Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Black Fuel

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
12.01.2019
11.08.2019
20
79.807
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.03.2019 4.852
 
Chapter 10: Club Night

Es klingelte an Lara’s Wohnungstür. Lara war schon fast etwas nervös, hatte sie doch Shayla schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen – vor allem nach der Trennung von Kurt war Funkstille. Shayla McGhee war eine gute Freundin von Kurt gewesen und über ihn hatten sich auch Lara und Shayla angefreundet und immer gut verstanden. Lara öffnete die Tür und begrüßte die blonde Frau: „Hey Shay. Wie geht es dir?“ „Lara – du siehst gut aus. Mir geht’s ganz gut, aber wie geht es dir? Ich hab lang nichts mehr von dir gehört…“, erwiderte Shayla sogleich und zog Lara in eine Umarmung. Lara war froh, dass Shayla sie begrüßte, wie sie es sonst immer getan hatte. Es fühlte sich fast so an, als wäre keine Zeit seit dem letzten Treffen vergangen. Shayla war selbst überrascht gewesen, als auf ihrem Handydisplay plötzlich eine Nachricht von Lara gewesen war, doch sie hatte sich auch gefreut wieder von ihr zu hören.

„Die Kurzfassung – ich war ein Jahr in Europa bei meinen Eltern und hab mich mit der Situation abgefunden. Ich bin seit einigen Monaten wieder da und hab Travis wieder getroffen, erinnerst du dich an ihn?“, begann Lara zu erzählen, während sich es die 2 Frauen auf der Couch bequem machten und einen Kaffee tranken. „Travis? Den hab ich ja auch schon ewig nicht mehr gesehen… Wie kommt's?“, fragte Shayla neugierig nach. Lara erzählte ihr, anfangs zögerlich, was sich die letzten Wochen getan hatte, dann wurde sie immer lockerer.

„Wow, da hast du aber einiges erlebt. Tut mir echt Leid, dass ich mich nicht mehr gemeldet hab, aber ich dachte, du wolltest sicher nichts von uns hören nach der Sache mit Kurt“, sagte Shayla schließlich und spielte auf sich und die restliche Clique an. „Vermutlich nicht. Vergessen wir das einfach – es freut mich ungemein, dass du dich gleich auf meine Nachricht gestern gemeldet hast“, erwiderte Lara. Sie hatte noch im Haus der Letos eine Nachricht an Shayla getippt, ob sie sich wieder treffen könnten; sie hätte eventuell auch gute Neuigkeiten für Shay. „Du hast auch was von „guten Neuigkeiten“ geschrieben… was hast du damit gemeint?“, fragte Shayla nach und sah vielsagend auf Lara’s Bauch. „Was? Nein, ich bin nicht schwanger. Ich dachte eher an gute Nachrichten für dich…“, lachte Lara. „Für mich? Du machst mich neugierig… Spuck’s schon aus!“, Shay rückte näher und horchte gespannt. „Naja, ich hab da so was läuten hören, dass die Band, für die du dir den Arsch aufgerissen hast, einfach eine andere Managerin angestellt haben…“, begann Lara vorsichtig. „Bitte – erinner mich nicht dran. Sie haben es eh immer noch im Fernsehen; darum schalte ich seit 2 Wochen das Teil nicht mehr ein. Lara – jetzt raus mit der Sprache“, forderte Shayla. „Ja ja, etwas Geduld“, Lara liebte es, ihre Freundin auf den Arm zu nehmen. Shay war die Ungeduld in Person. „Okay, ich hab dir ja erzählt, dass ich am Coachella mit Travis und Shannon gearbeitet habe. Da hab ich dann auch Shannon’s Bruder, Jared, kennen gelernt…“ „… und auf den stehst du und brauchst meine Hilfe?“, warf Shay ein. Lara musste anfangen zu lachen: „Was? Nein! Wie kommst du jetzt darauf? Das wären „gute Neuigkeiten“ für dich?!“ Shayla schüttelte den Kopf: „Naja, warum nicht… Bitte – jetzt sag’s endlich, was du sagen willst oder ich bin wieder weg…“ „Die beiden haben eine Band und deren P.A. ist kurzfristig ausgefallen. Sie hatten schon Bewerber, doch die waren alle nicht geeignet. Aber weil ihr Album bald veröffentlicht werden soll und ergo ihre Tour ansteht, brauchen sie unbedingt Hilfe und da hab ich an dich gedacht… Ich hab dir ein Bewerbungsgespräch organisiert!“, endete Lara und grinste Shayla an. Die sah ihre Freundin verdutzt an: „Das sind die guten Neuigkeiten? Ich dachte eher an ein Baby oder an eine Verlobung oder so, aber an das…“ Lara zog gespielt eine Schnute: „Wenn du nicht willst, kann ich das gerne wieder absagen.“ „Nein, nein. So hab ich das gar nicht gemein. Ich bin nur etwas überrumpelt. Danke dir – wann soll das Gespräch stattfinden?“, fragte Shay nach.

