Kizuna

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16
Daniel "Dan" Kuso Marucho Marukuro OC (Own Character) Shun Kazami
18.01.2019
29.03.2019
5
19271
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Mit erhobenem Kopf schritt das Mädchen aus dem Schloss heraus. Sehr darauf geachtet den ernsten und strengen Blick aufrecht zu erhalten, während sie innerhalb des Schlosses durch lief. Doch als sie aus den großen Toren schritt war es so, als ob man an Lunea einen Schalter umlegte und sie ihre einst erhobene Haltung gänzlich aufgab, während ein tiefer Seufzer aus ihrem Mund entfloh. Ihre rechte Hand auf ihre linke Brust drückend, weichte die gesammelte Anspannung aus ihrem Körper heraus und nuschelte leise vor sich hin: „Das hätte alles vollkommen anders laufen können. Aaaaah. Bin ich erleichtert die Audienz endlich hinter mir zu haben.“ Unter ihrem Haar hervor kroch langsam etwas heraus und entfaltete sich prachtvoll vor ihr aus, während es sagte: „Na na. Noch ist alles nicht ganz sicher Lunea.“ Ihre zweifarbigen Augen hebend, blickte sie zu ihrer treusten Partnerin hinauf und nickte langsam. „Du hast recht Val.“, stimmte sie zu und atmete tief ein und streckte sich nach hinten, ehe sie ihre Schultern entspannte und sich wieder nach vorn beugte um die gesammelte kalte Luft wieder warm auszuatmen. „Unsere Aufgabe beginnt erst gerade“, sagte sie mit fester Stimme und sammelte ihre Gedanken noch einmal, bevor sie ihren linken Arm vor ihr Gesicht hob und nach einem bestimmten Kontaktinformation sucht.
Ihre Partnerin kam langsam näher und schaute ihr leicht über den Arm. „Du rufst ihn an?“, fragte sie und hob leicht ihren Kopf. Erneut nickte die Blauhaarige fest und lächelte sanft. „Wenn ich jemanden auf diese wichtige Mission mitnehmen werde, dann jemanden, dem ich blind vertrauen kann.“, stimmte sie also zu und baute den Kontakt zu dieser einen Person auf.
Lange musste Lunea allerdings auch nicht warten, bevor sich die Person am anderen Ende der Leitung den Anruf mit einer sehr heiteren und charmanten Stimme entgegen nahm: „Hallihallöchen. Dillan am Apparat und für jegliche Taten bereit, solange es sich hierbei um ein wunderbares Mädchen handelt.“ Ein leises Kichern unterdrückend begrüßte sie den Braunhaarigen mit: „Es freut mich auch dich zu hören Dillan. Ich weiß es kommt plötzlich, aber darf ich kurz vorbei kommen? Es ist wichtig“ Der Junge mit den grünen Augen schwieg kurz, grinste aber breit auf das projektierte Bild und zeigte ihr den Daumen hoch. „Ach meine kleine Fee, du weißt doch ganz genau, dass du bei mir immer willkommen bist“, sagte er mit sehr viel Elan.
Wie dankbar Lunea doch  für die gute Freundschaft mit Dillan war, obwohl sich viele wohl wunderten wie die beiden überhaupt so gute Freunde werden konnten, wenn die beiden doch so unglaublich unterschiedlich waren. Während Lunea stets darauf achtet die Regeln zu befolgen und sich mit vollem Respekt gegenüber der Königin handelt und ist, so war Dillan ein aufgedrehter Gundalianer, der sich wenige Gedanken darüber machte Damen, egal um wen es sich hierbei handelt, Kompliment nach dem anderen abzulassen und eher als Flirt und Chaot bekannt ist, als wirklich jemanden, den man ernst nehmen sollte. Doch sie hörten weniger auf die Kommentare von den anderen und pflegten weiterhin guten Kontakt mit dem jeweils anderen, waren immer für den anderen da und beide verstanden sich auch ohne große Worte.
