Die Söhne Ragnars und Yrsa

GeschichteAllgemein / P16
Aslaug OC (Own Character) Ragnar Lothbrok
19.01.2019
19.01.2019
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Hallo ihr Lieben! ich freue mich, dass ihr euch hierher verirrt habt. Nun ich habe mich gefragt, was wohl wäre, wenn Ubbe, Hvitserk, Sigurd und Ivar noch eine Schwester hätten. Nun das ist daraus geworden.
Die Geschichte lässt sich keiner Szene aus der Serie zuordnen und auch die Charaktere können nicht ganz der Beschreibung aus der Serie entprechen.
Die Fanfiktion wurde nur von mir und dem Korrekturprogramm durchgelesen. Also es können Fehler drin sein. Legt die Decke des Schweigens drüber, wenn sie nicht irreführend sind. Und nun viel Spaß beim Lesen!

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Yrsa

Ubbe, Hvitserk, Sigurd und Ivar. Das waren sie, meine Brüder. Björn ist mein halb Bruder. Sie alle sind älter als ich. Ich bin Yrsa. Zweite Tochter von Ragnar Lothbrok und erste von Aslaug. Wisst ihr, ich liebe meine Brüder über alles. Sie beschützen mich, obwohl ich durchaus in der Lage bin, mich selber zu verteidigen. Dennoch legt jeder von ihnen Wert darauf.

„Yrsa, hilfst du mir bitte?!“ „Ich komme Mutter!“ Mit schnellen Schritten gehe ich hinein in die große Halle. Wir wollen alles vorbereiten für die Rückkehr meiner Brüder. Viel Zeit bleibt uns nicht, denn sie werden schon bald erwartet. Es dauert sogar gar nicht mehr so lange, wie vermutet, da betritt zuerst Ubbe den Raum. Dicht gefolgt von Hvitserk und Sigurd, die Ivar zwischen sich stützen. Ein grinsen huscht über mein Gesicht und Freudestrahlend renne ich zu ihnen. „Ubbe“, falle ich meinem ältesten Bruder sofort um den Hals. Dann umarme ich auch Hvitserk und Sigurd. Zuletzt wende ich mich Ivar zu. Dieser sitzt auf einem Stuhl und lächelt. Seine Augen verraten mir die Zuneigung, die er für mich verspürt. „Umarmst du mich nicht?“, fragt er und grinst mich an. Aus seinen Augen spricht der Schalk. „Natürlich“, beantworte ich seine Frage und genieße seine Umarmung. Bedingt dadurch, dass Ivar jegliche Knochen in den Beinen fehlen, hat er es gar nicht so leicht, doch er war immer für mich da. Auch in den schwierigsten Zeiten und die ein oder andere Kriese, die ich durchlebt habe. Als ich mich von Ivar gelöst habe, sehe ich freudestrahlend jeden meiner Brüder an. Ich habe sie vermisst. Mit ihnen war einfach immer etwas los in der Halle.

Mit einem Wink bedeute ich den anderen, dass sie sich setzen sollen. Einer der Momente in denen wir uns ohne Worte verstehen. Schweigend beginnen wir zu Essen. Doch ich halte es nicht lange aus und beginne meine Brüder zu fragen, was sie erlebt und gesehen haben. „Wir haben gekämpft. Gegen wilde Tiere und gegen ein kleines Heer, welches versuchte unsere Vorräte zu stehlen“, erzählt Ivar und meine Augen beginnen zu strahlen. Ich liebe die Geschichten über die Kämpfe. „Erzähl Yrsa keine Lügen Ivar. Die einzigen die versuchten unsere Vorräte zu stehlen, waren Tiere auf Futter suche.“, tadelt Ubbe seinen jüngeren Bruder, doch Ivar lässt sich nicht beirren und erzählt mir weiter, wie sie das angestellt haben. Auch wenn es nicht wahr ist, so liebe ich doch seine Geschichten. Das hat er schon früher gerne bei mir getan, wenn ich mal nicht schlafen konnte. Alle anderen hören einfach nur zu oder beginnen ein leises Gespräch mit meiner Mutter. Ich aber bin wie gefangen in der Geschichte, die mein Bruder mir erzählt. „Ivar“, spricht Sigurd uns dazwischen. „Wir müssen noch mit Vater darüber sprechen.“ Ivar erwidert seinen Blick und nickt nur knapp. Auch Hvitserk gibt einen zustimmenden Laur von sich. Dann ist es wieder still. Neugierig sehe ich meine Brüder an. „Worüber müsst ihr mit Vater sprechen?“  „Nichts was dich etwas angeht Yrsa“, antwortet  Hvitserk und lächelt. Ubbe nickt und wendet sich dann unserer Mutter zu, um ihr etwas zu zuflüstern. Diese nickt ebenfalls und blickt dann in die Runde. „Yrsa du wirst beim nächsten Vollmond heiraten.“ Geschockt starre ich meine Mutter an. Die ersten Tränen rinnen über meine Wangen und für einen Moment bin ich erstarrt. Dann stehe ich ruckartig auf und renne in mein Gemach. Dort schmeiße ich mich auf das Bett und beginne hemmungslos zu schluchzen.