Eine Stunde später suchten Lara und Shayla die Studiohalle, in der das Bewerbungsgespräch stattfinden soll. „Wow, in so einer Location hab ich auch noch nie ein Bewerbungsgespräch gehabt…“, meinte Shay und folgte ihrer Freundin um eine Ecke. „Super – hier ist es. Bist du bereit?“, fragte Lara nach. Shayla nickte und lächelte: „Wünsch mir Glück.“ „Das brauchst du doch gar nicht. Du bist eine der Besten in deiner Branche. Du wirst das schon packen. Also, dann los…“, Lara öffnete die Studiotür und die beiden Frauen waren in einer riesigen Halle. In der Mitte stand ein Schlagzeug-Set aufgebaut, davor einige Kameras auf diversen Stativen und daneben standen ein paar Männer, die miteinander diskutierten. Die Studiotür fiel ins Schloss und hallte durch den riesigen Raum. Die Leute drehten sich um und bemerkten die beiden Frauen. Ein Teil der Männer ging wieder zurück an die Arbeit, doch Shannon kam auf die beiden zu. „Hey Lara. Schön, dass es geklappt hat. Ich bin Shannon“, stellte er sich Shayla vor. „Hi – Shayla. Freut mich, dass ihr euch für mich Zeit nehmt, wo ihr doch so im Stress seid“, erwiderte die Blondine freundlich und schüttelte seine Hand. „Lara hat ein gutes Wort für dich eingelegt und wir sind wirklich am verzweifeln. Wo ist denn… ah, da kommt er schon“, Shannon drehte sich um, um nach seinem Bruder Ausschau zu halten. Doch Jared kam eben bei einer anderen Tür herein und steuerte mit Tomo schnurstracks auf die 3 zu. Tomo und Jared stellten sich ebenfalls vor, ehe die Band und Shayla in einen ruhigeren, angrenzenden Raum gingen, um sich kurz zu unterhalten.

Lara wartete unterdessen in der Halle und beobachtete die anderen Männer, wie sie weiter das Set für den Dreh aufbauten. Das Gespräch dauerte nicht lange und die Tür ging wieder auf. Shayla kam auf Lara zu und zeigte mit den Daumen nach oben. „Ich kann morgen direkt zeigen, was ich drauf hab!“, sagte Shayla und fiel ihrer Freundin um den Hals. „Danke, dass du das für mich gemacht hast. Ich hätte nur davon träumen können, mit jemanden wie 30 Seconds to Mars zusammenzuarbeiten“, fügte sie hinzu. Lara freute sich für Shay: „Kein Problem. Ich hab ihnen gesagt, dass du gut bist – und jeder, mit dem du bisher gearbeitet hast, würde das bestätigen… Meinen Glückwunsch!“ Die Mars-Männer kamen ebenfalls zu den beiden Frauen. Jared drückte Shayla einen Ordner in die Hand: „Hier – da kannst du uns gleich mal zeigen, was du drauf hast. Oder willst du es dir nochmal überlegen?“ Shay hatte den Ordner schon in den Händen, doch Jared hatte in wieder ein Stück zu sich zurückgezogen. „Nein, auf keinen Fall. Ihr werdet überrascht sein…“, erwiderte Shayla vielversprechend. Tomo und Shannon mussten grinsen; die beiden fanden Shayla’s Art mit Jared umzugehen schon sehr gut. Sie ließ sich schon mal nicht von seinem Status beeindrucken, wie manch andere Anwärterinnen und sie hatte ein toughe Art – und die brauchte man definitiv in diesem Business. Jared’s Mundwinkel gingen leicht nach oben: „Gut. Dann sehen wir uns morgen im Lab. Wenn ihr uns entschuldigt, wir müssen heute noch mit den restlichen Aufnahmen für’s Video fertig werden. Lara – danke für deinen Tipp. Wir werden bald sehen, wie sich Shay in unser Team einfügt…“ Lara hatte den Eindruck, Jared wollte Shayla bereits jetzt herausfordern und provozieren, damit er sehen konnte, wie sie unter bestimmten Situationen reagieren würde. Aber Shay war geübt in dem Business und ging gar nicht auf seine Spielchen ein, sondern verabschiedete sich – wie Lara – mit einem Lächeln.

