Neue Gefühle

GeschichteRomanze / P18 Slash
Carol Peletier Daryl Dixon Gregory Maggie Greene Paul "Jesus" Rovia Rick Grimes
17.01.2019
05.03.2019
12
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Und hier kommt mein fünftes Kapitel. Jesus führt ein intimes Gespräch mit Maggie und ihm wird einiges über Daryl klar.


Das Gespräch mit Gregory hatte, wie erwartet, nicht wirklich etwas gebracht. Gregory war wie immer arrogant und stur gewesen. Jesus war wieder einmal bewusst geworden, dass er als Anführer vollkommen ungeeignet war. Er fand, dass Maggie diese Rolle viel besser hätte einnehmen können. Doch ihm war auch klar, dass der ältere Mann niemals freiwillig Platz machen würde. Und leider hatte Gregory auch einige Unterstützer in Hilltop. Zwangsläufig würde es zu Aufruhen kommen und dies konnten die Hilltopler in Anbetracht der Gefahr durch die Saviors gerade als letztes gebrauchen.

Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt, als er von diesem unfruchtbaren Gespräch zu seinem Wohnanhänger zurückkehrte. Ohne zu klopfen, trat er ein und legte sich auf seine beige Couch, die an der Wand rechts gegenüber des Einganges stand. Er hatte gar nicht bemerkt, dass Maggie am Esstisch saß und etwas niederschrieb. „Das war nicht dein Tag, hm? Ich habe eure Auseinandersetzung heute gehört“, fragte Maggie mit leicht besorgtem Tonfall. Jesus war kurz überrascht, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass ihn jemand ansprach. Während er sein schwarzes Haarband löste, seine Haare daraufhin wieder in die ursprüngliche und typische Jesus-Optik zurückfielen, antwortete er mit müdem Lächeln: „Nicht wirklich. Nein definitiv nicht.“.

Er starrte ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren einfach nur leer an die helle Decke des Wohn-anhängers. „Was ist denn zwischen euch vorgefallen?“, wollte Maggie wissen, als sie sie ihren Stift weglegte und sich zu Jesus umdrehte. „Wenn ich das nur selbst wüsste. Er scheint so eine Art Phobie vor mir entwickelt zu haben. So als ob ich die Pest hätte“, versuchte Jesus einen Scherz zu machen, doch nicht mal er selbst fand es auf irgendeine Weise lustig. Er sah es eher als traurige Wahrheit als als Witz an.
Maggie schmunzelte trotzdem kurz darüber. Paul rieb sich mit seiner rechten Hand kurz über die Stirn und gab ein Seufzen von sich. „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich lasse ihm doch Zeit, es zu verarbeiten und zu akzeptieren. Aber seit wir miteinander... Du weißt schon. Ist er unnahbar, unfreundlich und aggressiv. Ich verstehe es einfach nicht“, brachte Jesus seinen Unmut zum Ausdruck.

Maggie hatte seinen Ausführungen gelauscht und wollte ihn nicht unterbrechen, doch als sie merkte, dass er gerade nicht weitersprach, antwortete sie: „Daryl kann manchmal schwierig sein. Glaub mir. Ich kenne ihn gut. Sind dir seine Narben auf dem Rücken aufgefallen?“ Jesus überlegte kurz. Ja. Er hatte sie gesehen, als sie beide intim geworden waren, sich aber nicht getraut zu fragen, woher sie stammten. „Die sind mir aufgefallen. Was haben die zu bedeuten?“, fragte er, während er sich auf der Couch drehte, um Maggie direkt ansehen zu können.

„Keine Ahnung“, gestand Maggie, „ich habe sie bisher auch nur ein einziges Mal ganz kurz gesehen. Daryl spricht fast nie über seinen Vergangenheit. Ich weiß nur, dass er ein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater hatte und sein Bruder Merle. Naja. Der war ein rassistischer Redneck.“
„Das klingt ja nach einer wirklich liebevollen Familie“, sagte Jesus mit reichlich Ironie in seiner Stimme. Er hatte selbst solche Menschen gekannt, bevor die Apokalypse ausgebrochen war und auch seine Probleme mit solchen Leuten gehabt. Rednecks akzeptierten Homosexualität nicht. Manche gingen sogar soweit, dass sie versuchten, das Anderssein durch körperliche Bestrafung, die Kirche oder sogenannte Homo-Heiler austreiben zu lassen. Bei diesem Gedanken drehte sich Jesus der Magen um. Als die Pfleger im Wohnheim, in dem er als Kind notgedrungen viel Zeit verbracht hatte, herausgefunden hatten, dass auch er anders war, wurde auch an ihm eine Homo-Heilung versucht. Paul hatte auch damals schon nicht verstanden, warum Menschen so etwas taten.