„Ich danke dir Dillan. Ich werde mich also gleich zu dir teleportieren lassen. Bis gleich, ja?“, verabschiedete sie sich vorerst von ihm. Mit einem letzten Nicken beendeten sie den Anruf und Lunea tippte die Koordinaten ein. Kurze Zeit später war sie auch schon in Gundalia angekommen und schob ihre blauen, seitlichen Haarsträhnen leicht über ihr rechtes Auge rüber, bevor sie sich auf den Weg zu Dillans Haus machte.

Ein leises Klopfen ertönte, als Lunea gegen die dünne Schicht schlug. Von innen waren leise Schritte zu vernehmen, ehe die dünne Schicht sich zur Seite schob und sie in das altbekannte Gesicht des braunhaarigen Gundalianer hineinblickte. „Willkommen, willkommen in meinem bescheidenem Häuschen, geehrte Dame“, begrüßte Dillan imposant und hieß die Neathianerin mit einer sehr einladenden Geste ins Innere hinein. Lieb Lächelnd schritt sie durch die kleine Schwelle hindurch und folgte dem Gastgeber zum kleinen Tisch in mitten des Raumes, wo schon kleines Gebäck und zwei Tassen aufgestellt waren. Wie immer war der Charmeur auf den angekündigten Besuch vorbereitet. „Fühl dich wie zu Hause“, meinte er und schwang sich regelrecht auf den hinteren Platz des Tisches und deutete mit ausgestrecktem Arm auf den Stuhl vor sich. „Ach Dillan“, war Luneas einzige Reaktion, setzte sich aber wie gewünscht auf den leeren Platz vor ihm und legte ihre Hände auf dem Tisch.
Wie von einem Augenschlag war das sorgenfreie Grinsen aus Dillans Gesicht weggewichen und er beugte sich über den Tisch, während er fest in ihre pinken Augen hineinsah. „Lassen wir das ganze Getue und kommen zu den wichtigeren Sachen“, meinte er und sah ihr leicht sorgenvoll ins Gesicht. „Wo drückt es?“, fragte er mit einer weicheren Stimme. Lunea brach den Blickkontakt ab und sah auf ihre Hände vor ihr. „Die Show ist also zu Ende?“, fragte sie unsicher, worauf Dillan sie mit verengten Augen ansah. „Lunea“, sagte dieser nun mit einem strengem Tonfall. Ihre Finger nun langsam ineinander verschränkend schloss sie langsam ihre Augen und sah in die grünen Augen des Jungen hinein. „Ich weiß zwar nicht unbedingt wie viel du über die Situation in Neathia weißt, aber…“, sie atmete noch einmal tief, bevor sie schließlich auf den Punkt kam: „die heilige Sphere wurde beschmutzt. Der Verdacht liegt auf…“ Lunea wagte es gar nicht auszusprechen, doch Dillan schien schon zu wissen worauf sie hinaus möchte und beendete es für sie also: „Solis.“
Ein stummes Nicken folgte und Dillan lehnte sich langsam wieder zurück in seine Stuhllehne hinter sich. „Ich habe es zwar nur aus Gerüchten gehört, aber anscheinend stimmen sie auch“, murmelte er nun nachdenklich und verschränkte den Kopf. Doch Lunea schien kurz empört aufrufen zu wollen, doch konnte sich noch fangen. Sie wusste das ihr Freund noch nicht fertig war mit Sprechen. „Zumindest mit den Gerüchten in Neathia. Du bist hier weil du die Unschuld von deiner Schwester beweisen möchtest, nicht wahr?“, fragte er mit einem warmen Lächeln. „Würdest du mir denn helfen?“, fragte sie unsicher und sah ihm mit ängstlichen Augen ins Gesicht.
Schweigen umhüllte die Beide, ehe Dillan sich langsam erhob und er mit seiner Hand langsam zu ihrem Gesicht führte. Ihre Wange sanft berührend strich er mit dem Daumen über ihre weiche Haut, während er ihr tief in die pinken Augen blickte. „Du weißt die Antwort Lunea. Musst du da wirklich noch nachfragen?“, raunte er ihr zu und lächelte warm. Doch bevor das Mädchen irgendetwas sagen konnte, verschwand das sorgenvolle Gesicht gänzlich und sein neckisches Grinsen umspielte seine Lippen. „Denn wie kann man einer solch bezaubernden Dame bitte irgendeine Bitte abschlagen“, flirtete er und schenkte ihr ein Zwinkern, bevor er seine Hand wieder zurückzog und sie in seine Hosentasche stopfte.
