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Der Schöne und das Biest

von Rahja2
GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Het
Dwalin Fili Kili OC (Own Character) Thorin Eichenschild
12.01.2019
13.04.2021
69
201.857
12
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
12.01.2019 3.166
 
Hallo ihr Lieben,

nachdem ich meinen Krimi „Ein Teufel in der Stadt der Engel“ beendete finde ich irgendwie gefallen daran im modern Setting zu schreiben. Denn gibt es, meines Erachtens, viel zu wenig Geschichten hier auf FF, in denen Thorin und Co. als strahlende Helden in unserer Welt und Zeit agieren dürfen.
Natürlich werden auch hier, neben Thorin, wieder Dwalin, Fili und Kili mit von der Partie sein. Da diese Geschichte nicht in Mittelerde spielt nehme ich mir die dichterische Freiheit heraus einen Blondschopf und ein Rehauge nicht als Neffen, sondern als Thorins jüngere Brüder daherkommen zu lassen

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und hoffe auf reges Interesse.

Liebe Grüße
Rahja

………………………………………………………………………

`Ausgerechnet Malibu, Heimstadt der Schönen und Reichen´, schoss es ihm durch den Kopf, während er seinen Wagen zur angegebenen Adresse lenkte, hin zu dem Ort, an welchem er demnächst seine Brötchen verdienen würde.                        
Seine Fahrt endete schließlich an einem massiven, geschlossenen Tor, durch welches man nur Einlass bekommen konnte, wenn nach Anmeldung und Legitimation ein Summer betätigt wurde.
Während er auf den Klingelknopf drückte wurden er und sein fahrbarer Untersatz von einer Überwachungskamera, leise brummend, ins Visier genommen.

Kurz darauf nannte er seinen Namen und bekam Sekunden später grünes Licht.
Nahezu lautlos öffnete sich das Tor, gewährte ihm Einlass und verschloss sich sofort wieder, nach dessen passieren.  

`Bis hierhin habe ich keinerlei Beanstandungen an das Sicherheitssystem, Senator Kavanagh´, dachte er, lenkte seinen Wagen nun bis zum Haus, parkte ab, stieg aus und begab sich zum Hauseingang.

Keineswegs hatte er damit gerechnet, dass der Hausherr persönlich ihm die Tür öffnen würde. Vielmehr hatte er sich auf eine Begrüßung durch ein Dienstmädchen oder die Haushälterin eingestellt.                                                            

„Herzlich willkommen! Bitte treten Sie ein“, drang die Stimme des Senators an seine Ohren, der nun sein neuer Arbeitgeber sein würde. „Ich bin Ihnen wirklich mehr als dankbar, dass Sie es einrichten konnten schon heute Ihren Dienst anzutreten, und nicht erst am Montag.“

„Das war kein Problem, Sir, denn hatte ich keinerlei andere Verpflichtungen“, bekam der Senator zu hören, während der Ankömmling das Haus betrat und ihm die Rechte zum Gruß entgegen streckte.

„Ich bin sehr in Eile“, entgegnete der Hausherr, während des Handshakes. „Wenn es mir auch zuwider ist Sie ins kalte Wasser zu werfen und mich ausgerechnet am heutigen Tag nach Washington DC begeben zu müssen, so komme ich dennoch nicht drumherum. Bitte folgen Sie mir in mein Büro!“

Nur wenige Minuten später hatte Senator Kavanagh seine Ausführungen und Order an seinen neuen Angestellten beendet, welcher nun mit diversen Listen und schriftlichen Anweisungen ausgestattet war.                                                            
„Sie haben mein vollstes Vertrauen. Falls Sie Lücken im jetzigen Sicherheitssystem finden, dann haben Sie jegliche Befugnis dieses zu modernisieren, egal was für Kosten das verursacht. Anfallende Rechnungen lassen Sie mir bitte zukommen. Ich werde dann umgehend dafür sorgen, dass diese beglichen werden. Oberste Priorität hat die Sicherheit meiner Tochter. Ich möchte, dass Isabel an jedem Morgen von Ihnen persönlich zur Schule gebracht und nach Beendigung des Unterrichtes wieder von Ihnen abgeholt wird. Die Adresse ihrer Highschool finden Sie auf der Liste, die ich Ihnen aushändigte, ebenso wie die Adressen ihrer Freunde, die sie besuchen darf oder die hierherkommen dürfen. Falls sie shoppen gehen möchte, allein oder mit Freundinnen, werden Sie sie ins Center fahren, im Auge behalten und anschließend sicher wieder nach Hause bringen. Ich weiß, dass solche Aufgaben eigentlich nicht ins Metier eines Security - Chiefs fallen, doch möchte ich die Sicherheit meiner Tochter nur in Händen einer einzigen Person wissen und nicht auf mehrere Chauffeure und Personenschützer verteilen. Sie ist mein einziges Kind und ich liebe sie über alles. Aufgrund meiner zukünftigen Tätigkeit muss ich, meines Erachtens nach, gewisse Vorkehrungen treffen. Und nur zu diesem Zweck habe ich Sie eingestellt.“  

