When I wake up ...

von Kosakoni
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Fuma Muno Kakyu Kuzuki Kamui Shiro Seishiro Sakurazuka Subaru Sumeragi
15.01.2019
09.09.2020
30
213.800
5
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37 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
15.01.2019 14.817
 
Da! Das ist der Beweis, ich darf nicht in Kontakt mit anderen Fandoms kommen. XD
Jedenfalls, ich hab X schon ewig nicht mehr gesehen, hoffe jedoch, dass die Geschichte – wenn sie jemand liest – gefällt und hoffe umso mehr auch auf Kommentare. Einige Szenen aus den Mangas / der Serie hab ich versucht mit einzubringen, der Rest entsprang meiner kreativen Feder.

PS.: Die Story widme ich gänzlich Viebi, die sich über eine X-Story mit unserem Pairing so gefreut hat.

Viel Vergnügen.

~*~ Prolog ~*~

Ein Wort, das Subaru beschreiben konnte – zumindest wenn man ihn fragen würde: Aufmerksam

Das gehörte schließlich zu seinem Leben als Onmyoji. Jederzeit bereit das Böse zu erkennen, ebenso wie das Gute. Sowie das dazwischen. Manchmal war diese Aufmerksamkeitsgabe ebenso Fluch, wie … nein. Es war ein Fluch, dachte er oft. Zu oft. Schließlich war er damals jung gewesen, nicht jünger als Kamui es heute war, doch ebenso unschuldig, als er auf Seishirō traf und ihm die pure, kalte Realität wie das perfekt geschliffene Blatt eines Messers durch ihn hindurchfuhr. Die blanke Attraktivität, die der Mann ausstrahlte, war es, die ihm damals als Erstes auffiel. Sodass er für alles andere komplett blind war.

Selbst für den Fakt, wie tief er damals für diesen Mann fiel.
So hart.
Und manchmal glaubte er, immer noch nicht angekommen zu sein.

Er schwor sich schließlich, dass er nie mehr so blind sein würde. Sich nie mehr nur von einer einzigen Sache komplett blenden zu lassen. Niemals mehr so hart und bodenlos zu fallen …

Doch dann schickte ihn sein Schicksal zu Kamui. Und dieses Mal fiel er nicht. Es raubte ihm stattdessen komplett, und auf brutalste Art, den Atem.

~*~

Bevor Subaru in die Entscheidung über das Schicksal der Erde einbezogen wurde, bestand seine Aufgabe nur einem einzigen Ziel. Einer Seele ihren Frieden zu geben und Dämonen auszutreiben, sie zurückzuschicken in die Dunkelheit, aus der sie kamen oder sie auf der Stelle zu töten. Natürlich musste er hierbei auch auf das Gefäß achtgeben, in dem sich der Geist oder der Dämon befand, wenn er seinen Ritus wirken ließ. Es bedeutete ihm jedoch nie mehr, als es ein Job durfte. Weil es das eben war. Eine Aufgabe, die erledigt werden musste. Nicht mehr und nicht weniger.

Hinzukam, dass er seine Arbeit nicht mit nach Hause nahm. Niemals.

Als er jedoch nur Tage nachdem er Kamui aus seinem katatonischen Gefängnis gebracht hatte, das zarte Tapsen von nackten Füßen auf den Marmorfliesen seines Apartments hörte, musste er sich ernsthaft fragen, was in ihn gefahren war. Ohne die Augen zu öffnen, lauschte er für einen Augenblick in die Dunkelheit. So wie es sich anhörte, stand Kamui neben dem Couchtisch, etwa zwei Meter von seiner liegenden Position auf dem Sofa entfernt und beobachtete ihn. Er spürte seinen aufmerksamen Geist wie etwas Warmes. Beinah wie eine Wolldecke.

Dabei war sein Geist so stürmisch und durcheinander. Und doch wusste Subaru von der ersten Sekunde, nie etwas Wärmeres gespürt zu haben, in das er eingedrungen war.

Die Stille zusammen mit dieser warmen Präsenz auf ihm, würde ihn einschlafen lassen, gäbe es nicht den Fakt, dass er seit neun Jahren nicht mehr mit einer Person im selben Apartment geschlafen hatte. Geschweige denn, wenn sie sich beinahe lauernd und unentschlossen im selben Raum befand. Subaru wollte sich schließlich auf den Rücken drehen, um Kamui zu sagen, dass er schlafen sollte, als er die blanken Füße näherkommen hörte und kurz darauf ein Geräusch von Stoff, das auf den Boden fiel, eh ein leises Rascheln folgte und danach komplette Stille.

Er wusste, dass Kamui nicht weg war. Dafür spürte er die Präsenz seiner Aura zu nahe an seiner Seite. Und als er die Augen schließlich aufschlug, erkannte er auch weshalb. Sanft musterte er den zierlichen Körper, der sich auf ein Kissen und einer Decke auf dem kalten Marmor, direkt neben die Stelle gelegt hatte, wo Subaru auf dem Sofa schlief. Dabei hatte er dem Jungen doch sein Bett gegeben, welches groß war und … Schließlich erkannte er mit diesem Gedanken auch, was Kamui wohl gefehlt hatte. Das, was er so intensiv und schneidend in dem Sturm aufgenommen hatte. Die verborgene Angst davor, allein zu sein. Verlassen … von allen.

Die Erkenntnis traf Subaru dennoch in diesem Moment härter, als er es geglaubt hätte. Hinterließ einen Riss irgendwo in ihm, weil er vergessen hatte, wie es sich anfühlte, so zu empfinden. Weil er die Einsamkeit, dem Schmerz etwas zu verlieren, das er lieben könnte, vorzog.

Mit einem kaum hörbaren Seufzen zog er seine rechte Hand unter dem Kissen hervor und umfasste vorsichtig die Decke, welche Kamui über sich liegen hatte und doch nur spärlich den schmalen Körper bedeckte, dessen Haut im Mondlicht, das durch seine Panoramafenster fiel, ebenso weiß und delikat wirkte, wie bereits im Hauptquartier. Nur sehr viel magischer in diesem Moment. Sanft zog er die Decke schließlich höher, bis sie die Schultern bedeckte und seine Finger für eine Sekunde in der Luft verharrten, eh er mit ihnen durch seidenweiche Haarsträhnen fuhr und für einen Augenblick ließ er sich tatsächlich die physische Wärme des Jungen genießen, bevor er die Hand zurückzog.

„Subaru?“, wisperte es leise neben ihm. Unsicher und so … während sich gleichzeitig kühle Finger um seine legten, nur um seine Hand festzuhalten. Er sollte Abstand wahren. Doch war es unmöglich. Weshalb seine Finger noch eh er überhaupt die Entscheidung selbst machen konnte, zwischen die Kamuis glitten und er atemlos beobachtete, wie dieser seine Hand zu sich hinabzog. Bis an seine Brust und Subaru unter dem intensiven harten Pochen seines Herzens, das in seinen Ohren widerhallte, das harte und lebendige Pulsieren des Anderen unter seinen eigenen Fingerspitzen spüren konnte.

Und tatsächlich war es lebendig.
Er hatte nur vergessen, wie gut es sich anfühlte.

~*~

Neun Jahre hatte Subaru in Stille gelebt.

Die Stille und Ruhe in seinem Apartment zu schätzen gelernt. Ebenso wie der Tatsache, nur seine eigene Präsenz zu spüren. Seine eigenen Geräusche zu hören. Seine Atmung, seine Schritte, welche er nur hörte, weil er wusste, dass sie da waren. Das Geräusch von zartem Porzellan, das auf zartes Porzellan abgesetzt wurde, wenn er Tee trank.

Darum sollte es ihn beruhigen wie vorsichtig und leise sich Kamui um ihn herum bewegte, aber in Wahrheit … machte es ihn wahnsinnig, weil seine Stille so laut war. Erst Tage später wurde ihm klar, warum es ihn zu verrückt machte. Es wurde ihm bewusst, als er Kamui beobachtete, wie dieser sein Geschirr – nach einem mehr als spärlichen Frühstück von einer Scheibe Toast – abspülte. So leise und bedacht alles so zu hinterlassen, wie es war, bevor er überhaupt Subarus Apartment betreten hat. In dem Augenblick wurde ihm klar, dass sich Kamui mit seinem eigenen Tod abgefunden hatte. Nichts anderes erwartete und gleichzeitig versuchte nichts zu hinterlassen, das an seine Existenz in Subarus Leben erinnern könnte.

Die Erkenntnis traf ihn noch sehr viel intensiver, als diese pure atemberaubende Schönheit, die Kamui sowohl in, als auch außerhalb von sich trug. Weil sie zusammen mit den winzigen Rissen, die sich in den letzten Tagen durch seine innere Mauer gezogen hatten – mit jeder kleinsten Geste, mit der ihn der Junge an sich ließ – seine Mauer komplett niederriss. Womit er zum ersten Mal seit neun Jahren spürte, wie sich sein Herz schmerzerfüllt zusammenzog.

~*~

„Ich will, dass du lebst.“, sagte Subaru ernst, nachdem er Kamuis linken Arm von dem Verband befreit hatte, wo inzwischen nur noch rosafarbene Narben von seiner Verletzung zeugten. Welche jedoch bald weiß in den Hintergrund treten würden. Und doch nicht vergessen. „Ich lebe.“, erwiderte der Junge monoton, während die rehbraunen Augen an ihm vorbeiblickten. Vielleicht fiel es ihm daher auch so einfach – zu einfach – das zarte Kinn sachte mit seinen Fingern anzuheben und Kamui zu zwingen, ihn anzusehen.

„Du existierst, das ist nicht leben.“, erklärte er sanft, auch wenn er innerlich bebte. Nicht vor Wut, doch durch die Intensität, dass er fühlte. Für eine andere Person. Schweigend erwiderte Kamui seinen Blick, eh er zur Seite sah. „Wofür … wenn ich doch schon weiß, wie es enden wird. Das ist es schließlich, was von mir erwartet wird. Oder?“ Damit richteten sich die intensiv schimmernden Augen wieder auf ihn, woraufhin er zum ersten Mal das Bedürfnis hatte, zu lügen.

Es jedoch nicht konnte, weil die Person vor ihm, ihm etwas bedeutete. „Deine Entscheidung. Ja. Aber nicht deinen Tod, Kamui. Ich ...“ Subaru sollte so nicht fühlen. Wollte nie mehr so empfinden … So nahe an einem Abgrund stehen. Doch war es für ihn sowieso schon zu spät. „Ich will, dass du lebst. Wenn nicht für dich, dann lebe für mich.“ Für einen Moment erwiderte der Jüngere nur seinen Blick, eh sich dieser leicht weitete und Kamuis Augen sachte begannen zu schimmern. „Aber … warum?“, wisperte Kamui ebenso atemlos, wie sich Subaru seit der ersten Sekunde bei ihm fühlte und er selbst nur lächeln konnte.

„Weil du es wert bist.“, hauchte Subaru zärtlich, bevor er die Hand in den Nacken des Jüngeren legte und ihn sanft umarmte. Der Schmerz des Verlustes hatte ihn damals betäubt und nie hätte er angenommen, jemals wieder so zu fühlen. Noch so fühlen zu wollen. Doch war es nicht gelogen. Es gab Menschen, … die waren den Schmerz wert, wenn man ihnen dafür Liebe schenken durfte.

~*~

Ihr erster Kuss war sein erster Kuss seit neun Jahren. Und er war ebenso unsicher, wie sich Kamui fühlen musste, als er die langen Fingerspitzen spürte, wie sie sich leicht zitternd in sein Shirt krallten. Unsicher, wie viel er nehmen durfte, von dem, was ihm Kamui geben wollte. Unsicher über das, was Kamui gewillt war, von ihm anzunehmen. Doch als sich ein Augenblick später die Finger aus seinem Stoff lösten und sie in seinen Nacken glitten, schwand die Unsicherheit in den Hintergrund und er erlaubte es sich stattdessen die Zärtlichkeit zu genießen, mit der ihre Lippen sich bewegten. Warm und weich und so … so perfekt.

Dabei konnte er nicht einmal mehr sagen, wer ihn überhaupt begonnen hatte. Nur, dass es sich Kamui endlich erlaubte, auch mal eine Tasse oder einen Teller in der Spüle zu hinterlassen und Subaru es leichter fiel zu atmen.

~*~

Vielleicht fühlte sich Sterben auch aus dem Grund so unendlich schmerzvoll an.

~*~

Langsam öffneten sich seine Augen. Es fühlte sich an, wie ein Déjà-vu, als er hinab in die rehbraunen Augen blickte, welche ihm so warm und offen entgegenblickten, wie bei ihrer ersten Konfrontation. Die Wärme, welche durch seinen Brustkorb strömte und sein Herz anschwellen ließ, umhüllte ihn intensiver, als er es jemals zuvor gefühlt hat. Es war nicht die gleiche, zerreißend bittere und schmerzliche Liebe, welche er Seishirō gegenüber empfunden hatte. Es immer noch tief in seinem Innersten empfand. Dafür empfand er jetzt jedoch eine Liebe, durch die er wieder wusste, wie es sich anfühlte zu leben.

