehen.

Draco streckte ihm seinen Hintern weit entgegen, während sein kompletter Oberkörper auf der weichen Matratze lag. Sein lusterfülltes Gesicht spähte über die Schulter nach hinten zu Harry, der seine Finger in die weißen, prallen Backen krallte und diese erneut spreizte. Erneut drang er hart in ihn ein, wobei Draco kurz aufstöhnte. Hart, schnell und fest stieß Harry in seinen Partner, dem durch den vor Lust geöffneten Mund allmählich Speichel über das Kinn lief. Harry konnte sehen, wie Draco mit seiner Hand zwischen seine eigenen Beine fuhr und seinen Penis umgriff. Er musste grinsen. Anscheinend hielt er es kaum aus, dass Harry seinem Schwanz absolut keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Während Draco pumpte, stieß Harry tief in Draco, zog seinen Schwanz fast komplett aus ihm, um kurz darauf die gesamte Länge in einem Stoß in ihm zu versenken, was Draco jedes Mal ein sehr lautes, tiefes Stöhnen aus der Kehle entweichen ließ. Draco ließ mittlerweile den Kopf sinken, krallte die Finger seiner freien Hand tief in das Laken. Ein Zittern durchfuhr Dracos Körper, als er schließlich in seiner Hand kam. Doch Harry war noch nicht fertig, noch lange nicht zufrieden. Er fickte Draco hart und schnell, bis dieser, die Augen verdrehend, schließlich schrie. Ein tiefer, lusterfüllter Schrei, auf den raues Stöhnen und zufriedenes Keuchen folgte. Harrys Finger krallten sich in die festen Pobacken, als auch er, umschlungen von Dracos heißen Wänden, tief in ihm kam. Er verharrte kurz in der Position, bis die Wellen des Orgasmus nachließen, bevor er sich vorsichtig aus Draco zurückzog. Dabei stand seine Öffnung einen kurzen Moment etwas offen, was Harry einen sehr erotischen Einblick gab. Nach und nach trat das dickflüssige, weiße Sperma aus, lief Draco über seine Hoden und tropfte teilweise auf das Laken, in dem es versiegte. Erschöpft ließ er seinen Hintern sinken, löste allmählich den Griff seiner Finger in dem Laken. Er drehte sich auf den Rücken und sah erschöpft keuchend, als wäre er mindestens fünf Marathons gelaufen, zu Harry.

„Morgen hab ich bestimmt blaue Flecken am Po“, meinte Draco außer Atem. Erst dadurch fiel Harry ein, dass er sich wie verrückt in das zarte Fleisch an Dracos Hintern gekrallt hatte. Er legte sich zu dem schmalen, blassen Körper und legte seinen Arm um ihm, der mit seinem dunklen zimtbraun einen sehr starken Kontrast zu Dracos Alabasterhaut darstellte.
„Tut mir leid“, hauchte Harry ihm als Kuss auf die Wange, doch Draco schüttelte mit einem Lächeln auf dem Lippen den Kopf.
„Ist okay“
Erneut küssten sie sich, hauchten sich ihre Liebesbekenntnisse auf die leicht geöffneten Lippen. Er mochte es, wie süß Draco schmeckte. Er dachte sich, dass er diesen süßen Geschmack sicherlich niemals leid, niemals müde werden würde. Ihre Finger verhakten sich ineinander, während sie einander anlächelten.

„Steht das Angebot eigentlich noch?“, fragte Draco schließlich, als seine Atmung und sein Herzschlag sich reguliert hatten. Verirrte Strähnen klebten an der zuvor schweißnassen Stirn, das zuvor ausgetretene Sperma haftete getrocknet an seinem Körper.
„Welches Angebot?“, erwiderte Harry sichtlich verwundert, während seine Finger Linien über die weiche Haut und den sanften Pflaum des strammen weißen Schenkels zogen.
„Das von gestern“, erklärte Draco knapp, richtete dabei seinen Blick an die Decke. Harry blinzelte irritiert. Es dauerte einen kleinen Moment, bis er verstand, worauf Draco hinaus wollte. Die vollen, dunklen Lippen bildeten ein zartes Lächeln.
„Ja, natürlich. Immer.“
Draco sah nun wieder in die blattgrünen Augen seines Freundes und kuschelte sich an ihn, legte dabei eine Hand an seine Hüfte.
„Aber vorher müssen wir mit meiner Mutter sprechen, ja?“
Harry war erst nicht sonderlich angetan von der Idee, besonders, da er sich erinnerte, dass er ihr gegenüber in der Vergangenheit nicht sonderlich höflich gewesen war – allerdings hatte sie auch sein Leben gerettet, wofür er ihr noch nie gedankt hatte.
„Im Sommer dann“, stimmte Harry zu, schloss dabei entspannt seine Augen, den süßen Duft seines Partners in der Nase, mit den Gedanken dabei, wie süß denn das Zusammenleben mit ihm sein musste.
Review schreiben