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Sometimes it's hard to be perfect...

von Maybeee
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Charles Smith Colm O'Driscoll Dutch van der Linde John Marston Sadie Adler
09.01.2019
06.02.2021
98
243.707
14
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Dieses Kapitel
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18.07.2020 3.185
 
Immer näher kommendes Hufgetrampel und aufgeregte Stimmen die seinen Namen riefen , zwangen Arthur dazu ,sein Pferd zu verlangsamen, seine befriedigenden Gedankengänge einzustellen.
Die letzten Minuten hatte er alles nochmal Revue passieren lassen, mit einem zufriedenen Lächeln den brennenden , schreienden Körper des Mannes , welchen er im Feuer zurückgelassen hatte, vor seinen innerlichen Augen immer und immer wieder qualvoll sterben sehend.
Es war ein einzigartiges Gefühl.
Er bereute nichts.

" Arthur, ARTHUR!
Kannst du mal stehen bleiben!" hörte er Johns eindringliche Stimme dicht hinter sich und hielt sein Pferd endlich an.

Das ihm, seit einer Weile verfolgende Hufgetrampel ,verstummte und die 4 Männer rechts und links neben ihn starrten ihn fragend an.

" Was sollte das?" sagte John verärgert und drehte seinen Kopf kurz nach hinten, blickte zu der weit entfernt , die Dunkelheit erleuchtende, brennenden Villa, am Ende des Waldes.

Er drehte den Kopf wieder zu Arthur.
" War das dein Plan? Von Anfang an? Alle zu töten?" sprach er fassungslos weiter.

Arthur schwieg.
Betrachtete die blutigen Knöchel seiner Hände, welche krampfhaft um seine Zügel geklammert waren.

" Wir wollten lautlos rein und raus..Annie da weg holen....ihren Verlobten eine Lektion erteilen !
Erinnerst du dich Arthur?
Das war der Plan!
Und nicht alle zu Töten und das gesamte Haus in Schutt und Asche zu legen ,verdammt!" zischte John wütend weiter.

" Gab ne kleine Planänderung...mach nicht so ein Aufstand deswegen. Das ist es nicht Wert." stöhnte Arthur genervt und warf eine kurzen strafenden Blick zu John.

"Ist doch alles gut gelaufen!" fügte er noch nuschelnd an und blickte wieder auf die Zügel in seinen Händen.

"Gut gelaufen? GUT GELAUFEN?" wiederholte John wütend seine Worte und beugte sich etwas näher zu Arthur vor.

" Wir wären beinahe gestorben Arthur.
Du wärst...." er blickte zu Arthurs blutverfärbten Hemd .
"....beinahe gestorben.
Sieh dich doch mal an. " er schluckte ,blickte wieder in Arthurs Gesicht.
" Was daran ist bitte gut gelaufen?"

Jetzt erst spürte Arthur den Schmerz
seiner Verletzungen.
Die tiefen Wunden welche sein Körper in sich trug und schwerfällig dagegen ankämpfte.
Aber er verbarg die stechenden, bohrenden, brennenden Schmerzen...seinen immer tauber werdenden Arm ignorierend, hob den Kopf und sah zu den vier Männern neben sich.

" Lasst uns zum Camp reiten.
Wir reden dort weiter.
Hier wird es bald nur so wimmeln von Hilfssheriffs."

Mit diesen Worten und ohne auf weitere Diskussionen oder Widerworte zu warten, ließ er die Zügel knallen und ritt los.

Die anderen folgten ihm, wenn einige auch eher widerwillig.

Im Camp der Grays angekommen , kam Ella auch gleich auf die absteigenden Reiter zugeeilt.

"Da seit ihr ja endlich! " begrüßte sie die Männer mit ängstlicher,  gleichzeitig erleichterter Stimme und fiel Sam um den Hals.

" Geht es euch gut? Seit ihr verletzt?" stammelte sie wirr heraus ,legte eine Hand um Sams Kinn und drehte seinen Kopf nach links und rechts um ihn nach Verletzungen abzusuchen.