Die Männer gingen wieder zurück ans Set. „Sie gefällt mir“, meinte Tomo. Shannon fügte hinzu: „Ja, sie hat schon mal einen besseren Eindruck hinterlassen wie die 10 anderen, die wir in der Auswahl hatten. Ich glaube, sie hat wirklich einiges in petto.“ Jared stimmte den beiden zu: „Ja. Definitiv ja. Ich hab gestern noch mit Buddy aus dem Studio geredet und er hat nur gutes von ihr gehört. 1 Problem weniger – jetzt muss nur noch das Video in den Kasten.“ Mit diesen Worten begannen sie auch die letzten Dreharbeiten fürs neue Musikvideo.

Eine Woche später:
Shayla war bereits voll eingeteilt mit den Vorbereitungen der „Love, Lust, Faith + Dreams“ – Tour und war deshalb schwer beschäftigt. Die Jobsuche von Lara hatte auch immer noch keine wirklichen Früchte getragen und so hatte sie schon wieder überlegt, nicht doch wieder im Black Fuel-Cafe anzufangen. Sie hatte Kelly diese Woche noch einmal besucht und sie war mit der neuen Mitarbeiterin überhaupt nicht zufrieden. Ständig war sie zu spät und wenn ihr etwas aufgetragen wurde, wurde es erst irgendwann erledigt. Lara machte gerade ihren regelmäßigen Wohnungsputz und tanzte mit den Ohrstöpseln im Ohr zur Musik von Volbeat durch die Wohnung. Da läutete es an der Haustür – es war Kelly. „Hey, du Putzfeh. Darum hast du mich nicht gehört“, grinste sie Lara entgegen und deutete auf ihre Ohrstöpsel. „Ja, tut mir Leid – war eben in meiner eigenen Welt. Schön dich zu sehen – hast du wieder mal ein freies Wochenende und hast beschlossen, mich zu besuchen?“, fragte Lara lachend, während sie die Kaffeemaschine einschaltete. „Genau. ENDLICH wieder mal ein Wochenende frei. Und nachdem wir unseren Kaffee getrunken haben, könnten wir ja mal gemeinsam feiern gehen. Was hältst du davon?“, erklärte Kelly ihr Abendprogramm. „Ich, ähm. Ja, warum eigentlich nicht? Ich bin soweit fertig hier… bin dabei!“, antwortete Lara und nahm einen Schluck aus der Kaffeetasse.

3 Stunden später waren Kelly und Lara an der Strandbar angekommen, wo sie schon einmal einen Cocktail getrunken hatten. Die beiden hatten beschlossen, den Abend gemütlich anzugehen und eventuell noch weiter zu ziehen. Sie hatten eine Menge Spaß mit Pierre, dem Besitzer der Bar, als eine dritte, blonde Frau auf die beiden an der Bar dazukam. „Shayla! Was machst du denn hier? Du bist doch nicht schon gefeuert worden oder?“, scherzte Lara und umarmte ihre Freundin. Das holte ihr einen leichten Hieb in die Seite ein: „Ha ha. Nein, natürlich nicht! Wir haben beschlossen, mal der Crew einen Abend Ruhe zu gönnen. Ich arbeite ja erst seit einer Woche mit den Jungs zusammen, aber die Crew hatte schon lange kein freies Wochenende mehr. Und Shannon hat gemeint, wir könnten doch hierher gehen und einfach mal einen Cocktail oder so trinken“, erklärte Shayla. Kelly beobachtete die beiden Frauen ihr gegenüber. „Sorry, Kelly – das ist Shayla. Shay – Kelly“, stellte Lara nun die beiden vor. „Hey. Du bist also die neue Assistentin von Jared. Mein Beileid…“, sagte Kelly übertrieben und musste dann lachen. Shay erwiderte: „Glaub mir, ich bin vieles gewohnt. Mal sehen, ob es noch schlimmer wird…“ „Und du bist jetzt mit Shannon hier?“, fragte Lara nach. „Nein, die anderen sind auch hier. Wir sind draußen auf der Terrasse und als ich eben von der Toilette kam, hab ich euch hier sitzen sehen. Wollt ihr euch zu uns setzen?“, schlug Shayla vor. Lara sah zu Kelly und diese sagte: „Wir trinken noch den Cocktail aus, dann kommen wir zu euch, okay?“ Shayla nickte: „Gut – ich brauch nämlich dringend Verstärkung. Dort drüben herrscht schlimmster Pärchenalarm und diese Jeannine redet so viel Mist daher… Wir sehen uns dann hoffentlich später!“ Shayla verschwand durch die Glastür wieder auf die Terrasse.

