Neue Gefühle

GeschichteRomanze / P18 Slash
Carol Peletier Daryl Dixon Gregory Maggie Greene Paul "Jesus" Rovia Rick Grimes
17.01.2019
05.03.2019
12
20383
3
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Eigentlich hatte ich diese Story nur als Oneshot geplant, aber da ich das Pairing Daryl/Jesus einfach so toll finde, habe ich beschlossen, daraus eine längere Story zu machen. Jesus steht einfach "character development" zu. Etwas, was ihm in der Serie leider nicht wirklich vergönnt war.


Beide lagen noch für einige Minuten entspannt nebeneinander bis Jesus wieder einfiel, dass er sich gegen Mittag mit Maggie treffen wollte, um ihre nächsten Schritte zu besprechen. Da er Negans Standort  herausgefunden hatte, war nun zu beratschlagen, was man tun könnte, um den Savior-Boss auszuschalten. Auch wenn sie sich erst kurze Zeit kannten, war Jesus zu einem engen Berater für Maggie geworden. Die beiden verstanden sich gut. Sie waren auf einer Wellenlänge.

Jesus erhob sich, nach wie vor unbekleidet. Er schaute noch einmal zu Daryl herüber, der wieder eingeschlafen war. Der Hilltopbewohner lächelte. Daryl sah irgendwie vollkommen friedlich und sogar etwas süß aus, so wie er da schlief. Attribute, die Jesus normalerweise nicht mit Daryl in Verbindung brachte. Doch in der letzten Nacht hatte sich ihm der Alexandriner geöffnet, buchstäblich sowie im übertragenen Sinn. Beide hatten etwas besonderes miteinander geteilt. Jesus beschloss, Daryl schlafen zu lassen. Der Alexandriner brauchte Ruhe. Paul konnte sich gut vorstellen, welche barbarischen Dinge die Saviors mit ihm gemacht hat.

Negans Baseballschläger-Aktion war wohl nur die Spitze des Eisbergs. Er erinnerte sich zurück, wie Negans Männer Rory, einem 16-jährigen Jungen, so lange brutal verprügelt hatten, bis er tot gewesen war. Der Anblick war abscheulich gewesen. Es hatte ihn tagelang verfolgt. Immer, wenn er damals die Augen schloss, sah er diese verstörenden Bilder. Jesus bemühte sich, diese düsteren Gedanken beiseite zu schieben. Er wollte in die Zukunft sehen. Vielleicht war es durch die neu gewonnen Informationen möglich einen Plan zu entwickeln, um dieser Barbarei durch die Saviors ein endgültiges Ende zu setzen.

Er begab in das kleine Nebenabteil des Wohnanhängers und suchte seine Anziehsachen zusammen. Wenige Momente später war er wieder angezogen. Jesus hielt Ausschau nach einem Haarband, durch das er sich seine Haare zusammenbinden konnte. Irgendwie hatte er das Bedürfnis, sich eine praktischere Frisur zuzulegen. Er fand seine lange Mähne zwar meistens angenehm, doch ab und an nervte sie ihn auch. Paul fand ein schwarzes Band und machte sich seine Haare zu einem Dutt zurecht.

Einige Minuten danach stand er vor seinem eigenen Wohnanhänger. Er war sich nicht sicher, ob Maggie „daheim“ war. Dieses Wort hatte er nie mit Hilltop assoziiert. Jesus fühlte sich bisher nie wirklich zu Hause in Hilltop, doch die Anwesenheit von Maggie und Sasha hatte es irgendwie verändert. Und nicht zu vergessen war natürlich Daryl. Paul wusste nicht genau, wie weit es mit dem Armbrustschützen gehen könnte und wie dieser für ihn empfand, doch der Gedanke daran, sich mit Daryl ein gemeinsames Leben in Hilltop aufzubauen, ließ ein wohliges Gefühl in seiner Magengegend entstehen.

Jesus fand es seltsam, an die Tür seines eigenen Wohnanhängers zu klopfen, doch er war nun einmal ein sehr höflicher Mensch und gewisse Benimmregeln hatte er aus der damaligen Zeit, vor dem Ausbruch, nach wie vor nicht ablegen können.
„Komm rein“, hörte er Maggies Stimme aus dem Inneren. Jesus trat ein. Ihm fiel gleich auf, dass sie nach wie vor eines seiner Kleidungsstücke trug. Ein dunkelgraues, schlichtes Shirt, welches er ihr geliehen hatte. „Guten Morgen“, begrüßte er die Alexandrinerin. Sie nickte knapp und deutete mit einer Geste auf den länglichen Tisch, der in der Mitte des Raumes stand. Jesus setzte sich.
„Ich habe mir folgendes überlegt“, begann Maggie während sie ebenfalls Platz nahm. „Ein direkter Angriff auf das Sanctuary dürfte wohl keinen Erfolg haben. Kennst du einen Weg, wie man ungesehen hineingelangen kann?“, fragte sie Paul.

Er überlegte kurz und runzelte die Stirn. „Es stehen mehrere alte Autowracks um das Gebäude herum. Die habe ich als Deckung benutzt. Ein Mann kann sich vielleicht unentdeckt hinein und auch wieder herausschleichen, aber mehrere...“ Jesus beendete den Satz nicht, weil er wusste, dass Maggie verstanden hatte, was er meinte. Sie setzte seine Ausführungen fort: „werden das nicht unbemerkt schaffen. Wie viele Einwohner von Hilltop können kämpfen?“. „Eduardo und Kal sind fähige Männer. Aber Maggie. Die restlichen Bewohner sind gute Menschen, aber leider keine Kämpfer. Das hat sich leider seit unserem ersten Treffen nicht geändert.“ stellte Jesus etwas niedergeschlagen fest. Irgendwie hatte Maggie mit so einer Antwort gerechnet.

