Odaliske - Graue Augen

von Oscar
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Luna Lovegood Pansy Parkinson Ronald "Ron" Weasley
20.01.2019
07.07.2019
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13 – Drei Wörter

Müde wankte Harry in das Badezimmer der Jungen. Er hatte länger geschlafen als üblich, aber da alle noch schulfrei hatten, war es einerlei, ob er den halben Tag verschlief oder nicht. Draco hatte nicht mehr in seinem Bett gelegen. Vielleicht war er im Gemeinschaftsraum oder wanderte durch das Schloss. Aber da Harry die Blase drückte, würde er das erst später rausfinden. Die Dusche lief, aber er ließ sich davon nicht beirren. Wer auch immer duschte, hatte nicht abgesperrt, aber keinen der Jungen hätte es gestört, wenn er nur kurz zum Pinkeln reingehuscht käme.
„Eh!“, machte Harry, als er die Tür aufriss. Das Bild, das ihm da geboten wurde, ließ ihn verwirrt zurückschrecken. Pansy Parkinson, die schwarzhaarige Schönheit aus dem Hause Slytherin, die jedem Kerl den Kopf verdrehte, stand an die Fliesen gelehnt und hielt sich den Duschkopf voll aufgedreht an ihren Unterleib. Harry blickte auf das Geschehen, wie Pansy ihren Kopf in den Nacken warf und aufstöhnte, wobei ihre Beine zitterten, bis sie seine Anwesenheit bemerkte und ihn ansah.
„Ey. Besetzt.“
„Das ist das Bad der Jungen! Was machst du da überhaupt?“
„Masturbieren! Soll ich dir ein Bild malen?!“
„Aber wieso masturbierst du hier?!“, kreischte Harry fast schon und merkte, wie er rot wurde.
„Das Bad der Mädchen ist besetzt.“, antwortete sie trocken und drehte den Wasserstrahl etwas runter, hängte den Duschkopf wieder ein.
„Meine Fresse. Pottah. Wenn du aufs Klo musst, dann mach.“ „Ich kann doch nicht einfach-“ Sie verdrehte die Augen und spülte sich die Haare aus, bevor sie das Wasser abstellte und aus der Dusche trat. Sie griff sich ein Handtuch und trocknete sich langsam ab. Harry hatte das Gefühl, dass ihm gleich die Blase platzte und nutzte die Zeit, in der Parkinson mit dem Rücken zu ihm stand um endlich Wasser zu lassen. Er schüttelte ab und wollte gerade spülen, als er ihren Atem an seiner Schulter spürte.
„Du bist ja dehydriert. Du solltest mehr trinken, das ist ja fast bernsteinfarben.“
„Wärst du so gut und würdest bitte nicht die Farbe meines Urins bewerten?“ Er zog die Spülung und wollte gerade die Hose hochziehen, als ihm Parkinsons Blick auf seinen Penis auffiel.
„Du kennst keine Scham, oder?“
„Nonsens. Natürlich kenne ich Scham. Aber wenn ich den großartigen Harry Potter schon mal so sehen kann, wäre es ja dumm, das nicht auszunutzen.“ Sie schmunzelte. Harry bemühte sich, ihr nicht auf ihren nackten Körper zu gucken. Nachdem er sich die Hose hochgezogen und die Hände gewaschen hatte, wollte er den Raum verlassen, doch Parkinson hielt ihn zurück, indem sie seinen Arm griff.
„Pottah.“ „Was willst du?“
„Cremest du mir bitte den Rücken ein, wenn du schon da bist?“ Perplex sah er sie an. Etwas in ihrem Blick erschien ihm merkwürdig und er war sich fast sicher, dass das nur ein Vorwand für irgendetwas war. Die ganze Situation erschien ihm surreal. Erst schlägt sie auf ihn ein und dann will sie, dass er sie eincremet? Nur zögerlich ließ er sich einen Klacks Creme auf die Handflächen geben und legte diese auf Parkinsons Rücken, der sich unter seinen Berührungen so zart anfühlte. Sie war dünn, klein und sehr zierlich. Ihre Taille war schmal, wären ihre breiten Hüften und die Brüste nicht gewesen, hätte sie fast etwas Jungenhaftes gehabt.
„Ist es dir mit Draco wirklich ernst?“, fragte sie dann plötzlich. Harry hatte so etwas bereits geahnt, war aber dennoch überrascht gewesen, als sie es ausgesprochen hatte. Sie selbst cremte sich die Brüste ausgiebig ein und Harry gab Stoßgebete ab, dass niemand in diesem Moment die Tür aufriss, da man die ganze Situation sehr falsch hätte interpretieren können.