Warme Fingerspitzen glitten vorsichtig über seine Wange, beinahe so, als fürchtete Kamui, wenn er ihn gänzlich berührte, würde er verschwinden. „Ich sah … du bist gestorben.“, wisperte Kamui rau, während eine Träne über seine Wange fiel und Subaru sie zärtlich mit dem Daumen fortstrich. Sie fühlte sich auf Kamuis kühler Haut, beinah heiß an. „Bist du … jetzt ein Geist?“ Subaru musste lächeln, während er weitere Tränen fortstrich. So lange, bis Kamuis Hand sich zitternd um sein Handgelenk legte und ihn davon abhielt. „Bin ich tot?“

„Wir leben.“, antwortete er schließlich, ohne wirkliche Antworten zu haben. Subaru hatte den Tod gespürt. Er war kalt und schneidend. Dunkel und einsam. Es fühlte sich an, wie die Zeit bevor ihm sein Atem genommen wurde. Bevor er in den stürmischen Geist eines Sechzehnjährigen eingedrungen war, um ihn vor dem zu befreien, das auch einst Subaru gefangen hielt. Der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen, durch eine Person, die man liebte.

Gerade dadurch fühlte sich der Tod einfach an.
Zu sterben, war es nicht, wenn man wusste, die eine Person zu verlassen, für die man leben wollte. Die sich für ihn zu leben entschied.

Und vielleicht war es das, was sie beide zurückbrachte. Kamuis letzter Wunsch, dass Subaru glücklich lebte, was jedoch nur möglich wäre, wenn Kamui selbst überlebte. Dieser Wunsch war ebenso stark, wie der Schutzbann, der alles überzog. Unsichtbar und warm. Aber wahrhaftig wie der stetige Puls, den er unter seinen Fingerspitzen fühlen konnte, wenn er mit den Fingern seiner anderen Hand Kamuis Handgelenk umfasste. So wie dieser und ihm den Puls nahm, bevor er mit dem Kopf auf die warme Brust sank und sich nie lebendiger fühlte, wie mit dem stetigen Hämmern Kamuis Herzen direkt unter seinem Ohr.

~*~ Prolog Fin ~*~

Manchmal konnte Subaru es immer noch nicht fassen.
Die eine Tatsache, welche ihn von einem auf den anderen Moment komplett überwältigte.

Es war meist nur eine winzige Mikrosekunde. Wie, wenn er morgens aufwachte und das Erste, das er wahrnahm, der schmale, warme Körper in seinen Armen war. Der Augenblick, wenn er in die Dusche stieg und er von dem Geruch Kamuis Shampoo überwältigt wurde, das nach Kokosnuss und Zitronengras roch. So frisch und warm. Oder einfach nur der Augenblick, wenn sich eine warme Hand auf seinen Rücken legte und über seine Schultern strich, weil er noch eine Fallakte studierte, Kamui allerdings so müde war, dass er schon vor ins Bett ging …

Wenn es kam. Diese Überwältigung über diese schiere Tatsache, dass er lebte, weil Kamui ihn so sehr liebte, schnürte es ihm die Kehle zu. Es war anders, als vor neun Jahren, als seine Schwester in seinen Armen starb. Anders, als Seishirō tot in seinen Armen liegen zu haben, mit der plötzlichen Erkenntnis, dass er ihn doch geliebt haben musste, weil Hokuto ihm einen letzten Zauber auferlegt hatte, in der Seishirōs Zauber auf ihn zurückprallen würde, sollte er je Subaru in der selben Weise töten wollen, wie Hokuto zuvor.

Subaru hatte vergessen, wie es sich anfühlte, wahrhaftig geliebt zu werden. Allerdings hatte er nie die Chance erhalten zu wissen, wie es sich anfühlte, von einer anderen Person, als seiner Schwester geliebt zu werden. Denn Seishirō hatte ihm nie das Gefühl gegeben, ihn zu lieben. Er ließ ihn umso mehr wissen, wie sehr Subaru ihn liebte, weil er alles für ihn getan hätte. Aber jeden Tag mit der Erkenntnis aufzuwachen, ihr zu begegnen, wenn er nicht damit rechnete oder einfach nur einer einzigen, zärtlichen Geste …

Kamui hatte so viel Schmerz erlitten. So viele Verluste und geliebte Menschen verloren. Subaru hatte seinen Schmerz gespürt. Die Zerrissenheit und tiefe Verzweiflung – damals in seinem Geist. Und damals glaubte er, für einen Augenblick selbst wieder sechzehn zu sein und seine tote Schwester in den Armen zu halten. Sie hatten den gleichen Verlust erlitten. Durch eine Person, die sie zutiefst liebten. Dennoch war Kamui so … so stark, obgleich in so vielen Wegen gebrochen.

Die ersten Wochen nach dem entscheidenden Tag und ihrer … – Subaru fand keinen passenden Ausdruck, für ihre Wiedererweckung – waren schwer. Besonders weil Kamui immer noch nicht wirklich begriffen hat, zu leben, und er praktisch für den Fortbestand der Menschheit gesorgt hatte. Er sah ihn auch heute wieder für einen Moment, mitten in seinen Notizen für seine Hausaufgaben stocken. Für gewöhnlich ignorierte Subaru es, weil Kamui nie länger als seine Sekunde stockte, doch heute – jetzt

Er ließ die Seite los, welche er umgeschlagen hatte – in seinem eigenen Buch über einen Exorzismus – und legte die Hand zärtlich auf Kamuis, als diese begann zu zittern. „Es … ist wirklich vorbei oder?“, fragte der Jüngere so hauchzart, dass es ihm eine Gänsehaut über den Nacken laufen ließ. „Ja.“, erwiderte er ebenso leise, während er mit den Fingern sanft über die weiche Haut streichelte. Darunter die zarten Knochen in seiner Hand spürte. Erneut wurde ihm bewusst, wie zerbrechlich Kamuis Körper doch war und sein Geist gleichzeitig so stark. Dabei flackerten rehbraune Augen unsicher zu ihm auf und blickten ihn durch leicht wirre, rabenschwarze Haare an. Sanft erwiderte er den Blick, bevor Kamui langsam nickte und dann weiterschrieb. Jedoch nicht, ohne die eigene Hand zu drehen und mit den Fingern zwischen Subarus zu gleiten und sie so sanft festzuhalten.

Auch in diesem Moment schnürte es ihm wieder die Kehle zu. Durch die Intensität dessen, was ihm Kamui gab. Und dem, was er für ihn empfand. Er konnte nicht leugnen, zu fürchten Kamui mehr zu entreißen, als dieser ihm geben konnte. Zu fürchten, irgendwann von dieser enormen Affektion so eingenommen zu werden, dass er dieselben gierigen Züge Seishirōs annehmen würde. Doch fiel ihm in diesem Augenblick ein, dass er Kamui nicht besitzen wollte. Nicht wie Seishirō ihn besitzen wollte. Er … „Ich liebe dich.“

Er hörte das leise Geräusch eines Stiftes, der auf den Block fiel und ihm wurde gleichzeitig bewusst, dass er es ausgesprochen hatte. Überrascht weiteten sich seine eigenen Augen, bevor er spürte, wie eine Hitze über sein Gesicht rauschte und sein Mund plötzlich trocken wurde. Besonders, als ihm bewusst wurde, wie ihn Kamui anstarrte. Völlig geschockt und desinteressiert darüber, wie sein Stift über Subarus Schreibtisch rollte, eh er zu Boden fiel, mit einem leisen Klackern, und Tinte über den beigefarbenen Marmor spritzte.

Es war nicht so, dass es nicht bekannt sein sollte, schließlich …
Schließlich schliefen sie seit Wochen in einem Bett zusammen. Kuschelten. Hielten Händchen und … da waren hin und wieder zärtliche Küsse. Lange, sehr zärtliche Küsse und dieses berauschende Prickeln. Allerdings auch seine Angst gepaart mit tiefer Unsicherheit, Kamui zu überwältigen.

So wie jetzt.

„Du ...“, hauchte Kamui beginnend, bevor er ruckartig aufstand und Subaru den Kopf senkte. Er erwartete, dass der Jüngere sich komplett von ihm zurückziehen würde. Unsicher, weil sie doch wussten, wie viel Kamui erst vor Kurzem verloren hatte und vielleicht noch nicht bereit war. Und als die langen Finger sich aus seinen lösten, wollte er mit ihnen sich wütend über seinen Kontrollverlust durch die Haare fahren. Nur, dass im gleichen Moment sein Gesicht sanft umfasst wurde und er in feuchte, tiefbraune Augen blickte, welche direkt über seinen schwebten. „Subaru ...“, wisperte Kamui bevor dieser ihn küsste und Subaru überwältigt die Hände für einen Augenblick in der Luft behielt, eh er sie an die schmalen Hüften legte und sich von dem Schreibtisch wegstieß, damit er sich auf dem Bürostuhl besser drehen konnte. Allerdings glitt im nächsten Moment der Jüngere auf seinen Schoß und ein heftiger Schlag fuhr von seinem Herzen, bis in seinen Unterleib. Augenblicke später löste sich Kamui, während Tränen über seine Wangen liefen, die er zärtlich von dort strich.

„Ich liebe dich auch. So sehr, dass ich … dass ich manchmal nicht atmen kann.“, gestand ihm der Schwarzhaarige unter einem gebrochenen Wispern, das ihn nicht minder brach. Weil es einfach zu … Atemlos erwiderte er den tiefen Blick, nur um die Arme vollends um Kamui zu schließen und ihn dann von sich aus zu küssen.

In dem Moment fiel es von ihm.
Seine Unsicherheit ebenso wie seine Angst.
Denn … er war nicht Seishirō. Oder Fuma. Ebenso wenig war Kamui wie diese beiden.
Sie waren … Subaru und Kamui. Sie … sie würden ihr Schicksal gemeinsam entscheiden. Eigene Fehler machen. Erinnerungen schaffen. Und leben. Nicht leiden.

Genießend entließ er die Luft in seinen Lungen, während sich der Jüngere an ihn schmiegte und er sein Gesicht in den weichen, seidigen Haaren vergrub. Es genoss, wie perfekt sie zueinanderpassten. Beinahe so, als wären sie füreinander geschaffen worden.

~*~

Als Subaru zwei Tage später von einem Exorzismus nach Hause kam, hörte er aus der Küche ein leises Maunzen. Ein wenig perplex musste er sich fragen, ob Kamui vielleicht vergessen hatte die Veranda zum Garten zu schließen, als er jedoch die weiche Stimme seines Freundes wispern hörte. Nachdem er also seine Schuhe neben der Tür abstreifte, trat er durch den langen Korridor hindurch, zum großen Wohnzimmer, wohinter sich die offene Küche befand und er nur Kamuis schwarzen Haarschopf über die Kücheninsel ragen sah. „... hoffe es schmeckt dir.“

„Kamui.“, sanft sprach er den Namen des Jüngeren aus, der sofort und fast ein wenig erschrocken auffuhr und mit weiten Augen unsicher zu ihm blickte. „Subaru, du bist wieder da.“ Er wusste nicht, ob er lächeln sollte, so, wie Kamui ihn musterte. Er fand jedoch, dass er so süß war, dass er einem Lächeln nicht abgeneigt war. „Wen hast du bei dir?“, fragte er schließlich sanft, woraufhin sich die rehbraunen Augen leicht zu Boden senkten. Dort, wo er eine Katze vermutete, sie jedoch nicht durch die Kücheninsel sehen konnte. „Ich … ich … sie war im Garten und war so dünn ...“, begann Kamui zu erklären, bevor Subaru schließlich doch um die Insel trat und er einen mitfühlenden, leisen Laut von sich gab.

Sogleich über seine Anwesenheit beunruhigt, hob die Katze ihren Kopf und blickte ihn aus klaren, blauen Augen an. Argwöhnisch, scharf sowie unsicher, ob er eine Gefahr für sie oder die Milch darstellen würde, die ihr Kamui in einer kleinen Schüssel vorgestellt hatte. Dann aber senkte sie den Kopf ganz langsam wieder über die Schüssel und schleckte weiter an ihrem dargebotenen Geschenk. Dabei flogen hin und wieder leichte Spritzer von Milch auf den Marmorboden sowie an ihre langen, weißen Schnurrhaare, so hungrig schien sie. Ihr Fell, obwohl sehr dicht und glänzend, ließ dennoch nicht verbergen, dass sie tatsächlich dünn war. Ein Streuner. Aber ein sehr hübscher mit den weißen Streifen zwischen dichten, schwarzen und hellbraunen Flecken.

„Ich mach das alles wieder sauber, versprochen.“, versicherte ihm Kamui, weil er wohl ebenfalls die Milchspritzer erkannte. Aber Subaru lächelte nur und schüttelte leicht den Kopf. „Sie … willst du sie behalten?“, fragte er sanft, woraufhin Kamui ihn fast erschrocken anblickte. Sich gleichzeitig aber ein rosa Schimmer auf die hohen Wangenknochen legte, so, als wollte er ihn fragen, wusste jedoch nicht, wie er die Frage stellen sollte … „Ich … weiß nicht. Ich hab … gar keine Ahnung von Tieren. Außerdem … das hier ist deine Wohnung, ich will nichts … nichts erwarten.“, murmelte Kamui wobei er immer leiser wurde.

