die Gesetze von Natur und Logik

KurzgeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
11.01.2019
16.02.2019
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Dieses Kapitel
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Hallo Zusammen,

die Kurzgeschichte hat sechs Kapitel. Die Story ist bereits fertig. Updates immer am Wochenende - samstags oder sonntags.

~ die Gefahr einzuschlafen ~


Harrys Hüften ruckten ein letztes Mal nach vorne und seinen Lippen entkam ein gedämpftes Stöhnen, als er seine Stirn zwischen Dracos verschwitzte Schulterblätter bettete. Er schloss die Augen, um den Moment noch kurz zu genießen, und mit schwerem Atem zog Harry sich letztlich aus der wohltuenden Enge und Wärme zurück. Der Duft von Sex, Schweiß und Harrys schwerem Aftershave hing in der Luft, während sich ihr beider Atem langsam wieder beruhigte. Es wurde still im Schlafzimmer und eine Trägheit legte sich über den Moment, welche die Zeit zu verlangsamen schien. Die Vorhänge waren weitestgehend zugezogen und das schummrige Licht der Straßenlaternen stahl sich nur vereinzelt durch die dicken Stoffe, sodass es den Raum in eine heimelige Atmosphäre tauchte.

„Hättest du die Ausbildung zum Auror nicht geschafft, hättest du im Notfall auch auf den Strich gehen können“, sagte Draco mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen und Harry schnaubte. Er wollte keine schleimigen Komplimente hören, welche sein Ego streichelten, aber er bezweifelte, dass er, abgesehen von den bissigen Kommentaren, jemals etwas anderes nach dem Sex hören würde. Das war Dracos eigene verquere Art zu zeigen, dass er es sichtlich genossen hatte.

„Kein Problem, wenn du der einzige Kunde wärst“, meinte Harry und rollte sich dann auf die Seite, seinen Kopf auf der Hand abstützend, um mit der anderen über Dracos nackte Haut zu streichen. Seine Fingerspitzen geisterten zart über Schulter und Oberarm, wodurch Draco zufrieden die Augen schloss. Er lag noch immer auf dem Bauch und hatte sich nur ganz kurz bewegt, um nach seinem Zauberstab auf dem Nachtschrank zu greifen und über sie beide einen reinigenden Zauber zu sprechen, aber ansonsten machte es nicht den Eindruck, als würde er sich in naher Zukunft irgendwo hinbewegen wollen.

„Machen wir morgen zusammen Mittag? Oder bist du im Einsatz?“, fragte Draco nach einigen Minuten und Harry zögerte, obwohl er wusste, dass er morgen planmäßig Schreibtischdienst hatte und der Mittagspause mit Draco theoretisch nichts im Weg stand. Dracos Augen öffneten sich träge, als Harry mit seinen Berührungen und Streicheleinheiten innehielt.

„Keine Lust oder keine Zeit?“, fragte Draco skeptisch und Harry seufzte.

„Wir könnten nicht nur zusammen Mittag essen, sondern auch zusammen frühstücken. Ich kann …“

Harry stoppte sich selbst, als er Dracos Gesicht sah und fragte sich zweifelnd, ob er noch weiter hätte warten sollen oder der Versuch es wert gewesen war. Er sah dabei zu, wie Dracos Stirn sich kräuselte, er dann mit der Hand durch seine weißblonden Haare fuhr und sich schließlich aufrappelte.

„Ich bring dich noch zur Tür“, sagte Draco mit angesäuerter Miene und warf Harry seine Kleidung zu, die überall auf dem Boden verteilt lag, ehe er auch sich selbst Pullover und Hose überzog.

Vielleicht wäre es der Versuch wertgewesen, wenn er noch etwas länger gewartet hätte, dachte Harry enttäuscht, als er Draco die Stufen hinabfolgte. Sein letzter gescheiterter Versuch, die Nacht bei seinem Freund zu verbringen, lag schließlich erst drei Tage zurück. Es war nicht so, als wäre es fürs Überleben notwendig, dass Harry bei Draco übernachtete. Aber jetzt, wo sie schon seit etwa sechs Monaten zusammen waren, würde er es willkommen heißen nicht jeden Abend gehen zu müssen oder dabei zuzusehen, wie Draco sich anzog und verschwand, ehe er zu müde wurde und die Gefahr bestand, dass er einschlief.