Ivar

Wie erstarrt blickt Yrsa unsere Mutter an. Dann beginnen die ersten Tränen über ihr Gesicht zu laufen. Sie steht auf und rennt davon. Ich blicke in die Gesichter meiner Brüder und sehe wie auch sie geschockt über die plötzliche Nachricht unsere Mutter anstarren. Doch sobald Yrsa verschwunden ist wird es laut in der großen Halle. „Mutter, das kann nicht dein ernst sein!“, wirft Ubbe ein und sein Blick verfinstert sich einen kurzen Moment. „Sie ist unsere kleine Schwester. Noch lange nicht bereit für eine Heirat…“, meint Sigurd und Hvitserk wirft ein:“ Weiß Vater davon?“ „Nein. Und er wird sich da auch nicht einmischen. Keiner von euch wird das“, ermahnt uns unsere Mutter und sieht jeden streng an. Ich hingegen erwidere ihren Blick emotionslos. In mir beginnt wieder dieser Sturm zu toben, den ich immer verspüre, wenn mir etwas nicht passt. Ein kurzer Blick zu meinem ältesten Bruder und ich rutsche vom Stuhl um mich auf dem Weg zu meiner Schwester zu machen.“ Wo willst du hin Ivar?“, fragt mich meine Mutter mit scharfen Unterton. „Zu ihr. Sehen wie es ihr geht und für sie da sein, wie es ein Bruder, eine Familie es tun sollte.“ Ohne noch weiter auf sie zu achten gehe ich meines Weges.

Sie lief in Richtung Schlafgemächer, also gehe ich mal davon aus, sie dort zu finden. Und ich liege richtig. Ich vernehme ihr schluchzen und nähere mich ihrem Zimmer. „Yrsa?“, flüstere ich und betrete ihr Zimmer um zu ihrem Bett zu gelangen. „Yrsa ich bin es Ivar…“ Verweint sieht Yrsa mir in die Augen. Ich ziehe mich an ihrem Bett hoch, sodass ich neben ihr sitze. „Möchtest du reden?“, versuche ich sie leise zu locken, doch statt zu antworten beginnt sie nur erneut zu weinen. Ich entschließe mich, komplett auf dem Bett zu sitzen, um sie an mich zu ziehen und sie einfach nur zu halten. Aus Erfahrung weiß ich, dass es sie irgendwann beruhigt. Und wenn sie sich beruhigt hat, können wir offen über etwas sprechen. Also warte ich einfach ab. Nach einer Weile flüstert Yrsa: „Danke…“ Verständnislos sehe ich sie an. „Wofür bedankst du dich? Du weißt, dass es das mindeste ist, was ich als Bruder für dich tun kann. Ubbe, Sigurd und Hvitserk teilen meine Meinung, dass es unangebracht ist, dich zu verheiraten. Du solltest selbst wählen können wen du später heiraten möchtest. Und zugegebenermaßen hege ich derzeit gegen Mutter einen großen Groll, dafür, dass sie dir das antun will“, flüster ich und streiche ihr beruhigend über den Rücken. Mit jeder Minute spüre ich, wie sich ihr Körper mehr und mehr entspannt.

