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Winterwunder (OS)

OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P16
Alex Standall
19.01.2019
19.01.2019
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hallo und herzlich willkommen :)
ich hab mich seit ewigkeiten mal wieder an den computer gesetzt.
Viviane-Skywalker  hat mich zu einem projekt „eingeladen.“
jeder sucht sich 5-10 worte und ihr wunschpairing aus einer
zusammen abgesprochenen rubrik aus und los gings.
Liebe vivi, ich hoffe dir gefällt was ich daraus gemacht habe. ♥
und euch anderen auch! :-) viel spaß.


Der Eisenhowerpark in Crestmont lag in vollkommener Stille da. Die Spielgeräte, Klettergerüste und Bänke waren von einer leichten Schneeschicht überzogen, die unter den Strahlen der aufgehenden Sonne langsam zu tauen begann. Es war ein fast schon magischer Anblick; die glitzernden Tropfen, in denen sich das Licht brach und das Schimmern des Schnees auf den metallischen Gerätschaften. Es war eine Schande diesen Anblick zu verpassen und doch waren in den meisten Häusern die Rollläden nach unten gelassen und die Lichter gelöscht. Lediglich ein paar Leute hatten sich in Winterjacken, Schals und Mützen eingehüllt und ihr aufgewärmtes Zuhause verlassen um wenigstens ein wenig von dem kleinen Winterwunder mitzubekommen. Alex Standall und seine Familie waren einige dieser Menschen. Das Knirschen unter ihren Schuhen verwandelte sich langsam aber sicher in ein eher klatschendes Geräusch, welches die kleinen Schneepfützen auslösten, doch nicht einmal die kalte Nässe konnte Alex diesen Morgen versauen. Er genoss den leichten Wind, der um sein mittlerweile ziemlich eingefrorenes Gesicht wehte und verstärkte den lockeren Griff seiner Finger um die seiner Frau.

Chloé lächelte und strich sich mit der freien Hand einer ihrer blonden Haarsträhnen aus dem Gesicht. Sie stopfte sie zurück unter ihre Mütze, was sich auf Grund der dicken Handschuhe etwas schwierig gestaltete. Alex Mundwinkel zuckten obgleich diesem Anblick und ein zärtliches, zufriedenes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Was ist?“, fragte Chloé vorsichtig. Sie kniff die Augen zusammen. „Sehe ich sehr bescheuert aus?“

Alex lachte und schüttelte leicht den Kopf. „Du bist wunderschön. Das weißt du doch.“

Verlegen senkte seine Frau den Blick. „Charmeur.“

„Ich sage nur die Wahrheit.“

„Charmeur.“, wiederholte Chloé mit einem Schmunzeln in der Stimme, bevor sie mit einem Blick zur Seite ernst wurde. „Lass deinen Bruder los, Amelia!“ Sie löste ihre Hand aus der von Alex und spurtete mit schnellen Schritten auf das blonde Kleinkind zu, dessen kleine Faust sich fest in der Jacke ihres Bruders festklammerte. Ihre blauen Augen weiteten sich, als ihre Mutter auf sie zugestürzt kam, aber sie löste ihre Finger trotzdem nicht. Mit ihren drei Jahren konnte sie nicht genügend Verständnis dafür aufbringen was genau sie gerade falsch machte und das schrille Kreischen des dunkelblonden Jungen schien sie nicht besonders zu beeindrucken.

„Mommy – Amelia nur spielen will mit Toby!“

Chloé schälte sich aus ihren Handschuhen und löste den Griff ihrer Tochter vorsichtig, aber bestimmt. „Das kannst du auch, aber nur solange dein Bruder auch möchte.“, erklärte sie.

Amelia pustete ihre Wangen auf und sah beleidigt auf ihre Hände. „Toby zuerst geärgert, Mommy. Guck.“ Sie drehte sich um zeigte auf einen kleinen nassen Fleck an ihrer Jacke. „Schnee geschmissen!“

Toby, der endlich aufgehört hatte zu schreien, schnappte nach Luft. Er war deutlich größer als seine Schwester und überragte sie um fast zwei Köpfe. Noch ein Jahr, dann würde er bereits zur Schule kommen, was in Chloé ein leicht wehmütiges Gefühl auslöste, was sie versuchte sofort wieder zur Seite zu schieben. Bis dahin würden sie ihre Familienzeit in vollen Zügen genießen.