„Also morgen Mittag dann?“, fragte Harry vorsichtig nach, als er sich seinen Mantel überzog und in die gefütterten Stiefel schlüpfte. Draco gab ihm allerdings keine Antwort, zuckte lediglich mit den Schultern und lehnte sich gegen die im Flur stehende Kommode, während Harry seine Schuhe zuband.

„Du weißt, dass du mit mir reden kannst?“, fragte Harry und Draco nickte stumm. Es war nicht das erste Mal, dass er Draco daran erinnerte. Eine ganze Weile hatte Harry überlegt, worin für Draco das Problem bestand, denn an der Nähe konnte es gewiss nicht liegen, dachte Harry, als er sich ins Gedächtnis rief, wo sein Penis vor wenigen Minuten noch gewesen war.

„Vielleicht hat er Albträume und will deshalb nachts alleine sein. Vielleicht will er dich nicht unnötig wecken“, hatte Hermine vor einiger Zeit gemutmaßt, als Harry ihr das erste Mal davon erzählt hatte. Und auch wenn es ein paar Tage lang plausibel geklungen hatte, so hatte Harry gespürt, dass es nicht die Wahrheit war. Denn er selbst wusste sehr genau, wie man nach unruhigen Nächten aussah. Mitgenommen, ausgelaugt und mit dunklen Schatten unter den Augen, aber nicht so wie Draco. Es waren keine Albträume – dafür würde Harry seine Hand ins Feuer legen.

„Also dann“, sagte Harry etwas unschlüssig, als er angezogen und bereit zum Gehen war. Wenn auch nur äußerlich. Am liebsten würde er noch hier bei Draco bleiben und sich wieder unter die mollig warme Decke stehlen, doch Draco war da offensichtlich anderer Meinung. Er öffnete die Haustür, kalte Luft strömte herein und weißer glitzernder Schnee bedeckte den Vorgarten und die Straße, weshalb Harry begann zu frösteln. Er verstand bis heute nicht, warum Draco keinen Kamin und die dazugehörige Verbindung ans Flohnetzwerk besaß, und stattdessen in eine Muggelgegend gezogen war, in der er auf eine herkömmliche Heizung angewiesen war.

„Tja, im Normalfall hättest du jetzt von der ersten Stufe aus nach Hause apparieren können, aber sieht so aus, als müsste da jemand Pippi“, sagte Draco mäßig amüsiert und Harry folgte seinem Blick auf die Straße, wo eine ältere Dame mit ihrem kleinen Pudel im Schein der Laternen spazieren ging. Sie sah zu ihnen auf und hob kurz die Hand zum Gruß.

„Super“, murmelte Harry leicht verärgert. Es war ihm alles andere als recht, dass er jetzt noch durch den Schnee laufen musste, ehe er ungesehen apparieren konnte. „Na dann. Viel Spaß da draußen, Potter.“

„Nenn mich nicht so“, murrte Harry und Dracos Mundwinkel hoben sich etwas. Ein selbstsicherer Ausdruck schlich in seinen Blick und er hob die Hand, um an Harrys Kragen zu zupfen.

„Wie denn sonst? In dem Mantel bestimmt nicht Sexgott. Hat Granger den für dich gekauft?“, fragte Draco und wären sie ein paar Jahre jünger, dann wäre Harry jetzt vielleicht verärgert gewesen. Aber mittlerweile wusste er, dass Draco und Hermine sich sogar sehr gut verstanden, wenn sie es denn auch wollten.

„Idiot“, sagte er also lediglich und konnte das Lächeln nicht verstecken.

„Ich dich auch“, meinte Draco und legte seine warme Hand in Harrys Nacken, um ihn für einen letzten Kuss heranzuziehen.

Tatsächlich musste Harry im Anschluss ein paar Meter durch die Kälte und den knirschenden Schnee gehen, weil die ältere Dame noch immer mit ihrem Hund draußen war. Der einzige Trost war, dass Harry freie Aussicht auf die funkelnden Sterne am Himmel hatte, als er mit einem letzten Blick über die Schulter apparieren konnte.

~*~


Wie er bereits gewusst und geahnt hatte, hing er am nächsten Tag tatsächlich nur am Schreibtisch. Ron war einem Einsatz zugeteilt, von dem er womöglich erst morgen wiederkommen würde, und abgesehen von einigen Anrufen über den Kamin war Harry mit Berichten beschäftigt, die er zu lange vor sich hergeschoben hatte.