„Ich weiß Ihr Vertrauen in mich zu schätzen, Sir, und kann Ihnen versichern, dass ich all Ihren Wünschen uneingeschränkt nachkommen werde.“

„Dann sind wir uns also einig, Hand drauf!“, merkte der Senator an und schüttelte seinem neuen Angestellten erneut die Hand. „Dann bleibt mir nur noch Ihnen, vor meiner Abreise, meine Tochter vorzustellen.“

Kurz darauf hatte der Senator das Obergeschoss seines Hauses erreicht und klopfte an die Tür des Zimmers seiner Tochter.                                                                

„Izzy, darf ich rein kommen?“

Keine Antwort.

„Isabel?“

„Wenn ich sage, dass du mein Zimmer nicht betreten darfst, dann würdest du es doch trotzdem tun, Dad. Wieso fragst du mich denn überhaupt?“, geiferte Sekunden später ein genervter Teenager.

Seufzend öffnete der Bittsteller die Tür und betrat schließlich den Raum.        
„Bitte komm runter, Izzy, ich möchte dir jemanden vorstellen.“

„Scheiße, Dad, ich sagte dir doch schon mehrfach, dass ich kein neues Kindermädchen brauche. Ich bin sechzehn Jahre alt und kann sehr gut selbst auf mich aufpassen. Ich verstehe durchaus, dass du von jetzt an mehr in Washington sein wirst als zu Hause. Doch werde ich nicht allein sein. Ich habe ja Betty und diverse Hirn amputierte Aufpasser.“

„Was du benötigst oder auch nicht, das bestimme immer noch ich“, donnerte der Senator der Halbwüchsigen entgegen. „Und jetzt komm gefälligst runter!“

„Was geschieht denn, wenn ich es nicht tue? Nimmst du mir dann mein Geburtstagsgeschenk wieder weg, Dad?“

„Natürlich nicht, meine Süße. Bitte, komm jetzt unverzüglich runter! Ich muss bald los, damit ich meinen Flieger nicht verpasse“, entgegnete der Senator milde, während ihm mal wieder das Herz zu bluten begann, auf Grund der Tatsache, dass seine Tochter ihm mit den Augen ihrer Mutter entgegen blickte.

„Gut, bitte, ich komme ja schon“, entgegnete die Halbwüchsige, eiste sich von ihrem Laptop los, schraubte sich von ihrem Bett hoch und postierte sich vor ihren Vater. „Geh voran, ich folge dir, Dad!“

Nur wenige Sekunden später stellte sich der Senator neben seinen neuen Sicherheitschef und erwartete das Auftreten von Isabel.

Schließlich erschien der Teenager, schritt jedoch die Treppe nicht bis zum Ende abwärts, sondern blieb auf dem Treppenabsatz stehen, verschränkte die Arme vor der Brust und ließ verlauten: „Herzlich Willkommen, Mary Poppins“, um kurz darauf feststellen zu dürfen, dass ihr kein neues Kindermädchen entgegenblickte.

„Heilige Scheiße“, entfuhr es der Halbwüchsigen, „dreimal Sorry, Mister Poppins. Ich wusste nicht, dass mein alter Herr mir zur Abwechslung eine männliche Nanny gekauft hat. Bitte tun Sie mir den Gefallen und setzen Sie sich ein Häubchen auf und binden Sie sich eine Schürze um, damit ich in Zukunft täglich was zu lachen habe, denn zu lachen bekomme ich in meinem jungen, äußerst verschissenen Leben nicht allzu viel.“

Kurz darauf drehte sie sich auf dem Absatz herum und wollte soeben die Treppe wieder hinauf gehen, als die Stimme ihres Vaters donnernd an ihre Ohren drang: „Isabel, komm gefälligst runter und begrüße Mister Thorin Oakenshield, den neuen Security - Chief dieses Hauses!“

„Du kannst so viele neue Bodyguards einstellen wie du willst, Dad. Es ist zu spät. Das bringt Mom und Danny nicht wieder zurück. Und, wie gesagt, ich kann selbst auf mich aufpassen. Dazu benötige ich keineswegs einen langhaarigen Mister Nanny. Und nun begib dich nach Washington! Dein neues Amt ist dir doch wesentlich wichtiger als das winzig kleine Überbleibsel deiner Familie. Hab Dank für dein Geburtstagsgeschenk, und dass du mir gestattest am heutigen Tag eine Fete steigen zu lassen“, ließ der Teenager noch verlauten und stürmte wieder hinauf, zurück in ihr Zimmer.