„Oh nein – jetzt ist diese Bitch auch wieder hier. Ich mag die nicht… Lass uns den Cocktail langsam trinken ok?“, fragte Kelly und Lara musste lachen. Sie hatte Jeannine auch schon kennen gelernt, aber sie fand nicht, dass Jeannine so schlimm war. Es dauerte nicht lange, da kam eine Männergruppe in die Cocktailbar. Offenbar feierten sie heute Abend Junggesellenabschied und bald waren auch Lara und Kelly eingebunden. Kelly hatte sich gleich einen charmanten, dunkelhaarigen, muskulösen Mann der Gruppe angelacht und flirtete aufs heftigste mit ihm. Lara benötigte eine Verschnaufpause: „Kelly? Ich geh kurz mal zu Shay – ich hab’s ihr versprochen…“ Kelly nickte, dass sie verstanden hatte und wandte sich gleich wieder an ihren Flirt.

Lara ging durch die Glastür und rechts in der Ecke der Terrasse fand sie in einer Loungeecke die Crew von 30 Seconds to Mars. Jetzt wusste sie, was Shayla zuvor mit „Pärchenalarm“ gemeint hatte: Emma + ihr Mann, Jamie + eine ihr noch unbekannte Frau, Tomo + Vicki, Jared + Valery und Shannon + Jeannine. Die Pärchen unterhielten sich gerade untereinander. Die Leto-Brüder besprachen ebenfalls etwas mehr abseits an dem Zaun der Terrasse und Shay war somit gezwungen, mit Jeannine zu reden. Gerade nahm Jeannine einen Schluck ihres Cocktails und Shayla verdrehte die Augen, als sie Lara bemerkte, die auf die Gruppe zukam. Lara hockte sich hinter den Loungesessel, in dem Shayla saß: „Na, ich hab gedacht, du übertreibst. Aber wie ich sehe…“, lachte Lara. Shay flüsterte ihrer Freundin ins Ohr: „Danke! Du bist meine Rettung. Noch so eine oberflächliche Konversation und ich lauf hier Amok…“ Die anderen der Runde hatten Lara ebenfalls bemerkt und begrüßten sie. „Hey Lara! Was für ein Zufall! Gut siehst du heute aus…“, meinte Emma und alle drehten sich zu ihr um. Lara trug ein sommerliches, knielanges Kleid mit einem V-Ausschnitt und dazu Peep-Toes. Ihre Haare hatte sie, mit Hilfe von Kelly, zum Teil hochgesteckt und ein dezentes Make-Up aufgelegt. Lara hatte sich seit langem wieder mal rausgeputzt bzw. nach Einreden von Kelly sie schminken und frisieren lassen und ihr gefiel der Look, den sie heute trug.

„Danke. Wie macht sich Shay bei euch?“, fragte Lara interessiert nach und nahm neben der Begleitung von Jamie Platz, die ein Stück zu ihm gerückt war. Tomo erwiderte: „Du hast nicht untertrieben. Sie ist gut, sehr gut sogar in ihrem Job. Sogar Emma hat das schon zugeben und da kommt einem Kompliment von ihr sehr, sehr nah…“ „Stell mich nicht wie so eine Furie dar. Shay leistet wirklich gute Arbeit. Wenn sie weiter so macht, hab ich überhaupt keine Bedenken, den Vertrag in einer Woche auf unbefristet zu verlängern“, fuhr Emma fort. Shayla verschluckte sich an ihrem Cocktail: „Das würdet ihr wirklich tun? Ich dachte, nach dem Fiasko mit dem Management…“

