Zwischen Herz und Pflichtgefühl [Aquaman]

von Rosalie18
KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
11.01.2019
20.01.2019
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Willkommen zu meinem Two Shot. Es ist eine Premiere, dass ich einen OC als Hauptcharaktere in einer FF geschrieben habe. Aber die Idee hat mich einfach nicht mehr losgelassen und ich musste sie aufschreiben.


Viel Spaß beim Lesen.



Disclaimer:  Die Charaktere gehören DC, außer meine OC und die Idee. Ich leihe sie mir nur aus und verdiene leider auch kein Geld mit meiner Geschichte.



Zwischen Herz und Pflichtgefühl

1 I Letizia

Letizia schloss ihre Augen und rieb sich mit ihren Fingern über die pochenden Schläfen. Wie satt hatte die junge Frau die ständigen Diskussionen mit ihrem Vater. Wieso verstand er nicht, dass sie den Bootsverlieh mit angeschlossenem Shop nicht übernehmen wollte? Sie hatte es nie gewollte und sie hatte auch keinen Spaß daran. Schon immer wollte sie Journalistin werden und war es auch geworden. Auch wenn es ihrem Vater nicht wirklich gepasst hatte. Doch sie hatte sich durchgesetzt. Ohne ihre Mutter, die mittlerweile leider in Australien mit ihrem zweiten Ehemann lebte und so weit weg war, wäre das nicht möglich gewesen. Letizia war ihr sehr dankbar. Die junge Frau verstand einfach nicht, wieso gerade sie das Geschäft übernehmen sollte und nicht ihr zwei Jahre ältere Bruder Lucian. Er durfte durch die Welt tingeln ohne zu arbeiten und bekam das Ganze auch noch finanziert. Das war eine Ungerechtigkeit. Sie verstand in diesem Punkt ihren Vater einfach nicht. Trotzdem würde sie sich das Geschäft nicht aufs Auge drücken lassen. Wenn es nicht anders ginge, würde sie eben ihre Heimat verlassen und woanders neu anfangen. Vielleicht in Australien bei ihrer Mutter?  Dennoch hoffte Letizia, dass das nicht notwendig werden würde. Sie liebte ihre Heimat und wollte sie eigentlich nicht verlassen.

Es hatte einfach keinen Sinn mit ihrem sturen Vater weiter zu diskutieren. Das war verlorene Liebesmühe. So drehte sie sich einfach um und verließ das Büro ihres Vaters.

„Letizia Sophia Parker warte! Wir sind noch nicht fertig“, rief er ihrer Tochter hinterher, doch das interessierte sie nicht mehr. Sie musste weg und ihren Kopf freibekommen. Am besten gelang es ihr auf hoher See. Ohne Umwege lief sie zum Bootssteg, löste das Tau ihres Bootes mit dem Namen Nupe, sprang an Deck und startete den Motor. Als sie weit genug vom Hafen entfernt war, setzte sie das Segel. Ihr Boot glitt langsam über das Meer. Es herrschte ein laues Lüftchen, gerade noch ausreichend um das Boot ohne Hilfenahme des Motors fort zu bewegen.

Ihre Anspannung begann sich zu lösen und sie schloss ihre Augen. Aufgrund ihres überstürzten Aufbruches hatte sie keinen Blick für den Himmel übrig gehabt und so waren ihr auch nicht die schwarzen Wolken aufgefallen, die von Süden heranzogen und eine starke Unwetterfront im Gepäck hatten.

Als Letizia ihre Augen wieder öffnete, hatte der Wind zugelegt und blies ihr ihre langen blonden Haare ins Gesicht. Schnell band sich die junge Frau ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und machte sich daran das Segel einzuholen. Sie hatte es gerade festgemacht, als das weiße Boot von einer hohen Welle erfasst und ordentlich durchgeschüttelt wurde und Letizia den Halt verlor. So ging sie über Bord. Eine weitere Welle erfasste sie und ihr Kopf schlug gegen den Bug ihres Bootes. Daraufhin verlor Letizia ihr Bewusstsein und sank schnell in die Tiefe dem Meeresboden unaufhörlich entgegen, da sie wegen der Wut auf ihren Vater vergessen hatte eine Schwimmweste anzulegen.



