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Black Fuel

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
12.01.2019
11.08.2019
20
79.807
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
11.08.2019 4.391
 
Schönen Sonntagabend!
Ich hab wieder mal Nachschub - sagt mir ruhig mal, was ihr bisher von meiner Geschichte haltet... *zwinker zwinker*
Viel Spaß!
PS: "MC" steht für "Motorcycle Club" - hab mich von einer bekannten Serie etwas beeinflussen lassen...^^

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Chapter 20: Fallen

Am nächsten Morgen wurde Lara durch die Sonnenstrahlen geweckt. Sie streckte sich noch einmal kräftig und setzte sich in Shannon's Bett auf. Nachdem das Gästezimmer bei Jared noch vergeben war und Chris das Loft über den Proberaum bezogen hatte, verbrachte Lara die erste Nacht in Shannon's Bett. Sie zog sich an, ging kurz ins Bad und schlurfte anschließend in die Küche. Es fühlte sich seltsam an – obwohl sie Shannon's Haus bereits kannte, fühlte sie sich trotzdem irgendwie wie ein Eindringling. Offenbar war er die ganze Nacht unterwegs gewesen, im Haus hörte sie keinen Mucks. Also ging sie in Jared's Haus, wo bereits wieder reges Treiben herrschte. „Na, Schlafmütze? Gut geschlafen?“, wurde sie von ihrem Bruder begrüßt. „Ja, wie ein Murmeltier. Was ist denn hier los?“, wollte sie wissen und folgte Chris in die Küche, wo auch Jared und Shayla standen. Statt Chris antwortete Shay: „Ach, nur der übliche Trubel. Wir sind ja mitten unter den Vorbereitungen für die Aufnahme der neuen Platte.“ Jared drückte Lara eine Tasse mit Kaffee in die Hand: „Schwarz, ohne alles? Stimmt's?“ „Du bist ein Schatz“, grinste Lara und ließ sich auf einem Sessel am Küchentisch nieder, der über und über mit Papierkram bedeckt war. Chris war offenbar auch schon gut eingeteilt. „Aber nicht überanstrengen, ok?“, rief Lara ihrem Bruder nach. „Lara-Schatz, der Doc hat gemeint, meine Herzkrankheit ist super abgeheilt. Der Test nächste Woche ist reine Routine“, drehte sich Chris um. „Ja, trotzdem musst du nicht gleich wieder von 0 auf 100 weiter machen“, fügte Lara hinzu, wurde aber nicht mehr von ihm beachtet.

„Hat sich Shannon gemeldet?“, fragte Lara vorsichtig und nahm einen Schluck. „Wie man es nimmt, hab nur eine Nachricht bekommen“, erwiderte Jared und steckte ihr sein Handy zu. In der Nachricht war nur zu lesen: „XO“ Mit fragendem Blick gab Lara ihm das Telefon zurück und Jared erklärte: „Na, früher ist er öfter mal abgehauen und hat mir nur XO geschrieben. Da wusste ich zumindest, dass es ihm gut geht.“ Dann wurde Jared auch schon wieder auf die Terrasse gerufen. „Vickie und Tomo bringen Jeannine gerade zum Camp, sie hat mir einen Brief dagelassen, den ich dir geben sollte“, sagte Shayla und reichte Lara einen Umschlag. „Ehrlich – wie du mit der ganzen Situation umgehst ist echt vorbildlich. Ich hätte ihr wahrscheinlich die Augen ausgekratzt“, fügte sie hinzu und ließ sich Lara gegenüber wieder am offenen Laptop nieder. Lara öffnete den Brief:

Lara,
ich weiß eigentlich gar nicht, was ich schreiben soll, so was mache ich eigentlich gar nicht.
Ich weiß es zu schätzen, was du für mich und vor allem für mein Baby gemacht hast.
Ich weiß nun - auch wenn ich es noch nicht wirklich begreifen kann – dass ich Shannon für immer verloren habe. Meine Liebe zu ihm hat mich Sachen machen lassen, die ich im Nachhinein aus tiefstem Herzen bereue.
Ich wünsche mir einfach, dass er glücklich wird – auch wenn nicht ich an seiner Seite sein kann. Ich muss jetzt anfangen, mich mit der Situation abzufinden – vor allem aus Liebe für mein Kind, egal, wer der Vater ist.
Danke – Jeannine