Jared kam mit seinem Bruder wieder zu der Gruppe: „Ach, die Typen sind manchmal einfach die Pest. Damit haben wir schon gerechnet, aber du hast die Situation perfekt gemeistert.“ Die beiden begrüßten Lara ebenfalls. Shannon musterte Lara mit einem Blick, den sie nicht einordnen konnte, ehe er seine Arme um sie legte und sie mit einem Küsschen auf die Wange begrüßte. Jared tat das ebenfalls und fügte hinzu: „Du siehst bezaubernd aus heute.“ Lara wurde durch das Kompliment etwas rot, doch das Make-Up verdeckte das meiste. „Danke“, sagte sie verlegen und ließ sich wieder auf ihrem Platz nieder. Ihr gefiel das Kompliment von Jared natürlich – wem würde das nicht schmeicheln - doch fand sie es nicht angemessen, wenn doch Jared eine andere Frau mitgenommen hatte. Die schien es aber weniger zu stören, denn sie schaute nicht mal von ihrem Handy auf, auf das sie seit Minuten wie wild herum tippte. Sie irritierte eher der Blick von dieser Jeannine, der sie abfällig musterte, ehe sie wieder an ihrem Cocktail nippte. „Das war wirklich ein toller Tipp mit Shay. Jetzt bringen wir mal das Album raus und gehen auf Tour und dann sehen wir, wie es dir dann immer noch gefällt, mit uns zu arbeiten“, plapperte Jared weiter. Tomo lachte: „Oje, lass sie gleich den verlängerten Vertrag unterzeichnen. Danach macht sie das sicher nicht mehr. Wir haben alles unsere, naja, nennen wir es mal Macken…“ „Und ihr glaubt, ich bin dann weg oder wie?“, stieg Shay drauf ein. Tomo sah zu Vicki, dann zu Jared und Shannon: „Naja, du hast die Leto-Brüder noch nie auf einer Tour erlebt und unser Oberhaupt kann manchmal schon die Diva raushängen lassen. Nur so als kleine Vorwarnung… ich will dich natürlich nicht verschrecken.“ Shayla und die anderen Frauen mussten lachen: „Du unterschätzt mich, Tomo. Ich hab schon so einiges ertragen – mich schockiert so schnell nichts mehr.“ „Merk dir deine Worte“, warf nun Shannon ein. „Hey – wieso hab ich das Gefühl, dass hier alle glauben, ich sei der Teufel? Ich sag nur „hungriges Shanimal“…“ Tomo und Jaime lachten laut auf, Emma und Vicki mussten sich ein Lachen verkneifen und die anderen Frauen sahen sich nur fragend an. „Touché Jared. Na dann, auf ein erfolgreiches, neues Album“, Tomo erhob sein Glas und stieß mit der Gruppe an. Sie unterhielten sich noch eine Weile, dabei erfuhr Lara, dass ihr Album in weniger als 2 Wochen veröffentlicht würde und Shay extrem nervös war. Sie ließ sich das aber nicht anmerken, schließlich war sie Profi. „Versprich mir, dass du mich auch mal auf der Tour besuchen kommst. Ich brauch sicher auch mal eine Pause von dem Haufen hier – das seh ich jetzt schon“, kicherte Shay. Offenbar tat der Alkohol mit der Zeit seine Wirkung. Lara spürte auch schon, wie der Abend immer lustiger wurde: „Klar mach ich das. Hatten wir uns das nicht schon mal versprochen? Dass wir mal einen in einem fremden Land drauf machen, wenn du mal mit einer Band auf Welttournee gehst?“ Shay nickte: „Ja, aber bis jetzt war das immer nur ein Traum. Und jetzt ist es bald wirklich so weit… ich freu mich so.“

Kelly kam auf die Terrasse und sah sich suchend nach Lara um, als sie sie endlich entdeckte. „Hey, Lara! Wo bleibst du denn? Die Jungs möchten weiterziehen…“, rief Kelly, schon leicht angetrunken, quer über die Terrasse, während sie zu ihnen ging. Sie begrüßte die Runde mit einem „Hey“ und hockte sich schließlich zu Lara: „Wir wollen in den neuen Club, die Jungs haben da einen VIP-Tisch ergattert.“ „Wie lange waren wir schon in keinem Club mehr… Wieso gehen wir nicht auch mit?“, lud sich Tomo mehr oder weniger ein. Emma und ihr Mann winkten ab, schließlich war Emma auch schwanger und sie wollten sowieso nach Hause gehen. Jaime und seine Flamme waren nicht abgeneigt, Vicki war auch dabei und die Leto-Brüder stimmten schließlich auch zu. „Cool, dann treffen wir uns dort. Komm Lara, ich hab schon einen Platz im Taxi für uns organisiert… Bis dann!“, beschloss Kelly und zog Lara im gleichen Moment hinter sich her. Lara konnte noch kurz die Hand heben, dann war sie auch schon im Taxi zwischen einer feiernden Junggesellen-Partie.

