Eine neue Dunkelheit

CrossoverThriller, Sci-Fi / P16
16.01.2019
17.08.2019
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Hagrids Verwirrung über die ihm fremde Ahsoka war auch nach einer guten und detaillierten Erklärung nicht vollständig verschwunden. Dass sie ebenfalls eine Jedi war und somit wie Vos die Macht nutzen konnte, wollte Harry eigentlich nicht erzählen, letzten Endes kam er aber nicht darum herum. Nun saß Hagrid auf seinem Stuhl, starrte nachdenklich auf seine halbvolle Tasse Tee und schlug geistesabwesend kleine Wellen in die Flüssigkeit. „Man o man, Harry. Das ist eine riesige Angelegenheit, die da los ist“. Er sah zu Ahsoka. Trotz seiner Verwirrung schenkte er ihr ein Lächeln, was sie ihm gleichtat. Die beiden sind hier auf ihre eigene Weise eine Abweichung der Norm, dachte Harry. „Und, was habt ihr nun vor?“ erkundigte sich Hagrid weiter. Harry seufzte und ließ sich ebenfalls wieder auf seinem Stuhl nieder und trank den letzten Schluck seines mittlerweile kalten Tees. „Wir müssen herausfinden, was die Jedi gespürt und ich gesehen habe. Mein Gefühl sagt mir, dass irgendetwas gefährliches auf uns wartet, was wir bisher übersehen“.

„Deswegen bin ich hier“ mischte sich Ahsoka in seinen Satz ein. „Hast du Fortschritte gemacht?“ Sofort warf sie einen Blick zu Hagrid, doch der schien nicht gemerkt zu haben, dass sie Harry dutzte. Doch Harry wusste, dass er sicherheitshalber formal bleiben musste. „Ja, Miss Tano. Ich habe dieses Mal mehr gesehen. Doch es hilft mir noch nicht wirklich weiter. Ich muss darüber noch mal mit Hermine und Ron sprechen. Hoffentlich haben sie etwas gefunden, was uns weiterhilft.“ Ahsoka nickte und nippte vorsichtig an dem heißen Tee, den Hagrid ihr angeboten hatte. In der kleinen Hütte hatte Harry seit längerem die Gelegenheit, sie genauer zu betrachten, ohne Sorge haben zu müssen, dass seine Mitmenschen ihn dafür schalten würden. Er konnte sich zwar noch immer nicht genau erklären, was genau an ihr er faszinierend fand, aber dass es existierte war nicht zu leugnen. Liebe war es so nicht, das schien ihm sehr abstrakt. Vielleicht eine Verbundenheit durch die Macht? Immerhin war er neben der direktesten Kontaktperson bis dato der einzige Zauberer, bei dem die Macht festgestellt worden war. Mit ihren zwei blauweißen Kopftentakeln, der orangenen Haut und den Bemalungen im Gesicht hatte sie wirklich etwas Besonderes. Das Wort „exotisch“ schoss durch seinen Kopf und obwohl er es nicht negativ meinte ärgerte er sich sogleich darüber.

„Meister Skywalker wird noch etwas brauchen, und Meister Kenobi bereitet sich auf die Hilfe heute Abend bei der Astronomin vor. Kann ich Euch unterstützen?“ Ihr Angebot freute Harry, andererseits konnte das auch Probleme bedeuten. Sie kannte kaum etwas von der magischen Welt, ergo konnte sie ihm nur bei Dingen helfen, die mit seinem Training in Verbindung standen.
„Ich denke kaum. Ihr könntet mir höchstens einmal Euren Kampfstil demonstrieren“. Ahsoka nahm einen weiteren Schluck Tee und ließ die Tasse mit der Macht in ihrer Hand schweben. „Mein Kampfstil ist deutlich anders als Eurer, ich kämpfe mit zwei Klingen statt mit einer. Vergesst das nicht“ fügte sie an und warf ihm einen Blick zu, als wollte sie sagen: Gegen mich gewinnt ihr nie. Harry sah sie musternd an und grinste. „Nun gut, dann wollen wir mal.“ Er wandte sich an Hagrid. „Hagrid, tut mir Leid dass wir wieder gehen müssen, aber solange wir dieses Problem nicht gelöst haben, müssen wir weitermachen.“ Hagrid nickte nur, er warf beiden einen kurzen Blick zu. „Was immer da draußen ist, Harry: Du kannst es besiegen. Das konntest du immer“. Mit diesen zuversichtlichen Worten von Hagrid verabschiedete sich Harry und verließ mit Ahsoka die Hütte. „Ich muss zugeben, der Geruch ist etwas gewöhnungsbedürftig“ sagte Ahsoka als sie in einigem Abstand zu Hütte waren, was ihr prompt einen Blick von Harry einfing. „Hagrid ist ein Halbriese. Und ein langer Freund“. Ahsoka zog die Augenbrauen hoch.