Es verging eine Woche, ohne dass Shannon nach Hause kam. Jared und auch die restliche Crew wurden allmählich sauer, dass er sie offenbar hängen ließ. Bis auf sein tägliches, obligatorisches „XO“ als Nachricht an Jared kam gar nichts von ihm. Sobald Jared versuchte, nach so einer Nachricht auf Shannon's Handy anzurufen, kam er wieder nur auf die Mobilbox. Weder das Team vom Black Fuel noch ein paar andere Freunde in der Stadt hatten in der letzten Zeit Kontakt zu Shannon. Lara und ihr Bruder richteten die letzten Tage notdürftig wieder Lara's Wohnung zusammen. Glücklicherweise wurde das meiste von der Versicherung bezahlt und so konnten die beiden die Wohnung wieder größtenteils nachmöblieren. Martin war natürlich außer sich, als er von der Geschichte mit der Verwüstung und Lara's Überfall gehört hatte. Die beiden hatten Mühe, ihn zu überzeugen, dass sie alles im Griff hatten. Nachdem aber das Camp momentan so gut lief (was auch mit dem Camp Mars zu tun hatte) und er momentan dort unentbehrlich war, gab er schließlich nach und bot an, dass sie jederzeit herzlich willkommen waren.

„Mensch – jetzt haben wir die letzten Möbel aufgestellt und du musst ausgerechnet heute wieder abreisen“, sagte Lara zu ihrem Bruder und ließ sich neben ihm auf der neuen Couch in ihrer Wohnung nieder. „Ja, so spielt das Leben. Kommst du klar?“, fragte er und trank einen Schluck aus seinem Bier. Lara sah sich um – sie hatten die Wohnung wieder schön hergerichtet: „Sicher. Mit dem Wissen, dass Kurt jetzt erst einmal weggesperrt ist, noch mehr.“ Die beiden Geschwister plauderten noch eine Weile, bis Travis auftauchte, der das Taxi zum Flughafen für Chris war. „Pass auf dich auf“, Lara umarmte ihren Bruder zum Abschied an der Tür. „Du auch, Schwesterchen. Ich meld mich, sobald ich angekommen bin“, Chris löste sich von ihr und verschwand mit Travis.

Lara räumte die leeren Pizzakartons vom Mittagessen und die Bierflaschen weg, dann klingelte es bereits wieder an ihrer Wohnungstür. „Kelly, du bist ja früh dran“, begrüßte Lara ihre Freundin. „Wir haben doch gesagt, ich komm gegen 7 zu dir. Hey Süße, wie geht's dir? Du siehst ja schon wieder gut aus“, Kelly ging vorbei ins Wohnzimmer. Lara's Wunden waren schnell verheilt, die paar grünlich-gelben Flecken im Gesicht überschminkte sie einfach etwas. „Und hier riecht's auch noch ganz neu – gefällt mir. Komm, lass uns anstoßen“, Kelly machte sich bereits am Verschluss der Sektflasche, die sie mitgebracht hatte, zu schaffen. „Na, da ist ja wer motiviert“, lachte Lara und holte 2 Sektgläser. „Ich hab ehrlich gesagt ein schlechtes Gewissen. Was da alles passiert, wenn ich nur einmal für 2 Wochen Urlaub mache...“, erwiderte Kelly. „Ist ja alles noch einmal gut gegangen“, winkte Lara ab, Kelly schenkte den Sekt ein und stießen einmal an. „Hast du schon wieder was von Shannon gehört?“, fragte Kelly neugierig. Lara schüttelte den Kopf: „Leider nein. Der einzige, bei dem er sich meldet, ist sein Bruder – und der bekommt eigentlich auch nur eine kurze SMS. Sobald er dann zurückruft, kommt er wieder in die Mailbox. Keine Ahnung, wo er untergetaucht ist.“ „Ich kann mir gar nicht ansatzweise vorstellen, wie das für ihn sein muss. Zuerst der Unfall, wo er einen Teil seiner Erinnerungen verliert und eure Beziehung vergisst. Und dann wird ihm eingeredet, er wird Vater – was nicht stimmt. Die Geschichte könnte aus einem schlechten Drehbuch stammen“, kommentierte Kelly. „Du sagst es. Macht es dir was aus, wenn wir heute mal nicht über diese Sache reden?“, forderte Lara. Sie machte sich in den letzten Tagen genug Sorgen um Shannon, da wollte sie zumindest mal ein paar Stunden Ablenkung. „Klar – tut mir Leid. Weißt du, wo wir heute hingehen? Da hat ein neuer Club geöffnet...“, Kelly war schnell überredet und schon wurde das Thema Shannon gemieden.