„Ja, mir ist es mit Draco ernst.“ Sie drehte ihren Kopf etwas, dass er sie lächeln sehen konnte. „Ganz wirklich? Denn ich gehe freiwillig nach Askaban, wenn du nur mit ihm spielst. Ich werde dich dann ermorden, dann ist all das, was der Dunkle Lord gemacht hat nichts anderes als Kinderkacke. Ich reiß dir den Kopf ab und scheiß dir in den Hals, ich sag’s dir.“
„Bist du fertig?“, fragte Harry ruhig, woraufhin sie nickte. Er ließ seine Hände über ihre schmalen Schultern gleiten und schließlich über ihren Rücken, um die nach Lavendel duftende Creme in ihre Haut einzuarbeiten. „Ich habe nicht vor ihm wehzutun. Ich will das auch nicht.“ Sie kaute auf ihrer Lippe herum und drehte sich dann zu Harry um, der somit ausgezeichnete Sicht auf ihren nackten Körper hatte. Er stutzte, als er sah, dass sie kleine Stäbchen in ihren rosa Brustwarzen hatte. Zwar hatte er schon solche Piercings in Magazinen gesehen, aber nie in Natura. Er hatte das Verlangen, sie anzufassen, einfach aus Interesse, hielt sich aber zurück. „Draco ist mein bester Freund. Ich will nicht, dass man ihm weh tut. Ich habe die letzten Jahre genug mitbekommen.“
„Kannst du mir bitte sagen, wovon du die ganze Zeit sprichst?“
„… Ich finde es einfach unfair, Harold.“
„Ich heiße Harry.“, murmelte er.
„Mir egal, du bist jetzt Harold.“ Er seufzte nur und zuckte mit den Schultern, weiterhin krampfhaft versuchend, ihr nicht auf den Körper zu gucken. „Was ist unfair?“
„Draco hat sich so bemüht, sich mit dir anzufreunden und du hast abgelehnt und kaum willst du etwas von ihm, ist es okay. Davor hast du ihn weggestoßen.“ Er sah sie mit großen Augen an.
„Meinst du, als wir elf waren? Das war nicht okay, das stimmt … aber das ist sieben Jahre her.“, warf Harry ein, der seine Hände aneinander rieb, um die restliche Creme loszuwerden. Parkinson schien ihren Blick auf irgendeinen Punkt zu fixieren, da sie von ihm wegsah und leer an ihm vorbei in eine Richtung starrte. Ihre Arme verschränkten sich unter ihrer Brust, die sie dadurch hochdrückte. „Es ist unfair. Harry Potter bekommt, was er möchte und Draco wurde jahrelang wie Dreck von dir – von euch! – behandelt. Er wollte einfach nur mit dir befreundet sein. Du blödes Arschloch.“ Harry fühlte sich schlecht, erneut seine Fehler so vorgesetzt zu bekommen. Er hätte es am Liebsten geändert, aber die Möglichkeit fehlte ihm ohne Zeitumkehrer. Seufzend sah er zu Parkinson, die in Gedanken ihre Nägel in das weiche Fleisch an ihren Armen drückte. „Es tut mir nicht leid, dass ich dich geschlagen hab. Das hast du verdient.“, äußerte sie etwas gereizt klingend, sah ihm schließlich wieder fest in die Augen. Als ihre dunklen Mandelaugen auf seine trafen, schauderte es ihn. Zwar hätte er es nie offen zugegeben, aber manchmal fürchtete er sich vor ihr. Sie war die Sorte Mensch, die seiner Meinung nach unberechenbar war. „Aber ich weiß, was du Draco bedeutest und deshalb werde ich versuchen mit dir klarzukommen. Allerdings bin ich die erste, die dir einen Kaktus in den Arsch schiebt, wenn du ihm wehtust.“ Harry erwiderte nichts, senkte stattdessen seinen Blick, wobei er ihren Schambereich im Blickfeld hatte, was ihn auch nicht mehr kümmerte. Warum sollte er Draco Schmerzen bereiten wollen? Seine Gedanken kreisten, bis ihm einer kam, den er erst nicht laut aussprechen wollte. Dennoch tat er es.
„Ist es dir mit Hermione ernst, Pansy?“ Es war merkwürdig für ihn, sie bei ihrem Vornamen zu nennen, aber er dachte, dass das seine Aussage unterstreichen würde. „Hermione?“ Ihre Augen weiteten sich und sie wich einen Schritt zurück. Harry derweil griff sich das Handtuch, das sie zuvor achtlos zu Boden geworfen hatte und legte es ihr vorsichtig über die Schultern. Er wusste selbst nicht, wieso er das getan hatte, aber es erschien ihm richtig. Die stutzte dabei, sagte aber nichts. „Wer hat geplaudert?“
„Sie selbst. Außerdem habe ich euch gesehen.“ Sie wandte erneut ihren Blick ab, wirkte diesmal etwas verlegen, räusperte sich und nach und nach konnte man sehen, wie sich Röte in ihrem Gesicht ausbreitete. „Warst du schon mal in der Situation, in der du unfassbar durstig warst? Du bist stundenlang unterwegs und in der Sonne und hast das Gefühl, gleich zu vertrocknen? Dieser erste Schluck an Wasser, den du dann trinkst … das ist pure Erlösung, oder nicht? Das ist Hermione für mich.“ Da ihm die Worte fehlten, sah er sie einfach nur an, wie sie verlegen wegsah, nervös auf ihren vollen Lippen herum kaute und ihre langen Fingernägel in das Handtuch krallte, das über ihren Schultern lag. Das so offen preiszugeben, schien sie viel Mut gekostet zu haben. „Sag was, du Tamponlutscher.“
„Ich wusste nicht, dass sie dir so wichtig ist – auch wenn Draco erwähnt hat, dass du sie gern gemocht hattest … du weißt doch, dass sie mit Ron zusammen ist.“ Kurz zitterte ihr Unterkiefer, allerdings wahrte sie ihre Fassung. „Ja, das weiß ich. Ich weiß aber auch, dass das kleine Wiesel Blaise zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Arsch starrt. Ein Wort und Blaise würde seinen riesigen Schwanz tief in ihm versenken. Und glaube mir: Das lohnt sich … aber nein, lieber schüchtern starren – als würde es niemanden auffallen. Man müsste schon blind, blöd – oder du – sein, um das nicht zu merken.“, brachte sie augenrollend ein. Harry ballte nervös seine Hände zu Fäusten.