Leicht verdattert folgte das Mädchen ihn mit den Augen, nicht ganz wissend was hier gerade passiert war, bevor sie ihn einfach nur mit einem schiefen Lächeln ansah und sich ebenfalls aufrichtete. „Ich kann dir nicht genug danken, Dillan“, sagte sie mit beruhigter Stimme, nicht auf die ganze Handlung des Jungens eingehend. „Aber nicht doch. Für meine kleine Fee mache ich doch alles“, sagte er und sah sie erwartungsvoll an. „Und? Wie ist der Plan?“, fragte er interessiert, worauf das Mädchen seine Blicke sofort mied und leise stammelte: „Also… öhm… Ja…“ Ungläubig ließ der Junge seinen ganzen Körper fallen und sah sie dementsprechend an. „Nicht dein Ernst, oder? Du hast keine Ahnung wie du das Ganze anpacken willst?“, fragte er sie direkt und beobachtete, sie sie unsicher mit ihren Zeigefingern spielte und vorsichtig nickte. Dillan fuhr mit einer seiner Hände durch seine zur Seite gekämmten Haare und kratzte sich am Kopf. „Alles klar… Dann müssen wir nun einen Plan erstellen, wie wir nun vorgehen wollen“, murrte er leise, während er in die entschuldigenden Blicke seiner besten Freundin blickte. „Oookay… Was wissen wir alles?“, fragte er also interessiert und verschränkte seine Arme vor der Brust.
Kurz überlegte Lunea und fasste zusammen was sie wusste. „Also laut den Wachen und den Vertretern scheint jemand mit einem unreinem Herzen die heilige Sphere berührt und ihren Gleichgewicht gestört haben.“, meinte sie und grub noch ein wenig mehr hinein: „Der Verdacht wurde anhand dessen ausgesprochen, da Solis sich schon seit einigen Wochen ziemlich auffällig verhalten hatte.“ Leicht schmerzvoll drückte sie ihre Hände an ihre Brust, bevor sie weiter sprach: „Laut den noblen Rittern scheint sie viel aggressiver und verspottend gewesen sein und da es nicht gerade ein Geheimnis war, dass das Band zwischen ihr und mir am bröckeln war, verstärkte es nur den Verdacht auf ihr“ Schnell schüttelte sie ihren Kopf und sprach mit fester Stimme weiter: „Allerdings bin ich mir sicher, dass es Solis nicht gewesen sein kann, weswegen ich ihre Unschuld beweisen möchte.“
Dillan hörte ihr bis zum Ende zu und nickte langsam. „Okay… Was können wir anhand diesen Informationen als nächstes wohl machen?“, murmelte er leise vor sich hin und legte nachdenklich seine Finger an seinen Lippen. „Das… Das weiß ich leider nicht“, gab Lunea unglücklich zu und senkte den Blick zum Boden hinab. Die beiden schwiegen einige Zeit lang, bis Dillan ein Geistesblitz kam. „Hey! Wie wäre es wenn wir nach dem Träger der heiligen Sphere sprechen?“, meinte er schließlich und zeigte mit dem Zeigefinger auf sie. „Träger?“, hinterfragte sie noch einmal, bevor sie verstand, was er eigentlich meinte. „Du meinst den Helden, der sich mit der heiligen Sphere verbinden konnte? Dan Kuso?“, fragte sie nach, worauf er nur wild mit seiner Hand wedelte und bejahte. „Genau, genau. Den! Vielleicht weiß er ja irgendetwas darüber. Immerhin hat sein Bakugan einen Teil der Energie der heiligen Sphere in sich, oder nicht?“, fragte er interessiert.