Im Club hatten Kelly und Lara jede Menge Spaß. Kelly hatte bald wieder einen Typen aufgerissen und unterhielt sich mit ihm, Lara brauchte kurz frische Luft und ging in den Hinterhof. Ein paar weitere Partygäste saßen dort und da auf einer Mauer oder Kartons, die entweder rauchten oder miteinander knutschten. In einer dunklen Ecke zogen 2 männliche Gestalten Lara's Aufmerksamkeit auf sich, einer hatte ein Baseball-Cap auf und der andere einen Kapuzenpulli ins Gesicht gezogen. Das war doch nicht etwa...? Sie ging ein paar Schritte weiter und hörte einen Typen: „... das ist 1A-Qualität, glaub mir. Wenn du noch was brauchst – du weißt, wo du mich findest.“ Der Kapuzen-Kerl schob dem anderen ein paar Scheine zu, woraufhin dieser schnellen Schrittes wieder im Club verschwand. Der Mann mit dem Geld hatte ein kleines, weißes Tütchen erhalten und steckte es schnell in seine Hosentasche. Dann ging auch er mit schnellen Schritten wieder ins Gebäude. Sofort heftete sich Lara an dessen Fersen. Er war schnell und bog zu den Herrentoiletten ab. Ohne zu Überlegen folgte Lara auch dorthin und sah noch die Tür, die eben von ihm zugestoßen wurde. Die Kommentare der anderen Herren ignorierte sie. Ehe der Mann aber abschließen konnte, quetschte sich Lara in die enge Klokabine. „Sag mal, welche Scheiße ziehst du denn hier ab?!“, platzte es sofort aus ihr raus. Shannon stand vor ihr und sah sie erschrocken an: „Was machst du hier?“ Lara nutzte seinen Schock über ihr Erscheinen und fummelte an seiner Hosentasche herum, wo er zuvor das Päckchen verschwinden lassen hatte. Schließlich hatte sie es in den Händen: „Ist das dein verfluchter Ernst?!“ Ehe Shannon reagieren konnte, hatte sie das Päckchen mit dem weißen Pulver ins Klo geworfen und die Spülung betätigt. „Was hast du getan?!“, rief er und fuhr sich fahrig durch die Haare. Er war offensichtlich betrunken und schwankte leicht, während er dem Päckchen nachsah, dass sich eben in der Kloschüssel verabschiedet hatte. „Was ich getan habe...?!“, zischte Lara wütend und wollte noch etwas sagen, doch Shannon unterbrach sie und starrte sie wütend an: „Was kümmert es dich, was ich mache? Es geht dich verdammt nochmal nichts an! Ich brauch Abstand zu der ganzen Scheiße, die da abgelaufen ist – warum wollt ihr das eigentlich nicht verstehen?! Wenigstens hab ich hier ein paar Freunde, die mich davon ablenken und mich so nehmen, wie ich in Wirklichkeit bin.“ Erst jetzt fiel Lara auf, wie schlecht Shannon aussah: sein Gesicht war eingefallen, seine Kleider hingen nur noch an ihm, als hätte er tagelang keine feste Nahrung mehr zu sich genommen, unter seinen Augen zeichneten sich fette Augenringe ab und waren blutunterlaufen. Sein Anblick erschreckte Lara; sie hob die Hand und streifte seine Kapuze von seinem Kopf. Während sie dies tat, fiel ihr ein Veilchen an seinem linken Auge auf und sie suchte besorgt seinen Blick. Shannon neigte seinen Kopf beschämt zur Seite, doch ehe Lara's Hand sein Gesicht wieder zu ihr drehen konnte, quetschte er sich aus der engen Kabine und verschwand schnell wieder im überfüllten Club. Lara wollte ihm direkt nach, verfing sich aber mit ihrem Oberteil an der Klinke und verlor ihn deswegen wieder aus den Augen.

