Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Erotik / Chaosherz

Chaosherz

von JanexD
GeschichteRomanze / P18
11.01.2019
12.01.2019
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Missmutig schleppte sich Leni zu ihrem neuen Klassenraum ihrer beschissenen neuen Schule, sie ahnte bereits worauf sie sich gefasst machen musste... Sie hatte die Schule gewechselt, weil ihre Mom gestorben war, wegen der Trauer fand sie keine Möglichkeit zu lernen, ihre Gedanken kreisten immer wieder um ein Thema: sie selbst war an der Sache Schuld, sie hatte den Unfall letztendlich verursacht, der ihre Mom ins Grab gebracht hatte. Doch sie hatte sich ein Ziel gesetzt. Sie wollte sich nicht mehr ablenken lassen, sondern den Schulabschluss machen und einen guten Job finden, um ihre Mom stolz zu machen.
In Gedanken an dieses Ziel rappelte sie sich innerlich auf und lief den Weg, den die Sekretärin ihr beschrieben hatte, die Blicke der anderen Schüler folgten ihr, sie hatte sie bereits flüstern hören "Habt ihr sie schon gesehen? Das ist die neue, die die 12. Klasse nicht geschafft hat." "Seht sie euch an, die muss magersüchtig sein und sowas wie Schminke kennt sie auch nicht...".
Ruhig durchatmend und doch nervös öffnete sie die Tür zum Raum, 24 Augenpaare richteten sich auf sie. Ihre Wangen liefen rot an, der Lehrer stellte sie mit kurzen Worten vor und bot ihr freie Platzwahl. Langsam Strich ihr Blick durch den Raum, es gab nur 5 freie Plätze stellte sie fest. Zwei freie an einer Doppelbank ganz hinten, einer neben einem zierlichen, kleinen, schüchtern wirkendem Mädchen und einer neben einem, Leni hätte sie als Tusse bezeichnet, wenn sie nicht hätte nett sein wollen, um sich nicht alles sofort zu zerstören, schlanken, großen Mädchen mit tonnenweise Schminke im Gesicht und riesigen Kreolen mit Leopardenmuster.
Der letzte freie Platz war neben einem Jungen, der im Gegensatz zu den anderen, die sie skeptisch und teilweise abweisend musterten, anlächelte, auf den Platz neben sich wies und seine Sachen weg räumte. Es waren nur etwa fünf Minuten vergangen seit sie den Raum betreten hatte, aber die Aufmerksamkeit der anderen war ihr schon zu viel und ohne weiter nachzudenken flüchtete sie regelrecht auf den Platz neben den Jungen. Die Stunde begann und es wurden Termine und Informationen aufgeschrieben, in den kurzen Pausen war sie außen vor, denn die Schüler hatten ihre festen Gruppen, in denen sie sich fanden und unterhielten, doch das war ihr recht, sie schaute aus dem Fenster und beobachtete die Bäume im Wind, um sich ein wenig abzulenken.
Bis zur Mittagspause blieb der Tag unspektakulär, fünf Schulstunden nur um Formalia zu klären... Das könnte ja was werden dachte sie, als sie sich im Speisesaal in die hinterste Ecke setzte, um den Blicken und Kommentaren der anderen zu entkommen. In Gedanken versunken verspeißte sie ihr karges Mittag aus zwei Broten mit Schinken und Käse und einem Schokoriegel. Sie versuchte wegzuhören, doch die fast schon herausfordernden, etwas zu laut gemurmelten bösen Worte über ihr Aussehen, das Sitzenbleiben und ihre Klamotten waren für Ihren Geschmack zu viel, sie warf dem Tisch der Mädchen, die ihre Kleidung verspotteten und dem gemischten Tisch der vermutlichen fünftklässler, die die Tatsache, dass sie sich hier hinten verkrochen hatte, wahnsinnig witzig fanden jeweils einen düsteren Blick zu.
Plötzlich stand der Junge, neben dem sie im Klassenraum saß, neben ihr. "Nimm es ihnen nicht übel, das wird aufhören, du bist das große neue Thema an unserer kleinen Dorfschule. Ich bin Ben, darf ich mich setzen?" sagte er mit einer tiefen, aber wunderbar harmonisch klingenden Stimme. Sie nickte, er setzte sich und begann zu essen. Nun hatte sie Zeit ihn einmal näher anzusehen, denn er war voll mit seinem Schnitzel mit Pommes beschäftigt. Er war recht groß, seine Schultern waren relativ breit, sein Oberkörper und seine Arme schienen gut proportioniert, nicht zu dick, ein wenig muskulös, das konnte sie sehen, da er abgesehen von ihr die einzige Person hier im T-shirt war, denn es war Winter und die meisten packten sich in dicke Oversize-Pullis und warme Schals. Er hatte ein schmales Gesicht, sehr helle Haut, aber rote Wangen, seine Haare waren dunkel, irgendwas zwischen schwarz und rot, sie standen wild und leicht gelockt vom Kopf ab. Und als sie in seine auffäligen, großen, leuchtend grünen Augen sah, wusste sie, dass sie ihn mochte, denn er hatte sie beim starren erwischt, aber lächelte nicht wissend oder oder arrogant sondern mit einer Wärme und Freundlichkeit, die sie seit dem Tod ihrer Mutter nicht gesehen hatte.
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