Gegen Mittag nahm er sich schließlich einen fliederfarbenen Zettel vom Stapel, schrieb seine wenigen Worte darauf und schickte ihn dann mit einem Schwung seines Zauberstabes zu Draco, der kurzerhand antwortete und Harry dazu brachte in der Cafeteria zwei belegte Brote, ein Stück Kuchen für Draco und einen Kaffee für sich selbst zu holen. An manch anderen Tagen kämpften sie um einen der raren Tische und verbrachten ihre Pause direkt in der Cafeteria, aber heute, wo Harry das Büro für sich hatte, wollte er sich das nicht antun.

„Gab es keins ohne Ei?“, fragte Draco einige Minuten später, als er die Brote inspizierte, die Harry gekauft hatte. Missmutig pulte Draco die Eischeiben von den Salatblättern, während Harry einen Tisch weiter saß und an seinem Kaffee nippte. Wenn seine Schreibtischoberfläche nicht so vollgestapelt und bedeckt mit Ordnern und Unterlagen wäre, würde er womöglich die Füße hochlegen, aber diese Möglichkeit hatte zurzeit nur Draco, der an Rons leerem Tisch saß und zu nobel war, überhaupt daran zu denken, seine Füße auf irgendeinen Tisch zu packen.

Einige Minuten lang redeten sie über die Arbeit und Harry hörte Draco schweigend dabei zu, wie er von einem neuen Gesetz sprach, welches für die Zucht von gefährdeten Drachen in dafür vorgesehenen Einrichtungen verabschiedet werden sollte.

„Interessiert es dich überhaupt?“, fragte Draco zwischen zwei Bissen und sah dann zu seinem Schoß, um ein paar Krümel von seiner Hose zu schnipsen.

„Ich hätte dich sonst nicht hergeholt. Klar interessiert es mich“, schwindelte Harry und Draco schnaubte.

„Lügner“, murmelte Draco leise und grinste ein wenig.

Wenn Harry ehrlich war, interessierte es ihn nicht wirklich, was es mit der Drachenzucht auf sich hatte, aber er hörte Draco gerne beim Reden zu, weil er seine Stimme mochte und seinen Blick, der sich veränderte, wenn er über die Dinge sprach, die ihm am Herzen lagen.

„Kommst du noch kurz mit?“, fragte Draco, nachdem sie gegessen hatten.

Die restliche Zeit der Pause schlenderten sie durch die breiten und langen Flure des Ministeriums, um sich die Beine zu vertreten. Nur hin und wieder wurde ihnen ein verstohlener Blick zugeworfen und weder Draco noch Harry störte es. Ihre Beziehung war kein Geheimnis mehr und während Harry aufgeregt über den neusten Besen sprach, ließ er es sich nicht nehmen, wenigstens seinen kleinen Finger mit Dracos zu verschränken, wenn dieser schon nicht seine Hand in der Öffentlichkeit halten wollte.

„… und die Reisigzweige sollen aerodynamischer sein, als es bisher möglich war, weil sie einen neuen Zauber entwickelt haben. Bei starken Scherwinden soll jetzt nämlich …“

Harrys Begeisterung wurde von einem fliederfarbenen Papierflieger gedämpft, welcher in der Luft schwebend, direkt neben Draco, zum Halt kam und schließlich das Ende der Pause verkündete.

„Ich muss“, sagte Draco, nachdem er das Memo gelesen hatte, und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Dann sah er sich aufmerksam um, schien nach jemandem Ausschau zu halten, und als er merkte, dass niemand in der Nähe war, legte er seine Lippen für einen kurzen unschuldigen Kuss auf Harrys.

Draco war noch nie derjenige gewesen, der es mochte, sich in der Öffentlichkeit zu küssen und klischeehaft Händchen zu halten. Es waren private Dinge für ihn, die sonst niemanden etwas angingen. Die Beziehung damals bekannt zu machen war ein ganz anderes Thema, mit dem Draco nicht mal annähernd so viele Probleme gehabt hatte wie Harry.

„Wir sehen uns“, meinte Draco schließlich und dann ging er die hohen gefliesten Flure entlang, während er Harry noch den einen oder anderen Blick über die Schulter zuwarf und ein Lächeln über seine Lippen geisterte.