Im Club angekommen wurde die Junggesellenrunde noch größer; im VIP-Bereich saßen noch 4 weitere Männer, die auf den künftigen Bräutigam warteten. Kelly flirtete weiter mit ihrem braunhaarigen Typen und Lara unterhielt sich mit ein paar Jungs und trank auch den ein oder anderen Shot mit ihnen. Ein Typ der Runde war für Lara’s Geschmack ziemlich aufdringlich und sie ergriff die Flucht von ihm, wo immer es ging. Irgendwann fand sie sich mit Kelly auf der Tanzfläche wieder und die beiden shakten zu ein paar Songs. Auf dem Weg retour zum VIP wurde Kelly schon sehnsüchtig von ihrem Typen erwartet, das heißt, er knutschte sie direkt nieder. Dicht neben Lara’s Ohr meldete sich eine ihr gut bekannte Stimme und die bescherte ihr eine Gänsehaut am ganzen Körper. „Wie wär’s, wenn du den beiden etwas Privatsphäre gönnst und mit zu uns an den Tisch kommst?“, sagte Shannon. Lara drehte sich zu ihm und nickte: „Ja, eine gute Idee.“ Im VIP war ziemlich viel los, was auch unter anderem an der riesigen Junggesellenrunde lag, also schnappte Shannon sich einfach Lara’s Hand und zog sie hinter sich her ans andere Ende des VIP, wo die restliche Crew feierte. Shayla, Vicki und Valery befanden sich auf der Tanzfläche und hatten eine Menge Spaß. Die Männer philosophierten eben über den Whiskey, den Tomo bestellt hatte. Sie sahen nur kurz auf, als Shannon mit Lara Hand in Hand zu ihnen kamen, dann machten sie weiter – sogar Jared hatte ein Glas des Drinks in der Hand.

Shannon ging mit Lara an die Bar, um einen Drink zu bestellen. „Suchst du jemanden?“, fragte Shannon, als er Lara’s suchenden Blick bemerkte. „Naja… wo hast du denn deine Freundin gelassen?“, fragte Lara nach. „Jeannine? Wir sind nicht fest zusammen… Es ist kompliziert. Sie ähm, sie konnte heute nicht mitkommen. Hat morgen einen wichtigen Termin“, es schien ihm unangenehm zu sein, darüber zu sprechen. Lara nickte nur: „Okay. Ich hab nämlich das Gefühl, dass sie mich nicht mag und nicht, dass sie hier eine Szene macht…“ Shannon grinste: „Warum sollte sie uns eine Szene machen? Weil wir an der Bar stehen und was trinken?“ Die Bargetränke wurden serviert und Lara nahm einen Schluck. „Naja – Ja?!“, erwiderte sie und musste auch lächeln. „Wir machen doch nichts Verbotenes oder?“, fügte er hinzu und kam etwas näher zu Lara. Sie musste schlucken – sah Shannon immer schon so gut aus wie heute? Sie ließ die Frage offen und Shannon wechselte glücklicherweise das Thema. Die beiden redeten über Gott und die Welt und lachten viel zusammen.

Sie wurden irgendwann vom aufdringlichen Typen von vorhin unterbrochen: „Lara! Da bist du ja! Komm, gehen wir was trinken!“ Ihm schien offenbar richtig gegen den Strich zu gehen, dass sich Lara mit einem anderen Mann unterhielt und auch noch Spaß hatte. „Jonny… Nein danke, ich hab noch“, versuchte sie abzuwimmeln. Doch Jonny wollte sich nicht abservieren lassen und packte sie grob am Oberarm, um sie zu sich zu ziehen: „Du lässt mich nicht für so einen Dahergelaufenen stehen“, zischte er. Ehe Lara noch etwas machen konnte, war Shannon schon zwischen den beiden und trennte Jonny’s Hand von Lara’s Oberarm. „Fass sie nicht an – sie hat nein gesagt oder bist du taub?“, funkelte er Jonny böse an. Shannon baute sich schützend vor Lara auf. „Ah, und du glaubst, du bist der Obermacker oder wie? Ich lass mir doch meinen Fick nicht von einem Möchtegern-Drummer wegnehmen…“, antwortete der betrunkene Jonny, der Shannon offenbar kannte.