„Das war doch nur Spaß“ Der Fünfjährige rollte mit den Augen. „Ich..“, setzte Toby an, aber Alex, der nun ebenfalls zu ihnen gestoßen war, unterbrach ihn mit einer kurzen Handbewegung. Auf Grund seiner Verletzung humpelte er immer noch, aber zumindest brauchte er den Gehstock nur noch selten.

„Heute wird nicht gestritten. Darauf haben wir uns doch geeinigt, oder?“

Sein Sohn nickte, während Amelia immer noch beleidigt drein schaute. Es würde nicht lange dauern und die sie würden sich beide wieder ein gekriegt haben. Kleine Streits waren nicht selten, aber meistens schnell wieder vergessen.

Alex rückte das rosafarbene Stirnband auf Amelias Stirn gerade und entlockte ihr ein kleines glockenähnliches Lachen, ehe sie losrannte. Chloé legte ihre Hand wieder in die ihres Mannes und einen Augenblick standen sie einfach nur da. Sie beobachteten ihre Kinder, die wie erwartet wieder lachend, durch die immer dünner werdende Schneedecke rannten und obwohl sie nicht darüber sprachen, spürten sie beide in diesem Moment das gleiche. Geborgenheit, bei dem jeweils anderen und bei ihren Kindern. Und Liebe. Unendlich viel Liebe.

°

Wenige Stunden später – die Dunkelheit hatte sich über die Stadt gelegt, saßen sie zusammen im Wohnzimmer ihres Hauses, ihre beiden Kinder neben ihnen. Die beiden Geschwister hatten es sich unter einer Decke aneinander gekuschelt auf dem alten Ohrensessel von Chloés Vater bequem gemacht und nippten vorsichtig an ihrer heißen Schokolade, während Alex und Chloé auf dem Sofa ausgestreckt da lagen. Ganz leise konnten sie hören wie der Schneeregen gegen die Scheiben schlug und das Kaminfeuer prasselte und knackte im Hintergrund und übertönte dabei fast die leisen Stimmen des Kinderfilmes, der im Fernseher lief.

„Alles in Ordnung?“, flüsterte Alex. Er strich mit seinen Lippen über die Haare seiner Frau.

„Ja. Jetzt gerade schon.“ Sie sah auf, gab ihm einen flüchtigen Kuss auf den Mund und kuschelte sich dann wieder an seine Schulter. Ihre Haare hatte sie zu einem Knoten nach oben gebunden und nur vereinzelte Strähnen fielen heraus. Sie kitzelten ihn am Hals, aber beschwerte sich nicht, sondern genoss es, wie friedlich und zufrieden Chloé aussah.

Alex unterdrückte den Gedanken an die Vergangenheit. Es war immer noch schwierig für Chloé alles hinter sich zu lassen, was sie durchmachen musste. Den Schmerz abzuschalten und glücklich zu sein, trotz allem was passiert war. Bryce hatte ihr ein Stück von sich selbst genommen und es unwiderruflich zerstört. Meistens schaffte es Alex diese Lücke in ihrem Inneren zu füllen, aber eben nicht immer. Er ertappte sie immer noch dabei, wie sie zusammen zuckte, wenn er zu schnell die Hand hob oder wie sie völlig weggetreten in die Luft starrte, mit den Tränen in den Augen, als hätte sie gerade in dem Moment eine furchtbare Nachricht erhalten. Am Anfang hatte er dann die Verzweiflung gespürt, weil er nichts tun konnte um all das rückgängig zu machen. Er konnte ihr nicht helfen die Vergewaltigung aus ihrem Gedächtnis zu verbannen und fühlte sich in diesen Momenten vollkommen machtlos. Nach all den Jahren wusste er jedoch ganz genau wie stark seine Frau war und wie sehr er sich darauf verlassen konnte, wenn sie ihm versicherte wirklich klar zu kommen. Er musste sich keine Sorgen machen, dass sie durchdrehte und etwas tat, was sie damals alle bereits erlebt hatten und dessen Auswirkungen sie den Rest ihres Lebens mit sich herum tragen mussten. Hannahs Selbstmord war ein schreckliches Erlebnis gewesen und Alex war froh, dass er sich bei Chloé um so etwas keine Sorgen zu machen brauchte. Dennoch - Er liebte sie. So sehr, dass es in einigen Momenten fast schon weh tat und deswegen hasste er Bryce dafür, dass er ihr jemals weh getan hatte. Als es mit ihnen angefangen hatte, hatte er mehrfach in dessen Gegenwart die Beherrschung verloren, weswegen alle froh waren, dass Bryce die Stadt nach der Schule verlassen hatte um aufs Collage zu gehen und seitdem nie wieder gekommen war.

