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Geheimnisse und Überraschungen

von eromanga
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Chet Kelly Dr. Mike Morton
14.01.2019
05.04.2019
87
58.370
1
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Dieses Kapitel
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01.02.2019 808
 
Chet sah zu Amanda. „Wieso? Heute habe ich doch Küchendienst.“ Sie lächelte ihn an und Chet ging zu ihr. „Komm, leg dich etwas hin. Du siehst sehr müde aus. Ich fahre in der Zeit einkaufen.“ Amanda nickte ihm dankbar zu und legte sich auf das kleine Sofa im Wohnzimmer. Sie wollte jetzt nicht alleine in ihrem Zimmer sein. Chet räumte die Küche fertig auf und ging in das kleine Wohnzimmer, wo sie schon tief und fest schlief. Er holte eine Wolldecke aus seinem Zimmer und deckte Amanda damit zu. Zärtlich streichelte er über ihre kalten Hände. Er machte sich große Sorgen um sie. Aber es half nichts, der Kühlschrank war leer und so fuhr er einkaufen.

Eine Stunde später war er wieder zurück und sah, dass Amanda in die Wolldecke eingerollt immer noch auf dem Sofa schlief. Er nahm sich einen Eimer und Lappen und putzte das Badezimmer. Als er damit fertig war, sah er, dass Amanda langsam aufwachte. „Wie geht es dir?“, fragte er sie leise. „Ganz gut. Ich muss mich bei dir entschuldigen.“ - „Nein, das brauchst du nicht.“ Chet sah sie lange an. „Amanda, ich bin ein guter Zuhörer. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, bin ich immer für dich da.“  - „Das ist lieb von dir.“ Langsam setzte sie sich auf. „Bitte erzähle Ciara nichts davon. Sie macht sich dann nur unnötig Sorgen.“ Chet sah sie an. „Ich mache mir auch Sorgen um dich. Gestern morgen warst du noch wie immer und als du mein Auto geholt hattest, warst du verändert.“ Ihr Blick ging auf den Boden, während sie nervös mit ihren Fingern spielte. „Es kann doch nicht an dem Unfall von Ciara und dem Doc liegen, oder?“ Amanda schüttelte mit dem Kopf. „Nein, den beiden geht es ja glücklicherweise gut. Morgen dürfen sie schon nach Hause.“ Chet nickte, denn schließlich wusste er das ja schon. „Was ist dann mit dir?“ Amanda sah ihn an. Sollte sie es ihm wirklich sagen? „Es ist nicht so einfach, Chet.“ Er sagte nichts, wollte ihr die Zeit geben, die sie brauchte. „Es geht um deinen Kollegen, die Vertretung für Johnny.“ - „Um Brice? Was ist mit ihm?“ - „Er... er....  wir waren mal verlobt.“ Chet sah sie entgeistert an. Er hatte das Gefühl, gegen eine Wand gerannt zu sein. „Ihr wart was? Wann denn?“ - „Vor knapp vier Jahren haben wir uns getrennt.“ Chet schluckte. „Wie lange wart ihr denn zusammen?“ - „Gut sechs Jahre. Als ich 20 war, haben wir uns kennengelernt.“ Chet verstand die Welt nicht mehr. „Amanda, nimm es mir nicht übel. Aber was will so eine wundervolle Frau von jemanden wie Brice?“ - „Anfangs hatten wir wirklich eine tolle Zeit. Wir haben viel unternommen und hatten Spaß. Aber als er dann bei der Feuerwehr befördert wurde und schließlich auch noch die Ausbildung zum Paramedic gemacht hatte, hatte er sich sehr verändert. Er hielt sich für einen kleinen Gott und das hat er alle spüren lassen – besonders mich. Die letzten Jahre mit ihm waren die Hölle, aber ich hab es nicht geschafft, mich von ihm zu trennen.“ - „Inwiefern die Hölle? Hat er dich geschlagen?“ Chet merkte, wie eine Wut auf Brice in ihm aufstieg. Amanda lachte kurz auf. „Nein, geschlagen hat er mich nie; das liegt unter dem Niveau eines Craig Brice. Er spielt lieber Psycho-Spielchen. Es fing damit an, dass ich ihm zu dick war. Ich habe dann ohne Ende Sport getrieben, aber es brachte nichts. Da hat er sich noch mehr über mich lustig gemacht, also fing ich an....“ Amanda wurde ganz leise, „... also fing ich an, mir den Finger in den Hals zu stecken, damit ich abnehme. Ich hatte gehofft, ihm dann wieder zu gefallen. Aber so war es nicht. Als er es rausbekam, war er von mir angewidert und hat, wenn Kollegen zu Besuch waren, in meinem Beisein über mich hergezogen, dass ich eigentlich zu dumm für die ganze Welt sei und so. Als ich dann auch noch meinen Job verlor, hatte er über mich gewonnen. Er war der King und ich das Gesinde. Zum Schluss habe ich es nur noch geschafft, mit dem Taxi zu meiner Tanzgruppe zu fahren, woanders bin ich nicht mehr hin. Er fand es natürlich toll, so die Kontrolle über mich zu haben.“ - „Wie hast du es geschafft, von ihm wegzukommen?“ - „Durch Ciara. Wir hatten uns durch den Zusammenschluss der Gruppen kennengelernt und als sie mir erzählt hatte, das sie blind wird und sich deswegen von ihrer großen Liebe getrennt hat, habe ich mir gedacht dass ich das auch schaffen kann. Also bin ich während seiner Schicht ans andere Ende der Stadt gezogen und kurz darauf ging glücklicherweise die Tournee los.“ - „Du hast das einzig Richtige getan“, sagte Chet jetzt zu ihr. „Vielleicht. Aber was ist, wenn er mich jetzt sieht? Dann geht es wieder los. Du glaubst doch nicht, dass er das so auf sich sitzen lässt.“
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