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Sometimes it's hard to be perfect...

von Maybeee
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Charles Smith Colm O'Driscoll Dutch van der Linde John Marston Sadie Adler
09.01.2019
06.02.2021
98
243.707
15
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Dieses Kapitel
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04.07.2020 2.410
 
Arthur ging es von Tag zu Tag besser.
Seine Verletzungen heilten langsam ,sein Gesicht war nicht mehr ganz so lädiert und auch die Verfärbungen um seine Augen gingen in einen helleren Ton über.

Wie jeden Abend begab er sich an den kleinen Fluss , nicht weit vom Camp , um nochmals in aller Ruhe den Plan in Gedanken durchzugehen.

Er zog ein Päckchen Zigaretten aus seiner Hosentasche, nahm eine Zigarette daraus, steckte sie sich in den Mund und nahm einen langen Zug, während er seinen Blick nachdenklich über die Wasseroberfläche schweifen ließ, auf der sich die untergehende Sonne spiegelte.
In Gedanken versunken folgten seine Augen den glitzernden Farbspiel auf dem glatten, unberührten Wasser.

Ein plötzliches Rascheln ließ ihn kurz zusammenzucken und er wurde aus seiner Trance gerissen.

Den Kopf in die Richtung gewendet ,aus der das raschelnde Geräusch kam , versuchte er durch den großen breiten Busch ein paar Meter neben ihn , etwas zu erkennen.
Als ihm dies nicht gelang und sich zu dem Rascheln noch ein knacken dazu gesellte, schmiss er seine Zigarette neben sich , legte die Hand an seinen Revolver und schlich vorsichtig in diese Richtung.

" GOTT ARTHUR, hast du mich erschreckt! " sagte die Frau ein paar Schritte von ihm entfernt , verärgert und hielt sich schnell eine rote Bluse vor ihren nackten Oberkörper.

"Wielange stehst du da schon hmm?" sprach sie verwirrt und nervös weiter , strich sich mit einer Hand eine nasse Strähne aus der Stirn , mit der anderen Hand , den roten Stoff noch immer fest umklammernd vor ihre Brust haltend.

"Ein Weilchen! " erwiderte Arthur neckisch ,nahm die Hand vom Revolver und lehnte sich amüsiert, die Arme vor der Brust verschränkt, gegen den Baum neben ihn.

" DAS IST NICHT DEIN ERNST! " bekam er mit entsetzter Stimme entgegengeschleudert.

" ICH FASSE ES NICHT!
DU BIST...DU BIST..." schrie die immer zorniger werdende Stimme fassungslos weiter.

"Beruhige dich Ella!
Das war ein Scherz!
Ich bin gerade erst gekommen und hab nichts gesehen. Versprochen!" versuchte Arthur die aufgeregte Frau vor ihm zu beschwichtigen ,konnte sich aber ein dickes Grinsen nicht unterdrücken.

Ella funkelte ihn mit wütenden Augen an, bückte sich und griff nach einen kleinen Stein.

"VERSCHWINDE! SOFORT!" schrie sie und schmiss dabei den Stein in Arthurs Richtung.

"Au!!! Sag mal geht's noch? " schrie Arthur kurz auf ,als der Stein ihm mitten am Bauch traf und er nahm die Arme runter ,stieß sich vom Baum ab und ging mit mürrischen Blick, ein paar Schritte auf Ella zu.

Diese griff erneut nach eine Stein und hielt ihn wurfbereit drohend nach oben.

" BLEIB DA STEHEN!" befahl sie ernst und blickte gereizt in Arthurs Gesicht.

Arthur stoppte in seinen Bewegungen.

"Ja was denn nun.
Soll ich stehen bleiben oder verschwinden? " fragte er ironisch und die Antwort auf seine Frage, traf ihn hart an seinen linken Oberschenkel.

"Ich hab dich gewarnt!!" verkündete Ella selbstbewusst und griff zum nächsten Stein.

"So jetzt reicht's! " brummte Arthur kurz und ging schnellen Schrittes auf die Steinwerferin zu , um ihr den Stein aus der Hand zu nehmen.
Während diese sich einhändig versuchte dagegen zu wehren, den Stein noch immer fest umklammernd, griff Arthur nach den roten weichen Stoff auf ihren Oberkörper.

"Du kannst jetzt entscheiden.
Entweder du lässt den Stein fallen oder deine Bluse." hauchte er ihr frech entgegen und zog leicht an den dünnen Stoff zwischen seinen Fingern.

