Gegensätze (ziehen) passen sich an

GeschichteDrama, Romanze / P16
Don Quichotte de Flamingo OC (Own Character) Penguin Puma D. Ace / Gol D. Ace Shachi Trafalgar Law
12.01.2019
12.08.2019
61
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20
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Kap. 2

seine Sicht:

Bepo sitzt, weiterhin mit dem Mädchen in den Pfoten, auf einem Stuhl im Krankenzimmer und sieht erst auf, als Law eintritt. Sofort setzt Law sich auf einen Rollhocker und untersucht das Mädchen in den Armen des Bären. Schnell zieht er sich Handschuhe über und säubert zuerst die Wunden, um besser sehen zu können. Als erstes besieht er sich das rechte Handgelenk. Rund um sind vereinzelte feine, aber tiefe Schnitte. Außerdem noch viele Blessuren, welche eindeutig die ungefähre Breite des Ringes zeigen können. 'Wahrscheinlich wegen dem ständigen ziehen an der Kette.' Auch bei ihren anderen Gliedern sind ungefähr die gleichen Verletzungen. Er nimmt sich ihren Hals vor. Dort sind gefährlich tiefe Schnitte an ihrer Kehle und eindeutige Blessuren und Würge-Male. Schnell desinfiziert Law die Wunden und bandagiert ihre Verletzungen ein. Mit besorgtem Blick mustert Bepo das Mädchen. Auch Law beäugt sie ein weiteres Mal.
„Bring sie in meine Kajüte.", seufzt er und begibt sich auf Deck. Sofort kommen Penguin und Shachi auf ihn zu gestürmt. „Können wir sie behalten?", fragt Penguin und bekommt von Shachi einen Klaps auf den Hinterkopf. „Sie ist doch kein Haustier!", brüllt er ihn an. „Ein Mädchen ? hier auf Deck?", mischt sich ein weiteres Crewmitglied ein. Wieder ein anderer gibt ihm Recht: „Wir können doch keine Frau mitnehmen!" _ „Wieso nicht? Sie sieht eigentlich ganz gut aus.", sabbert Penguin und bekommt gleich darauf erneut Eine von Shachi. „Darum geht es doch nicht! Sie braucht Hilfe! Sie hat stark geblutet!" Ein kurzes Gemurmel geht durch die Crew, bis sich alle zu ihrem Käpt'n umdrehen. Dieser reibt sich genervt die Nasenwurzel und geht stöhnend weiter. „Shachi, geh wieder in die Küche. Und alle anderen gehen mir besser auch nicht auf die Nerven.", bringt er mit zusammengepressten Zähnen hervor. Bei dem Blick, den er ihnen schenkt, sprinten alle wieder zu ihrer Arbeit zurück. Law steht an der Reling und sieht aufs Meer. In dem Moment betritt auch Bepo das Deck und lässt sich neben Law fallen. „Sie schläft unruhig.", unterbricht Bepo die Stille. Ohne etwas zu sagen, lässt sich Law hinter dem Bär nieder und lehnt sich gähnend an ihn. „Hauptsache sie schläft."

ihre Sicht:

> Ein etwa Drei-jähriges Mädchen sitzt weinend in einer Ecke des Raumes und versucht sich panisch von dem riesigen Mann weg zudrücken. Flehend sieht sie zu ihm hoch und schüttelt mit Tränen in den Augen ihren Kopf. Der Mann beginnt dreckig zu Grinsen. Er will nach dem Mädchen greifen, doch in dem Moment stellt sich ein etwas älteres Mädchen zwischen sie. Ernst und mit Wut in den Augen fixiert sie den Älteren. Sie zieht ein Küchenmesser und richtet es drohend, ohne das Gesicht zu verziehen, auf den Mann vor sich.