Manchmal war der Schwarzhaarige doch wirklich so … unsagbar süß, fand Subaru, während er ihn aufmerksam musterte. „Ich auch nicht. Und dennoch hast du sie dazu gebracht reinzukommen, ihr Essen zu geben. Was die Wohnung betrifft, so wohnst du ebenfalls hier, Kamui. Wenn … du denn bleiben möchtest.“

Dieses Gespräch hatten sie eigentlich nie geführt, kam es ihm plötzlich ebenso wie Kamui. Er hatte den Jüngeren eigentlich nur mit zu sich genommen, weil der sich von allen anderen so extrem abgekapselt hatte, dass sie alle einen Rückschlag erwarteten, in dem Kamui wieder in seinen katatonischen Zustand verfallen könnte. Und weder Kamuis Freunde, noch Subaru dies wollten. Außerdem sorgte er sich damals sehr um den Jungen. Tat er auch heute noch. Aber seine Beweggründe, ihn hier bei sich zu haben, wurden von Tag zu Tag persönlicher.

Rehbraune Augen hoben sich schließlich wieder und sahen ihn lange an, bis Kamui leicht lächelte und dann nickte. „Sehr gerne.“ Die Antwort ließ ein warmes Prickeln durch all seine Glieder fahren und sein Herz regelrecht anschwellen. Schließlich streckte er die linke Hand nach dem Jüngeren aus. „Komm her.“, hauchte er sanft und spürte sogleich die warmen Finger, wie sie sich um seine schlossen.
Eine Berührung, welche sie seit dem ersten Tag ihres Kennenlernens eingingen, und welche Subaru immer noch ebenso sehr liebte, wie wenn er Kamui wie jetzt auch, zärtlich an sich heranziehen und küssen konnte. Dabei streichelte er durch die weichen, warmen Haare, hinab in den langen Nacken des Jüngeren, der seinen Kuss ebenso sanft erwiderte und mit den Händen unter seinen weißen Trenchcoat glitt und seinen Rücken über dem Shirt streichelte. „Hab dich vermisst.“, wisperte Kamui gegen seinen Hals, nachdem Subaru den Kuss gelöst und einen Kuss auf die Stirn seines Freundes hauchte. Genießend schloss er die Augen.
Wie sehr hatte er sich vor neun Jahren immer gewünscht diese Worte irgendwann zu hören, von der einen Person, bei der es ihm etwas bedeuten würde. Nur, um irgendwann diesen Wunsch brechen zu spüren unter seinem zerschmetterten Herzen. Er hatte nicht bemerkt, dass er dennoch wieder aufgelebt war. „Und ich dich.“, erwiderte er sanft und atmete tief den warmen Geruch von Kokosnuss und Zitronengras ein.

Er könnte ewig so verweilen. Mit Kamui in seinen Armen und dem sachten Hintergrundgeräusch eines warmen und zufriedenen Schnurren. Und er würde wissen, glücklich zu sein.

~*~

Wenn Subaru mit Kamui zusammen war, dann war es, als wären die letzten Jahre nie gewesen. Er fühlte sich plötzlich so, wie sich seine Klienten nach einem Exorzismus fühlen mussten. Wie neu belebt und von allem Dunklen befreit. Er wusste, dass es viele Gründe gab, warum sie vielleicht nicht zusammen sein sollten. Darunter ihr Altersunterschied. Aber zum aller ersten Mal in seinem Leben, waren ihm diese Gründe nicht wichtig. Es war ihm egal, was man über ihn denken mochte. Die einzige Person, deren Meinung für ihn etwas zählte, war Kamui …

„Ist das … okay?“, fragte Subaru leise, als er mit den Fingerspitzen unter Kamuis T-Shirt glitt und er die zarten Muskeln unter seiner Berührung zucken spürte. „Ja … ja, bitte.“, erwiderte der Jüngere neben ihm etwas atemlos. Subaru konnte in der zarten Dunkelheit seinen Ausdruck nicht gänzlich erkennen, doch dafür hörte er an Kamuis Stimme, dass er die Berührung ersehnte. Sanft streichelte er über die weiche Haut an Kamuis flachen Bauch, wobei sein Daumen sachte über seinen Bauchnabel glitt und er den Jüngeren unter sich atemlos aufkeuchen hörte. Der Laut brannte sich durch seinen gesamten Körper, hinab in sein tiefstes Innerstes. Schließlich umfasste er die schmale Hüfte mit seiner gesamten Handfläche, wobei er mit dem Daumen über die Kante seines Hüftknochens fuhr. Und sachte tiefer, über diese leichte Vertiefung, wodurch Kamui leicht erzitterte und seinen Namen stöhnte.

„Du fühlst dich wundervoll an, Kamui.“, hauchte er liebevoll in Kamuis Ohr, über das er mit den Lippen glitt und dann die Stelle dahinter fand, wo die weiße Haut so empfindlich schien und so unsagbar samtig. Sachte saugte er sich dort fest, nur um sogleich von langen Fingern an der Schulter umfasst zu werden. So, als musste sich der Jüngere an ihm festhalten. Dabei erging es ihm nicht anders. Alles in ihm prickelte vor Aufregung und Erregung. Denn das hier war auch für ihn neu. Diese pure Form der Zärtlichkeit, so war Seishirō nie gewesen.

Allerdings wollte er auch nichts überstürzen. Nicht mit Kamui. Auch wenn dieser sich so verführerisch gegen ihn drängte und die Beine einladend spreizte, weil er ebenso erregt zu sein schien, wie Subaru, auch wenn er sich nicht wagte, diesen Schritt zu gehen. „Subaru … bitte.“, wisperte er neben ihm so süß und sehnsüchtig, dass es ihm beinah unmöglich war, nein zu sagen. Aber es war …

Atemlos rollte er sich auf den Rücken und schloss für einen Moment angestrengt die Augen. Es war so unendlich lange her, dass er so erregt gewesen war. Subaru hatte vergessen, wie leicht man in der Begierde versinken und Dinge machte, für die man nicht bereit war, nur um jemandem Befriedigung zu schenken. „Willst du mich nicht?“, fragte ihn Kamui lautlos und so …

„Doch.“, sagte er leise. Mit einem leisen besorgten Geräusch öffnete er schließlich wieder die Augen und lehnte sich zur Seite, um die kleine Lampe an seinem Nachttisch anzustellen. Ihr warmes, dämmriges Licht ließ sein riesiges, spärliches Schlafzimmer weniger kalt erscheinen, als es tatsächlich war. Anschließend rollte er sich zurück auf die Seite, um Kamui ins Gesicht zu sehen. Der Jüngere blickte unsicher auf das Laken unter ihnen, bevor Subarus Hand sanft seine Wange berührte und die dunklen Augen, ihn endlich anblickten. „Ich will dich sehr, Kamui. Du hast … nicht die geringste Ahnung, wie sehr.“, gestand er leise, wobei sich seine Wangen röteten.

„Aber ich möchte nicht, dass wir irgendetwas zu schnell angehen. Ich möchte nicht, dass du es bereust.“ Damit streichelte er sanft dem Jüngeren einige Strähnen aus der Stirn, wobei sich Kamui an seine Handfläche schmiegte und gleichzeitig die Augen schloss, wodurch die langen, tiefschwarzen Wimpern über seine Fingerspitzen flackerten. Die Geste ließ sein Herz fast so heftig anschwellen, dass es ihm für einen Augenblick das Atmen erschwerte. Dann aber nickte Kamui, auch wenn er glaubte, dass es ihm wirklich viel Überwindung kostete. „War … war es denn ...“, begann dieser leise, eh er die Augen wieder öffnete und Subaru lange musterte, eh er den Mut zu finden schien weiterzusprechen. „Hast du es bereut? Damals mit Seishirō?“

Subaru verlor für einen Augenblick die Fassung, sodass seine Augen sich weiteten und seine Finger etwas von Kamuis Gesicht rutschten. Er wusste ja, dass Kamui sehr aufmerksam war und wohl auch einige korrekte Verbindungen schloss, zwischen dem, was Subaru ihm über Seishirō und sich erzählt hat. Aber, dass er es tatsächlich komplett durchschaut hatte, das … „Ich – entschuldige! Das … das geht mich nichts an.“, verlegen fuhr sich Kamui durch die wirren, schwarzen Haare und setzte sich auf, mit der offensichtlichen Absicht, aus dem Bett aufzustehen, doch hielt Subaru ihn zu seiner eigenen Überraschung sanft am Handgelenk fest. „Doch, ich … es ist okay.“, antwortete er langsam, wobei ihn die rehbraunen Augen für einen Augenblick unsicher musterten, nur um dann wieder ihren üblich sanften Ausdruck anzunehmen und Kamui sich zurück neben ihn legte.

Während sie sich in die Augen blickten, wurde Subaru bewusst, dass er nie mehr wirklich darüber nachgedacht hatte. All die Erinnerungen an das, was er mit Seishirō getan und für ihn tat, hatte er komplett zurückgedrängt. In eine Kiste und so tief unter seinen Mauern begraben … Natürlich gab es in neun Jahren Echos. Aber niemals hatte er sie bewusst hervorgerufen. Nie hätte er gedacht, mit einer Person über die Dinge sprechen zu wollen, die ihm widerfahren waren. Aber mit Kamui … mit Kamui schien alles so einfach. Vielleicht, weil er wusste, sich bei ihm nicht verändern zu müssen. Weil er er sein konnte.

„Seishirō war, als ich ihn kennenlernte, wirklich nett. Sehr aufmerksam und … immer da. Über ein Jahr lang tat er alles, um mir zu beweisen, wie gern er mich hatte.“ Subaru musste leicht schlucken, durch den Druck der alten Gefühle, die in ihm aufstiegen. Kamuis Hand schloss sich sanft um seine, wie auch schon so oft zuvor, wann immer ihm auffiel, wenn Subaru es an Wärme und Halt fehlte. Zärtlich festigte er die eigenen Finger um die des Jüngeren. „Er verlor sogar sein rechtes Auge, bei einem Anschlag, der mir galt, als er mich rettete. Und ich … in dem Moment musste ich mich fragen, ob er vielleicht nicht gelogen hatte, wenn er sagte, er würde mich lieben. Also … ließ ich es zu. Den Gedanken und ebenso, dass aus meiner Affektion für ihn einfach mehr wurde. Dass meine Schwester uns dabei so hartnäckig unterstützte, war es schließlich, das mich komplett überzeugte es versuchen zu wollen.“ Er spürte Kamuis Daumen sanft über seinen Handrücken streicheln. Sanft und behutsam. Gebend und nicht nehmend. „Ich …“ Subaru schloss für einen Augenblick hart die Augen. „Ich fiel so … so hart, ich hätte alles für ihn getan.“, wisperte er atemlos und schlug die brennenden Augen wieder auf, nur um in die feuchten Kamuis zu blicken. „Und als ich mich ihm hingab, war es …“ Eine Träne fiel über seine Wange, während sich Kamuis Augenbrauen stärker zusammenzogen, als kämpfte er mit ihm gegen den aufkommenden Schmerz. „... es tat weh und ich fühlte mich … er fühlte sich so fremd an. Ich … fühlte mich fremd. Dabei wollte ich ihn nur … glücklich machen, für alles, was er zuvor für mich getan hat. Aber er hat gelogen. Er war der Sakurazukamori und … In der ganzen Zeit da war es sein Ziel mich zu töten. Hokuto … opferte sich schließlich im Gegenzug für mein Leben. Ich hab mich weder zuvor, noch danach je so geschämt, es nicht erkannt zu haben. Also wurde ich aufmerksamer und … verlor mich in dem bloßen Wunsch, mich niemals mehr in jemanden zu verlieren.“

Er schniefte leise und fuhr sich über die Wangen mit der rechten Hand, da Kamui seine linke immer noch fest umfasst hielt. „Es tut mir so leid.“, wisperte dieser leise. Und das nicht auf diese Weise, wie wenn man jemandem sein Bedauern erläuterte. Sondern, als würde er es spüren. Seinen Schmerz verstehen. Dennoch blickte er unsicher zu ihm, weil es zuvor nur eine einzige Person in seinem Leben gab, bei der er es sich erlaubt hatte, sich so offen zu zeigen. Welche für ihn gestorben war … „Subaru.“, hauchte Kamui schließlich und im nächsten Moment spürte er die langen Arme um sich geschlungen, während ihm sanft durch die Haare gestreichelt wurde.

Für einen Augenblick war es wieder wie vor Monaten. Nachdem er Kamui vor Fuma beschützte, wobei er selbst am Auge verletzt worden war und Kamui ihn festhielt. Auf eine Weise, wie es zuvor nicht einmal seine Zwillingsschwester konnte.

Lange lagen sie auf diese Weise gemeinsam im Bett, bis seine Tränen versiegt waren und auch darüber hinaus. Dabei sollte man glauben, alles hinausgelassen zu haben, würde dazu führen, wieder in dem Schmerz seiner Erinnerungen zu versinken. Aber in Wahrheit fühlte er sich nie befreiter, von all dem. Von all seinen Ängsten.