„Was willst du jetzt machen?“, fragte er vorsichtig. Ihre Antwort interessierte ihn brennend. Er wollte ungern dabei zusehen, wie die Beziehung seiner besten Freunde kaputt ging.
„Was soll ich großartig machen? Sie hat sich entschieden. Für das Wiesel. Ich habe sie letztens geküsst, weil ich sie küssen wollte …, weil ich sie vermisst habe. Für Sex wäre ich natürlich jederzeit offen … aber sie … sie ist nicht wie andere. Ich will nicht nur mit ihr schlafen. Ich will ihr dabei zuhören, wie sie zum tausendsten Mal über das gleiche Buch spricht, sie sehen, wie sie schläfrig ein Buch liest, das sie einfach nicht weglegen mag und am Ende auf den Seiten einschläft … Ich will neben ihr aufwachen, das bin ich noch nie.“ Sie kaute wieder auf ihren Lippen herum, wobei Harry aber einschritt und seine Hände auf die zarte Porzellanhaut ihres Gesichtes legte. „Hör damit auf, sonst blutest du.“ Sie sah auf und schenkte ihm ein Lächeln, doch dann begann plötzlich ihr Kinn zu zittern und Tränen sammelten sich in ihren dunklen Augen. Harry stand perplex vor ihr und wusste nicht recht, wie er handeln sollte, besonders, da sie nackt war. Doch er versuchte die Nacktheit zu ignorieren und legte ihr, sehr zaghaft, seine Arme um den Körper und zog sie an sich, wobei er eine Hand auf ihren Hinterkopf legte. Sofort erwiderte sie diese Umarmung, was Harry sehr wunderte. Vorsichtig streichelte er ihr nasses Haupt und ihren Rücken.
„Es wird schon alles gut, Pansy.“, murmelte er, woraufhin sie ein kurzes Lachen ausstieß. „Natürlich wird für den wundervollen Harry Potter alles gut, aber Normalsterbliche wie ich bekommen nicht immer das was sie wollen.“ „Du bist so zynisch.“, merkte er an, woraufhin sie einen Schritt zurückging. „Das ist kein Zynismus. Ich bin einfach realistisch. Ich-“ Harry verfluchte sich dafür, nicht abgesperrt zu haben, denn das Bild, das er der Person bot, die eben die Tür aufgerissen hatte, musste sehr merkwürdig und zweideutig sein.
„Oh. Ähm … Harry?“ In das Gesicht seines besten Freundes blickend, schob er Pansy wortlos von sich weg. Er sah, wie Rons Gesicht langsam rot wurde und wie er seinen Blick über beide schweifen ließ. Seine Gesichtszüge entgleisten ihm und er riss seine blauen Augen irritiert auf. Kurz blieb sein Blick auf Pansys Nippelpiercings hängen, bis er sich hastig umdrehte und die Tür hinter sich schloss. Man konnte schnelle Schritte hören, wie, als wäre er weggerannt. Harry fuhr sich durch seine Haare, die von der Nacht bereits sehr zerzaust waren, und seufzte. Pansy allerdings begann zu kichern und schließlich, unkontrollierbar zu lachen. „Meine Güte, bei Salazars linkem Hoden, ist der prüde.“, gluckste sie und hielt sich den Bauch. „Prüde? Ich glaube nicht, dass das viel damit zu tun hat, dass man prüde ist – guck dir doch mal die Situation an. Ich drücke jemand nacktes an mich? Natürlich kann man das missverstehen.“
„Meine Fresse, wenn das Wiesel wirklich dein ‚bester Freund für immer und ewig‘ ist, dann sollte er wissen, dass du so schwul bist, dass es fast wunderlich ist, dass du keine Regenbogen spuckst, wenn du redest.“, feixte sie und zog eine Augenbraue hoch.
„Bitte – was?“ „Verkauf mich nicht für blöd. Ich rieche das, wenn jemand schwul ist. Außerdem bist du nicht wirklich subtil.“ Pansy nahm sich das Handtuch von ihren Schultern und wickelte es um ihren Körper, steckte es fest und verschränkte wieder die Arme vor der Brust.
„Hast du gar kein Problem damit, wenn dich Leute nackt sehen?“ Sie stutzte und kräuselte die Lippen. „Nein, wieso sollte ich denn? Soll ich mich für meinen Körper schämen, oder was?“, fragte sie amüsiert klingend, woraufhin Harry schnell den Kopf schüttelte.