Auch wenn der Funken nicht sonderlich groß war, doch es gab Lunea leichte Hoffnungen einen Hinweis für die Unschuld ihrer Schwester zu finden. „Na ja… Ein Versuch wäre es auf jeden Fall Wert“, lächelte sie optimistisch und nahm seine Hände in ihre. „Dann lasst uns in die Welt der Menschen reisen und nach Dan Kuso suchen!“, meinte sie enthusiastisch. Ein wenig zögerlich sah er sie an, bevor er in ihren Elan einstimmte und grinste. „Alles klar. Hoffentlich finden wir ihn schnell“, meinte er und sah sich etwas um. „Hast du das gehört Phoe? Wir gehen zur Erde, wo Rem und die anderen schon mal waren“, meinte er, doch eine wirklich große Antwort bekam er nicht. „Ja“, sagte die Stimme und kam zu ihm. „Na dann auf auf“, meinte Dillan und wollte schon losziehen, doch Lunea hielt ihn nochmal auf. „Halt! Ich… ich muss noch einmal zur Königin Fabia und Bericht erstatten“, stoppte sie ihn und sah ihn entschuldigend an. „Musst du das jetzt wirklich?“, fragte er, doch winkte nur mit der Hand ab. „Schon gut, schon gut. Lasst uns also kurz durchrufen“, meinte er und setzte sich ans Gerät. „Außer du empfindest das zu unhöflich gegenüber der Königin, Lunea“, wandte er sich zu seiner Freundin, die kurz zusammen zuckte, aber nur leise nuschelte, dass es schon in Ordnung wäre.
Der Braunhaarige zuckte nur kurz mit den Schultern und stellte die Verbindung zum Königsschloss auf. Nach nicht mal paar Sekunden wurde die Kontaktaufnahme angenommen und das Bild der Königin wurde auf dem Bildschirm gezeigt. „Verzeiht den Anruf aus heiterem Himmel meine Königin“, entschuldigte sich Lunea bei zu ihrer Herrin und verneigte sich ehrwürdig vor ihr nieder. „Aber nicht doch Lunea. Bitte erhebe dich.“, meinte sie mit einem sanften Lächeln auf den Lippen und schien leicht zur Seite zu blicken. „Ich nehme an, du rufst an, um mir mitzuteilen, dass dieser Gundalianer dich auf die Reise zu begleiten, liege ich mit der Annahme korrekt?“, fragte sie und Dillan zwinkerte das königliche Mädchen nur reizend an. „So sieht es aus eure Hoheit“, sang er und legte seiner besten Freundin lässig den Arm um die Schulter. „Denn wenn Lunea Hilfe braucht, bin ich immer an ihrer Seite. Sie müssen sich also nicht um sie besorgt sein“, meinte er mit einer ziemlich selbstsicheren Stimme und zeigte mit der freien Hand auf sich.
Obwohl es Lunea schon ein wenig peinlich ist, dass Dillan leicht zu offen gegenüber der Königin war, so war sie froh ihn an ihre Seite zu haben. Außerdem schien Königin Fabia diese Art der Ansprache nichts zu haben. Im Gegenteil sogar. Sie schmunzelte leicht, während sie sagte: „Dann überlasse ich sie dir Dillan. Bitte kümmere dich gut um sie und kommt heil wieder zurück“ Sofort verneigte sich das Mädchen erneut vor dem Ebenbild der Königin und die Verbindung wurde beendet.
Noch immer das kleinere Mädchen an der Seite, drückte er sie etwas dichter an sich, während er sie interessiert ansah. „Und? Bereit loszuziehen?“, fragte er interessiert, worauf Lunea zu ihm drehte und langsam nickte. „Bereit.“, sagte sie und schob den Arm, welcher noch immer auf ihre Schultern ruhte, von ihr runter. „Na dann bin ich bereit zu sehen wie meine kleine Fee in der menschlichen Form aussehen vermag. Vor allem welche süßen Klamotten du dir dafür ausgesucht hast“, meinte er und ließ sich mit ihr zusammen auf die Erde telepotieren, bevor sie ihm irgendetwas sagen konnte.

Beide wussten, dass ihre Klamotten sich in der Welt der Menschen ändern würden, damit sie in dieser nicht sonderlich groß auffielen mit ihrem anderen Kleidungsstil.
Als Lunea langsam ihre Augen öffnete, bemerkte sie einen leichten Druck auf ihrem rechten Auge, weswegen sie langsam ihre rechte Hand zu dieser führte und vorsichtig mit ihren Fingern den Umriss ihres Auges nachzog. Sie konnte etwas stoffartiges, weiches ertasten. „Eine Augenklappe“, nuschelte sie leise, als sie schon ein lautes Aufseufzen hören konnte. „Welch eine Enttäuschung“, kommentierte der Braunhaarige und sah dem Mädchen direkt ins Gesicht.