Ein leises klopfen stört unsere Zweisamkeit. Ubbe, Sigurd und Hvitserk betreten den Raum und setzten sich einfach nur stumm zu uns. Gemeinsam sitzen wir nun also in diesem Zimmer bei Yrsa um sie zu unterstützen. „Morgen sollst du ihn kennen lernen“, flüstert Ubbe und sieht unsere Schwester an.  „Wir werden dich begleiten, wenn du es möchtest“, ergänzt Hvitserk und Sigurd bestätigt dies mit einem nicken. Auch ich nicke. Solange ich nicht weiß wer es ist, würde ich sie ungerne mit einem Mann alleine lassen. „Ist gut…Ich werde so oder so nicht mein Schicksal ändern können…“ In ihrer Stimme klingt die Bitterkeit heraus. Vorsichtig drücke ich sie an mich. So leise wie es mir möglich ist flüster ich in ihr Ohr: „Tut er dir etwas an, bring ich ihn um Schwesterchen.“ Das lässt sie kurz lächeln. Dann senken sich ihre Mundwinkel erneut. „Ich hasse sie“, sagt Yrsa nach einem Moment des Schweigens. Sowohl ich als auch meine Brüder sehen sie an. Sigurd schluckt kurz. Er ist zwar auch nicht besonders begeistert von seiner Mutter, aber so würde er nie über sie sprechen. „Du musst nicht so…“ „Du wirst nichts daran ändern Ubbe. Ich weiß jetzt wenigstens wie wichtig ich ihr bin.“ Der bittere Unterton ist nicht zu überhören. Ich habe sie schon oft wütend oder verzweifelt erlebt, doch nie so wie heute. Ich blicke meine Brüder an. Jeder von ihnen versteht, dass niemand jetzt etwas sagen sollte, was sie nicht hören möchte. In dieser Hinsicht ist sie so wie ich. Wenn sie etwas stört und sie sauer ist, dann könnte sie blindlings töten. „Ich muss meine Wut unter Kontrolle bringen, sonst stirbt womöglich heute noch jemand. Ein grinsen huscht über unsere Gesichter.

Mit der Hilfe von Hvitserk und Sigurd gehen wir alle nach draußen zu einem Waldstück, nicht weit von uns entfernt. Ich drücke meiner Schwester das Schwert in die Hand und sitze selber auf dem Baumstumpf. „Nun wer soll anfangen?“, frage ich und Blicke in die Runde. Ohne ein Wort beginnt Ubbe Yrsa anzugreifen. Diese pariert den nicht kommen gesehenen Schlag nur Knapp und geht direkt zum Angriff über.  Interessiert beobachte ich die beiden und bin doch verwundert darüber wie gut und präzise Yrsa kämpft. Wenige Schläge weiter beginnt Hvitserk mit zu kämpfen. Yrsa steht alleine da. In ihrem Blick sehe ich das gefährliche funkeln. Mit jedem Mann mehr, wird ihre Aufmerksamkeit noch schärfer, ihre Schläge Präziser und ihre Angriffe tödlicher. Mit einem Lächeln im Gesicht beobachte ich die drei. Dann spanne ich einen Pfeil in den Bogen und richte ihn auf die Kämpfer. Mein Ziel: meine Schwester. Und ich hätte sie getroffen, wäre ihre Reaktion nicht so unfassbar schnell, dass sie den Pfeil mit dem Schwert abgewendet hätte. Bevor ich mich auch nur versehe, liegt mir mein eigenes Schwert an der Kehle.