Doch in ihr brannte nach wie vor dieser unglaubliche Hass auf Negan. Sie hatte nie jemanden so geliebt wie Glenn und ihr ungeborenes Kind würde ohne Vater aufwachsen. Die Alexandrinerin hatte schon so viele Verluste erlitten. Ihre Stiefmutter, ihr Stiefbruder, ihr Vater, ihre kleine geliebte Schwester. Die Liste war lang. So viele Schicksalsschläge hatte sie bereits erleiden müssen. Und das schlimmste war, dass ihr Vater, Beth und Glenn durch Menschenhand gestorben waren. Doch der Governor und Dawn Lerner hatten ihre Strafe erhalten. Beide waren getötet worden. Auch wenn es lange gedauert hatte, konnte sie mit beiden Toden abschließen und hatte so etwas wie ihren Frieden damit gemacht. Doch bei Negan war es anders. Er lebte noch und sie konnte erst Frieden finden, wenn er qualvoll gestorben war. Niemals war Maggie so entschlossen gewesen, jemanden umzubringen.

„Dann müssen wir sie eben zu Kämpfern machen. Du, Sasha, Daryl und ich selbst. Wir werden sie ausbilden!“ sagte die Alexandrinern entschlossen. Ein kleines Lächeln bildete sich in Jesus Gesicht, als Maggie den Namen „Daryl“ ausgesprochen hatte. Er dachte, dass sie es nicht bemerkt hätte, doch sie hakte nach. „Warum lächelst du?“ .Jesus fühlte sich ertappt wie ein kleiner Schuljunge. Ihm schoss ein wenig die Röte ins Gesicht. Er blickte mit einem kleinen schelmischen Grinsen wieder hoch und schaute ihr in die Augen, entgegnete aber nichts.
„Raus damit! Was ist zwischen euch passiert?“ wollte Maggie jetzt wissen. Jesus wusste nicht, ob er ihr antworten sollte. Er war sich unsicher, ob er Daryl damit brüskieren würde, Der Armbrustschütze war unglaublich verschlossen und teilte seine Gefühle und Einstellungen bestimmt nicht einmal mit seinen engsten Vertrauten.
„Weißt du. Daryl und ich. Wir haben gestern miteinander geredet. Wir waren uns sehr nah und dann haben wir...“, wurde er immer leiser. Die letzten Worte waren mehr gestammelt als gesprochen. Über Maggies Gesicht huschte ein kleines, aber warmherziges Lächeln. „Das ist schön. Aber sei vorsichtig. Daryl kann unglaublich verschlossen sein. Pass auf dich auf“, warnte sie Paul.
Er war erleichtert, dass Maggie offensichtlich kein Problem mit seiner Homosexualität hatte, es ohne große Nachfrage akzeptierte und sie ihren „Segen“ gegeben hatte. Er wusste, welche großen Vorwürfe sich Daryl wegen Glenns Tod und seiner angeblichen Hauptschuld daran machte. Doch Maggie hatte dem Armbrustschützen verziehen.

„Ich werde aufpassen. Ich weiß nicht, wie weit es mit ihm gehen kann, aber letzte Nacht war wirklich schön.“ antwortete Jesus, während er sich eine nicht mehr vorhandene Haarsträhne aus seinem Gesicht streichen wollte. Es war reflexartig. Er hatte ganz vergessen, dass er jetzt ja einen Dutt trug. „Ich wünsche euch Glück. Ich kenne Daryl schon lange. Er hat mindestens genauso viele Schicksalsschläge erlitten wie ich. Er verdient es, einmal glücklich zu sein“, stellte Maggie fest. Jesus hatte sich bereits mehr als einmal gefragt, warum Daryl so zurückgezogen und still war und niemanden emotional an sich heranließ. Es mussten schlimme Dinge in seiner Vergangenheit, vielleicht auch in seiner Kindheit passiert sein. Er zog es allerdings vor, den Armbrustschützen nicht darauf anzusprechen. Paul wollte alte Wunden nicht wieder aufreißen.

„Bitte sag es den anderen aber noch nicht. Ich weiß nicht wohin das führen kann und möchte Daryl nicht bloßstellen“, antwortete Jesus nachdenklich. Maggie nickte nur knapp und wechselte anschließend wieder das Thema: „ Also. Wir müssen dann einen Plan erstellen, wer von uns, wen wann ausbildet.“ Jesus rückte mit seinem Stuhl zu ihr herüber, griff nach einem Blatt Papier und einem Stift, welche beide auf dem Tisch lagen und gemeinsam stellten sie einen Ausbildungsplan auf.


Ich hoffe, euch hatte diese kleine Fortsetzung der Story gefallen. Dass ich Jesus an dieser Stelle, anstatt erst in Staffel 9, schon seinen Dutt verpasse, hat nur ästhetische Gründe. Ich finde ihn nämlich mit Dutt noch attraktiver. Wann das nächste Kapitel kommt, weiß ich noch nicht. Einen groben Plan für die Handlung habe ich bereits, aber eine konkrete Ausarbeitung noch nicht.
Review schreiben