Dillan trug nun ein rotes V-Schnitt T-Shirt unter einer weit geöffneten, orangefarbenen Kapuzenjacke mit dunkelgrauem Innenfutter. Diese hing ihm an den Ellbogen herab, was ihn entweder ‚extrem lässig‘, wie es der Träger sagen würde oder extrem komisch aussah, wie sie es nennen würde. Trägt so überhaupt irgendjemand Jacken? Auf jeden Fall trug er an seinen Beinen eine schlichte Jeans und rote Sneakers. „Was meinst du mit Enttäuschung?“, fragte sie und trat langsam näher. „Na… die Augenklappe versperrt mit den Anblick deiner zwei wunderschönen pinken Augen“, beklagte er laut, betrachtete sie aber von Kopf bis Fuß sehr interessiert an. „Davon abgesehen siehst du echt super niedlich aus“, lobte er sie und zeigte ihr den Daumen hoch.
Nun sah sich langsam an sich herab. Um ihrem Hals trug sie einen dünnen, gelben Schal, der einmal um ihren Hals gewickelt war. Ihr Oberteil war in zwei Schichten aufgeteilt. Die obere Schicht ist in einem hellem gelb gehalten, dessen Ärmel ihr bis zu den Ellbogen reichten. Durch den Riss in der Mitte ihres oberen Schicht, konnte man die untere, enganliegende weiße Schicht erkennen. Dazu trug sie eine dunkelgelbe Shorts mit Highknees, weißen Stiefeln. „Danke“, bedankte sie sich leise und sah zufrieden lächelnd wieder auf.
Ihr Blick also von Dillan und von ihr ablösend, sah sie sich in ihrer Umgebung um. Allgemein war die Gegend, in der sie sich teleportiert haben, nicht sonderlich erhellt. Links und rechts waren zwei hohe Wände und sie hatten genügend Platz, sodass sie ohne Probleme nebeneinander hätten gehen können, ehe sie eine Wand berührten. „Wir sollten vielleicht mal etwas aus dieser Gasse gehen“, meinte Dillan, der wie sie auf die gleiche Schlussfolgerung gekommen war. „Und dann sollten wir uns orientieren wo wir hier überhaupt sind.“, fügte sie hinzu und nachdem sie geknobelt haben, in welche der beiden freien Richtungen sie aus der Gasse gehen wollten, standen sie schon stark erhellt inmitten einer sehr belebten Straße mit vielen Passanten.
Von der großen Änderung überrumpelt, stolperte Lunea ein wenig nach hinten, wurde aber tapfer von Dillan gestützt. „Es ist… so anders…“, murmelte sie leise und sah zu den Seiten. Sie konnte kleine Cafés vorfinden, Shops für Kleidung, Schuhe, Accessoires und noch vieles andere. Überall befanden sich kleine Menschenmengen. Sie unterhielten sich, lachten und hatten Spaß. Aber was sie besonders interessierte und überraschte war: Alle Menschen besaßen ihre eigenen Bakuganpartnern.  Hieß das etwa, dass sie in Bakugan Interspace sind? Nein, sie hatten sich auf die Erde teleportieren lassen, also war das unmöglich. Sie schüttelte den Kopf und kam zu dem Ergebnis, dass die Erde nun ebenfalls für jeden ein Bakuganpartner gibt und das es nichts zum Hinterfragen gibt. „Aber dennoch irgendwie ähnlich“, meinte Dillan und trat langsam weiter vor. Langsam nickte sie. „Da hast du recht“, nuschelte sie und stellte sich neben ihn hin. „“ „Bereit diese Stadt auf den Kopf zu stellen?“, fragte er interessiert und schielte zu ihr herab. Auch wenn ihr Herz wie wild schlug und ihr mulmig im Magen wurde, so presste sie ihre Lippen fest zusammen und nickte fest. „Bereit Dillan“, bestätigte sie seine Frage und gingen zusammen durch die Straßen.