„Das ist es nicht … es ist nur ungewohnt.“, wandte er fix ein, bevor er sie eventuell noch ungewollt beleidigt hätte. Er hatte das Gefühl, dass Frauen besonders empfindlich waren, was solche Themen betrifft. „Ungewohnt? Wir sind relativ offen bei den Slytherins. Die Gryffindors sind verklemmt, Harold. Die Jungen dürfen nicht einmal den Schlafsaal der Mädchen betreten! Das ist lachhaft. Im Kerker durfte jeder bei jedem ein- und ausgehen. Ich habe fast permanent bei Draco im Bett geschlafen. Denkst du Snape hat das damals gejuckt? Er hat uns nur amüsiert angeguckt und meinte, dass er uns zutraut, nicht so dumm zu sein und uns schwängern zu lassen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Manchmal blieben auch einige einfach im Gemeinschaftsraum und haben sich Sachen erzählt, während der Kraken seine Runden vor dem Fenster gezogen hat. Wie eine riesige Pyjamaparty. Jeder hat sich Decken und Kissen geholt und zusammen auf dem Boden geschlafen oder auf die Sofas gepresst.“ Als sie das erzählte, wirkte sie fast melancholisch. Harry musste sofort lächeln. Er fragte sich, wie sein Leben ausgesehen hätte, hätte er zugelassen, dass der Sprechende Hut ihn in Slytherin einsortiert.
„Eigentlich sollte ich nach Slytherin.“, sagte er leise, seinen Blick auf ihre Schlüsselbeine gerichtet, die sehr scharfkantig wirkten. Sie stutzte.
„Wirklich? Warum bist du dann bei den tapferen Idioten gelandet?“
„Ich wollte nicht nach Slytherin.“, gab er ehrlich zu, woraufhin Pansy ihre Augenbrauen zusammenzog.
„Du warst elf und bist bei Muggeln aufgewachsen, woher nimmst du dir das Recht heraus, dich gegen ein Haus zu entscheiden, über das du nichts weißt, Harold?“, fuhr sie ihn an.
„Ich habe einfach auf die Leute gehört, die ich getroffen habe – jeder meinte, Slytherin wäre das Haus der dunklen Zauberer und Hexen.“
„Ach, ist das so? Narcissa Malfoy, Dracos Mutter – eine Slytherin. Sie hat dir das Leben gerettet! Horace Slughorn – Slytherin! Er schien dich auch nicht verraten zu haben, eh? Theodore Nott – Slytherin, weint, wenn es seinen Freunden nicht gut geht, Blaise Zabini – Slytherin, opfert sich für seine Freunde auf, wenn er die Möglichkeit hat. Er stellt sich selbst immer hinten an, Millicent Bulstrode – Slytherin. Sie ist ein verträumtes Mädchen, das die Farbe Rosa liebt und vor Glück geweint hat, als ein Einhorn auf sie zukam. Draco Malfoy – Slytherin – auch er hat dir dein scheiß Leben gerettet und liebt dich mehr, als sich selbst. Wo ist Slytherin voller dunkler Zauberer und Hexen?! Was ich sehe ist eine riesige Familie, die zusammenhält! Und du hast dir selbst die Chance genommen, Teil dieser Familie zu werden. Und warum? Weil du auf irgendwelche Leute hörst, die hauptsächlich von Vorurteilen geprägt sind.“
„Draco liebt mich?“
„Ist das das einzige, was du aufgeschnappt hast?!“, keifte Pansy und seufzte dann.
„Nein – ich habe dir zugehört und du hast auch recht …“ Er legte eine Hand vor seinen Mund und merkte, wie sein Gesicht heiß wurde. Eine Welle der Euphorie durchflutete ihn und er kam nicht umhin, als zu grinsen. Pansys Gesichtszüge entspannten sich und sie lächelte schließlich. Dann ging sie überraschenderweise auf ihn zu, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.
„Da Draco dich so liebhat, gehörst auch du zur Familie.“ Sie drehte sich um und lief, nur mit dem Handtuch bekleidet, aus dem Zimmer. Kaum hatte sie das Badezimmer verlassen, konnte er Parvatis (oder war es Padmas?) Stimme rufen hören: „Zieh dich gefälligst an!“ Perplex sah er ihr hinterher und hielt sich die Stelle, die sie zuvor geküsst hatte. Ein Lächeln zeichnete sich dabei auf seinen Lippen ab.

Draco liebte ihn.

Später am Tag, als er mit Draco eine ruhige Minute fand, saßen sie zusammen auf dessen Bett bei zugezogenem Vorhang und kuschelten sich aneinander. Glücklicherweise war sonst niemand im Schlafsaal. Er war überrascht von sich selbst, da er das Verlangen zuvor nicht verspürt hatte, aber er wollte am Liebsten jederzeit Dracos Hand halten oder ihn an sich drücken. Ähnlich wie es Seamus und Dean machten. Erst hatte er das albern gefunden, dass die beiden fast nur zusammen aufzutreffen waren, aber genauso wollte Harry das nun mit Draco. Es schmerzte, wenn sie beide im gleichen Raum saßen und nicht beieinander sein konnten, weil er noch nicht allen erzählt hatte, dass sie nun eine Beziehung führten. Wobei die Ex-Slytherins mittlerweile alle eingeweiht waren, ohne dass man ihnen etwas hätte sagen müssen. Eigentlich waren es nur die Mädchen, Ron und Hermione und Neville gewesen. Aber aus Angst davor, wie sie reagiert hätten, ließ er die Zärtlichkeiten und Liebkosungen in ihrer Anwesenheit. Er wollte auf einen guten Moment warten, es ihnen zu sagen, statt mit der Tür ins Haus zu fallen. Jedes Mal, wenn er im Gesellschaftsraum und Draco am anderen Ende saß, sich mit jemanden unterhaltend oder still ein Buch lesend, war er etwas frustriert, nicht neben ihm sitzen zu können.