Als Ella spürte wie dieser plötzlich weiter nach unten rutschte und dabei war, zu viel Sicht auf ihre nackte Brust freizulegen , ließ sie den Stein entsetzt fallen, umklammerte nun mit beiden Händen ängstlich die rote Bluse und zog diese wieder schützend um ihre nackte Haut.

Mit großen erschrockenen Augen blickte sie zu Arthur, der den Stein aufhob und sie erneut breit grinsend ,den Stein in den Händen hin und her werfend, provozierend beobachtete.

" Schade , ich hatte gehofft deine Entscheidung fällt anders aus! " sagte er zwinkernd.

" ARTHUR!!!" schrie Ella erneut zornig.

"Ist ja schon gut. Ich geh ja!" erwiderte dieser schmollend, schmiss den Stein weit hinaus in das Wasser ,drehte Ella den Rücken zu ,verschwand wieder hinter den großen Busch und ging zurück zu der Stelle wo er nachdenken konnte.

Er setzte sich vorsichtig in das grüne Gras und ließ den Blick erneut über das Wasser gleiten, die untergehende rote Sonne, noch ebenso erhaschend.




" Müsst ihr das wirklich tun? " hörte er nach wenigen Minuten eine Stimme hinter sich fragen.

Einen kurzen Blick über die Schulter werfend, griff er nach einen Stein und warf ihn auf die glitzernde ,rötliche Wasseroberfläche, wodurch das Stille Meisterwerk welches sich bis eben darauf gespiegelt hatte , durch kleine unruhige Wellen zerstört wurde.

"Ja das müssen wir Ella!" antwortete er kurz und entschlossen.

Ella ließ sich stöhnend neben ihn nieder und starrte ebenfalls auf das Wasser vor sich.

"Aber wieso?
Ich meine...gibt es keinen anderen Weg?
Du könntest sie einfach fragen ob sie mit dir kommt.....oder?" versuchte Ella an Arthurs Vernunft zu appellieren.

Arthur lachte kurz verzweifelt auf.
"Das würde sie nicht tun! " fügte er leise an .

Ella sah fragend zu ihm.

"Aber wieso nicht?
Ich meine...sie liebt dich...du liebst sie...warum sollte sie nicht mit dir gehen?
Warum sollte sie wollen das dieser Blutrünstige Racheakt vollzogen wird?
Denkst du das ist was sie will?
Weißt du überhaupt was sie will? Vielleicht irrst du dich ja und sie würde mit d......" sprach Ella eindringlich aber Arthur fiel ihr ins Wort.
"HÖR AUF DAMIT!
Du weißt nichts...garnichts über sie!
Sie würde niemals freiwillig von dort weg gehen und schon garnicht mit mir!
Also HALT DICH VERDAMMT NOCHMAL DA RAUS !
ICH MUSS DAS TUN UND GUT!" fuhr er sie unbeherrscht an und quälte sich auf.

Ella tat es ihm gleich.

"Aber es sind meine Brüder , Arthur!" schrie sie ihm nach , während er zurück zum Lager ging.

"SIE KÖNNTEN STERBEN ARTHUR!" schrie sie lauter ,wütender , noch immer auf der Stelle stehend, die Hände zu Fäusten geballt.

Arthur blieb stehen und drehte sich zu ihr um.

"Das ist IHRE Entscheidung!
Ich habe sie nicht dazu gezwungen!" zischte er ihr zu und sah sie verärgert an.

Ella atmete tief ein und stapfte wütend auf ihn zu.

"Aber du hast ihnen einen Grund geliefert sich in Todesgefahr zu bringen.
Nur um deine verwöhnte , naive, törichte Tussi zu retten, machen sie bei diesen dämlichen Plan mit und könnten dabei drauf gehen." fauchte Ella ,vor ihm zum stehen kommend, in sein Gesicht.

"Sie ist NICHT NAIV oder TÖRICHT !" entgegnete Arthur grob und seine Augen blitzten gereizt.

Ella funkelte ihn ebenfalls geladen an und kam ihm mit ihren Gesicht ganz Nahe.

"Wenn irgendeinen von ihnen etwas passiert,dann ist das ganz allein deine Schuld! " zischte sie drohend , schubste ihn leicht und stapfte wütend zurück ins Lager.

Arthur stemmte die Arme in die Hüften und atmete tief ein, bevor er ihr nach ein paar Minuten folgte.



Es war bereits kurz nach Mitternacht als Arthur sich leise aus dem Lager schlich ,zu einem Pferd eilte und aufsaß.

