Gruppenseele

von Wolverina
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
11.01.2019
25.03.2019
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Steve verabscheute die Stille.
Stille, Kälte, Einsamkeit, alles Dinge, vor denen Bucky ihn geschützt hatte, seit er denken konnte. Die Bindung hatte eben schon immer existiert, und als sie zerriss, als Bucky fiel und fiel und fiel und starb, war Steve beinahe wahnsinnig geworden vor Schmerz.
Nur mit viel Mühe hatte er seinen Schmerz in Entschlossenheit verwandelt und seinen Hass auf Red Skull gerichtet. Die Landung im Eis war im Grunde nicht mehr gewesen als der verzweifelte Versuch, den Qualen ein Ende zu bereiten.
Hatte ja fantastisch funktioniert.

Jetzt saß er hier, ohne Motivation, sich zum Aufstehen zu zwingen. Er fühlte sich leer, eine tiefe Schwärze erfüllte ihn. Immer wieder griff er in die Leere hinaus, suchte panisch nach Kontakt.
Beinahe zwanzig Jahre hatten sie alles geteilt, Gefühle, Gedanken, Träume. Nur manchmal, wenn sein Freund mit einer Frau intim geworden war, hatte er Steve schwungvoll aus seinem Kopf geworfen, meist mit einem fröhlichem "Bis später, Punk!"
Und jetzt war da nichts mehr, kein Silberfaden, kein Irrlicht, keine fröhliche Stimme.
Selbst als sein Gefährte in Gefangenschaft gewesen war, hatte er ihn stets gespürt, hatte seinen Schmerz geteilt und einen Teil davon auf sich genommen. Und wenn Bucky drohte, an einer Panikattacke zu ersticken, hatte er ihn in eine warme Umarmung gezogen, körperlich wie geistig, die sie beide getröstet hatte.
Die Telepathie hatten sie auch mit dem restlichen Team geteilt, aber nicht einmal Peggy war Teil ihrer Bindung gewesen, die kein silbriger Faden mehr gewesen war, sondern ein dickes, wie Sternenlicht funkelndes Stahlseil.
Steve hätte Bucky niemals im Stich gelassen, und doch hatte er nicht verhindern können, dass ihr Silberband an jenem Tag zerfetzt wurde wie ein Spinnennetz im Hagelsturm.
Dabei waren es nur Schneeflocken gewesen ….

Panik erfasste ihn, hektisch versuchte er, irgendeinen Halt zu finden, um nicht an seiner Einsamkeit zu ersticken.
Bucky hätte das nicht gewollt, er hätte gewollt, dass Steve weitermachte, dass sein Opfer nicht umsonst wäre.
Und Steve wollte weitermachen, er wollte seinem Leben, das Bucky ihm an jenem Tag gerettet hatte, einen Sinn geben.
Aber er hatte das bedrückende Gefühl, dass er das nicht schaffen würde.
Nicht allein.
Nicht ohne Bucky.
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