Jonny ging einen Schritt weiter auf Shannon zu, um ihn einzuschüchtern, doch das wirkte bei Shannon nicht; er blieb stehen: „Das nimmst du sofort zurück. Entschuldige dich für diese Beleidigung!“ Lara fasste sich wieder und sie wollte die Situation entschärfen: „Shannon, lass gut sein. Lass uns gehen.“ Sie legte ihre Hand auf Shannon’s Oberarm, um ihn zurückzuhalten, ehe er noch eine Dummheit machen würde. Seine Muskeln waren total angespannt und sie hoffte nur, dass er sich zusammenreißen würde. Eine solche Schlagzeile brauchte die Band nicht noch vor der nächsten Tour. Die Leute neben ihnen an der Bar brachten sich schon mal in Sicherheit. Jared und Tomo hatten auch von dem Streit mitbekommen und kamen zu den beiden Streithähnen. „Was ist hier los?“, wollte Jared wissen und stellte sich neben seinen Bruder, Tomo stellte sich neben Jared und verschränkte ebenfalls die Arme. Jonny sah von Shannon zu Jared und Tomo und sagte verächtlich: „Tja, heute kannst du sie haben. Aber wenn du mir nochmal dazwischen funkst, sehe ich schwarz für dich.“ Schließlich gab Jonny auf und verschwand in der Menge. „Was war da denn los?“, wollte Jared sofort wissen. „Er hat Lara bedrängt und wollte sie nicht in Ruhe lassen“, erklärte Shannon die Kurzfassung und sein Bruder nickte, dann sahen sie zu Lara. „Tut mir Echt leid, ich wollte das nicht…“, sie hatte das Gefühl, sie musste sich entschuldigen. Immerhin war fast wegen ihr die Situation eskaliert. Shannon strich ihr liebevoll über den Rücken: „Du brauchst dich für gar nichts zu entschuldigen. Dieses Arschloch müsste sich entschuldigen – du hast doch gar nichts gemacht. Komm, gehen wir zu den anderen.“ Er nahm Lara’s Hand und ging mit ihr zu der Crew an den Tisch.

Die Sitzmöglichkeiten um den Tisch waren mittlerweile schon alle belegt; die Frauen waren vom Tanzen zurück. Shay sah auf, als sie Shannon und Lara auf sich zukommen sah und ihr Blick bedeutete, dass sie alles mit angesehen hatte. „Alles okay?“, fragte sie gleich bei Lara nach, die nur nickte. Ehe sich die Frage stellte, wo alle Platz nahmen, zog Shannon Lara kurzerhand auf seinen Schoß. Vielleicht war es auch der Alkoholeinfluss, aber Lara wehrte sich nicht mal dagegen. Sie mochte das Gefühl von Sicherheit, das Shannon ausstrahlte. Die anderen in der Runde ließen sich auch nichts anmerken und feierten weiter wie vorher. Es wurde immer später und irgendwann verzogen sich Jared und Valery in eine Ecke des Clubs, um ungestört zu sein. Jamie und seine Begleitung lagen auch knutschend am Sofa und Vicki, Tomo und Shay unterhielten sich über Geschichten von der letzten Tour. „Hey, ihr 2! Wie wollen nach Hause fahren – bleibt ihr noch?“, fragte Tomo und Shannon und Lara blickten auf. „Naja, wo ist mein Bruder hin verschwunden? Ich glaub, ich muss noch etwas warten…“, meinte Shannon. Inzwischen standen die beiden auf, um sich von Vicki, Tomo und Shay zu verabschieden. Lara wollte irgendwie auch noch nicht nach Hause, also beschloss sie ebenfalls noch zu bleiben.

Nach einer weiteren Stunde tauchten Valery und Jared wieder auf. „Wo sind die anderen?“, fragte Jared erstaunt, als er nur noch seinen Bruder und Lara auf ihrem Platz sah. „Tzzz, und die wollte noch feiern gehen, halten es aber eh nicht lange aus. Na dann, wollen wir auch?“, plapperte er weiter. Lara und Shannon nickten und gingen den beiden hinterher. Der Club hatte sich mittlerweile schon zur Hälfte geleert. Draußen angekommen, riefen sie für die Jungs 1 Taxi; Valery hatte einen Freund engagiert. „Du bist sicher, dass du nicht noch mitkommen willst?“, fragte Jared Valery, darauf bedacht, ihr in der Öffentlichkeit nicht zu nahe zu kommen. Die Paparazzi lauerten überall und sie hatten sicher schon mitbekommen, dass er heute hier in diesem Club war. „Nein. Ich muss in 4 Stunden meinen Flieger zurück nach New York bekommen. Wir sehen uns“, lächelte Valery etwas wehmütig – wie sehnsüchtig hätte sie ihn zum Abschied noch einmal geküsst, doch sie verstand seine Verhaltensweise. Wenn es um die Privatsphäre der Letos ging, waren sie extrem vorsichtig. Die beiden umarmten sich stattdessen kurz. „Gut, ich ruf dich an. Lara, war schön heute Abend“, sagte Jared und umarmte Lara ebenfalls kurz, ehe er ins Taxi stieg, welches inzwischen gehalten hatte.