"Uns gehts bestens Ella!" brummte nun Jimmy grinsend und trat hinter Sam hervor.

Ella ließ von Sam ab und schlang ihre Arme um Jimmys Hals.

"Gott sei Dank.
Ich hab mir solche Sorgen gemacht.
Dachte ich seh euch nie wieder!" nuschelte sie in seine etwas längeren Haare und gab ihn eine Kuss auf die Wange.

" Ist sie wach?" hörte sie Arthurs Stimme hinter sich, löste sich augenblicklich von Jimmy und drehte sich zu Arthur um.

" Nein sie.....was ist mit dir passiert?" unterbrach sie ihre eigentliche Antwort und sah mit großen, geschockten Augen auf Arthurs blutgetränktes Hemd.

Arthur sah kurz an sich herab und hob dann den Kopf wieder .

"Das ist nichts.
Wo ist sie?" knurrte er, drehte sich weg von Ellas Blicken und ließ seinen Blick über das Camp schweifen.

" Ich schau mir das erstmal an!" sagte Ella gefasster ,trat näher an Arthur heran und betrachtete die rot verfärbte Seite seines Rückens.

"Später...." sagte Arthur nur kurz und ging zu den 2 Zelten neben der Feuerstelle.

" Lass ihn. " sagte nun John ,der nun neben Ella trat.

"Er ist ein sturer Hund! Spar dir die Spucke!" sprach er weiter , Arthur kopfschüttelnd hinterher blickend.

Ella blickte neben sich auf den fremden Mann mit den längeren Haaren und musterte ihn irritiert.

"Und sie sind?" fragte sie skeptisch mit hochgezogenen Augenbrauen, die Arme vor der Brust verschränkt.

John sah nun zu ihr ,nahm seinen Hut ab und streckte ihr die Hand entgegen.

"John Marston Ma'am!"

Ella starrte auf seine Hand , dann wieder in sein Gesicht.
Ihre Augen blieben unbewusst auf seiner großen Narbe an der Wange hängen, bevor sie ihn wieder in die Augen blickte.

"Ich bin Ella." sagte sie leise und reichte ihm ebenfalls die Hand.

"Hab schon viel über sie gehört. " sagte John und setzte seinen Hut wieder auf.

" Danke das sie sich um ihn gekümmert haben." fügte er hinzu und blickte hinter sich.

"Das ist Charles." stellte er den anderen,  für Ella fremden Mann, mit einen kopfnicken vor.

Ella nickte Charles lächelnd zu und dieser erwiderte die knappe , aber freundliche Geste der Begrüßung.

Während die anderen an der selben Stelle standen und kurze Worte tauschten , durchsuchte Arthur die Zelte nach Annie.

Als er bei Ella ihren Zelt angekommen war und die Zeltplane zur Seite schob, sah er sie.
Schlafend auf den weichen Fellen liegend.

Er betrachtete ihr friedlich schlafendes Gesicht und seufzte leise.
Wusste das dieser Schein trügte und der Friede nur noch für wenige Stunden, vielleicht auch nur Minuten hielt.

Seine Augen von ihr lösend, trat er aus dem Zelt zurück und ließ die Plane wieder fallen.

" Und?
Hast du in deinen Plan auch ein " Danach" bedacht?" hörte er plötzlich John dicht hinter sich und drehte sich irritiert um.

"Lass das mal meine Sorge sein." brummte er nur ,ihm einen genervten Blick zuwerfend und ging an ihn vorbei zu der überdachten Liege ,wo er die letzten Tage mehr liegend als aufrecht verbracht hatte.

John ging ihm hinterher.

" Lass Ella wenigstens deine Verletzung versorgen!" bat er im ruhigen Ton und stellte sich vor Arthur, welcher sich mit schmerzverzerrten Gesicht auf die Liege sinken ließ.

Bevor Arthur reagieren konnte, kam Ella auch schon auf ihn und John zu.