Der Club erstreckte sich über 2 Etagen. Lara durchstreifte nur den Erdgeschossteil nach ihm und drängelte sich durch die feiernde Partymeute, doch von Shannon war keine Spur mehr. Schließlich ging sie wieder zurück zu Kelly, die eben ihren Begleiter um Drinks geschickt hatte. „Was ist denn mit dir los?“, Kelly merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Lara war kreidebleich und ihr Blick glitt suchend über die Menschen rund um die Bar. „Shannon ist auch hier – oder zumindest war er hier. Ich konnte ihn eben nicht mehr finden“, erklärte Lara kurz und knapp. „Shannon ist hier? Komm, von da oben hat man einen ziemlich guten Überblick“, sofort zog Kelly Lara mit sich in den 1. Stock, von wo aus man über die Tanzfläche und über einen Teil der Bars sehen konnte. Rechts von ihnen befand sich der VIP-Bereich und kurze Zeit später hatten die beiden Frauen ihn entdeckt. Shannon vergnügte sich mit einem platinblonden It-Girl, das sich ihm aufreizend präsentierte, während ihre Hand unter seinem Pulli verschwunden war. Es versetzte Lara einen Stich, ihn so zu sehen. „Alles okay bei dir? Warte, dem werde ich was erzählen!“, sagte Kelly und wollte schon in den VIP-Bereich stürmen. „Stop – was machst du denn? Lass ihn... Zumindest wissen wir, wo er ist. Wenn er mich noch einmal sieht, verschwindet er sicher von hier. Am besten, ich geb Jared Bescheid“, sagte Lara. „Gute Idee. Ich bleib hier und behalte ihn im Auge“, erwiderte Kelly und stellte sich an die Bar, von wo aus sie ihn weiter im Blick hatte, aber er sie nicht sofort entdecken würde.

Lara ging wieder zurück in den Hinterhof und wählte Jared's Nummer. Es war mitten in der Nacht und sie war etwas überrumpelt, als er bereits nach dem 2. Freiton abhob: „Hey Lara. Alles okay?“ Seine Stimme klang sogleich besorgt. „Hey... Hab nicht damit gerechnet, dass du noch wach bist...“, kam es überrascht von Lara. „Ja, bin noch im Studio. Also, wie kann ich dienen?“, sie konnte sich sein Lächeln vorstellen. „Ich, ähm... Ich... Ach Scheiße – ich weiß, wo Shannon gerade ist“, stotterte Lara. „Was? Wo? Wo bist du?“, Jared konzentrierte sich nun voll und ganz aufs Telefonat. „Kelly und ich sind in diesem neuen Club am Hollywood Boulevard...“, antwortete Lara und wurde von Jared unterbrochen: „Bleibt da. Ich mach mich sofort auf den Weg.“ Schon hatte er wieder aufgelegt und Lara ging mit einem komischen Gefühl wieder zurück zu Kelly an die Bar.