Kamuis Kopf, der inzwischen auf seiner Brust ruhte, neben der Hand, die ihn sanft durch sein Hemd streichelte, hob sich langsam, woraufhin er seinen Blick von der Decke, hinabsinken ließ. Jedoch nicht damit stoppte, durch die weichen Haarsträhnen zu streicheln. „Ich werde es nicht bereuen.“, sagte Kamui entschieden und für eine Sekunde wusste er nicht, was er meinte, bis … und Subaru schluckte. „Kamui ...“

„Nein, lass mich … das sagen.“ Aufmerksam erwiderte er Kamuis Blick, welchen er bisher nur einmal so gesehen hat. Entschieden und absolut sicher. Der Ausdruck jagte seinen Puls in die Höhe, als rannte er einen Marathon. „Ich weiß nicht, wie es sich für uns beide anfühlen wird, wenn wir … weitergehen, ich meine, ich war vor dir noch nie mit jemandem zusammen.“ Kamui schluckte leicht errötend und Subaru wollte etwas sagen, aber der Blick aus den dunklen rehbraunen Augen, hielt ihn davon ab. „Und ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte keine Angst davor, weil … ich Angst habe, etwas falsch zu machen. Aber … ich hab auch immer noch manchmal Angst vor die Tür zu gehen, weil ich befürchte, mir das hier alles nur einzubilden und ich in Wahrheit tot bin.“ Subaru atmete tief ein, durch dieses Geständnis, da Kamui es bisher nie wirklich laut ausgesprochen hatte. Da zwar dieses Zögern und Stocken in ihm … und es wurde weniger, aber manchmal sah er es immer noch in seinen Augen. Wie ein Echo …

„Ich weiß aber, dass ich es nicht bereuen würde. Nicht, weil ich dich liebe, sondern weil ich dich kenne, Subaru. Du würdest mir niemals wehtun. Und niemals etwas tun, von dem du weißt, es könnte mir schaden. Du bist nicht …“ Kamui stoppte für eine Sekunde, bevor er schluckte und den Blick leicht senkte. „Du bist Subaru und in der gesamten Zeit, in der alle nur eines von mir wollten, und zwar, dass ich mich entscheide, da warst du die einzige Person, die nichts von mir erwartet hat. Du hast mich nie vergessen lassen, wer ich bin. Als Mensch, nicht als … irgendeine dämliche Bestimmung. Du hast das Schlimmste in mir gesehen und warst die gesamte Zeit immer bei mir, wenn ich dich brauchte. Und wenn du meine Hand gehalten hast … hab ich mich zum ersten Mal … nicht alleine gefühlt.“ Sein Herz zog sich so schmerzvoll zusammen, und das einzig durch die Erfüllung, die Kamui mit ihm teilte. Mit brennenden Augen lehnte er sich zu Kamui und legte seine Hand auf seine Wange. „Ich hab mich in dich verliebt, Subaru, … mit jedem einzelnen Tag immer mehr. Und nicht einmal … nicht ein einziges Mal, hast du mir wehgetan. Weil du dazu gar nicht imstande bist.“

Es war nicht gelogen, was ihm der Jüngere gestand. Subaru hatte seine schüchternen Blicke manchmal bemerkt, ebenso wie die Röte, wenn er nach seiner Hand gegriffen hatte. Er spürte sogar die Affektion ihm gegenüber mit jedem Tag immer größer werden. Allerdings war es nicht einseitig. Nicht wie bei ihm und … Überwältigt über die Emotionen, die in ihm aufkamen, stemmte er sich ruckartig nach oben und küsste Kamui bestimmt, aber zärtlich auf die Stirn, während seine Finger sich um den langen Nacken schlangen. Kamuis Finger umfassten sogleich sein Handgelenk, um ihn an sich zu halten. Dabei wollte Subaru nicht ein Stück von ihm zurückweichen. Stattdessen schlang er den anderen Arm um Kamuis Körper und zog ihn eng an sich heran. „Ich liebe dich so sehr.“, hauchte er atemlos gegen die warme Stirn des Kleineren, eh er den Kopf leicht drehte und das Gesicht in den weichen Haaren vergrub. Es gleichzeitig genoss, wie dieser sich eng an ihn presste und krallte.

Subaru hatte immer gedacht, dass Seishirō die eine Person für ihn wäre. Diese eine Person, deren Auftauchen sein ganzes Leben komplett verändern würde. Was zum Teil auf ihn zutraf. Seishirō hatte ihn verändert. Er hatte Subaru dazu gebracht, zu vergessen, wer er wirklich war. Tief in sich. Wer er war, bevor er auf dem Mann getroffen war.

Doch in Wirklichkeit – jetzt in diesem Moment, da wusste er es. Er wusste, es war Kamui, weil dieser ihn daran erinnerte, wer er wirklich war. Vor der Dunkelheit. Wobei er sich wünschte, Hokuto hätte die Chance ihn noch einmal so erleben. Denn er wusste, sie würde Kamui lieben, wenn nicht noch mehr als er es tat, einfach, weil er Subaru zurück ins Licht führte. Und das ganz ohne Magie.

~*~

Kamui schien irgendwie nervös zu sein. Zumindest hatte Subaru so den Eindruck. Das begann schon, seit dieser von der Schule gekommen war und er mit seinen rehbraunen Augen immer wieder zu ihm gesehen hatte, nur um dann an seinen Aufgaben weiterzuschreiben. Beim Essen, schien er ebenfalls irgendwie mehr in Gedanken, als der Realität. Weshalb Subaru spätestens fragen wollte, was los war, sobald sie sich zusammen auf sein Sofa setzten, weil Mittwoch war. Und am Mittwoch kam immer eine Dokumentation, die sie sich gemeinsam anschauen wollten. Es war fern ab das Einzige, das sie weder an etwas Tragisches, noch an verlorenen Geliebten oder Gewalt erinnern konnte.

Allerdings musste er zugeben, heute kaum etwas mitzubekommen. Wie immer lagen sie in einer Wolldecke eingekuschelt auf der Seite. Nur, dass Kamui sich weniger für die Entstehung von Sternen zu interessieren schien, als viel mehr für seinen Hals. Subaru musste jedoch zugeben, dass er sich auch viel lieber auf die warmen Lippen dort konzentrierte, als die Stimme des Sprechers oder die hübschen Bilder von Sternen. Es schien ihm inzwischen auch Kamui wieder besser zu gehen. Weshalb er annahm, dass der Jüngere sich auf diesen Abend einfach nur besonders gefreut hatte.

Schließlich ging es ihm nicht anders. Er liebte die Zeit, die er mit Kamui verbringen konnte. Seien es die Momente, wenn sie einfach nur nebeneinander frühstückten und dabei Händchen hielten. Oder wie jetzt, zusammen irgendwo lagen und sich küssten. Diese Momente kamen sogar seit ihrem Gespräch von vor zwei Wochen immer öfter und Subaru war innerlich so froh, dass ihre Offenheit gegenüber nichts verändert hatte. Abgesehen davon, dass sie einander sogar noch näher waren, als zuvor. Nun schien auch die letzte Unsicherheit zwischen ihnen verschwunden zu sein.

Subaru entließ einen wohligen Laut, als Kamui genießend gegen seinen Nacken seufzte. Zärtlich streichelte er durch die seidenen Strähnen seines Geliebten. „Subaru ...“, wisperte Kamui sachte in sein Ohr, woraufhin er einen leisen, fragenden Laut von sich gab, durch den er glaubte, für einen Moment die Hand auf seiner Brust leicht zittern zu spüren. Es war jedoch so minimal, dass er es sich auch hätte einbilden können. „... wenn … wenn ich ein Bedürfnis habe, dann … kann ich dich darum bitten?“

Er musste lächeln. Das war so süß, dachte er, als er den Kopf leicht drehte und die Augen halb öffnete, um in Kamuis Augen zu blicken, welche im Licht des Flachbildschirmes neben ihnen violett und blau schimmerten. Fast magisch. „Du kannst mich alles fragen und um alles bitten.“, erwiderte er zärtlich, während er ihm eine Strähne aus der Stirn strich. Sofort machte Kamui einen wohligen Laut, nur um sich leicht über die Lippen zu lecken und Subaru nicht umhinkam, die Geste zu beobachten. Kamui hatte wohl nicht die geringste Ahnung, wie liebreizend und gleichzeitig verführerisch er aussah oder? Mit diesen Gedanken sah er, wie der Jüngere den Mund öffnete und die Lippen sich so delikat um jede Silbe bewegten, die es allerdings schafften, dass er sich beinahe an seiner eigenen Spucke verschluckte, weil er glaubte, einen Herzinfarkt zu bekommen.

Überwältigt und definitiv musste er sich verhört haben, richtete sich Subaru ein Stück auf, um zu husten. Kamui rutschte daraufhin ein wenig an ihm hinab, blickte ihn jedoch weiterhin sanft an. Mit einem euphorischen Lächeln auf den Lippen sowie geröteten Wangen. „Kannst … kannst du das bitte wiederholen?“, fragte er schließlich sanft, wenn auch leicht außer Atem, woraufhin Kamui noch ein wenig mehr errötete, bevor er sich zu ihm lehnte und sanft küsste. „Ich hab dich gefragt … ob ich dir einen blasen darf.“

Das konnte nur ein Traum sein, dachte er für einen Moment. Vielleicht ein Sextraum. Allerdings wusste er auch, dass er sich kaum einbilden könnte, wie ihn Kamui hier anblickte. So voller Erwartungsfreude und … blanker Sehnsucht. Auch wenn ein rosa Schimmer über seinen Wangen lag und er sich nervös auf die Lippen biss, was die Vorstellung auf diese Bitte nur noch verführerischer machte. „Bitte ...“, schnurrte Kamui schließlich nachträglich und sie ging ihm direkt vom Herzen zwischen die Beine. „Gott, ja.“, antwortete er ohne sich zurückhalten zu können, weil … er ihn niemals darum gebeten hätte. Subaru hatte in den letzten Tagen schon öfter daran gedacht, mit Kamui den nächsten Schritt zu machen, was bedeutete, ihn intimer zu berühren. Mit dem Ziel ihn zum Höhepunkt zu bringen. Aber das hier …

Nun verstand er auch, warum Kamui so nervös gewesen war, was ihn umso mehr ein Schaudern durch den Körper jagte. Die Vorstellung, dass der Jüngere schon den ganzen Tag daran dachte …

Über ihm machte besagter einen leisen, erfreuten Laut, der Subaru lächeln ließ. Trotzdem … „Kamui … ich will dennoch, dass du weißt –...“ Sanft legte Kamui einen Finger auf seine Lippen und lächelte beschwichtigend, während seine großen Augen vor Freude regelrecht funkelten. Alleine dieser Ausdruck … alleine für diesen Moment wollte er die Zeit anhalten. Kamui so zu sehen, war für ihn die größte Erfüllung. „Hör auf dir so viele Sorgen zu machen, Subaru, okay. Ich weiß was ich mache … also … theoretisch. Also lass mich machen.“ Die Erklärung ließ ihn ein weiteres Mal beinahe husten. „Halt, Moment, woher … woher weißt du denn …?“

Nun wurden selbst seine Wangen rot, während Kamui verlegen mit den Fingern über seine Brust streichelte und dabei den Blick unschuldig gesenkt hielt. „Na ja … es gibt da son Programm auf deinem Laptop … es verbindet sich mit allen anderen Informationsquellen … ich glaube, es heißt Internet. Solltest du vielleicht ausprobieren. Ist praktisch.“ Kamuis Blick wurde fast ein wenig neckisch, woraufhin er ungläubig auflachen musste. „Ach wirklich? Ist ja interessant, und da dachte ich, du nutzt ihn nur für Recherchearbeit.“ Ein erregender Schauer, gepaart mit Euphorie und Freude durchfuhr ihn ebenso heftig, wie Kamui über ihn leise schmunzelte, nur um argumentierend den Mund zu öffneten. „Hey, das ist Recherche. Sogar wichtige Recherche! Also sei ruhig und genieß es!“

Subaru blickte amüsiert in Kamuis Augen, welche ihn zum ersten Mal, seit er ihn kannte, wirklich komplett glücklich anstrahlten. Befreit von allen Sorgen und dem Schmerz aus der Vergangenheit. Er wünschte sich in dem Moment nichts sehnlicher, als ihn auf einem Foto zu bannen. Für die Ewigkeit. Allerdings wollte er den Moment dadurch nicht brechen, weshalb er die Hände von den schmalen Hüften nahm und Kamui lächelnd über die Wange strich. „Na dann … ich gehöre ganz dir.“, wisperte er versprechend, woraufhin Kamuis Wangen beinah intensiver brannten, als eben, als er ihm eröffnete sich über gewisse Oraltechniken informiert zu haben. Allerdings … konnte er es verstehen. Er selbst spürte Nervosität in sich aufkommen. Besonders, weil er ja auch Kamui gefallen wollte. Auch wenn dieser es für ihn tat.

Aber bevor er weiter darüber nachdenken konnte, lehnte sich Kamui zu ihm hinab und küsste ihn. Genießend schlossen sich seine Augen, als er den Kuss erwiderte, der sich ebenso zärtlich und sanft anfühlte, wie ihr Erster. Nur, dass sie nicht in seinem Garten waren, wo die Äste im Wind raschelten und die kühle Nachtluft sie umströmte. Sondern dieses Mal auf seinem Sofa lagen. Und sie erneut in ihrer Beziehung eine weitere Intimität eingehen würden. Nicht einzig allein durch Lust getrieben. Sondern innerer Erfüllung.