„Wie lange kennt ihr ihn schon?“
„Seit ich 11 Jahre alt bin. Er hat mich damals aus den Fängen meiner Pflegeeltern befreit.“ Er dachte an Onkel Vernon und Tante Petunia, die im Anblick von Hagrids massiver Gestalt mehr als nur verunsichert gewesen waren. Und an Dudley, der den Schweineschwanz von ihm verpasst bekommen hatte. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. „Er ist ein Beschützer. In all der Zeit die ich hier war ist er ein Vertrauer. Hast du auch so jemanden?“ Er dutzte bewusst, jetzt da sie nur zu zweit waren. Sie ging darauf ein: „Ja, habe ich. Meister Plo Koon. Er war es der mich als Kind entdeckt und in den Jeditempel gebracht hat. Wie bei dir ein sehr alter Freund“. Harry biss sich auf die Lippen. Er zögerte. Sollte er sie fragen, ob es der Mann war, den er bei seinem Angriff auf ihren Geist gesehen hatte? Er rang mit sich. Selbst wenn wäre es nicht schlimm, jede Distanz zu Ahsoka würde Ginny begrüßen, auch wenn er da anderer Meinung war. „Ist das der Mann, den ich in deiner Erinnerung sah? Ich weiß, es stand mir nicht zu, aber jetzt wo du es sagst...“ Er wartete ihre Reaktion ab. Wie zu erwarten zogen sich zunächst ihre Augenbrauen zusammen, als er den Angriff erwähnte. Doch dann antwortete sie ihm: „Ja, das ist er.“ Sie senkte den Kopf, blickte mit einem Seufzen in die Ferne. Harry blieb stehen. „Alles in Ordnung?“ fragte er vorsichtig. Ein Gedanke schoss in seinen Kopf, bei dem sich seine Haare aufsträubten: „War er vielleicht tot?“ Dann hatte er einen riesigen Fehler begangen, das Thema überhaupt anzuschneiden. Glücklicherweise zerstörte sie diese Sorge: „Ich muss zugeben, ich beneide euch. Euren Planeten. Ihr seid weit weg von Krieg, müsst nicht ständig kämpfen.“ Wäre das Thema nicht so ernst, hätte Harry beinahe aufgelacht.
So biss er nur kurz die Lippen zusammen, bevor er weiterging und antwortete: „Zu tun haben wir trotzdem. Magische Fehler und Anwendungen schwarzer Magie sind leider keine zu große Seltenheit bei uns, um die wir uns kümmern müssen.“
Ahsoka rollte leicht die Augen: „Ja, ich weiß. Das haben wir ja auch. Und trotzdem ist es nicht das Gleiche. Ihr müsst nur Verbrecher jagen, bei uns machen das normalerweise die Behörden. Wir sind oft mehr Botschafter, Diplomaten und eigentlich keine Krieger. Ich bin auch froh, dass wir nicht nur langweilige Aufgaben haben, doch auf Dauer...“ Sie seufzte resigniert. „Die Separatisten hören einfach nicht auf, keine Seite gewinnt. Es geschieht so viel Leid auf den Planeten...“ Harry sah sie von der Seite an. Man merkte ihr deutlich an, dass sie diese Gedanken nicht erst seit gestern hatte. Doch er verstand es nicht wirklich. „Ich weiß nicht viel über euch, nur das grundlegende über euch Jedi und die Republik. Wer sind diese Separatisten und was genau ist da los?