+++




Nur durch einen Zufall hatte Arthur das kleine Boot bemerkt, welches heftig von den Wellen hin und hergeschaukelt wurde. Wie unvernünftig sich bei so einem Wetter hier draußen aufzuhalten. Das war einfach nur lebensmüde. Kaum hatte er seinen Gedanken zu Ende gedacht, als er sah wie seine Besitzerin über Bord ging und in die Tiefe sank. Sie trug nicht mal eine Rettungsweste. Er konnte aufgrund dieser Verantwortungslosigkeit nur seinen Kopf schütteln. Anscheinend war die Frau bewusstlos. Sofort setzte er sich in Bewegung und hatte sie nach wenigen Augenblicken erreicht. Er packte sie und schwamm mit ihr an die Oberfläche, dass sie den von ihr so dringend benötigten Sauerstoff bekam. Nach wenigen kraftvollen Schwimmzügen hatte er mit der bewusstlosen Frau das Ufer erreicht. Vorsichtig legte er sie am Strand ab. Ihre Atmung war schwach, aber vorhanden. Sie hatte viel Wasser verschluckt. Arthur überlegte einen Moment, dann begann er mit der Mund-zu-Mund-Beatmung. Es dauerte nicht lange bis die Frau ihr Bewusstsein wiedererlangte. Sie hustete und spuckte eine Menge Wasser aus. Mit ihren klaren kristallbauen Augen blickte, die ihn an Bergseen erinnerten, blickte sie ihn an. Ihr Blick ging ihm durch und durch und ließ den Herrscher der sieben Weltmeere nicht kalt. Ganz im Gegenteil. Sein Herzschlag hatte an Intensität gewonnen.

„Danke für die Rettung“, sagte sie leise mit kratziger Stimme. Er nickte und ließ seinen Blick über ihren Körper schweifen. Augenscheinlich hatte sie keine Verletzungen davon getragen. Zumindest konnte er äußerlich keine erkennen.

„Es war sehr unvernünftig bei so einem Sturm auf hoher See zu sein“, sagte Arthur eine Spur härter, als von ihm beabsichtigt. Die Frau vor ihm zuckte wegen der harschen Worte leicht zusammen. Nur einen Augenblick später zog sie ihre Augen zu kleinen Schlitzen zusammen und funkelte ihn böse an.

„Als ich los bin, war das Meer noch ruhig!“

„Nichtdestotrotz hatte sich der Sturm angekündigt“, brummte Arthur.

„Ich habe nicht darauf geachtet, dazu war ich zu wütend. Ich wollte raussegeln und mich so beruhigen, als ich von dem Sturm überrascht wurde“, gab sie zerknirscht und sichtlich kleinlaut zu.

„In Zukunft sollten Sie vielleicht darauf achten, ich kann schließlich nicht immer da sein, um Sie zu retten“, grinste Arthur und zwinkerte ihr zu.

Letizia schnappte empört nach Luft. Was für eine Unverschämtheit! Was fiel ihm eigentlich ein? Auch wenn sie genau wusste wer ihr Retter war, ärgerte sie seine Aussage maßlos. Sie war sicherlich nicht darauf angewiesen ständig von ihm gerettet zu werden. Nur durch ihre Unachtsamkeit, daran war nur der Streit mit ihrem Vater schuld gewesen, war sie in diese missliche Situation gelangt.

„Das wird auch nicht mehr nötig sein“, zischte sie und funkelte Aquaman böse an. Dieser lachte nur, ging Richtung Wasser und verschwand mit einem eleganten Kopfsprung im Meer und ließ eine fassungslose Letizia zurück. „Der Typ hat doch einen Knall“, murmelte sie und sah ihm noch einen Moment nach. Als sie immer stärker zu frösteln begann, beschloss sie nach Hause zugehen, ein heißes Bad zunehmen und das Erlebte zu vergessen. Aber vorher wollte sie noch sehen, ob ihr Boot Nupe den Sturm überlebt hatte. Sie erlebte eine Überraschung, als sie zum Hafen kam. Die Nupe war festgetaut und unbeschädigt. Aquaman. Anscheinend hatte er ihr Boot in den Hafen gebracht und festgemacht. Eine Welle der Dankbarkeit erfasste sie. Das kleine schneeweiße Segelboot bedeutete ihr alles, denn es war ein Geschenk ihres geliebten Opas gewesen. Es wäre ein herber Verlust gewesen, wenn sie das Boot verloren hätte. Glücklicherweise war dem nicht so.

Letizia beeilte sich in ihre Wohnung zu kommen. Sie wollte sich nicht erkälten. Eine Erkältung konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen und auch nicht leisten. Sie musste schließlich noch einen Artikel abgegeben und der Abgabetermin war bereits in zwei Tagen. Der Artikel war zwar über kein weltbewegendes Thema, sondern nur über die Eröffnung einer weiteren Segelschule, als gäbe es in der nähren Umgeben keine, doch sie liebte das Schreiben und ihren Job. Irgendwann würde sie hoffentlich über spannendere Themen schreiben können. Dennoch würde sie auch diesen Artikel professionell verfassen. Eigentlich war ihr Traum ein Buch zu schreiben und Autorin zu werden, doch bis jetzt und in naher Zukunft würde es auch nur ein Traum bleiben, den sie aber nicht aus den Augen verlieren würde.