Shannon war irgendwie traurig, dass der Abend schon vorbei war. Er hatte sich so gut mit Lara verstanden, dass sie die Zeit komplett aus den Augen verloren hatten. Aber es war eine gute Idee von seinem Bruder, jetzt nach Hause zu fahren. Sie hatten die nächsten Tage noch anstrengende Termine und wichtige Studioaufnahmen vor sich und je fitter sie waren, desto schneller schafften sie die letzten Aufnahmen. „Es war ein wirklich schöner Abend…“, begann Shannon und sah Lara tief in die Augen. Was war nur los mit ihm? Diese Frau brachte ihn heute vollkommen aus dem Konzept. Lara lächelte: „Ja, fand ich auch. Bis auf den Vorfall…“ „Vergiss es. Es ist ja nichts passiert. Wir sehen uns bald, okay?“, erwiderte Shannon und zog Lara in seine Arme. Lara nickte nur an seiner Schulter und genoss diesen Augenblick. „Shannon? Das Taxi wartet nicht ewig!“, drängte Jared aus dem Auto. Shannon löste sich von Lara und gab ihr noch einen Kuss auf die Wange, ehe er zu seinem Bruder ins Fahrzeug stieg und dieses losfuhr.

Lara sah dem Taxi noch hinterher, bis es um die nächste Ecke bog. „Können wir dich noch wohin mitnehmen?“, fragte Valery und winkte ihrem Freund, der sie soeben abholen wollte. „Das wäre wirklich nett von euch. Ich wohn nur ein paar Straßen weiter von hier“, erwiderte Lara. Die beiden stiegen in das Auto von Valery’s Freund und er fuhr nach Lara’s Anweisungen los. „Weißt du, ihr wärt ein tolles Paar“, meinte Valery nach ein paar Momenten, als sie Lara beobachtete, wie sie verträumt aus dem Fenster sah. „Wie? Shannon und ich? Nein, ich glaub, das könnte ich nicht…“, erwiderte Lara. „Warum? Weil er bekannt ist? Ach, wenn die Gefühle stimmen, ist das kein Problem. Da bekommt man Dinge hin, die man sich nicht vorstellen konnte. Glaub mir…“, sagte Valery und seufzte. Lara verstand, ohne dass sie das weiter ausführen musste. „Abgesehen davon hat er doch eine Freundin, Bekannte – was auch immer“, wandte Lara weiter ein. „Jeannine? Nein, das wird sicher nichts Ernstes werden. Es hat das 1. Mal schon nicht geklappt, da wird das das 2. Mal auch nicht passieren. Schon gar nicht, als sie ihm vorhin in der Strandbar so eine Szene gemacht hat…“, erzählte Valery. Lara sah sie fragend an, und Valery fuhr fort: „Hat er dir das nicht erzählt? Sie ist extrem eifersüchtig und sie hat ihn konfrontiert, dass er ein Auge auf dich geworfen hätte. Shannon hat das nicht mal wirklich dementiert, da ist sie komplett ausgeflippt. Auf jeden Fall hat sie eine richtige Szene gemacht und ist sauer abgerauscht… und wenn du mich fragst, ihr beide habt mehr gemeinsam als er mit dieser Jeannine. Aber egal, ich will mich da nicht einmischen.“ Der Fahrer verkündete, dass sie an Lara’s Wohnung angekommen waren. Lara bedankte und verabschiedete sich von den beiden, ehe sie ausstieg und in ihre Wohnung ging.

Lara schminkte sich ab und machte sich bettfertig. Sie war komplett geschlaucht und ließ sich in ihr Bett fallen. Sie war aber noch eine ganze Weile wach und ein Satz von Valery ging ihr nicht aus dem Kopf: „…,dass er ein Auge auf dich geworfen hätte. Shannon hat das nicht mal wirklich dementiert, da ist sie komplett ausgeflippt. Auf jeden Fall hat sie eine richtige Szene gemacht und ist sauer abgerauscht…“
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast