Der goldene Teufel

OneshotAllgemein / P16 Slash
12.01.2019
12.01.2019
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Der Nebel hing erneut dicht über dem Boden, zwischen den Häusern und brachte die Kälte und Feuchtigkeit heran welche die Alten so sehr fürchteten. Das Dorf trägt heute lediglich den Namen das rote Dorf, aufgrund eines Vorkommnisses welches sich bald ereignen sollte. Die Nacht brach herein und die letzten Kinder verschwanden in den Häusern der Eltern, während die gewohnte Stille der Dunkelheit ihren leisen Schleier über das Dorf legte.
Damals, wie heute, wurde die Ruhe von den Jungen im Dorf gehasst, doch von den Alten geliebt, welche sich nahe ihres Kamins in der Wärme des leise prasselnden Feuers versuchten vor der Kälte schützten. Doch diese Nacht war anders als die üblichen Nächte des Dorfes.
Der Schleier der Stille wurde von einem lauten und scharfen Schuss durchbrochen, während die Dunkelheit von dem Feuer der Waffe für einen kurzen Augenblick erleuchtet wurde ehe beides sich wieder verflüchtigte. Der Laut kam von dem Versammlungsplatz des Dorfes, welcher Zentral in eben diesen lag. Der Platz war ein leeres Feld mit einer Bühne, mit den selben Ausmaßen wie ein Zimmer der Häuser, auf welchen Bekanntmachungen und Regeln verkündet und diskutiert wurden.
Der Priester des Dorfes war gleichzeitig auch der Dorfälteste und war hoch angesehen von den Einwohnern, sowohl jung als auch alt.
Er war ein netter alter Herr welcher sich gesittet mit den anderen Alten austauschen und unterhalten konnte, gleichzeitig aber die Jungen im Dorf mit lustigen Unterricht begnügte. Der Priester predigte vom ewigen Frieden Rionas nur wenige Tage zuvor, von den Kriegs-losen Lösungen, von Kämpfen die mit der Feder ausgefochten wurden, und gerade ihn fanden die, mittlerweile zum Versammlungsplatz geeilten, Dorfbewohner auf dem Boden vor der Bühne liegend vor, ein sauberer Schuss in den Kopf mitten zwischen die weit aufgerissenen und von Angst verzerrten Augen, gebadet in einer Lache aus rotem Blut im Dreck des Bodens.
Die Ersten wollten rennen, wollten zurück und  vor dem Ungewissen welches den Priester exekutiert hatte fliehen, wurden sie aber von der neugierigen Masse an Nachzüglern aufgehalten, fanden aber keine Worte um zu beschreiben was dort auf dem Versammlungsplatz passiert war.
Ein weiterer Schuss stoppte jegliche Bewegung und machte der Unruhe ein jähes Ende, fesselte jeden Einzelnen an dem Punkt wo sie gerade standen.
Eine kunstvoll verzierte Maske leuchtete in den Funken der Waffe auf und für einen kurzen Augenblick konnten einige der Menschen in der Menge ein eingearbeitetes Grinsen auf der Schneeweißen mit roten und weißen Rosen verzierten Maske erkennen. „Willkommen wertes Publikum, willkommen zu meiner Show!“
Laut, deutlich und klar waren diese Worte welche von der in Dunkelheit gehüllten Mitte kamen. „In dem Wunderschönen Kleid der Dunkelheit gehüllt, und mit einem Talent so groß wie die Präzession meiner Waffe werde ich ihnen die beste Show liefern welche sie je gesehen haben, und sehen werden!“ Wie gefesselt, ob nun vor Staunen, Angst oder auch Verwirrung, standen die Bewohner des kleinen Dorfes vor der Bühne und warteten auf etwas, worauf wussten sie auch nicht. Sie würden es auch nicht herausfinden.
Ein weiterer Schuss fiel: „DREI!“ Ein Mann, gekleidet in einer braunen und etwas schäbigen Schürze, kurzer zerrissener Hose und robusten Schuhen sackte zusammen, fasste sich an sein Herz und fiel Kopfüber aus der Menge nach vorne um anschließend den Boden mit seinem Blut in rot zu tränken. Wieder konnten sie einen Blick auf die Maske des Mannes erhaschen, das Feuer erhellte seinen goldenen Umhang, seinen roten ebenfalls verzierten Wams und wieder die Maske.
Der Mörder zündete die Fackel im Ständer in der Mitte der Bühne an und ging, in einer Hand seine Schusswaffe, grau mit einer Elfenbeinfarbenen Verzierung an Griff und Lauf, haltend und die andere Hand leer, beide Arme zur Seite ausgestreckt nach vorne und verkündete mit seiner lauten Stimme: „ Wertes Publikum, Sie haben die einmalige Möglichkeit teil meines Wandertheaters zu werden, also scheut euch nicht und Tanzt zu meiner Musik! TANZT!“
Kaum waren die Worte Ausgesprochen Schoss er die vierte Kugel ab und traf einen jungen Mann, welcher sein weißes Nachthemd betrachtete während es sich rot färbte und ebenfalls auf den Boden sackte. Die Rede, der Schuss und der letzte Tote wirkten auf die Bewohner befreiend, sie konnten sich wieder bewegen, und sie rannten.
Der Mörder, mit seiner ewig grinsenden Maske flüsterte mit einem vergnügten Tonfall: „ Ja, tanzt für mich. Wie Marionetten tanzt ihr für mich bis ich euch..“ ein weiterer Schuss verließ den Lauf seiner Waffe: „ Von den Fäden trenne mit denen ich euch führe.“ Seinem Selbstgespräch folgte ein sehr lautes und böses Lachen von dem niemand erzählen kann, denn niemand überlebt eine Aufführung des goldenen Teufels.