Harry hatte seine Beine weit gespreizt und Dracos grazilen Körper zwischen diesen an sich gedrückt, sein Gesicht in seine Schulter vergraben. Er mochte es, wie Draco roch. Er konnte sich nicht daran erinnern, jemals jemandem begegnet zu sein, den er so gerne riechen mochte. Vielleicht stimmte die Redewendung ‚sich riechen können‘ ja wirklich. Hermione hatte einmal ein Buch gelesen und erzählt, dass in diesem erklärt worden sei, dass Menschen eigentlich nichts weiteres als Tiere wären, die von ihren Instinkten getrieben werden und deshalb auch auf bestimmte Gerüche reagieren. In Harrys Ohren klang das logisch.
Liebevoll küsste er Dracos hellen Hals, seinen Ohransatz. Schließlich bedachte er den dünnen Hals und den Nacken mit mehreren Küssen, bis er seinen Mund an eine Stelle legte und vorsichtig an dieser anfing zu knabbern und zu saugen. Als sich ein dunkelrotes Mal abzeichnete, wechselte er die Stelle, um an der nächsten zu saugen. Leise keuchte Draco hier und da auf und Harry freute sich, wohl neue erogene Zonen entdeckt zu haben. Seine rechte Hand legte er an Dracos Kinn, während er mit der anderen über seinen Oberkörper streichelte, was dem Blonden ein erneutes Keuchen entweichen ließ. Mit einer Hand machte er sich am Bund seiner Hose zu schaffen, öffnete den Knopf und den Reißverschluss und wanderte schließlich unter die Boxershorts, wo er auf bereits hartes Fleisch traf. Noch mit der Hand in der Hose, legte er seine Finger um Dracos wachsende Erektion. Behutsam zog er die Vorhaut zurück, ließ seine Hand über den Schaft gleiten. Draco stöhnte leise auf, biss sich aber auf die Lippen, um sich selbst zurückzuhalten. Liebevoll drehte Harry das Gesicht des anderen etwas mehr zu sich und küsste ihn sachte auf die Lippen. Der Kuss wurde sofort erwidert, auch wenn sie sich etwas ungeschickt anstellten und ihre Münder häufiger verfehlten, da Draco hier und da aufstöhnte und sein Gesicht wegdrehte.
„Jetzt bleib hier, ich will dich küssen.“, wisperte Harry, woraufhin Draco minimal nickte und seinen Kopf stiller hielt, auch wenn ihm das schwer zu fallen schien, durch die Stimulation durch Harrys Hand. Er zitterte und versuchte, seine Beine zusammenzupressen, was Harry ihn nicht gewähren ließ. Seine Hose war mittlerweile zur Mitte seiner Oberschenkel gewandert, dass Harry einen besseren Ausblick auf alles hatte. Den Kuss lösend, legte er seine Lippen wieder an den schmalen Hals, während seine freie Hand ihren Weg zu Dracos linker Brustwarze fand und diese vorsichtig stimulierte. Als er fest in diese kniff, musste sich Draco zusammenreißen, nicht laut aufzuschreien und hielt sich reflexartig eine Hand vor den Mund. Harry bedachte erneut den Hals mit Küssen, bevor er ihm über das Ohrläppchen leckte und anfing, an diesem zu knabbern. Er merkte, wie Dracos Atmung immer schneller wurde. Sein Griff verengte sich und als er begann, sich auf die Eichel zu konzentrieren, zuckte Draco plötzlich zusammen, bevor er, sich ein lautes Stöhnen verkneifend, durch Harrys Hand kam. Durch halbgeöffnete Augen sah er zu ihm, blickte dann aber verschämt weg. Harry schmunzelte.
„Aha. Bei mir verziehst du keine Miene, aber wenn ich dich zum Kommen bringe, ist dir das peinlich.“ Harry griff sich eine Packung Taschentücher, die auf dem Nachttisch stand und wischte erst Dracos Penis sauber und dann schließlich seine eigene Hand. Draco zog sich wieder die Hose hoch, kuschelte sich erneut an Harry, der ihn sofort in die Arme schloss und seine weißblonden Haare mit Küssen bedachte.
„Du bist heute so anhänglich.“, merkte Draco mit einem Lächeln auf den Lippen an.
„Mhm.“, machte er nur, seine Nase in die weichen, blonden Haare vergrabend, die ausnahmsweise kein Gel drinnen hatten. Harry war es lieber, wenn Draco seine Haare frei von jeglichem Gel ließ, da sie dann so weich waren, fast wie teurer Kaschmirstoff. Allerdings schien er auch seine Haare wachsen zu lassen, was die Benutzung von Gel wohl auch beschwert hätte. Er stellte ihn sich mit langen, blonden Haaren vor – wie auch sein Vater sie hatte, und er musste zugeben, dass ihm die Vorstellung sehr zusagte. Mit einer Hand fuhr er durch die weißblonden Haare, die ihm bis zur Mitte seines schmalen Halses gingen, ihm teilweise ins Gesicht fielen, wenn er sie nicht nach hinten kämmte. Harry gefiel der Anblick, wenn Dracos Haare etwas zerzaust waren, ihm Haare abstanden oder ihm welche in seine hohe Stirn fielen. Es nahm ihm die Strenge, die er zuvor immer ausgestrahlt hatte. Glücklich, fast euphorisch, drückte er den Körper an sich und bedachte ihn mit weiteren Küssen, dass Draco irgendwann anfing, zu meckern.