~*~


Erst drei Tage später sahen sie sich wieder, als Harry mit zwei warmen Styroporschachteln in der Hand vor Dracos Tür stand und klingelte. Zunächst verstrichen zwei Minuten und dann drei, ehe Harry ein weiteres Mal klingelte und noch immer wartend in der winterlichen Kälte stand. Es dauerte noch ein paar Minuten, bevor Harry sah, dass hinter den Vorhängen Licht anging. Die Tür öffnete sich zögernd und als Draco ihm gegenüberstand, schluckte Harry die Worte, dass Draco den Schutzbann für ihn lieber lösen sollte, damit er bei diesem kalten Wetter nicht erfror und direkt ins Haus apparieren konnte, einfach runter.

„Was?“, fragte Draco schlecht gelaunt und Harry überlegte, ob er nicht lieber hätte ankündigen sollen, dass er heute Abend noch hatte vorbeikommen wollen.

„Lust auf Curry?“, meinte Harry fragend und hob die Styroporschachteln ein Stück hoch, als wären sie ein Friedensangebot, obwohl er gar nichts falsch gemacht hatte. Draco sah lediglich übermüdet aus – dafür konnte Harry wirklich nichts. Seine Haut sah ungesund blass aus, die Augen waren gerötet und seine Lippen sahen rau aus, als hätte er mehr als einmal darauf herumgekaut.

Als Antwort auf Harrys Frage nahm Draco ihm lediglich die Styroporschachteln ab und stieß dann die Haustür etwas weiter auf, um Harry wortlos klarzumachen, dass er reinkommen konnte.

„Wie war es in Ungarn?“, fragte Harry, als er den Mantel auszog und Draco in die Küche verschwand, um das Essen auf richtige Teller umzupacken. Bevor Harry es geschafft hatte sich seine Stiefel von den Füßen zu ziehen, kam Draco auch schon wieder und ging schweigend an ihm vorbei. Harry wollte sagen, dass er einer Antwort wert war, verlor aber plötzlich das Gleichgewicht und hatte den Stiefel in der Hand, als er auf seinem Hintern landete.

Er fluchte leise und schwor sich beim nächsten Mal auf den Treppenstufen zu sitzen, anstatt es im Stehen zu probieren. Im Anschluss zog er seinen Stab hervor und zauberte seine Stiefel trocken, bevor der Schnee anfing zu schmelzen und auf dem Boden nasse Spuren hinterließ. Draco hatte ihn bestimmt schon gefühlte tausend Mal darum gebeten, wenn er vorbeikam, und es war womöglich das erste Mal überhaupt, dass Harry von alleine dran dachte.

Als er rüber ins Wohnzimmer ging war die Luft warm und abgestanden, während sich allmählich der Duft des Currys verbreitete. Auf dem Boden lagen zwei geöffnete Koffer, die aussahen, als wären in ihnen Bomben explodiert, und überall lagen ein paar Oberteile sowie Hosen verteilt. Kopfschüttelnd setzte Harry sich zu Draco auf das Sofa, der seinen Teller mit dampfendem Curry bereits auf dem Schoß hatte und zufrieden aß.

„Du siehst nicht gut aus“, sagte Harry, als er sich seinen Teller nahm, und warf einen vorsichtigen Seitenblick zu Draco, dessen Augen auf den flimmernden Fernseher gerichtet waren und einen schlechten Film aus den 70ern verfolgten.

„Habe kaum geschlafen. Musste mir eine Hütte mit Charlie teilen. Er schnarcht“, erklärte Draco knapp und schwieg dann eine Weile, ehe er zu erzählen begann, wie die wenigen Tage in dem Reservat gewesen waren und was es für die Einrichtung nun bedeutete, für die man die Drachenzucht gefährdeter Arten plante. Zudem beschwerte Draco sich darüber, dass sie kaum einen einzigen Zauber hatten anwenden können, da es sonst zu viel fremde Magie in dem Reservat gewesen wäre und Harry wollte sich tatsächlich dafür interessieren, aber letztlich fiel ihm bloß auf, wie kratzig und ausgelaugt Dracos Stimme klang – als hätte er die Worte zum runterleiern auswendig gelernt.