“. Sie erreichten die große Halle, wobei Ahsoka ihre Kapuze tiefer zog, damit man sie nicht direkt erkennen konnte. „Wie alles anfing weiß Meister Kenobi, da fragst du am besten ihn. Was ich weiß: Die Separatisten und die Planeten ihrer Konföderation wollen nicht mehr zur Republik gehören, doch die Republik will sie behalten. Seitdem kämpfen wir um die Planeten und Systeme. Die Republik mit den Klontruppen, die Separatisten mit Kampfdroiden. Und wir Jedi sind fast immer bei den Einsätzen dabei.“ Harry hörte aufmerksam zu. Das genau war also der Krieg, von dem früher immer wieder kurz die Rede gewesen war. „Diese Planeten wollen die Unabhängigkeit? Kann sie ihnen nicht eingeräumt werden?“ Ahsoka sah Harry mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Missbilligung an, bevor sie mit einem tiefen Luftzug zu einer Antwort ansetzte:
„Nein, kann sie nicht. Bei weitem nicht alle Planeten wollen unabhängig werden, doch die Anführer der Separatisten setzen sie unter Druck. Außerdem haben dort keine Politiker das Sagen, sondern Schergen wie Grievous und Dooku.“
„Wer sind die beiden? Und woher weißt du sicher, dass das so ist?“ Nun blieb Ahsoka stehen. Obwohl sie ihre Kapuze trug, konnte Harry spüren, dass sie empört über diese Frage war. „Macht Ihr Witze?“ Sie klang erbost. „Ich war dort, ich habe es gesehen. Ich habe gegen sie gekämpft!“ Sie wurde lauter, einige Schüler an den Seiten blickten von ihren Gesprächen auf und zu ihnen. Rasch zog Ahsoka ihre Kapuze wieder tiefer, auch Harry sah sich um. „Ihr habt keine Ahnung von unserem Leben“ zischte sie ihm leise, aber nicht weniger milde zu.

Nun wurde auch Harry ungehalten: „Deswegen will ich es doch wissen. Du weißt ebenso wenig, was ich, was wir alle erleben mussten. Du weißt nichts von unserer Welt, von Magie und uns.“
Ahsokas Lippen bebten leicht, sie schien nach einer Antwort zu suchen. „Ihr habt keinen Krieg, ihr müsst nicht ständig an allen Fronten kämpfen wie wir“ brachte sie rasch hervor. Doch Harry, der mit so einer Antwort gerechnet hatte, legte jetzt erst richtig los: „Mein Leben war ein einziger Kampf!“ Er musste sich selbst beherrschen, nicht zu laut zu werden. Sie hatten den Raum der Wünsche erreicht und Harry trat energisch ein. Es war jener Raum, in dem Malfoy damals das Kabinett repariert hatte. Kaum dass die Tür hinter Ahsoka zugefallen war schob er seine Haare zur Seite und gab den Anblick auf die Narbe frei, deren schwacher Abdruck immer noch zu erkennen war. „Das hier“ er deutete auf die Stelle an seiner Stirn „hat mich seit meiner Geburt verfolgt. Ich habe meine Eltern an einen wahnsinnigen dunklen Zauberer verloren, viele Freunde im Kampf gegen ihn und seine Schergen!“ Er redete sich in Rage, die plötzlich allerdings wieder abflaute und in schwerem Atmen endete. „Vielleicht haben wir keinen Krieg, aber sag nicht dass wir nicht wissen, was es bedeutet“. Der letzte Satz saß, keiner von beiden sagte mehr etwas. Ahsoka drehte sich weg und starrte von der Kapuze überdeckt aus dem Fenster des Raumes, während Harry sich auf einem herumstehenden Stuhl niederließ und mit tiefen Atemzügen seinen Zauberstab hin und her drehte.