Da die beiden wirklich nicht wussten, wie sie überhaupt mit ihrer Suche beginnen sollten, haben sie besprochen, dass sie diese Stadt erst einmal erkunden und nach Hinweisen ihre Augen offen halten wollten. Mehr auf ihre Umgebung achtend, liefen die beiden also durch die Straßen von Bakugan City, wie sie anhand einem Stadtplan absehen konnten. „Wow… alle sind so lebhaft“, meinte Lunea leise vor sich her und wirkte begeistert von der leichten Abweichung ihres eigentlichen Zuhauses. „Und wir fallen nicht auf“, fügte sie hinzu und drehte sich zur Seite.
Sie blinzelte ein wenig und schwieg. Unterbewusst wusste sie, etwas konnte nicht stimmen, wenn es so still war. „Dillan?“, fragte sie laut und sah sich nach ihrem braunhaarigen Kumpel um. Doch war dieser, nicht wie gewöhnlich links hinter ihr, sondern gänzlich von ihrem Blickfeld verschwunden. „Dillan?!“, rief sie nun etwas panisch, während ihr Herz langsam vor Panik höher schlug. „Ihr seid schon einiger Zeit getrennt“, meinte ihr Bakugan ruhig und sah gelassen zu ihr herab. „Wieso sagst du denn nichts Val?“, fragte sie total entgeistert und sah zu ihr herauf. „Ich dachte ihr wolltet euch aufteilen“, meinte sie zu ihrer Verteidigung. „Wie kann das bitte der Plan sein, wenn wir uns hier wirklich überhaupt nicht auskennen?“, fragte sie weiterhin total hilflos und sah sich wild in der Gegend um. „Entschuldige… ich habe auch nicht immer überall meine Augen und Ohren“, meinte sie und seufzte tief. „Sch-Schon gut“, versuchte sie den Streit zu legen und ließ ihren Kopf hängen. „Es war ja nicht dein Fehler“, entschuldigte sie sich somit indirekt, sah langsam wieder auf. „Wie dem auch sei… wir müssen ihn finden, bevor wir uns gar nicht wieder finden!“, meinte sie sofort und drehte sich in die Richtung, aus der sie gerade gekommen ist. ‚W-was wenn ich ihn nicht mehr wiederfinde?‘, fragte sie sich leise in sich selbst und schüttelte wild ihren Kopf, um den negativen Gedankenfluss zu entkommen. ‘Nein! Ich werde ihn wiederfinden. Ich muss ihn wiederfinden!‘, schrie sie in ihren Gedanken und ging selbstbewusst langsam voran, als sie jemand vorsichtig an der Schulter an tippte.
Da Lunea voller Anspannung war, zuckte sie innerlich zusammen und wirbelte herum, jeder Zeit bereit mit ihrem Bakugan Haos Valkyria sich zu verteidigen, als sie in warme, aufmerksame und große blaue Augen hineinsah, die von langen Wimpern umrandet waren. „Sorry. Ich wollte dich nun wirklich nicht erschrecken“, meinte das fremde Mädchen in babyblauen Klamotten entschuldigend, lächelte Lunea aber lieb an und fügte hinzu: „aber du sahst so eben so verloren aus, da wollte ich dich fragen ob dich dir helfen kann“

Der Junge sah in den blauen Himmel hinauf, während er sich mit der rechten Hand am Nacken kratzte und versuchte einen tiefen Seufzer zu unterdrücken. „Wie kam es nun dazu, dass ich meine Fee aus den Augen verloren habe, hm?“, fragte er laut und sah sich zu seinem roten Partner um, der wie immer nur schweigsam neben ihm schwebte. „Hast dich ablenken lassen“, antwortete er nun leise, worauf er nur einen bösen Blick von Dillan bekam. „Hättest nein sagen können“, entgegnete er als Verteidigung von seiner Meinung und schloss sich wieder in seine Ballform ein, um sich in die Jackentasche des Jungens zurückzuziehen. Nun musste der Braunhaarige doch tief aufseufzen. „Nun hör mal… einer Dame sagt man nicht einfach so ‚Nein‘. Das gehört sich nicht.