Es war eine Wohltat, als sie endlich in ihrer Badewanne im heißen Wasser lag. Der Duft ihres Lavendel-Badeöls drang an ihre Nase und beruhigte sie. Die Luftfeuchtigkeit war dementsprechend  hoch, der Spiegel war beschlagen und es war leicht nebelig im Badezimmer. Leise Musik drang aus dem kleinen wasserfesten Badezimmerradio.

Als ihre Haut bereits schrumpelig war und das zweimal nach gefüllte heiße Wasser erneut kalt geworden war, stieg Letizia aus der Wanne und schlag sich ein petrolfarbenes Duschtuch um ihren Körper. Sie fühlte sich nach dem Bad besser, wenngleich Müdigkeit von ihrem Körper ergriff. Aber sie konnte noch nicht schlafen gehen, sie musste erst noch diesen vermaledeiten Artikel fertigstellen. Letizia zog sich Unterwäsche, eine Jogginghose, ein Shirt und dicke Socken an und ging in die Küche, um sich einen doppelten Espresso zu zubereiten. Dieser würde hoffentlich ihre Lebensgeister wecken und sie bis zur Fertigstellung ihres Artikels wachhalten.



+++




Zufrieden klappte sie ihren Laptop zu und ließ ihren Hals kreisen. So langsam machte sie ihr unfreiwilliger Gang über Bord bemerkbar. Ihre Glieder schmerzten und ihr Körper dröhnte seit einer Weile immer stärker. Sie rieb sich ihre pochenden Schläfen, um die Einnahme einer Tablette würde sie nicht herum kommen. Letizia ging ins Bad, um sich eine Kopfschmerztablette zu holen. Sie löste eine der weißen Tabletten aus dem Blister, nahm sie in den Mund, füllte ihren Zahnputzbecher  mit Wasser und spülte sie mit einem großen Schluck Wasser runter. Erneut ergriff die Müdigkeit Besitz von ihr und jetzt würde Letizia sie nicht bekämpfen, sondern ins Bett gehen. Sie wusch sich ihr Gesicht, putzte sich ihre Zähne, band sich ihre Haare zusammen und begab sich in ihr herrlich weiches Bett. Es dauerte nicht lange, da war sie ins Reich der Träume abgedriftet.



+++




Während der letzten Tage hatte Letizia vermehrt an Arthur denken müssen. Der Herrscher der sieben Weltmeere drängte sich immer häufiger in ihre Gedanken. Nachts träumte sie von ihm. Es war offensichtlich und nicht mehr zu leugnen, dass sie sich in ihn verliebt hatte, obwohl es eine aussichtslose Liebe war und sie sich keinerlei Hoffnungen machen brauchte. Sie wusste, dass er mit einer atlantischen Prinzessin verlobt war. Das war ein guter Grund ihn sich aus dem Kopf zu schlagen, außerdem war er der Herrscher von Atlantis und so für die Bewohner und die Meere verantwortlich. Daher war es besser sie vergaß ihn und sich keine falschen Hoffnungen, die nur zerstört werden konnten, machte. Leichter gesagt, als getan. Sie würde sich erst einmal auf ihre Karriere konzentrieren.

Bei einem Spaziergang an der Küste nahe einer einsamen Bucht, die von steilen Klippen umsäumt wurden und nur mit dem Boot zu erreichen war, sah sie ein Boot, welches ankerte und einige blaue Fässer mit Totenkopfaufdruck ins Wasser warfen. Instinktiv spürte sie, dass sie einem Skandal auf der Spur war. Sie musste näher heran, um erkennen zu können, um welchen Gefahrstoff es sich handelt und von welcher Firma sie waren und vielleicht kannte sie die Männer auch, die den Giftmüll im Meer entsorgten. Wut stieg in ihr auf. Sie musste dem ein Ende setzten. Die Verschmutzung der Meere ging ihr gegen den Strich.

Vorsichtig, darauf bedacht keinen Lärm zu machen, schlich sie sich heran, ihr Smartphone griffbereit in der Hand. Bis auf wenige Meter konnte sie sich anschleichen. Sie kannte die Männer nicht. Schnell schoss sie einige Beweisfotos, packte ihr Smartphone in ihre Jackentasche uns wollte sich zurückziehen, doch dann trat sie auf einen losen Stein, stürzte, fand leider keinen Halt und fiel ins Meer. Durch ihren Sturz waren die Männer auf die aufmerksam geworden und hielten mit dem Boot auf sie zu, aber sicherlich nicht um sie zu retten. Letizia befand sich in Lebensgefahr und sie machte sich darauf, wenn kein Wunder geschah, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hatte. Sie würde sterben und schloss ihre Augen.



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