Black Fuel

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
12.01.2019
11.08.2019
20
79.807
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12.01.2019 2.023
 
Chapter 2: Accident

Die nächsten Tage verbrachte Lara damit, Bewerbungen zu schreiben und ab und zu traf sie sich auch mit Travis oder Eliana oder beiden. Die Zeit mit Travis war, als hätten sich beide nie aus den Augen verloren – mit ihm konnte sie über alles reden und er war wie ein großer Bruder für sie. Mit Eliana hatte Lara von Anfang an einen guten Draht und sie waren auf dem besten Weg, gute Freunde zu werden.

Die Jobsuche zog sich hin und bisher hatte Lara noch keine Rückmeldung zu ihren Bewerbungen erhalten. Sie war frustriert und beschloss, Travis im Cafe zu besuchen, ehe ihr die Decke auf den Kopf fallen würde. Er hatte zwar angedeutet, dass die nächsten Tage ziemlich hektisch sein würden und er wahrscheinlich nicht gleich ans Handy gehen konnte, aber er würde immer Zeit für sie haben, falls sie ihn brauchte. Lara kramte die Visitenkarte, die sie von Eliana bekommen hatte, aus der Jacke und informierte sich auf Google Maps, wo sie hingehen musste.

Der Weg war nicht allzu weit zu Fuß, also beschloss sie, zu laufen. Lara erkannte das Logo mit der roten Rose schon aus einiger Entfernung. Vor dem Laden angekommen, wäre sie beinahe von 2 Möbelpackern über den Haufen gerannt worden, die gerade versuchten, eine Theke durch den Vordereingang zu manövrieren. Lara blieb bei der Eingangstür stehen und hielt den beiden diese auf. „Danke, Süße“, zwinkerte ihr der gut aussehende, blonde Möbelpacker zu, als sie die Theke neben ihrem Transporter abstellten. „Gern geschehen“, erwiderte Lara und ging in das Cafe. Es war schön eingerichtet: dunkle Möbel, schlichte Deko, Fotografien an der Wand. An der gegenüberliegenden Wand zum Eingang verlief ein langer, dunkler Tresen, wo der Kaffee zubereitet und ausgegeben wurde. Hinter dem Tresen stand Kelly – eine Freundin und Mitarbeiterin von Travis und Eliana, die sie am 1. Abend im Club kennen gelernt hatte. Sie bediente gerade noch einen Gast, doch sie wirkte leicht gestresst.

Lara trat an den Tresen heran. Als Kelly sie bemerkte, erhellten sie ihre Gesichtszüge etwas: „Hey! Lara, richtig? Wie geht es dir?“ „Hey Kelly. Danke, ganz gut. Sag mal, wollt ihr umziehen?“, Lara deutete auf die Möbelpacker, die gerade den 2. Teil der Theke nach draußen brachten. „Nein, wir sind nur unter den Vorbereitungen fürs Coachella. Shannon hat dort einen Standplatz organisiert und wir sollen die Sachen hinschaffen“, erzählte Kelly. Lara nickte. Im nächsten Moment kamen 2 Sanitäter bei der Tür herein und liefen am Tresen vorbei nach hinten. „Oh Gott, ist was passiert?“, Kelly schien genauso erschrocken wie Lara. Ohne zu Überlegen folgte Lara Kelly nach hinten.

Eliana lag am Boden der Küche und wand sich von Schmerzen. Travis war damit bemüht, Eliana am Boden zu halten. Neben ihr lag ein Regal, das offenbar umgefallen war, darin mussten sich die Maschinen und andere Sachen befunden haben, die nun verteilt am ganzen Boden lagen. Eliana’s Bein stand in einem unnatürlichen Winkel ab. „Oh Gott, Lian! Travis! Was ist passiert?“, Kelly stand hinter den Sanitätern, die ein paar weitere Sachen von Eliana davon schoben, damit sie besser arbeiten konnten. Sie versuchten Eliana zu beruhigen und gaben ihr eine Spritze. „Lara! Lara, kannst du bitte Ryder nach draußen bringen?“, Travis hatte sie bemerkt und schob einen kleinen Jungen in Lara’s Arme. Kelly wurde inzwischen von einem der Sanitäter angewiesen, die Infusion zu halten, Travis redete weiter beruhigend auf Eliana ein.

Lara nickte nur, nahm den kleinen Jungen an der Hand und führte ihn nach vorne. Der Kleine schien unter Schock zu stehen, immer wieder wollte er zu Eliana laufen. Lara versuchte so gut es ging, den Jungen zu beruhigen und irgendwie abzulenken. Schließlich brachten die Sanitäter Eliana mit einer Trage in den Rettungswagen. „Ryder! Wo ist mein Sohn? Ryder?!“, Eliana erblickte ihn bei Lara und sah ihn erleichtert an. „Ryder. Alles okay. Mommy muss ins Krankenhaus. Mach dir keine Sorgen ja? Daddy wird dich bald holen“, sagte sie, brachte noch ein leises Danke an Lara heraus, ehe die Sanitäter sie ins Fahrzeug brachten und wegfuhren. Kelly übernahm schließlich Ryder und lenkte ihn spielend ab. Travis stand noch immer kreidebleich zum Eingang der Küche. Lara stand auf und ging zu ihm. Er umarmte sie und zitterte am ganzen Körper. „Was ist passiert Travis?“, fragte Lara, die beiden umarmten sich immer noch.

