Gegensätze (ziehen) passen sich an

GeschichteDrama, Romanze / P16
12.01.2019
23.03.2019
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Kap. 19

seine Sicht:

Halbnackt steht Law im Trainingsraum, während die Kleine ihn von oben bis unten mustert. Ohne es sich bewusst zu sein, spannt Law automatisch seine Muskeln an. „Gefällt dir, was du siehst?", fragt er sie schief Grinsend und geht einige Schritte auf sie zu. Ein Rotschimmer legt sich auf ihre Wangen, was ihn siegessicher Grinsen lässt. Sie sieht gefasst zu ihm auf und nickt. Verwirrt und verwundert beobachtet er sie, wie sie die letzten Meter zu ihm überbrückt.
Sie begibt sich hinter ihn, hält ihn mit den Händen davon ab sich umzudrehen und mustert sein Rückentattoo. Law sieht über seine Schulter. „Was machst du da?", fragt er sie irritiert. Ohne ein Wort zu sagen, huscht sie unter seinem Arm durch und mustert seine Brust. Law will erneut nachfragen, als sie plötzlich auf einen Zentimeter an ihn ran-rückt und über seine Brust streicht. 'W-was soll denn das?!'
Still mustert er sie, wie sie fasziniert über sein Tattoo streicht – die schwarzen Linien nachfährt. Er muss schlucken und spürt die leichte Wärme in sein Gesicht steigt, weswegen er sie von sich schiebt. Er räuspert sich und sieht sie emotionslos an. „Was machst du?" Sie sieht ihn verständnislos an.
„Deine Tattoos gucken?" Doch nach kurzer Zeit scheint sie zu realisieren, was sie getan hat und läuft rot an. Siegessicher grinst er sie an. „Du bist ja total rot..." Er umfasst sanft, aber bestimmt ihr Gesicht und legt seine Stirn auf ihre. Geschockt und starr sieht sie zu ihm hoch.
„Du hast aber kein Fieber.", stellt er gespielt verwirrt fest. Sie versteht wieso er so fies Grinst und nimmt sich eins der Katana.
Er grinst noch breiter und greift ebenfalls nach einem. „D-deine Sprüche k-k-kannst du dir sonst w-wo hin stecken!", knurrt sie den Kapitän an. „Weißt du, ohne dieses stottern, würde es bedrohlicher klingen. So ist es lachhaft", provoziert er sie weiter. 'Das stottern ist zu niedlich.' Eine Wutader erscheint auf ihrer Stirn und sie stellt sich kampfbereit vor ihm auf. „I-ich geb` d-dir gleich lachhaft!", bellt sie gereizt, während Law sie weiterhin schief anlächelt.
„Du stotterst~", erinnert er sie mit einem provozierendem Singsang in der Stimme. „Na warte!", brummt sie warnend und greift an. Zum ersten Mal trifft sie ihn und verpasst ihm einen Kratzer an der linken Wange. Doch auch er hat sie erwischt. Er hat ihr Shirt an der Seite, knapp unter der Brust, zerschnitten und ihr einen leichten Schnitt verpasst. Sie springen auseinander und fast gleichzeitig fassen sie sich an ihre Wunden.
Ohne auf eine Reaktion zu warten attackiert Law sie erneut. Sie realisiert es zu spät, um abwehren zu können. Sie schlägt seine Hand mit ihrer linken zur Seite und springt gleichzeitig nach hinten. Wieder erwischt er sie, diesmal hat er aber nur ihr Top erwischt, welches nun an beiden Seiten zerschnitten ist. „Vernachlässige niemals deine Deckung und behalte deine Umgebung im Auge.", belehrt er sie, während die Schwerter aufeinander prallen. „D-du hast mich- nicht g-getroffen", erwidert sie angestrengt, als sie ihn von sich drückt. „Noch nicht.", ist seine einfache Antwort.
Wieder rasen die Schwerter aufeinander zu. Doch diesmal verlagert sie ihr Gewicht auf einen Fuß, lässt ihr Schwert etwas an der anderen Klinge runter gleiten und tritt nach ihm. Sie trifft seine Wange, worauf er gegen die nächste Wand fliegt.
„Der war neu.", kommentiert er grinsend, während er sich mit dem Handrücken grob über die Wange wischt. Sie lächelt ihn schief an und legt ihre Klinge an seinen Hals. Was den Arzt beunruhigt, ist, dass kurz ein Schimmer von Wut, Hass und Kälte in ihren Augen zu erkennen war. In dem Moment wird die Tür aufgeschlagen und das Trio betritt lachend den Raum - wollen sie ebenfalls in Form bleiben. Erschrocken fährt sie rum. „Was macht ihr?", fragt Penguin auch sofort und mustert die Beiden. Shachi bemerkt, dass seine Schwester blutet und eilt zu ihr. Er reißt sie zu sich um und betastet mehrfach ihr Gesicht – wiegt es in seiner Hand hin und her. „Du bist verletzt! Alles oke?", fragt er sie panisch und besorgt, bevor er seinen Kapitän böse anblitzt. „Was hast du gemacht?" Trafalgar steht langsam auf und stellt sich hinter das Mädchen.
„Wir haben trainiert.", meint er emotionslos und wirft seine Trainingspartnerin kurzer Hand über die Schulter. Sie quietscht erschrocken auf, beginnt gegen seinen Rücken zu klopfen und protestiert lautstark: „H-hey! L-lass mich runter! Blöder S-Sack!" Trafalgar ignoriert ihre Beschimpfungen und wendet sich an Shachi. „Ist nur ein Kratzer, ich kümmere mich darum.", erklärt er ihm knapp, packt sich seinen Pulli unter den anderen Arm und begibt sich aus dem Raum.
Erst im Krankenzimmer lässt er das Mädchen wieder, wie einen Müllsack, auf einen Stuhl runter. „Au!" Sie beugt sich etwas nach vorne und reibt sich ihren Rücken, welcher grob gegen die Stuhllehne geprallt ist. Law stört sich nicht weiter an ihr, wirft seinen Pulli auf ein Krankenbett und kramt in einer Schublade nach Pflaster. Als sich der Arzt wieder zu dem Zwerg dreht, sitzt sie ohne ihr Top, mit verschränkten Armen vor ihm. Still geht er auf sie zu, während sie ihren Arm lässig nach hinten über die Stuhllehne legt, damit Law besser an den Schnitt kommt. Schnell ist das Pflaster drauf und die Kleine wieder auf eigenen Beinen. „Och man!, Das war neu!", beschwert sie sich sofort mit einem anschuldigenden Ton bei dem Arzt und hält ihm ihr zerschnittenes Top unter die Nase. „Wenn du nicht aufpasst...", kommentiert er Schulterzuckend und grinst sie von oben herab an. Sie geht still an ihm vorbei zu einem Schreibtisch, schnappt sich irgendwas und stellt sich auffordernd vor den Arzt. Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und klebt ihm vorsichtig, als würde er jeden Moment wie Glas zerspringen, ein Pflaster auf den Schnitt an der Wange. „W-wenn ich so ein blödes D-Ding haben muss, d-dann auch du!", erklärt sie ihre Handlung und stellt sich wieder ganz auf ihre Füße. Law muss sich ein Lachen verkneifen, benimmt sie sich wie ein trotziges Kind. Sie verbeugt sich vor Trafalgar und geht dann, ohne ihr Shirt anzuziehen, aus den Raum. Kopfschüttelnd sieht er ihr nach, bevor er sich in seine Kajüte begibt um sich den Schweiß abzuwaschen.
ihre Sicht:

Ich bin auf dem Weg zur Küche, um mit dem Kochen anzufangen. 'Wegen dem Training habe ich keine Freizeit mehr und kann gleich mit dem Abendessen anfangen! Toll!'. Betroffen sehe ich mir das Top in meinen Händen an. 'Och man, dieser blöde Sack hat es kaputt gemacht! Hätte er nicht woanders treffen können?' Seufzend öffne ich mit hängendem Kopf die Küchentür. Shachi sitzt auf seinem Stammplatz und wartet anscheinend schon auf mich. Er hat mich nicht bemerkt, weswegen ich mich bemerkbar mache. „Onii-sama, ich d-dachte du w-wolltest trainieren?" Ohne aufzublicken antwortet er mir seufzend. „Ich wollte wissen ob es dir gut geht, außerdem habe ich nicht auf die Uhr gesehen." Ich nicke verstehend, hat er nicht gewusst, dass er bereits anfangen muss zu kochen. „M-mir gehts gut, ist n-nur ein Kratzer.", beruhige ich ihn, während ich mich zu ihm setze. „Aber m-mein neues Top i-ist hin!", beschwere ich mich und werfe es gereizt auf den Tisch. Jetzt blickt er doch von seinen Rezepten auf und mustert mich. Sofort schießt ihm die Röte ins Gesicht.
Panisch wedelt er mit seinen Armen. „I-Imouto-chan! D-d-du kannst d-doch nicht so rumlaufen!?", stellt er nervös klar und hält mir mein Top hin. „A-aber das ist doch kaputt...", antworte ich deprimiert und verständnislos. „Mir egal! Zieh dir was an!", motzt er weiter und drückt mir mein Top gegen die Brust. Ich nehme es entgegen und halte es nach oben. 'Die Risse sind fast auf der gleichen Höhe...' In dem Moment kommt mir eine Idee und ich springe auf. Schnell hole ich eine Schere aus einer der Schubladen und zerschneide das Top. Grinsend ziehe ich es an und sehe an mir runter. Nun ist es bauchfrei und endet knapp unter meiner Brust. „Besser?", frage ich meinen Bruder und präsentiere ihm mein Werk. Kurz mustert er mich. „Nein! Kein bisschen! Bewegungsfreiheit hin oder her, das ist zu knapp! Geh dich umziehen!", protestiert er lautstark und eine Wutader erscheint in seinem Gesicht. Beleidigt blase ich meine Wange auf und sehe ihn mit verschränkten Armen empört an. Er sieht das als Rebellion an und steht auf - es war auch Rebellion.
„Ich bin dein großer Bruder und ich erlaube dir nicht, so herumzulaufen!", meint er bestimmt. Fassungslos sehe ich ihn an, doch sein Blick bleibt standhaft. 'Spielt der ernsthaft diese Karte!?' Missmutig nicke ich und stampfe mürrisch aus der Küche. Auf dem Gang, der zu meinem Zuhause führt, begegne ich Bepo. „Was hast du denn, Kleines?", fragt er mich besorgt. Immer noch fassungslos und gereizt blicke ich zu den Bären auf. „Mein blöder Bruder verbietet mir, so rum zulaufen!", antworte ich gehässig und deute auf mein Top. Lachend nimmt mich Bepo in den Arm.
„So sind große Brüder eben. Er will nur dein Bestes. Er will nicht, dass die Crew dich anstarrt.", erklärt mir Bepo mitfühlend und streichelt mir sanft über die Haare. 'Teddy... Er ist der Einzige, bei dem ich nicht stottern muss, ich hab ihn lieb.' Lächelnd löse ich mich etwas von ihm und sehe zu ihm auf. „Ich hab dich lieb, Teddy.", strahle ich ihn zuckersüß an. Mit leichter Röte im Gesicht sagt er mir, dass er mich auch lieb hat. Das lässt mich noch breiter Grinsen und meine schlechte Laune verfliegt.
„Ich ziehe mich jetzt besser um, sonst gibts kein Essen!", meine ich zwinkernd und verabschiede mich. Schnell habe ich mir ein weites, ebenfalls qietsch-gelbes, Shirt angezogen und stehe mit meinem Bruder am Herd. Zwei Stunden haben wir gebraucht, da wir immer wieder Essen nach dem Anderen geworfen haben. Lachend legen wir das Essen – zum Selbstbedienen - aus und setzen uns mit einer Portion auf unsere Stammplätze. Wenige Minuten später trifft Trafalgar mit der Crew ein und sofort ist überall lautes Gemurmel zu hören. Erneut esse ich nicht wirklich viel – wenn es hochkommt habe ich mir fünf mal etwas in den Mund geschaufelt.
Wieder sitzt nur unser Tisch noch im Saal. Wobei Dan mit der Zeit immer weniger bei uns blieb und jetzt auch fehlt. „Du wusstest nicht was ein BH ist?", lacht Penguin in seine Hand. Ich spüre die leichte Röte auf meinen Wangen, bin jedoch mehr fassungslos als gereizt. „Shachi!?" Sofort hebt er beschwichtigend die Hände, rutscht etwas auf Abstand und sinkt etwas in den Stuhl. „Es war ein versehen!", verteidigt er sich schnell. Ich atme entnervt aus und nicke schließlich Missmutig. „S-schon gut." Verwundert sieht er mich an. 'Ich habe keine Lust und Kraft zu streiten. Ich hab heute kaum etwas gegessen.'
„Shachi sagte- ähm. Du wolltest uns was erzählen?", fragt Penguin unsicher, erinnert er sich wieder an das Thema vor dem BH. Interessiert richten sich alle Blicke auf mich. Wobei Shachis Blick etwas Unsicherheit mit sich bringt. Gequält blicke ich auf die Tischplatte.
'Ich sollte mich ihnen anvertrauen. Shachi weiß bereits ein wenig, Bepo und Penguin sind meine besten Freunde und Trafalgar hat sich mein Vertrauen erspielt - zumindest ein wenig. Dafür ist er aber auch der Kapitän und derjenige der mich wiederbelebt und somit mein Leben gerettet hat. Aber es ist schwer es auszusprechen.' Unentschlossen seufze ich auf und fahre mir durch die Haare. „Drängt sie nicht. Sie wird reden, wenn sie bereit ist.", mischt sich plötzlich Trafalgar ein, was mir wieder beweist, dass ich ihm vertrauen kann und er mich zu nichts zwingt, was ich nicht will. Die Anderen lassen enttäuscht, aber verständnisvoll die Schultern sinken. Ich werde nervös, da ich es ihnen ja erzählen will, aber kein einziges Wort aus mir raus kommt. „Ich muss noch was erledigen.", teilt uns Law mit, steht auf und geht Richtung Tür. „W-w-warte!", halte ich ihn auf, ohne das ich wüsste wieso oder ob ich es überhaupt schaffe, es zu erzählen.
Law bleibt wie angewurzelt stehen, dreht sich langsam um und setzt sich wieder auf seinen Platz. Erneut sind alle Blicke gespannt auf mich gerichtet. „I-i-ich weiß nicht, w-wo ich anfangen s-s-soll.", seufze ich nervös und lasse den Kopf hängen. „Beginne mit etwas, was du leicht erzählen kannst.", meint Bepo und sieht mich aufmunternd an. „Wenn dich unsere Blicke nervös machen, rede nur mit einem von uns, als wären die Anderen nicht da.", fügt Penguin mit beruhigender Stimme hinzu. Ich nicke und beginne wegen meiner Nervosität zu zittern.
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