Einige Minuten verblieben sie einfach so, schweigend, ohne einander anzusehen. Harry sah zu ihr hin und fühlte sich auf einmal leicht elend. Wieso hatten sie eigentlich so gestritten? Das Thema war so plötzlich gewechselt, er hatte es kaum bemerkt. Er hatte sie gekränkt, das wusste er. Doch auch sie hatte ihren Teil dazu beigetragen. Mit einem Seufzen erhob er sich und trat langsam an sie heran. „Ahsoka?“ Sie gab zunächst keine Antwort, bis sie sich zu einem vorsichtigem „Ja?“ durchrang. Harry trat um sie herum, woraufhin sie ihren Kopf hob und ihm in die Augen sah. Ihr Blick zeugte von der üblichen Stärke und Selbstsicherheit, den Harry auch bei Obi-Wan und Anakin gesehen hatte, auch wenn bei Anakin und auch Ahsoka auch eine Art von Arroganz oder Überheblichkeit dabei war. Doch gleichzeitig sah man ihr an, dass sie wusste, welchen Fehler sie gemacht hatte. „Es tut mir ja leid, dass in eurem System Krieg herrscht. Und dass ich diesen Krieg nicht lösen kann. Aber sag mir nicht, dass ich von Krieg und was damit zu tun hat nichts verstehe“.
Ahsoka seufzte, dann nickte sie. „Ich weiß. Es ist nur...belastend auf Dauer. Ich wollte euren Schmerz nicht absprechen“. Harry nickte ebenfalls, innerlich atmete er erleichtert auf. Das war gerade noch einmal gut gegangen. Gleichzeitig wurde ihm klar, dass er mehr über sie und ihr System wissen musste, ebenso sie mehr über die magische Welt, damit solche Situationen nicht noch einmal auftreten würden. Er legte seinen Mantel ab und griff nach dem Lichtschwert. „Wir müssen mehr darüber sprechen, Ahsoka. Es ist wichtig, solange du und Mister Kenobi und Mister Skywalker da sind, dass wir uns verstehen.“ Statt einer Antwort sah Ahsoka ihn an, als hätte er gerade etwas unpassendes gesagt. Sie zog kurz die Augenbrauen hoch, ihre Lippen nahmen eine seltsame Form an, die sogleich der Form der Anspannung wich, als Harry die blaue Klinge zündete. Rasch warf sie ihren langen Kapuzenmantel ab und zog ihre zwei Lichtschwerter. Die grüne und gelbe Klinge hielt sie in einem schützenden Kreuz vor sich und nahm Harry ins Visier. Der kniff die Augen zusammen und hob ebenfalls sein Schwert. Mit einer plötzlichen Bewegung zog Ahsoka ihre Klingen wieder ein und sprang mit einer fließenden Bewegung auf einen der zahlreichen Möbelstabel. Schneller als Harry verfolgen konnte war sie über die Stapel gesprungen und in den hinteren Korridoren verschwunden. Findet mich klang eine Stimme in seinem Kopf. Harry ließ das Schwert vorsichtig sinken und zog seinen Zauberstab. „Lumos“ flüsterte er. Es erschien kein Lichtkegel an der Spitze seines Zauberstabs. Irritiert sah Harry den Stab an. „Lumos“ flüsterte er erneut, diesmal deutlicher. Es flackerte kurz, dann erschien eine kleine Lichtkugel. Langsam und vorsichtig schlich er den Gang entlang, den Stab nach vorne und das Schwert an der Seite gehalten. Es war still, nichts war zu hören, bis auf das leise Surren des Schwertes. Mit zügigen Bewegungen sah er sich um. Mit einem Mal ertönte weiter hinten im Raum ein leises Gepolter. Zielsicher hechtete Harry voran, das Schwert fest umgriffen. Er erreichte eine kleine Art Lichtung inmitten der Möbelstapel, in dem ein einzelner Stuhl umgekippt auf dem Boden lag. Rasch sah er in jeden angrenzenden Gang, doch da war nichts. Wie aus dem Nichts ertönte über ihm ein lautes Sirren und es gelang Harry gerade noch rechtzeitig, sich nach vorne zu rollen und dem ersten Angriff auszuweichen. Er riss sein Lichtschwert herum, nur um im nächsten Moment eine von Ahsokas Klingen damit zu blocken. Sie legte ihre zweite Klinge nach und drückte gegen ihn. Er hielt so gut er konnte dagegen, doch mit nur einer Hand war er im Nachteil. Sie stieß ihn zurück gegen einen der Stapel und sprang hinterher. Harry rollte sich seitlich vom Stapel ab und wirbelte mit dem Schwert herum. Von lautem Zischen begleitet lieferten sie sich einen kurzen, aber erbitterten Schlagabtausch, bevor Ahsoka mit einem gezielten Sprung hinter ihn und einer gekonnten Drehung ihrer Klinge ihm das Lichtschwert entriss und zu Boden trat. Eine weiterer Sprung und Harry lag auf dem Rücken, Ahsokas gelbe Klinge an seiner Kehle. Sie grinste, schien sichtlich zufrieden mit sich zu sein. Sie wartete zwei Sekunden, bevor sie ihre Klinge wieder wegnahm und erneut in Kampfposition ging. Harry rappelte sich auf und griff mit der Macht nach dem Schwert, welches sich in die Luft erhob und sofort zu ihm flog.