„Ah, das wird langsam zu viel. Harry!“, gab Draco von sich und versuchte ihn etwas wegzudrücken, was Harry nicht zuließ. Stattdessen drückte er ihn noch näher an sich und gab ihm mehrere Küsse in der Nähe seines Ohres, dass er das laute ‚Schmack‘ hören konnte. Draco zuckte dabei zusammen und fing an zu kichern. „Lass das, das kitzelt langsam.“
„Nein, ich will dich ganz, ganz, gaaaanz fest in meinen Armen halten und nie wieder loslassen.“, sagte Harry fast schon amüsiert.
„Das ist irgendwie süß – ist irgendetwas los?“ Harry schüttelte den Kopf, spürte seinen Herzschlag, der allmählich begann, schneller zu werden. Er schluckte, als sein Gesicht etwas wärmer wurde.
„Ich liebe dich einfach sehr und möchte dich deswegen gerne halten, ist das verboten?“
„Natürlich ist das nicht verboten, du Vollsp – warte, was? Was hast du da eben gesagt?“
„Dass ich dich gerne halten möchte?“, stellte sich Harry dumm, grinste dabei.
„Nein, das andere!“
„Ob es verboten ist?“ Er grinste immer breiter.
„Nein! Das ganz am Anfang!“ Draco drehte seinen Kopf, dass er Harry direkt ins Gesicht sehen konnte, schluckte und sah ihn erwartungsvoll an.
„Ich liebe dich.“, wiederholte er dann ganz ruhig, ohne seinen Blick von den grauen Augen abzuwenden, die sich, kaum hatte er die Worte ausgesprochen, weiteten. Ein Lächeln zeichnete sich auf Dracos Lippen ab. Er setzte zu einem Kuss an, der sofort erwidert wurde. Harry öffnete wieder seine Augen, als er merkte, wie Draco anfing zu schluchzen. Den Kuss lösend, legte er seine großen Hände auf die vergleichsweisen kleinen Schultern des anderen.
„Ich liebe dich, du blöder Idiot.“
„Muss man denn da gleich beleidigend werden?“, fragte Harry fast schon neckisch. Dracos Arme legten sich um Harrys Hals. Er küsste ihn wieder, wobei diese Küsse sehr flüchtig waren, da Dracos Unterlippe zitterte.
„Komm, es ist gut, ja?“ Zärtlich begann er, über Dracos Rücken zu streicheln.
„Mir ist klar geworden, dass ich du mir wirklich sehr wichtig geworden bist, Draco. Das meine ich ernst. Also bitte, hör auf zu weinen. Ich sehe dich ungern weinen. Ich liebe dich. Komm, das ist etwas Schönes.“, versuchte Harry den anderen aufzubauen, welcher daraufhin den Kopf schüttelte.
„Ich weine nicht, weil ich traurig bin, sondern weil ich glücklich bin.“
„Okay.“ Weiterhin streichelte er diesen schlanken Rücken, der unter ihm zitterte. Mit Draco Malfoy in den Armen und dessen angenehmen Geruch in der Nase, hatte er seit Sirius‘ Tod das erste Mal das Gefühl, wirklich zuhause angekommen zu sein.
„Ich lass mir was einfallen, ja? Ich will das hier nicht länger geheim halten, Draco.“ Draco nickte und gab ihm wieder einen kurzen Kuss.
„Was machen wir morgen?“, fragte Harry, woraufhin Draco irritiert stutzte. Dann schien es ihm einzufallen, was sein Freund meinte. „Silvester? Äh – gute Frage.“
„Was haben denn die Slytherins sonst immer zu Silvester gemacht?“ Draco schürzte die Lippe und sah nachdenklich an die Decke.
„Wenn wir alle da waren – und wir haben uns bemüht, wenigstens zu Neujahr da zu sein – dann haben wir einfach in unseren Pyjamas getrunken und Trinkspiele gespielt. Pansy war bei ‚Ich-hab-noch-nie‘ immer als erste betrunken.“ Er lachte kurz auf.
„Wirklich? Die Slytherin, teilweise aus sehr reichen Schnöseln bestehend, verbringen Silvester damit, sich im Pyjama zu betrinken? Ich hätte jetzt mit großen Events gerechnet.“
„Ja, aber guck mal, wir waren alle minderjährig, auf was für Events hätten wir denn bitte gehen sollen? Das hätte die Schulleitung doch nicht erlaubt. Wir gingen – gehen – ja noch zur Schule. In Zukunft sähe das denke ich anders aus.“ Harry nickte und wollte gerade zu einem Kuss ansetzen, als er ein lautes Räuspern von vor dem Vorhang hörte.