Ein leichter Schauer durchfuhr ihn, sobald sich ihre Zungen berührten und der Kuss dadurch an Leidenschaft sowie Intensität gewann. Zärtlich fuhr er mit den Fingern durch die weichen Haare, während Kamuis Hände langsam von seiner Brust hinab streichelten. Seine Muskeln zogen sich vor Erregung merkwürdig intensiv zusammen und ihm wurde bewusst, dass er wirklich … wirklich aufgeregt hierüber war. Aber positiv. Und dass er schon lange nicht mehr dieses euphorische Ziehen verspürt hat. Eigentlich … eigentlich vor diesem Augenblick noch nie. „Alles okay?“, fragte ihn Kamui sanft, der seine Gedanken irgendwie mitbekommen haben musste und Subaru lächelte. „Absolut. Ich dachte nur daran, … wie glücklich du mich machst.“

Kamui blinzelte, bevor er knallrot wurde und verlegen den Kopf wegdrehte. Hinreißend! Mehr konnte Subaru nicht denken. Dann sah ihn der Jüngere wieder an und schüchtern lächelte. Was ihn für einen Augenblick daran denken ließ, wie Kamui ihn manchmal anblickte, wenn er dachte, er sehe es nicht. „Du machst mich auch glücklich.“, wisperte er leise, nur um ihm einen weiteren Kuss aufzuhauchen und anschließend mit den Lippen sanft über seinen Hals zu gleiten. Genießend schloss er wieder die Augen, wobei seine Finger sich in die weichen Haare gruben und er mit der anderen Hand den warmen, langen Rücken hinabglitt. „Wenn … ich was falsch mache, musst du es mir sagen.“, hauchte Kamui gegen sein Schlüsselbein, direkt über der Stelle, wo sein Kragen begann und er den Blick sanft auf ihn richtete. „Versprochen.“, wisperte er zurück.

Auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, das Kamui viel falsch machen konnte. Er kannte ihn inzwischen wirklich gut und Kamui war immer besessen darin, alles richtig zu machen. Sei es in der Schule oder, wenn er versuchte ein neues Gericht zu lernen. Und wehe er bekam es nicht auf Anhieb hin. Seine kleiner Perfektionist … dachte Subaru liebevoll, als sich lange Finger zum ersten Mal sanft unter sein Shirt schoben und er ein leises Keuchen von sich gab, weil sich alleine das so gut anfühlte. So zärtlich und sanft berührt zu werden … Natürlich war seine Erfahrung damals nicht komplett schlecht. Nur spürte er den extremen Unterschied zwischen jemanden, der ihn nur täuschen wollte und der Person, die ihn absolut liebte.

Sachte spreizte er unter Kamui die Beine, als dieser etwas tiefer rutschte und somit zwischen seinen Beinen kniete. Sanft musterte er seinen Kleinen, der ihn für einen Moment mit dem Gedanken ansah, nicht glauben zu können, hier zu sein. Mit Subaru. Dann aber lächelte Kamui wieder und zupfte fast fragend an Subarus langärmligem Shirt, woraufhin er sich sogleich aufsetzte und es sich von Kamui ausziehen ließ. „Ist das okay? Dir ist nicht kalt oder?“ Subaru musste beinah schmunzeln … „Du bist so hinreißend süß.“, hauchte er liebevoll, als er sich wieder zurücklegte. Allerdings bewusst ein wenig höher, wie zuvor und so, dass er alles sehen konnte, was Kamui mit ihm machen würde. Und das definitiv nicht, weil er ihm nicht vertraute, sondern jeden Ausdruck in seinen Augen dabei mitverfolgen wollte.

Der Gedanke erregte ihn ungemein, und so wie er erkennen konnte – nicht nur an den geweiteten Pupillen seines geliebten Partners – sondern auch an der Erregung, die sich in Kamuis schwarzer Hose abzeichnete. „Du bist atemberaubend.“, hauchte Kamui schließlich sachte und warm gegen seine Schulter, die er küsste. Gleichzeitig mit der linken Hand jedoch nun über seine nackte Brust streichelte, die von den weichen, leicht feuchten Lippen stets an ihm hinab verfolgt wurde.

Sein Herz raste inzwischen so hart, dass Kamui es hören musste. Dann spürte er eine warme, plötzliche, aber sehr sanfte Berührung an seinem Innenschenkel, woraufhin er scharf die Luft einzog. Sogleich flackerte Kamuis Blick zu ihm auf, der ihn zwischen seinen schwarzen Strähnen ansah, die im TV-Schein zwischen den verschiedensten Farben wechselten. Den sanften, aber erregten Ausdruck in den tiefen Augen nur noch intensiver machte. Sanft nickte er, um ihm anzudeuten, dass er okay war und Kamui sanft weiter hinab küsste. Dieses Mal über seinen Hüftknochen, direkt über den Bund seiner schwarzen Hose.

Die prickelnde Empfindung seiner weichen Lippen an seiner empfindlichen Haut, gepaart mit den zarten Strähnen, die sachte über seine Haut kitzelten, machten Subaru beinah wahnsinnig vor aufsteigender Erregung. Schließlich verschwand die warme Berührung von seinem Innenschenkel, jedoch nicht gänzlich, nur bewegend nach oben. Dabei wurde bewusst eine Stelle ausgelassen, wodurch er sich wirklich beherrschen musste, sich nicht gegen die Hand zu schieben, welche nur Millimeter an seiner Erregung vorbeiglitt, um seine Hose zu öffnen. Dabei stockte ihm beinahe der Atem vor innerer Anspannung in der blanken Hoffnung, dass Kamui sicher war, das hier zu wollen.

Doch dann schob dieser seine Hose hinab, wobei er sachte die Hüften anhob, um es ihm zu vereinfachen, und sobald der Stoff von ihm war, wurde Kamui für eine Sekunde – nur einen Augenblick – ganz ruhig, eh er lächelte. Errötend, aber deutlich glücklich, als er die Hände sanft an seine gespreizten Beine legte und Subaru ansah. „Du bist so perfekt.“ Subaru spürte die Affektion seiner Aussage fast mehr, als die bloße Berührung, mit der Kamuis weiche Handflächen sanft über seine Innenschenkel streichelte. Sofort fiel jegliche Anspannung von ihm, sobald ihm damit bewusst wurde, Kamui zu gefallen. Dabei wusste er auch, dass sie einander nicht für ihre körperlichen Reize liebten. Sondern für die Personen, die sie waren. Das hier … das war ihr Bonus.

Genießend biss er sich auf die Lippen, als er beobachtete, wie Kamui sich wieder zu ihm lehnte und genau dort weitermachte, wo er aufgehalten wurde. An seiner Hüfte. Und so kurz … so nahe … Es nahm ihn fast den Atem, so hart schlug ihm sein Herz in den Hals, wie Kamuis Lippen tiefer glitten. Und er konnte ein atemloses Seufzen nicht unterdrücken, als sie über die Innenseite seines rechten Schenkels glitten und Kamui sachte über seine Haut dort leckte. „Gott ...“ Er musste für den Augenblick die Augen schließen, als er sah, wie sein eigenes Glied bei der sinnlichen Liebkosung zuckte und das so nahe … so nahe an Kamuis Kopf.

Und dann … gerade als er glaubte sich von dem Moment erholt zu haben, spürte er, wie Kamuis Fingerspitzen über seinen Schaft streichelten. „Oh ...“ Subaru drückte die Füße in das Polster des Sofas, während er eine Hand in die Rückenlehne krallte und die Hand aus den weichen Strähnen nehmen musste, um sich von der eigenen Begierde nicht überwältigen zu lassen. Einmal um sich ihm entgegen zu drängen und ihn gleichzeitig näher an sich zu ziehen. „Zu viel?“, fragte Kamui leise, aber er konnte …

„Nur eine … Gott …“ Er musste tief durchatmen, eh sein Blick hinabfiel zu Kamui, der ihn aus seinen weiten Augen unsicher ansah. Sachte berührte er seine brennende Wange. „Du machst das perfekt, ich … es ist nur … atemberaubend gut.“

„Also kann ich weitermachen?“, fragte der Jüngere sogleich sanft, aber deutlich in Erregung, woraufhin er lächelnd nickte. „Definitiv.“ Zufrieden nickte Kamui und leckte sich dann leicht über die Lippen, während die dunklen Augen sich nun direkt auf seine Erregung richteten und Subaru nichts gegen die Hitze machen konnte, die ihm ins Gesicht stieg, gleichzeitig aber auch zwischen die Beine strömte. Er wollte seine Hand schließlich von seiner Wange nehmen, als Kamuis Hand sich sogleich dagegen legte, um ihn bei sich zu halten und … „Nicht, ich … ich will, dass du mich dabei berührst ...“, hauchte Kamui schüchtern, aber offensichtlich sicher mit dem, was er wollte. Wodurch ihm erneut bewusst wurde, wie komplett verschieden ihre Situationen von heute und damals waren. Und er sich nicht sorgen musste … auch wenn er es dennoch tat. „Ich will … bitte fass mich einfach an.“, wisperte Kamui schließlich fast schon sehnsüchtig, bevor der seine langen Finger gänzlich um seine Länge umschlang und Subaru gegen den Drang kämpfte, sich an ihn zu drängen.

„Genieße es, okay ...“ Kamuis Stimme war so warm und brachte ihn dazu, seine Anspannung langsam loszulassen und die Beine dann ein wenig weiter auszustrecken. Seine Finger lösten sich wieder aus dem Polster, im selben Moment wie sich Kamui vertrauenswürdig an seine Handfläche schmiegte, bevor er seine Hand entließ und sachte gegen seinen Innenschenkel legte, der durch die zarte Berührung beinah zuckte. Kamui aber lächelte und bewegte dann seine rechte Hand von seiner Basis, bis nach oben. Zuerst noch ein wenig prüfend, bevor seine Bewegung fließend wurde und Subaru heiße Schauer sowie intensive Blitze durch den gesamten Körper fuhren.

Die Stimme aus dem Fernseher nahmen weder er, noch Kamui wahr. Stattdessen war alles, was er hörte, seine eigene beschleunigte Atmung, zusammen mit dem harten Pochen seines Herzens. Dazwischen aber auch die leisen, wohligen Geräusche die Kamui machte, während er wieder über seine Haut küsste. Seine Finger glitten schließlich zurück in die weichen Strähnen, und gerade, als er kurz davor war den Kopf genießend in den Nacken zu legen, spürte er die intensive, heiße Berührung Kamuis feuchter Zunge an seiner Spitze und es war, als würde jemand die Zeit stoppen.

Er fühlte sich komplett eingefroren zwischen Lust und Überwältigung, bei der bloßen Ansicht, wie Kamuis Lider sich fast schon genussvoll absenkten, während er die Lippen um seine Spitze schloss. Wobei ihn die feuchte Hitze beinah um den Verstand brachte, so gut fühlte sie sich an. „Kamui ...“, wisperte er erregt, wobei ihm ein weiterer Blitz durch den Körper jagte, sobald die dunklen, tiefen Augen sich wieder auf seine richteten. Und dann verstand er auch wirklich, was es bedeutete, komplett bereit für jemanden zu sein. Weshalb er sich endgültig fallen lassen konnte.

Kamui der seine Veränderung zu spüren schien, machte einen lustvollen Laut um seine Spitze, eh er mehr von ihm aufnahm und gleichzeitig seine Hand einfach nur perfekt um den Teil bewegte, den er nicht in seinen Mund aufnahm. Seine Finger schoben sich derweilen tiefer in Kamuis Strähnen, je intensiver das Prickeln und Ziehen in ihm wurde. Er spürte gleichzeitig, wie seine Innenschenkel leicht erzitterten, was zu einem überraschten Zucken wurde, als Kamui zum ersten Mal an ihm saugte und er glaubte, seinen Namen zu keuchen. „So gut … Gott ...“

Er biss sich auf die Lippen, weil er nicht zu laut werden wollte. Gleichzeitig aber auch war es ihm egal. Ganz besonders als Kamui die rechte Hand von seiner Länge löste und sie stattdessen um seine linke Hand schlang und ihn noch tiefer in sich aufnahm. Stöhnend sowie zitternd schob er die Finger zwischen Kamuis, die seine Hand sachte drückten, je näher er an den Rand seines Höhepunktes kam. „Kamui ...“, keuchte er rau und wickelte zittrig die Finger um die schwarzen Strähnen. Versucht ihn zu warnen. „Ich … ich k...“ Doch war er zu mehr nicht fähig, als sein Kopf haltlos in den Nacken fiel und er dann heftig in Kamuis Mund kam, der gleichzeitig intensiv an seiner Spitze saugte. Absolut alles schluckte und ihn somit ein letztes Mal beinahe schmerzhaft nahe über den Höhepunkt hinaus erregte. Aber auch nur beinahe, weil der erregende Rausch viel zu gut war, als dass es ihn schmerzen könnte …

Waren es Minuten … oder Stunden … ?
Subaru wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis er die Augen wieder aufschlagen konnte, ohne blitzende Farben vor seinem Sichtfeld zu sehen. Nur, dass Kamui heiß gegen seine Hüfte atmete und zwischendurch sanft darüber küsste. „Gut?“, fragte dieser leise und nicht minder atemlos, wobei Subaru einen fast fassungslosen Laut von sich gab, eh er ihn sanft zu sich hochzog und die Arme sogleich um ihn schlang. „Gut … Kamui … ist kein Ausdruck, das war … absolut atemberaubend.“

„Schön … ich fands auch toll.“, gestand ihm der Jüngere lächelnd, was er gegen seine Schulter gepresst spüren konnte und er selbst lächeln musste, während er durch die weichen Haare und über den langen Rücken streichelte. Zumindest, bis ihm etwas klar wurde und er Kamui dann sanft ansah. „Du … möchtest du … darf ich es erwidern?“

Kamui blinkte kurz, eh er knallrot wurde und Subaru glaubte alleine von der puren Erkenntnis erneut hart zu werden. „Durch … mich? Nur …?“ Seine Wangen mussten ebenso rot brennen, wie Kamuis, als dieser ihn fast amüsiert musterte. „Nur … ist gut, Subaru. Du hast keine Ahnung, wie erregend das für mich war.“ Sein Herz stoppte beinah durch die verführerische Lüsternheit der folgenden Worte. „Deine Laute … und dein Geschmack …“

Er konnte sich nicht davon abhalten, Kamui leidenschaftlich zu küssen. Und wenn es nur war, um seinen eigenen Geschmack wahrnehmen zu können. Aber viel mehr, weil er es liebte zu sehen, wie glücklich er Kamui gemacht hatte.

