Das Leben geht weiter III

GeschichteAllgemein / P16
Alvin Olinsky Erin Lindsay Henry "Hank" Voight Jay Halstead OC (Own Character)
15.01.2019
23.06.2019
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„Louis, könntest du bitte aufhören, deine Schwester zu ärgern? Mattheo leg das Buch beiseite, wir müssen gehen! Kaya, dein Bruder hat es nicht so gemeint. Jetzt hör auf zu weinen!“, versuchte Jay sich Gehör durch das Kindergeschrei zu machen. Seine Verlobte stand nur grinsend neben ihm und ließ ihn machen.

Seit fast drei Jahren waren die Zwillinge Mattheo und Kaya fester Bestandteil der Halsteadfamilie. Vieles hatte sich verändert und vieles war teil komplizierter, teils aber auch leichter geworden. Noch immer trauerte Erin ihrem verlorenen Stern Stella nach, jedoch hatte sie mit der Zeit gemerkt, dass Stella ihr Versprechen hielt. Immer wenn sie traurig war, kam ein Zeichen und gab ihr neue Hoffnung. Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Kind.

„Könntest du mir mal bitte helfen? Ich glaub, die Kinder nehmen mich nicht ernst!“, seufzte Jay und kratzte sich am Hinterkopf. „Du wolltest doch heute mal die Führung übernehmen. Also bitte! Deine Verantwortung, dass alle rechtzeitig dort hinkommen, wo sie sollen. Vergiss aber nicht, dass du in einer Stunde bei der Arbeit sein musst! Gestern hast du noch gesagt, dass es ein Leichtes ist, alle pünktlich abzuliefern“, antwortete sie grinsend.

Da hatte sich Jay ja was Feines eingebrockt. Am Abend zuvor hatte er noch betont, wie einfache Kinder sie doch hätten und dass alle pünktlich und richtig angezogen dort landeten, wo sie sollten. Louis in der Schule, die Zwillinge im Kindergarten und sie selbst an der Arbeit. Da hatte Erin vorgeschlagen, dass er doch morgen mal die Führung übernehmen solle und hatte nur gegrinst. Jay hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hatte. Im Nachhinein hätte er wohl lieber seinen Mund halten sollen. Dann wäre ihm so einiges erspart geblieben.

Das mit der Hochzeit innerhalb eines Jahres hatte nicht geklappt. Immer wieder war dem Paar etwas dazwischen gekommen. Entweder waren die Kinder krank, oder Jay war im Undercovereinsatz für die Unit. Auch Erin hatte keine Gedanken an die Hochzeit verschwendet. Warum auch? Sie wusste schon so, dass Jay sie liebte und alles für sie und die Kinder tun würde. Da brauchte sie nicht noch einen Trauschein dazu. So hatten die beiden das Thema Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschoben und hofften, irgendwann einen besseren Zeitpunkt zu finden.

Es war kurz vor halb acht Uhr morgens. Wenn sie jetzt nicht losfahren würden, würde Louis zu spät in die Schule kommen, was bedeutete, dass auch die Zwillinge und sie selbst zu spät kamen. DA erbarmte sie sich und half ihrem Verlobten aus der Klemme.

„Aufhören!“ Erin sagte es nicht laut. Aber von einer auf die andere Sekunde wurde alles still. Keines der Kinder traute sich mehr, ein Wort zu sagen. Ohne weitere Worte hielt sie Kaya ihre Jacke, Mütze und Schuhe hin; deutete für Mattheo auf den Tisch und für Louis in die Küche. Jedes der Kinder tat genau das, was die Mutter von ihm erwartete. Louis holte die vier Lunchpakete aus der Küche, Kaya zog sich ohne Gemurre an und Theo legte das Buch auf den Platz, wo Erin hingedeutet hatte. „So und jetzt alle ins Auto. Ich will in zwei Minuten fahren!“, meinte sie und Jay grinste nun neben ihr. „Das gilt auch für dich!“, fuhr sie ihn scharf an.

Nach nur drei Minuten saßen alle im Van. Die Familie hatte sich den Van zugelegt, als sie merkten, dass Zwillingswagen, Einkauftüten und drei Kinder nicht in den Sierra passten. So hatte das Paar beschlossen, den Sierra auf dem Unitgelände stehen zu lassen und fortan mit einem Familienauto durch die Gegend zu tuckern.

Niemand traute sich etwas zu sagen. Erin saß am Steuer, was Halstead natürlich gegen den Strich ging. Aber er wollte keinen weiteren Streit mit seiner Verlobten riskieren, also ließ er gewähren. „Louis, aussteigen!“, sagte Erin und Louis tat wie befohlen. Erin hatte die Kinder im Van so platziert, dass Louis, der als erster ausstieg auch an der Tür saß. Kaum war der älteste Halsteadspross ausgestiegen, gab es von Mum und Dad noch einen Kuss und dann lief er zur Schule. „So weiter geht’s!“ Und damit fuhr sie zum Kindergarten.

Die Zwillinge brachte sie alleine rein und war nach fünf Minuten wieder im Auto. Ohne ein Wort zu verlieren, fuhr sie zur Polizeiwache und parkte. Als Jay sie fassungslos anstarrte, brach sie das Schweigen. „Was?!“, fragte sie. „Ich fass es nicht. Wir sind um kurz nach halb acht von zuhause losgefahren und jetzt ist es Punkt acht Uhr. Wie schaffst du das jeden Tag?!“ „Jahrelange Übung mein Lieber. So und jetzt aussteigen! Wir kommen sonst noch zu spät!“


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Teil I: https://www.fanfiktion.de/s/d/5b58d74b0003b1733b3238fa/Das-Leben-geht-weiter
Teil II: https://www.fanfiktion.de/s/d/5be1a6e80003b173bb06ca5/Das-Leben-geht-weiter-Teil-2
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