Homosexualität war doch keine Krankheit. Er hatte dieselben Emotionen, dieselben Wünsche und dieselben Probleme wie heterosexuelle Männer. Jesus unterschied sich nur von diesen Männer darin, dass er Gefühle und ein Begehren für das gleiche Geschlecht entwickeln konnte. Das sollte eine Krankheit sein?! Er hatte nie ganz begriffen, warum so viele Menschen das dachten. Doch eine andere Sache hingegen war ihm gerade klar geworden. Daryl musste in so einem Umfeld aufgewachsen sein. Etwas, was einer Person über Jahre vielleicht sogar Jahrzehnte eingebläut worden war, war nur schwer zu ignorieren oder gar abzulegen. Ihm wurde auch klar, dass er noch mehr Geduld und Verständnis für Daryl aufbringen müsste.

„Das erklärt einiges“, sagte Jesus nach einer Weile. „Danke, Maggie“, fügte er noch hinzu. Diese wirkte etwas verwundert, weil sie sich fragte, warum Jesus seinen Dank aussprach. „Wofür dankst du mir? Ich habe doch gar nichts getan.“ entgegnete sie leicht perplex. „Du hast mir gerade bei Daryl die Augen geöffnet“, lautete Jesus Erklärung, woraufhin Maggie ihm ein freundliches Lächeln schenkte.

Er fühlte sich ihr in diesem Moment sehr nah. Sie hatte gerade einen herben und grausamen Verlust erlitten und besaß trotzdem noch Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Eine Qualität, die nicht viele Menschen in dieser postapokalyptischen Welt aufwiesen. Wieder wurde ihm bewusst, dass Maggie die geborene Anführerin für Hilltop darstellte. Vielleicht könnte es in der Zukunft ja möglich sein, Gregory seines Postens zu entheben. Der Gedanke daran stimmt ihn wieder etwas positiver.

Plötzlich hörte er ein lautes Motorengeräusch. Das Geräusch war ihm mehr als vertraut. Es konnte nur Daryl sein, der mit seinem Motorrad zurückgekehrt war. Auch Maggie hatte es gehört, die sofort ihre Körperhaltung aufrichtete. Jesus war sich unsicher, ob er herausgehen und ein Gespräch mit Daryl anfangen sollte oder ob es besser wäre, ihm noch mehr Zeit zu lassen. Doch Maggie bezog eine eindeutige Position dazu: „Geh hin. Rede mit ihm. Es wird schon gutgehen“, forderte sie Paul auf, der sogleich auch der Aufforderung folgte. Er sprang von seinem Sofa auf und verließ geschwind den Anhänger.

Daryl parkte gerade sein Motorrad in der Nähe des Barrington-Hauses, war im Begriff abzusteigen. Jesus lief auf ihn zu. Mit etwas schwerem Atem sprach er, als er Daryl erreicht hatte: „Wir müssen miteinander reden.“ „Ja“, war Daryls knappe Antwort. Der Armbrustschütze stieg von seinem Motorrad endgültig herab und baute sich vor Jesus auf. Dessen Herz begann stärker zu klopfen und ihm wurde etwas mulmig zumute. Das Gespräch, was jetzt folgte, würde bestimmt alles andere als einfach werden. Es hing viel davon ab, ob er es wirklich schaffen würde, für Daryl das Verständnis für seine Vergangenheit aufzubringen, was nötig war und ihn zugleich nicht zu sehr zu bedrängen.


Ich habe bereits eine grobe Idee, wie dieses aufkommende Gespräch zwischen Daryl und Jesus laufen wird. Konkret ausgearbeitet habe ich es aber noch nicht. Daher könnte es etwas dauern, bis wieder ein neues Kapitel kommt. Ich bleibe aber am Ball. Dafür liebe ich dieses Pairing einfach viel zu sehr, um die Geschichte einfach so abzubrechen. Nebenbei. Danke für die Reviews zu den vorigen Kapiteln. Ich freue mich immer darüber, egal ob positiv oder kritisch.
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