~*~

Subaru beendete sein Telefonat mit seiner Großmutter im gleichen Moment, wie Kamui sich neben ihn auf die Bank im Pavillon setzte. „Hey, entschuldige, dass du warten musstest.“, murmelte der Jüngere neben ihm bedauernd, woraufhin Subaru jedoch nur sanft lächelte. „Auf dich warte ich gerne.“ Damit röteten sich Kamuis Wangen leicht, eh dieser sich zu ihm lehnte und einen Kuss auf die Wange hauchte. „Danke.“

Er schmunzelte leicht und drehte sich auf der Bank etwas, um Kamui besser ansehen zu können, während dieser seine Unterlagen herausholte. Ihm fiel dabei auf, wie die rabenschwarzen Haare im Sonnenlicht zart bläulich – violett schimmerten. Und für den Bruchteil einer Sekunde, fühlte er sich Monate in der Vergangenheit zurückversetzt, als ihn Kamui durch Zufall hier sitzen sah und sanft begrüßte. Mit einem sanften, wenn auch traurigen Lächeln auf den Zügen. Aber freundlich und … liebreizend. Subaru hatte nicht das Bedürfnis verspürt in Gesellschaft zu sein, aber er wollte Kamui auch nicht wegschicken. Stattdessen deutete auf die Bank ihm gegenüber. „Möchtest du dich setzen?“ Kurz zögerte der Jüngere, im gleichen Augenblick wie die rehbraunen Augen über das CLAMP-Gelände zu blicken schienen. In eine bestimmte Richtung und es Subaru beinah den Blick senkte. Er wünschte Kamui hätte diesen Verlust nicht erleben müssen. „Ich … gerne.“, hauchte dieser schließlich zu seiner eigenen Überraschung, woraufhin er wieder lächeln musste. Erfreut darüber, dass Kamui sich zumindest eine kurze Pause von dem Schmerz nehmen wollte, den er noch vor zwei Tagen in ihm gespürt hat. „Wie geht es dir?“ Subaru sollte das fragen. Aber es tat Kamui und seine tiefen, rehbraunen Augen blickten ihn aufmerksam sowie zärtlich an, mit einem aufrichtigen Interesse daran, was … was so unendlich lange her schien, diese Frage so aufrichtig gehört zu haben. Weshalb sein Innerstes für einen Augenblick durch die aufkommende Wärme überrascht wurde. Nachdem er sich davon erholt hatte, lächelte Subaru und sagte das Einzige, das ihm im Augenblick einfiel. „Besser, seit du hier bist.“ Damit röteten sich die Wangen des Jüngeren und Subaru …

„Alles okay? Subaru?“ Blinzelnd erkannte er, dass ihn Kamui besorgt musterte, weil er weggetreten war. Lächelnd schüttelte er den Kopf. „Entschuldige. Es ist alles bestens.“, erwiderte er zärtlich, mit einer zärtlichen Berührung Kamuis linker Hand. „Sicher? Du hast irgendwie abwesend gewirkt. Wenn du noch Arbeit hast, will ich dich nicht aufhalten.“ Kamui war so mitfühlend und aufmerksam. Stets um derer besorgt, die ihm wichtig waren. Dabei schien er sich immer als Letztes zu sehen – nach allen anderen. Und Subaru war immer wieder überwältigt von so viel Gutmütigkeit in einer einzigen Person. Damals hatte er angenommen, dass diese ein Teil der Magie war, die im Blut der Magamis floss. Aber je besser er Kamui kennenlernte, desto deutlicher wurde ihm die Tatsache, dass es ein simpler und doch bedeutend großer Teil seines Charakters war.

Lächelnd strich er Kamui eine Strähne aus der Stirn. „Es gibt keinen Ort der Welt, an dem ich gerade lieber wäre. Glaub mir, es geht mir gut.“ Kamui sah dennoch nicht ganz überzeugt aus, weshalb ... „Ich … ich hab mich nur daran erinnert, als wir uns hier zum ersten Mal gesehen haben.“ Blinzelnd wurde Kamui leicht rot auf den Wangen, was ihn mitten durchs Herz schoss. „Ja, das war … wirklich schön.“, hauchte der Jüngere leise, der gleichzeitig die Hand unter seiner drehte und ihre Finger miteinander verschränkte. „Ohne dich … ich denke, ich hätte es ohne dich nicht überlebt.“ Es war das erste Mal, dass Kamui es ansprach, ohne dass seine Augen voller Schmerz erfüllt waren. „Und damit meine ich nicht, die unzähligen Male in denen du mich gerettet hast ...“, führte Kamui fort, während Subarus Herz anschwoll. Schweigend sowie überwältigt beobachtete er, wie Kamui ihre Hände hob und sanft seinen Handrücken küsste, bevor er sich an diesen schmiegte und dabei die Augen schloss. „... sondern einfach deine Anwesenheit.“, hauchte Kamui liebevoll, wodurch sich seine eigenen Augen mit Tränen füllten. „Dich zu lieben, hat mich am Leben gehalten.“

Zu lieben … hatte Subaru stets mit Schmerz verbunden. Weshalb er sich auch komplett verschlossen hat. Nur um von all diesen Mauern komplett befreit zu werden, weil es unmöglich war, Kamui nicht zu lieben. Auch wenn es ihm wehtat, zu wissen, wie ihr beider Schicksal ausgehen mochte. Zu erwachen mit Kamui wiederum, fühlte sich an wie ein Neubeginn und er würde es auch nie bereuen.

Er musste schlucken, als Kamui die Augen wieder öffnete, wobei die Wimpern sachte über seinen Handrücken flatterten. Tief sahen sie einander in die Augen, bis er Kamui sanft zu sich zog und völlig ignorant der Tatsache, dass sie sich noch auf dem Campus befanden, hingebungsvoll und zärtlich küsste. „Es geht mir ebenso, Kamui.“, wisperte er, nachdem sie den Kuss wieder gelöst haben und er sanft durch die weichen Nackenhaare streichelte. „Seishirō zu lieben, hat mich an den Tod gefesselt. Aber du hast mich befreit. Mit all deiner Wärme und Liebe und …“ Sanft küsste er Kamuis Stirn. „Zum ersten Mal fühlt es sich schön an, zu lieben. Und das verdanke ich alleine dir. Du hast mich in mehr, als einer Hinsicht zurück ins Leben geführt, Kamui … du weißt gar nicht, wie sehr.“

Genießend vergrub er das Gesicht in den warmen, weichen Haaren, während Kamui sein Gesicht in seine Halsbeuge schmiegte, mit ihren Händen zwischen ihnen. „Ich liebe dich, Subaru.“

„Und ich liebe dich, mein Kamui.“, erwiderte er glücklich, wobei die Sonne kaum wärmer auf sie nieder scheinen konnte, als das, was er durch Kamuis Liebe bereits empfand.

~*~

„Subaru … es ist so schön, dich endlich wiederzusehen.“, begrüßte ihn seine Großmutter einige Tage später, woraufhin er leicht perplex blinzeln musste. Sie hatten sich doch erst vor einer Woche gesehen. Allerdings ließ sie ihn nicht zu Wort kommen. „Es fiel mir bereits letztens auf, doch wollte ich nichts sagen. Es freut mich, meinen Enkel wieder vor mir zu haben.“

Schließlich erkannte er die Meinung hinter ihren Worten, wodurch er lächelnd die Augen schloss. „Zu lange hast du unter dem Schmerz geruht, der in dir lag. Es ist schön, deine Aura wieder in ihrer natürlichen Schönheit zu sehen. Du hast dich nie reiner angefühlt, Subaru.“

Es stimmte. In den letzten Jahren hatte Subaru begonnen zu rauchen, weil der Geruch und der Geschmack ihn an etwas Positives an Seishirō erinnerten. Womit er automatisch seine Magie kräftigen konnte und gleichzeitig fokussiert blieb, um Seishirō entgegentreten zu können. Doch seit Kamui in seinem Leben war, rauchte er weniger. Eigentlich … hatte er schon seit einigen Tagen gar nicht mehr geraucht, wie es ihm im selben Augenblick bewusst wurde und er leicht blinzelte. „Falls es für dich in Ordnung wäre, Großmutter, dürfte ich dir die Person vorstellen, die ich liebe?“

Seine Wangen röteten sich automatisch, weil er es bisher noch nie zu jemand anderem gesagt hatte, als Kamui selbst. Seine Großmutter hingegen lächelte glücklich und nickte. „Ich würde mir nichts lieber wünschen, als die Person kennenzulernen, welche dich strahlen lässt.“

~*~

Als Subaru wieder nach Hause kam, war es bereits kurz nach Mitternacht. Aber kaum, dass er über die Türschwelle trat, wusste er, etwas stimmte nicht. Dabei machte er sich nicht einmal die Mühe, seine Schuhe abzustreifen, geschweige denn seinen Trenchcoat aufzuhängen, bevor er sogleich ins Wohnzimmer stürmte, wo Kamui auf dem Sofa saß und weinte. Es zerriss ihn innerlich, die leisen Schluchzer zu hören. Sofort sank er vor Kamui auf die Knie und umfasste zärtlich das hübsche Gesicht seines Geliebten. „Kamui, ich bin hier, was ist passiert?“, fragte er besorgt, auch wenn der gebrochene Ausdruck in den rehbraunen Augen bereits Antwort genug war.

Ohne zu zögern, zog er Kamuis Körper hinab in seine Arme, woraufhin dieser von den eigenen Knien abließ, die er sich so eng an den Oberkörper gedrückt hielt und ohne jegliche Gegenwehr auf seinen Schoß rutschte; die Arme um seinen Nacken schlang und sich hart an ihn presste. „Shh … ist okay, mein Schatz. Ich bin hier.“ Subaru hatte nicht die leiseste Ahnung ob das, was er sagte, richtig war. Er wusste nur, dass er alles machen würde, um Kamui wieder zu beruhigen. Daher hielt und streichelte er ihn so lange, wie dieser es brauchte. So lange, bis er bereit war, es ihm zu erzählen.

~*~

„Ich hab … ich hab Fuma heute gesehen.“, wisperte Kamui einige lange Zeit, nachdem dieser sich wieder beruhigt hatte, gegen seinen Nacken, woraufhin er die Augen aufschlug. Unbeweglich starrte Subaru in die Dunkelheit, bevor er dann langsam weiter durch die weichen Haare streichelte. Sein Herz zog sich hart zusammen für Kamui. „Er stand einfach da und hat mich angesehen.“ Subaru konnte es nicht verhindern, die Arme fester um Kamui zu schlingen. „Er sah so … er sah aus, als könnte er nicht fassen … mich wiederzusehen und ...“ Kamui atmete tief durch, wobei er den heißen Atem in seinem Nacken spüren konnte. „... und dann ...“ Subaru schloss die Augen und küsste ihn sanft auf den Hinterkopf. „... er sagte … er will mit mir reden, aber … an alles, was ich denken konnte, war … ich sah nur Kotori … und all die Menschen, die er umgebracht hat. ... Also rannte ich weg.“

Subaru konnte spüren, dass Kamui wieder begann zu weinen, weshalb er ihn nur noch fester an sich hielt. Auch wenn es unmöglich war, ihn fester zu halten, ohne ihm wehzutun. „Er sah dabei so unglaublich schmerzerfüllt aus. Ich … ich wollte ihm nicht … aber … ich fühle mich nicht …“

„Ist okay. Es ist okay. Es ist normal, so zu empfinden. Es ist normal, bei einer so plötzlichen Konfrontation automatisch an die Vergangenheit erinnert zu werden. Und Fuma weiß das gewiss.“ Sanft streichelte er über den bebenden Rücken des Jüngeren, der immer noch in seiner Schuluniform steckte und wohl seit Stunden hier alleine geweint hatte. Er wünschte, er wäre heute früher gekommen, aber die Reise von seiner Großmutter zurück nach Tokio dauerte seine Zeit. Dabei hatte er bewusst das Essen ausgeschlagen, nur um nicht noch länger von Kamui fort zu sein. „Das zu überwinden, was ihr beide durchgemacht habt, wird nicht einfach. Und es wird viel Zeit brauchen. Wenn er … wenn er so gut ist, wie du es immer über ihn dachtest, dann wird er dir die Zeit geben, die du brauchst.“ Andernfalls würde Subaru dafür sorgen, dass Fuma Kamui nie wiedersehen würde. Doch sagte er dies nicht laut, während er weiterhin sanft über Kamuis Rücken streichelte. Sowie seinen Haaren.

