Schneegestöber

von -Neo-
OneshotAngst, Schmerz/Trost / P12 Slash
Enoch O'Connor Horace Somnusson
14.01.2019
14.01.2019
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Hello Mingos! ^^
Jep, ich werde immer wieder darauf zurückkommen. Mein Lieblingsuniversum. <3
Und, um es einmal gesagt zu haben: Do not copy! Auch nicht "so halb", das macht mich nämlich verdammt wütend. Denkt euch eure eigenen Geschichten aus. Es ist auch unfair, wenn ihr meine Sachen kopiert und so zurechtbastelt, dass es gerade mal nicht mehr als Plagiat durchgeht.
So, ich habe einmal etwas Neues ausprobiert. Und zwar sowohl ein neues Pairing, als auch eine neue Seite von Enoch.
Es gibt irgendwo im Internet Beweise, dass er vor Miss P.'s Schleife auch schon in einer (oder zwei?) anderen Schleife(n) war. Somit also heute ein wahnsinniger Enoch für euch, kurz, nachdem er zu Miss Peregrine kam.
Das Lied, das mich durchgehend inspiriert hat, ist Kill Our Way To Heaven von Michl. ^^
LG Pinkie :3

⋆。*゚✲*

Er rannte immer schneller.
Er wusste genau, dass er etwas Unerlaubtes tat und deswegen hatte er die ganze Zeit über das Gefühl, dass ihm die Anderen schon auf den Fersen waren. Schon fast glaubte er, den Schrei eines Falken zu hören.

Und trotzdem rannte er weiter, immer schneller.
Der noch warme Wind peitschte ihm ins Gesicht – doch schon in wenigen Minuten würde dies nicht mehr so sein.

Als er die Höhle, den Durchgang, erreichte, drosselte er sein Tempo nicht, lief immer noch in konstanter Geschwindigkeit weiter.
Unachtsam wie er war, schlug er sich an einer etwas engeren Stelle den ungeschützten Ellbogen auf, aber er ignorierte den stechenden Schmerz und lief weiter, wollte endlich wieder das Gefühl der Freiheit spüren.

Viele bezeichneten ihn als verrückt.
Dies war jedoch nicht die erste Zeitschleife, in der er war.
Er befand sich erst ein paar Monate hier, hatte die traumatischen Erlebnisse, die sich abgespielt hatten, noch gar nicht verarbeitet und musste einfach allein sein. Allein unter normalen Menschen, wo dieses erdrückende Gefühl nicht mehr von ihm Besitz ergriff.
Immer war es da, fraß ihn von innen heraus auf.

Erleichtert atmete er aus und fühlte sich das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder lebendig, als ihm die eiskalte Luft der anderen Seite der Zeitschleife in den Lungen schmerzte und sein gesamter Körper, der nur in eine Stoffhose und ein dünnes Hemd gekleidet war, fast augenblicklich zu stechen begann.
Er stieß ein heiseres Lachen aus, genoss dies alles viel zu sehr.
Das eiskalte, raureifbedeckte Gras unter seinen Schuhen und die Lichter, die überall aus dem Moor um ihn herum zu kommen schienen und trotzdem nicht da waren.

Grinsend rannte er weiter, stolperte durch das Moor und ignorierte die Tatsache, dass er jeden Moment einfach versinken konnte.
Er verließ sich einfach auf sein Gefühl und das täuschte ihn fast nie.
Die Stimmen in seinem Kopf – oder waren sie etwa echt gewesen? – schwiegen endlich. Endlich hatte er Ruhe vor dem Kreischen und den wimmernden Lauten.
Es war perfekt.

Auf einmal hatte er sehr, sehr große Lust, etwas sehr, sehr Dummes zu tun.
Mit diesem Gedanken, der ihn anheizte, stürzte er hinunter zum Dorf und sah einen Heuwagen dort stehen.
Der Fahrer, ein gelassener, weißbärtiger Mann, stand daneben und rauchte Pfeife, blendete offenbar alles um sich herum aus.

Ein irres Glucksen verließ die Kehle des Jungen, während er eine Streichholzschachtel aus seiner Hosentasche holte.
Zu diesem Zeitpunkt hörte er den Schrei das erste Mal, doch er glaubte, dass er aus seinem Kopf kam.

„Enoch!“

Enoch zuckte zusammen, ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Langsam holte er ein Zündholz aus der Schachtel, zog es mit einem leisen Pfaffen über die Seite der Packung, sodass es sofort zu brennen begann und warf es inmitten des Heus.
Dann beäugte er sein Kunstwerk noch einige Sekunden lang, sah zu, wie der Haufen langsam von innen nach außen zu brennen begann, und rannte weiter.
Hinter sich hörte er die Schreie der Dorfbewohner.
Und einen weiteren Ruf, der ihm bekannt vorkam.

„Enoch! Enoch, warte doch!“

Doch er wollte nicht warten.
Nicht heute, nicht jetzt.
Einmal wollte er das Gefühl haben, nicht eingesperrt zu sein.