“, meinte Dillan also, während er seinem Partner verhalf sich in seiner Jacke zu verstecken. ‚Selbst wenn man kein wirkliches Interesse an denen hat‘, dachte er sich nur und sah sich in der Straße um. „Und wie soll ich Lunea in dieser belebten Straße bitte wiederfinden?“, murmelte er leise und sah sich ratlos weiter um, da er noch nicht einmal wusste, aus welcher Richtung er gekommen war. „Phoe, weißt du denn irgendetwas?“, fragte er etwas hoffnungsvoll. Nach einem längerem Schweigen konnte Dillan nur ein leises Schnarchen vernehmen. Mit der Augenbraue wackelnd raunte nur leise in den Wind hinein: „Er ist eingeschlafen…“

Unsicher, wie sie sich gegenüber einer fremden Person verhalten sollte, die ihr sogar noch freundlicherweise ihre Hilfe angeboten hatte, hatte sie ihre Hände abwehrend gehoben und sah wild von links nach rechts und wieder zurück. Natürlich könnte sie das silberhaarige Mädchen auch ablehnen, aber irgendwie machte sie sich doch etwas Sorgen darüber, dass sie Dillan in diesem Durcheinander nicht mehr wiederfindet. „Ich ehm… Das ist wirklich sehr nett öhm…“, stammelte sie leise, bevor sie ihre Arme wieder sinken ließ. Vielleicht kann das Mädchen ihr ja bei der Suche nach Dillan helfen. Denn das war im Moment zumindest wichtiger als die Suche nach jemanden, von der sie noch nicht mal eine Ahnung hat, ob er sich überhaupt in der Stadt befindet oder nicht. „Ich ehm… habe meinen Freund aus den Augen verloren und wir sind heute erst angekommen“, erklärte sie kurz und sah ihr in die blauen Augen hinein. „Oh nein… das ist natürlich unschön“, kommentierte sie und verzog bemitleidend das Gesicht. Danach lächelte sie aufmunternd und sah selbstsicher drein. „Keine Sorge. Wir werden ihn zu zweit sicherlich finden.“, sagte sie und zwinkerte sie an. „Immerhin sehen vier Augen besser als zwei, oder etwa nicht?“, fragte sie sehr enthusiastisch und griff nach ihren Händen. „Von daher Kopf hoch, Mädel, okay?“, sagte sie und sah sich um, bevor Lunea überhaupt wirklich auf das Ganze reagieren kann.
Das silberhaarige Mädchen war wirklich auf Zack und ließ dem armen Mädchen keine Zeit alles zu verarbeiten, was sich gerade vor ihr abspielte. Natürlich freute sie sich, dass ihr jemand bei der Suche nach Dillan half, aber sie hätte nicht erwartet jemanden so aufgewecktes wie dieses Mädchen vor ihr anzutreffen, die ihr freiwillig ihre Hilfe bot und sich nicht gleich fragte, was die Augenklappe soll. „Also… Nach wem suchen wir und wie sieht dieser jemand denn aus?“, fragte sie interessiert und drehte ihren Kopf wieder zu der Blauhaarigen um. „Wie?“, fragte sie kurz, bevor sie sich wieder fangen konnte. Nachdem Lunea ihr eine kurze Beschreibung von Dillan gab: braunes, zotteliges Haar und orangefarbene bis zu den Ellbogen herabhängende Jacke mit einem roten V-Schnitt Shirt sollten genügend Hinweise auf Dillan geben. Wie sie sich vorher schon gedacht hatte, niemand würde eine Jacke bei den Ellbogen herabhängen lassen und damit irgendwie stylisch oder merkwürdig aussehen wie Dillan selbst. „Das scheint ein echt gelassener Kerl zu sein, wenn er sich so lässig anzieht, was?“, lachte sie kommentierend und sah sich um. „Aber jemand so auffälliges kann man gar nicht übersehen“, meinte sie nun optimistisch und hielt nach dem Jungen Ausschau.