„Ich störe euch ungern, aber Ron sucht dich, Harry.“, kam es von einer Stimme, die eindeutig Seamus gehören musste. Harry seufzte, bedankte sich aber und setzte sich auf, wobei er Draco die Hand reichte und ihn hochzog. Er strich Dracos Haare glatt, bevor er den Vorhang aufzog. „Danke dir, Seamus.“
Dean, der neben ihm stand, blickte kurz zu seinem Partner, welcher daraufhin nickte.
„Wir wollen uns ungern einmischen, wirklich, aber wäre es nicht besser, wenn ihr Ron und den anderen sagen würdet, was zwischen euch ist?“, fragte Dean vorsichtig, wobei Seamus zustimmend nickte. Harry tauschte einen kurzen Blick mit Draco aus, der dann verlegen zu Boden sah. „Ja, ihr habt recht. Wir wissen nur nicht, wie wir das anstellen sollen.“ Dean zuckte mit den Schultern, seine Hände tief in seine Hosentaschen geschoben.
„Wir haben doch auch die Beziehung akzeptiert. Das ist doch lächerlich, sich darüber zu echauffieren. Solang ihr euch nicht gegenseitig wehtut … aber selbst dann …“ Er sah zu Seamus, der das Wort übernahm. „Aber selbst dann wäre es eure Sache. Als Freund kann man Ratschläge geben, aber da sollte es auch enden. Sich über einen neuen Beziehungspartner aufzuregen bringt keinem der Parteien was. Es wird wohl einen Grund geben, warum ausgerechnet ihr beide zusammengekommen seid. Man ist ja nicht dauerhaft um euch herum.“ Dracos Augen weiteten sich. Harry war sich fast sicher, dass er gerührt war, es aber nicht zeigen wollte, weswegen er seine Hand griff und liebevoll drückte.
„Also, Malfoy“, Dean schüttelte den Kopf, korrigierte sich dann selbst, „Draco. Wenn Harry dich mag wird es schon einen Grund geben und wir würden gerne mit dir klarkommen.“ Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, hielt er Draco seine Hand hin. Irritiert nahm er sie, sie schüttelten kurz die Hände und ließen wieder voneinander ab. Anschließend gingen Dean und Seamus zusammen an eines ihrer Betten, woraufhin Harry – schon ahnend, was die beiden geplant hatten – Draco aus dem Zimmer schob. Die beiden traten, etwas Abstand haltend, nacheinander in den Gesellschaftsraum, wo Hermione an ihrem üblichen Platz an dem Tisch, nahe des Kamins, saß. Krummbein lag auf ihrem Schoß, den sie abwesend kraulte, während sie in ihre Bücher sah. Ron, der in ihrer Nähe saß, Pigwidgeon auf seiner Handfläche sitzen hatte und die kleine Eule behutsam kraulte, sah auf. „Da bist du ja. Du musst mir noch das von heute Morgen erklären.“ Er grinste etwas, wurde dennoch etwas rot um die Nasenspitze herum.
Draco sah interessiert zu Harry, setzte sich aber wortlos auf ein Sofa, wo noch sein Buch lag. „Da gibt es nicht zu erklären.“
Ron grinste.
„Ach bitte. Ich dachte, du stündest auf – na ja, du weißt schon – und dann sehe ich dich mit einem Mädchen im Bad rummachen? Harry, du Schwerenöter. Sprich doch mit mir. Es ist okay, hetero zu sein.“ Hermione prustete bei der Aussage, brachte aber nichts zur Konversation bei. Dass sie so gelassen reagierte musste bedeuten, dass Ron ihr nicht erzählt hatte, wen er da nackt umarmt hatte.
„Ich bin nicht het … – ach egal. Ich habe sicher nicht mit Pansy rumgemacht.“ Nun schnellten Dracos, wie auch Hermiones, Köpfe hoch. Beide bedachten ihn mit bösen Blicken, als würden sie ihn am Liebsten anspucken, aber sich zusammenreißen, diesem Impuls nicht nachzugehen. „Seid ihr schon so weit und nennt euch beim Vornamen?“, fragte Ron neckisch, woraufhin Harry sich seufzend durch die Haare strich und dann entschloss, sich neben seinem besten Freund niederzulassen. Er hatte das Gefühl, zu spüren, wie ihn Dracos und Hermiones Blicke durchbohrten. „Vielleicht war Ginny einfach nicht die Richtige? Ich meine, ist zwar schade und als ihr Bruder bin ich nicht begeistert, aber als dein bester Freund kann ich sagen, dass sowas passiert. Wenn du auf Parkinson stehst, ist das vielleicht ungewöhnlich, aber ist okay. Wirklich.“ Er konnte sehen, wie Hermione ihre Augenbrauen hochzog, so hoch, dass er das Gefühl hatte, sie würden jeden Moment im Haaransatz verschwinden. Ebenfalls war er sich sicher, dass Draco ihn am Liebsten mit etwas beworfen hätte.
„Harry. Magst du erklären, wovon Ronald da spricht?“, fragte Hermione, deren linkes Auge verdächtig zuckte.
„Ach, Mione! Ich habe ja erzählt, dass ich heute Morgen gesehen hatte, wie Harry ein Mädchen umarmt hat – splitterfasernackt.“
„Waren beide nackt?“
„Nein, nur sie.“ Hermione lächelte, auch wenn es nicht ehrlich wirkte, da ihre Augen sich keinen Millimeter rührten. Harry sah auf, als er hörte, wie ein Buch lautstark zugeschlagen wurde. Draco legte sein Buch weg und verließ den Gesellschaftsraum durch das Portraitloch. Ihm kurz nachsehend, seufzte Harry.