„Sie müssen meine Tochter entschuldigen, Mister Oakenshield. Izzy ist zuweilen etwas schwierig. Ihr fehlt…….ähm, wie dem auch sei, ich muss jetzt wirklich los, da die Arbeit ruft. Sie haben alle Instruktionen in Händen. Alles was Sie sonst noch wissen müssen werden Sie von Betty, meiner Haushälterin, erfahren. Ich weiß nicht genau wann ich wieder nach Hause kommen kann, doch haben Sie bis zu meiner Rückkehr das uneingeschränkte Sagen in meinem Haus, was Sicherheit und Ordnung angeht.“

„Ich werde Sie garantiert nicht enttäuschen, Sir.“

„Dessen bin ich mir sicher, Mister Oakenshield“, erwiderte Isabels Vater, während er seinem neuen Angestellten ernst ins Gesicht blickte.

Nur wenige Minuten später hatte der Senator das Haus verlassen und überließ das Feld seiner langjährigen Haushälterin und seinem neuen Sicherheitschef.


Die nächsten Stunden verbrachte Thorin damit das Sicherheitssystem genauestens unter die Lupe zu nehmen, nebst den ihm nun unterstellten Sicherheitskräften.
Die installierte Alarmanlage wies, nach seiner peniblen Überprüfung, erhebliche Mängel auf und würde durch eine modernere ersetzt werden müssen, ebenso wie zwei Mitarbeiter des Teams, die gnadenlos durch Thorins Prüfung gefallen waren.    
Allerdings würden diese ihren Job noch ein paar Tage behalten dürfen, denn heute war Freitag, und somit stand das Wochenende vor der Tür. Vor Montag würde der neue Sicherheitschef das aussortierte Fallobst leider nicht ersetzen können.

Es war später Nachmittag als sich Thorin schließlich auf die Suche nach der Haushälterin begab, die zu kontaktieren ihm von seinem neuen Arbeitgeber wärmstens ans Herz gelegt worden war.    
In der Küche wurde er schließlich fündig.

Lächelnd registrierte er das geschäftige Treiben einer Mittvierzigerin, deren breites Hinterteil einen regelrechten Tanz vollführte, während sie eine zweistöckige Geburtstagstorte mit Sahne und kleinen Marzipanrosen verzierte und dabei leise vor sich hin summte.

„Verzeihung, Ma’ m“ , sprach Thorin die Haushälterin schließlich an, „Mein Name ist Thorin Oakenshield und ich………….“

„….Sie sind der neue Sicherheitschef, den Mister Kavanagh engagiert hat“, fiel ihm Betty ins Wort. „Willkommen an Bord, Sie armer Tropf! Der Senator hat Sie wirklich ins kalte Wasser geworfen, Mister Nanny.“

„Das bekomme ich am heutigen Tag schon zum zweiten Mal zu hören, jedoch bin ich nicht Mister…………..“

„Doch, sind Sie, Mister Oakenshield. Sie haben ja keine Ahnung was Sie demnächst erwarten wird, angefangen mit dem heutigen Abend. Izzy, die Tochter des Senators, wurde heute sechzehn Jahre alt und ihr Vater gestattete ihr auf Grund dessen eine Party steigen zu lassen. In etwas mehr als einer Stunde werden hier zwanzig Teenies, im Alter zwischen fünfzehn und achtzehn Jahren einfliegen, alle der Upperclass Malibus entstammend. Sie werden Alkohol und Drogen einschmuggeln, die Musikanlage zum Glühen bringen und die männlichen Exemplare unter ihnen werden irgendwann komplett zugedröhnt in den Pool pinkeln, während angesäuselte junge Damen kichernd ihre kleinen Titten entblößen. Izzys Vater erlaubte seiner Tochter bis ein Uhr morgens zu feiern. Danach werden einige der grölenden Kids von deren Müttern abgeholt werden. Die Spreu nach Hause zu bringen, welche sich nicht vom Weizen trennte, wird Ihnen obliegen. Da kann ich nur sagen, seien Sie froh, dass der Wagen, der dann vollgekotzt werden wird, nicht Ihr eigener ist.“

„Auf diesen Einstand könnte ich locker verzichten“, brummte Thorin.