Es dauerte wirklich nicht lange, da bemerkte Lara bereits Jared, der sich durch die Partyleute drängte. Kelly hob eine Hand; Jared erblickte sogleich die beiden Frauen. „Hey – wo ist er?“, er begrüßte kurz die beiden und Kelly deutete mit ihrem Kopf in den VIP-Bereich. Sofort erblickte Jared seinen Bruder und sein Blick verfinsterte sich, als er Shannon mit einer platinblonden Frau, knutschend in einem Lounge-Sessel, sah. „Wartet nicht auf mich – ich bring ihn nach Hause...“, zischte Jared, den Blick immer noch auf seinen Bruder gerichtet und ging betont langsam zur VIP-Lounge. Jared musste sich zusammenreißen, dass er seinem Bruder hier keine Szene machte. Einige Frauen hatten ihn natürlich schon erkannt und wollten ihn ansprechen, doch entgegen seiner Art ignorierte er sie vollkommen und konzentrierte sich auf Shannon. Der Security erkannte ihn natürlich sofort und ließ ihn ohne Widerrede den VIP-Bereich betreten.

Lara und Kelly verfolgten wie gebannt das Schauspiel, dass sie nun vor ihren Augen aufbot: Im VIP-Bereich ging Jared schnellen Schrittes auf Shannon zu, der mit dem Rücken zu ihm saß und immer noch mit der Blondine beschäftigt war. Jared's Lippen bewegten sich und Shannon schnellte herum. Man konnte den überraschten und zugleich angepissten Gesichtsausdruck auf Shannon sehen, der mit seinem Bruder zu diskutieren begann. Jared schien äußerlich ganz ruhig und schaffte es nach einigem Hin und Her, dass Shannon ihm tatsächlich nach draußen folgte. „Es sieht ganz so aus, als hätte Jared die richtigen Worte gefunden. Oder sollen wir besser nach draußen sehen und auf Nummer sicher gehen?“, sagte Kelly zu Lara. „Es schadet sicher nicht...“, damit schnappten die beiden ihre Handtaschen und gingen nach draußen auf den Parkplatz.

*** Jared's POV ***
Jared war so froh, dass Lara ihn sofort angerufen hatte, als sie Shannon im Club gesehen hatte. So schnell war er noch nie über die Straßen gerast, doch er musste seinen Bruder endlich nach Hause bringen. Er kannte ihn leider zu gut und er wusste, je länger Shannon untertauchen würde, desto dümmere Sachen würde er wieder anstellen. Im Club hatte er auch schnell Lara und Kelly gefunden und die beiden begrüßt. „Hey – wo ist er?“, er löste sich aus der Begrüßung von Lara. Kelly deutete mit einem kurzen Nicken in Richtung VIP-Lounge und er konnte seinen Augen nicht trauen. Da knutschte dieser Idiot einfach seelenruhig mit einer platinblonden Tussi herum! „Wartet nicht auf mich – ich bring ihn nach Hause...“, zischte Jared und ging in die VIP-Lounge. Der Security ließ ihn sofort gewähren und schnell war er auch bei seinem Bruder angelangt, der mit dem Rücken zu ihm saß. „Na, genießen wir einen schönen Abend?“, fragte er laut. Shannon traute seinen Ohren nicht und schnellte herum. „Was willst du denn hier?“, Shannon schnaubte abwertend und folgerte auch gleich: „Lara hat dich angerufen, stimmt's?“ Trotz seines beträchtlichen Alkoholkonsums funktionierte sein Gehirn in der Weise noch richtig schnell. „Ja, Gott sei Dank hat sie das! Glaubst du ernsthaft, das hier ist eine Lösung?“, Jared deutete auf die leeren Drinkgläser am Tisch. Die Blondine hinter Shannon wollte wieder Aufmerksamkeit und legte ihre Arme um Shannon's Oberkörper, doch der stieß sie weg. Etwas beleidigt ließ sie von ihm ab und begann sofort mit ihrer Freundin, die am Nebentisch mit einem anderen Typen zugange war, zu lästern. „Ich brauche einfach Zeit, um nachzudenken und mit dem ganzen Mist klar zu werden! Warum versteht ihr das nicht?“, schnauzte Shannon seinen kleinen Bruder an. „Wie sollen wir denn verstehen, wie es dir geht, wenn du einfach Hals über Kopf abhaust und dich tagelang nicht meldest? Wir wollen dir alle helfen, aber du stößt uns alle vor den Kopf!“, erwiderte Jared ruhig. Er stand nun dicht vor Shannon: „Wir haben uns geschworen, dass wir alles schaffen – egal, worum es geht. Weißt du das noch?“ Sofort ließ Shannon's Widerstand nach – er wusste den Abend dieses Versprechens der beiden noch allzu gut: Es war der Abend, als ein Freund von ihm an einer Überdosis starb, und er selber es gerade noch über den Berg schaffte. Jared klopfte Shannon auf die Schulter: „Komm, wir fahren nach Hause.“ Shannon stand auf und ging ohne Widerstand mit ihm zum Wagen.