„Woran denkst du, Liebling?“ Chloé hatte sich aufgesetzt und stützte ihren Kopf nun auf ihren Händen ab. Er hatte gar nicht gemerkt, dass der Film bereits zu Ende war. Sein Nacken tat weh, so regungslos und angespannt hatte er bei den Erinnerungen da gesessen.

„An nichts.“ Alex versuchte sich an einem Lächeln. „Bist du müde?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein.“, flüsterte sie. „Ich bin glücklich. Am liebsten würde ich die Zeit anhalten und diesen Tag nicht enden lassen.“

Alex wusste was sie meinte. „Es war ein schöner Tag.“

Seufzend nickte Chloé. „Du warst toll mit den Kindern.“

„Man tut was man kann.“ Er grinste.

„Apropos Kinder.“ Chloé legte den Kopf ein Stück zur Seite und gab den Blick auf die beiden schlafenden Geschwister frei. „Zeit für die Beiden ins Bett zu kommen, würde ich sagen.“

°

Oberkörperfrei ließ sich Alex auf ihr gemeinsames Bett fallen. Er rollte sich auf die Seite, stützte beide Hände neben dem Kopf von Chloé ab und senkte seinen Kopf so tief, dass er den Atem seiner Frau auf seinem Gesicht spüren konnte.

„Was tust du denn?“ Lachend drückte sich Chloé tiefer ins Kissen. „Ich lese, du Idiot!“

Alex schnaubte. „Tz. Lesen. Mir würden da wesentlich bessere Sachen einfallen, die man im Bett machen kann.“

„Alex!“

Der Braunhaarige grinste breit. Er ignorierte den empörten Gesichtsausdruck seiner Frau, drückte seine Lippen in ihre Hals beuge und strich mit ihnen an ihrer Haut entlang. Er spürte deutlich wie sich eine Gänsehaut auf ihrer Haut ausbreitete, was ihn nur bestärkte. Lächelnd arbeitete er sich zu ihrem Mund hervor, presste seine Lippen auf ihre, während er mit einer Hand an ihrer Taille entlang strich. Leise keuchend streckte Chloé sich ihm entgegen. Sie grub ihre Hände in seine Haare und zog ihn näher an sich heran. Ihre Zunge strich an seinen Lippen entlang. Das Buch fiel mit einem leisen Poltern zu Boden, als Alex ihr Oberteil über den Kopf zog, aber weder er noch sie bekamen davon etwas mit. Das hier war alles. Er und Sie. Zusammen.

°

Es war ein milder Morgen, als Amelia ins Zimmer stürzte und an Alex Jackenärmel riss.

„Daddy muss mitkommen.“

Alex zog eine Augenbraue hoch. „Wohin, Spatz?“

„Mommy!“ Sie sah ihn mit geweiteten Augen ängstlich an, was Alex sofort beunruhigte. Er nahm seine Tochter auf den Arm und hechtete die Treppen nach unten. Es war ein komisches Gefühl. Als hätte sich etwas unsichtbares um seinen Brustkorb gelegt und erschwerte ihm nun das Atmen. Immer wieder wiederholte er; „Was ist mit Mommy?“, aber Amelia schien ihn gar nicht zu hören. Sie zeigte nur auf die Gartentür und zog hektisch an seiner Kapuze, als würde das ihn dazu antreiben schneller zu laufen. Mehrfach rief er den Namen seiner Frau, aber er bekam keine Antwort. Es kam ihm so vor, als hätte es mehrere Stunden gedauert, bis er endlich durch die Glastür nach draußen trat. Er stellte Amelia wieder auf ihre eigenen Füße. Chloé saß auf den Stufen der kleinen Treppe, die nach unten in den Garten führte – das Gesicht in den Händen vergraben und obwohl er ihr nicht in die Augen sehen konnte, wusste er das sie weinte.