"Zieh das Hemd aus!" sagte sie im Befehlston noch während sie lief und dabei war ,die Kiste mit den gestohlenen Zeug aus einem Arztkoffer zu öffnen.

Arthur hatte sich das letzte mal , als sie ihn mit allen nötigen Utensilien verarztet hatte , schon gefragt wo sie diese her hatte und erfuhr von den Überfall auf eine Kutsche welche einem Arzt gehörte.
Den sie nur noch Tot auffanden und dessen Tasche sie an sich genommen hatte ,aus den blutigen Händen der Männer ,welche sie und ihre Brüder ,leider zu spät, mit Kugeln ins Jenseits befördert hatten.

Während John etwas zur Seite trat , um Ella die sich neben Arthur setzte Platz zu machen, schaffte Arthur es mit großer Anstrengung und zitternden Fingern , die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen und den an ihm klebenden Stoff von seiner brennenden Haut zu ziehen.

Ella sah das es ihm schwer fiel und half ihm das Hemd vorsichtig von seinen Körper zu streifen.

Mit schmerzverzogenen Gesicht ließ er Ellas vorsichtige Berührung mit einen , in Alkohol getränkten Tuch ,über sich und seine offenen Wunden ergehen.

" Das sieht schlimm aus." sagte Ella leise ,mehr zu sich selbst ...ungewollt aussprechend ..während sie mit dem Tuch sanft über die blutende Wunde an der Schulter tupfte.

" Du musst starke Schmerzen haben!" flüsterte sie und schluckte als sie das Loch, den glatten durchschuss in seiner Schulter ,betrachtete.

"Wenigstens steckt keine Kugel mehr drin." fügte sie schnell und etwas lauter hinzu und schmiss das vollgesogenen Tuch mit Blut zu Boden ,um eine neues zu nehmen.

" Mach einfach einen Verband drum und gut." zischte Arthur durch seine zusammengebissenen Zähne und die nächste scharf brennende Berührung des in Alkohol getränkten frischen Tuches ,breitete sich auf seiner Wunde aus und durchzog jede Faser seines Körpers mit ziehenden schmerzenden Stichen.

" Beweg mal deine Finger!" sagte Ella nachdem sie das getrocknete Blut von seinen Körper getupft hatte und deutete auf seine Hand, des Armes mit der Schussverletzung.

Widerwillig versuchte Arthur seine mittlerweile fast tauben Finger zu bewegen.
Aber es gelang ihm nur minimal eine Regung in ihnen hervorzurufen.

" Wahrscheinlich ist eine Sehne oder ein Nerv gerissen!" sagte Ella und legte ihre Hand vorsichtig auf seine Finger.

" Du musst den Arm schonen.
Damit alles wieder zusammenheilen kann." sprach sie weiter ,nahm ihre Hand von seiner und kramte in ihrer Kiste.

"Nimm davon jeden Tag 2 .
Das sind Schmerztabletten.
Die helfen dir.... wenigstens ein bisschen." sagte sie leise und streckte Arthur ein Fläschchen entgegen.

Arthur nahm ihr das Fläschchen aus der Hand , öffnete es und schüttete sich ein paar der runden weißen Tabletten auf die Hand...mehr als zwei.

Bevor Ella reagieren konnte , hatte er sich alle schon in den Mund geschmissen und schluckte.

" Sag mal...." sprach sie fassungslos und schüttelte den Kopf, bevor sie sich den Streifschuss an seiner Hüfte widmete.

Leicht zusammenzuckend wendete Arthur seinen Blick von seinen brennenden Unterkörper auf John.

" Ich will das ihr zurückreitet." sagte er kurz , atmete den stechenden Schmerz auf seiner Haut weg und sprach weiter.

" Die dürfen nicht merken das ihr weg wart."

John sah zweifelnd zu ihm.

" Du kommst nicht mit?" fragte er verwirrt.