„Sie war nur duschen, weil das Bad der Mädchen besetzt war und hat vergessen abzuschließen. Ich bin reingeplatzt, als ich pinkeln wollte und dann hat sie mich in ein Gespräch gezogen. Sie wurde traurig, hat angefangen zu weinen und ich habe sie in den Arm genommen. Das war’s. Ich hege keine Gefühle für sie.“, sagte er mehr zu Hermione, als zu Ron, welche dann ihren Blick abwandte. „Warum hat sie geweint?“, fragte das Mädchen leise.
„Liebeskummer.“, war alles, was Harry sagte. Er wollte auch Pansys Vertrauen nicht missbrauchen. Als er sich aufsetzte, konnte er noch ausmachen, wie Hermione sich auf ihre vollen, dunklen Lippen biss und ihren Blick wieder auf ihre Bücher senkte.

„Wo gehst du hin?“, fragte Ron irritiert, der eindeutig noch nicht fertig war, sich mit Harry zu unterhalten. „Zu Luna, sie wollte, dass ich ihr bei irgendetwas helfe.“, log er und eilte zum Portraitloch. Er wusste, dass Luna die Lüge nicht auffliegen lassen würde und stieg aus dem Loch, nach links und rechts schauend. Er eilte einen Korridor entlang, suchte mit seinen Blicken Draco. Kurze Zeit lief er durch die Korridore, stieg mehrere Stockwerke ab, bis er schließlich Draco auf einem Treppenabsatz sitzen sah, den Kopf auf seine Hände gestemmt.
„Ach, da bist du ja.“ Draco blickte kurz auf und nickte dann.
„Warum bist du verschwunden?“
„Ich hatte nicht das Bedürfnis, Weasleys Erzählungen weiterhin zu lauschen.“, gab er zu, ohne Harry eines weiteren Blickes zu würdigen.
„Du weißt, dass ich mit Pansy nicht …?“
„Natürlich weiß ich das. Das würde sie nicht tun. Ich hatte dennoch keine Lust, mir das bildlich vorstellen zu müssen.“
„Ist da sonst noch etwas?“ Auch Draco kaute nervös auf seiner Lippe, hob dann seinen Kopf und blickte Harry direkt in seine Augen.
„Hast du gehört? Wenn du mit Pansy anbändeln würdest, wäre das okay. Was ist dann mit uns beiden? Warum sagst du ihnen dann nicht einfach, dass wir beide zusammen sind? Schämst du dich dafür, mit mir zusammen zu sein?“, zischte Draco. Harry wollte seine Hand auf Dracos Bein legen, wurde aber weggeschlagen. „Fass mich nicht an und beantworte meine Frage.“
„Sei doch bitte nicht so, ich habe doch nichts gemacht.“
Draco sagte nichts, blickte auf die Steintreppen.
„Warum sollte ich mich für dich schämen? Ich liebe dich, du Idiot. Wirklich. Ich liebe dich.“
„Keine Ahnung? Weil ich ein Kerl bin? Ein ‚Ex-Todesser‘? Ihr habt doch sowieso nie gut von mir oder meinen Freunden gedacht!“, entfuhr es Draco.
„Aber ich habe meine Fehler eingesehen, Draco. Reicht es denn nicht, dass ich dich liebe? Was willst du denn noch?“ Draco sah weg; Harry hätte schwören können, dass seine Augen glänzten, als wären ihm jeden Moment die Tränen gekommen.
„Ich will, dass du auch zu deinen Gefühlen stehst.“
„Wir sind vier Tage zusammen und du machst mir bereits eine Szene, Draco.“, beklagte sich Harry.
„Ach, ich mache eine Szene? Ist das so? Entschuldige bitte, dass ich es mir erdreiste, meine Gefühle offen darzulegen. Das war doch das, was du wolltest: Ehrlichkeit.“
„Draco …“ „Du willst mich einfach nicht verstehen, oder?“
„Natürlich will ich dich verstehen.“ Harry wollte diesmal nach Dracos Händen greifen, doch auch diese riss er weg. „Fass mich nicht an!“
„Draco, bitte.“
„Nein! Ich habe auch gebeten und gefleht und hat es dich interessiert? Nein, hat es nicht! Denn der grandiose Harry Potter bekommt alles in den Arsch geschoben, was er sich wünscht!“
„Ist das so? Deswegen habe ich jahrelang fernab jeglicher Liebe eingesperrt in einer kleinen Kammer gelebt, weil ich alles bekomme, was ich mir wünsche?!“, donnerte nun Harry, der sofort bereute, seine Stimme erhoben zu haben. Draco starrte ihn geschockt an. „Du hast … was? Harry?“ Nun war es Harry, der sich abwandte.
„Wenn du eingeschnappt sein willst, bitte! Aber ich habe nicht vor, mich hier mit dir zu streiten, Draco! Ich gehe zurück auf den Turm … und ich wäre sehr froh, wenn du heute Abend wieder mit mir im Bett schlafen würdest. Reg dich meinetwegen ab …“ Mit den Worten setzte sich Harry auf und eilte schnellen Schrittes davon, Dracos Rufe ignorierend.
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