Einen Moment später … „Hast du heute überhaupt schon etwas gegessen?“, fragte er Kamui sanft, der kaum merklich den Kopf schüttelte und Subaru seufzte. „Okay, was hältst du davon? Du nimmst jetzt eine von deinen geliebten, heißen und sehr langen Duschen, während ich uns deine Lieblingspizza bestelle.“ Kamui richtete sich sich zögernd sowie langsam auf seinem Schoß auf, wobei er ihm sogleich sanft die verbliebenen Tränen von den Wangen strich. „Ich … ich glaub nicht, dass jetzt noch jemand liefert.“, murmelte Kamui, woraufhin er leicht schmunzelte und ihn auf die Stirn küsste. „Vielleicht nicht für alle anderen. Aber du vergisst, wer ich bin.“

Seinen Status als Sumeragioberhaupt setzte Subaru eigentlich nie ein. Und schon gar nicht für triviale Angelegenheiten. Aber für Kamui gab es nichts, das er nicht tun würde. Dieser zupfte sachte am Kragen seines Trenchcoats, fast peinlich berührt in diesen geweint zu haben. Aber Subaru könnte das nicht weniger stören. „Ist das eine gute Idee?“, fragte er sanft, woraufhin sein Kleiner nickte, sich gleichzeitig jedoch auf die Lippen biss, so, als wollte er noch etwas sagen. „Noch weitere Wünsche?“

Er konnte es durch die Dunkelheit nicht direkt erkennen, doch kannte er Kamui gut genug, um zu wissen, dass er rot wurde. „Kannst du … sie bestellen und wir duschen gemeinsam?“ Sein Herz machte einen heftigen Sprung in seinen Hals, teils vor Affektion, aber auch vor leiser Lust, die aufgrund der Vorstellung mit Kamui komplett nackt unter der Dusche zu stehen … unvermeidbar war. „Das … klingt sogar noch sehr viel besser.“, wisperte er sanft und küsste ihn dann sanft auf die Stirn. „Geh schon einmal vor, ich komm gleich nach.“

Kamui nickte und wollte gerade aufstehen, als er jedoch innehielt und Subaru sich dann für einen Moment in einer sehr festen Umarmung wiederfand. „Danke ...“, hauchte Kamui aufrichtig, eh er sich ruckartig wieder löste und dann langsam in Richtung Badezimmer tapste. Mit geschwollenem Herzen starrte er seinem Geliebten hinterher. Nur um kurz darauf ein leises Maunzen neben sich zu hören und lächelnd über den Kopf der kleinen Katze zu streicheln, welche seit Wochen bei ihnen wohnte. Er war froh, Kamui wieder beruhigt zu haben. Auch wenn er das Gefühl hatte, dass es nicht gut war, Fuma zurück in Tokio zu wissen.

~*~

Als Subaru ins Badezimmer tapste, dann minus seinem Trenchcoat sowie der Schuhe. Und eigentlich rechnete er damit, Kamui bereits unter der Dusche vorzufinden. Stattdessen war das Oberlicht aus und es brannten zwei Kerzen, die dem Raum die perfekte Menge an Licht spendeten, wodurch die sowieso immer noch leicht traurige Atmosphäre nicht komplett bedrängt wurde. Kamui stand ein wenig schnell vom Toilettendeckel auf, nur um verlegen an seiner Krawatte zu zupfen und Subaru leicht lächeln musste. „Komm her.“, wisperte er mit ausgestreckter Hand, welche sogleich umfasst wurde und er Kamui sanft in seine Arme zog. Für eine ganze Weile standen sie einfach nur so da und umarmten sich.

So lange, bis Subaru sich leicht löste und er sanft den Knoten an Kamuis Krawatte löste und sie ihm behutsam unter dem Kragen des weißen Hemdes herauszog. Dabei blickte er tief in die dunklen Augen seines Freundes, der sanft zurückblickte, während er nach und nach sein Hemd öffnete, nur um es ihm sanft über die Schultern zu streifen. Mit einem leisen Geräusch fiel es neben der Krawatte zu Boden. Langsam streichelte er mit den Händen von den schmalen Handgelenken wieder nach oben über Kamuis Arme, wobei ihm auffiel, dass er eine leichte Gänsehaut bekam. Doch so, wie seine Pupillen sich weiteten und Kamui schluckte, erkannte er keine Furcht oder Unsicherheit an ihm.

Dann fuhr er über die breiten Schultern, sanft hinab über Kamuis Brust, wobei dessen Lider leicht flackerten, jedoch wich er nicht seinem Blick aus, noch schloss er die Augen, als Subarus Finger den Bund seines T-Shirts umfassten und es ihm sanft nach oben zog. Ohne ein Zögern hob Kamui dabei die Arme, wobei er auch diesen Stoff behutsam von ihm streifte, nur um dann endlich die weiche Haut unter seinen bloßen Handflächen zu spüren. Kamuis Hände fanden ihren Weg, nachdem er die Arme wieder senkte, auf seine Schultern und schließlich in seinen Nacken, eh sich der Jüngere leicht zu ihm auflehnte und küsste.

Genießend schloss er sogleich die Augen, während er sanft über Kamuis Rücken streichelte. Dabei hin und wieder mit den Fingerspitzen über längst verheilte Narben fuhr, welche er wünschte, für seinen Geliebten ausradieren zu können. Zusammen mit den schrecklichen Erfahrungen. Und doch waren es alles Zeitzeugen dessen, was sie miteinander erlebt und schließlich zueinander geführt hat.

Als Nächstes glitt er mit den Händen zum Bund seiner Hose, die er langsam öffnete und dann, wie alles andere zuvor auch, sachte von Kamuis Körper streifte. Dieser seufzte leise in den Kuss. Genießend und süß. Nur um selbst langsam an Subaru hinab zu streicheln und sich dann aus dem sanften Kuss zu lösen und ihm das Shirt über den Kopf auszog. Sobald der Stoff verschwunden war, zog er Kamui in einen weiteren Kuss, wobei er die Finger in den schwarzen Haaren vergrub und sachte an der weichen Zunge des Jüngeren entlangfuhr. Dieser schauderte durch die Intensität des Kusses, jedoch nicht zu abgelenkt, um seine Hose ebenfalls zu öffnen und sie ihm ebenfalls auszuziehen.

Während sich sein anderer Arm vollends um Kamuis Körper schlang, stieg er gleichzeitig aus seiner Hose heraus und presste sich sanft an den warmen Körper des Jüngeren. Je intensiver ihr Kuss wurde, desto erregter und heißer begann Subaru sich zu fühlen. Aber auch Kamui schien von der Intimität sehr angetan. Schmiegte sich mit einem atemberaubenden Keuchen an seinen gesamten Körper, wodurch er die warme Erregung gegen seinen Oberschenkel pressen spürte. Ein erregter Laut entkam seiner Kehle, eh er mit der Hand, mit der er Kamui an der Hüfte gehalten hatte, über dessen Po streichelte, nur um mit dem Daumen sachte unter den Bund seiner Shorts zu gleiten. Gefolgt von seinen anderen Fingern und ihm nun auch den letzten Stoff sanft entfernte.

Erneut stöhnte Kamui. Dieses Mal jedoch beinahe erleichtert. Der Laut drang bis in die tiefsten Winkel seiner eigenen Begierden, womit er sich nicht zurückhalten konnte, seinen Oberschenkel sanft gegen die heiße Erektion zu reiben. „Hm … Gott, Subaru!“, stöhnte Kamui, der den Kuss löste, indem er den Kopf in den Nacken warf und sich hart in seine Schultern krallte. Sofort lehnte er sich hinab und küsste über den wundervollen, ihm dargebotenen langen Hals. Gleichzeitig schob er die Hände sachte über die Rückseite perfekter, fester Schenkel, an denen er Kamui schließlich hochzog und sein Herz regelrecht unter der Hitze zu explodieren drohte, die ihn durchströmte, weil sich die langen Beine ohne jegliches Zögern sogleich um ihn schlangen.

Mühelos trug er Kamui in die Dusche, wo er sich mit der anderen Hand, mit der er ihn nicht an sich hielt, an den Fliesen abstützte, damit Kamui nicht die Kälte dieser im Rücken spüren würde. Für einen Augenblick sahen sie sich nur in die Augen, bis sich eine Hand von seinen Schultern löste und Kamui ihm die Strähnen aus der Stirn streichelte. „Ich liebe dich so sehr.“, hauchte er dabei so ernst und so überzeugt, dass es Subaru beinah den Boden unter den Füßen entriss. „Und ich liebe dich.“, erwiderte er atemlos unter der Intensität seiner Gefühle ...

Schließlich stellte er das Wasser an, welches direkt warm und angenehm über seinen Nacken lief, hinab über seinen Rücken. Und doch war es nichts gegen die Hitze, die er empfand, weil Kamui hier bei ihm war. Dieser machte einen leisen Laut, als er sich erneut zu ihm lehnte und küsste, wodurch Subaru auch seine heiße Erregung gegen seinen Bauch reiben spürte. Sachte festigte er den Griff um Kamui, nur um dann von den Fliesen wieder zurückzutreten und mit ihm komplett unter das Wasser zu steigen.

Seine weiche Haut zu spüren war bereits erregend und wundervoll. Sie jedoch feucht zu spüren, wie ein Schlag in die Magengrube. Ein Brennen durchfuhr seine Kehle, je leidenschaftlicher sie sich küssten und je härter Kamui gegen seinen Bauch wurde. Seine eigene Erregung drängte sich immer noch hart und vernachlässigt gegen den inzwischen nassen Stoff seiner Shorts. Doch kümmerte es ihn für den Augenblick wenig. Viel lieber umfasste er Kamuis Hintern fester, wodurch dieser den Kopf in den Nacken warf und seinen Namen stöhnte. „Bitte ...“ Er konnte schließlich nicht widerstehen und bewegte seine Hand so, dass er mit den Fingerspitzen zwischen Kamuis Pobacken glitt und sein Mittelfinger über seine zuckende Öffnung glitt. „Oh Gott … Subaru!

Nass hingen ihm die Strähnen ins Gesicht, als er sich zu Kamuis Hals lehnte und über die weiße, perfekte Haut leckte. Sich direkt unter seinem Ohr wiederfand und sich dort festsaugte. Gleichzeitig spürte er, wie eine von Kamuis Händen von seinen Schultern rutschte und dann ungeduldig sowie zitternd vor Erregung den Stoff seiner Shorts hinab schob. Mit einem leisen Keuchen drängte er ihn schließlich doch gegen die Fliesen, nur um sich den Stoff achtlos selbst auszuziehen und ebenso achtlos aus der Kabine zu werfen. Das klatschende Geräusch ignorierte er, weil Kamuis Ausdruck ihn viel mehr berührte. So lustvoll und komplett hingebungsvoll. „Nimm mich.“, sagte Kamui bestimmt und zum ersten Mal … wusste Subaru keinen einzigen Grund, es nicht zu tun.

Erneut fanden sie in einem leidenschaftlichen Kuss zusammen, der nach dem klaren Wasser schmeckte, das sich über ihnen ergoss und doch so verflucht perfekt, wann immer Kamui sehnsüchtig in seinen Mund seufzte und stöhnte. Mit seinem Mittelfinger rieb er immer und immer wieder über die warme, weiche Öffnung, bis er sanft in diese eindrang und mit einem erregenden Wimmern den Kuss unterbrechen musste, weil er sonst erstickt wäre. „Kamui ...“, keuchte er rau und blickte atemlos in die dunklen Augen, die nie lustvoller geschimmert haben, wie in dieser Sekunde. Hart presste er die Stirn gegen Kamuis, womit sich ihre Strähnen miteinander vermischten. Ebenso ihr heißer Atem und ihre leisen sinnvollen Laute.

Sanft schob er seinen Finger tiefer in die berauschende Enge, während er aufmerksam beobachtete, wie Kamui sich auf die Lippen biss, nur um erneut zu stöhnen und gegen den Drang ankämpfte, die Augen zu schließen. Die langen Beine spannten sich härter um seine Hüfte und sein Glied fühlte sich immer schwerer an. Aber er wollte Kamui nicht wehtun, daher bereitete er ihn so ausführlich vor, wie er konnte. Je besser er seinen Finger bewegen konnte und je deutlicher die Erregung gegen seinen Bauch zuckte, desto mehr entspannte sich Kamuis Muskelring. Sachte zog er den Finger somit zurück, nur um im selben Augenblick, wie dieser einen bedauernden Laut machte, mit dem Zeigefinger ebenfalls in ihn einzudringen und dabei hart nach Luft zu schnappen.

Er konnte es kaum glauben, wie unsagbar gut sich Kamui anfühlte. Wie warm und perfekt. „Ich liebe dich.“, hauchte er atemlos sowie rau und mit belegter Stimme, während Kamui nur noch lauter stöhnte und sich mit seinen Fingern Halt suchend in seine breiten Schultern krallte. „Bitte … oh Gott, Subaru … das ist … so gut ...“ Er musste Kamui fester an der Hüfte halten, als dieser sich versuchte gegen seine Finger zu bewegen. Dabei begann es in seinem Kopf zu kreisen, je tiefer er mit seinen Fingern in ihn stoßen konnte. Und wie sinnlich sich der schmale Körper versuchte sich ihm entgegen zu recken. Zusammen mit dem Wasser, das über sie lief und den orangefarbenem Licht auf seiner perfekten Haut, sah Kamui so verflucht sinnlich aus. Wie die perfekte Sünde. Aber Subaru könnte sich nicht mehr zurückhalten, selbst wenn er wollte.