" Aber ich dachte ...ich meine die anderen...die fragen sich doch schon seit Tagen wo du bist.
Soll ich sie anlügen...Warum kommst du nicht einfach mit und zeigst ihnen wenigstens das du noch lebst ...das du für sie da bist. So ,wie du es versprochen hattest!" versuchte John seine Freund umzustimmen , obwohl er wusste das dies aussichtslos war.

Arthur wendete seinen Blick wieder ab und hob den verletzten Arm leicht damit Ella den Verband darum wickeln konnte.

"Ich kann nicht....noch nicht!" sagte er leise .

John sah hinter sich zu dem Zelt wo Annie lag.
Dann zu den Lagerfeuer wo sich Charles, Jesse, Jimmy und Sam mittlerweile versammelt hatten .
Dann wieder zu Arthur, der von Ella einen zweiten Verband um seinem Bauch gewickelt bekam.

" Schön mein Freund.
Aber ich geb dir höchstens zwei Tage ,dann kreuzt du höchstpersönlich auf und erzählst was passiert ist!" sagte John seufzend und blickte fordernd zu Arthur, welcher gerade von Ella ein Tuch um den Hals gebunden bekam um seinen verletzten Arm in einer Schlinge ruhig zu stellen.

Dieser nickte nur und ließ sich erschöpft von den Strapazen der letzten Stunden , ausgenockt durch die Schmerzen seines Körpers, zurück auf die Liege sinken und schloss die Augen.





Eine ihm bekannte und so vertraute Stimme riss ihn aus seinem kurzen ,festen Schlaf und sein eben noch völlig gleichmäßiger und ruhiger Herzschlag beschleunigte sich bei jeden weiteren Wort, welches durch die Lippen dieser Stimme wanderte.

Er riss die Augen abrupt auf und setzte sich schnell auf.
Zu schnell, den seine Verletzungen meldeten sich mit empörten Stichen zu Wort.

Diese ignorierend ,verdrängend ,quälte er sich auf und ging zu den Zelt rüber, aus dem der Tumult kam, in welchen Annie war.



"IHR HABT SIE GEKNEBELT?" sagte Arthur fassungslos ,an der Öffnung des Zeltes stehend und sah entsetzt von Annie zu Ella, die damit zu kämpfen hatte Annies widerspenstigen Körper zurück auf den Boden zu drücken.

" Weißt du eigentlich wie laut die hier rumgeschrien hat?
Willst du das wir gefunden werden?" schnaubte Ella wütend und außer Atem und warf einen missmutigen Blick zu Arthur.

Arthur warf ihr nun ebenfalls einen zornigen Blick zu und trat in das Zelt.

"Das ist doch kein Grund sie gleich zu knebeln Herrgott nochmal!" zischte er wütend und sah runter auf Annie, die wutschnaubend durch ihre Nase atmend, und mit zerzausten Haaren die ihn ihr Gesicht hingen, tötende kleine Blicke auf Arthur warf.

" Habt ihr es vorher mal mit reden versucht?" sprach er kopfschüttelnd weiter und sah nun wieder böse zu Ella.

Sofort nahm Ella ihre Hände von Annies Schultern ,welche diese eben noch mit sanfter Gewalt am Boden hielten und stand auf.

"Gut, dann versuch du es doch!" fauchte sie erregt, pustete sich eine herunterhängende Strähne aus der Stirn und trat wütend zur Seite.

Arthur verdrehte kurz die Augen und hockte sich dann vor Annie, welche ruhiger geworden war ,aber sofort zurückwich und nun in leicht unbequem schräg sitzender Haltung,mit gefesselten Händen auf den Rücken und gefesselten Füßen,  in eine Ecke des Zeltes gepresst saß und durch ihre Nase schnell atmete wie ein Pferd durch seine Nüstern , nachdem es bis zum Anschlag seiner Kräfte getrieben wurde.

Arthur zog ihr vorsichtig, immer noch kopfschüttelnd über diese gewalttätige Maßnahme an seiner liebsten, das dicke Tuch aus den trockenen Mund und wollte gerade den Mund öffnen um etwas zu sagen als Annie ihn mit ganzer Kraft anschrie.