*** Lara's POV ***
Kelly und Lara sahen noch, wie Jared's Wagen auf die Straße abbog und im Verkehr verschwand. „Okay, sie haben sich nicht die Köpfe eingeschlagen. Was hältst du davon, wenn wir uns auch auf den Weg machen?“, fragte Kelly. Lara nickte, ihr war sowieso nicht mehr nach feiern zumute. Die beiden versuchten ein Taxi zu erwischen, doch es dauerte fast eine halbe Stunde, da ziemlich viele Leute am Hollywood Boulevard am Feiern waren. Schließlich hielt endlich ein Taxi an und stiegen ein. Lara wurde als erstes abgesetzt und verabschiedete sich von ihrer Freundin. Als sie gerade im Bad stand und sich die Zähne putzte, bekam sie von Jared eine Nachricht, dass sie beide heil angekommen waren und Shannon in seinem Bett schlief. Sie schrieb ihm kurz zurück und bedankte sich für die Info und wünschte ihm eine gute Nacht. Lara lag noch lange im Bett wach und grübelte über den Abend sowie über andere Dinge, die die letzten Wochen und Monate passiert waren. Schließlich schlief sie erschöpft in den frühen Morgenstunden ein.

Lara schlief nur schlecht und kurz diese Nacht – sie hatte noch lange über den letzten Abend nachgegrübelt und sie musste zugeben, dass ihr die Sache mit Shannon und diesem It-Girl mehr zusetzte als gewollt. Gähnend setzte sie sich mit einer Tasse Kaffee auf den kleinen Balkon und blickte über den angrenzenden Park; ihre Gedanken kreisten immer noch um die gestrige Nacht. „So ein Mist...“, sagte sie schließlich zu sich selber, schmiss sich in ihre Sportsachen und ging eine Runde Joggen, um sich wenigstens etwas abzulenken.


Die nächsten Wochen vergingen und Lara hörte weiterhin nichts von Shannon – sie vermied es aber auch tunlichst, an ihn zu denken. Nur Jared oder Shayla meldeten sich kurz bei ihr, um zu hören, wie es ihr ging, die gesamte 30-Seconds-to-Mars-Crew war die ganze Zeit so mit den Vorbereitungen für die neue Platte beschäftigt, dass sie keine Zeit für andere Gedanken hatten. Eliana hatte ihren Sohn zur Welt gebracht und den beiden ging es super – nun hieß es warten um zu sehen, wer nun der wirkliche Vater von „Connor“ war. Die Nachricht, dass es Mutter und Kind gut ging, freute Lara, doch sie hatte noch nicht die Kraft besessen, ins Camp zu fahren und ihnen einen Besuch abzustatten. Sie wollte einfach Abstand zu der ganzen Sache mit Shannon und sie war einfach noch nicht bereit dazu, sich dem allen wieder zu stellen.