Gerade als er die Zügel in die Hand nahm ,hörte er hinter sich ein knacken.

"Du hast doch nicht etwa vor die Sache ohne uns durchzuziehen?" hörte er jemanden stutzig fragen und erkannte Jesse, der nun direkt neben dem Pferd stand.

Arthur verdrehte die Augen.

" Dir ist aber schon klar das dies in einen Selbstmordkommando enden würde oder?" sprach Jesse ruhig weiter und sah skeptisch zu Arthur.

"Ich geh nicht allein." erwiderte Arthur nur kurz.

" Ich kenne da jemanden." fügte er hinzu.

"Wir hatten einen Deal! " sagte Jesse streng.

Arthur schwieg kurz.

Dann holte er tief Luft und beugte sich etwas runter zu Jesse.

"Hör mal. Ich denke es ist das beste wenn ihr euch da raus haltet.
Ihr hattet doch eine Chance auf Vergeltung.
Warum lasst ihr die Vergangenheit nicht einfach ruhen , nehmt eure Sachen und verschwindet von hier! " sagte er leise.

"Hat Ella mit dir geredet?
Das hat sie nicht wahr?" antwortete Jesse kopfschüttelnd.

" Sie hat Recht Jesse.
Dies hier ist meine Angelegenheit.
Die Sache hat und hatte nichts mit euch zu tun!
Haltet euch einfach da raus!
Das ist eine Sache zwischen mir und den Braithwaites! " brummte Arthur mit tiefer Stimme.

" Richtig!
Du hast DEINE Gründe für Rache!
Wir haben UNSERE!
Also steig von diesem Gaul, geh zurück in dein Zelt und morgen Abend ziehen wir das Ding durch wie geplant!" konterte Jesse verärgert.

" Hör mir zu Jesse.
Ich sage es noch einmal.
Haltet euch da einfach raus.ok?
Ich hab nichts zu verlieren.
Aber ihr habt schon soviel verloren.
Es gibt keine Garantie dafür das ihr alle wieder lebendig hier her zurückkommt.
Also tut mir und Ella den Gefallen und vergesst das ganze!
Kehrt dieser Familie, euren Hass , eurer Rachsucht den Rücken zu.
Geht nach vorn und schaut nicht zurück.
Ihr habt eine Chance irgendwo neu zu beginnen...als Familie.
Nutzt sie!" mit diesen Worten setzte Arthur sich gerade auf, ließ die Zügel leicht knallen, ritt davon und ließ Jesse fragend und wütend hinterherblickend zurück.


Im Lager der Van der Linde Gang war es still , als Arthur das Pferd an einen nahestehenden Baum band und abstieg.

Leise ging er zu dem großen alten Haus mitten im Sumpfgebiet ,schlich zur Hintertür hinein, vorbei an den 3 schlafenden Frauen auf den Fußboden und verschwand durch eine der vielen alten Türen.



John riss die Augen erschrocken auf und seine gerade noch ruhende Hand , schnellte zu seiner Waffe an seiner Hüfte , als er spürte wie eine Hand auf seinen Mund drückte.

" Sch..." hörte er Arthur leise zischend von sich geben, der einen Finger vor seinen Mund haltend über ihn gebeugt stand.

Mit großen Augen blickte John zu ihm und schlug Arthurs Hand von seinem Gesicht.

Arthurs drängender Blick , zwang ihn aber dazu ,keine weiteren Regungen von sich zu geben und er setzte sich langsam auf.

Arthur warf einen prüfenden Blick zur Seite ,auf den laut schnarchenden Koch ,der dank seines allabendlichen Alkoholkonsums tief und fest zu schlafen schien und dann wieder zu John , welcher ihn mittlerweile mit 1000 drängenden Fragezeichen im Gesicht anstarrte.

Arthur gab ihm mit einen Handzeichen zu verstehen das er aufstehen und ihm folgen sollte.

John verdrehte die Augen.
Diese Aufforderung seines Freundes, seines Bruders, welchen er seit 7 Tagen vergeblich überall gesucht hatte, war so unnötig wie die Überlegung zwischen einem Glas Wasser oder Whiskey.
Das hätte er so oder so getan!!


Als sie es unauffällig aus dem Haus, weg vom Lager ,hinein in ein abgelegenes, entfernteres Waldstück geschafft hatten, platzte John der Kragen.