„Amelia. Guck doch mal für Daddy nach ob bei Toby alles in Ordnung ist, ok? Ich komme gleich zu euch.“

Seine Tochter nickte, blieb aber noch einen Moment stehen, als wüsste sie nicht ob sie wirklich gehen sollte. Erst als Alex ihr zu lächelte und sich Chloé näherte, hörte er ihre trippelnden Schritte auf dem Holzboden und schließlich das Schließen der Tür hinter sich.

„Babe.“, sagte er sanft. Er legte ihr vorsichtig eine Hand auf den Rücken und setzte sich neben sie. Es war ein bisschen umständlich, weil sein Bein immer noch nicht ganz das tat, was er wollte, aber es gelang ihm dennoch. „Hey.. Was ist denn los?“

Chloé schniefte und auf sah auf. Sie hielt etwas fest umklammert, aber Alex konnte nicht erkennen um was es sich dabei handelte.

„Ich war heute beim Arzt.“

Sein Herz begann zu rasen. „Chloé...“

„Ich bin nicht krank, keine Sorge.“

Alex atmete hörbar erleichtert aus. „Aber wieso weinst du dann?“

Chloé wischte sich mit der freien Hand über die Wange. Sie holte tief Luft, ehe sie die andere ausstreckte und ihm das reichte, was er bis eben angestrengt versucht hatte zu erkennen. Es war ein Ultraschallbild.

Fragend zog er die Stirn in Falten, ehe sein Gehirn begriff was los war. „Du bist schwanger.“, sagte er schlicht. Seine Stimme zitterte leicht.

Chloé nickte. „Ich hab mich schon eine ganze Weile komisch gefühlt, aber ich dachte das liegt an dem Wetterumschwung und an dem Stress weil Amelia in den Kindergarten kommt.“ Sie atmete durch die Zähne scharf ein und plapperte weiter; „Aber dann hab ich bemerkt, dass ich überfällig bin und das passiert mir nie! Also hab ich einen Test gemacht und der war positiv. Ich bin sofort zum Arzt und er hat es bestätigt.“ Sie sah auf das Ultraschallbild und begann erneut zu weinen. „Es tut mir so leid, Alex. Ich weiß das passt überhaupt nicht.“

„Ssshh.“ Alex unterbrach sie, indem er ihr einen Finger auf die Lippen legte. Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln. „Hör auf, Babe. Hör sofort auf. Du bist schwanger.“ Er küsste sie überschwänglich und zog sie in seine Arme. „Das ist keine schlechte Nachricht. Das ist toll.“

„Was?“, fragte Chloé völlig verdattert.

„Ich liebe dich, du unfassbar blöde, wunderschöne Frau. Und ich werde dich immer lieben, hörst du? Nichts könnte mich glücklicher machen als unsere Familie. Und dieses Kind..“ Er machte eine Pause und legte ihr eine Hand auf den Bauch. „Dieses Kind gehört zu uns.“

„Wirklich?“

„Natürlich.“ Alex lachte auf und lehnte sich nach vorne. Er legte sanft seine Lippen auf ihre Stirn.

°

Wochen später stand Chloé in dem gestrichenen Kinderzimmer. Die Wände in einem warmen Sonnenblumengelb gestrichen, während es draußen schneite und die Welt wieder in weiß getaucht wurde. Sie sah aus dem Fenster dabei zu wie Alex mit Toby und Amelia Schneekugeln für einen Schneemann rollte. Über dramatisch ließ er sich zwischendurch in den Schnee fallen und von Amelia einseifen. Ihr Lachen konnte Chloé durch das geschlossene Fenster hören. All die Sorgen und Verlustängste hatten sich als vollkommen unnötig herausgestellt. Ihre Schwangerschaft lief reibungslos.

An ihrer Hand, die behutsam über ihren langsam wachsenden Bauch strich, konnte sie die kleinen Füße spüren, die wild um sich traten. Chloé konnte es spüren, mit jeder Faser ihres Körpers. Alles würde irgendwie gut werden, denn;

Sie waren eine Familie. Sie alle. Und das würden sie immer sein.

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das wars! familien/kinder finde ich persönlich total schwer
zu schreiben, weshalb es vielleicht nicht perfekt ist, aber ich hoffe es gefällt euch :-)
und wie immer bei mir: noch ein gif. alex standall ♥
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