Den Weg langsam zurückgehend sahen sich die beiden nun langsam um, bis das fremde Mädchen irgendwann laut auf kreischte und wild mit ihrem Zeigefinger in eine Richtung schwenkte. „Da da ist er!“, schrie sie laut. In weniger als einer Minute hatte die Fremde Lunea am Handgelenk gepackt, wobei sie nur kurz in ihre Richtung gesehen hatte, ehe sie nach ihr gegriffen hatte, und zog sie rasch in die gezeigte Richtung. Sich von dem Mädchen ziehen lassend, sah sich etwas peinlich berührt nach unten. Sie musste sich gar nicht umsehen, wie sehr die übrigen Passanten ihnen nachsahen. Das Dillan danach auch noch eine große Show machte, machte es für Luneas mulmiges Bauchgefühl nicht unbedingt besser. „Ach da bist du ja meine kleine Fee“, freute er sich, ignorierte kurz ihre Begleiterin und drückte sie fest an sich. „Und ich dachte, ich hätte dich auf ewig aus den Augen verloren“, meinte er erleichtert und löste sich von der Umarmung. „Welch ein Glück, dass meine kleine Fee eine hübsche Elfe gefunden hat, die dich zu mir geführt hat“, meinte er charmant und wendete sich damit an die Silberhaarige und zwinkerte charmant.
„Oh wow. Was für ein Charmeur du doch bist“, kicherte sie leise auf das Kompliment eingehend, lächelte aber breit. „Es freut mich sehr, dass ihr euch wiedergefunden habt ehm…“, sie stockte kurz und starrte Lunea kurz schweigsam an, bevor sie etwas unbeholfen fragte: „Wie heißt du eigentlich? Ich bin Julie Makimoto, Starreporterin von Bakugan City“ Lunea lächelte freundlich und verbeugte sich leicht, bevor sie antwortete: „Ich bedanke mich herzlichst für deine Hilfe Julie. Mein Name ist Lunea Olsson und das hier ist mein Partner Haos Valkyria“ Bei der Vorstellung verneigte sich auf ihr Haos Partner leicht. Dillan lächelte breit und nahm die Hand von Julie. „Und mein bescheidener Name ist Dillan Richard. Mein Partner schläft zwar gerade, aber er ist Pyros Phoenix“, stellte er sich vor und hauchte ihr einen seichten Kuss auf ihren Handrücken. „Sehr freut eine solch hübsche Dame wie dich kennenzulernen“, sagte er zum Abschluss, worauf Julie nur abwinkte und meinte: „Die Freude ist ganz auf meiner Seite, aber… was habt ihr beiden Süßen denn jetzt vor? Seht ihr euch um? Immerhin meinte Lunea Sweety gerade, dass ihr heute erst in Bakugan City angekommen seid“ Mit den Worten sah sie abwechselnd von Dillan zu Lunea und wieder zurück. Lunea selbst schielte leicht zu Dillan, welcher nur leicht lächelte. „In der Tat wollten wir uns hier ein wenig umsehen, bevor wir irgendetwas anderes entscheiden“, entgegnete er, worauf die Blauhaarige innerlich leicht aufseufzte.
Der Junge war eben besser mit Worten als es Lunea jemals sein könnte. Zumindest was fremde Menschen betraf, mit denen man soziale Kontakte hegen sollte. „Interessant. Wenn ihr wollt kann ich euch auch gerne rumzeigen. Als Reporterin kenne ich Bakugan City wie meine eigene Westentasche in- und auswendig“, bot sie breit grinsend an und beugte sich neugierig vor. „Also? Was sagt ihr?“, fragte sie sehr interessiert. „E-ehm… K-Klar… wieso nicht?“, bestätigte Lunea damit stammelnd und erntete damit ein erfreutes Lachen und eine herzliche Umarmung des Mädchens. „Großartig. Das wird einfach nur super ihr zwei! Ich kann es kaum noch erwarten euch diese wunderbare Stadt zu zeigen.“, lachte sie heiter und drehte sich um. „Na dann folgt mir ihr Süßen“, sagte sie laut und ging mit fröhlich Schritten vor.
Einen kurzen Blick teilend, sahen sich die beiden Freunde kurz an, bevor Dillan einfach nur die eine Schulter hob und der Silberhaarigen folgte. Lunea blinzelte kurz ein paar mal, bevor sie sich ebenfalls auf den Weg machte der Silberhaarigen zu folgen. ‚Na ja… wenigstens ein kleiner Anfang… oder?‘