Sein Wahnsinn trieb ihn weiter, ließ ihn schneller laufen als jemals zuvor.
Bis er direkt davor stand, hatte er keine Ahnung gehabt, wohin ihn seine Füße trugen.
Als er jedoch davor stand, kam das gruselige Grinsen zurück.

Vor ihm lag ein zugefrorener See. Das Eis sah dünn aus, doch es war genau richtig.
Was er damit bezwecken wollte? Er wusste es nicht – doch er stellte sich diese Frage in dem Moment auch nicht.
Es begann zu schneien, große, bauschige Flocken.
Sie verfingen sich in seinem gelockten Haar und die Kälte auf seiner Kopfhaut erinnerte ihn daran, dass er seine Mütze verbrannt hatte.

Der See glitzerte verführerisch, funkelte regelrecht und schien zu rufen: Mach schon! Oder traust du dich nicht?

Er spannte seinen Kiefer an und trat einen großen Schritt nach vorne, direkt auf das unsichere Eis, in sein Verderben.
Es passierte fast nichts. Nur ein paar feine Risse hatten sich unter seinen Füßen gebildet und einige Enten nahmen vor ihm Reißaus.

Enoch lachte humorlos auf.
Wo war der Spaß, wenn das Eis ihn so sicher trug?
Vielleicht musste er einfach noch ein Stück weiter nach draußen gehen.
Er zuckte mit den Schultern und trat noch einen Schritt nach vorne, kam schwerer auf dem Eis auf als gedacht.
Er zuckte zusammen, als ein ohrenbetäubendes Knacken ertönte und besah sich etwas verängstigt den riesigen Riss, der sich unter seinen Beinen hindurch zog.
Vielleicht war das hier doch keine so gute Idee gewesen.

„Enoch, verdammt!“

Die Stimme drang durch das Schneegestöber kaum zu ihm herüber und er schüttelte den Kopf. Was dachte er da? Er bildete sich das Ganze nur ein.

Schnell schlug er wieder die Augen nieder und musterte besorgt den Riss, der immer breiter wurde. Die Person, die sich durch den Schnee kämpfte, um zu ihm zu kommen, sah er deswegen nicht.

Enoch hatte damit gerechnet.
Er hatte damit gerechnet, dass er einbrechen würde.
Hatte sich vielleicht sogar danach gesehnt.
Trotzdem schnappte er entsetzt nach Luft, als das Eis unter ihm aufbrach und ihn verschluckte, in so kaltes Wasser beförderte, dass er schon nach fünf Sekunden am ganzen Körper taub war.

Er hatte sich oft vorgestellt, wie es wäre, unterzutauchen, die ganze Welt einmal zu vergessen und einfach die Stille um sich zu genießen.
Während er jedoch immer tiefer sank, kam ihm der Gedanke, dass er sterben würde.
Und er hatte nicht vor, zu sterben.
Verzweifelt versuchte er, sich wieder nach oben zu drücken und ruderte mit den Armen.
Er riss den Mund auf zu einem verzweifelten Schrei und seine Lunge wurde augenblicklich zusammengepresst und füllte sich mit dem kalten Seewasser.
Dann wurde alles schwarz.

*✲゚*。⋆

Als er langsam und gequält die Augen aufschlug, war ihm nicht so kalt, wie er gedacht hatte, dass es sein würde.
War er etwa doch tot?
Schnell holte er Luft, um dies zu überprüfen, wurde jedoch von starken Hustenkrämpfen geschüttelt.
Also doch nicht tot.

„Oh, du bist wieder zu dir gekommen“, sagte eine Stimme über ihm sanft und er hob den Blick noch etwas. Horace.
Die Schreie. Es war Horace gewesen.

Enoch räusperte sich und sah an sich hinab.
Horace hatte einen seiner – bestimmt unglaublich teuren – Mäntel über ihm ausgebreitet.
„Danke für den Mantel… und fürs Rausziehen“, krächzte Enoch und Horace lächelte schmallippig.
„Gern geschehen.“

Vorsichtig versuchte Enoch, sich aufzurappeln. Das funktionierte ganz gut.
Er schwankte trotzdem etwas, als er versuchte, wieder selbstsicher den Weg vorzugeben.
Sofort war Horace zur Stelle und stützte ihn.
Es hatte ihn schon unglaublich viel Überwindung gekostet, sich einmal bei ihm zu bedanken, deshalb tat es der Nekromant kein zweites Mal.

„Sag mal, was war los?“
„Blackout.“

Enoch wusste, dass Horace ihm nicht glaubte.
Und er war sich sicher, irgendwann würde er mit Horace darüber reden.
Doch nicht jetzt.
Nichtsdestotrotz war die Luft aufgeladen von irgendetwas, das Enoch nicht deuten konnte. Sein Bauch schlug seltsame Purzelbäume und er dachte kurz, er musste kotzen. Doch dem war nicht so.

Etwas hatte sich verändert.

Aber was?
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