Es war ein schöner Samstag Vormittag und Lara saß auf dem Balkon, den Laptop auf dem Tisch vor sich, als sie ihr Onkel Martin anrief: „Hey, Sweety. Wie geht es dir? Ich hab lange nichts mehr von dir gehört...“ „Hey Martin. Ja, es geht mir einigermaßen gut. Bin nur momentan sehr gestresst, weil es in unserer Firma eine Menge zu tun gibt“, erklärte sich Lara. „Mhm“, machte Martin nur am anderen Ende – er wusste, dass das nicht die ganze Wahrheit war. Ehe er weiter darauf eingehen wollte, fragte Lara: „Wie geht's Connor und seiner Mum?“ „Oh, den beiden geht es sehr gut. Sie machen sich prima und den beiden tut die Zeit hier wirklich gut. Wenn ich die ganze Geschichte nicht selbst mitbekommen hätte, hätte ich nicht geglaubt, wie Eliana früher drauf war – seitdem sie den Kleinen hat ist sie ein anderer Mensch geworden“, plapperte Martin drauf los. „Ah, das ist schön zu hören...“, erwiderte Lara etwas abwesend, während sie weiter auf ihrem Laptop tippte. „Ja... Was ich dich eigentlich fragen wollte – du hast dich noch gar nicht gemeldet, ob du nächstes Wochenende herkommst...“, kam Martin auf den Punkt. „Nächstes Wochenende?“, Lara war zuerst verwirrt, dann dämmerte es ihr: „Oh – das ist schon nächstes Wochenende? Klar Martin – sicher komm ich! Was denkst du von mir...?“ Martin lachte am anderen Ende, klang aber leicht vorwurfsvoll: „Naja, du warst die letzte Zeit so schwer zu erreichen und auf meine Nachrichten hast du auch nicht reagiert – da wollte ich jetzt einfach mal deine Stimme hören...“ „Sorry. Wie gesagt, momentan ist die Hölle los im Büro. Meine Chefs haben zwar schon 2 neue Angestellte an Bord geholt, doch die mussten auch noch eingearbeitet werden. Demnächst steht ein Mega-Projekt an, um das die beiden ein riesiges Geheimnis machen und sie haben mir eine Menge Verantwortung aufgehalst den letzten Monat. Aber nächstes Wochenende bin ich voll und ganz bei dir...“, versuchte Lara sich zu erklären. „Schon ok, Lara. Ich freu mich, dass dir die Arbeit so viel Spaß macht – aber übertreib es bitte nicht. Super! Dann wünsche ich dir noch ein schönes Wochenende und mach auch mal was anderes, außer arbeiten ok?“, ermahnte sie ihr Onkel. „Ja, danke Martin. Wir sehen uns!“ Die beiden legten auf und Lara widmete sich wieder ihrem Projekt; ein kleiner, aber intensiver Werbeclip für eine namhafte Lebensmittel-Kette. Gegen 14 Uhr sah sie auf ihre Uhr – endlich war sie fertig. Sie stand auf und streckte sich erst einmal genüsslich. Martin hatte Recht, sie brauchte dringend wieder mal eine Auszeit von der Arbeit. Die letzten Wochen war sie nur für die Firma da – sie hatte Kelly, Shay und auch Eliana diverse Treffen abgesagt.

Kurz entschlossen zog sie sich ihre Schuhe an und ging zum Black Fuel, um ihrer Freundin einen Besuch abzustatten. Vor dem Cafe bemerkte Lara einige Motorräder mit den Fahrern, darunter auch Travis. „Hey Trav“, sagte Lara zur Begrüßung und hob die Hand. Travis drehte sich verwundert von seinem Gesprächspartner um und ging lächelnd auf Lara zu: „Hey Lara! Oh Mann, es ist schön, dich zu sehen. Wie geht's dir?“ Sie konnte nicht mal antworten, da hatte Travis sie schon in eine feste Umarmung gezogen. „Gut, gut. Danke... Ihr macht einen Ausflug?“, folgerte Lara, löste sich von Trav und deutete auf die Motorräder und seine Freunde. „Ja, unser MC macht wieder mal einen Ausflug. Happy und Lou holen noch etwas Proviant von Kelly und dann fahren wir los“, sagte Trav und erzählte ihr weiter, wo es hingehen würde. 4 weitere Männer und deren Freundinnen unterhielten sich weiter am Gehsteig, darunter auch Shannon. Neben ihm stand eine aufgebrezelte Dunkelhaarige, die immer wieder Körperkontakt zu ihm suchte. Als Travis bemerkte, dass Lara ihm nicht mehr wirklich zuhörte, drehte er sich in die Richtung, in die sie blickte. „Das ist Kirstina. Ich weiß nicht, wie ernst es zwischen den beiden ist...“, begann Trav, doch Lara winkte ab. „Schon ok. Ich bin drüber weg. Trav, ich wünsch euch einen schönen Tag und passt auf euch auf ok?“, verabschiedete sich Lara prompt mit einer kurzen Umarmung und ging zur Eingangstür des Cafe's.