Diesmal griff er an. Mit einer schnellen Bewegung nach vorne schlug er nach ihr, doch Ahsoka blockte seinen Schlag geschickt. Er versuchte mit ihren schnellen Bewegungen mitzuhalten, doch gegen zwei Klingen hatte er so keine Chance. Eine gute halbe Minute später entriss Ahsoka ihm erneut das Schwert und schickte ihn mit einem gezielten Stoß der Macht in einen der Gänge zu Boden. „Du musst noch einiges lernen!“ rief sie ihm zu und grinste erneut. Harry kam wieder auf die Beine, nun war sein Ehrgeiz endgültig befreit. Ohne weiteres Training konnte er nicht mithalten. Doch er konnte etwas anderes, was Ahsoka nicht konnte.

Er zündete erneut sein Lichtschwert und trat langsam und bedacht auf Ahsoka zu, die ihn mit gezogenen Klingen beobachte. Langsam, fast unmerklich glitt Harrys linke Hand an seinen Gürtel, während er Ahsoka nicht aus den Augen ließ. Er blinzelte, wartete auf sein Zeichen. Und es kam. Noch bevor Ahsoka zum Sprung ansetzte, riss er den Zauberstab hervor und richtete ihn auf sie: „Expelliarmus!“
Der rote Strahl schoss aus der Spitze des Zauberstabs und entriss der völlig überraschten Ahsoka eine der Klingen im Sprung. Ebenso schnell steckte Harry den Stab wieder ein und riss mit einer Handbewegung die Klinge außer Reichweite in den nächsten Korridor, bevor Ahsoka mit einem lauten Zischen ihre verbliebene Klinge gegen seine schlug. „Das ist nicht fair“ fauchte sie durch das Knacken der Schwerter Harry zu, welcher nun seinerseits grinste: „Ich nenne das Chancengleichheit“ gab er zurück und mit einer schmalen Bewegung seiner Hand stieß er sie mit der Macht zurück. Sie schlug gegen einen Möbelstapel und sofort setzte Harry nach, lief auf sie zu und schmetterte seine Klinge auf ihre. Er drückte so gut er konnte, Ahsoka fiel es sichtlich schwer mit dem Rücken zur Wand der Kraft standzuhalten. Ihre Augen funkelten im grünen Licht ihrer Klinge, bevor sie sich abdrehte und Harrys Schwert durch die Möbel schnitt. Sofort war sie wieder auf den Beinen und sprang an den Kistenstapeln entlang, vollführte einen Salto in einen Gang und landete mit einem zweiten Sirren begleitet wieder auf dem Boden. Harry hob sein Schwert sofort höher, während Ahsoka ihn nun wieder mit zwei Klingen ins Visier nahm.

Er griff an, doch Ahsoka war nun noch wachsamer. Fast schon mit Leichtigkeit konterte sie seinen Angriff, wirbelte herum und entriss ihm die Klinge. Keine Sekunde später stand Harry an die Wand gepresst, Ahsokas Klingen bedrohlich vor ihm gekreuzt. „Du wirst unvorsichtig“ sagte sie knapp, ihn nicht aus den Augen lassend. Harry sah über die Klingen hinweg und ihr ins Gesicht, bevor er ebenso knapp antwortete: „Das gleiche könnte ich von dir sagen“. Ahsoka zog irritiert die Augenbrauen hoch. Sie schien nicht zu verstehen, worauf Harry anspielte. Der ließ seinen Blick nach unten gleiten und grinste. Ahsoka folgte ihm, doch erkannte zu spät, was Harry vorhatte. Sein Zauberstab war unter ihren Klingen auf sie gerichtet. „Petrificus Totalus!“ Der breite Strahl traf Ahsoka, deren Bewegung augenblicklich gefror. Sie starrte ihn an, bevor sie das Gleichgewicht verlor und nach hinten kippte, die Klingen erloschen. Harry lächelte über seinen kleinen Triumph, nahm ihr die Schwerter ab und holte sein eigenes mit der Macht zurück. Dann stieg er vorsichtig auf einen der Stapel und sah auf sie herunter. Leise murmelte er einen Zauberspruch, bevor er mit einem „Finite“ ihre Klammer beendete.