Ich kann nicht anders als zu lächeln. In mir breitet sich eine Wärme aus, die ich nur selten erlebe. „Hast du weiter trainiert seit dem letzten Mal Yrsa?“, fragt Sigurd und sieht sie interessiert an. Meine kleine Schwester nickt nur und erwidert das lächeln. „Manchmal mit Vater oft aber mit anderen Kämpfern“, erwidert sie die Frage und setzt sich neben den Baumstumpf, auf dem ich sitze. Ubbe gießt uns etwas zu trinken ein und wir Stoße an. „Schwesterherz, würdest du mir die Ehre erwiesen und ebenfalls gegen mich Kämpfen?“, frage ich. Daraufhin blickt sie mich nur an und nickt kurz. „Welche Waffe?“ „Schwert.“ Yrsa reicht mir das meine und hält die Hand auf. „Ubbe“, sagt sie nur. Dieser gibt ihr sein Schwert. In einer geschmeidigen Bewegung steht sie auf und richtet das Schwert auf meinen Kehlkopf. Zugleich nutze ich die Chance um sie an der Seite anzugreifen. Flink wie sie ist, sieht sie meine Absicht kommen, pariert und greift an. Erneut tritt dieses Lodern in ihren Augen. Und mit derselben Intensität wie zuvor Kämpft sie nun gegen mich. Doch so oft ich auch glaube eine Möglichkeit zu sehen, zu siegen, so oft werde ich enttäuscht.  Es kommt zu einem gleichstand und wir beschließen stumm, es dabei zu belassen. Beinahe gleichzeitig legen wir die Schwerter nieder und Yrsa setzt sich wieder neben mich. Sie lächelt sanft und schon zum zweiten Mal überkommt mich diese Wärme. Ein Gefühl, was mir sonst fremd ist.

Yrsa

Als ich erneut neben Ivar sitze spüre ich einen Anflug von Erschöpfung. Ich ignoriere diesen dennoch und trinke aus meinem Becher. Der Kampf mit meinen Brüdern hat mich durchaus gefordert, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht. In mir erwachte der Kampfgeist und ich wollte fast nur noch töten. Als ich gegen Ivar kämpfte spürte ich sofort,  dass er auf der Hut war und um die Gefahr, die in diesem Augenblick von mir ausging, bewusst war. Auch ich wusste, dass er gefährlich war. So oft habe ich ihn kämpfen sehen und seine Art genau studiert. Bevor er wusste wie er angreifen würde, habe ich eben diese schon geahnt, sogar darauf angespielt um ihn zu Besiegen. „Es wird dunkel“, stelle ich fest und sehe nach oben. „Stimmt“, nickt Ubbe und nimmt sein Schwert: „Ich würde Vorschlagen, wir machen uns auf dem Weg nach Hause.“ Alle stimmen zu. Hvitserk und Sigurd helfen Ivar und ich gehe mit Ubbe voran.  Den Weg über schweigen wir und erst in der Halle sprechen wir erneut ein Wort. Ehrlich gesagt duftet es geradezu herrlich nach Essen und ich spüre wie mein Magen knurrt. Also setzen wir uns und beginnen Augenblicklich zu speisen. Wohl in der Zeit, als wir nicht da waren ist auch Vater wieder gekommen. Meine Brüder unterhalten sich rege, während ich nur daneben sitze. Mit meiner Mutter rede ich kein Wort.

„Was ist los Yrsa?“, fragt Vater mich. Ich schüttele den Kopf und sehe weg. Stattdessen antwortet Ubbe: „Yrsa soll Heiraten.“ „Ist das wahr?“ Ich blicke wieder zu ihm und sehe, wie er eine Augenbraue hoch zieht. „Wessen Idee war das?“ Natürlich schweigt meine Mutter, doch mein Vater scheint trotzdem zu Verstehen. Er brummt nur, doch sein Blick sagt deutlich was er davon hält. Nämlich gar nichts. Mein Bruder Ivar dreht sich zu mir und flüstert mir ins Ohr: „Ich glaube du könntest davon kommen, wenn Vater spricht. Immerhin bleibt die letzte Entscheidung bei ihm. Vor allem jetzt, da er davon weiß. Und selbst wenn es nichts bringen sollte, ich beschütz dich Yrsa. Ich werde dich immer beschützen.“ Ich muss unwillkürlich lächeln und sehe meinen Bruder an. „Danke“, hauche ich nur und wende mich dem essen zu.

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