„Kann ich mir denken. Doch werden Sie um diesen leider nicht herumkommen“, gab die gute Seele des Hauses lächelnd von sich, während sie dem neuen Sicherheitschef nun ein Sandwich unter die Nase hielt, das sie zwischenzeitlich aus dem Kühlschrank geholt hatte. „Sie sollten sich stärken, bevor sich das Haus in ein wahres Irrenhaus verwandelt.“

„Vielen Dank.“

„Gern geschehen, Mister Oakenshield.“

„Bitte nennen Sie mich Thorin und lassen Sie die Förmlichkeiten weg.“

„Sehr gern, Thorin. Ich bin Betty, und mehr als erfreut deine Bekanntschaft machen zu dürfen.“

Während ihm die Haushälterin nun die Rechte zum Gruß entgegenstreckte zwinkerte sie dem neuen Sicherheitschef verschwörerisch zu und dachte insgeheim: `Heilige Scheiße, du bist zu schön um wahr zu sein, Mister Nanny.´

„Ganz meinerseits, Betty“, entgegnete Thorin lächelnd, während er ihr die Hand schüttelte.

Da der neue Sicherheitschef des Hauses derzeit nichts Weiteres mehr zu tun hatte blieb er einfach in der Küche sitzen und sah Betty zu, die sich mächtig ins Zeug legte in Kürze einer Horde Teenagern eine fulminante Geburtstagstorte zu kredenzen.

Kurze Zeit darauf baten Mitarbeiter eines Cateringservices um Einlass, die schließlich von Thorin persönlich hereingelassen und so lange überwacht wurden bis diese mit dem Aufbau des bestellten Buffets fertig waren.

Danach begab er sich zurück in die Küche.

Einige Minuten später erschien Isabel, die Tochter des Hauses, auf der Bildfläche. Lächelnd betrat sie Bettys Heiligtum und fiel der Haushälterin überschwänglich um den Hals, während sie leise von sich gab: „Ich hab dich lieb, Betty, vielen lieben Dank dafür, dass du meine Lieblingstorte gebacken hast.“

Sie hatte inzwischen geduscht und sich in Schale geworfen, entschlossen ihren sechzehnten Geburtstag gebührend feiern zu wollen, auch ohne die Anwesenheit ihres Vaters. Das dezent aufgetragene Make – up setzte ihre jugendliche Schönheit und den Glanz ihrer wundervollen blauen Augen mehr als in Szene. Ein luftiges Kleid, in flammendem Rot, umspielte ihren perfekten Körper, während ihr das honigblonde Haar in weichen Locken über die Schultern fiel.

`Heilige Scheiße, wenn die den Kinderschuhen entwachsen sein wird, dann wird sie reihenweise Herzen brechen´, dachte Thorin, während es nun zum zweiten Mal klingelte, den ersten Gast der anstehenden Geburtstagspartie anzeigend.

Kurz darauf hatte der neue Sicherheitschef alle Hände voll zu tun.    
Mit Argusaugen überwachte er die Tochter seines neuen Arbeitgebers, nebst deren gut betuchten Gästen. Wann immer er gewahr wurde, dass Alkohol oder irgendwelche Pillen ins Spiel kommen sollten schritt er ein und konfiszierte was auf der Geburtstagsparty einer Sechzehnjährigen keineswegs etwas zu suchen hatte, während ihm laute Musik fast die Trommelfelle platzen ließ.                                                                            
„Fick dich doch, du langhaarige Spaßbremse!“, wurde er irgendwann vom Geburtstagskind angeherrscht, nachdem er die x-te Flasche Schnaps eingezogen hatte, gefolgt von: „Ich brauche keinen Mister Nanny! Hörst du?   Ich kann sehr gut selbst auf mich aufpassen.“

`Das kannst du ganz sicher nicht, kleines Küken.´

Auch ohne Alkohol zu konsumieren oder "Spaßmacher" einzuwerfen, zumindest nicht so viel wie sie es vor hatten, feierten Halbwüchsige gehörig ab, tanzten zu lauten Klängen und kühlten ihre überhitzten Gemüter im Pool ab, wann immer ihnen danach war.
Stundenlang war Thorin umgeben von jungen Badenixen in knappen Bikinis und angehenden Männern in kurzen Shorts, deren Hormonüberschuss ihnen unübersehbar ins Gesicht geschrieben stand.
Über Vieles vermochte er hinwegzusehen, sich an seine eigene Highschool – Zeit erinnernd. Doch nun war er seit langem erwachsen, war in den letzten Jahren durch Blut und Scheiße gewatet und hatte nur noch den Wunsch ein wenig zur Ruhe kommen zu dürfen und in nächster Zeit kein  Leben mehr nehmen zu müssen.
Wenn er zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, dass ihm das leider nicht vergönnt sein würde, dann hätte er ganz bestimmt umgehend die Segel gestrichen und schnell das Weite gesucht.                                                                                                      
Wie Betty es vorausgesagt hatte oblag es Thorin schließlich einige Kids nach Hause fahren zu müssen, nach Beendigung der Party.          
Die anzufahrenden Adressen fand er auf der Liste, die ihm vom Senator ausgehändigt worden war. Und zu seinem Glück blieben die Partygäste, die er chauffierte, speifrei.                                                    
Nach seiner Rückkehr fand er die Haushälterin im Wohnzimmer vor, wo diese die Hinterlassenschaften der Kids einsammelte.