Ahsoka erhob sich zögerlich, sie schien sich erst nicht sicher, was sie nun wieder konnte. Dann erkannte sie Harry auf dem Stapel und kniff die Augen zusammen. „Du hast mich nicht fair besiegt!“ rief sie zu ihm. Harry lächelte. „Du ebenso wenig“ antwortete er. Ahsoka war eine Anspannung anzusehen, die sich sogleich in einem Sprung entlud. Harry hatte nur darauf gewartet. Mit einem lauten Pfeifen schoss ein länglicher Gegenstand auf ihn zu, auf den der sich sogleich fallen ließ. Noch bevor Ahsoka ganz auf dem Stapel landete war Harry mit seinem Feuerblitz davongeschossen und flog in scharfen Kurven um die Säulen. Ahsoka sah ihm ratlos und verwirrt zu. Harry grinste in sich hinein, war sichtlich zufrieden. So merkte er nicht, dass Ahsoka sich in Position hielt. Als Harry einen scharfen Bogen flog und an ihr vorbeischoss, setzte Ahsoka einen gezielten Sprung an und landete geschickt hinter ihm auf dem Besen, wo sie sich augenblicklich festhielt. „So leicht nicht“ rief sie gegen den Flugwind an. Verdutzt blickte Harry nach hinten, bevor er eine scharfe Kurve einlegte und zurückschoss. Ahsoka hielt sich wacker, trotz Harrys geübter Manöver konnte er sie nicht abschütteln. Mit einem Mal ließ sie los, griff mit der Macht nach ihren Klingen und stieß sich vom Besen ab. Rasch bremste Harry ab und beobachtete, wie sie mit einem gekonnten Salto auf dem Boden landete. „Und nun?“ rief sie zu ihm herauf. Harry dirigierte seinen Besen auf den Boden und stieg ab. „Nun, gegen deinen Kampfstil komme ich nur mit dem Lichtschwert noch nicht ganz an. Und ich verstehe nicht, wie du so gut springen kannst“. Ahsoka nickte, steckte ihre Lichtschwerter ein und griff mit der Macht nach ihrem Mantel. „Teil des Training und der Macht. Du wirst es schon auch noch lernen. Solange wir hier sind“. Den letzten Teil hatte sie mehr angefügt, als wollte sie betonen, dass die ganze Sache nur temporär war. Etwas, worüber Harry im Moment nicht nachdenken wollte. Doch jetzt, da es ausgesprochen war, kam es wieder in seinen Kopf. „Ja, hoffentlich. Ich denke ich brauche jetzt ein Butterbier, vielleicht hilft mir das richtige Gefühl beim Erforschen der Vision.“ Auch er holte seinen Mantel mit der Macht und streifte ihn sich über. „Was ist das?“ fragte Ahsoka. Harry rückte seine Brille gerade und sah ihr ins Gesicht. „Ein gutes Getränk, es gibt es unten im Dorf Hogsmeade. Willst du es probieren? Oder ist es Jedi verboten, Alkohol zu trinken?“

„Ist es nicht, aber wir meiden es, da es unseren Geist beeinflusst“ gab Ahsoka zurück, neugierig und doch auch skeptisch. Harry überlegte. Eigentlich wollte er sie wirklich dabei haben und mit ihr reden, andererseits musste sie versteckt bleiben und vielleicht sollte er sicherheitshalber Abstand zu ihr halten. Lieber vorsichtig. „Du musst es wissen. Beides kannst du tun“. Mit diesen Worten öffnete er die großen Türen des Raumes und trat hinaus. Und war trotz des Risikos froh, als ihr vertrautes Gesicht kurze Zeit später neben ihm war.
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