"SAG MAL BIST DU BESCHEUERT ?????
WO WARST DU ?
ICH SUCHE SEIT 7 TAGEN NACH DIR !
KANNST DU MIR MAL VERRATEN WAS PASSIERT IST SEIT DIESER PARTY?
WIESO BIST DU ABGEHAUEN?
UND WOHIN ?
DEIN PFERD HAST DU JEDENFALLS NICHT GENOMMEN, DENN DAS HABE ICH GENAU DORT VORGEFUNDEN WO DU ES STEHEN GELASSEN HAST! "

Arthur legte erneut einen Finger auf seine Lippen und sah gereizt zu John, der wild gestikulierend vor ihm stand und ziemlich laut schreiend "flüsterte".

"Kannst du bitte mal leiser reden und dich beruhigen!" knurrte Arthur ihm entgegen.

John starrte ihn entsetzt an und kam näher an ihn heran.

"Beruhigen??
BERUHIGEN?
Sag mal geht's noch?
Ich glaub ich spinne!!!
Morgan!!!
Du warst einfach verschwunden.
1 Woche ohne auch nur ein Lebenszeichen oder Anhaltspunkt wo du sein könntest.
Ich war sogar in der Pampa wo du dich zuletzt verkrochen hast,mit deinen besten Freund den Alkohol, um dich selbst zu bemitleiden und war davon überzeugt dich dort irgendwo TOT aufzufinden!
Weißt du eigentlich wie lange ich unterwegs war die letzten Tage???
Wieviel ich geschlafen habe????
Von den Ausreden den andern gegenüber ganz zu schweigen.
DU musstest nicht in die enttäuschten Gesichter der Menschen hier blicken, die schon wieder von dir verlassen wurden , obwohl du Ihnen etwas anderes VERSPROCHEN HATTEST!!!
Karen war sich sicher das du abgehauen bist, die Gang verlassen hast und nicht wieder kommen würdest.
Nicht mal Rose oder Annie wussten irgendwas!!!
WAS WAR DENN NUR LOS VERDAMMT!" fuhr John unbeeindruckt laut verärgert fort und sah wütend in Arthurs Gesicht.

Arthur verdrehte abermals die Augen, griff nach Johns Arm und zog ihn noch weiter weg ..noch tiefer rein in das kleine Waldstück.

Er legte seine Hände auf Johns Schulter und zwang ihn so sich abzuregen...zu beruhigen..den Mund zu halten und ihm zuzuhören.


Als er fertig war und John alles erzählt hatte , was seit dem Augenblick als er ihn zuletzt auf der Party gesehen hatte passiert war...Annies Reaktion...Geralds Hinterhalt....seine Rettung durch die Grays und von den Plan den er morgen durchziehen würde....für den er John brauchte , war John ruhiger...beruhigter..zufrieden gestellt.

"Natürlich bin ich dabei!
Das weißt du!
Aber du weißt auch das es gewagt ist.
Sehr gewagt und gefährlich!
Ich meine vielleicht sollten wir nochmal zusammen überlegen, ob es nicht einen anderen Weg gibt Annie da rauszuholen.
Ohne sie bewusstlos zu machen und ihren abartigen Verlobten halb tot zu prügeln." sagte John nachdenklich...unsicher ob diese Plan wirklich so umgesetzt werden musste.
Immerhin war es Arthurs Plan.
Und Arthurs Impulsivität kannte John nur zu gut.

" Der Plan ist perfekt!
Und es wird genau so ablaufen und nicht anders! " konterte Arthur mit abweisenden Handzeichen.

" Wo ist Charles? Ich will das er dabei ist! " sprach Arthur weiter und blickte fragend zu John.

" Der hält hinten Wache. Aber ich denke nicht das es so eine gute Idee ist ihn da mit reinzuziehen Arthur." versuchte John , Arthur zu beschwichtigen.

" Wir brauchen ihn John!
Alleine wird es ein Akt der Unmöglichkeit! " erwiderte Arthur nur kurz ,drehte sich um und ging weiter hinein in das kleine Wäldchen , um unerkannt zu Charles zu gelangen.
John fluchte leise auf und folgte ihm dann schnellen Schrittes.

Nachdem sie Charles lautlos erreicht hatten und Arthur ihm alles erzählt hatte , von den Plan und auch einige Details von ihm und Annie, zögerte Charles keine Sekunde und willigte sofort ein.

" Wir treffen uns morgen Abend in Rhodes am Saloon.
Denkt an die Waffen! " sagte Arthur ,drehte den beiden , ihm nachdenklich nachsehenden Männern, den Rücken zu und verschwand so lautlos wie er gekommen war.
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