„Du solltest dich nach dem Essen hinlegen. Morgen hast du doch frei, oder?“, fragte Harry und rief sich ins Gedächtnis, dass Draco hin und wieder auch samstags arbeiten musste. Es kam nicht oft vor, aber wenn es plötzlich Probleme gab, brauchten sie jeden Einzelnen, der Ahnung von der Materie hatte.

„Ich habe geschlafen, bis du“, dieses Wort betonte er besonders, „geklingelt hast“, sagte Draco und schob sich eine weitere Gabel voll Curry in den Mund. Etwas schuldbewusst sah Harry drein und beschränkte sich dann darauf von seinem neuen Einsatz zu erzählen, was Draco sichtlich genoss, da er in diesen Momenten nichts sagen musste und in Ruhe essen konnte.

Es kam nicht oft vor, aber hin und wieder, wenn Harry wusste, dass er partout keine Lust hatte, sich selbst in die Küche zu stellen, griff er auf den Inder um die Ecke zurück. Und Draco, der sonst bedacht darauf war, nicht zu viel Ungesundes zu essen, aber indische Leckereien liebte, seitdem Harry sie ihm gezeigt hatte, ignorierte die Styroporschachteln gekonnt, aus denen das fettige Essen kam.

Als die beiden Teller leer waren und auf dem Wohnzimmertisch vor ihnen standen, lehnte Draco sich träge und mit vollem Bauch zurück. „Danke“, sagte er und rutschte dann näher an Harry heran, bis er seinen Kopf an dessen Schulter lehnen und die Beine langmachen konnte. Eine Weile saßen sie so da, ließen den Film vor ihnen die Stille des Hauses füllen, und verwoben ihre Finger miteinander, als wären ihre Hände nie für etwas anderes gemacht worden.

Es war eine angenehme Ruhe, die an diesem Abend zwischen ihnen hing und Harry spürte, wie er nach seinem langen Tag runterkam und abschaltete. Dracos Nähe tat ihm gut, und zwar sogar mehr, als er manchmal glauben wollte. Der Film vor ihnen wurde allmählich immer mehr zur Nebensache, stattdessen kreisten seine Gedanken …

„Ich will dich nicht rausschmeißen“, meinte Draco leise und Harry blinzelte, als hätte man ihn aus seiner Trance gerissen. Er sah auf ihre ineinander verschränkten Hände, die in Dracos Schoß lagen, und strich mit seinem Daumen über Dracos Handrücken, wobei er spürte, dass dieser seinen Griff kurz verstärkte.

„Aber du tust es trotzdem gleich“, sagte Harry nach einem Moment und sah aus dem Augenwinkel, wie Draco an seiner Schulter nickte und gähnte.

„Liegt nicht an dir“, sagte Draco, als er seine Hand aus Harrys zog und sich anschließend rittlings auf Harrys Schoß setzte. Draco lächelte schmal und müde, als Harry mit den Fingern die Linie seines Kiefers entlangfuhr.

„Das sind die klischeehaftesten Worte schlechthin“, meinte Harry und ließ seine Hände nach unten wandern, bis sie auf Dracos Hüften ruhten. In jedem anderen Moment würde er Draco jetzt an sich ziehen, ihn innig küssen und darauf hinarbeiten, dass sie beide ihre Kleidung verloren, um sich anderweitig zu vergnügen. Aber heute hatte Harry einfach das Bedürfnis, Draco ins Bett zu bringen und ihn zu zudecken, damit er eine ordentliche Portion Schlaf bekam. Denn nachdem sie nun das warme Curry gegessen hatten, sah Draco noch müder aus.

„Wovor hast du Angst?“, fragte Harry nachdenklich und Draco schüttelte kaum merklich den Kopf, was für ihn selbst Antwort genug zu sein schien. Er lehnte sich nach vorne, bis seine Stirn an Harrys lag, und seufzte leise.

„Erkläre ich dir irgendwann anders“, sagte Draco und Harry strich in langsamen kreisenden Bewegungen über Dracos Rücken, wobei er den weichen Stoff des Pullovers und darunter Dracos Wärme fühlen konnte. Draco brachte das jedoch nicht dazu sich zu entspannen, er rappelte sich stattdessen langsam auf und schickte Harry nach Hause, bevor er in dessen Schoß Gefahr lief einzuschlafen.

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Lasst mir ruhig etwas Feedback da, falls es euch gefallen hat. Euch allen ein schönes Wochenende! :)
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