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Geheimnisse und Überraschungen

von eromanga
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Chet Kelly Dr. Mike Morton
14.01.2019
05.04.2019
87
58.370
1
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09.03.2019 709
 
Die nächsten Tage vergingen und für Ciara wurde es immer schlimmer. Selbst wenn sie schon morgens aufstand, hatte sie Angst, nicht einmal mehr das Handtuch im Badezimmer zu finden. Am Nachmittag klingelte es und sie öffnete die Tür, doch es stand niemand davor. Das ging einige Male an diesem Tag. Manchmal hörte sie ein leises „Hallo Ciara“, doch wenn sie in die Richtung greifen wollte, war dort niemand. Zitternd saß sie am Abend auf dem Sofa. Mike kam vom Dienst nach Hause und fand seine Frau dort im Dunkeln vor. „Hey, was ist denn los?“ Doch Ciara klammerte sich nur an ihm fest. „Sshhht, ganz ruhig, was ist denn passiert?“ Sie schaffte es nicht, sich zu beruhigen. „Mike, irgendwas stimmt hier nicht. Es verschwinden Dinge und tauchen woanders wieder auf. Heute hat es ein paar Mal an der Tür geklingelt, doch wenn ich sie geöffnet habe, war niemand da oder ich habe immer nur leise meinen Namen gehört.“ - „Vielleicht war das ein Klingelstreich von den Nachbarskindern.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, das war eine Männerstimme, aber ich kannte sie nicht.“ Sie zitterte immer mehr. „Ciara, bitte beruhige dich. Ich bin mir sicher, dass es dafür eine Erklärung gibt.“ Sie stand jetzt auf. „Mike, wie soll ich mich beruhigen. Wenn ich wirklich an allem Schuld sein sollte, wie soll ich mich dann um unser Baby kümmern, wenn du nicht da bist. Vielleicht vergesse ich ja auch, wo ich es zum Schlafen hingelegt habe.“ Mike stand nun ebenfalls auf. „Kleines, das wird nicht passieren. Glaub es mir bitte.“ In Ciara stiegen die Tränen auf. „Warum glaubst du mir denn dann nicht? Mike, ich bin mir wirklich sicher, dass ich nichts falsch weggelegt habe.“ Sie gab ihm einen Zettel, den sie mit ihrem Braille-Schreiber beschrieben hatte. „Was ist das?“ - „Ich habe vorhin aufgeschrieben, wo ich meinen Blindenstock, meinen Schlüssel, meine Handtasche und meine Jacke hingelegt habe. Bitte sieh nach, wo die Sachen jetzt sind.“ Mike sah seine Frau fassungslos an. „Ist das dein Ernst?“ Ciara wurde jetzt laut. „Ja, mein voller Ernst. Ich drehe hier durch. Bitte sieh nach.“ Sie setzte sich wieder auf das Sofa und zog die Wolldecke bis an ihr Kinn. Mike ging in den Flur, während er langsam über den Zettel tastete. Ciara hatte ihm in den letzten Monaten die Blindenschrift beigebracht, daher konnte er den Zettel lesen – wenn auch sehr mühselig. Dort war vermerkt, dass ihr Blindenstock im Schirmständer stand. Er sah nach und fand ihn auch dort. Ihr Schlüssel hing am Schlüsselbrett, wie es auf dem Zettel stand. Er ging weiter. Ciara hatte geschrieben, dass ihre Handtasche auf der Flurgarderobe stand, doch dort war sie nicht. Er sah sich um und öffnete auch den Einbauschrank, wo er die Tasche schließlich fand. Er stutzte, da Ciara diesen Schrank noch nie benutzt hatte. Er fühlte wieder über den Zettel. Ihre Jacke hatte sie in den Hauswirtschaftsraum an die Tür gehängt – wie immer. Doch auch dort fand er sie nicht. Er sah sich um und fand die Jacke schließlich in der Waschmaschine. Mit einem komischen Gefühl ging er zu seiner Frau zurück. „Und?“, sagte sie ängstlich. „Deine Handtasche und deine Jacke waren nicht da, wo du es aufgeschrieben hattest.“ Ciara sprang auf. „Siehst du? Mike, ich habe die Sachen wirklich dort hingelegt, wie es auf dem Zettel steht.“ Sie zitterte jetzt am ganzen Körper und Mike schaffte es nicht, sie zu beruhigen. „Es muss ständig jemand im Haus sein, wenn du nicht da bist. Aber ich kriege nichts mit. Ich habe nichts gehört.“ Sie weinte jetzt bitterliche Tränen. Mike hielt sie im Arm, doch sie zitterte immer mehr. „Ciara, bitte beruhige dich. Denk an das Baby.“  - „Das mach ich die ganze Zeit. Ich denke an nichts anderes. Wenn wirklich jemand ständig hier ist, kann er unser Baby entführen und ich merke es vielleicht nicht mal.“ Mike hielt seine Frau im Arm, die immer noch weinte und am ganzen Körper zitterte. Er merkte, wie sie zu Boden glitt. „Was hast du?“ Er kniete sich neben sie. Ciara war schweißgebadet und kreidebleich. „Ich hab solche Schmerzen.“ Sie zog die Luft scharf ein. „Ich rufe einen Krankenwagen.“ Er lief zum Telefon und wählte die Nummer des Notrufes, der schließlich bei Einheit 51 einging. Johnny und Roy fuhren sofort los.
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