" MACH MICH VERDAMMT NOCHMAL LOS DU ARSCHLOCH!!!!!
ICH FASSE ES NICHT DAS DU MICH ENTFÜHRT ,FESSELN UND KNEBELN LASSEN HAST VON DIESEM ...FLITTCHEN!
DU MACHST MICH JETZT SOFORT LOS ARTHUR SONST..." schrie sie aus ganzer Kehle ,doch bevor sie noch ein weiteres Wort herausschreien konnte, stopfte Arthur ihr schnell und instinktiv das Tuch zurück in den Mund und brachte sie erneut zum Schweigen.

Hilflos und irritiert stand er auf und sah zu Ella.

Diese verdrehte nur die Augen und ging aus dem Zelt.

Arthur sah ihr fragend nach und blickte dann wieder zu Annie , deren Blick auf Arthur gerichtet, sich ins unermessliche verdustert hatte und deren dumpfe widerspenstige Laute tief aus ihrer Kehle durch das Tuch , in Arthurs Ohr drangen.

Arthur hockte sich erneut vor sie.
Sah ihr mit strengen Blick in die Augen und holte tief Luft.

"Hör zu! Ich nehm dir den Knebel aus den Mund , wenn du versprichst leise zu sein! "

Ein lautes kehliges Geräusch drang als Antwort aus Annies Lippen und ihre zusammengekniffenen Augen erdolchten Arthur langsam und qualvoll während sie wieder anfing sich gegen die Fesseln zu wehren.

" Hör auf damit Annie.
Das bringt doch nichts!
Ich verspreche ich werde dir alles erzählen aber du musst aufhören damit!" sprach Arthur ruhig und liebevoll weiter ,nicht zeigend ,das seine Nerven blank lagen.

Aber Annie hörte nicht auf seine Bitte.
Sie wand sich weiter und versuchte irgendwie aufzustehen.

"JETZT HÖR AUF!" schrie Arthur plötzlich zornig, stand auf und drückte sie kraftvoll mit seinen unverletzten Arm zurück in ihre sitzende Position.

Annie unterbrach ihren Kampf gegen die gefesselte ,erniedrigende Situation und sie betrachtete schnaubend Arthurs verletzten Arm , den er bewegungsunfähig in die Schlinge gelegt ,vor seinen nackten Oberkörper gepresst hielt.
Ihr Blick wanderte herab zu den Verband um seinen Bauch.
Ihr eben noch rasend wütender Blick verwandelte sich zu einen irritiert , fragenden Blick und sie sah wieder in Arthurs strenge Augen.

"OK?" sagte dieser skeptisch auf sie guckend und wartete auf ein friedliches Zeichen ihrerseits.

Unscheinbar aber eindeutig nickte Annie leicht und wendete ihren Blick zu Boden.

Arthur seufzte leise, erleichtert und hockte sich erneut vor sie.
Zog ihr das Tuch aus den Mund und sah sie zweifelnd an ,ob sie auch wirklich das tat worum er sie gebeten hatte.

Er wurde nicht enttäuscht, denn Annie blieb ruhig.

" Die Fesseln kann ich dir noch nicht abnehmen..." sprach er leise und blickte zu ihren Füßen.

" Erst wenn ich sicher bin das du nicht wegläufst. "

Annie hob den Blick und sah ihn an.

"Was mach ich hier Arthur?" krächzte sie leise durch ihren trockenen Mund.

Sie blickte auf die Schlinge um seinen Arm...dann zu seinem Bauch...dann wieder zu ihm.

"Woher sind die Verletzungen?" sprach sie unsicher, ängstlich vor der Antwort die sie vermutete.

Arthur blickte ebenfalls auf die Schlinge, sah dann zu ihr.