„Warte, ich helfe dir“, gab er von sich und schnappte sich einen Abfallbeutel.

„Lass mal stecken, Bodyguard!“, bekam Thorin zu hören, gefolgt von: „Eine georderte Putzkolonne wird am morgigen Tag alle Hinterlassenschaften beseitigen und die Bude wieder auf Vordermann bringen. Ich wollte nur schon mal das Gröbste beiseite schaffen. Und nun folge mir in die Küche, Mister Nanny!“

„Scheiße, ich bin nicht……….“

„Doch, bist du von jetzt an!“

In ihrem Heiligtum angekommen angelte die Haushälterin eine Flasche Wodka aus einem der Küchenschränke, befüllte zwei Gläser und hielt eines davon Thorin unter die Nase.

„Prost, Guardian!“

„Prost, gute Seele dieses Hauses“, entgegnete der Angesprochene und stürzte den Drink in einem Zug hinunter.  

„Ich kann mir denken, dass du dich nach dem heutigen Abend weit weg wünschst“, gab Betty leise von sich, während sie Thorin eindringlich ansah und sich ihre Augen mit Tränen füllten. „Bitte, geh nicht, Mister Nanny, wie all die anderen vor dir! Bitte bleib zumindest so lange bis Isabel erwachsen ist und auf eigenen Füßen stehen kann.“

„Sie ist ein kleines Biest“, knurrte Thorin. „Was hat sie so werden lassen wie sie jetzt ist?“

„Der Tod ihrer Mutter und ihres kleines Bruders“, antwortete Betty. „Die Beiden kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Schuldfrage wurde nie geklärt, doch ging die Polizei davon aus, dass es sich um einen gezielten Anschlag handelte, und nicht um einen normalen Unfall. Alle gefundenen Spuren deuteten darauf hin, dass der Wagen mit Absicht von der Straße gedrängt wurde, schließlich einen Abhang hinabstürzte und in Flammen aufging. Der Senator war damals noch Bundesrichter und hatte sicher viele Feinde. Mister Kavanagh kam nie über den Tod seiner Frau und seines Sohnes hinweg. Er stürzte sich in die Arbeit, machte ständig Überstunden und überließ Isabel sich selbst. Ich versuchte ihr so gut es ging die Mutter zu ersetzen, doch……….  Thorin, das arme Ding braucht wirklich wenigstens noch eine Konstante in ihrem Leben, einen Menschen auf den sie sich hundertprozentig verlassen kann, der sie nicht wieder verlässt, egal wie biestig sie daherkommt. Bitte, wirf nicht das Handtuch und bleib bei ihr! Die Kleine braucht dich.“

Ohne noch ein weiteres Wort über die Lippen zu bringen legte die Haushälterin ihm eine Hand auf die Schulter, küsste ihn zart auf die Wange und verließ dann den Raum.

Seufzend genehmigte sich Thorin noch einen Drink und begab sich danach zur Alarmanlage, um zu überprüfen ob diese auch wirklich eingeschaltet war.
Dann machte er einen letzten Rundgang durchs Haus.
Ganz zuletzt trat er in den Garten hinaus.
Er hatte nicht damit gerechnet dort jemanden anzutreffen. Doch entdeckte er schließlich Izzy. Der Teenager saß auf einer der Gartenliegen, die Beine angezogen, mit den Armen umschlingend. Ihr Kopf ruhte auf den Knien und das Zucken ihres Körpers verriet ihm, dass sie weinte.                                                                  

Ohne groß nachzudenken begab er sich zu ihr, packte sie bei den Schultern, brachte sie auf die Beine und nahm sie fest in den Arm.  
Und während sich der Teenie dicht an ihn schmiegte und an seine Brust gelehnt hemmungslos schluchzte, wusste er, dass er bleiben würde, wusste er, dass er dieses zerbrechliche Wesen um jeden Preis beschützen und für sie da sein würde.
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