Nachdem er ihn mit einem dritten Finger sachte weitete und Kamui sich dann doch noch aus seinem Griff drängen konnte, um ihn tiefer zu spüren, rieb er über etwas Weiches, woraufhin Kamuis Körper zuckte und er den Kopf so hart in den Nacken warf, dass er für eine Sekunde befürchtete, der Jüngere würde sich den Kopf anschlagen. Der bloße Anblick, der puren Erregung auf den so weichen Zügen, brachte sein Glied zum Zucken …

Schließlich entzog er sich vorsichtig aus der geweiteten Enge und umfasste Kamui sanft an den Hüften mit beiden Händen. Wobei er mit einer seinen Rücken nach oben glitt, um mit den Fingern zwischen seine Schulterblätter zu gleiten, eh er dort die Hand drehte, um sich an den Fliesen festhalten zu können. Dann ließ er es zu, dass Kamuis Schenkel an seiner Hüfte etwas hinabglitten, soweit bis er mit der Spitze zwischen seine Pobacken glitt. „Bist du … bereit?“, fragte er leise, wobei er es bereits in den vorfreudig glitzernden Augen seines Geliebten schimmern sehen konnte. „Ich will dich in mir spüren. Nur dich.“, wisperte Kamui atemlos und mehr musste er nicht hören, um sich vorsichtig in ihn einzudringen.

Nur um sogleich zu stoppen. Angestrengt schloss er die Augen und biss sich hart auf die Lippen. Seine Finger festigten ihren Griff um Kamuis schmale Hüfte. „Agh … ja ...“, keuchte Kamui erzitternd. Es war so gut. Aber auf eine Weise so intensiv, dass er beinahe alleine durch den Gedanken kommen könnte. Die Empfindung ließ es nur für einen Augenblick unerträglich gut werden. Nach und nach schob er sich somit in Kamui, welcher die Arme vollends um seine Schultern schlang und gleichzeitig das Gesicht in seiner Halsbeuge vergrub. Zwischendurch spürte er sachte Küsse über seine Schulter und seinen Hals flattern, gefolgt von heißen Atemzügen.

Komplett in ihm zu sein … fühlte sich an, wie direkt in die gleißend helle Sonne zu blicken und gleichzeitig in dieser zu verbrennen. Es war das Schönste und gleichzeitig Intensivste. Beinah intensiver, als in Kamuis Geist zu sein. Es war nicht einmal die rein physische Erfüllung, sondern auch die, seine Aura durch jede einzelne seiner so lang erstarrten und durch Schmerz verdörrten Nervenenden gleiten zu spüren. Als Onmyoji konnte er stets durch Berührungen die Energie der Menschen wahrnehmen. Und Kamuis war schon immer überwältigend schön für ihn. Aber nun mit ihm verbunden zu sein – so intim und …

Es ging über alle Maßen hinaus. Für einen Moment musste er sein Gesicht bebend in den nassen, weichen Haaren vergraben, um sich zu sammeln. „Du bist das Schönste … absolut Schönste, das ich je spüren durfte.“, hauchte er atemlos, nur um sich dann vorsichtig aus ihm zurückzuziehen und ebenso vorsichtig tiefer zu gleiten. Sogleich festigten sich die warmen Schenkel wieder um ihn, was ihn mit einer neuen Welle der Lust durchzog. „Subaru ...“, stöhnte Kamui dabei immer und immer wieder. So lange, bis er den Kopf in den Nacken legte und sich dann mit dem Rücken leicht gegen die Fliesen und gegen seine Hand lehnte. Ihn aus halboffenen Augen ansah. „Bitte … fick mich einfach.“, keuchte Kamui vollkommen sehnsüchtig und Subaru raubte es allein durch seine komplett direkte Wortwahl den letzten Funken seiner gereizten Kontrolle.

„Ja.“, keuchte er somit und hob Kamui sogleich ein wenig höher, um ihn besser gegen die Fliesen drücken zu können und es gleichzeitig genoss, wie erregt sich dieser dadurch auf die Lippen biss. Nach und nach wurden seine Stöße schneller und fester, während sich Kamui hingebungsvoll gegen ihn bewegte. Die Finger abwechselnd hart in seinen Nacken und die Schultern festkrallte. Jedoch nicht einmal die Augen schloss. Nicht einmal dann, als er endlich seinen Lustpunkt traf, durch den Kamui seinen Namen vor Lust schrie und fast kraftlos gegen ihn sank. „Ich … oh ja … genau da … ich … Su … ich komme ...“ Kamuis Stimme glich inzwischen mehr einem lautlosen Keuchen, wodurch er nur minimale Wortfetzen verstehen konnte. Die jedoch nur verdeutlichten, wie gut es war. Und wie sinnlich. „Ja … komm für mich.“, wisperte er gleichermaßen seiner Atmung beraubt und festigte nur noch mehr den Griff um die schmalen Hüften, jedoch ohne sich zurückzuziehen, sondern nur noch gegen diesen einen Punkt zu stoßen. So lange, bis sich Kamuis Körper regelrecht in seinen Armen aufbäumte. Kraftvoll und sinnlich und so … so unsagbar magisch, dass es ihm den Verstand komplett ausradierte und er sich komplett in seiner blanken Schönheit verlor und in dem Licht seiner Energie komplett mitgerissen wurde.

Als sein Verstand zurückkehrte, standen sie beide komplett zusammengesackt gegen die Fliesen gelehnt, unter dem immer noch heißen Strahl der Dusche und Subaru spürte, wie sanft Kamui ihn streichelte. Genießend drehte er den Kopf, um seinen Geliebten anzublicken. Dieser lächelte ihn so glücklich an, dass sein Herz ihm wieder bis in den Hals hinauf schlug. „Hi.“, hauchte Kamui mit leicht geröteten Wangen und Subaru atmete genießend durch die Hitze, die seine Brust durchströmte. „Hallo.“

Etwa eine halbe Stunde später lagen sie in seinem Bett. Mit der Pizza – welche inzwischen kalt war – zwischen ihnen, wobei sie allerdings weniger von aßen, als dass sie sich schon wieder zärtlich küssten. Dass es inzwischen fast vier Uhr morgens war … kümmerte keinen von ihnen.

~*~ Epilog ~*~

Das erste Mal, als Kamui auf Subaru traf, war es tief in ihm. Es war … die intimste und gleichzeitig bizarrste Begegnung, die man sich vielleicht vorstellen konnte. Aber für ihn, war es alles. Zum ersten Mal war da jemand, der den gleichen Schmerz fühlte, der auch ihn durchzog. Wenn auch über alle Maßen sehr viel düsterer. In dieser Zeit erfuhr Kamui Dinge über Subaru, die ihm das Herz brachen. Wenn auch auf eine gänzlich andere Weise … Und doch … zwischen all der Dunkelheit, die den Mann umgab – nebst all der Hoffnungslosigkeit und dem puren Wunsch nach Rache … spürte er eine Sehnsucht.

Er könnte es sich eingebildet haben, wäre da nicht die Tatsache, dass er zwischen dunklen und hellen Gefühlen unterscheiden konnte. Er glaubte, es läge in seinem Blut. Seine Mutter sagte ihm einst, Kamui, du bist einfach zu gut, darum kommt dir die Welt auch so schrecklich dunkel vor, das bedeutet jedoch nicht, dass du nicht für ihr Licht sorgen kannst.

Damals hatte er es nicht verstanden.
Aber er begann damit, je öfter er sich mit Subaru traf. Und je intensiver die Helligkeit in Subarus Aura wurde, wenn sie zusammen waren. In diesen Augenblicken glaubte er, die Dunkelheit in ihm verdrängen zu können.

Schließlich mussten ihn weder Sorata noch Keiichi darauf aufmerksam machen, wie hübsch und attraktiv Subaru war. Das erkannte Kamui innen sowie an seinem Äußerem. Aber es war nicht das, was sein Herz damals schneller schlagen ließ, als je zuvor. Es waren die sanften Gesten. Wie, wenn Subaru darauf verzichtete zu rauchen, sobald er Kamui sah, nachdem er ihm klar machte, dass ihm seine Gesundheit am Herzen lag. Doch ebenso war es die Art, wie sich Subaru um ihn kümmerte – ihn beschützte.

Und doch … je länger der Kampf andauerte, desto mehr fand er sich damit ab, keine Zukunft zu haben. Egal ob mit oder ohne Subaru. Seine Zeit lief rückwärts. Also versuchte er, nichts zu hinterlassen. Jedenfalls bis ihn Subaru eines Tages darauf ansprach. Ihm bewusst machte, dass er zumindest für Subaru leben sollte. In dem Moment sah er, dass aus der Sehnsucht mehr geworden war. Ein Funke … so winzig.

Aber in Kamui entbrannte es einen regelrechten Flächenbrand.

~*~

„Mit meiner Zwillingsschwester hab ich früher immer Sterne beobachtet.“, erzählte ihm Subaru sanft, welcher neben ihm im Gras lag und seine Hand hielt. „Sind die Meisten nicht schon tot?“, fragte er den Älteren bitter, woraufhin dieser über seinen Handrücken streichelte und Kamuis Herz aussetzte. „Viele … aber ihr Tod wird nicht vergessen werden, da aus ihnen so viel Neues entstehen kann.“, hauchte Subaru und Kamui konnte nicht anders, als den Kopf zu drehen und ihn anzusehen. Es tief in ihm immer noch so wehtat, dass Subaru wegen ihm eines seiner so schönen Augen verloren hatte. Dieser lächelte ihn sanft an, bevor er die Hand in seinen Nacken schob und ihn sanft an sich zog.

So umarmt zu werden … das hatte er so unsagbar vermisst. Umso fester schlang er die Arme um Subarus Nacken, der warm gegen seinen Nacken atmete und seinen Rücken so zärtlich streichelte, dass die Tränen nie liefen, welche sich in seine Augen gedrängt hatten. Schließlich drehte Kamui den Kopf, um sich bei Subaru zu bedanken, für ihn da zu sein, als …

Irgendwo zwischen der unsagbar intimen Empfindung eines fremden, warmen Atems auf den eigenen Lippen und langen Fingern in seinen Haaren, versank Kamui in seinem ersten Kuss, den er sich wohl mit niemandem sehnlichster gewünscht haben könnte, als mit dem Mann, der seit so langer Zeit für ihn da war. Der ihn so nahm, wie er war. Und nie an ihm zweifelte, selbst wenn Kamui keine Kraft hatte, an sich selbst zu glauben. Wodurch sich seine Finger schließlich zittrig aus dem Oberteil des Älteren lösten, nur um mit ihnen aufwärts in Subarus Nacken zu streicheln und ihn dann langsam auf sich zu ziehen.

Wenn er von dort an mal eine Tasse stehen ließ, dann, weil er den Gedanken nicht mehr traurig empfand, wenn Subaru sich daran erinnerte, dass Kamui sie benutzt hat.

~*~

Umso schlimmer war es ihn zu verlieren, an der einen Person, welche immer als dritte Präsenz anwesend war. Wenn nicht sichtbar und doch … der Auslöser dessen, wer Subaru war. Es brach ihm das Herz auf so … unendlich vielen Wegen. Und doch in der einen Form, die ihn aufgeben ließ. „Ich wollte mich verabschieden.“, wisperte leise, als er sich vor Subaru kniete, der unbewegt in seinem Sessel saß und aus dem Fenster starrte.

Kamui spürte das Brennen aufsteigender Tränen. Und doch hatte er bereits genug vergossen, als dass sie fließen würden. Zärtlich berührte er ein letztes Mal die warme Hand seines … Subarus. „Ich weiß nicht, … wie es enden wird, daher …“ Er blickte ein letztes Mal auf in das Gesicht des letzten Menschen, den er wirklich aufrichtig geliebt hat. Der letzten Person, für die es sich noch gelohnt hatte zu kämpfen … „Leb wohl … Subaru.“

~*~

Er war viel zu schwach, als dass er auch nur die geringste Chance hatte. Daher wusste Kamui, sterben zu müssen. Aber bevor Fuma es endlich beenden konnte, packte ihn jemand so hart und fest, dass er für einen Augenblick glaubte zu Träumen. Besonders nachdem er Weiß erkannte, welches kurz darauf mit Blut durchzogen wurde. Verzweifelt schloss er die Augen, während sich seine Hände für einen Moment an Subaru krallten, bevor er ihn sanft zurückschob und nicht glauben konnte, dass er ihn erneut …

Um ihnen herum fiel Subarus Kekkai langsam in sich zusammen, was ihm bewusst machte ...„Wieso?“, wisperte er fassungslos, während Tränen über seine Wangen liefen und Subaru sachte seine Hand umfasste. „Es war … mein Wunsch. Ebenso … wie du einen hast, für … den es sich lohnt alles zu geben.“

Kamui wollte etwas sagen, doch in dem Augenblick …

Sein Wunsch … Sein größer Wunsch …

Jemand hatte einmal gesagt, wenn man starb, würde einem das Wichtigste wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen. Doch alles, was er sah … waren die Menschen, die er am meisten liebte. Die eine Person, für die sein Herz einen aller letzten Schlag machte, als er sich wünschte, dass sie nur glücklich und in einer besseren Welt weiterleben durfte.

~*~

Manchmal … und doch viel zu oft nach diesem Tag, wachte Kamui mitten in der Dunkelheit auf. Unsicher, ob er vielleicht doch tot war, nur um gleichzeitig lange, starke Arme um sich geschlungen zu spüren, in die er sich schmiegte, weil … keine Illusion so wahrhaft perfekt und warm sein konnte, wie Subaru. Dieser drückte ihn in diesen Nächten besonders fest an sich, wodurch Kamui wieder einschlafen konnte.

Jedoch nicht, ohne ihre Hände miteinander zu verschränken.

~*~ Fin ~*~
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