In dem Moment kamen die beiden noch fehlenden Männer des „MCs“, Happy und Lou, aus dem Gebäude und Lara hielt ihnen die Tür auf, da die beiden mit einigen Tüten bepackt waren. „Dankeschön. Trav – du hast uns deine hübsche Freundin ja gar nicht vorgestellt... ich bin Happy – kommst du heute auch mit?“, fragte sie der erste Mann direkt und legte einen Arm um Lara's Schultern, sodass sie ein paar Schritte mit ihm wieder in Richtung Travis gehen musste. Prompt schaltete sich auch der 2. Mann hinzu, der dann wohl Lou sein musste: „Travis ist momentan Single, das weißt du doch. Hey – ich bin Lou. Wenn du willst, kannst du auch gerne bei mir mitfahren...“ „He Lou – jetzt mach mal halb lang. Ich hab sie zuerst gesehen“, empörte sich Happy. „Das ist nicht wahr. Ich hab die beiden vor dir reden sehen – nur weil du mir die Tüten in die Hand gedrückt hast und ihr somit einen Arm umlegen konntest, heißt das noch lange nicht, dass sie bei dir mitfahren will...“, erwiderte Lou. So ging es etwas hin und her und Travis kriegte sich vor lachen nicht mehr ein. Er kannte seine beiden Freunde und wusste, dass sie nichts Böses im Sinn hatten – die beiden waren halt einfach mal Kindsköpfe. „Jungs – eure Einladung schmeichelt mich, aber ich hab heute schon was vor. Vielleicht ein anderes Mal...“, sagte Lara schließlich und befreite sich von Happy's Arm. „Na toll – siehst du Lou? Jetzt hast du sie verschreckt“, meinte Happy, zwinkerte Lara aber zum Abschied zu. „Schade – aber dann darfst du bei mir mitfahren ok?“, ignorierte Lou seinen Freund und gab Lara prompt einen Handkuss. „Ich... ähm...“, Lara war kurz aus dem Konzept, als plötzlich Shannon neben ihnen stand. „Seid ihr 2 Plaudertaschen jetzt endlich soweit? Wir warten nur noch auf euch...“, fuhr Shannon die beiden Männer an. „Ja ja – schon gut“, Lou hob seine Arme in die Luft und drehte sich zu Happy um. Die beiden murmelten etwas zueinander, ehe sie die Vorräte verstauten und sich die Helme aufsetzten. „Hi Lara...“, kam es von Shannon und sie blickte direkt auf, als sie ihren Namen hörte. Da Shannon seine Sonnenbrille aufhatte, konnte sie seinen Blick nicht deuten. Es schien, als wollte er noch etwas hinzufügen, doch da meldete sich seine neue Freundin von weiter weg: „Shan-Baby. Komm, wir wollen los!“ Die beiden sahen synchron zu Kirstina, die sich auf seiner Maschine räkelte. Shannon grinste leicht und verabschiedete sich: „Schön, dich zu sehen.“ Dann ging er zu der Dunkelhaarigen und machte sich zur Abfahrt bereit. Lara drehte sich zu Travis, der sie fragend und mit den Schultern zuckend ansah. „Schönen Ausflug und passt auf euch auf“, verabschiedete sich Lara und schon wurden die Motorräder gestartet. Lara blickte ihnen noch hinterher, bis sie um die nächste Hausecke bogen.
 
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