"Annie, ich musste dich da raus holen.
Ich konnte nicht zusehen wie du bei diesem Schwein bleibst ,dich erniedrigen, schlagen....." er stockte, seine Augen wichen kurz ihren intensiven Blick aus.
".....vergewaltigen lässt. "

Annie schluckte.

"Was hast du getan Arthur?" sagte sie mit fast versagender Stimme.

Arthur richtete seinen Blick wieder in ihre nervösen Augen.

" Das was ich tun musste.Dich da raus geholt!" antwortete er leise ,unsicher.

" Das war ein großer Fehler!" flüsterte Annie und schluckte schwer ,bevor sie sich von ihm abwandte und zur Seite blickte.

"Annie ich..." wollte Arthur sich verteidigen aber Annies Kopf schnellte zurück zu ihm und sie fiel ihm ins Wort.

"NEIN ARTHUR!
ICH WILL NICHTS MEHR HÖREN.
BRING MICH ZURÜCK!
SOFORT!"

Arthur sah sie verwirrt an.
Fand keine Worte.
Verstand ihre Reaktion nicht.

"DU MUSST MICH ZURÜCKBRINGEN!
HÖRST DU????" schrie Annie jetzt erneut noch lauter.

Arthur schwieg.
Blickte sie einfach sprachlos über ihre Bitte an.

"ARTHUR!!!" schrie Annie noch drängender und wartete verzweifelt auf seine Reaktion.

"Ich kann nicht." sagte Arthur leise.
"Es geht nicht."

Annie rüttelte an ihren Fesseln.

"Dann schneid mir die Fesseln durch und ich gehe selbst zurück !" sagte sie fordernd.

Arthur blickte auf das dicke Seil um ihren Füße.

"Er hat das bekommen was er verdient hat.
Sie alle ....haben das bekommen was sie verdient haben!" nuschelte er leise und spürte einen heftigen Schmerz an seiner Schulter.

" Sag mir das du das nicht getan hast!" krächzte Annie ängstlich und blickte mit nun großen, wässrigen Augen zu ihm.

Arthur schluckte.
Seinen Blick noch immer auf ihre Fesseln starrend.

"Sag das du ihn nicht getötet hast....." quetschte Annie leise heraus.

Arthur schwieg weiter.
Atmete schwerfällig.

" VERDAMMT SAG ETWAS!" schrie Annie ihm nun erneut wütend entgegen und Arthur blickte schlagartig zu ihr.

Zu enttäuscht und verwirrt war er von ihrer Reaktion.
Er hatte keine Dankbarkeit erwartete.
Aber er hatte gehofft, sie würde weniger um diese Ratte , der ihr soviel angetan.. ihr so weh getan hatte.....trauern.
Er war sich sicher es wäre ihr egal.

" JA VERDAMMT!
ICH HAB DIESEN MISTKERL GETÖTET UND SEINE GANZE TEURE VILLA IN SCHUTT UND ASCHE GELEGT!
UND WEIßT DU WAS....ES WAR FANTASTISCH ...ZU HÖREN WIE ER JÄMMERLICH VERRECKT. " schrie Arthur völlig außer sich vor Wut und beugte sich nahe vor zu ihrem Gesicht.

" Ich hatte noch NIE soviel SPAß daran jemanden zu TÖTEN.
Es fühlte sich VERDAMMT GUT AN !" flüsterte er und grinste leicht.

Annie starrte ihn fassungslos in die Augen.
Seine Nasenspitze nahe an ihrer...sich fast berührend, spürte sie seinen zittrigen Atem.

Kurz war es still.
Die Zeit schien wie angehalten.
Doch plötzlich entzog sie sich seinen durchdringenden, selbstgerechten Blick und senkte den Kopf.

" Du weißt nicht was du getan hast Arthur." wisperte sie leise und schluckte schwer.

Arthur stand auf, schüttelte den Kopf und blieb noch kurz ,sie betrachtend vor ihr stehen, wartend auf irgendeine Art von plötzlicher Einsicht, bevor er die Zeltöffnung enträuscht und wütend aufriss und ging.
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