Stumm, aber Schweiß gebadet reiße ich meine Augen auf. 'Wo bin ich?' Ich setze mich stöhnend auf und sehe mich im Raum um. Es schaukelt alles ein wenig und die Wände scheinen aus Metall zu sein. Ich befinde mich anscheinend auf einem Schiff. 'Seinem  Schiff?' Ich schlucke und versuche mich zu erinnern, wie ich hier her gekommen bin. 'Die anderen Piraten!' schockiert weiten sich meine Augen. 'Wollen sie da weitermachen, wo die anderen aufgehört haben?' Erst jetzt bemerke ich den Verband an meiner Haut. Den von meinen Knöcheln und Handgelenken reiße ich kurzer Hand ab und schmeiße ihn achtlos auf den Boden. 'Das Zeug behindert mich nur beim laufen und klettern. So was jetzt?' Ich lasse meine Beine über den Bettrand gleiten und stelle mich wankend hin. Sofort schießt der altbekannte Schmerz in mein linkes Bein und ich falle zurück. Tränen des Schmerzes sammeln sich in meinen Augen.
Vorsichtig streiche ich über die fette Narbe an der äußeren Seite meines Beines. Nach dem dritten Versuch stehe ich endlich. Schnellen Schrittes gehe ich auf die nächste Tür zu und öffne sie einen Spalt weit. Jede Bewegung mit meinem vernarbten Bein bereitet mir höllische Schmerzen. Vorsichtig sehe ich um die Ecke und als ich mich versichert habe, dass niemand kommt, gehe ich auf Zehenspitzen los. Wieder treiben mir die Schmerzen die Tränen in die Augen. 'Dieses Scheiß-Teil in meinem Bein!', fluche ich innerlich und schlucke die Tränen runter. Plötzlich rieche ich etwas leckeres und verharre augenblicklich in meiner Bewegung. Wie zur Bestätigung knurrt mein Magen und ich folge, mit viel Speichel im Mund, dem Geruch. Ich öffne vorsichtig die Tür und trete ein. Dort steht ein Mann mit einer seltsamen Mütze und kocht. Leise schleiche ich mich von hinten an und tatsächlich bemerkt er mich nicht. Ich stehe nun ungefähr einen Meter von ihm entfernt und muss schlucken. Er muss um die 1,75m - 1,80m groß sein. 'Ich bin grade mal 1,65! Müssen alle größer sein?'
In dem Moment knurrt mein Magen erneut. Geschockt starre ich den Mann vor mir an und bleibe stehen. 'Blöder Bauch! Musste das sein?? Was macht er jetzt mit mir?' Er schaut lässig über die Schulter und wendet sich dann wieder seiner Beschäftigung zu. Plötzlich zuckt er zusammen und dreht sich ruckartig, mit großen Augen, um. Er starrt mich ungläubig an. Schnell fängt er sich wieder und stottert los: „I-ich hol den-den Käpt'n!". Schnell schüttle ich energisch und flehend den Kopf. 'Nicht diesen gruseligen Typen, bitte, bitte nicht!', bete ich innerlich. Der Mann blinzelt ein paar mal verwirrt und mustert mich besorgt.
Ich sehe an mir runter. Die Wunden an Armen und Beinen sind wieder aufgegangen, wegen dem abreißen des Verbandes. Unbemerkt verstecke ich meine Hände hinterm Rücken. Ich trage weiterhin das knappe gelbliche, blutverschmierte Hemd. 'Wie lange ich das jetzt schon trage...' Mein grummelnder Magen reißt mich aus meinen Gedanken und lässt einen leichten Rotschimmer auf meinen Wangen erscheinen. Der Koch lächelt kopfschüttelnd und stellt mir etwas zu Essen hin. Meine Augen funkeln bei dem Anblick und dem leckeren Duft. Ich setze mich schnell auf einen der Stühle, was ich sogleich bereue, als mein Bein sich bemerkbar macht. Ich lasse mir nichts anmerken und warte. Der Koch setzt sich mir gegenüber und lächelt mich erwartungsvoll an. 'Kann ich das einfach so annehmen? Wollen sie dann eine Gegenleistung?'
Bei dem Gedanken schiebe ich den Teller wieder zu dem Koch und senke betrübt meinen Blick. 'Dabei hab ich so Hunger...' Der Mann legt den Kopf schief und schiebt den Teller wieder zurück. Verwundert sehe ich zu ihm auf. „Ist oke, gleich kommen eh die anderen zum Mittagessen. Jetzt ess` endlich." Erst liebevoll und gegen Ende mit einer leichten Strenge in der Stimme, tippt er mit dem Finger vor dem Teller auf die Tischplatte. Zögerlich nehme ich mir eine Gabel. Gerade als ich den ersten Bissen in meinem Mund führen möchte, schwingt die Tür krachend auf und sofort sitze ich, mit Tränen in den Augen und meinen Händen über dem Kopf, unterm Tisch. Plötzlich wird es ganz ruhig. Ich bekomme noch mehr Panik und ohne das ich es will, laufen leise meine Tränen. „Hey, alles gut?", dringt die besorgte Stimme des Kochs zu mir durch. Erschrocken fahre ich hoch und stoße mir hart den Kopf am Tisch. Ich reibe mir angesäuert meine schmerzende Stelle und blase die Wangen beleidigt auf. Der Koch hat sich unter den Tisch gebeugt und beginnt nun zu lachen. Ich sehe ihn traurig und geschockt an. 'Wieso lacht er mich aus, wenn ich Schmerzen habe?' Er fängt sich schnell wieder und reicht mir mit einem Lächeln die Hand hin. Ich nicke leicht und ergreife zögerlich die hingehaltene Hand und werde vorsichtig - fast liebevoll - hochgezogen.
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