Schließlich löste er sich von ihr und erzählte mit Blick auf das Chaos in der Küche was passiert war: „Wir sollten alles fürs Coachella am Wochenende vorbereiten. Die Möbelpacker haben ein ganz schönes Tempo vorgelegt und in der ganzen Hektik hat Eliana versucht, die schwere Kaffeemaschine aus dem Regal alleine nach draußen zu tragen. Sie muss sich wohl irgendwie auf das Regal gestellt haben, weil die Maschine in einem der oberen Regale war. Irgendwie ist das Regal eingeknickt oder hat Übergewicht bekommen – keine Ahnung. Ich hab nur einen riesigen Lärm gehört, als das Regal mit all den Geräten auf Eliana gefallen ist. Ich hab das Regal von ihr runtergeholt und den Notruf gewählt. Scheiße…“, endete er seine Erzählung. „Das wird wieder, Travis“, versuchte Lara zu beschwichtigen. „Scheiße – ausgerechnet jetzt! Wir haben noch so viel zu machen und Eliana hat bisher alles organisiert. Wie soll ich das alleine schaffen?“, Travis ließ sich auf den Küchenboden sinken und vergrub das Gesicht in den Händen.

Lara hockte sich zu ihm: „Was ist mit Shannon?“ „Der ist erst am Wochenende wieder da. Bis dahin sollte ja unbedingt alles fertig sein. Ich muss den ganzen Papierkram mit dem Veranstalter noch durchgehen, der kommt heute Nachmittag. Die Lieferungen vom Kaffee und Zubehör müssen angenommen und zum Festival gefahren werden. Der Stand dort muss auch noch aufgebaut werden. Diese Typen bringen das Zeug nur hin und den Rest wollten wir morgen alles erledigen. Strom, Wasser, alles was man braucht, muss verlegt werden. 1 Tag hätten wir als Reserve eingeplant, den brauchen wir jetzt sicher…“ Travis redete sich immer weiter um Kopf und Kragen. „Hey, Trav. Atme mal tief durch. Wir schaffen das. Ich kann dir doch helfen, wenn du willst?“, schlug Lara vor. Travis sah sie freudig an: „Würdest du das tun? Das wäre der Wahnsinn! Kelly muss sich während des ganzen Festivals um diesen Laden kümmern, ihr kann ich nicht noch mehr zumuten und in der kurzen Zeit noch jemanden zu finden, ist praktisch unmöglich.“ „Jetzt amte mal – wie kann man so viel reden, ohne eine Pause zu machen?! Klar helfe ich dir; wie du weißt, hab ich momentan noch keinen Job und daher genug Zeit“, sagte Lara und die Stimmung wurde langsam etwas besser. „Ach so, klar wirst du auch dafür bezahlt, dass du hier arbeitest“, meinte Travis. „Was? Nein, das hab ich gar nicht gemeint. Ich wollte dir einfach helfen, als Freund. Aber natürlich wäre das noch ein Bonus…“, zwinkerte sie und half Travis auf. „Komm jetzt, oder willst du noch krank werden? Dann wird das mit dem Coachella erst nichts.“ „Danke, du bist die Beste“, Travis umarmte seine Freundin erneut.

„Hey, Trav? Der Kerl mit den Papieren fürs Coachella steht vorne“, informierte Kelly die beiden in der Küche. „Oh, was? Ist es schon… Tatsächlich – 14 Uhr. Ähm, Kelly, lass ihn sich setzen und gib ihn einen Kaffee oder was er möchte. Ich bin gleich da“, Travis wurde wieder hektisch. Dann drehte er sich wieder zu Lara um: „Wenn du willst, kannst du gleich mitkommen. Dann erfährst du mehr über das Festival und wie und wo wir den Stand aufbauen können.“ Lara nickte und unterstützte Travis bei dem Termin. Lara bemerkte schnell, dass wohl entweder Shannon oder Eliana solche Termine abhielten, Travis schien sichtlich nervös und nicht ganz bei der Sache zu sein – vermutlich saß ihm noch der Unfall von Eliana in den Knochen.

Mr. Jackson und Travis gingen den Vertrag durch und Lara las interessiert in den Unterlagen bei Travis mit. „Moment mal, darf ich kurz einhaken?“, die beiden Männer sahen Lara fragend an. „Natürlich, Ms. Sanders“, erwiderte Mr. Jackson. „Nun, sie haben gesagt, in dieser Pauschale ist alles drinnen – vom Strom über Wasser, auch Entsorgungskosten. Warum sind die dann hier hinten noch einmal extra angeführt? Und im Vertrag steht etwas vom Stand No. 342, obwohl hier ausdrücklich im Mail die No. 352 gefordert wurde? Ich nehme an, dass das ein Fehler beim Erstellen vom Vertrag war, oder?“ Lara hatte von Anfang an den Eindruck, dass dieser Mr. Jackson sich für etwas Besseres hielt. Irgendwas mochte sie an diesem Typen überhaupt nicht. „Oh, das muss wohl wirklich ein Druckfehler gewesen sein. Natürlich sind alle Kosten in der Pauschale enthalten. Das tut mir Leid – glücklicherweise gehen wir solche Verträge immer vorher noch einmal durch“, grinste Mr. Jackson falsch und schien etwas angepisst, weil Lara die Fehler aufgefallen waren. „Ja, glücklicherweise. Dann können wir die Extra-Entsorgungskosten dann hier streichen und die Standnummer auch richtig stellen. So“, Lara hatte sich kurzerhand den Kugelschreiber von Travis genommen und den Vertrag auf den richtigen Stand gebracht. Mr. Jackson nickte grimmig und sie gingen den restlichen Vertrag durch, der aber stimmte. „Gut, dann bräuchte ich hier noch eine Unterschrift und hier und hier“, forderte der Veranstalter schließlich. Travis unterschrieb artig. Mr. Jackson wollte den Vertrag schon wieder einpacken, da hakte Lara nochmal nach: „Moment, gibt es da keine Kopie für uns?“ „Wir schicken ihnen die Kopie gerne zu“, wollte er Lara abwimmeln. „Kein Problem. Ich kann auch eine Kopie hinten machen. Dauert nur einen Augenblick“, sagte Lara, schnappte sich den Vertrag wieder und ging nach hinten. Travis blieb mit Mr. Jackson am Tisch sitzen und die beiden führten etwas Smalltalk.

Lara fand hinten keinen Kopierer, also machte sie kurzerhand mit ihrem Handy Fotos von den einzelnen Vertragsseiten. Sie vertraute diesem Mr. Jackson nicht, wer wusste, ob er nicht noch etwas ändern würde oder sogar den „Original“-Vertrag verwenden würde, nur um mehr Geld zu verdienen. Sie wollte kein Risiko eingehen. Schließlich trat sie wieder zu den beiden Männern ins Cafe. Mr. Jackson packte nun endgültig den Vertrag weg und verabschiedete sich per Handschlag von den beiden, wobei er Lara einen komischen Blick zuwarf. Dann war er verschwunden.

„Danke Lara. Das wär mir alles gar nicht aufgefallen – du hast mir den Arsch gerettet“, bedankte sich Travis und drückte sie liebevoll an sich. „Solche Termine nimmst du nicht oft wahr oder?“, fragte Lara nach. „Nein, macht eigentlich Eliana oder auch Shannon. Du hast mir wohl eben den Arsch gerettet – dafür lade ich dich jetzt auf einen Kaffee ein“, schlug Travis vor und Lara nickte. „Ich dachte schon, du fragst mich nie“, lachte sie und stellte sich neben Travis zur Kaffeemaschine.

Später am Abend meldete sich Eliana kurz aus dem Krankenhaus – sie hatte einen komplizierten Bruch, der operiert werden und anschließend in einer Reha therapiert werden musste. Das hieß, sie würde wohl die nächsten Wochen ausfallen. Sie klang ziemlich geknickt deswegen, doch als sie hörte, dass Lara das Team unterstützen würde und zumindest für die Dauer des Festivals ein guter Ersatz für sie gefunden war, war auch ihre Laune gleich etwas besser. „Werd erst mal wieder gesund, dann sehen wir weiter. Gute Besserung“, verabschiedete sich Travis von ihr am Telefon. Ryder war von seinem Vater abgeholt worden und würde wohl auch die nächste Zeit bei ihm verbringen. Glücklicherweise verstanden sich Eliana und Wayne noch immer gut, dass das kein Problem war. Den restlichen Tag verbrachte Lara im Cafe und ließ sich auch von Kelly einweisen, wie die Maschinen hinter der Theke funktionierten. Lara lernte schnell und durfte auch zum Schluss einen Kaffee selber zubereiten. „Du bist ein Naturtalent“, lobte sie Travis. „Lob mich nicht zu früh – das große Festival steht doch erst noch an“, erwiderte Lara lachend. Travis‘ Gesichtszüge wurden wieder ernster. „Hey, wir kriegen das hin. Ist dieser Shannon wirklich so schlimm, dass du Angst hast, dass etwas nicht zu 100 % funktioniert?“, Lara legte ihre Hand auf seinen Unterarm. „Nein, Shan ist vollkommen in Ordnung. Ich bin einfach nur nervös, schätze ich. Das ist das erste große Event, wo wir als Black Fuel Trading Co auftreten“, gestand Travis. Lara nickte. Dann sprang Travis plötzlich auf: „Oh Gott, ich hab Shannon noch gar nichts gesagt. Ich ruf ihn gleich an.“ Mit dem Handy am Ohr ging er nach hinten in den Hof um Shannon in Ruhe zu informieren, was heute passiert war.